Ist es nach Eurem Sprachempfinden richtig, wenn die Person "Bernd"
einträgt? Denn genau so schreibt die Person schließlich ihren Namen
üblicherweise aus, wenn sie kein Initial verwendet. Oder würdet Ihr
unter "ausgeschrieben" immer die standesamtliche Form verstehen?
--
Bernd Gramlich Quod scripsi, scripsi.
Soso. ;-)
> Nun soll diese
> Person ein (nichtamtliches) Formular ausfüllen, in welchem um den
> "ausgeschriebenen Vornamen" gebeten wird.
Das hieße für mich lediglich, daß man nicht "B." reinschreiben sollte.
Viele Grüße
Steffen
>Ist es nach Eurem Sprachempfinden richtig, wenn die Person "Bernd"
>einträgt?
MUSEN ja.
vG
Hallo Bernhard,
Wenn du - äh, sorry, die Person - "Bernd" schreibt, so ist es ja ausge-
schrieben. Nur "B." z.B. wäre abgekürzt, also nicht ausgeschrieben.
Auch wenn der eigentliche Name Bernhard ist, heißt es ja nicht, dass
Bernd nicht ausgeschrieben wäre. Zumal es sich nicht um ein amtliches
Dokument handelt.
Gruß Dirk.
--
O-Ton eines ca. 80-jährigen Rentners beim Zeitungskauf:
"In der Bildzeitung stehen ja die Sachen drin, die in den anderen
Zeitungen nicht drinstehen, deswegen lese ich die ja auch nur."
Bernd Gramlich schrieb:
> Nehmen wir einmal an, eine Person heiße mit standesamtlichem Vornamen
> Bernhard, habe sich aber zeitlebens Bernd genannt. Nun soll diese
> Person ein (nichtamtliches) Formular ausfüllen, in welchem um den
> "ausgeschriebenen Vornamen" gebeten wird.
Joschka Fischer heißt, so weit ich weiß, mit standesamtlichem
namen Joseph (auf www.bundesregierung.de wird er "Joseph
(Joschka) Fischer" genannt, auf www.aussenminister.de "Joschka
Fischer", und auf www.joschka.de ist eh klar ....) Wie unter-
schreibt er amtliche dokumente?
(Hier geht es nur um namen; diskussionen über die politik des
außenministers bitte nach de.soc.politik.*)
--
tobias benjamin köhler ____________________________ t...@uncia.de
_________ ______________ ______________ ______________ __>_____
========H|H============H|H============H|H============H|=H=====`)
------oo-^-oo--------oo-^-oo--------oo-^-oo--------oo-^o-o--o-o=
> Joschka Fischer heißt, so weit ich weiß, mit standesamtlichem
> namen Joseph
eigentlich ja Joseph Martin
Jens
> Nehmen wir einmal an, eine Person heiße mit standesamtlichem Vornamen
> Bernhard, habe sich aber zeitlebens Bernd genannt.
"Natürlich" handelt es sich nur um eine rein fiktive Gestalt. ;)
> Ist es nach Eurem Sprachempfinden richtig, wenn die Person "Bernd"
> einträgt? Denn genau so schreibt die Person schließlich ihren Namen
> üblicherweise aus, wenn sie kein Initial verwendet. Oder würdet Ihr
> unter "ausgeschrieben" immer die standesamtliche Form verstehen?
IMO kommt es sowohl auf die Fragestellung als auch auf den Kontext an.
Im vorliegenden Fall geht es erst einmal darum zu klären, was ein
"ausgeschriebener Name" ist und zusätzlich, wie dieser "ausgeschriebene
Name" normalerweise gefordert wird.
Die ausgeschriebenen Formen wären hier "Bernd" und "Bernhard", da allein
diese Formen dazu dienlich sind, eine Person zu benennen. Zwar gibt es
auch bekannte Beispiele, wo alleinstehende Buchstaben eine Bezeichnung
für eine Person darstellen (z.B. Musikbranche oder Film; vgl. "M" oder
"Q"), aber darum geht es hier nicht.
