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glänzen wie ein Judenei

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wo...@wp.pl

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Mar 2, 2018, 6:55:20 AM3/2/18
to
Guten Tag,
in einem Podcast sagt jemand, dass sein Auto wie ein Judenei glänzt und gleich fügt er hinzu, dass diese Redewendung sein Vater zu benutzen pflegte und dass er eigentlich nicht weiß, ob es positiv oder negativ gemeint ist.

Gibt es in der heutigen deutschen Sprache Redewendungen mit den Wörtern: Jude, judisch, die in Alltagsgesprächen zu hören sind?

Danke im VOraus für Eure Antworten.
Gruß
Marcin

Detlef Meißner

unread,
Mar 2, 2018, 7:22:31 AM3/2/18
to
Am 02.03.2018 um 12:55 schrieb wo...@wp.pl:
> Guten Tag,
> in einem Podcast sagt jemand, dass sein Auto wie ein Judenei glänzt und gleich fügt er hinzu, dass diese Redewendung sein Vater zu benutzen pflegte und dass er eigentlich nicht weiß, ob es positiv oder negativ gemeint ist.
>
> Gibt es in der heutigen deutschen Sprache Redewendungen mit den Wörtern: Jude, judisch, die in Alltagsgesprächen zu hören sind?

In *meiner* Alltagssprache nicht.

Neu war mir vor etlichen Jahren die Formulierung "das ist ein Jude" für
die Bezeichnung eines Natursteins (Sandstein), der auußergwöhnlich
vermauert ist.

Detlef


Frank Hucklenbroich

unread,
Mar 2, 2018, 7:24:02 AM3/2/18
to
Am Fri, 2 Mar 2018 03:55:17 -0800 (PST) schrieb wo...@wp.pl:

> Guten Tag,
> in einem Podcast sagt jemand, dass sein Auto wie ein Judenei glänzt und gleich fügt er hinzu, dass diese Redewendung sein Vater zu benutzen pflegte und dass er eigentlich nicht weiß, ob es positiv oder negativ gemeint ist.
>
> Gibt es in der heutigen deutschen Sprache Redewendungen mit den Wörtern: Jude, judisch, die in Alltagsgesprächen zu hören sind?

Ich kenne den Spruch "Keine jüdische Hast!", was soviel bedeutet wie "Mach
mal langsam, nicht so hektisch". Ist aber auch eher ein älteres Sprichwort.

Grüße,

Frank

Peter Veith

unread,
Mar 2, 2018, 7:45:47 AM3/2/18
to
Am 02.03.2018 um 13:23 schrieb Frank Hucklenbroich:

> Am Fri, 2 Mar 2018 03:55:17 -0800 (PST) schrieb wo...@wp.pl:
>> ... wie ein Judenei glänzt ... positiv oder negativ gemeint ...

Eindeutig: Negativ.

>> Gibt es in der heutigen deutschen Sprache Redewendungen mit den
>> Wörtern: Jude, judisch, die in Alltagsgesprächen zu hören sind?
>
> Ich kenne den Spruch "Keine jüdische Hast!", was soviel bedeutet wie
> "Mach mal langsam, nicht so hektisch".

In NRW habe ich die Redewendung "Du mußt »juden«" gehört, sollte "Du
mußt [den Händler herunter-] »handeln«" bedeuten.

> Ist aber auch eher ein älteres
> Sprichwort.

Ja, in meinen Umfeld keine Alltagssprache. Ich hatte es aber zuerst in
den 1980ern "umgelabelt" als "keine sorbische Hast!" gehört.

Veith
--
"Zwischen Starken und Schwachen ist es die Freiheit, die unterdrückt,
und das Gesetz, das befreit." Jean-Jacques Rousseau
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de

Gunhild Simon

unread,
Mar 2, 2018, 8:13:15 AM3/2/18
to
Am Freitag, 2. März 2018 12:55:20 UTC+1 schrieb wo...@wp.pl:
> Guten Tag,
> in einem Podcast sagt jemand, dass sein Auto wie ein Judenei glänzt

Ich brauchte - ich gestehe das zu meiner Entlastung -
ziemlich lange, um zu begreifen, welch sexistische
und judenfeindliche Einstellung sich dahinter verbirgt.

Wobei "verbirgt" noch ziemlich beschönigend ist.
Denn wer konnte je Einblick bekommen in so intime Zonen und damit verbundenen Sitten?

Heute ist es sogar auch bei Männern üblich,
sich in den Intimzonen glatt zu rasieren.

> und gleich fügt er hinzu, dass diese Redewendung sein Vater zu benutzen pflegte und dass er eigentlich nicht weiß, ob es positiv oder negativ gemeint ist.

Zu Zeiten, als dieser Spruch gebraucht wurde -
wo Juden in rechtsfreien Räumen an ihrer
Beschnittenheit identifiziert wurden -, war eine
despektierliche Absicht bei dem Vergleich mit
einem glatt rasierten Hodensack, der
"glänzte wie ein Ei" mit Sicherheit beabsichtigt.

> Gibt es in der heutigen deutschen Sprache
> Redewendungen mit den Wörtern: Jude, jüdisch, die in Alltagsgesprächen zu hören sind?

Wie Frank kenne ich aus meiner Jugend den (aus dem
Nationalsozialismus überlieferten) Spruch
"Bloß keine jüdische Hast!", worin auch eine
Abgrenzung gegen Juden als sinnlos Umherhastende
und Getriebene ausgedrückt wird.

Gruß
Gunhild

René Marquardt

unread,
Mar 2, 2018, 8:14:43 AM3/2/18
to
On Friday, March 2, 2018 at 6:22:31 AM UTC-6, Detlef Meißner wrote:

> Neu war mir vor etlichen Jahren die Formulierung "das ist ein Jude" für
> die Bezeichnung eines Natursteins (Sandstein), der auußergwöhnlich
> vermauert ist.

Wenn der Maler/Lackierer an einer Stelle die Farbe besonders sparsam
aufgetragen hat, so daß der Untergrund oder die alte Farbe durch guckt,
da hat der Maler einen Juden stehen gelassen.

Detlef Meißner

unread,
Mar 2, 2018, 8:27:03 AM3/2/18
to
Am 02.03.2018 um 14:13 schrieb Gunhild Simon:

>> Gibt es in der heutigen deutschen Sprache
>> Redewendungen mit den Wörtern: Jude, jüdisch, die in Alltagsgesprächen zu hören sind?
>
> Wie Frank kenne ich aus meiner Jugend den (aus dem
> Nationalsozialismus überlieferten) Spruch
> "Bloß keine jüdische Hast!", worin auch eine
> Abgrenzung gegen Juden als sinnlos Umherhastende
> und Getriebene ausgedrückt wird.

