Felix
Die F
Hallo Felix,
die Firma Pfizer spricht sich in Deutschland auch deutsch aus ['pfItsV].
Viele Journalisten wissen das nicht und sagen ['pfaIz@].
Davon abgesehen, um in der gleichen Branche zu bleiben, wie sprichst Du
z. B. den Namen der Firma Sandoz aus?
Tschuess, Juergen
>
> die Firma Pfizer spricht sich in Deutschland auch deutsch aus ['pfItsV].
> Viele Journalisten wissen das nicht und sagen ['pfaIz@].
>
Wenns von Pfitzner, Pfützner kommt (der an der Pfütze wohnt) könnte man
auch Lachner oder Lachmann sagen.
> Davon abgesehen, um in der gleichen Branche zu bleiben, wie sprichst Du
> z. B. den Namen der Firma Sandoz aus?
>
Glücklicherweise heißen die jetzt Novartis, damit ist das Problem gelöst.
Aber wie sagst Du zu Suchard oder Maggi?
--
_____ _ _
|__ __|| | | | Tassilo Halbritter http://members.aon.at/artos
| | | |_| | Vienna/AUSTRIA mailto:tassilo.halbritter_at_aon.at
| | | _ | Antispam: Ersetze das _at_ in meiner Adresse durch @
|_|a |_| |_|a -----------------------------------------------------
Konrad Dalit schrieb in Nachricht
<1d9lcph.wk...@ppp-c2.freiepresse.de>...
>Felix Holderied <fe...@ira.uka.de> wrote:
>
>> Warum kann man den deutsche Namen nicht deutsch
>> aussprechen? Bloss weil die Amerikaner es nicht
>> koennen muessen wir es doch nicht nachmachen!
>
>Du meinst /feiser/? ;)
>
>Komischerweise spricht man Pfizers Produkt ("die Potenzpille") Viagra
>aber deutsch aus. Nämlich /fiagra/ statt /wajägra/.
>
Hmm, ich sag da aber /wiagra/ zu !?
Wolli
-------------------------------------------------------------
"Wenn mein input kein error hat, hi hi hi"
Sam Hawkins '98
-------------------------------------------------------------
>Aber das Pfizer-Problem ist doch dasselbe wie die Personennamen
>Kissinger /kissenschor/ und Schlesinger /slesindschor/, die man trotz
>deutscher Abstammung hierzulande nicht deutsch spricht.
Sehr schön auch der amerikanische Kugelstoßer (60-er Jahre) Al
Feuerbach alias fjurbäck.
G.
> > Davon abgesehen, um in der gleichen Branche zu bleiben, wie sprichst Du
> > z. B. den Namen der Firma Sandoz aus?
> >
> Glücklicherweise heißen die jetzt Novartis, damit ist das Problem gelöst.
> Aber wie sagst Du zu Suchard oder Maggi?
Hallo Tassilo,
ich sage franzoesisch [sySa:R] und eingedeutscht ['magi:] , aber richtig
waere wohl italienisch ['maddZi]. Spricht man Maggi in Oesterreich italienisch
aus?
Zu Sandoz: mir erzaehlte einmal ein Vertreter der Firma, in der Schweiz sage
man [sa~do], korrekt sei aber eigentlich [san'doT], da die Familie
urspruenglich aus Spanien stamme. Aber aktuell ist das ja seit der Fusion
nicht mehr.
Tschuess, Juergen
> Aber wie sagst Du zu Suchard oder Maggi?
maggi selber sagt 'maggi' obwohl wohl ein italo-schweizer seinen namen dafür
hergab und es deshalb 'madg(/sch)i' heissen müsse (g bzw sch hier wie 2. g in
garage)und suchard: sü'cha:(r) weil aus dem französischen?
francis
> Zu Sandoz: mir erzaehlte einmal ein Vertreter der Firma, in der Schweiz sage
> man [sa~do], korrekt sei aber eigentlich [san'doT], da die Familie
> urspruenglich aus Spanien stamme. Aber aktuell ist das ja seit der Fusion
> nicht mehr.
