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Re: Schreibweise der Interjektion "Mm"

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Christina Kunze

unread,
Aug 3, 2021, 12:16:14 AM8/3/21
to
Am 03.08.2021 um 03:24 schrieb Stefan Ram:
> r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) writes:
>> Was ist die kanonische Schreibweise für dieses (mein) "Mm"
>> [m:]. Schreibt man es "Hm" oder "Mh" oder noch anders?
>
> PS: Nach dem Abschicken meines Beitrags finde ich jetzt
> doch noch einen Hinweis. Durch ihn habe ich erfahren, daß
> wahrscheinlich "Hm" die von mir gesuchte Schreibweise ist.
>
>
"Hm" lese ich eher als Ausdruck des Zweifels.

Das von Dir beschriebene "mm" ist ja ein sehr mündlicher Ausdruck, mit
dem man gesprochene Rede beim Zuhören begleitet.
Sollte es dafür gar keine eingeführte Schreibung geben?

Müsste ich es schriftlich verwenden, schriebe ich es "mm", um den Lesern
zu signalisieren, dass weder "hm" (naja, man weiß ja nicht) noch "mh"
(schmeckt gut) gemeint ist.

chr

Helmut Richter

unread,
Aug 3, 2021, 3:30:53 AM8/3/21
to
On Tue, 3 Aug 2021, Stefan Ram wrote:

> Es gibt eine sehr häufige Interjektion, die ähnlich
> klingt wie "Mm" [m:]. Ich verstehe sie so, daß sie,
> während man jemandem zuhört nicht unterbricht, sondern
> nur kurz zeigt, daß man weiterhin zuhört, ähnlich wie
> ein kurzes "Ja.". Zum Beispiel am Telephon.

Das wäre doch ein Kandidat für ein in vielen (oder allen?) menschlichen
Sprachen verwendetes Wort. Während Wörter mit mehr Information, z.B. Schmerz,
Zustimmung, Ablehnung usw., von Kultur zu Kultur stark wechseln, *könnte*
dieses Wort über viele Kulturen hinweg gleich sein, wo es nicht als unhöflich
gilt, zu einer Äußerung den Mund nicht aufzutun; dort sagt man dann ein Wort
der Sprache, im Deutschen neuerdings oft auch „Okay?“.

Computer verwenden dazu gerne das einbuchstabige Wort, das in Unicode mit dem
Buchstaben Nr. 6 geschrieben wird. Wie sie es aussprechen, hört man leider
nicht. Wenn Menschen es wiedergeben, sprechen sie es ACK aus.

Ich bin nicht sicher, ob [m:] der genau richtige Laut ist. Es genügt jede
Inbetriebsetzung des Stimmbandes bei geschlossenem Mund, sozusagen das
Schwa-Äquivalent der Nasale. Probiere ich [m:], [n:] und [ŋ:] mit
geschlossenem Mund aus, dann passen alle drei ungefähr, aber mir kommt vor,
dass ich mir für ACK nicht die Mühe mache, eines davon genau zu artikulieren;
es genügt, wenn die Stimme brummt, der Mund zu ist und die Nase frei. Dass man
es, wenn überhaupt, als „mm“ schreibt, liegt daran, dass man [n:] und [ŋ:]
auch mit offenem Mund sprechen könnte, [m:] aber nicht. Schreibungen mit -h-
sind phonetisch daneben: [h] ist stimmlos und man kann es mit geschlossenem
Mund nicht sprechen.

--
Helmut Richter

Stefan Froehlich

unread,
Aug 3, 2021, 3:48:05 AM8/3/21
to
On Tue, 03 Aug 2021 09:30:49 Helmut Richter wrote:
> On Tue, 3 Aug 2021, Stefan Ram wrote:
> > Es gibt eine sehr häufige Interjektion, die ähnlich
> > klingt wie "Mm" [m:]. Ich verstehe sie so, daß sie,
> > während man jemandem zuhört nicht unterbricht, sondern
> > nur kurz zeigt, daß man weiterhin zuhört, ähnlich wie
> > ein kurzes "Ja.". Zum Beispiel am Telephon.

> Dass man es, wenn überhaupt, als „mm“ schreibt, liegt daran, dass
> man [n:] und [ŋ:] auch mit offenem Mund sprechen könnte, [m:] aber
> nicht. Schreibungen mit -h- sind phonetisch daneben: [h] ist
> stimmlos und man kann es mit geschlossenem Mund nicht sprechen.

Nicht? Ich kann das (im Fall von mhm) eigentlich *nur* mit
geschlossenem Mund, ansonsten wird es das Äquivalent zu einem
Zungenbrecher. Bislang hatte ich "mm" auch immer als Verkürzung von
"mhm" empfunden, begleitende Zustimmung zu dem, was das Gegenüber
gerade sagt, um das Fehlen von Einsprüchen zu signalisieren.

