Sepp Neuper wrote:
> Oliver Cromm <
lispa...@crommatograph.info> schrieb:
>>Nein, Verwandschaft ist unabhängig von der Bedeutung ("Geld" ist -
>>nicht offensichtlich - mit "Galle" verwandt).
>
> Oh, das wäre dann eine weitere Herkunftserklärung.
> Im Duden z.B. steht, es käme vom althochdeutschen "gelt",
> was Zahlung oder Lohn bedeutet.
>
> In einer Wochenzeitschrift habe ich kürzlich diese Erklärung
> gelesen: Geld kommt vom angelsächsischen "gilt", was Schuld
> oder das Geschuldete bedeutet. Abgeleitet ist das Ganze vom Begriff
> "Gilde", was früher die Opfergemeinschaft war, die den Göttern
> ein Opfer schuldete.
Soifz. [psf 10.1]
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http://en.wiktionary.org/wiki/Geld#Etymology>
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| From Middle High German gelt, from Old High German gelt, kelt, from Proto-
| Germanic *geldą (“reward, gift, money”), from Proto-Indo-European *gʰeldʰ-
| (“to pay”). The modern consonantism -d instead of expected -t is Central
| and Low German (compare Middle Low German gelt, -des, from Old Saxon
| geld); but also Upper German in some dialects through revoicing after -l-.
| Compare Dutch geld, English geld, yield, Swedish gäld.
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http://dwds.de/?qu=Geld>
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| Geld n. ‘Zahlungsmittel’ in Form von Münzen und Banknoten, ahd. gelt (um
| 800), asächs. geld ‘Bezahlung, Vergeltung, Lohn, Opfer’, mhd. mnd. mnl.
| gelt ‘Bezahlung, Vergütung, Zahlung, Schuldforderung, Preis,
| Zahlungsmittel’, aengl. gield ‘Opfer, Zahlung, Abgabe, Tribut, Vergeltung,
| Bruderschaft’ (s. Gilde), anord. gjald ‘Bezahlung, Lohn, Strafe, Steuer’,
| got. gild ‘Steuer, Zins’, germ. *gelda- ist ein Verbalsubstantiv zu dem
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| unter gelten (s. d.) behandelten Verb. Es gehört anfangs in die kultische
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| und rechtliche Sphäre und bedeutet ‘Opfer, Buße, Tribut’, eigentl. ‘das,
| womit man Opfer, Buße erstatten, entrichten kann’, begegnet später im
| wirtschaftlichen Bereich für ‘Abgabe, Zahlung’ (in Zusammensetzungen wie
| Brücken-, Wege-, Kost-, Lehr-, Schulgeld bewahrt) und bezeichnet
| schließlich das, ‘was als Zahlungsmittel dient’. Vom 14. Jh. an nimmt Geld
| allmählich seine heutige Bedeutung ‘gesetzliches Zahlungsmittel’ an. Neben
| der Schreibung mit -d im Nhd. (aus flektierten Formen des Mhd.) hält sich
| auslautendes -t bis ins 17. Jh., in Entgelt (s. gelten) bis heute. Im 17.
| Jh. wird der Plur. Gelder ‘für einen bestimmten Zweck vorgesehene größere
| Geldsumme, feste Beträge’ gebildet. Da sich im Gebrauchswert des Geldes
| der Wert aller anderen Waren ausdrückt, gewinnt das Geld eine zentrale
| Position im gesellschaftlichen und im persönlichen Leben, die sprachlich
| in zahlreichen Umschreibungen, Entlehnungen, Redensarten und Sprichwörtern
| ihren Niederschlag findet (s. Blech, ²Kies, Kröte, ²Moos, Moneten, Pinke,
| Pulver, Zaster; vgl. das liebe Geld, nicht für Geld und gute Worte, Geld
| haben wie Heu, Geld regiert die Welt, Zeit ist Geld). Nach dem gemünzten
| Geld kommt Geld in Banknoten in Umlauf, daher Papiergeld n. (Anfang 18.
| Jh.), nach engl. paper-money (1691) und frz. papiermonnaie (1727). –
| geldlich Adj. ‘das Geld betreffend, finanziell’ (15. Jh.). Geldbeutel m.