Jetzt stehen die beiden Namensformen "Bernd" und "Bernhard" im Raum und
nun müsste man schauen, in welchem Kontext diese Formen gefordert bzw.
empfohlen werden.
Da sich Deine Frage um einen konkreten Fall dreht, kann man natürlich
auch dessen Umgebung näher beleuchten.
Im Usenet gilt die "Realnamenempfehlung". Dieser Realname bezeichnet die
Namensform, welche der Träger im realen Leben trägt. Eine Unterscheidung
ist zwischen "Rufname" und "Taufname" wird bei dieser Fragestellung erst
einmal nicht vorgenommen.
Aber:
Gängige Hinweise auf den fehlenden Realnamen können wie folgt aussehen:
B. schrieb:
^^
"Schau mal in Deinen Personalausweis, dort steht Dein richtiger Name!"
B. schrieb:
^^
"Auf welche Namen manche Eltern ihre Kinder taufen lassen..."
Hier wird eindeutig die amtliche Form des Namens gefordert, obschon der
Hinweis durchaus humoristischen Charakter haben kann.
Wenn "Bernhard" der "Taufname" ist, dann dürfte hier auch "Bernhard"
gefordert werden, da "Bernd" weder der "Taufname" ist, noch so im
Personalausweis zu finden ist.
Gleichsam gibt es z.B. bei Abstimmungen im Usenet die Möglichkeit
Zweifel über den Realnamen per amtlicher Dokumente auszuräumen. In
diesen Dokumenten wird aber ebenso "Bernhard" stehen und nicht "Bernd".
AFAICS haben wir es hier mit einer klassischen Patt-Situation zu tun, da
beide Ansichten weder befriedigend belegt noch widerlegt werden können.
Es kommt auf die Auslegung der Aussagen an.
Ein Beispiel:
Seit gestern Abend geistert durch die Medien, dass es in der Formel 1
massive Regeländerungen geben würde.
Tatsächlich wurde jedoch nicht eine Regel geändert, sondern die
bestehenden Regeln werden lediglich strenger ausgelegt.
Wie in dem von Dir geschilderten Fall, ist es auch in anderen Bereichen
immer eine Frage der "Regelauslegung".
Vergleiche einmal die Aussagen in den beiden folgenden Links. Beide
Aussagen beziehen sich auf die gleichen Gesetze, unterscheiden sich
jedoch tw. sogar erheblich in der Auslegung eben dieser:
http://www.heise.de/ct/aktuell/data/hob-14.01.03-000/
http://www.golem.de/0301/23505.html
sf
Torsten
--
"Do you want to go on selling sugar water or do you want a chance to
change the world?" (Steve Jobs zu John Scully, ob dieser von Pepsi zu
Apple wechseln wolle, 1983)
Beant. Eklig wie Eanst, Diak und Biagit.
Diese schönen Namen werden durch norddeutsche
Aussprache völlig verhunzt.
> Viele Grüße
> Steffen
Du hast es gut.
Gruß,
--Thoasten
Das bringt mich auf die Idee, wie wohl FJS unterschrieben hat, der
sich den Josef ja wohl dazugemogelt hatte.
Gruß
G.(Nein, ich sag euch nicht, wie ich ausgeschrieben unterschreibe.)O.
> Das bringt mich auf die Idee, wie wohl FJS unterschrieben hat, der
> sich den Josef ja wohl dazugemogelt hatte.
Inwiefern?
Gruß Dirk.
--
Ich weiß nicht, was soll ich bedeuten?
> Bernd Gramlich climbed down the tree and said:
>
>> Nehmen wir einmal an, eine Person heiße mit standesamtlichem
>> Vornamen Bernhard, habe sich aber zeitlebens Bernd genannt.
>
> "Natürlich" handelt es sich nur um eine rein fiktive Gestalt. ;)
Der Name ist redaktionell geändert.