Servus,
Stefan

--
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HC Ahlmann

unread,
Aug 3, 2021, 5:38:37 AM8/3/21
to
Stefan Ram <r...@zedat.fu-berlin.de> wrote:

> Es gibt eine sehr häufige Interjektion, die ähnlich
> klingt wie "Mm" [m:]. Ich verstehe sie so, daß sie,
> während man jemandem zuhört nicht unterbricht, sondern
> nur kurz zeigt, daß man weiterhin zuhört, ähnlich wie
> ein kurzes "Ja.". Zum Beispiel am Telephon.
>
> Ich finde diese Interjektion nicht im Wörterbuch!

Es ist kein Wort, sondern Lautmalerei.

> Dort gibt es "hm", "mhm" und "mmh", aber auch nicht
> mit der Bedeutung aus dem ersten Absatz oben, sondern
> nur mit den Bedeutungen:
>
> - (Räuspern)
> - (Hüsteln)
> - zögerliche Zustimmung
> - Ausdruck von Nachdenklichkeit/Bedenken
> - Ausdruck fragender Verwunderung
> - Ausdruck von Mißbilligung
> - Ausdruck von Zustimmung
> - Ausdruck, daß etwas gut schmeckt
>
> . Bilde ich mir [m]ein "Mm" [m:] mit der Bedeutung
> "Ich höre weiterhin [aufmerksam] zu." nur ein?

Ich halte Nachdenklichkeit, Bedenken (nicht im Sinne von Widerspruch,
muss formuliert werden) und Zustimmung für passende Umschreibungen von
"ich höre weiterhin [aufmerksam] zu".

> Aber meine entscheidende Frage:
>
> Was ist die kanonische Schreibweise für dieses (mein) "Mm"
> [m:]. Schreibt man es "Hm" oder "Mh" oder noch anders?

Da es bei dem Laut auch auf nonverbale Signale wie Mimik, Gestik
ankommt, wird die Äußerung schwer zu erfassen sein. Ob dann ein
geschriebenes hm, mm, mhm, hmm noch so aufgefasst wir, wie der Autor
meint, ist auch offen.
Also hatte ich für einen Interview-Anhang einer Bachelorarbeit
vorgeschlagen, nur die Schreibweise hm zu verwenden, weil auch deren
Autorin und Interviewerin sich nicht mehr an die Bedeutung jedes
einzelnen hm, mm, mhm, hmm erinnern konnte, die sie lautmalerisch
nachbildete (bei den Gesprächspartnerinnen, alles Migrantinnen, kamen
derlei Einschübe übrigens nicht vor).
--
Munterbleiben
HC

Bertel Lund Hansen

unread,
Aug 3, 2021, 5:46:21 AM8/3/21
to
Den 03.08.2021 kl. 03.17 skrev Stefan Ram:

> . Bilde ich mir [m]ein "Mm" [m:] mit der Bedeutung
> "Ich höre weiterhin [aufmerksam] zu." nur ein?

Nein. Ich kenne es vom Dänischen. Für mich sind "hm" und "mm" gleich gut
- "hm" wenn man mit leicht offenem Mund beginnt.

--
Bertel

Bertel Lund Hansen

unread,
Aug 3, 2021, 5:50:11 AM8/3/21
to
Den 03.08.2021 kl. 11.38 skrev HC Ahlmann:

> Da es bei dem Laut auch auf nonverbale Signale wie Mimik, Gestik
> ankommt, [...]

Nicht beim Telefon.

> Also hatte ich für einen Interview-Anhang einer Bachelorarbeit
> vorgeschlagen, nur die Schreibweise hm zu verwenden, weil auch deren
> Autorin und Interviewerin sich nicht mehr an die Bedeutung jedes
> einzelnen hm, mm, mhm, hmm erinnern konnte,

Da stimme ich zu.

--
Bertel

Christina Kunze

unread,
Aug 3, 2021, 6:01:09 AM8/3/21
to
Am 03.08.2021 um 11:38 schrieb HC Ahlmann:
> Stefan Ram <r...@zedat.fu-berlin.de> wrote:
>
>> Es gibt eine sehr häufige Interjektion, die ähnlich
>> klingt wie "Mm" [m:]. Ich verstehe sie so, daß sie,
>> während man jemandem zuhört nicht unterbricht, sondern
>> nur kurz zeigt, daß man weiterhin zuhört, ähnlich wie
>> ein kurzes "Ja.". Zum Beispiel am Telephon.
>>
>> Ich finde diese Interjektion nicht im Wörterbuch!
>
> Da es bei dem Laut auch auf nonverbale Signale wie Mimik, Gestik
> ankommt, wird die Äußerung schwer zu erfassen sein.

