Einer meiner Kollegen ist der Meinung, es gäbe einen semantischen
Unterschied zwischen "Knödel" und "Kloß". Ich bin jedoch der Meinung, dass
es sich dabei lediglich um regionale Ausdrücke identischer Bedeutung
handelt. Was hochdeutsch ist, könnte ich jetzt auch nicht sagen, aber da
die Bayern "Knädln" sagen, tendiert MUSE zu den Klößen.
Gruß,
Martin.
"Kneedl" bitteschön. Ich halte den Unterschied ebenso wie Du für rein
regional, besonders weil ja ganz unterschiedliche Knödel/Klöße gemeint
sein können. Hochdeutsch ist beides.
Gruß, Michael
Ein Kloß ist für mich etwas rundes (kloßförmiges ;) ) aus Teig. Knödel kenne
ich aus dem süddeutschen Raum zwar ebenso geformt, bin sie aber aus Tschechien
auch in Scheiben geschnitten gewöhnt. Daher sehe ich da ebenfalls einen
Unterschied.
Regional gesehen kommt in meiner Mutter Küche auch noch ein Stück Semmel in
die Mitte eines Kloßes :)
Krischan
PS: Hauptsache ist, dass es schmeckt.
Wenn's denn wahr ist, dass die Sache aus Böhmen kommt: Dort heißen die
Dinger knedlík, werden aus einem speziellen, rindenlosen Weißbrot
gemacht, in länglicher Form gekocht und in Scheiben geschnitten. Bei
uns in Österreich heißen solche Knödel Serviettenknödel, sind aber aus
eingeweichten Semmelwürfeln geformt, wie die ordinären Semmelknödel.
Die diversen Abarten der Knödel, je nach Masse und Füllung, lass ich
jetzt mal beiseite. Ich denk mir aber, dass in Regionen, in denen man
von Klößen spricht, auch verschiedene Rezepturen gebräuchlich sind.
Ich würde also dafür plädieren, Knödel oder Klöße (Was genau sind
eigentlich Klopse?) Knödel oder Klöße sein zu lassen und sie
nötigenfalls mit gebräuchlichen Zusätzen genauer zu bezeichnen:
Waldviertler Knödel, Grießknödel, Semmelknödel usw. (Man verzeihe mir
die Kloß-Absenz in den Beispielen. Diesbezüglich bin ich unwissend)
Reinhard
--
Zan Essn und Bätn soima neamd nätn.
(Zum Essen und Beten soll man niemanden nötigen)
(Spruch aus dem Waldviertel)
> Martin Heibel wrote:
>> Hallo miteinander!
>>
>> Einer meiner Kollegen ist der Meinung, es gäbe einen semantischen
>> Unterschied zwischen "Knödel" und "Kloß". Ich bin jedoch der
>> Meinung, dass es sich dabei lediglich um regionale Ausdrücke
>> identischer Bedeutung handelt. Was hochdeutsch ist, könnte ich
>> jetzt auch nicht sagen, aber da die Bayern "Knädln" sagen,
>> tendiert MUSE zu den Klößen.
>
> Ein Kloß ist für mich etwas rundes (kloßförmiges ;) ) aus Teig.
Meine Fleischklöße sind nicht aus Teig. Heißen die regional
Fleischknödel? Leberknödel kenne ich, ja.
> Knödel kenne ich aus dem süddeutschen Raum zwar ebenso geformt,
> bin sie aber aus Tschechien auch in Scheiben geschnitten gewöhnt.
> Daher sehe ich da ebenfalls einen Unterschied.
Wenn sie vor dem Schneiden Klöße waren, sind sie danach ja wohl
geschnittene Klöße.
> Regional gesehen kommt in meiner Mutter Küche auch noch ein Stück
> Semmel in die Mitte eines Kloßes :)
Im Wort "Powidldatschkerln" kommen dagegen weder "Knödel" noch
"Klöße" vor.
--
Oliver Cromm
> Elektropostadresse, ...
Nein: Bernkraftzustellanschrift
Volker Gringmuth in desd
> Ich denk mir aber, dass in Regionen, in denen man
> von Klößen spricht, auch verschiedene Rezepturen gebräuchlich sind.