>
>
d'accord
> Zu Sandoz: mir erzaehlte einmal ein Vertreter der Firma, in der Schweiz sage
> man [sa~do], korrekt sei aber eigentlich [san'doT], da die Familie
> urspruenglich aus Spanien stamme. Aber aktuell ist das ja seit der Fusion
> nicht mehr.
ich sage immer [sändouZ]. Weil, Pharma wo Dreck in'n Fluß kippt is Ami.
So. :-)
Gruss, Heinz
--
http://home.t-online.de/home/082136893-1/ambfsatz.htm
Augsburger Männerchor "Bismarck-Frohsinn", die Satzung.
> Aber das Pfizer-Problem ist doch dasselbe wie die Personennamen
> Kissinger /kissenschor/ und Schlesinger /slesindschor/, die man trotz
> deutscher Abstammung hierzulande nicht deutsch spricht.
Jo mei: Affig bleibt affig... ("man"?)
>> Davon abgesehen, um in der gleichen Branche zu bleiben, wie sprichst Du
>> z. B. den Namen der Firma Sandoz aus?
>>
>Glücklicherweise heissen die jetzt Novartis, damit ist das Problem gelöst.
>Aber wie sagst Du zu Suchard oder Maggi?
Sandoz und Suchard werden in der Deutschschweiz, so gut es
der Sprecher halt vermag, französisch ausgesprochen. Maggi
ausschliesslich Matschi. Es handelt sich um den Familiennamen des
Unternehmers Julius Maggi, der zwar (schweizer)deutsch sprach, aber
dessen Familie aus Norditalien eingewandert war.
Markennamen wie Colgate, Sunlight etc. werden hier typischerweise
englisch ausgesprochen; und McDonalds schreibt "Big Mac" ohne Pünktchen
über dem "a".
Warum man Nestle nicht schwäbisch, Näschtle, ausspricht, ist mir
unklar. Immerhin deutet ja das Firmensignet auf die Herkunft des
Namens hin.
- Andi
>Markennamen wie Colgate, Sunlight etc. werden hier typischerweise
>englisch ausgesprochen; und McDonalds schreibt "Big Mac" ohne Pünktchen
>über dem "a".
Dafür hält sich die Schweiz im Inlandsverkehr an deutsch-
sprachige Ortsnamen: Sitten heißt Sitten und Neuenburg bleibt
Neuenburg. In Deutschland werden diese Städte meistens als Sion
und Neuchatel geführt - zumindest in der Fußballbericht-
erstattung. Genf bleibt allerdings auch hier Genf.
G.
> Warum kann man den deutsche Namen nicht deutsch
> aussprechen? Bloss weil die Amerikaner es nicht
> koennen muessen wir es doch nicht nachmachen!
Eigentlich stört mich die Aussprache des Viagra-Herstellers Pfizer
nicht. Es zählt allein: "Gelobt sei, was hart macht!"
Hmmm – wieso soll Madame Basinger plötzlich Beisinger heißen?
Michael
Pardon, jetzt hab' ichs kapiert, das "-j-" hat's geklärt.
Michael
Diese Firma ist mir sowieso ein Rätsel. Sie schreibt sich auch in
Deutschland Nestlé, also mit Accent d'aigu, aber in Radio- und
Fernsehwerbung sprechen sie das letzte E selbst kurz aus, den Akzent
ignorierend. Nach meinen Französischkenntnissen ist das aber nicht
richtig.
--
Best Regards, Dr. Peter Kittel // http://www.pios.de of PIOS
Private Site in Frankfurt, Germany \X/ office: peterk @ pios.de
>Diese Firma ist mir sowieso ein Rätsel. Sie schreibt sich auch in
>Deutschland Nestlé, also mit Accent d'aigu, aber in Radio- und
>Fernsehwerbung sprechen sie das letzte E selbst kurz aus, den Akzent
>ignorierend. Nach meinen Französischkenntnissen ist das aber nicht
>richtig.
Du hast ganz recht, und in Dänemark hat man dasselbe Wundern -
eben ohne Französisch zu kennen, denn wir benutzen Accent d'aigu
Nachdruck zu markieren.
--
Gruß, Bertel
(Meine E-mailadresse darf nicht geändert werden)
Dr. Peter Kittel schrieb in Nachricht ...