> Wenn "Bernhard" der "Taufname" ist, dann dürfte hier auch "Bernhard"
> gefordert werden, da "Bernd" weder der "Taufname" ist, noch so im
> Personalausweis zu finden ist.
Taufname und standesamtlicher Name stimmen auch nicht immer überein.
Manche Geistliche überraschen Täufling und Eltern mit einer
ausführlichen oder archaischen Form des gewünschten Namens.
Gut, natürlich. Das wäre dann wieder eine der eher seltenen Ausnahmen.
> Joschka Fischer heißt, so weit ich weiß, mit standesamtlichem
> namen Joseph (auf www.bundesregierung.de wird er "Joseph
> (Joschka) Fischer" genannt, auf www.aussenminister.de "Joschka
> Fischer", und auf www.joschka.de ist eh klar ....) Wie unter-
> schreibt er amtliche dokumente?
Vermutlich unleserlich. Der Bundesminister des Auswärtigen ist aber
Joseph Fischer, und in dieser Funktion unterschreibt er ja, wenn es
sich nicht gerade um seinen Mietvertrag handelt, Verträge - ggfls. als
Bevollmächtigter des Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland.
- Sebastian
--
Das Publikum, das ist ein Mann,
der alles weiß und gar nichts kann.
(Ludwig Robert)
Oder sie erklären den Eltern des Täuflings - wie in meinem Falle -
daß 'Tassilo' kein Name christlichen (lies: katholischen) Bekenntnis-
ses sei. D.h. es gibt keinen heiligen Tassilo, obwohl der Bayernher-
zog Tassilo III. sich durch Klostergründungen hervortat, allerdings
schlußendlich vom Frankenkönig Karl (d. Großem) geschoren, kastriert
und ins Kloster gesteckt wurde.
Somit bekam ich den 'christlichen' Namen des Großvaters als Taufnamen!
Den verrat ich aber lieber nicht ...
--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Wenn ich gewußt hätte, welche Folgen meine Lehre
| | | |_| | hat, hätte ich sie nicht verbreitet!"
| | | _ |
|_|a |_| |_|a (Späte Erkenntnis eines Religionsgründers)
>> Das bringt mich auf die Idee, wie wohl FJS unterschrieben hat, der
>> sich den Josef ja wohl dazugemogelt hatte.
FJS hieß eigentlich Franz Strauß und hat sich den Josef dazugemogelt,
weil Franz Josef Strauß besser klänge.
--
Viele Grüße, Gerald Fix
> Ist es nach Eurem Sprachempfinden richtig, wenn die Person "Bernd"
> einträgt? Denn genau so schreibt die Person schließlich ihren Namen
> üblicherweise aus, wenn sie kein Initial verwendet. Oder würdet Ihr
> unter "ausgeschrieben" immer die standesamtliche Form verstehen?
Schreib doch einfach Bern'd.
X;-)L
> FJS hieß eigentlich Franz Strauß und hat sich den Josef dazugemogelt,
> weil Franz Josef Strauß besser klänge.
Beleg?
- Sebastian
>Nehmen wir einmal an, eine Person heiße mit standesamtlichem Vornamen
>Bernhard, habe sich aber zeitlebens Bernd genannt. Nun soll diese
>Person ein (nichtamtliches) Formular ausfüllen, in welchem um den
>"ausgeschriebenen Vornamen" gebeten wird.
Ein an den Haaren herbeigezogenes Beispiel.;-)
>Ist es nach Eurem Sprachempfinden richtig, wenn die Person "Bernd"
>einträgt? Denn genau so schreibt die Person schließlich ihren Namen
>üblicherweise aus, wenn sie kein Initial verwendet. Oder würdet Ihr
>unter "ausgeschrieben" immer die standesamtliche Form verstehen?
'Bernd' ist MUSEN der ausgeschriebene Vorname im nichtamtlichen
Bereich. Ansonsten müßte es: 'voller Vor- und Zuname heißen.
Ebenso wie z.B. bei
Barbara-> Bärbel
Johannes-> Hannes
Thomas-> Tom
Gerhard-> Gerd
Tilmann-> Till
Puevfgvna-> Puevf
Ich kenne Leute, bei denen sogar das Bankkonto auf einen so
gebildeten Namen läuft.
