"Das musst Du händisch eintragen" u.ä. sind Formulierungen, die ich
in letzter Zeit vermehrt lese. Soll das eine demonstrativ deutsche
Form sein, um Fremdwörter wie 'manuell' zu vermeiden?
Und warum dann mit "...sch" am Ende? Wenn es von "eigenhändig" käme,
würde ich es ja noch verstehen.
Gruß Dirk.
Ist Bürokratensprache, genau wie das "buchhalterisch" mit der Betonung
auf "ter" und da mit langem e. "Händisch" ist unter Verwaltungsmenschen
aller Art seit langem insbesondere für Beabeitungsvorgänge in Gebrauch,
die man gerne der EDV überlassen würde, die aber manuell erledigt werden
müssen, weil der Programmierer vor 20 Jahren ein Prüffeld vorzusehen
versäumt hat.
--
M.f.G.
Hans U. Geisler
Sartoriusstr. 31
20257 Hamburg
http://www.anwalt-geisler.de
--
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|__ __|| | | | "Wer allerdings in Kauf nimmt, täglich im Verkehr
| | | |_| | stecken zu bleiben, wird sich kaum dazu veranlaßt
| | | _ | sehen, sein Verkehrsverhalten kritisch zu über-
|_|a |_| |_|a denken."
Sie wurde zuerst getätigt und später dann verwendet am 12. Februar 1968
im Fachbereich Maschinenbau der RWTH Aachen. Oder war's am 4. November
1971 im Fachbereich Informatik der TH Braunschweig? Oder am 26. Oktober
1964 im Fachbereich Kraftfahrzeugbau der TU Stuttgart? Oder so ...
Aber die haben vorher auch immer von "manüll" gesprochen ...
> Und warum dann mit "...sch" am Ende? Wenn es von "eigenhändig" käme,
> würde ich es ja noch verstehen.
Meine Theorie dazu ist, daß "händig" bereits mit "asymmetrisch, chiral
(sic!)" belegt ist.
"Händisch" ist dagegen eine Abk. f. "mit der Hand", die immerhin eine
Relativkonstruktion einspart und sich außerdem, mit etwas Bauchweh
zwar, adjektivieren läßt: "das händische Protokoll".
Servus!
M
_________
P.S. Was genau heißt eigentlich "sic!"? Für mich Wiener klingt es in
diesen Einfügungen wie "sixt!", was auch sehr passend ist.
> "Das musst Du händisch eintragen" u.ä. sind Formulierungen, die ich
> in letzter Zeit vermehrt lese. Soll das eine demonstrativ deutsche
> Form sein, um Fremdwörter wie 'manuell' zu vermeiden?
> Und warum dann mit "...sch" am Ende? Wenn es von "eigenhändig" käme,
> würde ich es ja noch verstehen.
Ich kann mich an das Wort auch nicht gewöhnen, obgleich gegen die
Wortbildung an sich nichts einzuwenden ist.
vgl. Stand - ständisch (z.B. ständische Gesellschaft)
Ich benutze statt dieses mir nicht behagenden Ausdrucks den gewiss
gebräuchlicheren Ausdruck 'von Hand'.
Nichtsdestotrotz ein paar neue Wortbildungsvorschläge:
Fliegst Du nach Budapest? - Nein, ich reise ländisch.
Steht Erwin noch stabil? - Nein, er lehnt wändisch.
Hast Du die Musik auf CD? - Nein, nur bändisch.
Hast Du die Aufgabe mit Fleiß gelöst? - Nein, verständisch.
Bauen die das mitten in die Stadt? - Nein, stadträndisch.
Kam er nackt auf die Party? - Nein, gewändisch.
usw.
Gruß
Holger
>"Händisch" ist besonders in Österreich gängig. Ich habe das
>Wort erst hier zu Newsgroup kennengelernt.
Duden: händisch: manuell
österr. Wörterbuch: händisch: mit der Hand, nicht maschinell.
ist hier tatsächlich ausschließlich gebräuchlich, genau in der
letzteren Bedeutung. Manuell sagt kaum jemand.