MUSEN haben Klöße in jedem Fall was mit Kartoffeln zu tun, nur die weiteren
Zutaten und das Verhältnis von rohen zu gekochten Kartoffeln variieren.
(Ausnahme: Hefeklöße)
> (Was genau sind eigentlich Klopse?)
Hier bei uns sind die aus Hackfleisch und dann gekocht. Mit Vorliebe in
einer säuerlichen Soße. Nicht unbedingt mein Leibgericht.
chr
>Wenn's denn wahr ist, dass die Sache aus Böhmen kommt: Dort heißen die
>Dinger knedlík, werden aus einem speziellen, rindenlosen Weißbrot
Deutsch: Knedler.
--
Gruß
Mathias +++ m...@snafu.de +++ http://home.snafu.de/mat/
+++ Disclaimer: My opinions are my own +++ and mine only +++
+++ Willst Du früh zur Arbeitsstelle: +++
+++ nimm' die S-Bahn - pünktlich - schnelle! +++
> MUSEN haben Klöße in jedem Fall was mit Kartoffeln zu tun
Kennst du Ringelnatz' Himmelsklöße nicht?
>http://www.hypies.de/hallfame/ringelnatz/Himmel.html>
Im übrigen gibt es noch Fleischklößchen und Hefeklöße
(in der Regel aus Getreidemehl),
Und den Kloß im Hals. Aber das ist wohl ein Gleichnis.
Wie auch der Trauerkloß.
Matthias
--
In England sollen 25 Millionen Schafe sein, das ist aber
unwahrscheinlich, denn so viele Schafe lassen sich gar nicht
berechnen. [Prof. Galletti]
Deswegen heißen di ja auch Klopse und nicht Klöße.
/Hannes
--
Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de
> "Reinhard Gonaus" <er...@aon.at> schrieb
>
>> Ich denk mir aber, dass in Regionen, in denen man
>> von Klößen spricht, auch verschiedene Rezepturen gebräuchlich
>> sind.
>
> MUSEN haben Klöße in jedem Fall was mit Kartoffeln zu tun, nur die
> weiteren Zutaten und das Verhältnis von rohen zu gekochten
> Kartoffeln variieren. (Ausnahme: Hefeklöße)
Nein; das ist zwar die Grundannahme, wenn nur von "Klößen" die Rede
ist, aber im Zweifelsfalle sind das Kartoffelklöße. Klöße müssen nicht
mal was zum Essen sein: Kloß im Hals, Lehmklöße.
Der Leipziger Wortschatz liefert mir u.a. noch Menschenkloß und
Erdkloß.
> Oliver Cromm schrieb:
>> Christian G. Becker meinte:
>> > Ein Kloß ist für mich etwas rundes
>> > (kloßförmiges ;) ) aus Teig.
>> Meine Fleischklöße sind nicht aus Teig.
>
> Deswegen heißen di ja auch Klopse und nicht Klöße.
Na gut, wenn klein, heißen sie Fleischklößchen oder
Hackfleischbällchen, wenn groß genug, Frikadellen, Buletten etc. Als
Klopse kenn ich sie aus Thüringen. In meiner Sozialisation war ein
Klops eher ein heftiger Fehler.
Egal, setze statt Teig einfach "formbares Material" ein, dann stimmts,
auch für Lehm- und Erdklöße.
Eben darum ging's ja: Es ist *nicht* ein beliebiges Material, sondern
Teig. Ich bin sogar geneigt, Christinas Kartoffeltheorie zuzustimmen.
>(Man verzeihe mir
>die Kloß-Absenz in den Beispielen. Diesbezüglich bin ich unwissend)
Grüne Klöße (das sind die richtigen)
Wickelklöße
Hefeklöße
Faule-Weiber-Kließ[1] (aus fertigem, industriell hergestellten
Kartoffelmehl hergestellte "grüne" oder "Thüringer" Klöße)
Thüringer Klöße (minderwertige Abart der grünen Klöße)
[1]erzgebirgisch für Klöße - diese Redewendung gibt es nur im
arzgebirgschen Dialekt, doch vielleicht schaft sie es irgendwann in
die Hochsprache...