HG
--
Gottes schönste Gabe
ist und bleibt der Schwabe.
Jetzt hast du mich erwischt. Ich habe soeben mit Erschrecken
festgestellt, dass ich mein Franz-Josef-Strauß-Schwarzbuch nicht mehr
finde (Umzugsverlust).
Google liefert zwar einige Fundstellen, jedoch keinen überzeugenden
Beleg.
Tassilo Halbritter wrote:
> Oder sie erklären den Eltern des Täuflings - wie in meinem Falle -
> daß 'Tassilo' kein Name christlichen (lies: katholischen) Bekenntnis-
> ses sei. D.h. es gibt keinen heiligen Tassilo, obwohl der Bayernher-
> zog Tassilo III. sich durch Klostergründungen hervortat, allerdings
> schlußendlich vom Frankenkönig Karl (d. Großem) geschoren, kastriert
> und ins Kloster gesteckt wurde.
> Somit bekam ich den 'christlichen' Namen des Großvaters als Taufnamen!
> Den verrat ich aber lieber nicht ...
Ach, ist man da in Österreich so streng. Ich wüßte nicht, dass mein Name
jetzt irgendwie besonders katholisch wäre ( in Gegenteil: hab mal
gehört, dass die Frau von Pontius Pilatus Claudia hieß) und wurde
trotzdem problemlos auf diesen getauft.
caba
Obiges ist schon länger her ...
Meine Tochter wurde auch problemlos auf Claudia getauft (auf dringen-
den Wunsch der Schwiegermutter, sie hat sich dann selber vom Reli-
gionsunterricht abgemeldet), wahrscheinlich gab es irgenwann eine
heilige Claudia.
>> Somit bekam ich den 'christlichen' Namen des Großvaters als Taufnamen!
>> Den verrat ich aber lieber nicht ...
>
>Ach, ist man da in Österreich so streng.
Nein, ist man nicht. Es ist lediglich bei manchen von uns die
zeremonie der Namensgebung und Taufe (was nicht dasselbe ist) schon
eine Weile her.
Reinhard
--
Die Geste des Pflanzens ist,
wie die Alten wussten,
wir aber vergaßen,
die Ouverture zur Geste des Wartens. (Vilém Flusser)
Reinhard Gonaus wrote:
>
> On Sat, 18 Jan 2003 11:46:37 +0100, Claudia Bartsch
> <cabah...@compuserve.de> wrote:
>
> >> Somit bekam ich den 'christlichen' Namen des Großvaters als Taufnamen!
> >> Den verrat ich aber lieber nicht ...
> >
> >Ach, ist man da in Österreich so streng.
>
> Nein, ist man nicht. Es ist lediglich bei manchen von uns die
> zeremonie der Namensgebung und Taufe (was nicht dasselbe ist) schon
Zeremonie der Namensgebung kenn ich nicht. Wann wird das gemacht?
Namensgebung findet mMn im Krankenhaus statt. Nach der Geburt kommt
jemand und fragt, wie soll denn das Kind heißen. Und das wird in den
Geburtsschein eingetragen und an irgendein Amt gemeldet. Alles ziemlich
nüchtern. Zeremonie würde ich das nicht nennen.
caba
>Meine Tochter wurde auch problemlos auf Claudia getauft (auf dringen-
>den Wunsch der Schwiegermutter, sie hat sich dann selber vom Reli-
>gionsunterricht abgemeldet), wahrscheinlich gab es irgenwann eine
>heilige Claudia.
Und einen in Frage kommenden Tassilo gibt's auch: Abt eines
Benediktinerklosters am Volturno (nördlich von Neapel), gestorben am
11. Dezember 739. Offenkundig gab's anno damals den Wimmer noch nicht.
;-)
>
>
>Reinhard Gonaus wrote:
>>
>> On Sat, 18 Jan 2003 11:46:37 +0100, Claudia Bartsch
>> <cabah...@compuserve.de> wrote:
>>
>> >> Somit bekam ich den 'christlichen' Namen des Großvaters als Taufnamen!
