Am Freitag, 19. Dezember 2014 22:42:54 UTC+1 schrieb Christina Kunze:
> Am 19.12.2014 12:23, schrieb Jakob Achterndiek:
> > Am 19.12.2014, 12:30 Uhr, schrieb Matthias Opatz <inv...@invalid.invalid>:
> >
> >> Dies schrieb Gunhild Simon:
> >>> "Die Felder sind verstummt" steht im
> >>> Perfekt
> >>
> >> "Verstummt" kann ich hier auch als Adjektiv i. S. v. (nun) stumm ansehen.
> >>
> >> Das kann ich nicht mit jedem Partizip II. Ich kann durch verstummte
> >> Wälder streifen, von verstummten Glocken sprechen - aber eher nicht
> >> von geschlafenen Frauen oder versagten Fußballern.
> >
> > Darum bilden auch nicht alle Verben ein Zustandspassiv.
>
> Wieso nennst Du das denn "-passiv"?
...
Im Deutschen, wenn ich dies mal auf die deutsche
Grammatikebene zurückführen darf, tritt das Zustandspassiv
anstelle des Vorgangspassivs bei Verben des Vergehens, der Zustandsänderung, also besonders jenen mit dem Präfix
ver- oder zer-, auf. Das inhaltliche Gewicht liegt dann
auf einem unwiderruflichen Endzustand des Subjekts,
nicht auf einem Vorgang, dem das Objekt ausgesetzt ist.
Beispiele:
-verblühen, verblüht, verblühte, _ist_ verblüht,
nicht:*-_hat_ verblüht
(Verdeutlichen läßt sich dies an einer poetischen
Formulierung in dem Lied "Ach bittrer Winter":
"... du hast verblüht die Blümlein auf der Heiden."
Danach würde die passivische Form, eine des
Vorgangspassivs, lauten:
"Die Blumen werden vom Wind verblüht/sind vom
Wind verblüht worden."
Das Vorgangspassiv setzt ein handelndes Subjekt
im Aktiv voraus; das ist in dem angeführten Beispiel der
Winter.)
So auch: vergehen, verkommen, versinken, verfaulen,
verfallen u.ä.
- zerfallen, zerfällt, zerfiel, _ist_ zerfallen
So auch: zerbrechen, zerreißen, zerstören u.ä.
(sofern kein aktives Subjekt genannt wird:
Aktiv:Ich habe die Tasse zerbrochen.
V-Passiv: Sie wird von mir zerbrochen/ist zerbrochen worden.
Z-Passiv: Sie ist zerbrochen.)
Gruß
Gunhild