>In article <slrn6mojuh...@kuru.ee.ethz.ch> kar...@iis.ee.ethz.ch
(Andreas Karrer) writes:
>>In article <ant25162...@RiscPC.233.Laa1>, Tassilo Halbritter
wrote:
>>
>>>Glücklicherweise heissen die jetzt Novartis, damit ist das Problem
gelöst.
>>>Aber wie sagst Du zu Suchard oder Maggi?
>>
>>Warum man Nestle nicht schwäbisch, Näschtle, ausspricht, ist mir
>>unklar. Immerhin deutet ja das Firmensignet auf die Herkunft des
>>Namens hin.
>
>Diese Firma ist mir sowieso ein Rätsel. Sie schreibt sich auch in
>Deutschland Nestlé, also mit Accent d'aigu, aber in Radio- und
>Fernsehwerbung sprechen sie das letzte E selbst kurz aus, den Akzent
>ignorierend. Nach meinen Französischkenntnissen ist das aber nicht
>richtig.
>
Ähnlich kurios finde ich dieses neue Waschmittel "Ace", die milde
Bleiche ;)
In Deutschland wird das ja "Aatsche" ausgesprochen, in Frankreich sagt
man "As".
Die Aussprache in Frankreich kann ich ja verstehen, die ist wenigstens
einigermaßen französische. Aber dieses "Aatsche" bringt mich jedesmal
fast um den Verstand (naja, die Werbung tut das ihrige dazu ;-)
Wolli
> Ähnlich kurios finde ich dieses neue Waschmittel "Ace", die milde Bleiche ;)
> In Deutschland wird das ja "Aatsche" ausgesprochen, in Frankreich sagt man "As".
> Die Aussprache in Frankreich kann ich ja verstehen, die ist wenigstens
> einigermaßen französische. Aber dieses "Aatsche" bringt mich jedesmal
> fast um den Verstand (naja, die Werbung tut das ihrige dazu ;-)
Wieso? Der Name passt doch hervorragend. Er klingt genau so,
wie die Werbung und vermutlich auch das Produkt sind: ätzend.
Aber das ist wohl ein typisches Problem, wenn man im
Nachhinein versucht, den Markt für bereits eingeführte
Produkte auf andere Länder (und Sprachen) zu erweitern.
Weswegen ja, wie hier schon öfter erwähnt, große Konzerne
erst fieberhaft alle möglichen Wörterbücher auf mögliche
ungewollte Assoziationen/Bedeutungen überprüfen, bevor
sie einen neuen Markennamen in die Freiheit entlassen.
Christian
> Die Aussprache in Frankreich kann ich ja verstehen, die ist wenigstens
> einigermaßen französische. Aber dieses "Aatsche" bringt mich jedesmal
> fast um den Verstand (naja, die Werbung tut das ihrige dazu ;-)
Zur Senkung des Blutdrucks: Richte die fünf Finger Deiner linken Hand
gen Himmel, bewege die Hand in Höhe Deiner Brustwarzen ca. sechs
Zentimeter auf und ab und spreche das "A" lang und breit mit ganz
leichtem "Ä"-Einschlag...
Kurz: Nimm's italienisch. :-))
[schnipp]
> Ähnlich kurios finde ich dieses neue Waschmittel "Ace", die milde
> Bleiche ;)
> In Deutschland wird das ja "Aatsche" ausgesprochen, in Frankreich sagt
> man "As".
> Die Aussprache in Frankreich kann ich ja verstehen, die ist wenigstens
> einigermaßen französische. Aber dieses "Aatsche" bringt mich jedesmal
> fast um den Verstand (naja, die Werbung tut das ihrige dazu ;-)
Das ist wirklich unglaublich, wenn das englische Wort "ace" so
idiotisch ausgesprochen wird, als ob es italienisch wäre! "Ace" (sprich
"eyss") bedeutet das As im Kartenspiel (also die höchste und beste
Karte) und umgangssprachlich im Englischen "erstklassig, außergewöhnlich
gut, eine hervorragende Person, die Spitze", also teilweise dasselbe wie
im Deutschen. Die Wörter "As" und "ace" haben nur positive
Konnotationen.