Ich glaube, der Unterschied liegt nicht in den begleitenden Gesten,
sondern in der Intonation des Brummens, die sich mit Buchstaben aber
nicht wiedergeben lässt.

chr

Quinn C

unread,
Aug 3, 2021, 9:12:23 AM8/3/21
to
* Helmut Richter:

> On Tue, 3 Aug 2021, Stefan Ram wrote:
>
>> Es gibt eine sehr häufige Interjektion, die ähnlich
>> klingt wie "Mm" [m:]. Ich verstehe sie so, daß sie,
>> während man jemandem zuhört nicht unterbricht, sondern
>> nur kurz zeigt, daß man weiterhin zuhört, ähnlich wie
>> ein kurzes "Ja.". Zum Beispiel am Telephon.
>
> Ich bin nicht sicher, ob [m:] der genau richtige Laut ist. Es genügt jede
> Inbetriebsetzung des Stimmbandes bei geschlossenem Mund, sozusagen das
> Schwa-Äquivalent der Nasale. Probiere ich [m:], [n:] und [ŋ:] mit
> geschlossenem Mund aus, dann passen alle drei ungefähr, aber mir kommt vor,
> dass ich mir für ACK nicht die Mühe mache, eines davon genau zu artikulieren;
> es genügt, wenn die Stimme brummt, der Mund zu ist und die Nase frei. Dass man
> es, wenn überhaupt, als „mm“ schreibt, liegt daran, dass man [n:] und [ŋ:]
> auch mit offenem Mund sprechen könnte, [m:] aber nicht.

Zu dieser Art Feedback-Partikel gehört im Japanischen neben [E:] eines,
das gewöhnlich <un> geschrieben wird, gesprochen wohl am häufigsten
[ŋ:], mit geschlossenem oder fast geschlossenem Mund.

> Schreibungen mit -h-
> sind phonetisch daneben: [h] ist stimmlos und man kann es mit geschlossenem
> Mund nicht sprechen.

Das <h> steht in diesen Fällen für einen Glottisschlag oder jedenfalls
plötzlichen, nicht graduellen, Einsatz der Stimmbänder. Insofern eine
ähnliche Benutzung des Buchstabens wie in "geheim" etc.

--
Es wurde versucht, auf Ihr Konto von einem neuen verbinden Computer.
-- SPAMPOESIE

Quinn C

unread,
Aug 3, 2021, 9:15:06 AM8/3/21
to
* Quinn C:

>> Schreibungen mit -h-
>> sind phonetisch daneben: [h] ist stimmlos und man kann es mit geschlossenem
>> Mund nicht sprechen.
>
> Das <h> steht in diesen Fällen für einen Glottisschlag oder jedenfalls
> plötzlichen, nicht graduellen, Einsatz der Stimmbänder. Insofern eine
> ähnliche Benutzung des Buchstabens wie in "geheim" etc.

Das Beispiel überzeugt mich bereits nicht mehr. "Geheim" hat wohl ein
echtes [h]. Ein besseres Beispiel fällt mir auf die Schnelle aber auch
nicht ein. "Gehen" hat kein [h], aber auch keinen Glottisschlag.

--
Ich habe ein Geschäft verdunkelt Anregung für Sie.
-- SPAMPOESIE

Markus Ermert

unread,
Aug 3, 2021, 10:24:10 AM8/3/21
to
Helmut Richter <hr.u...@email.de> wrote:
> On Tue, 3 Aug 2021, Stefan Ram wrote:
>
>> Es gibt eine sehr häufige Interjektion, die ähnlich
>> klingt wie "Mm" [m:]. Ich verstehe sie so, daß sie,
>> während man jemandem zuhört nicht unterbricht, sondern
>> nur kurz zeigt, daß man weiterhin zuhört, ähnlich wie
>> ein kurzes "Ja.". Zum Beispiel am Telephon.
>
> Das wäre doch ein Kandidat für ein in vielen (oder allen?) menschlichen
> Sprachen verwendetes Wort. Während Wörter mit mehr Information, z.B. Schmerz,
> Zustimmung, Ablehnung usw., von Kultur zu Kultur stark wechseln, *könnte*
> dieses Wort über viele Kulturen hinweg gleich sein,

Im Amharischen gibt es stattdessen eine Art umgekehrtes, also eingesogenen,
aspiriertes bis deutlich stimmhaftes H. Eher so, wie bei uns manchmal
Überraschung ausgedrückt wird.

Aber in Äthiopien sind ja etliche kulturelle Standardmuster ganz anders als
überall sonst.



Diedrich Ehlerding

unread,
Aug 3, 2021, 10:24:42 AM8/3/21
to
Quinn C meinte:

> Das Beispiel überzeugt mich bereits nicht mehr. "Geheim" hat wohl ein
> echtes [h].

Dito "behelfen", "behandeln", "gehorchen", "gehören", "behelfen",
"behufs", "behindern".
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.

Helmut Richter

unread,
Aug 3, 2021, 11:20:22 AM8/3/21
to
On Tue, 3 Aug 2021, Quinn C wrote:

> * Quinn C:
>
> >> Schreibungen mit -h-
> >> sind phonetisch daneben: [h] ist stimmlos und man kann es mit geschlossenem
> >> Mund nicht sprechen.
> >
> > Das <h> steht in diesen Fällen für einen Glottisschlag oder jedenfalls
> > plötzlichen, nicht graduellen, Einsatz der Stimmbänder. Insofern eine
> > ähnliche Benutzung des Buchstabens wie in "geheim" etc.
>
> Das Beispiel überzeugt mich bereits nicht mehr. "Geheim" hat wohl ein
> echtes [h]. Ein besseres Beispiel fällt mir auf die Schnelle aber auch
> nicht ein. "Gehen" hat kein [h], aber auch keinen Glottisschlag.