>> >> Den verrat ich aber lieber nicht ...
>> >
>> >Ach, ist man da in Österreich so streng.
>>
>> Nein, ist man nicht. Es ist lediglich bei manchen von uns die
>> zeremonie der Namensgebung und Taufe (was nicht dasselbe ist) schon
>
>Zeremonie der Namensgebung kenn ich nicht.
Hast schon Recht. Hab mich ungenau ausgedrückt. Viele halten halt die
Taufe für einen Namensgebungs-Akt.
"... wurde auf den Namen N getauft ..."
Danke, das ist echt neu für mich.
Ich feiere (wenn überhaupt) meinen Namenstag am 11. Dez. (IN MANCHEN
KALENDERN EINGETRAGEN!), doch sagte man mir, der Grund für dieses
Datum sei das Stiftungsfest in Kremsmünster (eines der von Tassilo
III. gestifteten Klöster).
> Ich wüßte nicht, dass mein Name jetzt irgendwie besonders katholisch
> wäre ( in Gegenteil: hab mal gehört, dass die Frau von Pontius
> Pilatus Claudia hieß) und wurde trotzdem problemlos auf diesen
> getauft.
Vielleicht beruhigen Dich:
http://www.heiligenlexikon.de/BiographienC/Claudia.htm
http://www.heiligenlexikon.de/BiographienC/Claudia_von_Genf.html .
Zu "Tassilo" habe ich a. a. O. allerdings nichts gefunden. Vielleicht
sollten wir dafür sorgen, daß unser Tassilo kanonisiert wird, um diese
Namenslücke zu schließen?
>> Und einen in Frage kommenden Tassilo gibt's auch: Abt eines
>> Benediktinerklosters am Volturno (nördlich von Neapel), gestorben am
>> 11. Dezember 739. Offenkundig gab's anno damals den Wimmer noch nicht.
>
>
>Danke, das ist echt neu für mich.
>Ich feiere (wenn überhaupt) meinen Namenstag am 11. Dez. (IN MANCHEN
>KALENDERN EINGETRAGEN!), doch sagte man mir, der Grund für dieses
>Datum sei das Stiftungsfest in Kremsmünster (eines der von Tassilo
>III. gestifteten Klöster).
Das wiederum war mir unbekannt. Kann aber leicht sein, dass Herzog
Tassilo oder einer seiner geistlichen Berater zwar nicht den Wimmer,
dafür aber den Tassilo von Volturno gekannt hat.
> Oder sie erklären den Eltern des Täuflings - wie in meinem Falle
> - daß 'Tassilo' kein Name christlichen (lies: katholischen)
> Bekenntnisses sei.
Dem Pfarrer hätt ich das da
<http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.data.image.t/t082959a.jpg>
um die Ohren geschmissen.
M.
Eine Kopie (sogenanntes Replikat*) kostete vor Jahren schon an die
30.000.- öS. Wär meinem Altvorderen wohl zu teuer gewesen ....
* vom Tassilokelch in Kremsmünster, einem romanischen Brautkelch.
--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Als echter Kathole lebt man ja in einer magischen,
| | | |_| | von Halbgöttern, Elementargeistern und bald engli-
| | | _ | schem, bald satanischem Volk durchwobenen Welt.Da ge-
|_|a |_| |_|a hört auch ER zu den Mitbewohnern." (H.U.Geisler/desd)
Schon bei Tucholsky steht, daß Ku-et eigentlich gar kein richtiger
Name ist.
Ich habe zufällig neulich versucht herauszufinden, ob die r-Vokalisierung
wirklich regional ist, aber bisher nichts dazu gefunden, außer einer
Anmerkung im Grammatik-Duden, diese Aussprache sei hauptsächlich bei
Kindern anzutreffen. Im Sprachatlas steht nichts. Weiß jemand mehr?