Weitere Besonderheit: es gibt keinen Singular von "Kließ" - logisch,
wer kocht oder ißt schon einen einzelnen Kloß. :-)
Gruß Uwe
--
Gäbe es einene Usenet-TÜV, wäre OjE sicherlich
nicht zur Kommunikation zugelassen.
Stephan Dörner in desd
http://www.mc-kw-meerane.de
> Weitere Besonderheit: es gibt keinen Singular von "Kließ" - logisch,
> wer kocht oder ißt schon einen einzelnen Kloß. :-)
Bei meiner Oma (schwäbisch-hessisch) aber auch nicht: "Iss doch noch'n
Klöß!"
> >Hallo miteinander!
> >
> >Einer meiner Kollegen ist der Meinung, es gäbe einen semantischen
> >Unterschied zwischen "Knödel" und "Kloß". Ich bin jedoch der Meinung, dass
> >es sich dabei lediglich um regionale Ausdrücke identischer Bedeutung
> >handelt. Was hochdeutsch ist, könnte ich jetzt auch nicht sagen, aber da
> >die Bayern "Knädln" sagen, tendiert MUSE zu den Klößen.
> >
> Wenn's denn wahr ist, dass die Sache aus Böhmen kommt: Dort heißen die
> Dinger knedlík
Da Du beliebst, im Plural zu formulieren, recte: knedlíki - FR
Diese länglichen (in Scheiben geschnittenen) Knödel heißen hier in
Wien Serviettenknödel, weil sie in ein Tuch eingerollt gekocht werden.
Was nicht nur Vorteile beim Portionieren bringt: Ein ballähnlicher
Knödel, der frei im sprudelnden Wasser gekocht wird, muß zwecks Bin-
dung Mehl enthalten und wird nach Verkleisterung desselben immer här-
ter sein, als ein völlig mehlfrei herstellbarer luftiger Servietten-
knödel (nur aus gewürfelten Semmeln).
--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Ich benutze am Computer kein Korrekturprogramm,
| | | |_| | ich mache meine Fehler lieber selber!"
| | | _ | (nach R. Kusmierz in desd)
|_|a |_| |_|a
> MUSEN haben Klöße in jedem Fall was mit Kartoffeln zu tun, nur die
> weiteren Zutaten und das Verhältnis von rohen zu gekochten Kartoffeln
> variieren.
Diese Definition lernte ich in meiner kulinarischen Grundausbildung am
großelterlichen Küchentisch. Es gab dort (im badischen Frankenland)
"rohe" oder "gekochte Klöße" (aus Kartoffelmehl) oder "Knödel" (aus
sonstigem formbaren Material wie getränktem Weißbrot oder gemahlener
Leber). Die Unterscheidung war ziemlich streng, und ich wurde als Kind
jedesmal zurechtgewiesen, wenn ich die beiden verwechselte.
Allerdings gab es auch dort schon eine Ausnahme von der reinen Lehre:
Markklößchen hießen immer Markklößchen, vermutlich weil sie ein edleres
Gericht waren, das einen standarddeutsch klingenden Namen verdiente.
Die Ausnahmen mehrten sich später mit wachsender Entfernung von
besagtem Küchentisch.
--
Bernd Gramlich Quod scripsi, scripsi.
Uwe Schickedanz schrieb:
> Grüne Klöße (das sind die richtigen)
> Wickelklöße
> Hefeklöße
> Faule-Weiber-Kließ[1] (aus fertigem, industriell hergestellten
> Kartoffelmehl hergestellte "grüne" oder "Thüringer" Klöße)
> Thüringer Klöße (minderwertige Abart der grünen Klöße)
aber .....
Königsberger Klopse! (ist das ein Regionalismus?)
> wer kocht oder ißt schon einen einzelnen Kloß. :-)
Stimmt, der Germknödel ist kein Kloß.
--
tobias benjamin köhler ____________________________ t...@uncia.de
_________ ______________ ______________ ______________ __>_____
========H|H============H|H============H|H============H|=H=====`)
------oo-^-oo--------oo-^-oo--------oo-^-oo--------oo-^o-o--o-o=
Gruß, Michael
> > (Was genau sind eigentlich Klopse?)
>
> Hier bei uns sind die aus Hackfleisch und dann gekocht.
Dann sind es "gekochte Klopse". Man kann sie aber auch braten.