Die richtige Aussprache ("eyss") hat keine abwertende oder sonstwie
negative Bedeutung im Deutschen. Wenn es falsch ausgesprochen wird
("ayss", wie engl. 'ice'), bedeutet das Wort allerdings "Eitergeschwür,
Abszess, Furunkel" im Bairischen. Ich glaube kaum, daß dies der Grund
ist, warum die Werbeheinis die italienische Aussprache "Aatsche" gewählt
haben.
--
Reinhold Aman
Santa Rosa, CA 95402, USA
>mit Aigu wird's etwa wie das "E" in "hell" ausgesprochen,
Das erste "e" in "eben" ist besser.
>Im Falle von "Nestle'" ist noch zu beachten, dass das Endungs-"E"
>ohne Aigu verschluckt wuerde ("Nestl"), anaolg zu beispielsweise
>"e'cole", wo uebrigens auch ein kurzes "E-aigu" drinsteckt.
Nein. Es ist eigentlich "ęcole" (accent circonflexe), daß auch
ein scharfes "e" gibt. Dasselbe Accent findest Du in "ętranger".
Ganz oft ist das "ę" in germanischen Sprachen durch "s" ersetzt
worden.
Ganz kann ich das Rätsel auch nicht lösen, aber immerhin einen Hinweis dazu
geben. Der Firmengründer liess sich um die Mitte des letzten Jahrhunderts in
Vevey (franz. Schweiz) einbürgern und nannte sich "Henri Nestlé". Geboren
wurde er 1814 in Frankfurt a. M., ob als Heinrich Nestle oder Henri Nestlé
entzieht sich meiner Kenntnis. Ich nehme aber an, dass mindestens seine
Vorfahren den Namen Nestle trugen.
Hans Schlegel
>
> In article <slrn6mojuh...@kuru.ee.ethz.ch> kar...@iis.ee.ethz.ch (Andreas Karrer) writes:
> >In article <ant25162...@RiscPC.233.Laa1>, Tassilo Halbritter wrote:
> >
> >>Glücklicherweise heissen die jetzt Novartis, damit ist das Problem gelöst.
> >>Aber wie sagst Du zu Suchard oder Maggi?
> >
> >Warum man Nestle nicht schwäbisch, Näschtle, ausspricht, ist mir
> >unklar. Immerhin deutet ja das Firmensignet auf die Herkunft des
> >Namens hin.
>
> Diese Firma ist mir sowieso ein Rätsel. Sie schreibt sich auch in
> Deutschland Nestlé, also mit Accent d'aigu, aber in Radio- und
> Fernsehwerbung sprechen sie das letzte E selbst kurz aus, den Akzent
> ignorierend. Nach meinen Französischkenntnissen ist das aber nicht
> richtig.
>
> --
> Best Regards, Dr. Peter Kittel // http://www.pios.de of PIOS
> Private Site in Frankfurt, Germany \X/ office: peterk @ pios.de
>
>
-----== Posted via Deja News, The Leader in Internet Discussion ==-----
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>Nein. Es ist eigentlich "êcole" (accent circonflexe), daß auch
>ein scharfes "e" gibt. Dasselbe Accent findest Du in "êtranger".
>Ganz oft ist das "ê" in germanischen Sprachen durch "s" ersetzt
>worden.
Verschiedentlich ist das lateinische "s" im Französischen durch "ê"
dargestellt, z.B. in "fenestra" -> "fenêtre" "esse" (sein) -> "être"
So herum, bitte.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Gerdes
Bertel Lund Hansen schrieb
>>Nein. Es ist eigentlich "êcole" (accent circonflexe), da[s]
auch ein scharfes "e" gibt. Dasselbe Accent findest Du in
"êtranger".<<
Sorry Bertel, es heißt "école" und "étranger", keine Spur von
conconflèxe.
>>Ganz oft ist das "ê" in germanischen Sprachen durch "s" ersetzt
worden.<<
Also die Story kenn' ich umgekehrt: Wo ein e+s war, dort steht
nunmehr ê: fenestre --> fenêtre; estre --> être; coste
(Küste) --> côte.