> Gruß,
> --Thoasten
Dito
Steffm, hierzubayern fast immer Stefan heißend
> > Beant. Eklig wie Eanst, Diak und Biagit.
> > Diese schönen Namen werden durch norddeutsche
> > Aussprache völlig verhunzt.
>
> Schon bei Tucholsky steht, daß Ku-et eigentlich gar kein richtiger
> Name ist.
>
> Ich habe zufällig neulich versucht herauszufinden, ob die r-Vokalisierung
> wirklich regional ist, aber bisher nichts dazu gefunden, außer einer
> Anmerkung im Grammatik-Duden, diese Aussprache sei hauptsächlich bei
> Kindern anzutreffen. Im Sprachatlas steht nichts. Weiß jemand mehr?
MUSEN gibt es dabei eine Art Ost-West-Gefälle, im Rhein-Ruhrischen
diese starke Dehnung des Substitut-Vokals, während es hier im Berliner
Raum gleich ganz wegfällt und den vorangegangenen Vokal dehnt: Bähnt,
Ähnst, Bühgit, Kuht oder besser gleich Kutte. Dirk klappt
komischerweise korrekt. Als Endlaut "er" mutiert es allerdings samt
"e" zum "a".
Gruß
G.O.
> MUSEN gibt es dabei eine Art Ost-West-Gefälle, im Rhein-Ruhrischen
> diese starke Dehnung des Substitut-Vokals, während es hier im Berliner
> Raum gleich ganz wegfällt und den vorangegangenen Vokal dehnt: Bähnt,
> Ähnst, Bühgit, Kuht oder besser gleich Kutte. Dirk klappt
> komischerweise korrekt. Als Endlaut "er" mutiert es allerdings samt
> "e" zum "a".
Aber die Vokalisierung des nachvokalischen /r/ zu etwas, das einem [a]
nicht unähnlich ist, gibts doch in ganz Deutschland und ist für mein
Sprachempfinden viel normaler als ein [R]. Oder?
Dass man damit Namen verunstalten kann, ist klar, aber ist "Kucht"
oder "Kurrt" wirklich schöner als "Kuat", solange dort das [a] ganz
kurz und unbetont ist?
Und jetzt zum Spocht!
Helmut Richter
>
> Aber die Vokalisierung des nachvokalischen /r/ zu etwas, das einem [a]
> nicht unähnlich ist, gibts doch in ganz Deutschland und ist für mein
> Sprachempfinden viel normaler als ein [R]. Oder?
Oder!
Das Zäpfen- oder gar Gaumensegel-R ist doch typisch für das Rheinische.
>
> Dass man damit Namen verunstalten kann, ist klar, aber ist "Kucht"
> oder "Kurrt" wirklich schöner als "Kuat", solange dort das [a] ganz
> kurz und unbetont ist?
>
> Und jetzt zum Spocht!
... und Josef Neckermann von der Deutschen Spochthilfe. So hat er das
ausgesprochen. Er ist in Würzburg geboren. Wäre deshalb nicht ein
Zungenspitzen-R zu erwarten gewesen?
Ralf
> Ich habe zufällig neulich versucht herauszufinden, ob die r-Vokalisierung
> wirklich regional ist, aber bisher nichts dazu gefunden, außer einer
> Anmerkung im Grammatik-Duden, diese Aussprache sei hauptsächlich bei
> Kindern anzutreffen. Im Sprachatlas steht nichts. Weiß jemand mehr?
Das Duden Aussprachewörterbuch (3. Auflage, 1990) betrachtet das
vokalische r als standardsprachlich und verwendet es durchweg im
Wörterverzeichnis.
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de
> MUSEN gibt es dabei eine Art Ost-West-Gefälle, im Rhein-Ruhrischen
> diese starke Dehnung des Substitut-Vokals, während es hier im Berliner
> Raum gleich ganz wegfällt und den vorangegangenen Vokal dehnt: Bähnt,
> Ähnst, Bühgit, Kuht oder besser gleich Kutte. Dirk klappt
> komischerweise korrekt.