Wobei die Klopse, die ich kenne, nicht aus Hackfleisch sind,
sondern lediglich einen mehr oder weniger großen Anteil
desselben aufweisen. Weitere Bestandteile sind Paniermehl,
Ei, div. Gewürze.
[...]
> [1]erzgebirgisch für Klöße - diese Redewendung gibt es nur im
> arzgebirgschen Dialekt, doch vielleicht schaft sie es irgendwann in
> die Hochsprache...
> Weitere Besonderheit: es gibt keinen Singular von "Kließ" - logisch,
> wer kocht oder ißt schon einen einzelnen Kloß. :-)
Schlesisch: "Kließla"
Gruß,
A.
>> Faule-Weiber-Kließ [1]
>> [1] erzgebirgisch für Klöße
> Schlesisch: "Kließla"
Südthüringisch (fränkisch?): Hütes.
> Diese länglichen (in Scheiben geschnittenen) Knödel heißen hier in
> Wien Serviettenknödel, weil sie in ein Tuch eingerollt gekocht
> werden.
Gibts doch heute überall zu kaufen, mit Plastikserviette drumrum.
> Oliver Cromm schrieb:
>>
>> Egal, setze statt Teig einfach "formbares
>> Material" ein, dann stimmts, auch für Lehm- und
>> Erdklöße.
>
> Eben darum ging's ja: Es ist *nicht* ein beliebiges Material, sondern
> Teig. Ich bin sogar geneigt, Christinas Kartoffeltheorie zuzustimmen.
Einigen wir uns, dass wir uns nicht einig sind.
M.E. ein Kontextproblem: "Zum Abendessen gibt's Klöße" deutet auf
Kartoffeln, aber "Schau mal, Papa, was ist das für ein Kloß da?" sagt
noch nichts über das Material.
>>(Man verzeihe mir
>>die Kloß-Absenz in den Beispielen. Diesbezüglich bin ich unwissend)
>
>Grüne Klöße (das sind die richtigen)
Wie gehn die?
>>Grüne Klöße (das sind die richtigen)
>
>Wie gehn die?
Du kochst einen Topf Pellkartoffeln. Ungefähr die doppelte Menge an
rohen Kartoffeln wird geschält und entweder mit der Fruchtzentrifuge
oder dem Handreibeisen gerieben.
IF $Zentrifuge<>0, THEN $you=faul, ELSE GOTO $Kloßsack
Kloßsack: da die geriebenen rohen Kartoffeln noch ausgepresst werden
müssen, ist etwas mehr körperlicher Einsatz gefragt. Ein Kloßsack ist
ein schlauchähnliches Gewebe, in welches man die Kloßmasse gibt und
auswringt.
Wenn man eine Zentrifuge hat, ist die Kloßmasse nunmehr ein wenig zu
trocken, man gibt von dem aufgefangenen Stärkewasser ein bißchen
hinzu.
Kloßmasse in eine entsprechend große Schüssel, dann werden die
Pellkartoffeln gepellt, mit einer Kartoffelpresse zu Brei verarbeitet
und hinzugegeben.
Dazu eine Prise Salz, und mit 2-3 Kellen Wasser überbrühen, dabei zu
einer gleichmäßigen Masse verrühren oder -quirlen.
Eine oder mehrere Semmeln kleinwürfeln und mit wenig Fett unter
ständigem Wenden goldgelb rösten.
Mit den in kaltes Wasser getauchten Händen Masse für einen Kloß
abnehmen, 3-4 Semmelröstel hineingeben und das ganze zu einem Kloß
formen. Diesen dann mit dem Schaumlöffel in das kochende Wasser geben.
Wiederholen, bis die Zutaten alle sind oder der Topf voll ist. ;-)
Mit Deckel ca. 20min kochen lassen.
Den ersten Kloß herausnehmen, vorsichtig mit Messer und Gabel öffnen
und wenn er gleichmäßig locker ist ohne zu kleben, sind die Klöße
fertig.
>Reinhard Gonaus <er...@aon.at> schrieb:
>
>>>Grüne Klöße (das sind die richtigen)
>>
>>Wie gehn die?
>
>
>Mit Deckel ca. 20min kochen lassen.