Man sollte nicht den Fehler machen, alles, was irgendwie antijüdisch
war, den Nazionalsozialisten in die Schuhe schieben. Damit würde man
ihnen eine gewisse geistige Schöpfungshöhe zugestehen. Sie haben nur das
aufgegriffen, was bereits mehr oder weniger deutlich im Volke
schlummerte. (Kommt einem irgendwie bekannt vor!)

https://www.swr.de/blog/1000antworten/antwort/20884/woher-kommt-die-redensart-nur-keine-juedische-hast/

Alle Formulierungen mit "Juden/jüdisch" dürften negativ konnotiert sein.

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Mar 2, 2018, 8:28:07 AM3/2/18
to
Wie lässt sich diese Formulierung begründen?

Detlef

xylo...@gmail.com

unread,
Mar 2, 2018, 8:35:58 AM3/2/18
to
Am Freitag, 2. März 2018 14:14:43 UTC+1 schrieb René Marquardt:

>> Neu war mir vor etlichen Jahren die Formulierung "das ist ein Jude" für
>> die Bezeichnung eines Natursteins (Sandstein), der auußergwöhnlich
>> vermauert ist.

> Wenn der Maler/Lackierer an einer Stelle die Farbe besonders sparsam
> aufgetragen hat, so daß der Untergrund oder die alte Farbe durch guckt,
> da hat der Maler einen Juden stehen gelassen.

Kenne ich - empörter Ruf des Meisters: Da sind ja Juden drin!

Berliner Redensart: Für't Jehabte jibt der Jude nischt.

FR

Fritz

unread,
Mar 2, 2018, 8:46:29 AM3/2/18
to
Am 02.03.18 um 13:22 schrieb Detlef Meißner:
> In*meiner* Alltagssprache nicht.
>
> Neu war mir vor etlichen Jahren die Formulierung "das ist ein Jude" für
> die Bezeichnung eines Natursteins (Sandstein), der auußergwöhnlich
> vermauert ist.

OT

In diesem Zusammenhang:

Vorbote des Unheils? Der Stummfilm „Die Stadt ohne Juden“
<http://orf.at/vstories/stadtohnejuden>
Zitat:
»Im Jahr 1924 ist Hans Karl Breslauers Stummfilm „Die Stadt ohne Juden“
in den Kinos der Ersten Republik angelaufen. In drastischen Bildern
beschreibt die satirische Dystopie, die auf dem gleichnamigen Roman Hugo
Bettauers basiert, die Ausweisung der jüdischen Bevölkerung aus dem
fiktiven Staat Utopia. Dass das Gezeigte einmal Realität werden sollte,
konnte damals noch niemand ahnen. Jahrzehntelang lag das Zeitdokument
nur in inkompletter Fassung vor - bis auf einem Pariser Flohmarkt eine
Kopie des Films gefunden wurde. Das Filmarchiv Austria hat das Material
übernommen und, finanziert durch Crowdfunding, restauriert. Die
Neufassung feiert demnächst ihre Premiere - flankiert von einer
Ausstellung, die den Bogen spannt zwischen damaligen Geschehnissen und
Entwicklungen der Gegenwart.«

Den verlinkten Beitrag zu lesen lohnt sich!

--
Fritz
Das 'bunte' Treiben in manchen Gruppen (passende FUP2 nicht ausgeschlossen):
'Alternative Wahrheiten' 'Alternative Fakten' 'Postfaktische Wahrheiten'
'Fake News' 'Bunte Sprache'

René Marquardt

unread,
Mar 2, 2018, 8:56:25 AM3/2/18
to
Keine Ahnung. Ist jedenfalls zu alt, als das man die Redensart
darauf begründen könnte, daß sich da einer erfolgreich
verstecken und übrig bleiben konnte. Marcins Sprache
kennt den Ausdruck nämlich auch und da ist er älter als die Nazis.

Jakob Achterndiek

unread,
Mar 2, 2018, 9:00:49 AM3/2/18
to
Am 02.03.2018 um 12:55 schrieb wo...@wp.pl:
>
> Gibt es in der heutigen deutschen Sprache Redewendungen mit den Wörtern: Jude, judisch, die in Alltagsgesprächen zu hören sind?
>

Wo man sogar Gomringers "avenidas y mujeres" von der Universitätswand
kratzt, da muß man sich hüten vor jedem Topos, der als antisemitisch
gedeutet werden könnte. Deshalb darf und soll und kann auch keiner mehr
wissen, was gemeint war mit "jüdischer Hast" oder wenn gesagt wurde, es
gehe zu "wie in einer Judenschule".


Als vor gut fast 40 Jahren die ersten Computer in unsere Schule kamen,
da gab es alsbald Spiele, die in der grün-weißen Blockgraphik des
Commodore-Bildschirms Weltraumschlachten imitierten, bei denen mittels
hektischen Tastatur-Geknatters klingonische Raumschiffe abzuschießen waren.

*Eigentlich* waren Kriegsspiele verpönt, so wie es *eigentlich* immer
schon gegen Moral und Humanität verstoßen hatte, Menschen als Einzelne
oder ganze Gruppen umzubringen. Jetzt setzte der Bildschirm mit seinen
vagabundierenden Bildschirm-Klingonen dieses moralische Verbot wieder
außer Kraft; man wetteiferte darin, sie zu verfolgen und abzuschießen.
Damals habe ich einmal - ein einziges Mal! - den Vergleich gewagt: "Aha,
die Klingonen sind also die Juden des Weltraums; auf die darf man
schießen." - Ich hatte Glück: Der einzige Jude in der Gruppe (von dem
ich nicht einmal gewußt hatte, daß er einer war) hatte den Vergleich
verstanden und bewahrte mich vor dem Volkszorn arischer
Gutmenschen-Empörung.

Daß jüdischer Handels-Fleiß den Topos geliefert hat für die heute
übliche, aber namenlose Hektik des Börsenbetriebs und daß den Topos der
Judenschule das geistige und gesellige Leben der Synagoge als Gegenbild
zur trüben Gedämpftheit mittel- und nordeuropäischer christlicher (und
gar calvinisch-reformierter) Kirchen geliefert hat, das soll ja nun
heute möglichst keiner mehr wissen. Auf den Glanz eines - horribile
dictu - Judeneis kann selbst ich mir keinen Reim mehr machen: Was soll
das bedeuten und wie kommt es zu dem Vergleich? Ist das vielleicht so
pornographisch unanständig wie ein Männerkinn, das, frisch rasiert,
glatt wie ein Kinderpopo ist?
--
j/\a

Detlef Meißner

unread,
Mar 2, 2018, 9:27:48 AM3/2/18
to
Am 02.03.2018 um 15:00 schrieb Jakob Achterndiek:

> ....Auf den Glanz eines - horribile
> dictu - Judeneis kann selbst ich mir keinen Reim mehr machen: Was soll
> das bedeuten und wie kommt es zu dem Vergleich?