Gruß,
daPeda
>"Das musst Du händisch eintragen" u.ä. sind Formulierungen, die ich
>in letzter Zeit vermehrt lese. Soll das eine demonstrativ deutsche
>Form sein, um Fremdwörter wie 'manuell' zu vermeiden?
>Und warum dann mit "...sch" am Ende? Wenn es von "eigenhändig" käme,
>würde ich es ja noch verstehen.
"Eigenhändig": _Du_ musst etwas mit der Hand tun, nicht etwa ein
anderer, z.B. die eigenhändige Unterschrift leisten.
"Händisch": Du musst etwas _mit der Hand_ tun, nicht etwa mit einer
Maschine, z.B. etwas händisch sortieren.
Dieses Wort taucht deshalb immer häufiger auf, weil wir immer mehr
Tätigkeiten von Maschinen erledigen lassen. Dass man Zähne putzen,
Kartoffeln reiben usw. auch maschinell kann, ist etwa zu Goethes
Zeiten halt noch undenkbar gewesen.
Ich finde das Wort passend und praktisch und gut.
Grüße
Jörg.
--
Jörg Digmayer; joerg.d...@gmx.de
"Nein, du wirst nicht singen!"
>> "Das musst Du händisch eintragen" u.ä. sind Formulierungen, die ich
>> in letzter Zeit vermehrt lese. Soll das eine demonstrativ deutsche
>> Form sein, um Fremdwörter wie 'manuell' zu vermeiden?
> Glaub ich nicht, obwohl ähnliche Bedeutung. Ich empfinde es als Antonym zu
> "automatisch" oder "maschinell".
ACK
> Da muß noch der Mensch mit der eigenen
> Hand ran. In dieser Bedeutung hat das Wort eine Daseinsberechtigung. Wäre
> auch eine Erklärung, warum es neu geprägt wurde, denn man empfindet
> "händische" Konfiguration von Maschinen/Computern erst seit kurzem als
> außergewöhnlich.
Mir erscheint das Wort als Austriazismus, ich würde je nach dem
Gemeinten auch "von Hand" oder "selbst" verwenden.
>> Wenn es von "eigenhändig" käme,
>> würde ich es ja noch verstehen.
> Tut es aber nicht. Das bedeutet auch etwas anderes.
Mir erscheint "eigenhändig" teilweise als Synonym zu "manuell"
insofern man es als Antonym zu "automatisch" ansieht - die andere
Bedeutung ist natürlich "nicht durch eine Vertretung".
Gruß aus Bremen
Ralf
--
Substantive werden groß geschrieben! Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt heraus Immission interessiert korreliert korrigiert meistens
nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
Schön!
>Fliegst Du nach Budapest? - Nein, ich reise ländisch.
>Steht Erwin noch stabil? - Nein, er lehnt wändisch.
>Hast Du die Musik auf CD? - Nein, nur bändisch.
>Hast Du die Aufgabe mit Fleiß gelöst? - Nein, verständisch.
^^^^^^^^^^^^
Aber das versteh ich nicht. Erklär mal!
>Bauen die das mitten in die Stadt? - Nein, stadträndisch.
>Kam er nackt auf die Party? - Nein, gewändisch.
--
mfg
Heinz Lohmann
Taipei, Taiwan
25°05'N 121°32'E
> >Hast Du die Aufgabe mit Fleiß gelöst? - Nein, verständisch.
> ^^^^^^^^^^^^
> Aber das versteh ich nicht. Erklär mal!
Hier ist die Analogie zu händisch doch am offensichtlichsten:
Adjektiv/Adverb-Bildung aus Substantiv mit der Endung -isch und Umlaut bei
instrumentaler Bedeutung.
Also:
Wurden die Daten automatisch eingefügt? - Nein händisch.
(i.e.: von Hand, unter Zuhilfenahme der Hand, sozusagen)
In meinem (NB: nicht ernst gemeinten) Wortbildungsvorschlag oben wäre die
Paraphrase also: Nein, nicht mit Fleiß sondern mit dem Verstand (unter
Zuhilfenahme des Verstandes, sozusagen).
Na, bist Du nun verständisch - äh verständig...?
Gruß
Holger
Gut, dass Du das kommunizierst. Falls Du mal bei mir aufschlägst,
könnten wir eine längliche Diskussion über Modewörter führen.