Bloß nicht! Die Klöße dürfen nur in sehr heißem, aber nicht kochendem
Wasser ziehen, sonst zerfallen sie.
Sollte das Wasser anfangen zu kochen, muss man sofort eine halbe Tasse
kalten Wassers dazugeben und die Hitze kleiner stellen.
Gruß
Peter Wünsche
Peter Wuensche
Bamberg
> Reinhard Gonaus <er...@aon.at> schrieb:
>
>>>Grüne Klöße (das sind die richtigen)
>>
>>Wie gehn die?
>
> Du kochst einen Topf Pellkartoffeln. Ungefähr die doppelte Menge an
> rohen Kartoffeln wird geschält und entweder mit der Fruchtzentrifuge
> oder dem Handreibeisen gerieben.
Was ist eigentlich eine Fruchtzentrifuge? Zentrifugen kenne ich zunächst
aus dem Biolabor, das ähnlichste in der Küche wäre eine Salatschleuder.
Dass man damit Kartoffeln zerkleinern kann, deutet auf einen Mixer [1],
aber später sagst Du, darin würden die Kartoffeln trocken, also muß wohl
auch noch eine Wasserabscheidung inbegriffen sein. Interessantes Ding.
> Ein Kloßsack ist
> ein schlauchähnliches Gewebe, in welches man die Kloßmasse gibt und
> auswringt.
Mangels Kloßsack könnte ich das vielleicht mit einem Küchenhandtuch
versuchen?
> Pellkartoffeln gepellt, mit einer Kartoffelpresse zu Brei verarbeitet
> und hinzugegeben.
Mangels Kartoffelpresse vielleicht mit der Gabel? Anstrengend...
> Diesen dann mit dem Schaumlöffel in das kochende Wasser geben.
Mangels Schaumlöffel vielleicht einfach mit der Kelle?
Also ich seh schon, wenn man mit einem Jahr Abstand zweimal den
Kontinent wechselt, ist man einfach nicht mehr richtig ausgestattet.
[1] Den Mixer, mit dem man Milchmix oder Fruchtmus produzieren kann,
habe ich schon immer streng vom Handrührgerät unterschieden, hatte aber
wiederholt Kommunikationsprobleme, manchmal sogar, wenn ich sicher war
"im Mixer" gesagt zu haben. Was die Leute sich da wohl vorstellen? Eine
Küchenmaschine? Hat doch alles andere Namen!
--
Oliver Cromm
Plures linguas scire gloriosum esset, patet exemplo Catonis,
Mithridates, Apostolorum. (Comenius, cit. Eco)
Im Prinzip ist mir dieses Verfahren als Anleitung zur Herstellung von sogenannten 'Waldviertler Knödeln' bekannt.
Mit folgenden Unterschieden:
1. Kenn ich auch keine Fruchtzentifuge für den o.e. Zweck
2. Die Füllung mit gerösteten Semmelwürfeln ist im Waldviertel unbe-
kannt, wenn, dann nimmt man/frau Grammeln (= Grieben). Bist du viel-
leicht Vegetarier?
3. Noch eine Frage zum 'ersten Kloß': Nummerierst du deine Knödel vor dem Einlegen ins Wasser? Womit?
4. Eine Ergänzung: Ältere Erdäpfel eignen sich zwar besser zum Reiben
und Auspressen, jedoch werden die daraus hergestellten Knödel dunkel-
graublau bis hellschwarz ...
Wir taten die geschälten rohen Erdäpfel in einen großen zugedeckten
Topf und 'schwefelten' sie, dh es wurde ein Stückchen Schwefelpapier
angezündet und in den Topf gelegt (möglichst im Freien!). Das entstan-
dene SO2 verhinderte die Oxidation und ging beim Kochen in (fast) un-
schädliche Schwefelsäure über.
Heute gibt es Pfannis rohe Klöße aus dem Sackerl (=Tüte) ...
>>>Grüne Klöße (das sind die richtigen)
>>
>>Wie gehn die?
>
>Du kochst einen Topf Pellkartoffeln. Ungefähr die doppelte Menge an
>rohen Kartoffeln wird geschält und entweder mit der Fruchtzentrifuge
>
>(Rezept)
>
>Den ersten Kloß herausnehmen, vorsichtig mit Messer und Gabel öffnen
>und wenn er gleichmäßig locker ist ohne zu kleben, sind die Klöße
>fertig.