Du bist ja auch kein Mann! Interessanterweise hat Gunhild gleich eine
"kosmetische" Erklärung parat.

> Ist das vielleicht so
> pornographisch unanständig wie ein Männerkinn, das, frisch rasiert,
> glatt wie ein Kinderpopo ist?
>
Ein Kinderpopo ist aber nichts Unanständiges, sondern etwas liebevoll
Gehätscheltes.

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Mar 2, 2018, 9:29:14 AM3/2/18
to
Am 02.03.2018 um 15:27 schrieb Detlef Meißner:

> Ein Kinderpopo ist aber nichts Unanständiges, sondern etwas liebevoll
> Gehätscheltes.
^t

Detlef

Frank Hucklenbroich

unread,
Mar 2, 2018, 9:31:25 AM3/2/18
to
Evtl. mit der Sparsamkeit eines jüdischen Geschäftsmannes, der in diesem
Fall an der Farbe gespart hat?

Grüße,

Frank

René Marquardt

unread,
Mar 2, 2018, 9:37:01 AM3/2/18
to
On Friday, March 2, 2018 at 8:00:49 AM UTC-6, Jakob Achterndiek wrote:

> *Eigentlich* waren Kriegsspiele verpönt, so wie es *eigentlich* immer
> schon gegen Moral und Humanität verstoßen hatte, Menschen als Einzelne
> oder ganze Gruppen umzubringen. Jetzt setzte der Bildschirm mit seinen
> vagabundierenden Bildschirm-Klingonen dieses moralische Verbot wieder
> außer Kraft; man wetteiferte darin, sie zu verfolgen und abzuschießen.
> Damals habe ich einmal - ein einziges Mal! - den Vergleich gewagt: "Aha,
> die Klingonen sind also die Juden des Weltraums; auf die darf man
> schießen." - Ich hatte Glück: Der einzige Jude in der Gruppe (von dem
> ich nicht einmal gewußt hatte, daß er einer war) hatte den Vergleich
> verstanden und bewahrte mich vor dem Volkszorn arischer
> Gutmenschen-Empörung.

Das blutrünstigste Spiel, das mir bekannt ist (das heißt nicht, daß
es nicht auch brutalere gibt), heißt "Dying Light", stammt von einem
polnischen Entwicklerteam, war in den USA SEHR erfolgreich und
ist in Deutschland komplett unbekannt. Da wird gehämmert,
gestochen, enthauptet, angezündet, mit diversen Schusswaffen
niedergemäht (Vorsicht, der Lärm lockt weitere an), mit dem
Buggy zermatscht, in die Luft gesprengt, man kann sie in
verschiedene Fallen locken... für besonders
trickreiche und gelungene Exekutionen wird man mit Zeitlupe
und Großaufnahme der Blut- und Hirnfontänen belohnt.

Sind aber alles "mit Zombie-Virus infizierte", die einen angreifen,
(außer man matscht sich zur Tarnung mit Kadaverteilchen ein
und wandelt unerkannt unter ihnen), und daher ist das alles
nur Selbstverteidigung und somit in Ordnung, gelle.

Ach ja, man kann die Dahingemeuchelten natürlich auch
nach brauchbarem durchsuchen. Geld, Schmuck, Wertsachen und so.

Keine Ahnung, warum das Spiel der Bundesprüfstelle nicht
einmal vorgelegt wurde, LOL.

Detlef Meißner

unread,
Mar 2, 2018, 9:44:23 AM3/2/18
to
Aber "Juden stehen gelassen"? Das läuft wohl auf etwas anderes hinaus.
Bei Handwerkern ist es oft etwas Sexuelles.

In meinem Beispiel, das ich oben genannt habe, bedeutet es: Der Stein
liegt falsch herum. Juden haben angeblich anders Sex. Wie nun der
"richtige" Sex abläuft, bzw. was bei den Juden falsch war, konnte man
mir allerdings auf Nachfrage nicht erklären.

Detlef

Frank Hucklenbroich

unread,
Mar 2, 2018, 10:06:16 AM3/2/18
to
Am Fri, 2 Mar 2018 06:36:58 -0800 (PST) schrieb René Marquardt:

> On Friday, March 2, 2018 at 8:00:49 AM UTC-6, Jakob Achterndiek wrote:
>
>> *Eigentlich* waren Kriegsspiele verpönt, so wie es *eigentlich* immer
>> schon gegen Moral und Humanität verstoßen hatte, Menschen als Einzelne
>> oder ganze Gruppen umzubringen. Jetzt setzte der Bildschirm mit seinen
>> vagabundierenden Bildschirm-Klingonen dieses moralische Verbot wieder
>> außer Kraft; man wetteiferte darin, sie zu verfolgen und abzuschießen.
>> Damals habe ich einmal - ein einziges Mal! - den Vergleich gewagt: "Aha,
>> die Klingonen sind also die Juden des Weltraums; auf die darf man
>> schießen." - Ich hatte Glück: Der einzige Jude in der Gruppe (von dem
>> ich nicht einmal gewußt hatte, daß er einer war) hatte den Vergleich
>> verstanden und bewahrte mich vor dem Volkszorn arischer
>> Gutmenschen-Empörung.
>
> Das blutrünstigste Spiel, das mir bekannt ist (das heißt nicht, daß
> es nicht auch brutalere gibt), heißt "Dying Light", stammt von einem
> polnischen Entwicklerteam, war in den USA SEHR erfolgreich und
> ist in Deutschland komplett unbekannt. Da wird gehämmert,
> gestochen, enthauptet, angezündet, mit diversen Schusswaffen
> niedergemäht (Vorsicht, der Lärm lockt weitere an), mit dem
> Buggy zermatscht, in die Luft gesprengt, man kann sie in
> verschiedene Fallen locken... für besonders
> trickreiche und gelungene Exekutionen wird man mit Zeitlupe
> und Großaufnahme der Blut- und Hirnfontänen belohnt.

Kennst Du Postal 2? Das ist ähnlich, nebenbei aber noch politisch völlig
incorrect, und nahm als es herauskam diverse Zustände in den USA aufs Korn.

Das ist sehr, sehr zynisch und böse gemacht, beweist aber an vielen Stellen
rabenschwarzen Humor.

https://de.wikipedia.org/wiki/Postal

Das Spiel war wohl offiziell in Deutschland auf dem Index, man konnte es
sich aber frei von der offiziellen Website herunterladen.