Michael
Christian Wetzel schrieb in Nachricht
<3573B2...@linguistik.uni-erlangen.de>...
>Wolfram Meyer von Gagern:
>
>> Ähnlich kurios finde ich dieses neue Waschmittel "Ace", die milde
Bleiche ;)
>> In Deutschland wird das ja "Aatsche" ausgesprochen, in Frankreich
sagt man "As".
>> Die Aussprache in Frankreich kann ich ja verstehen, die ist
wenigstens
>> einigermaßen französische. Aber dieses "Aatsche" bringt mich jedesmal
>> fast um den Verstand (naja, die Werbung tut das ihrige dazu ;-)
>
>Wieso? Der Name passt doch hervorragend. Er klingt genau so,
>wie die Werbung und vermutlich auch das Produkt sind: ätzend.
Aber nein, es ist doch die _milde Bleiche_ ... LOL
Wolli
Heinz Brueckner schrieb in Nachricht
<6l0egi$83p$1...@news00.btx.dtag.de>...
>am Tue, 2 Jun 1998 08:26:48 +0200 schrieb "Wolfram Meyer von Gagern"
><gag...@gmx.de>:
>
>> Die Aussprache in Frankreich kann ich ja verstehen, die ist
wenigstens
>> einigermaßen französische. Aber dieses "Aatsche" bringt mich jedesmal
>> fast um den Verstand (naja, die Werbung tut das ihrige dazu ;-)
>
>Zur Senkung des Blutdrucks: Richte die fünf Finger Deiner linken Hand
>gen Himmel, bewege die Hand in Höhe Deiner Brustwarzen ca. sechs
>Zentimeter auf und ab und spreche das "A" lang und breit mit ganz
>leichtem "Ä"-Einschlag...
>Kurz: Nimm's italienisch. :-))
>
Habe ausseprobierte. Dasse isse gute! ;-))
Gruß,
Wolli
Finde ich nicht. Ich verstehe unter Akzent eine von der Normaussprache
abweichende, die sowohl durch einen Dialekt als auch durch fremde
Muttersprache verursacht sein kann; unter Dialekt die Gesamtheit der
Besonderheiten (Aussprache, Grammatik, Wortbedeutungen) einer regionalen
Auspraegung einer Sprache.
Da Bertel offenbar eine fremde Muttersprache hat, wuerde ich Akzent
bevorzugen und nichts Negatives darin sehen. Dialekt empfinde ich als
schlichtweg falsch (unter der Voraussetzung, dasz man Daenisch als von
deutsch verschiedene Sprache ansieht).
Michael Kauffmann
>Bertel Lund Hansen schrieb
>Sorry Bertel, es heißt "école" und "étranger", keine Spur von
>conconflèxe.
Ich war so sicher, daß ich es nicht nachgeschlagen habe. Das war
ein Fehler. Du hast ganz recht (und Martin natürlich auch).
>Also die Story kenn' ich umgekehrt: Wo ein e+s war, dort steht
>nunmehr ê: fenestre --> fenêtre; estre --> être; coste
>(Küste) --> côte.
Na ja. Ich probiere wieder ein anderes Mal ...
> Meines Wissens hat der Accent aigu nichts mit kurzer oder langer
> Aussprache zu tun; vielmehr bestimmt er die Betonung und die Laut-
Die Betonung im Französischen ist einheitlich und wird daher nicht mit
Akzenten markiert. Diakritische Zeichen im Französischen geben entweder
Lautwerte an, sind etymologisch zu erklären, oder dienen allein
orthographischen Unterscheidungen.
> farbe des "E": mit Aigu wird's etwa wie das "E" in "hell" ausge-
> sprochen,
Mein Auspracheduden sagt "hell" /hEl/. Das ist ein "offenes E" und
entspricht damit der üblichen Aussprache von 'è' im Französischen.
Es kann allerdings ein, daß wir hier an die Grenzen phonemischer
Umschrift stoßen und französisch /E/ offener realisiert wird als deutsch
/E/. Außerdem würde es mich nicht wundern, wenn "hell" quer durch
Deutschland verschieden ausgesprochen wird.