>
Das hat, abgesehen von den gekochten Kartoffeln und den Semmelwürfeln,
Ähnlichkeit mit Waldviertler Knödeln.
Wieso heißen die "grün"? Was isst man dazu,bzw. wozu isst man die?
>Uwe Schickedanz meinte:
>
>> Reinhard Gonaus <er...@aon.at> schrieb:
>>
>>>>Grüne Klöße (das sind die richtigen)
>>>
>>>Wie gehn die?
>>
>> Du kochst einen Topf Pellkartoffeln. Ungefähr die doppelte Menge an
>> rohen Kartoffeln wird geschält und entweder mit der Fruchtzentrifuge
>> oder dem Handreibeisen gerieben.
>
>Was ist eigentlich eine Fruchtzentrifuge? Zentrifugen kenne ich zunächst
>aus dem Biolabor, das ähnlichste in der Küche wäre eine Salatschleuder.
>Dass man damit Kartoffeln zerkleinern kann, deutet auf einen Mixer [1],
>aber später sagst Du, darin würden die Kartoffeln trocken, also muß wohl
>auch noch eine Wasserabscheidung inbegriffen sein. Interessantes Ding.
>
Das ist wohl so ein Ding, mit dem man kalt entsaftet, oder?
Bei Früchten verwendet man halt den Saft, bei Kartoffeln den
Rückstand.
>> Ein Kloßsack ist
>> ein schlauchähnliches Gewebe, in welches man die Kloßmasse gibt und
>> auswringt.
>
>Mangels Kloßsack könnte ich das vielleicht mit einem Küchenhandtuch
>versuchen?
>
Muss aber ein neues, extra starkes sein, sonst zerreißt es.
>> Pellkartoffeln gepellt, mit einer Kartoffelpresse zu Brei verarbeitet
>> und hinzugegeben.
>
>Mangels Kartoffelpresse vielleicht mit der Gabel? Anstrengend...
>
Anderes Küchentuch, Schnitzelklopfer. Das geht auch.
>> Diesen dann mit dem Schaumlöffel in das kochende Wasser geben.
>
>Mangels Schaumlöffel vielleicht einfach mit der Kelle?
>
Sicher. Und erst mal in ein Sieb, damit das Wasser nicht in die
Servierschüssel kommt.
>Also ich seh schon, wenn man mit einem Jahr Abstand zweimal den
>Kontinent wechselt, ist man einfach nicht mehr richtig ausgestattet.
>
Oder man hat die Essgewohnheiten geändert.
>[1] Den Mixer, mit dem man Milchmix oder Fruchtmus produzieren kann,
>habe ich schon immer streng vom Handrührgerät unterschieden, hatte aber
>wiederholt Kommunikationsprobleme, manchmal sogar, wenn ich sicher war
>"im Mixer" gesagt zu haben. Was die Leute sich da wohl vorstellen? Eine
>Küchenmaschine? Hat doch alles andere Namen!
Was du Handrührgerät nennst, heißt bei uns in .at allgemein Handmixer.
Der Mixer ohne Bestimmungswort ist ein Standgerät mit Glasaufsatz und
rotierendem Messer. Dann gibt's noch den Stabmixer und den Barmixer.
;-)
>
> >[1] Den Mixer, mit dem man Milchmix oder Fruchtmus produzieren kann,
> >habe ich schon immer streng vom Handrührgerät unterschieden, hatte aber
> >wiederholt Kommunikationsprobleme, manchmal sogar, wenn ich sicher war
> >"im Mixer" gesagt zu haben. Was die Leute sich da wohl vorstellen? Eine
> >Küchenmaschine? Hat doch alles andere Namen!
>
> Was du Handrührgerät nennst, heißt bei uns in .at allgemein Handmixer.
> Der Mixer ohne Bestimmungswort ist ein Standgerät mit Glasaufsatz und
> rotierendem Messer. Dann gibt's noch den Stabmixer und den Barmixer.
> ;-)
>
Ja!
der mixer mischt den whisky ... (schnellsprech)
Barmixer, nagut, ist wohl deutsch, aber wie heißt Barkeeper auf eng-
lisch?