Ich denke, [h] hat *an sich* mit dem Glottisschlag nichts zu tun. Mir gelingt
es ohne weiteres, ein [h] nach einem Glottisschlag zu sprechen [ˀh], obwohl
ich keine Sprache kenne, die das von mir verlangt. Das Umgekehrte [hˀ], ist
ein kleiner Zungen- äääh... Kehlkopfbrecher, aber auch nicht
unmöglich. Vielleicht könnens die Dänen; die kriegen doch ihren stød überall
unter.

Im Deutschen sind die beiden gerade umgekehrt korreliert:

– -h- wird manchmal geschrieben, um die Abwesenheit des Glottisschlages zu
bezeichnen: Mühe, Ehe, Ruhe, Lohe, ... Damit unterscheidet sich die
Schreibung von „gehen“ [geːən] von der von „geendet“ [gəˀɛndət]. Das wird
aber alles andere als Konsequent gemacht: Bauer, Leier (aber Verleiher), ...

– Ein ganz kurzes [h] kann man einflechten, wenn man beim Einsetzen der
Stimme den Glottisschlag vermeiden will, wie das beim Singen manchmal
gemacht wird, damit es nicht so hart und plötzlich klingt – und auch, weil
man den intendierten Ton leichter trifft, besonders wenn er in der
Stimmlage mühsam ist.

--
Helmut Richter

Ulf Kutzner

unread,
Aug 3, 2021, 12:05:08 PM8/3/21
to
Diedrich Ehlerding wähnte und vermeinte am Dienstag, 3. August 2021 um 16:24:42 UTC+2:
> Quinn C meinte:
> > Das Beispiel überzeugt mich bereits nicht mehr. "Geheim" hat wohl ein
> > echtes [h].
> Dito "behelfen", "behandeln", "gehorchen", "gehören", "behelfen",
> "behufs", "behindern".

Das ist ja schön, daß Du präfigierte Wörter kennst, wenngleich Du diese
Gruppe nicht zu benennen vermochtest. Ich ergänze um 'rehabilitieren'.

Quinn C

unread,
Aug 3, 2021, 12:35:18 PM8/3/21
to
* Martin Gerdes:

> Christina Kunze <ku...@revesz.de> schrieb:
>
>>> Da es bei dem Laut auch auf nonverbale Signale wie Mimik, Gestik
>>> ankommt, wird die Äußerung schwer zu erfassen sein.
>
>> Ich glaube, der Unterschied liegt nicht in den begleitenden Gesten,
>> sondern in der Intonation des Brummens, die sich mit Buchstaben aber
>> nicht wiedergeben lässt.
>
> Staun! Das Deutsche ist ja doch eine tonale Sprache!
>
> Man könnte ja Akzente verwenden wie das Vietnamesische.
>
> Ich kann die beiden Interjektionen "m-m" (ja) und "m-m" (nein) im
> Gespräch sicher, unterscheiden (aktiver "Wortschatz"), könnte jetzt aber
> nicht sicher sagen, wie die Töne genau verlaufen. [...]
>
> Beide Interjektionen werden üblicherweise mit deutlichem Knacklaut
> gesprochen, bestehen also aus zwei Lauten. Selten spricht man sie aber
> auch ohne Knacklaut als langes m. Dabei steigt bei m (ja) der Ton
> deutlich an, bei m (nein) fällt der Ton ab.

Es gibt da einen weiten Bereich für Variation, aber für mich ist die
fundamentale Unterscheidung, daß "nein" durch zwei deutliche
Glottisschläge ausgedrückt wird (oft mit begleitendem m oder anderem
Nasallaut), "ja" hauptsächlich durch zwei m, eventuell mit begleitendem
Glottisschlag.

Die Grundintonation ist für mich in beiden Fällen fallend, aber, wie
gesagt, es gibt da viel Raum für Variation.

> Und dann gibts natürlich noch das "mh", das verschiedene Funktionen hat,
> etwa Nachdenken signalisiert oder auch eine unausgesprochene Antwort.

Das ist ein einzelnes, längeres m, daher schreibe ich hmm (oder mehr m).

--
Sehr geehrte Wert Mitglied Yahoo! Deutschland
-- SPAMPOESIE

Bernd Schwegmann

unread,
Aug 3, 2021, 6:43:35 PM8/3/21
to
Am 03.08.21 um 16:24 schrieb Markus Ermert:
nu, sach ma, /wo/ sonst überall sind kulturelle Standardmuster ganz
anders als sonst überall; z.B. inuit Thule, Sumatra + Batak Toba, swie
die Mapuche/Chiloe?