> ohne je nachdem eher wie ein unbetontes "oe" ("tenir")
Einfach ein Schwa [@]. Allerdings ist das französische Schwa sehr viel
stärker gerundet als ein deutsches, warum das manchmal für deutsche
Ohren wie 'ö' klingt.
> oder unbetontes "E" ("adjectif").
Also zumindest offiziell ist das ein offenes E /E/.
Also:
Wir haben im Französischen, alleinstehend
'e' [@] Schwa, gerundet
'é' [e] offenes E
'è' [E] geschlossenes E
'ê' ist ebenfalls [E]; ob es für 'ë' eine allgemeine Regel gibt, weiß
ich nicht; und 'e' wird im Wort oft auch als [E] gesprochen.
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.rhein-neckar.de
See another pointless homepage at <URL:http://home.pages.de/~naddy/>.
>> Ähnlich kurios finde ich dieses neue Waschmittel "Ace", die milde
>> Bleiche ;)
> Das ist wirklich unglaublich, wenn das englische Wort "ace" so
>idiotisch ausgesprochen wird, als ob es italienisch wäre! [...]
> Die richtige Aussprache ("eyss") hat keine abwertende oder sonstwie
>negative Bedeutung im Deutschen. [...]
Voellig Deiner Meinung! Und: mit italienischem Zungenschlag erinnert es
doch allzusehr an 'herb' (/acerbo/) oder 'Essig' (/aceto/) - und wenn's
sich nicht gerade um einen Essigreiniger handelt (dort oben stand
'Waschmittel'), ist beides ja nicht unbedingt positiv besetzt.
<abwegig>
Vielleicht hat's einfach nur mit der Synchronisation der Werbespots zu
tun? ("'eyss' spricht in Deutschland doch kaum jemand richtig aus - was
passt noch auf die Lippenbewegungen? - 'Ahtsche!'")
</abwegig>
Ciao, Dietmar H. G. Meier
--
E-Mail: mailto:Dietmar...@ruhr-uni-bochum.de
WWW: http://surf.to/dhgm
> >Im Falle von "Nestle'" ist noch zu beachten, dass das Endungs-"E"
> >ohne Aigu verschluckt wuerde ("Nestl"), anaolg zu beispielsweise
> >"e'cole", wo uebrigens auch ein kurzes "E-aigu" drinsteckt.
>
> Nein. Es ist eigentlich "êcole" (accent circonflexe), daß auch
> ein scharfes "e" gibt. Dasselbe Accent findest Du in "êtranger".
Uiui, jetzt wird's aber wild. Selbstverständlich heißt es "école" und
"étranger".
> Ganz oft ist das "ê" in germanischen Sprachen durch "s" ersetzt
> worden.
Nein.
Im Französischen ist früheres -es- i.a. zu -ê- /E/ zusammengezogen
worden, z.B. lat. "fenestra" > frz. "fenêtre" (dt. Fenster). Das gibt es
auch bei anderen Vokalen, vgl. "pâte" (irgendwie mit ital. "pasta"
verwandt) oder lat. "costa" > frz. "côte" (und dt. Küste).
(Eigentlich dachte ich, daß das Zeichen '^'selbst auf ein hochgestelltes
's' zurückgeht, aber Peter T. Daniels hat das gerade in sci.lang
abgeschossen, und der ist als Herausgeber von _The World's Writing
Systems_ mutmaßlich sachkompetent.)
Andererseits kann man auch nicht jeden Zirkumflex im Französischen auf
ein ausgelassenes 's' zurückführen, oft genug ist er nur orthographisch,
z.B. wenn er sporadisch bei der Konjugation im Passé Simple auftaucht.
Umgekehrt gibt es Fälle, wo irgendwann ein 's' entfallen ist, aber kein
Zirkumflex daraus geworden ist. Tatsächlich sind die beiden von Bertel
genannten Wörter "école" (< lat. "schola" > dt. Schule) und "étrange"
(vgl. engl. "strange") Beispiele dafür.
