wie kann ich beweisen, dass es für das Wort "einzig" weder einen
Superlativ, noch einen Komparativ gibt?
Bei Wikipedia steht zwar:
"Ein beliebter Fehler ist, Adjektive zu steigern, die nicht mehr
gesteigert werden können, da ihre Grundform schon eine
superlativische Bedeutung hat, zum Beispiel: einzig. Einzig bleibt
einzig. Das Wort einzigste ist grammatisch falsch."
Und ich weiß auch, dass dem so ist, aber wie kann ich das wirklich
beweisen? Steht das irgendwo im Duden? Dort steht auch nur:
"1. 1ein|zig <Adj.> [mhd. einzec, weitergeb. aus: einez, → einzeln]:
1. alleinig; nicht mehrfach vorkommend ..."
und
"2. 2ein|zig <Adv.> [zu: →1einzig]: allein, ausschließlich, nur: e.
er; der e. gangbare ..."
Aber schließlich auch nichts von Superlativ oder Konjugationsformen.
MfG
Mark
PS: Es geht um eine Wette mit einer überzeugungsunwilligen Person ... ;-)
--
Um SPAM zu bekämpfen & mir eine Mail zu schreiben, ersetze das "news"
durch "mark" in der Adresse. eMails > 48KB werden automatisch gelöscht!
> wie kann ich beweisen, dass es für das Wort "einzig" weder einen
> Superlativ, noch einen Komparativ gibt?
Auch wenn das schon öfter hier diskutiert wurde: Gar nicht.
Offensichtlich existiert ja "der einzigste"; das als ungrammatisch zu
bezeichnen, scheint mir ein Kategorienfehler zu sein: Warum sollte
etwas, das semantisch falsch ist, automatisch ungrammatisch sein?
(Vielleicht zu gewagte Extrapolation: Das hieße ja, daß wir nicht
bestimmen können, ob "Gott" grammatisch oder nicht ist.)
-fn-
> Und ich weiß auch, dass dem so ist,
Das ist auch verbreitet, /dass _dem_ so ist/ statt /dass _das_ so ist/
zu sagen. Ich wage nicht, es falsch zu nennen, aber irgend etwas ist es,
entweder ein Regionalismus oder veraltet/altertümelnd oder was auch immer.
/Sein/ mit Dativ verlangt MUSEN nach einem Attribut:
Ihm ist übel. Mir ist so wohl. Euch ist der Wein zu Kopf gestiegen.
Am Rande: Die Beispiele haben alle kein Subjekt. Sind das Ellipsen, bei
denen das Subjekt (/es/) mit weggekürzt ist (/Es ist ihm übel/)?
Matthias
--
Sixtus V. war bei seiner Ernennung 35 Jahre alt, nachdem er vorher 65
Jahre krank gewesen. Prof. Galletti
*** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de ***
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Aussichtslos.
--
Dipl.-Math. Wilhelm Bernhard Kloke
Institut fuer Arbeitsphysiologie an der Universitaet Dortmund
Ardeystrasse 67, D-44139 Dortmund, Tel. 0231-1084-257
> Die Beispiele haben alle kein Subjekt.
^ersten beiden
Vertshe ich Dich richtig? Du behauptest, dass das Wort
"einzigst(e)(r/s/...)" sehr wohl existiert und somit nicht
grammatikalisch falsch ist?
MfG
Mark
Ups. Jetzt, wo Du es erwähnst, merke ich das auch. Ich bevorzuge
letztere Schreibweise, weil mich die Tötung des Genitiv sowieso ungemein
stört ;-)
MfG
Mark
Du meinst den Beweis? D.h. man kann es nicht beweisen?
MfG
Mark
> wie kann ich beweisen, dass es für das Wort "einzig" weder einen
> Superlativ, noch einen Komparativ gibt?
Darüber, dass einst die schwangersten Bäuerinnen die quadratischsten
Kartoffelfelder hatten, gibt es zwar die verschiedensten Überlieferungen,
aber die authentischsten und schriftlichsten darunter sprechen dafür.
Die Kartoffeln von diesen Feldern waren in der Größe alle gleich, man
hat nirgendwo gleichere gefunden, es werden wohl die gleichsten überhaupt
gewesen sein. Nach eine Quadratfeldkartoffelkäferepidemie allerdings
waren die Quadratfeldkartoffelbauern die mittellosesten im ganzen Land.
Da dachten die Bauern, vielleicht war es doch nicht die optimalste Idee
mit den quadratischsten Feldern. Und sie verfielen von einer einzigartigen
Idee in eine noch einzigartigere: Sie legten nun die rundesten Felder weit
und breit an. Und während sie ihre Felder früher mit lauwarmem Wasser
bewässerten, nahmen sie jetzt noch lauwarmeres, um zu noch maximaleren
Erträgen zu kommen. Doch es war der totalste Reinfall seit Jahrzehnten.
Schließlich standen sie noch nackter da als nach der Käferepidemie ...
> Vertshe ich Dich richtig? Du behauptest, dass das Wort
> "einzigst(e)(r/s/...)" sehr wohl existiert und somit nicht
> grammatikalisch falsch ist?