BS+

Bertel Lund Hansen

unread,
Aug 4, 2021, 3:06:04 AM8/4/21
to
Den 03.08.2021 kl. 17.20 skrev Helmut Richter:

> ich keine Sprache kenne, die das von mir verlangt. Das Umgekehrte [hˀ], ist
> ein kleiner Zungen- äääh... Kehlkopfbrecher, aber auch nicht
> unmöglich. Vielleicht könnens die Dänen; die kriegen doch ihren stød überall
> unter.

Es sit einfach ein H mit einem folgenden Stød zu aussprechen/machen,
aber wir haben keine Wörter, wo das vorkommt.

--
Bertel

Bertel Lund Hansen

unread,
Aug 4, 2021, 3:09:26 AM8/4/21
to
Den 03.08.2021 kl. 18.35 skrev Quinn C:

> Es gibt da einen weiten Bereich für Variation, aber für mich ist die
> fundamentale Unterscheidung, daß "nein" durch zwei deutliche
> Glottisschläge ausgedrückt wird (oft mit begleitendem m oder anderem
> Nasallaut), "ja" hauptsächlich durch zwei m, eventuell mit begleitendem
> Glottisschlag.

Ein M mit folgenden Glottisschlag bedeutet für mich "nein". Nur ein
langes Mm(...) bedeutet "ja".

--
Bertel

Thomas Schade

unread,
Aug 4, 2021, 3:26:26 AM8/4/21
to
On 04.08.2021 09:09, Bertel Lund Hansen wrote:
> Den 03.08.2021 kl. 18.35 skrev Quinn C:

>> Es gibt da einen weiten Bereich für Variation, aber für mich ist die
>> fundamentale Unterscheidung, daß "nein" durch zwei deutliche
>> Glottisschläge ausgedrückt wird (oft mit begleitendem m oder anderem
>> Nasallaut), "ja" hauptsächlich durch zwei m, eventuell mit begleitendem
>> Glottisschlag.
>
> Ein M mit folgenden Glottisschlag bedeutet für mich "nein".

Für mich muss es ein doppeltes Glottis-m (in dieser Reihenfolge) sein,
um als nein interpretiert zu werden.

> Nur ein
> langes Mm(...) bedeutet "ja".

Dann muss aber die Tonhöhe zum Ende steigen.


Ciao
Toscha
--
Money cannot buy happiness but somehow it’s more comfortable to cry in
a Mercedes Benz than on a bicycle.
[Pearls of Scottish wisdom]

Markus Ermert

unread,
Aug 4, 2021, 4:49:13 AM8/4/21
to
Thomas Schade <tos...@rrr.de> wrote:
> On 04.08.2021 09:09, Bertel Lund Hansen wrote:
>> Den 03.08.2021 kl. 18.35 skrev Quinn C:
>
>>> Es gibt da einen weiten Bereich für Variation, aber für mich ist die
>>> fundamentale Unterscheidung, daß "nein" durch zwei deutliche
>>> Glottisschläge ausgedrückt wird (oft mit begleitendem m oder anderem
>>> Nasallaut), "ja" hauptsächlich durch zwei m, eventuell mit begleitendem
>>> Glottisschlag.
>>
>> Ein M mit folgenden Glottisschlag bedeutet für mich "nein".
>
> Für mich muss es ein doppeltes Glottis-m (in dieser Reihenfolge) sein,
> um als nein interpretiert zu werden.

Da gibt es wohl etliche regionale Varianten. Im Siegerländischen jedenfalls
bedeutet doppeltes Glottis-m bei Betonung aufs zweite m Ja, bei gleicher
oder bei Betonung aufs erste m jedoch Nein. Alternativ statt m ein h mit
Schwa.




Christina Kunze

unread,
Aug 4, 2021, 10:54:40 AM8/4/21
to
Am 04.08.2021 um 12:40 schrieb Martin Gerdes:
> Quinn C <lispa...@crommatograph.info> schrieb:
>
>>> Ich kann die beiden Interjektionen "m-m" (ja) und "m-m" (nein) im
>>> Gespräch sicher unterscheiden (aktiver "Wortschatz"), könnte jetzt aber
>>> nicht sicher sagen, wie die Töne genau verlaufen. [...]
>
>>> Beide Interjektionen werden üblicherweise mit deutlichem Knacklaut
>>> gesprochen, bestehen also aus zwei Lauten. Selten spricht man sie aber
>>> auch ohne Knacklaut als langes m. Dabei steigt bei m (ja) der Ton
>>> deutlich an, bei m (nein) fällt der Ton ab.
>
>> Es gibt da einen weiten Bereich für Variation.
>
>> Die Grundintonation ist für mich in beiden Fällen fallend
>
> Staun! Wie unterscheidest Du die beiden m-ms dann?
>
Du staunst jetzt schon wieder über die Intonation. Sollte sie in allen
Gegenden, deren Dialekte Du kennst, nicht hörbar sein?

