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Hering - Häring (Zeltnagel) (was: Leitfaden für Gasmangellage)

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Dorothee Hermann

unread,
Nov 12, 2022, 2:44:28 PM11/12/22
to
Am 12.11.22 um 19:57 schrieb Michael 'Mithi' Cordes:

[... Hering ... Häring ...]


> Nicht mehr, oder noch nie? Ich habe in 54 Jahren noch kein "Häring"
> gesehen und mein Duden von 1991 kennt nur "Hering", mit ä gibt es
> keinen Eintrag.


Ich kenn den 'Härimg' tatsächlich nur vom Camping, etc.

"Schon im Althochdeutschen sind die Formen Haring und Hering, im
Mittelhochdeutschen hærinc und herinc belegt. In aktuellen Wörterbüchern
ist Hering die klar bevorzugte Schreibweise, ohne Unterscheidung
zwischen Fisch und Zeltpflock; letztere Bedeutung ist wahrscheinlich auf
die Form, welche entfernt dem Fisch namens Hering ähnelt, zurückzuführen
(belegt seit dem Ende des 19. Jahrhunderts). Häring/Haring war noch im
ersten Duden (1880) verzeichnet, verwies aber schon dort auf Hering.
Eventuell ist der Name auch vom lateinischen haerere, hängen (bleiben),
abgeleitet oder von dem althochdeutschen hārinc. Heutzutage wird aber je
nach regionalen Dialekt auch Häring oder Haring angewendet.
Hering, in Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz auch als
Häring oder Haring bekannt, nennt man den Verankerungsstift bei Zelten.
Die alternativen Namen sind Zelt-, Leinen-, Seil- oder Spannnagel und
bezeichnen korrekterweise einfache Zeltnägel"
aus
https://de.wikipedia.org/wiki/Hering_(Bauteil)
und
https://dewiki.de/Lexikon/Hering_(Bauteil)

https://www1.wdr.de/radio/wdr2/themen/frag-doch-mal-die-maus/zelt-hering-104.html

https://jurtenland.eu/wiki/Hering_(oder_H%C3%A4ring)

https://www.campen.de/threads/3088478-heringe-oder-haeringe

https://total-survival.com/Fosco-tentharing-mammoet-40CM,-metaal?Product=562407371&Lng=de



Und in der FAQL, Ralph Babel (desd) steht eine kleine Abhandlung:
http://faql.de/rechtschreibung.html

oder auch hier
https://groups.google.com/g/de.etc.sprache.deutsch/c/OYdrjyVZPnc


fup desd


Dorothee

Manfred Hoß

unread,
Nov 12, 2022, 8:45:06 PM11/12/22
to
Am Sat, 12 Nov 2022 20:44:25 +0100 schrieb Dorothee Hermann:

> Am 12.11.22 um 19:57 schrieb Michael 'Mithi' Cordes:
>
> [... Hering ... Häring ...]
>
>
>> Nicht mehr, oder noch nie? Ich habe in 54 Jahren noch kein "Häring"
>> gesehen und mein Duden von 1991 kennt nur "Hering", mit ä gibt es
>> keinen Eintrag.
>
> Ich kenn den 'Härimg' tatsächlich nur vom Camping, etc.

Der Häring, des -es, plur. die -e, ein Seefisch, welcher besonders in den
Nordischen Gewässern in großer Menge gefangen, und auf verschiedene Art
zubereitet wird; Clupea Harengus L. Frischer oder grüner Häring, so wie er
aus dem Wasser kommt. Gesalzener oder eingesalzener Häring, welcher auch
nur Häring schlechthin genannt wird. Geräucherte Häringe, welche auch
Bücklinge, und in Nieders. Flickhäringe heißen. Der volle Häring, welcher
um Bartholomäi gefangen wird, da er noch voll Milch und Rogen ist.
Anm. Im Oberd. Haring, Nieders. Hering. im mittlern Lat. Harenga, im
Ital. Arenga, im Angels. Haering, im Engl. Herring, im Holländ. Harink, im
Franz. Hareng, im Böhm. Herynk. Weil dieser Fisch zu manchen Zeiten in
großen Heeren nach fremden Küsten wandert, so leiten Wachter und andere
dessen Nahmen von Heer her. Allein er scheinet vielmehr von dem Lat. Halec
abzustammen, weil der Übergang des l in r und umgekehrt, etwas sehr
gewöhnliches ist. Das n ist von nieselnden Mundarten eingeschaltet, und
einige Gegenden sprechen noch ohne n Härig. Das Lat. Halec wird von als,
Salz, hergeleitet, weil man diesen Fisch sehr früh einzusalzen pflegte. Auf
ähnliche Art heißt er im Dän. Sild, und im Schwed. Sill, vermuthlich auch
von Salz. Weil man in der ersten Sylbe ein sehr deutliches ä hören lässet,
so schreibet man auch dieses Wort richtiger mit diesem Selbstlaute als mit
einem e, welches sich im Hochdeutschen bloß auf die unrichtige Ableitung
von Heer gründet.

[Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch: Der Häring. Adelung:
Wörterbuch, S. 24701f. (vgl. Adelung-GKW Bd. 2, S. 973)

> Häring/Haring war noch im
> ersten Duden (1880) verzeichnet, verwies aber schon dort auf Hering.

Da fehlt, zumindest für den Fisch, die dritte Form, die in dem Lied "In
einen Harung jung und schlank, ..." bis heute überlebt hat.

Gruß
Manfred.

Manfred Haertel

unread,
Nov 13, 2022, 4:30:04 AM11/13/22
to
Dorothee Hermann schrieb:
> Am 12.11.22 um 19:57 schrieb Michael 'Mithi' Cordes:
>
> [... Hering ... Häring ...]
>
>
>> Nicht mehr, oder noch nie? Ich habe in 54 Jahren noch kein "Häring"
>> gesehen und mein Duden von 1991 kennt nur "Hering", mit ä gibt es
>> keinen Eintrag.
>
>
> Ich kenn den 'Härimg' tatsächlich nur vom Camping, etc.

Ich auch, aber nur, weil immer wieder Leute behaupten, er schriebe sich
da mit ä, wohl damit man nicht erklären muss, warum er genauso heißt wie
der Fisch. :-)

Wenn es irgendwo (Zelt-)Heringe zu kaufen gibt und die tatsächlich so
bezeichnet werden (und eben nicht als Zeltnägel wie meist üblich), habe
ich das noch nie als "Häring" geschrieben gesehen.

--
Manfred Härtel, DB3HM mailto:Manfred...@rz-online.de
http://rz-home.de/mhaertel

Detlef Meißner

unread,
Nov 13, 2022, 4:40:48 AM11/13/22
to
Am 13.11.2022 um 10:07 schrieb Manfred Haertel:

> Wenn es irgendwo (Zelt-)Heringe zu kaufen gibt und die tatsächlich so
> bezeichnet werden (und eben nicht als Zeltnägel wie meist üblich), habe
> ich das noch nie als "Häring" geschrieben gesehen.
>
Ich ständig.
https://www.ebay.at/sch/i.html?_nkw=zelth%C3%A4ringe

Detlef
--
Mach mit!
Boykott der Fußball-WM in Katar.

Stefan Schmitz

unread,
Nov 13, 2022, 4:47:53 AM11/13/22
to
Am 13.11.2022 um 02:45 schrieb Manfred Hoß:

> dessen Nahmen von Heer her. Allein er scheinet vielmehr von dem Lat. Halec
> abzustammen, weil der Übergang des l in r und umgekehrt, etwas sehr
> gewöhnliches ist. Das n ist von nieselnden Mundarten eingeschaltet, und
> einige Gegenden sprechen noch ohne n Härig.

Was sind denn nieselnde Mundarten?

Manfred Hoß

unread,
Nov 13, 2022, 5:36:13 AM11/13/22
to
Zunächst sollte geklärt werden, was "nieseln" ist. Dazu schreibt Adelung:

Nieseln, verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort
haben erfordert, durch die Nase reden; im gemeinen Leben nüßeln, nüsseln,
schnüffeln, bey dem Pictorius nüdern. In engerer Bedeutung, die Hauch- und
Gaumenlaute mit einem durch die Nase getönten n begleiten, wie z.B. den
Franzosen eigenthümlich ist. Die nieselnde Aussprache. S. Nasenhauch. Es
stammet von Nase ab.
[Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch: Nieseln. Adelung: Wörterbuch,
S. 38691 (vgl. Adelung-GKW Bd. 3, S. 506-507)]

Gruß
Manfred.