> Sind aber alles "mit Zombie-Virus infizierte", die einen angreifen,
> (außer man matscht sich zur Tarnung mit Kadaverteilchen ein
> und wandelt unerkannt unter ihnen), und daher ist das alles
> nur Selbstverteidigung und somit in Ordnung, gelle.

Das ist in vielen Spielen so. Das sind dann eben Zombies oder Androiden,
und schon ist es okay. Selbst die erfolgreiche Assassins Creed-Reihe
bedient sich einem ähnlichen Trick: Der Spieler reist (in einem Labor
sitzend und verkabelt) virtuell in vergangene Zeiten, um da z.B. im alten
Ägypten diverse Abenteuer zu erleben. Die dabei zwangsläufig getöteten
Menschen sind folglich natürlich nicht "echt", es ist ja nur eine virtuelle
Zeitreise.

> Keine Ahnung, warum das Spiel der Bundesprüfstelle nicht
> einmal vorgelegt wurde, LOL.

Siehe oben, was nützt eine Indizierung wenn man es sich frei herunterladen
kann? Oder man bestellt sich die DVD mit dem Spiel eben im Ausland. Ist bei
Gamern beliebt, die Spiele mit dem 2.Weltkrieg als Thema haben. Da ist bei
den deutschen Versionen ein gewisses böses Symbol immer durch eine
Harmlos-Variante ersetzt, während bei dem gleichen Spiel z.B. bei Amazon-UK
die deutschen Truppen dann selbstverständich auch unter der Hakenkreuzfahne
aufmarschieren. Man stelle sich sowas mal bei Filmen vor, undenkbar. Aber
ein Computerspiel ist ja nur ein Spiel und da gelten strengere Regeln.

Grüße,

Frank

Detlef Meißner

unread,
Mar 2, 2018, 10:08:14 AM3/2/18
to
Am 02.03.2018 um 15:44 schrieb Detlef Meißner:
> Am 02.03.2018 um 15:31 schrieb Frank Hucklenbroich:
>> Am Fri, 2 Mar 2018 14:28:02 +0100 schrieb Detlef Meißner:
>>> Am 02.03.2018 um 14:14 schrieb René Marquardt:
>>>> On Friday, March 2, 2018 at 6:22:31 AM UTC-6, Detlef Meißner wrote:
>>>>
>>>>> Neu war mir vor etlichen Jahren die Formulierung "das ist ein Jude" für
>>>>> die Bezeichnung eines Natursteins (Sandstein), der auußergwöhnlich
>>>>> vermauert ist.
>>>>
>>>> Wenn der Maler/Lackierer an einer Stelle die Farbe besonders sparsam
>>>> aufgetragen hat, so daß der Untergrund oder die alte Farbe durch guckt,
>>>> da hat der Maler einen Juden stehen gelassen.
>>>>
>>> Wie lässt sich diese Formulierung begründen?
>>
>> Evtl. mit der Sparsamkeit eines jüdischen Geschäftsmannes, der in diesem
>> Fall an der Farbe gespart hat?
>
> Aber "Juden stehen gelassen"? Das läuft wohl auf etwas anderes hinaus.
> Bei Handwerkern ist es oft etwas Sexuelles.

Ich habe was dazu gefunden:
https://www.gutefrage.net/frage/juden-warum-heissen-unter-malern

Detlef

René Marquardt

unread,
Mar 2, 2018, 11:22:29 AM3/2/18
to
On Friday, March 2, 2018 at 9:06:16 AM UTC-6, Frank Hucklenbroich wrote:

> Kennst Du Postal 2? Das ist ähnlich, nebenbei aber noch politisch völlig
> incorrect, und nahm als es herauskam diverse Zustände in den USA aufs Korn.

Ei sischer kenn isch dat. Das kam aber 2003 raus (ich habs trotzdem
noch installiert), und von daher ist alleine durch die beschissene
Grafik- und Soundwelt eine gewisse Distanz gegeben.
DL hat 30FPS bei 1080p-Aufloesung.

> Das ist sehr, sehr zynisch und böse gemacht, beweist aber an vielen Stellen
> rabenschwarzen Humor.

Besonders das Onkel Dave-Level und die Taliban-Szenen.

> https://de.wikipedia.org/wiki/Postal
>
> Das Spiel war wohl offiziell in Deutschland auf dem Index, man konnte es
> sich aber frei von der offiziellen Website herunterladen.
>
> > Sind aber alles "mit Zombie-Virus infizierte", die einen angreifen,
> > (außer man matscht sich zur Tarnung mit Kadaverteilchen ein
> > und wandelt unerkannt unter ihnen), und daher ist das alles
> > nur Selbstverteidigung und somit in Ordnung, gelle.
>
> Das ist in vielen Spielen so. Das sind dann eben Zombies oder Androiden,
> und schon ist es okay. Selbst die erfolgreiche Assassins Creed-Reihe
> bedient sich einem ähnlichen Trick: Der Spieler reist (in einem Labor
> sitzend und verkabelt) virtuell in vergangene Zeiten, um da z.B. im alten
> Ägypten diverse Abenteuer zu erleben. Die dabei zwangsläufig getöteten
> Menschen sind folglich natürlich nicht "echt", es ist ja nur eine
> virtuelle Zeitreise.

Ach, wusste ich nicht. Ich habe mal 3 Minuten lang AC:Black Flag angespielt,
bei dem dieses Prinzip wohl erstmals aufgegeben wurde, und fand die
Kontrollen unter aller Wurst und unbenutzbar.

> > Keine Ahnung, warum das Spiel der Bundesprüfstelle nicht
> > einmal vorgelegt wurde, LOL.
>
> Siehe oben, was nützt eine Indizierung wenn man es sich frei herunterladen
> kann? Oder man bestellt sich die DVD mit dem Spiel eben im Ausland.

Merchandise ist eine gute zusaetzliche Einnahmequelle. Und
da moechte man wohl doch etwas Werbung machen ab und zu.


> Ist bei
> Gamern beliebt, die Spiele mit dem 2.Weltkrieg als Thema haben. Da ist bei
> den deutschen Versionen ein gewisses böses Symbol immer durch eine
> Harmlos-Variante ersetzt, während bei dem gleichen Spiel z.B. bei Amazon-UK
> die deutschen Truppen dann selbstverständich auch unter der Hakenkreuzfahne
> aufmarschieren. Man stelle sich sowas mal bei Filmen vor, undenkbar.

Das Logo auf Adolfen seiner Muetze ist auf der deutschen DVD von
"Der Untergang" wegretuschiert, wenn ich mich recht erinnere..