| ‘Geldbörse, Portemonnaie’ (17. Jh.). geldgierig Adj. (16. Jh.). Geldsack
| m. ‘Geldbeutel, geiziger Reicher’ (vgl. nl. geldzak) und Geldsäckel m.
| ‘Geldbeutel’ (16. Jh.). Geldschneiderei f. ‘Wucher’ (um 1700), eigentl.
| ‘betrügerische Münzbeschneidung’. Geldschrank m. ‘Stahlschrank zum
| Aufbewahren von Geld und Wertsachen’ (17. Jh.). Geldstrafe f. ‘Zahlung
| einer festgesetzten Summe als Strafe für eine Rechtsverletzung’ (15. Jh.).
| Geldsumme f. (Anfang 16. Jh.), älter eine Summe Geldes (15. Jh.).
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http://dwds.de/?qu=gelten>
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| gelten Vb. ‘wert sein, einen bestimmten Wert haben, gültig sein,
| Gültigkeit haben, angesehen, gehalten werden (für), bestimmt sein (für)’,
| ahd. geltan ‘(zurück)zahlen, entschädigen, opfern, wert sein’ (8. Jh.),
| mhd. gelten (auch ‘Einkünfte bringen’), asächs. geldan, mnd. gelden, mnl.
| ghelden ‘zahlen, lohnen, vergelten’, nl. gelden, aengl. gieldan
| ‘(be)zahlen, verehren, opfern, strafen’, engl. to yield ‘als Ertrag geben,
| hervorbringen, ergeben, einbringen’, anord. gjalda ‘bezahlen, vergelten’,
| got. fragildan, usgildan ‘vergelten, erstatten’ führen auf germ. *geldan
| ‘erstatten, entrichten’ (zuerst auf Opferhandlungen bezogen). Diesem
| entsprechen aslaw. žlědǫ, žladǫ ‘zahle ab, vergelte’, aruss. želedu
| ‘zahle, büße’. Falls die slaw. Formen nicht aus dem Germ. entlehnt sind
| (was Vasmer 1, 415 für unwahrscheinlich hält), läßt sich ein nicht weiter
| verfolgbarer Ansatz ie. *gheldh- rechtfertigen. Mit gelten sind verwandt
| Geld, Gilde (s. d.) sowie (ablautend) Gült, Gülte f. südd. ‘Abgabe, Zins,
| Grundstücksertrag, Grundschuld’, schweiz. ‘Grundschuldverschreibung’, mhd.
| gülte ‘Schuld, Zahlung, Einkommen, Rente, Zins, Wert, Preis’, und davon
| abgeleitet (semantisch zunehmend von gelten beeinflußt) gültig Adj.
| ‘geltend, in Gebrauch befindlich, amtlich anerkannt, wirksam’, mhd. gültic
| ‘im Preis stehend, teuer, zu zahlen verpflichtet’, Gültigkeit f. (15.
| Jh.). – entgelten Vb. ‘bezahlen, vergüten, entschädigen, büßen’, ahd.
| in(t)geltan (9. Jh.), mhd. en(t)gelten ‘für etw. zahlen, büßen’, dazu
| Entgelt n. ‘Lohn, Bezahlung, Vergütung für eine Arbeit oder für
| aufgewandte Mühe’ (15. Jh.) und unentgeltlich Adj. ‘ohne Entgelt,
| kostenlos, umsonst’ (um 1500). vergelten Vb. ‘vergüten, entgelten, lohnen,
| heimzahlen’, ahd. firgeltan (um 800), mhd. vergelten ‘zurückzahlen,
| zurückerstatten, heimzahlen’; Vergeltung f. ‘das Vergelten, Rache,
| Strafe’, ahd. firgeltunga ‘Geldzahlung für erwiesene Dienste’ (Hs. 12.
| Jh.), mnd. vergeldinge (1507; mhd. nicht nachgewiesen). ¹gelt, auch
| gell(e), Interj., eine bes. im Südd., Südwestd. und Md. übliche
| formelhafte Äußerung, mit der man sich der Zustimmung eines anderen
| vergewissern will, im Sinne von ‘nicht wahr?, ja?’, spätmhd. gelte ‘es
| möge gelten’, eigentl. 3. Pers. Sing. Konj. Präs. von gelten,
| möglicherweise zuerst als Bekräftigung bei Wett- und Vertragsabschlüssen.
Nix „Galle“.