So ähnlich wie das Aufhören des Gesichtsbewuchse!
onegraqre
Nein! Es ist ROT13!
>Die Klöße dürfen nur in sehr heißem, aber nicht kochendem
>Wasser ziehen, sonst zerfallen sie.
Meinte auch "ziehen lassen". Freudsche Fehlleistung. Schreib Du mal
ein Rezept, bei dem Dir permanent das Wasser im Mund zusammenläuft und
konzentriere Dich dabei auf so etwas;-)
>>Was ist eigentlich eine Fruchtzentrifuge? Zentrifugen kenne ich zunächst
>>aus dem Biolabor, das ähnlichste in der Küche wäre eine Salatschleuder.
>>Dass man damit Kartoffeln zerkleinern kann, deutet auf einen Mixer [1],
>>aber später sagst Du, darin würden die Kartoffeln trocken, also muß wohl
>>auch noch eine Wasserabscheidung inbegriffen sein. Interessantes Ding.
>>
>Das ist wohl so ein Ding, mit dem man kalt entsaftet, oder?
>Bei Früchten verwendet man halt den Saft, bei Kartoffeln den
>Rückstand.
Exakt.
>Mangels Kloßsack könnte ich das vielleicht mit einem Küchenhandtuch
>versuchen?
Wenn's straff genug ist, ja.
>Wieso heißen die "grün"? Was isst man dazu,bzw. wozu isst man die?
Etymologisch wohl wegen der rohen Kartoffeln, obwohl die ja nicht grün
sind. Möglicherweise aber auch, weil sie einen ganz leichten,
grünlichen Ton bekommen. Das hängt aber sehr vom Verhältnis
rohe/gekochte Aardäppeln ab, dunkelgrau ist auch möglich.
>Im Prinzip ist mir dieses Verfahren als Anleitung zur Herstellung von sogenannten 'Waldviertler Knödeln' bekannt.
>Mit folgenden Unterschieden:
>1. Kenn ich auch keine Fruchtzentifuge für den o.e. Zweck
s.anderer Artikel.
>2. Die Füllung mit gerösteten Semmelwürfeln ist im Waldviertel unbe-
>kannt, wenn, dann nimmt man/frau Grammeln (= Grieben). Bist du viel-
>leicht Vegetarier?
Nein, das gehört so.
>3. Noch eine Frage zum 'ersten Kloß': Nummerierst du deine Knödel vor dem Einlegen ins Wasser? Womit?
Nein. Man rührt sie aber auch nicht um:-)
>4. Eine Ergänzung: Ältere Erdäpfel eignen sich zwar besser zum Reiben
>und Auspressen, jedoch werden die daraus hergestellten Knödel dunkel-
>graublau bis hellschwarz ...
Ja, die Färbung hängt vom Rohmaterial ab.
>Wir taten die geschälten rohen Erdäpfel in einen großen zugedeckten
>Topf und 'schwefelten' sie, dh es wurde ein Stückchen Schwefelpapier
>angezündet und in den Topf gelegt (möglichst im Freien!). Das entstan-
>dene SO2 verhinderte die Oxidation und ging beim Kochen in (fast) un-
>schädliche Schwefelsäure über.
Na ja....
>Heute gibt es Pfannis rohe Klöße aus dem Sackerl (=Tüte) ...
*würg*
>>> Pellkartoffeln gepellt, mit einer Kartoffelpresse zu Brei
>>> verarbeitet und hinzugegeben.
>>
>>Mangels Kartoffelpresse vielleicht mit der Gabel? Anstrengend...
>>
> Anderes Küchentuch, Schnitzelklopfer. Das geht auch.
Schnitzel- was?? ;-)
--
Oliver Cromm
If I had a hammer...
> Semmelklöße (fränkisch Weckgläß)
Kann man die auch in Weckgläser tun und wie heißen sie dann?
> Reinhard Gonaus meinte:
>
>>>> Pellkartoffeln gepellt, mit einer Kartoffelpresse zu Brei
>>>> verarbeitet und hinzugegeben.
>>>
>>>Mangels Kartoffelpresse vielleicht mit der Gabel? Anstrengend...
>>>
>> Anderes Küchentuch, Schnitzelklopfer. Das geht auch.