Ach nee, ist ganz anders. Man vergleiche:

https://www.amazon.de/Untergang-Einzel-DVD-Bruno-Ganz/dp/B0007KNWZI

mit

https://www.amazon.com/Downfall-Bruno-Ganz/dp/B0009RCPUC/

Und oft wird auch landesgerecht geschnippelt. Hier
ein paar Titten weniger, dort etwas weniger Blut.
Klassisch: die deutschen Terroristen in "Die Hard":

In the German version the names and backgrounds of the German-born
terrorists were changed into English forms (mostly into their British
equivalents): Hans Gruber became Jack Gruber, Karl became Charlie,
Heinrich turned into Henry etc... the new background depicted them as
radical Irish activists having gone freelance and for profit rather
than ideals.

Noch klassischer: Als Casablanca am 29. August 1952 in die deutschen
Kinos kam, enthielt der Film kaum noch Hinweise auf den Zweiten Weltkrieg.
Alle Szenen mit Major Strasser und anderen Nazis waren herausgeschnitten
worden. Auch die Szene, als die Deutschen "Die Wacht am Rhein" anstimmen
und von französischen Patrioten mit "La Marseillaise" niedergesungen werden,
fehlte. Victor László wurde zu Victor Larsen, einem norwegischen
Atomphysiker, der die rätselhaften Delta-Strahlen entdeckt hat.
Capitaine Renault wurde in Monsieur Laporte umbenannt und war nun
ein Mitglied der Interpol.

Undenkbar? :D

Gruesse aus Dallas, Texas.

Ulf.K...@web.de

unread,
Mar 2, 2018, 11:59:34 AM3/2/18
to
Am Freitag, 2. März 2018 14:27:03 UTC+1 schrieb Detlef Meißner:
> Damit würde man
> ihnen eine gewisse geistige Schöpfungshöhe zugestehen. Sie haben nur das
> aufgegriffen, was bereits mehr oder weniger deutlich im Volke
> schlummerte.

Dann aber kann man alle Propagandasprüche, die von
Diktaturen genutzt wurden, unbesorgt weiterverbreiten.

Oder wie?

Gruß, ULF

Detlef Meißner

unread,
Mar 2, 2018, 12:03:02 PM3/2/18
to
Ich sehe, deine Gedanken sind nicht frei.

Detlef

Quinn C

unread,
Mar 2, 2018, 1:48:49 PM3/2/18
to
* Detlef Meißner:

> Am 02.03.2018 um 15:00 schrieb Jakob Achterndiek:
>
>> ....Auf den Glanz eines - horribile
>> dictu - Judeneis kann selbst ich mir keinen Reim mehr machen: Was soll
>> das bedeuten und wie kommt es zu dem Vergleich?
>
> Du bist ja auch kein Mann! Interessanterweise hat Gunhild gleich eine
> "kosmetische" Erklärung parat.

Hier sind fünf andere Erklärungen; man kann sich eine aussuchen:

<https://de.wiktionary.org/wiki/gl%C3%A4nzen_wie_ein_Judenei>

Wenn es sexuell sein soll, scheint es mir plausibler, daß man sich auf
den "Glanz" der /glans penis/ bezieht. Daß da bei den Juden was anders
ist, ist zumindest weithin bekannt.

--
binsaugnesseln, hummelsköl, mönchspfeffer, gugelköpf, minbrüdermüntz
FISCHART
GRIMM, Deutsches Wörterbuch

Detlef Meißner

unread,
Mar 2, 2018, 2:05:49 PM3/2/18
to
Am 02.03.2018 um 19:48 schrieb Quinn C:
> * Detlef Meißner:
>> Am 02.03.2018 um 15:00 schrieb Jakob Achterndiek:
>>
>>> ....Auf den Glanz eines - horribile
>>> dictu - Judeneis kann selbst ich mir keinen Reim mehr machen: Was soll
>>> das bedeuten und wie kommt es zu dem Vergleich?
>>
>> Du bist ja auch kein Mann! Interessanterweise hat Gunhild gleich eine
>> "kosmetische" Erklärung parat.
>
> Hier sind fünf andere Erklärungen; man kann sich eine aussuchen:
>
> <https://de.wiktionary.org/wiki/gl%C3%A4nzen_wie_ein_Judenei>
>
> Wenn es sexuell sein soll, scheint es mir plausibler, daß man sich auf
> den "Glanz" der /glans penis/ bezieht. Daß da bei den Juden was anders
> ist,

Was anderes?

> ist zumindest weithin bekannt.

Ja. Aber die Deutung, es könne sich im die rasierten Hoden handeln,
halte ich aus dreierlei Gründen für völlig abwegig:
1. Hoden wurden früher nicht als Eier bezeichnet
2. Männer rasierten/enthaarten nicht ihre Genitalien
3. Warum nur ein Ei?

Detlef

Suleiman al-Hayat Fliss

unread,
Mar 2, 2018, 2:22:06 PM3/2/18
to
<wo...@wp.pl> wrote:

> Guten Tag, in einem Podcast sagt jemand, dass sein Auto wie ein Judenei
> glänzt und gleich fügt er hinzu, dass diese Redewendung sein Vater zu
> benutzen pflegte und dass er eigentlich nicht weiß, ob es positiv oder
> negativ gemeint ist.

Natürlich postitiv. Die goldenen Taschenuhren der reichen Juden glänzten
eben so und man nannte sie salopp Ei.

Was in diesem Thread für andere geisteskranke sexuelle Perversionen als
Erklärung erdichtet werden, zeigt wohl nur, wie vollkommen Verkommen die
BRD-Gesellschaft mittlerweile ist.

Suleiman

Jakob Achterndiek

unread,
Mar 2, 2018, 2:41:45 PM3/2/18
to
Am 02.03.2018 um 19:48 schrieb Quinn C:
> * Detlef Meißner:
>> Am 02.03.2018 um 15:00 schrieb Jakob Achterndiek:
>>
>>> ....Auf den Glanz eines - horribile
>>> dictu - Judeneis kann selbst ich mir keinen Reim mehr machen: Was soll
>>> das bedeuten und wie kommt es zu dem Vergleich?
>>
>> Du bist ja auch kein Mann! Interessanterweise hat Gunhild gleich eine
>> "kosmetische" Erklärung parat.
>
> Hier sind fünf andere Erklärungen; man kann sich eine aussuchen:
> <https://de.wiktionary.org/wiki/gl%C3%A4nzen_wie_ein_Judenei>
>