Für mich hat das m in der Bedeutung "ja" eine deutlich steigende
Intonation, insbesondere, wenn es "ja, und nun erzähl schon endlich
weiter" bedeutet, bei "nein" immer zweimal Glottisschlag und m und dabei
eine fallende Intonation.
Einzig das unbestimmt-zweifelnde, viel kürzere "m" kommt auf demselben
Ton daher.

Eine ausgiebige Bekundung, dass es schmeckt, beginnt tief, geht dann
hoch und endet wieder tief.

chr


Johannes Leckebusch

unread,
Aug 4, 2021, 11:04:13 AM8/4/21
to
Scheint, man könnte die gesamte deutsche Sprache durch m-Laute ersetzen.
M(o) san mia, ama wie mengd d' weiba hoaßn?

--
Johannes Leckebusch - AR3

https://johannes-leckebusch.de/
https://johannes-leckebusch.de/Fotogalerien/index.html
https://foto.ungruen.de/index2.html
https://flickr.com/photos/johannes_leckebusch/

Thomas Schade

unread,
Aug 4, 2021, 11:07:04 AM8/4/21
to
On 04.08.2021 16:54, Christina Kunze wrote:
> Am 04.08.2021 um 12:40 schrieb Martin Gerdes:
>> Quinn C <lispa...@crommatograph.info> schrieb:

>>>> Beide Interjektionen werden üblicherweise mit deutlichem Knacklaut
>>>> gesprochen, bestehen also aus zwei Lauten. Selten spricht man sie aber
>>>> auch ohne Knacklaut als langes m. Dabei steigt bei m (ja) der Ton
>>>> deutlich an, bei m (nein) fällt der Ton ab.
>>
>>> Es gibt da einen weiten Bereich für Variation.
>>
>>> Die Grundintonation ist für mich in beiden Fällen fallend
>>
>> Staun! Wie unterscheidest Du die beiden m-ms dann?
>>
> Du staunst jetzt schon wieder über die Intonation. Sollte sie in allen
> Gegenden, deren Dialekte Du kennst, nicht hörbar sein?

Martin ist erstaunt, so wie ich ihn verstehe, darüber, dass für Quinn
sowohl beim bejahenden wie beim verneinenden m-m die Intonation fallend
wahrgenommen wird. Das hat mich ebenfalls gewundert, denn ich kenne das
bejahende m-m ebenfalls nur mit ansteigendem Ton.

> Für mich hat das m in der Bedeutung "ja" eine deutlich steigende
> Intonation, insbesondere, wenn es "ja, und nun erzähl schon endlich
> weiter" bedeutet, bei "nein" immer zweimal Glottisschlag und m und dabei
> eine fallende Intonation.

Also wie bei Martin auch. ;)


Ciao
Toscha
--
Help a man when he is in trouble and he will remember you when he is in
trouble again.
[Pearls of Scottish wisdom]

gerardo bossick

unread,
Aug 4, 2021, 11:18:26 AM8/4/21
to
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Diedrich Ehlerding

unread,
Aug 4, 2021, 11:30:49 AM8/4/21
to
Thomas Schade meinte:

> Martin ist erstaunt, so wie ich ihn verstehe, darüber, dass für Quinn
> sowohl beim bejahenden wie beim verneinenden m-m die Intonation
> fallend wahrgenommen wird. Das hat mich ebenfalls gewundert, denn ich
> kenne das bejahende m-m ebenfalls nur mit ansteigendem Ton.

+1

Markus Ermert

unread,
Aug 4, 2021, 11:45:56 AM8/4/21
to
Bernd Schwegmann <alb...@ewetel.net> wrote:
> Am 03.08.21 um 16:24 schrieb Markus Ermert:
>>>
>> Aber in Äthiopien sind ja etliche kulturelle Standardmuster ganz anders als
>> überall sonst.
>
> nu, sach ma, /wo/ sonst überall sind kulturelle Standardmuster ganz
> anders als sonst überall; z.B. inuit Thule, Sumatra + Batak Toba, swie
> die Mapuche/Chiloe?

Äthiopien ist aber keine Insel und auch sonst nicht durch unüberwindbare
geografischen Barrieren abgeschottet. Es gehört zum
christlich-jüdisch-islamischen Kulturkreis, und die erwähnten Unterschiede
bestehen innerhalb dessen und nicht in Form von kleinen Spezialreligionen
oder Klimaspezialitäten. Und es ist ein großes Land und keine vergessene
Ecke irgendwo.

Bertel Lund Hansen

unread,
Aug 4, 2021, 12:31:52 PM8/4/21
to
Den 04.08.2021 kl. 17.04 skrev Johannes Leckebusch:

> Scheint, man könnte die gesamte deutsche Sprache durch m-Laute ersetzen.

Es gibt einen dänischen Text zu einem Lied, wo dasselbe Wort, "nå", zehn
verschiedene Bedeutungen hat. Es kommt auf die Aussprache an.

Es ist schwierig das Wort zu Übersetzen, aber ich glaube, dass "na" eine
Teilmenge der Bedeutungen deckt.