Altfranzösisch scheint "sp-" und "st-" im Anlaut zu "esp-" und "est-"
erweitert zu haben, wie sich das heute noch im Spanischen findet, und
dann später zu "ép-" und "ét-" vereinfacht. Ist einem dieses Muster erst
einmal aufgefallen, findet man öfters solche Entsprechungen zwischen
Englisch und Französisch, z.B. sponge/éponge und stallion/étalon.
Leider hat Französisch noch sehr viele lateinische Wörter aufgesogen,
nachdem diese Entwicklungen bereits abgeschlossen waren, so daß man nie
recht weiß, in welcher Form sich eine lateinische Wurzel wiederfindet.
Es ist für romanische Sprachen typisch, daß sich lateinische Wurzel oft
doppelt wiederfinden, einmal in einer nach allerlei Lautverschiebungen
kaum noch erkenntlichen volkstümlichen Form, und einmal in einer seit
der Renaissance entlehnten gelehrten Form. Besonders bizarr wird das,
wenn sich beide Formen bei der Wortbildung vermischen, z.B. eine
volkstümliche für das Substantiv und eine gelehrte für das Adjektiv oder
umgekehrt, u.ä.
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.rhein-neckar.de
-*- LinuxTag '98 -*- 27./28. Juni -*- Uni Kaiserslautern -*-
Bertel Lund Hansen schrieb in Nachricht
<3579cd3e...@news.image.dk>...
>Ganz oft ist das "ê" in germanischen Sprachen durch "s" ersetzt
>worden.
Eher wohl andersherum. Auf Lateinisch (daher habens die Franzosen) ist
es noch "s".
Könnte zur Verhinderung einer Konsonantenhäufung sein.
Christina
> Ähnlich kurios finde ich dieses neue Waschmittel "Ace", die milde
> Bleiche ;)
> In Deutschland wird das ja "Aatsche" ausgesprochen, in Frankreich sagt
> man "As".
Es soll wohl Italienisch sein.
--
Markus Gail - PGP - <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail/>
--------------------- Freiheit ist eine Zumutung. Aber sie ist zumutbar.
Stroll the Internet. Publish a book.
Without asking your kids for help. Get a Mac.
Hm, ich find's ziemlich absurd, ein Bleichmittel nach einem
Grauschwarzschleier (Asche) zu benennen ;-)
Bitte keine Ace auf mein Haupt
Martin
Wenn so ein End-E kurz ausgesprochen wird, wird es praktisch
unvermeidlich unbetont und dunkel. Mit dem Akzent müßte es aber
lang *und* hell ausgesprochen werden, wie Nestleh.
>Im Falle von "Nestle'" ist noch zu beachten, dass das Endungs-"E"
>ohne Aigu verschluckt wuerde ("Nestl"), anaolg zu beispielsweise
>"e'cole", wo uebrigens auch ein kurzes "E-aigu" drinsteckt.
Also richtig kurz ist es auch nicht, auf jeden Fall "hell".
Gruss,
Jochen
> Michael Pronay wrote:
> > snip < <
> >
> > Pardon, jetzt hab' ichs kapiert, das "-j-" hat's geklärt.
> >
> Alle Achtung fuer Kim. Ich breche mir fast die Zunge dabei ab,
> wenn ich versuche "bejsi" auszusprechen.
Versuch's mal mit "Beļsinger" (Trema auf dem i !) wie im englischen Wort "bay".
MfG
--
Richard
Crowthorne Berkshire UK
... "bay" wird doch nicht mit separatem "i" gesprochen? Eher wird hier
doch e und i zu einem Diphtong "zusammengeschliffen".
Gruss,
Jochen
> Richard Loebner wrote:
> >
> > snip < <
> >
> > Versuch's mal mit "Beïsinger" (Trema auf dem i !) wie im englischen Wort "bay".
> ... "bay" wird doch nicht mit separatem "i" gesprochen? Eher wird hier
> doch e und i zu einem Diphtong "zusammengeschliffen".
Ja freilich, Jochen, verschmelzen die zwei Vakale, aber wie sonst
könnte ich die englische Aussprache phonetisch darstellen? Klar, das
"e" ist viel länger als das "i" und der Langenscheidt zeigt es als
[ei] wie z.B. im Wort "Cambridge".