Das ist ja nun ein herrliches Beispiel für die von Kant angeprangerten
Folgen selbstverschuldeter Unmündigkeit:
"Das kenne ich nicht, also Obacht: Es _könnte_ obszön sein. Und wenn
nicht öbszön, dann könnte das Ergebnis doch irgendwie unbequem
werden. Da verzichte ich schon lieber ganz aufs Denken. Und alle,
alle müssen mich dafür einen aufrechten, braven Bürger nennen, der
dem Bösen widersteht!"
--
j/\a

Frank Hucklenbroich

unread,
Mar 2, 2018, 4:19:11 PM3/2/18
to
Am Fri, 2 Mar 2018 13:45:38 +0100 schrieb Peter Veith:

> Am 02.03.2018 um 13:23 schrieb Frank Hucklenbroich:
>
>> Am Fri, 2 Mar 2018 03:55:17 -0800 (PST) schrieb wo...@wp.pl:
>>> ... wie ein Judenei glänzt ... positiv oder negativ gemeint ...
>
> Eindeutig: Negativ.
>
>>> Gibt es in der heutigen deutschen Sprache Redewendungen mit den
>>> Wörtern: Jude, judisch, die in Alltagsgesprächen zu hören sind?
>>
>> Ich kenne den Spruch "Keine jüdische Hast!", was soviel bedeutet wie
>> "Mach mal langsam, nicht so hektisch".
>
> In NRW habe ich die Redewendung "Du mußt »juden«" gehört, sollte "Du
> mußt [den Händler herunter-] »handeln«" bedeuten.

Ist mir noch nie untergekommen, obwohl ich mein Leben lang in NRW gelebt
habe.

Grüße,

Frank

René Marquardt

unread,
Mar 2, 2018, 4:26:02 PM3/2/18
to
War vielleicht ein Aussengelaender ;)
Es gibt im Englischen die Redensart "to jew somebody down"
in der von Peterle angebrachten Bedeutung.

Frank Hucklenbroich

unread,
Mar 2, 2018, 4:28:42 PM3/2/18
to
Am Fri, 2 Mar 2018 08:22:27 -0800 (PST) schrieb René Marquardt:

> On Friday, March 2, 2018 at 9:06:16 AM UTC-6, Frank Hucklenbroich wrote:

>> Das ist in vielen Spielen so. Das sind dann eben Zombies oder Androiden,
>> und schon ist es okay. Selbst die erfolgreiche Assassins Creed-Reihe
>> bedient sich einem ähnlichen Trick: Der Spieler reist (in einem Labor
>> sitzend und verkabelt) virtuell in vergangene Zeiten, um da z.B. im alten
>> Ägypten diverse Abenteuer zu erleben. Die dabei zwangsläufig getöteten
>> Menschen sind folglich natürlich nicht "echt", es ist ja nur eine
>> virtuelle Zeitreise.
>
> Ach, wusste ich nicht. Ich habe mal 3 Minuten lang AC:Black Flag angespielt,
> bei dem dieses Prinzip wohl erstmals aufgegeben wurde, und fand die
> Kontrollen unter aller Wurst und unbenutzbar.

Schade, ich finde die Reihe toll. Black Flag war von der Grafik und dem
Game Play her das schönste Spiel aus der Reihe, vor allem, wenn man ein
paar der Originalschauplätze in der Karibik kennt. Die Version mit der
Französischen Revolution war auch nicht schlecht, und irgendwie auch
ziemlich politisch, wenn die Revolutionäre im Verlauf der Zeit dann
anfangen die Bürger zu terrorisieren.

Im Moment habe ich "Origins" fast durchgespielt, das spielt im Ägypten der
Ptolomäerzeit, und es gibt Gastauftritte von Cäsar und Kleopatra (letztere
ausnehmend sexy in Szene gesetzt). Die Landschaftsszenen in den Wüsten und
am Nil sind der Hammer. Ich habe vor gut 20 Jahren eine Nilkreuzfahrt von
Luxor nach Assuan gemacht, da sah es stellenweise genauso aus wie in den
Dörfern in diesem Spiel.

>> Ist bei
>> Gamern beliebt, die Spiele mit dem 2.Weltkrieg als Thema haben. Da ist bei
>> den deutschen Versionen ein gewisses böses Symbol immer durch eine
>> Harmlos-Variante ersetzt, während bei dem gleichen Spiel z.B. bei Amazon-UK
>> die deutschen Truppen dann selbstverständich auch unter der Hakenkreuzfahne
>> aufmarschieren. Man stelle sich sowas mal bei Filmen vor, undenkbar.
>
> Das Logo auf Adolfen seiner Muetze ist auf der deutschen DVD von
> "Der Untergang" wegretuschiert, wenn ich mich recht erinnere..
>
> Ach nee, ist ganz anders. Man vergleiche:
>
> https://www.amazon.de/Untergang-Einzel-DVD-Bruno-Ganz/dp/B0007KNWZI
>
> mit
>
> https://www.amazon.com/Downfall-Bruno-Ganz/dp/B0009RCPUC/
>
> Und oft wird auch landesgerecht geschnippelt. Hier
> ein paar Titten weniger, dort etwas weniger Blut.
> Klassisch: die deutschen Terroristen in "Die Hard":
>
> In the German version the names and backgrounds of the German-born
> terrorists were changed into English forms (mostly into their British
> equivalents): Hans Gruber became Jack Gruber, Karl became Charlie,
> Heinrich turned into Henry etc... the new background depicted them as
> radical Irish activists having gone freelance and for profit rather
> than ideals.

Nett, das kannte ich noch nicht.

> Noch klassischer: Als Casablanca am 29. August 1952 in die deutschen
> Kinos kam, enthielt der Film kaum noch Hinweise auf den Zweiten Weltkrieg.
> Alle Szenen mit Major Strasser und anderen Nazis waren herausgeschnitten
> worden. Auch die Szene, als die Deutschen "Die Wacht am Rhein" anstimmen
> und von französischen Patrioten mit "La Marseillaise" niedergesungen werden,
> fehlte.

Und das ist doch eine der Schlüsselszenen von dem Film.

> Victor László wurde zu Victor Larsen, einem norwegischen
> Atomphysiker, der die rätselhaften Delta-Strahlen entdeckt hat.
> Capitaine Renault wurde in Monsieur Laporte umbenannt und war nun
> ein Mitglied der Interpol.

Tja, sonst hätte den Film wohl keine sehen wollen, zu der Zeit.

> Undenkbar? :D

Schon irgendwie kraß.

Grüße,

Frank

Manfred Russ

unread,
Mar 2, 2018, 4:40:03 PM3/2/18
to
Am 02.03.2018 um 12:55 schrieb wo...@wp.pl:
> Gibt es in der heutigen deutschen Sprache Redewendungen mit den Wörtern: Jude, judisch, die in Alltagsgesprächen zu hören sind?