--
Bertel

Quinn C

unread,
Aug 4, 2021, 1:48:13 PM8/4/21
to
* Martin Gerdes:

> Quinn C <lispa...@crommatograph.info> schrieb:
>
>>> Ich kann die beiden Interjektionen "m-m" (ja) und "m-m" (nein) im
>>> Gespräch sicher unterscheiden (aktiver "Wortschatz"), könnte jetzt aber
>>> nicht sicher sagen, wie die Töne genau verlaufen. [...]
>
>>> Beide Interjektionen werden üblicherweise mit deutlichem Knacklaut
>>> gesprochen, bestehen also aus zwei Lauten. Selten spricht man sie aber
>>> auch ohne Knacklaut als langes m. Dabei steigt bei m (ja) der Ton
>>> deutlich an, bei m (nein) fällt der Ton ab.
>
>>Es gibt da einen weiten Bereich für Variation.
>
>>Die Grundintonation ist für mich in beiden Fällen fallend
>
> Staun! Wie unterscheidest Du die beiden m-ms dann?

So wie ich es beschrieben habe.

Insbesondere ist beim "nein" das m optional, ich sage^W laute da auch
schon mal e-e (schwa).
--
Wenn Sie mit irgendjemand anderem außer viel von ihnen, sind Sie
ganz in Gefahr.
-- SPAMPOESIE

Quinn C

unread,
Aug 4, 2021, 1:48:13 PM8/4/21
to
* Christina Kunze:

> Am 04.08.2021 um 12:40 schrieb Martin Gerdes:
>> Quinn C <lispa...@crommatograph.info> schrieb:
>>
>>>> Ich kann die beiden Interjektionen "m-m" (ja) und "m-m" (nein) im
>>>> Gespräch sicher unterscheiden (aktiver "Wortschatz"), könnte jetzt aber
>>>> nicht sicher sagen, wie die Töne genau verlaufen. [...]
>>
>>>> Beide Interjektionen werden üblicherweise mit deutlichem Knacklaut
>>>> gesprochen, bestehen also aus zwei Lauten. Selten spricht man sie aber
>>>> auch ohne Knacklaut als langes m. Dabei steigt bei m (ja) der Ton
>>>> deutlich an, bei m (nein) fällt der Ton ab.
>>
>>> Es gibt da einen weiten Bereich für Variation.
>>
>>> Die Grundintonation ist für mich in beiden Fällen fallend
>>
>> Staun! Wie unterscheidest Du die beiden m-ms dann?
>>
> Du staunst jetzt schon wieder über die Intonation. Sollte sie in allen
> Gegenden, deren Dialekte Du kennst, nicht hörbar sein?
>
> Für mich hat das m in der Bedeutung "ja" eine deutlich steigende
> Intonation, insbesondere, wenn es "ja, und nun erzähl schon endlich
> weiter" bedeutet,

Mit dieser Unterscheidung hast Du wohl den Knackpunkt getroffen. Mit der
fallenden (oder auch ebenen) Betonung meinte ich m-m als reines "ja",
Zustimmung auf eine Frage. Das Aizuchi ("ja, ich höre noch zu, und habe
im Moment keinen Kommentar") hat aufsteigende Intonation.

--
Um IHREN SIEGREICHEN ANSPRUCH ANZUFANGEN, den SIE DIE FORM UNTEN
MIT IHRE INFORMATIONEN UND FÜLLEN MÜSSEN, SCHICKEN Sie IHM ZU IHREN
ANSPRUCH AGENTEN SOFORT.
-- SPAMPOESIE

Ralf Joerres

unread,
Aug 4, 2021, 4:34:48 PM8/4/21
to
Am 03.08.2021 um 03:17 schrieb Stefan Ram:
> Es gibt eine sehr häufige Interjektion, die ähnlich
> klingt wie "Mm" [m:]. Ich verstehe sie so, daß sie,
> während man jemandem zuhört nicht unterbricht, sondern
> nur kurz zeigt, daß man weiterhin zuhört, ähnlich wie
> ein kurzes "Ja.". Zum Beispiel am Telephon.
>

Hab's grade mal für mich angetestet. Ich für mein Teil nehme für ein
bestätigendes 'hm' entweder eine zweisilbige Version, also quasi 'hm-hm'
mit einem halben (verschliffenen, angedeuteten) glottal stop in der
Mitte, und das zweite 'hm' ungefähr eine Terz oder Quart höher - lässt
sich nicht genau bestimmen, weil es keine festen Tonhöhen dabei gibt -,
oder ich ziehe das in einem etwas längeren 'hmm' zusammen, bei dem ich
den Ton mehr oder weniger gleichmäßig über die ganze Länge oder mit
einem Knick in der Mitte nach oben ziehe. Da solche Ton-Geschichten in
der Schriftsprache nicht wiedergegeben werden, gibt's dafür keine
Schreibung. Ein fragendes 'hm?' ist bei mir im Ton von vornherein viel
höher, kürzer, lauter (irritierter) oder jedenfalls 'schneller oben'.
Dann kenne ich noch dieses skeptische bzw. in Frage stellende
'Wenn-du-meinst-Hm', bei welchem der Ton fällt, das schreibt man
übrigens ganz einfach 'hm', es kommt einem 'naja' relativ nahe. Das
allererste von mir beschriebene kann auch Ungeduld ausdrücken, zumal
wenn es immer wiederholt wird: 'Ja ja, hab schon verstanden, weiter im
Text und kommt bitte demnächst mal auf den Punkt'.