Schönes Wochenende, Felix
--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de
> P.S. Was genau heißt eigentlich "sic!"?
"sic" (lat.) [genau] so.
vG
PS: "J" ist ein sehr sparsamer Nachname. Eigentlich habt ihr in
Österreich doch einen gewissen Hang zu schöner klingenden Namen...
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
[Stichwort "Autorennamen"] - "Ich habe tatsächlich sekundenlang überlegt, ob es
sich vielleicht um ein Stoßgebet von Michael Schumacher handelt."
(Th. Gerlach in desd)
Das Pseudo "wrlbrmft" erinnert mich an eine Figur eines polnischen SF-
Autors. Habe ich recht mit meiner Vermutung, daß diese Figur als Vorbild
dient?
--
_____ _ _ mailto: halbritter_at_acornusers.org
|__ __|| | | | "Wer Moral und Ethik für gegeben hält, weil sie in
| | | |_| | einem 2000 Jahre alten Buch stehen, das angeblich
| | | _ | von Gott stammt, hört teilweise auf, bestimmte
|_|a |_| |_|a Dinge zu hinterfragen." (Johannes Schwarz in dswc)
Ich glaube, es ist analog zu "automatisch" gebildet, zu dem es ja gerade
antonym ist.
Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD auf den üblichen Servern
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
> Michael J (wrlb...@yahoo.de) wrote:
>
>> P.S. Was genau heißt eigentlich "sic!"?
>
> "sic" (lat.) [genau] so.
Vielleicht noch (erweitert): "So steht es wörtlich da".
MfG,
Christian
>> "sic" (lat.) [genau] so.
> Vielleicht noch (erweitert): "So steht es wörtlich da".
Ich halte das letzte für mißverständlich. "Sic" soll ausdrücken, daß
die vorgefundene Schreibweise der ausdrücklichen Absicht des
Schreibers entspricht - Deine Interpretation läßt sich eher auf die
Verwendung des "sic!" im Zusammenhang mit Zitaten anwenden.
Na, das hatte ich vermutet, aber beides schließt sich ja nicht aus,
wie bei den anderen Beispielen (entweder automatisch oder händisch).
Besser wäre dann IMHO:
Hast du dein Geld händisch erworben?
- Nein, verständisch.
> wie bei den anderen Beispielen (entweder automatisch oder händisch).
> Besser wäre dann IMHO:
> Hast du dein Geld händisch erworben?
> - Nein, verständisch.
naja, wenn man es so genau nimmt, stimmt es schon, dass 'mit Fleiß' und 'mit
dem Verstand' einander nicht ausschließen. Redensartlich tun sie es aber
doch des öfteren, etwa wenn Karrieren anderer beneidet werden, ("Der is dumm
aba fleißich.")
Soviel habe ich mir bei meinen Vorschlägen aber gar nicht gedacht.
Jedenfalls nett, dass wenigstens jemand darauf reagiert hat.
Herzlichst
Holger
Nein, es ist ein von Karl Valentin geschaffenes Wort. Ich glaube zwar,
daß es falsch buchstabiert ist (zumindest nach dem r sollte noch ein z
stehen), dafür garantierte es mir nach vielen Versuchen endlich einen
Usernamen, der beim Provider noch nicht belegt war.
On 23 Jul 2001, Michael J wrote:
> Nein, es ist ein von Karl Valentin geschaffenes Wort. Ich glaube zwar,
> daß es falsch buchstabiert ist (zumindest nach dem r sollte noch ein z
> stehen)
Wrdlbrmpft, der Name einer seiner Figuren. Nicht zu verwechseln mit dem
Zithervirtuosen Rempremerdeng.
Gruss, Martin
Martin Rost <m...@thp.uni-koeln.de> wrote:
>Wrdlbrmpft, der Name einer seiner Figuren.
He, danke! Das ist genau die Information, nach der ich schon lange gesucht habe.
In meiner Umgebung haben alle auf "Wrzlbrmft" bestanden, weswegen auch Google
nichts erstöbern konnte.
Servus!
M
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| | | |_| | "Eigentlich bin ich ganz anders,
| | | _ |
|_|a |_| |_|a ich komm nur so selten dazu." (ÖvH)