Ulf Kutzner

unread,
Nov 13, 2022, 5:41:39 AM11/13/22
to
Das heißt heute wohl näseln.

Immer wieder gern genommen wird Hennigsdorf bei Berlin
als "Henningsdorf".

Helmut Richter

unread,
Nov 13, 2022, 6:29:14 AM11/13/22
to
On Sun, 13 Nov 2022, Detlef Meißner wrote:

> Am 13.11.2022 um 10:07 schrieb Manfred Haertel:
>
> > Wenn es irgendwo (Zelt-)Heringe zu kaufen gibt und die tatsächlich so
> > bezeichnet werden (und eben nicht als Zeltnägel wie meist üblich), habe
> > ich das noch nie als "Häring" geschrieben gesehen.
> >
> Ich ständig.
> https://www.ebay.at/sch/i.html?_nkw=zelth%C3%A4ringe

War es nicht so, dass ein -e-, das ursprünglich ein Umlaut war und deswegen
in süddeutschen Dialekten als /a/ gesprochen wird, bei der Rechtschreibreform
zu -ä- wurde, z.B. Gämse (bair. Gams), Änte (bair. Antn), lär (bair. laar),
schwär (bair. schwaar), stät (bair. staad), alles analog zu den schon
vorhandenen -ä- in Käse (bair. Kaas), jäh (bair. gaach)? Warum dann nicht
auch Häring (bair. Haring)?

Mindestens bei „Gämse“ habe ich das als Argument für die Änderung gelesen.

--
Helmut Richter

Ulf Kutzner

unread,
Nov 13, 2022, 8:09:34 AM11/13/22
to
Helmut Richter schrieb am Sonntag, 13. November 2022 um 12:29:14 UTC+1:

> Warum dann nicht
> auch Häring (bair. Haring)?

Direkte Entlehnung aus dem Mittelniederdeutschen
oder dem Neuniederländischen?
https://en.wiktionary.org/wiki/Haring

Aus Altbayern ist keine Fangmenge überliefert.

Bernd Schwegmann

unread,
Nov 13, 2022, 8:09:50 AM11/13/22
to
Am 13.11.22 um 02:45 schrieb Manfred Hoß:
> Am Sat, 12 Nov 2022 20:44:25 +0100 schrieb Dorothee Hermann:
>
>> Am 12.11.22 um 19:57 schrieb Michael 'Mithi' Cordes:




>> [... Hering ... Häring ...]
> von Heer gründet.
>
> [Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch: Der Häring. Adelung:
> Wörterbuch, S. 24701f. (vgl. Adelung-GKW Bd. 2, S. 973)
>
>> Häring/Haring war noch im
>> ersten Duden (1880) verzeichnet, verwies aber schon dort auf Hering.
>
> Da fehlt, zumindest für den Fisch, die dritte Form, die in dem Lied "In
> einen Harung jung und schlank, ..." bis heute überlebt hat.


Das tat letzterer nur des Reimes willen..


BS+

Detlef Meißner

unread,
Nov 13, 2022, 8:16:13 AM11/13/22
to
Am 13.11.2022 um 12:29 schrieb Helmut Richter:
> On Sun, 13 Nov 2022, Detlef Meißner wrote:
>
>> Am 13.11.2022 um 10:07 schrieb Manfred Haertel:
>>
>>> Wenn es irgendwo (Zelt-)Heringe zu kaufen gibt und die tatsächlich so
>>> bezeichnet werden (und eben nicht als Zeltnägel wie meist üblich), habe
>>> ich das noch nie als "Häring" geschrieben gesehen.
>>>
>> Ich ständig.
>> https://www.ebay.at/sch/i.html?_nkw=zelth%C3%A4ringe
>
> War es nicht so, dass ein -e-, das ursprünglich ein Umlaut war und deswegen
> in süddeutschen Dialekten als /a/ gesprochen wird, bei der Rechtschreibreform
> zu -ä- wurde, z.B. Gämse (bair. Gams), Änte (bair. Antn), lär (bair. laar),
> schwär (bair. schwaar), stät (bair. staad), alles analog zu den schon
> vorhandenen -ä- in Käse (bair. Kaas), jäh (bair. gaach)? Warum dann nicht
> auch Häring (bair. Haring)?

