Am 19 Jan 2018 13:07:52 GMT schrieb Andreas Karrer:
> "Hammer-" ist in letzter Zeit zu einem allgemeinen Verstärkungs-Vowort
> geworden, ähnlich wie "Mega-".
Nicht erst in letzter Zeit.
"Hammer m
1. schwere Granate; Luftmine. Sie schlägt wie ein schwerer Hammer ein. Sold
1939 ff; auch ziv.
2. Schreckensnachricht. 1960 ff.
3. Penis. Hammer und Amboß als Metapher der Zusammengehörigkeit. 1900 ff.
4. das Unüberbietbare, Eindrucksvollste; sehr hervorragende Sache;
Erfolgsstück o. ä.; kräftig spürbare Wirkung. Der Hammer als Schlagwerkzeug
steht in Analogie zu »Schlager« und zu » Knüller«. 1950 ff, jug.
5. schwere Bestrafung. BSD 1965 ff.
5 a. starke Behauptung; Spitze der Kritik; Unzumutbarkeit. 1960 ff.
5 b. schwere Schulaufgabe. Schül 1960 ff.
5 c. schlechte Note; schwerer Mißerfolg. Schül und sportl 1960 ff.
5 d. kräftiger Boxschlag. 1960 ff.
5 e. tüchtiger Boxer. 1960 ff.
6. kräftiger, unhaltbarer Fußballstoß; kräftiger Fuß des Fußballspielers.
Sportl 1950 ff.
7. kräftige Ohrfeige. Österr 1950 ff.
8. Auto. Meint (nach » Hammer 4«) wohl das besonders eindrucksvolle Auto.
Halbw 1955 ff.
9. dummer Mensch. Er hat mit dem Hammer einen Schlag auf den Kopf bekommen.
Vgl behämmert. Österr 1940 ff.
10. pl = Geldstücke, -scheine. Entweder wegen des Prägehammers oder weil
man sie auf den Tisch »hämmert«. Halbw 1955 ff.
10 a. absoluter Hammer = Unübertreffliches; die größte Sensation. 1960 ff.
10 b. dicker Hammer = aa) Ungeheuerlichkeit. 1960 ff. – bb) fester Freund
eines Mädchens. Vgl Hammer 24. Halbw 1960 ff.
10 c. ganz dicker Hammer = sehr vorteilhaftes Kaufangebot (und dessen
Wahrnehmung). 1970 ff.
10 d. dickster Hammer = Erstaunlichstes. 1960 ff.
10 e. echter Hammer = großartige Sache. 1960 ff.
11. großer Hammer = a) Einsatz massierter Waffen. BSD 1965 ff. – b) massive
Drohung. 1970 ff. – c) Sensation o. ä. 1970 ff.
11 a. irrer Hammer = schwerwiegende Maßnahme; einschneidendes Ereignis.
1975 ff.
12. knallharter Hammer = sehr erfolgreicher Schlager. Vgl = Hammer 4. 1960
ff.
13. letzter Hammer = ausgezeichnete Sache (auch iron). Halbw 1955 ff.
13 a. mittlerer Hammer = ziemlich eindrucksvolle Sache. 1965 ff.
13 b. totaler Hammer = völlige Verständnislosigkeit. 1970 ff.
14. das fällt mir auf den Hammer!: Ausdruck mißfälligen Staunens. In
Anlehnung an »das fällt mir auf den Wecker« ist das mißliebige Anschlagen
des Klöppels (Hammers) gemeint; doch ist »Hammer« auch der Kopf. Vgl
(anatomisch) Hammer und Amboß im Ohr. Schül 1955 ff.
15. jm den letzten Hammer geben = jm den Garaus machen. Hammer =
Hammerschlag. 1960 ff.
16. jm auf den Hammer gehen = jn nervös machen. Hammer 14. 1955 ff.
16 a. zu einem Hammer greifen = eine sehr schwerwiegende Äußerung machen.
1975 ff.
17. einen Hammer haben = nicht ganz bei Verstand sein. Hammer 9. 1950 ff,
halbw.
18. einen mittleren Hammer haben = leicht verrückt sein. Vgl das
Vorhergehende. 1950 ff.
19. einen Hammer im Fuß haben = heftige, unhaltbare Fußballstöße treten.
Sportl 1950 ff.
20. da hängt der Hammer (wobei man mit dem Zeigefinger auf die Schläfe
deutet) = ich weiß Bescheid. 1963 ff.
20 a. wissen, wo der Hammer hängt = gründlich Bescheid wissen. 1965 ff.
21. jm zeigen, wo der Hammer hängt = jn zurechtweisen; einem Ratlosen
helfen. 1963 ff.
22. den großen Hammer hervorholen. = tatkräftig aufbegehren. Man greift zum
Vorschlaghammer. 1965 ff.
23. einen Hammer kriegen = in eine schlimme Lage geraten; einen Rückschlag
erleiden. 1955 ff, halbw.
24. in den Hammer laufen = sich verlieben. Meint entweder den leichten
Schlag mit dem Hammer auf den Kopf (Verliebte sind ja von Sinnen) oder
spielt derb auf »Hammer = Penis« an. 1965 ff, halbw.
25. nimm den Hammer aus dem Mund!: Aufforderung an einen Stotterer.
Anspielung auf die Pausen zwischen den Hammerschlägen. BSD 1965 ff.
25 a. den großen Hammer schwingen = mit seinem Können prahlen; kraftvoll
drohen. 1960 ff.
26. das ist der Hammer!: Ausdruck der Unerträglichkeit. Halbw 1960 ff.
27. das ist der letzte große Hammer!: Ausdruck der Anerkennung. Halbw 1955
ff.
28. das ist der volle Hammer = das ist der ideale Zustand. Halbw 1971 ff.
29. den Hammer wegwerfen = Feierabend machen. 1940 ff."
(Quelle: Digitale Bibliothek, Band 36, "Wörterbuch der deutschen
Umgangssprache". - S. 11610ff.)
Gruß
Manfred.