Ja und nein.
Ja: Das Wort "einzigste" und weitere Steigerungsformen von "einzig"
existieren. Es wäre ja auch reichlich seltsam zu behaupten, ein Wort,
daß man gerade eben hingeschrieben hat, existiere nicht. (Ich wage aber
keine Aussage darüber, ob damit jede Buchstabenfolge a priori ein
existierendes Wort ist -- "einzigst" wird aber immerhin benutzt.)
Nein: Nicht "somit"; sonst müßte man ja "existieren" mit "grammatisch
sein" gleichsetzen.
Ja: Ich halte die Wortform "einzigst" für grammatisch, im Gegensatz
etwa zu "am großten". Das ändert aber nichts daran, daß die Steigerung
eines Wortes mit superlativischer Bedeutung (!) semantisch unsinnig
ist.
(Betreffs meiner Spekulation vom letzten Posting bin ich mir immer
weniger sicher, ob damit nicht ein weiterer Kategorienfehler, nämlich
zwischen den Kategorien Semantik und Wahrheit, gemacht wird. Weniger
gewagt: Auch Oxymorone kann man grammatikalisch korrekt formulieren.)
-fn-
O.K., um jetzt vielleicht mal eine eindeutige(re) O:-) Aussage zu
erzwingen, formuliere ich die Aufgabenstellung mal um.
Wie kann ich, als Deutschlehrer eine(r/m) Schüler(in) das Wort
"einzigster" als grammatikalischen Fehler werten (mit Punktabzug und
folglich schlechterer Note), wenn es keinen Beweis (grammatikalische
Regel) dafür gibt, dass das Wort _nicht_ existiert?
MfG
Mark
> Wie kann ich, als Deutschlehrer eine(r/m) Schüler(in) das Wort
> "einzigster" als grammatikalischen Fehler werten (mit Punktabzug und
> folglich schlechterer Note), wenn es keinen Beweis (grammatikalische
> Regel) dafür gibt, dass das Wort _nicht_ existiert?
Einen Grammatikfehler kann man hier (aus den von mir dargelegten
Gründen) meines Erachtens nicht anstreichen. Sehr wohl aber einen
Ausdrucksfehler. (Wie halten das hier anwesende Lehrer?)
-fn-
> wie kann ich beweisen, dass es für das Wort "einzig" weder einen
> Superlativ, noch einen Komparativ gibt?
Versuche doch mal, den Unterschied zwischen "einzige" und "einzigste"
herauszuarbeiten. Oder zeige, dass "einzig" in die gleiche Kategorie wie
"optimal", "völlig", "absolut", "leer", "tot" etc. passt.
--
Gruß, | Bitte in der NG antworten | Win98-Tipps:
Regards, Andreas | Please reply to the NG | http://a-kaestner.de
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OE-QuoteFix 1.19.2: http://home.in.tum.de/~jain/software/oe-quotefix/
In keinster Weise nackter!
Gruß
Carsten
--
kein, keiner, am keinsten
> Steht das irgendwo im Duden?
Ja, und zwar als Beispiel im Duden von 1991: "das einzige (/nicht:/ das
einzigste) wäre, zu ..."
Trotzdem ist die Superlativform eifrig in Gebrauch. In meinem Umfeld
höre ich sie vor allem von Kindern, aber auch zahlreiche Erwachsene
benutzen sie in Sprache und Schrift.
--
Bernd Gramlich Quod scripsi, scripsi.
>Wie kann ich, als Deutschlehrer eine(r/m) Schüler(in) das Wort
>"einzigster" als grammatikalischen Fehler werten (mit Punktabzug und
>folglich schlechterer Note)
Genau so wie du in den Klammern schreibst - und sonst gar nichts
(gesungen).
Ich habe von einer Schülerin gehört, die zur Prüfung behauptete,
daß es in Århus (eine Stadt mit knapp 200'000 Einwohnern) 50'000
Einwohner gab. Der Lehrer und der Beisitzer konnten sie nicht
davon überzeugen, daß das Zahl falsch war. Zuletzt sagte sie:
"Ihr habt eure Meinung, und ich habe meine."
--
Bertel
http://bertel.lundhansen.dk/ FIDUSO: http://fiduso.dk/
>Wie kann ich, als Deutschlehrer eine(r/m) Schüler(in) das Wort
>"einzigster" als grammatikalischen Fehler werten (mit Punktabzug und
>folglich schlechterer Note), wenn es keinen Beweis (grammatikalische
>Regel) dafür gibt, dass das Wort _nicht_ existiert?
>
Ist das nötig? Schlechtes Deutsch gibt's halt. Und schlechtes Deutsch
in der Schule führt zu schlechten Deutschnoten.
Freilich gibt's das Wort. Es drückt einen nicht existenten, nicht
denkmöglichen Sachverhalt aus. Ist der Schülertext einer, der mit
Absicht sowas tun will, musst du's gelten lassen. Wenn nicht, nicht.