Das habe ich mich auch gefragt, zumal Hering und Häring zwei völlig
unterschiedliche Begriffe sind, die das Textverständnis vereinfachen.

"Häring" wir (glüklicherweise) immer noch sehr häufig verwendet.
>
> Mindestens bei „Gämse“ habe ich das als Argument für die Änderung gelesen.

Ja, man wollte das Wort auf den Stamm zurückführen, weil dann die
Rechtschreibung (angeblich) einfacher wird.
Gämse - Gams
belämmert - Lamm
behände - Hand
Bändel - Band
Quäntchen - Quant
Stängel - Stange

Detlef Meißner

unread,
Nov 13, 2022, 8:38:15 AM11/13/22
to
Am 13.11.2022 um 12:29 schrieb Helmut Richter:
> On Sun, 13 Nov 2022, Detlef Meißner wrote:
>
>> Am 13.11.2022 um 10:07 schrieb Manfred Haertel:
>>
>>> Wenn es irgendwo (Zelt-)Heringe zu kaufen gibt und die tatsächlich so
>>> bezeichnet werden (und eben nicht als Zeltnägel wie meist üblich), habe
>>> ich das noch nie als "Häring" geschrieben gesehen.
>>>
>> Ich ständig.
>> https://www.ebay.at/sch/i.html?_nkw=zelth%C3%A4ringe
>
> War es nicht so, dass ein -e-, das ursprünglich ein Umlaut war und deswegen
> in süddeutschen Dialekten als /a/ gesprochen wird, bei der Rechtschreibreform
> zu -ä- wurde, z.B. Gämse (bair. Gams), Änte (bair. Antn), lär (bair. laar),
> schwär (bair. schwaar), stät (bair. staad), alles analog zu den schon
> vorhandenen -ä- in Käse (bair. Kaas), jäh (bair. gaach)? Warum dann nicht
> auch Häring (bair. Haring)?


Das habe ich mich auch gefragt, zumal Hering und Häring zwei völlig
unterschiedliche Begriffe sind, die das Textverständnis vereinfachen.

"Häring" wir (glüklicherweise) immer noch sehr häufig verwendet.

> Mindestens bei „Gämse“ habe ich das als Argument für die Änderung gelesen.

Ja, man wollte das Wort auf den Stamm zurückführen, weil dann die
Rechtschreibung (angeblich) einfacher wird.
Gämse - Gams
belämmert - Lamm
behände - Hand
Bändel - Band
Quäntchen - Quantum
Stängel - Stange
aufwändig - Aufwand
Schänke - Ausschank
überschwänglich - Überschwang

Detlef Meißner

unread,
Nov 13, 2022, 8:40:05 AM11/13/22
to
Am 13.11.2022 um 14:38 schrieb Detlef Meißner:
> Am 13.11.2022 um 12:29 schrieb Helmut Richter:
>> On Sun, 13 Nov 2022, Detlef Meißner wrote:
>>
>>> Am 13.11.2022 um 10:07 schrieb Manfred Haertel:
>>>
>>>> Wenn es irgendwo (Zelt-)Heringe zu kaufen gibt und die tatsächlich so
>>>> bezeichnet werden (und eben nicht als Zeltnägel wie meist üblich), habe
>>>> ich das noch nie als "Häring" geschrieben gesehen.
>>>>
>>> Ich ständig.
>>> https://www.ebay.at/sch/i.html?_nkw=zelth%C3%A4ringe
>>
>> War es nicht so, dass ein -e-, das ursprünglich ein Umlaut war und deswegen
>> in süddeutschen Dialekten als /a/ gesprochen wird, bei der Rechtschreibreform
>> zu -ä- wurde, z.B. Gämse (bair. Gams), Änte (bair. Antn), lär (bair. laar),
>> schwär (bair. schwaar), stät (bair. staad), alles analog zu den schon
>> vorhandenen -ä- in Käse (bair. Kaas), jäh (bair. gaach)? Warum dann nicht
>> auch Häring (bair. Haring)?
>
>
> Das habe ich mich auch gefragt, zumal Hering und Häring zwei völlig
> unterschiedliche Begriffe sind, die das Textverständnis vereinfachen.
>
> "Häring" wird (glüklicherweise) immer noch sehr häufig verwendet.
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