Wohl kaum noch. Die sind nämlich allesamt pöse. Und zwar
kontextunabhängig! Wo kämen wir auch hin, wenn...

Einer der Standardsätze meiner Mutter lautete, ins Hochdeutsche
übersetzt, "so genau nimmt's kein Jude!"

Allerdings ist die Eigenart, den Buchstaben eines Textes über dessen
Sinn zu stellen, keine speziell jüdische.

Früher, da man als Minderjähriger noch Feuerwerksknaller kaufen durfte
(und konnte, so das wöchentlich verabreichte Taschengeld das zuließ),
haben wir uns immer mit "Judenfürzle" eingedeckt - und kein Mensch hat
sich auch nur irgendwas dabei gedacht.

Aber damals hatten wir ja auch noch Mohrenköpfe, Negerküsse und
Datschwecken. Und in Astrid Lindgrens "Pippi Langstrumpf" gab's den
Negerkönig.

Idioten.



Manfred
--
X-Face:
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Peter Veith

unread,
Mar 3, 2018, 3:18:15 AM3/3/18
to
Ok, es gab damals noch viele englische Besatzungstruppen in der Gegend
(hier: Gütersloh). Allerdings waren es schon Deutsche, die "Du mußt
juden" gebrauchten.

Veith
--
«De toute façon, la France sera dirigée par une femme: moi ou madame
Merkel» Marine Le Pen, 03.05.2017
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

H.-P. Schulz

unread,
Mar 3, 2018, 3:18:41 AM3/3/18
to
Manfred Russ <spam-or...@gmx.de> schrieb:

>Am 02.03.2018 um 12:55 schrieb wo...@wp.pl:
>> Gibt es in der heutigen deutschen Sprache Redewendungen mit den Wörtern: Jude, judisch, die in Alltagsgesprächen zu hören sind?
>
>Wohl kaum noch. Die sind nämlich allesamt pöse. Und zwar
>kontextunabhängig! Wo kämen wir auch hin, wenn...
>
>Einer der Standardsätze meiner Mutter lautete, ins Hochdeutsche
>übersetzt, "so genau nimmt's kein Jude!"
>
>Allerdings ist die Eigenart, den Buchstaben eines Textes über dessen
>Sinn zu stellen, keine speziell jüdische.
>
>Früher, da man als Minderjähriger noch Feuerwerksknaller kaufen durfte
>(und konnte, so das wöchentlich verabreichte Taschengeld das zuließ),
>haben wir uns immer mit "Judenfürzle" eingedeckt - und kein Mensch hat
>sich auch nur irgendwas dabei gedacht.
>
>Aber damals hatten wir ja auch noch Mohrenköpfe, Negerküsse und
>Datschwecken. Und in Astrid Lindgrens "Pippi Langstrumpf" gab's den
>Negerkönig.
>
>Idioten.

Ja, gab 's. Es ist der Weg alles (des meisten zumindest), was es gibt,
dass es irgendwann aufhört, es zu geben, und dann muss das Präteritum
übernehmen ...

Echt eine Sauerei, das.