Reinhard
--
Wenn wir einander anschauen,
lachst du zuerst, als hätte ich dich
bei etwas ertappt, dessen du dich
nicht schämst.
> Wenn es in Århus 200000 Einwohner gibt, dann gibt es doch dort
> auch 50000 Einwohner.
Hast du es wirklich nicht verstanden?
Im Dänischen nennen wir das, was beim Lesen meines Beitrags nötig
war: "zwischen den Zeilen lesen". Gibt's etwas ähnliches im
Deutschen?
Und jetzt etwas ganz anderes:
Oftmalig, wenn ich "etwas" schreiben soll, schreibe und denke ich
nur "was", z.B. "Und jetzt was ganz anderes". Kann man so im
Deutschen sagen, oder irre ich mich ganz? Wenn ja, ist es nur
Umgangssprache?
> Im Dänischen nennen wir das, was beim Lesen meines Beitrags nötig
> war: "zwischen den Zeilen lesen". Gibt's etwas ähnliches im
> Deutschen?
Ja, das kann man genauso sagen.
> Und jetzt etwas ganz anderes:
> Oftmalig, wenn ich "etwas" schreiben soll, schreibe und denke ich
> nur "was", z.B. "Und jetzt was ganz anderes". Kann man so im
> Deutschen sagen,
Ja, man kann.
> oder irre ich mich ganz? Wenn ja, ist es nur
> Umgangssprache?
Es ist nur Umgangssprache. Mündlich ist es durchaus verbreitet und fällt
nicht auf, aber schriftlich sollte man es vermeiden. Andere Fragewörter
anstelle von "irgend..." oder "jemand" zu verwenden, ist stark
Umgangssprache und "offiziell" nicht passend, aber ein gelegentliches
"was" ist nicht so schlimm. Beispiel für andere Fragewörter: "Neulich habe
ich wen getroffen, da dachte ich mir, den hätte ich schon wo gesehen und
ich müsste eigentlich den Namen wissen, weil ich den noch wann brauche."
Helmut Richter
> Umgangssprache und "offiziell" nicht passend, aber ein gelegentliches
> "was" ist nicht so schlimm. Beispiel für andere Fragewörter: "Neulich habe
> ich wen getroffen, da dachte ich mir, den hätte ich schon wo gesehen und
> ich müsste eigentlich den Namen wissen, weil ich den noch wann brauche."
Kannst du das noch was ausführlicher darstellen?
SCNR
Thomas
Wer die Semantik schön verbiegt, gewinnt.
Ob 'einzigste(r/s)' ungrammatisch ist, weiß und glaube ich nicht.
gruß - gerriT (der kein Lehrer ist und trotzdemst nicht die Klappe hält)
P.S.: Ich würde mich auch nicht wegen eines dreizehnten Monatsgehlats
beschweren.
>"was" ist nicht so schlimm. Beispiel für andere Fragewörter: "Neulich habe
>ich wen getroffen, da dachte ich mir, den hätte ich schon wo gesehen und
>ich müsste eigentlich den Namen wissen, weil ich den noch wann brauche."
Diese Formulierung stört mich, und ich würde sie nie benutzen.
>On Mon, 08 Aug 2005 14:42:02 +0200, Mark Riemann <news.R...@gmx.de>
>wrote:
>
>>Wie kann ich, als Deutschlehrer eine(r/m) Schüler(in) das Wort
>>"einzigster" als grammatikalischen Fehler werten (mit Punktabzug und
>>folglich schlechterer Note), wenn es keinen Beweis (grammatikalische
>>Regel) dafür gibt, dass das Wort _nicht_ existiert?
>>
>Ist das nötig? Schlechtes Deutsch gibt's halt. Und schlechtes Deutsch
>in der Schule führt zu schlechten Deutschnoten.
Sollte jedenfalls dazu führen. Wenn es das nicht tut, ist was
faul. Einen "Beweis" braucht man da nicht, eine Erklärung des
Sinnzusammenhangs (einzig ist bereits eine Steigerung und kann
nicht mehr weiter gesteigert werden, so wie man "tot" nicht mehr
steigern kann - entweder es ist so oder nicht) reicht doch völlig
aus. Sprache ist keine Mathematik, in der man etwas "beweisen"
kann.
>Freilich gibt's das Wort. Es drückt einen nicht existenten, nicht
>denkmöglichen Sachverhalt aus. Ist der Schülertext einer, der mit
>Absicht sowas tun will, musst du's gelten lassen. Wenn nicht, nicht.
Klar, wer hätte nicht schonmal "mein Einzigster!" gesagt. Aber
das ist kein Stil, der für nicht-private Kommunikation taugt.
Die erwartete Antwort wäre in diesem Fall "genau knapp 200.000".
Gruß,
Michael
Extremst amuesant, danke!
Jan
Das "etwas" ist hier aber durchaus auch schriftlich geeignet. Ich würde
immer _schreiben_: "und jetzt etwas ganz anderes", und ich würde (fast)
immer _sagen_: "und jetzt was ganz anderes", zumindest wenn die
Situation Umgangssprache ermöglicht/erfordert.
-Hans-