>
> Schnitzel- was?? ;-)
Schnitzelklopfer - hammerartig geformtes Gerät zum "bräitklatschen von die
Schnitzel" (ostpreussisch eingefärbt).
wobo
--
Public GnuPG key available at http://www.wolf-b.de/misc
> Rüdiger Silberer meinte:
>
>> Semmelklöße (fränkisch Weckgläß)
>
> Kann man die auch in Weckgläser tun und wie heißen sie dann?
Nichtwiederrausbekomm-Klöße?
>Reinhard Gonaus meinte:
>
>>>> Pellkartoffeln gepellt, mit einer Kartoffelpresse zu Brei
>>>> verarbeitet und hinzugegeben.
>>>
>>>Mangels Kartoffelpresse vielleicht mit der Gabel? Anstrengend...
>>>
>> Anderes Küchentuch, Schnitzelklopfer. Das geht auch.
>
>Schnitzel- was?? ;-)
Na, den metallenen oder hölzernen Hammer mit den Zacken, mit dem man
die rohen Schnitzel klopft, damit sie so hauchdünn und mürb werden,
wie sie sein sollen.
Hierzulande: Fleischklopfer.
>Reinhard Gonaus <er...@aon.at> schrieb:
>
>>Wieso heißen die "grün"? Was isst man dazu,bzw. wozu isst man die?
>
>Etymologisch wohl wegen der rohen Kartoffeln, obwohl die ja nicht grün
>sind. Möglicherweise aber auch, weil sie einen ganz leichten,
>grünlichen Ton bekommen. Das hängt aber sehr vom Verhältnis
>rohe/gekochte Aardäppeln ab, dunkelgrau ist auch möglich.
>
Abstufungen von Grau kenn ich von den Waldviertlern. Früher hat man
das durch Schwefeln verhindert, heute durch Verwendung von
Fertigprodukten. Die graue Farbe tut der Qualität und dem
Wohlgeschmack aber keinen Abbruch.
In "meiner" Küche sind die Waldviertler (aus rohen Kartoffeln) Beilage
zu allerlei Fleischgerichten, vornehmlich zum Schweinsbraten, aber
auch zum Martinigansl mit Rotkraut.
Die aus gekochten Kartoffeln hingegen wollen gern gefüllt sein: Mit
Faschiertem, Grammeln, Wurst, ..., aber auch mit Obst, vornehmlich
Marillen.
> Reinhard Gonaus meinte:
>
>> Anderes Küchentuch, Schnitzelklopfer. Das geht auch.
>
> Schnitzel- was?? ;-)
>
> --
> Oliver Cromm
> If I had a hammer...
Jetzt haben alle ihre Ironiedetektoren auf so empfindlich gestellt,
dass sie auf meine obige Nachricht hin durchgebrannt sind.
Klingt überzeugend. Im Niederbairischen kann "grea" grün, aber auch roh
bedeuten.
Dazu fällt mir die Geschichte ein, die sich in der Osterzeit ereignet
hat. Meine Großmutter bat eine ihrer Töchter um ein rohes Ei, mit den
Worten "Bring ma amoi a greans Oa!". Daraufhin brachte die Angesprochene
ein grünes Ei. "Naa, a rohs!" Worauf sie ein rotes Ei bekam...
Gruß, Michael
Ja, ja.
Bei meinen Verwndten im Pielachtal heißen die anlässlich des
Osterfestes gefärbten Eier "rohde Oa", sie mögen gefärbt sein, wie sie
wollen.
Und die bekannte Frage des Kindes: Du, Papa, warum seint die
Schwoarzbeeren rot? - Weul's nu grean san.
Das ist in Niederbayern auch so, dort gehen die Burschen zu Ostern zu
den Mädchen und bitten um "roude Oa".
Gruß, Michael
Bei einer bestimmten Konzentration an rohen Kartoffeln (ungeschwefelten)
bekommen die Klöße einen grünen Farbton (für meine Augen ist der eher grau,
aber meine Mutter z.B. ist bereit, Grün zu sehen).
Bei meinen (unechten, weil sie nie so gut schmecken wie die von der Oma)
schlesischen Klößen sind zwei Drittel gekochte Kartoffeln, dann werden sie
nicht grün.
chr