Reinhold {Rey} Aman

unread,
Mar 3, 2018, 3:19:04 AM3/3/18
to
wo...@wp.pl wrote:
>
> Gibt es in der heutigen deutschen Sprache Redewendungen
> mit den Wörtern: Jude, judisch, die in Alltagsgesprächen
> zu hören sind?
>
Vor vielen Jahren habe ich gelesen, daß eine Zigarette,
die beim Anzünden nur auf _einer_ Seite glüht, ein "Jud" ist.
Keine Erklärung und nie gehört.

~~~ Reinhold {Rey} Aman ~~~

H.-P. Schulz

unread,
Mar 3, 2018, 3:24:14 AM3/3/18
to
>Am Fri, 2 Mar 2018 13:45:38 +0100 schrieb Peter Veith:

>> In NRW habe ich die Redewendung "Du mußt »juden«" gehört, sollte "Du
>> mußt [den Händler herunter-] »handeln«" bedeuten.

Nie gehört. Und ich bin alt genug und bin genug rumgekommen, dass ich
sagen kann, das gibt 's gar nicht. Zumindest nicht redensartlich.
Spontan ausdenken - und es dann als "Redensart" ausgeben - kann sich
mancher manches.

Da es aber für "Redensart" keine exakten Kriterien gibt, kann jeder
alles zur "Redensart" erklären oder es doch als solche fühlen. Ja, und
weiter?

"Redensart" ist im Grunde etwas genau so Dämliches bzw.
Bedeutungsloses wie "Mundart".

Bertel Lund Hansen

unread,
Mar 3, 2018, 5:03:14 AM3/3/18
to
wo...@wp.pl skrev:

> in einem Podcast sagt jemand, dass sein Auto wie ein Judenei
> glänzt und gleich fügt er hinzu, dass diese Redewendung sein
> Vater zu benutzen pflegte und dass er eigentlich nicht weiß,
> ob es positiv oder negativ gemeint ist.

Warum denn überhaupt diese Redewendung benutzen? Hat er was gegen
Juden und will sich hinter 'Unwissenheit' verborgen?

Auf Dänisch habe ich erlebt, dass einige Leute "at jøde" benutzen
mit der Bedeutung "zu stehlen". Man kann ziemlich sicher darauf
sein, dass, wenn es irgendeiner Ausdruck gibt, der mit Juden zu
tun hat, dann ist die Bedeutung negativ und auf Vorurteile
gegrundet.

--
/Bertel - aus Dänemark

Henning Sponbiel

unread,
Mar 3, 2018, 7:39:55 AM3/3/18
to
On Fri, 2 Mar 2018 05:13:12 -0800 (PST), Gunhild Simon wrote:

>Am Freitag, 2. März 2018 12:55:20 UTC+1 schrieb wo...@wp.pl:
>> Guten Tag,
>> in einem Podcast sagt jemand, dass sein Auto wie ein Judenei glänzt
>
>Ich brauchte - ich gestehe das zu meiner Entlastung -
>ziemlich lange, um zu begreifen, welch sexistische
>und judenfeindliche Einstellung sich dahinter verbirgt.

Ich glaube, da hast du falsch gedacht. Die in
https://de.wiktionary.org/wiki/gl%C3%A4nzen_wie_ein_Judenei vermuteten
Ursprünge scheinen mir deutlich wahrscheinlicher.


Henning

Henning Sponbiel

unread,
Mar 3, 2018, 7:39:55 AM3/3/18
to
+1


Henning

Frank Hucklenbroich

unread,
Mar 3, 2018, 9:11:23 AM3/3/18
to
Das mit den polierten Eiern auf dem Markt scheint mir auch deutlich
plausibler, als irgendeine sexistische Bedeutung.

Grüße,

Frank

Hartmut Ott

unread,
Mar 3, 2018, 10:20:00 AM3/3/18
to
Hej,

Am 02.03.2018 um 16:08 schrieb Detlef Meißner:


>> Aber "Juden stehen gelassen"? Das läuft wohl auf etwas anderes hinaus.
>> Bei Handwerkern ist es oft etwas Sexuelles.
>
> Ich habe was dazu gefunden:
> https://www.gutefrage.net/frage/juden-warum-heissen-unter-malern

Adblocker ausschalten und dann stand da noch irgendwas von
Registrierung, damit man es lesen kann - ich habe dann sofort auf das X
oben rechts vom Browser geklickt. Denn inzwischen kotzt mich diese viel
zu oft aufdringliche Werbung so an, das ich dir mir nicht antue.



mfg
Hartmut Ott
*Wir alle tragen den Heiligenschein des gewöhnlichen Wahnsinns*
--
Trage es lachend

Detlef Meißner

unread,
Mar 3, 2018, 10:28:49 AM3/3/18
to
Am 03.03.2018 um 14:00 schrieb Hartmut Ott:
> Am 02.03.2018 um 16:08 schrieb Detlef Meißner:
>
>>> Aber "Juden stehen gelassen"? Das läuft wohl auf etwas anderes hinaus.
>>> Bei Handwerkern ist es oft etwas Sexuelles.
>>
>> Ich habe was dazu gefunden:
>> https://www.gutefrage.net/frage/juden-warum-heissen-unter-malern
>
> Adblocker ausschalten und dann stand da noch irgendwas von
> Registrierung, damit man es lesen kann - ich habe dann sofort auf das X
> oben rechts vom Browser geklickt. Denn inzwischen kotzt mich diese viel
> zu oft aufdringliche Werbung so an, das ich dir mir nicht antue.

Ich hatte da keine Probleme.

Allerdings ist schon seit Jahren klar, dass kostenlose Websites rar
werden. Amateure, die so etwas aus reiner Menschenfreundlichkeit
betreiben, sind selten geworden.

Detlef

xylo...@gmail.com

unread,
Mar 3, 2018, 12:12:40 PM3/3/18
to
Am Freitag, 2. März 2018 14:13:15 UTC+1 schrieb Gunhild Simon:

>> in einem Podcast sagt jemand, dass sein Auto wie ein Judenei glänzt

> Heute ist es sogar auch bei Männern üblich,
> sich in den Intimzonen glatt zu rasieren.

Von wannen weht Dir, Weib, solch Wissenschaft?

FR

Manfred Hoß

unread,
Mar 3, 2018, 12:22:59 PM3/3/18
to
In dem 1933 erschienenen Wörterbuch "Das Deutsche Wort" von Richard Pekrun
heißt es:

"*jüdeln* (ich ..[e]le) intr.: wuchern und feilschen : wie eine Jude
sprechen : jüdische Art zeigen oder haben - *juden* intr.: (stärker als)
jüdeln"

Gruß
Manfred.

xylo...@gmail.com

unread,
Mar 3, 2018, 12:43:24 PM3/3/18
to
Am Samstag, 3. März 2018 18:22:59 UTC+1 schrieb Manfred Hoß:

>>>> In NRW habe ich die Redewendung "Du mußt »juden«" gehört, sollte "Du
>>>> mußt [den Händler herunter-] »handeln«" bedeuten.

>>> Ist mir noch nie untergekommen, obwohl ich mein Leben lang in NRW gelebt
>>> habe.

> In dem 1933 erschienenen Wörterbuch "Das Deutsche Wort" von Richard Pekrun
> heißt es:
>
> "*jüdeln* (ich ..[e]le) intr.: wuchern und feilschen : wie eine Jude
> sprechen : jüdische Art zeigen oder haben - *juden* intr.: (stärker als)
> jüdeln"

Von einem Londoner Intendanten meinte Kammersänger Leo Slezak:
Er jüdelt in fünf Sprachen.

FR

Sergio Gatti

unread,
Mar 3, 2018, 4:12:39 PM3/3/18
to
Hartmut Ott hat am 03.03.2018 um 14:00 geschrieben:
> Hej,
>
> Am 02.03.2018 um 16:08 schrieb Detlef Meißner:
>> Ich habe was dazu gefunden:
>> https://www.gutefrage.net/frage/juden-warum-heissen-unter-malern
>
> Adblocker ausschalten und dann stand da noch irgendwas von
> Registrierung, damit man es lesen kann - ich habe dann sofort auf das X
> oben rechts vom Browser geklickt. Denn inzwischen kotzt mich diese viel
> zu oft aufdringliche Werbung so an, das ich dir mir nicht antue.


Im Prinzip verstehe ich dich schon, aber ich kann die Frage
und alle Antworten lesen, obwohl Ghostery mir sagt, dass 15
von 16 Trackern blockiert wurden. Mache ich was falsch oder du?

DESD-Leser sind nicht unbedingt Fachleute für solche Fragen.
Wo ist die Wahrscheinlichkeit größer, nützliche Antworten zu
bekommen?

Manfred Russ

unread,
Mar 3, 2018, 7:04:44 PM3/3/18
to
Am 03.03.2018 um 09:18 schrieb H.-P. Schulz:
> Es ist der Weg alles (des meisten zumindest), was es gibt,
> dass es irgendwann aufhört, es zu geben,

Ausgenommen die Dummheit. Stichwort Negerkönig.

Carsten Thumulla

unread,
Mar 8, 2018, 6:06:15 AM3/8/18
to
Hartmut Ott schrieb:
>
> Adblocker ausschalten und dann stand da noch irgendwas von
> Registrierung, damit man es lesen kann - ich habe dann sofort auf das X
> oben rechts vom Browser geklickt. Denn inzwischen kotzt mich diese viel
> zu oft aufdringliche Werbung so an, das ich dir mir nicht antue.

Wer das Netz vermüllt will nicht gelesen werden


Carsten Thumulla

unread,
Mar 8, 2018, 6:07:25 AM3/8/18
to
.

Carsten Thumulla

unread,
Mar 8, 2018, 6:13:04 AM3/8/18
to
Frank Hucklenbroich schrieb:
>
> Das mit den polierten Eiern auf dem Markt scheint mir auch deutlich
> plausibler, als irgendeine sexistische Bedeutung.

Mit 'ner Schweineschwarte eingefettet hörte ich mal

Timotheus Knotenwachtel

unread,
Mar 8, 2018, 7:01:03 AM3/8/18
to
Carsten Thumulla <Car...@Thumulla.com> wrote:

> .

Er glänzt nur nicht so schön. ;)

Timo
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