Berliner und Ostdeutsche allgemein (naja Kölner und andere auch...) pflegen
mich Dörk oder Dürk zu nennen. Das finde ich überhaupts nicht korrekt ;-)
Gruß Diiiiirk.
--
Zur Person:
Otto Wiesheu: Unfall am 29.10.1983 mit 1,75 Promille: Ein Toter,
ein Schwerverletzter. Damals war Wiesheu CSU-Generalsekretaer.
Heute ist er bayerischer Verkehrsminister.
Im Sprachatlas steht doch was, ganz hinten und recht versteckt: das Wort
"Keller" werde, wenn mich meine Geographie nicht trügt, nur im badischen
Raum mit einem r-Laut ausgesprochen, sonst eben überall "Kella".
> Das Duden Aussprachewörterbuch (3. Auflage, 1990) betrachtet das
> vokalische r als standardsprachlich und verwendet es durchweg im
> Wörterverzeichnis.
Ja, das steht auch noch da. Trotzdem ging mia das "Alle Jahre wieda"
auf der "Weihnachtskinda"-CD meina Tochta irgendwann doch mal auf den
Neav. Jedenfalls nach dem viaundviazigsten Mal.
Viele Grüße
Steffen
> > Beant. Eklig wie Eanst, Diak und Biagit.
Tucholsky Ku-et
[ku:@t]?
> Anmerkung im Grammatik-Duden, diese Aussprache sei hauptsächlich bei
> Kindern anzutreffen.
In meinem Grammatik-Duden steht nichts dergleichen, dafür
ist er schon älter. Seine ziemlich Siebssch <sp?> aussehende
Aussprachelehre unterscheidet nach meiner Interpretation
diese Fälle:
[V:A] < [V:r]
Ersatz von [r] durch den unsilbischen tieferen mittleren
Vokal [A], nach langen Vokal am Wortende oder vor Konsonant,
wird zur "gemäßigten Hochlautung" gerechnet.
Als "Umgangslautungen" gelten:
[VA] < [Vr] dasselbe nach kurzem Vokal
[VA] < [V:A] < [V:r] Langdiphthong wird zu Kurzdiphthong
[A] < [er]
Ich meinte eigentlich nicht die Standardaussprachen des
Hochdeutschen, sondern eine regionale in einem Gebiet so
zwischen Ostwestfalen und der Küste, wo MUSEN [V:A:]
oder [V'a:], also ein langer oder gar silbischer Vokal
anstelle [r] gesprochen wird. Stimmt meine Wahrnehmung?
> Steffm
Wenigstens ein silbischer Nasal. Was sollen Dieta, Holga
und Peta dazu sagen?
Gruß,
--Thorsten
Durch Kauf des Buches 'Lexikon der Namen und Heiligen' von Otto Wim-
mer (Hinweis von Reinhard Gonaus in dieser Gruppe) konnte ich heraus-
finden, daß Tassilo III. seliggesprochen ist (Sterbetag und Namens-
fest 11.12.) und daher als katholischer Taufnahme durchaus möglich
ist. Das wußte mein Taufpfarrer im Waldviertel kurz nachm Krieg noch
nicht ...
Wie bist Du auf Tassilo als Namen für Deinen Sohn gekommen?
--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Zur geistigen Gesundheit des grenzdebilen Kandidaten
| | | |_| | der Gegenpartei werden Sie mir an dieser Stelle kei-
| | | _ | nen Kommentar entlocken!"
|_|a |_| |_|a (Sebastian Koppehel in d.e.s.d.)
>> Bei unserem Jüngstem hatte der katholische Pfarrer keinerlei Bedenken
>> ihn Tassilo zu taufen.
>>
>
> Durch Kauf des Buches 'Lexikon der Namen und Heiligen' von Otto Wim-
> mer (Hinweis von Reinhard Gonaus in dieser Gruppe) konnte ich heraus-
> finden, daß Tassilo III. seliggesprochen ist (Sterbetag und Namens-
> fest 11.12.) und daher als katholischer Taufnahme durchaus möglich
> ist. Das wußte mein Taufpfarrer im Waldviertel kurz nachm Krieg noch
> nicht ...
>
>
> Wie bist Du auf Tassilo als Namen für Deinen Sohn gekommen?
Der einzige Tassilo, den ich kenne, spielt in dem köstlichen Film
"Vaya con Dios" [1] [2], es ist dort ein gemütlicher Mönch.
Empfehlung für alle Tassilos!
[1] http://www.vayacondios-derfilm.de/
[2] Lateiner vor: Was heißt das eigentlich genau?
Matthias
--
__________________________________________________________
NewsGroups individuell filtern mit http://www.NewsSIEVE.de
zu 2: Ist zwar spanisch, heißt 'geh mit Gott' (entspricht unserem ade
aus a dieu).
Gerne ergänzt: aber geh!
Tassilo als Detektiv kommt in den Romanen eines zeitgenössischen süd-
deutschen Autors vor, der zufällig den gleichen Familiennamen wie ein
bereits verstorbener deutscher Autor trägt, wobei ersterer erst kürz-
lich durch alle Medien gegangen ist, weil er sich mit seinem letzten
Roman an einem bekannten Literaturkritiker rächte. Die Detektivge-
schichten spielen in der Bodensee-Gegend und wurden mit Bruno Gans
verfilmt.
>Das wußte mein Taufpfarrer im Waldviertel kurz nachm Krieg noch
>nicht ...
Kannst Du diese offenkundige Fehlleistung nicht reklamieren? Oder Dich
alternativ nochmal taufen lassen? :-)
Gruß Uwe
--
http://www.mc-kw-meerane.de
http://www.mc-kw-meerane.de/privat/index.html
Auch Mörder wollen leben. Günter Jauch auf Phoenix
Rüdiger Silberer wrote:
>
> Claudia Bartsch schrieb:
> >Zeremonie der Namensgebung kenn ich nicht. Wann wird das gemacht?
> >Namensgebung findet mMn im Krankenhaus statt. Nach der Geburt kommt
> >jemand und fragt, wie soll denn das Kind heißen. Und das wird in den
> >Geburtsschein eingetragen und an irgendein Amt gemeldet. Alles ziemlich
> >nüchtern. Zeremonie würde ich das nicht nennen.
>
> Bei unseren Hausgeburten haben wir uns zusammen mit der Hebamme an den
> Tisch zu einer kräftigen Brotzeit zusammengesetzt und dann mit Tinte
^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Das Neugeborene auch? ;-)
caba
> Bruno Gans
...oder gar nicht? ;-)
gruß
aljen
--
p h o t o s u r r e a l i s t s i t e:
http://www.aljen.de - tradigital art & photo
"I am not really a professional anything" [Laurie Anderson]
> Tassilo als Detektiv kommt in den Romanen eines zeitgenössischen süd-
> deutschen Autors vor,
Martin Walser
> der zufällig den gleichen Familiennamen wie ein bereits verstorbener
> deutscher Autor trägt,
Und wer soll das sein? Ich kenne nur noch Robert Otto Walser, der aber
kein deutscher sondern schweizer Schriftsteller war, und Johanna Walser,
die aber weder verstorben noch zufällig den Nachnamen ihres Vaters
Martin trägt.
> Die Detektivgeschichten spielen in der Bodensee-Gegend und wurden
> mit Bruno Gans verfilmt.
Nein, mit Bruno Ganz. Und Charles Brauer als widerlichen Fabrikanten
Blickle.
Flups
>> [1] http://www.vayacondios-derfilm.de/
>> [2] Lateiner vor: Was heißt das eigentlich genau?
>>
>
> zu 2: Ist zwar spanisch, heißt 'geh mit Gott'
Wörtlich: "Gehen Sie mit Gott."
"diós" wird in .de meist als "di-oss" ausgesprochen (vermutlich
im Gedanken an "buenos días"), näher dran wäre "djoss".
--
bli