Ralf Joerres

unread,
Aug 4, 2021, 4:58:55 PM8/4/21
to
Am 03.08.2021 um 09:30 schrieb Helmut Richter:
> On Tue, 3 Aug 2021, Stefan Ram wrote:
>
>> Es gibt eine sehr häufige Interjektion, die ähnlich
>> klingt wie "Mm" [m:]. Ich verstehe sie so, daß sie,
>> während man jemandem zuhört nicht unterbricht, sondern
>> nur kurz zeigt, daß man weiterhin zuhört, ähnlich wie
>> ein kurzes "Ja.". Zum Beispiel am Telephon.
>
> Das wäre doch ein Kandidat für ein in vielen (oder allen?) menschlichen
> Sprachen verwendetes Wort.

Die Franzosen nehmen hier für die fragende Version ein nasaliertes Ä [ɛ
mit Tilde drüber], geschrieben 'hein?' Ein Franzose sagte mir mal, dass
ihn die vielen ähhs und ehhs oft ziemlich stören (Stoiber musste sich
das für seine Kanzlerkandidatur in einem Spezialtraining
weg-konditionieren, hat glaubich einigermaßen geklappt), ich weiß nicht,
ob's dafür überhaupt eine französische Entsprechung gibt. Ich vermute,
dafür nehmen sie meistens redundante Überbrückungsfloskeln, jedenfalls
war mir immer ein Rätsel, wie viele Franzosen (und Italiener, Spanier
...) es schaffen, ihren Text quasi unterbrechungsfrei herauszusprudeln.
Wir haben übrigens schriftsprachlich auch noch 'ähm'. Im schriftlichen
Englisch scheint's 'um' zu geben, und 'err' und 'ermm', dazu kann ich
nichts sagen. Nur: Dass dieses Nachdenk-'ehm's oder Quittungs-'hm's
Universalien sind, würde ich aufgrund meiner spärlichen Beobachtungen
für unwahrscheinlich halten.

> Während Wörter mit mehr Information, z.B. Schmerz,
> Zustimmung, Ablehnung usw., von Kultur zu Kultur stark wechseln, *könnte*
> dieses Wort über viele Kulturen hinweg gleich sein, wo es nicht als unhöflich
> gilt, zu einer Äußerung den Mund nicht aufzutun; dort sagt man dann ein Wort
> der Sprache, im Deutschen neuerdings oft auch „Okay?“.

Ja, auch mit etwas in die Länge gezogenem 'ääi', was dann ausdrücken
kann 'meinst du das wirklich ernst' bzw. 'echt jetzt?'

> Computer verwenden dazu gerne das einbuchstabige Wort, das in Unicode mit dem
> Buchstaben Nr. 6 geschrieben wird. Wie sie es aussprechen, hört man leider
> nicht. Wenn Menschen es wiedergeben, sprechen sie es ACK aus.

Keine Ahnung, was du meinst.

> Ich bin nicht sicher, ob [m:] der genau richtige Laut ist. Es genügt jede
> Inbetriebsetzung des Stimmbandes bei geschlossenem Mund, sozusagen das
> Schwa-Äquivalent der Nasale. Probiere ich [m:], [n:] und [ŋ:] mit
> geschlossenem Mund aus, dann passen alle drei ungefähr, aber mir kommt vor,
> dass ich mir für ACK nicht die Mühe mache, eines davon genau zu artikulieren;
> es genügt, wenn die Stimme brummt, der Mund zu ist und die Nase frei. Dass man
> es, wenn überhaupt, als „mm“ schreibt, liegt daran, dass man [n:] und [ŋ:]
> auch mit offenem Mund sprechen könnte, [m:] aber nicht. Schreibungen mit -h-
> sind phonetisch daneben: [h] ist stimmlos und man kann es mit geschlossenem
> Mund nicht sprechen.

Es (das h) funktioniert im gesprochenen Deutsch auch als Silbentrenner
(z.B. gehen) und wird da überhaupt nicht gesprochen. Wenn man versuchen
würde, bei 'hm' die beiden Buchstaben feinsäuberlich auszusprechen, dann
käm' schon sowas ähnliches raus wie beim Vorlesen eines 'hm', aber da
das kompliziert ist, lässt man den Mund gleich zu, und das 'h' geht bei
mir dann entweder durch die Nase, oder es kommt eben das dabei heraus,
was man hat, wenn man ein 'h' mit gesprochenem Mund zu sprechen versucht.

Ralf Joerres

Ralf Joerres

unread,
Aug 4, 2021, 5:19:21 PM8/4/21
to
Am 03.08.2021 um 17:37 schrieb Martin Gerdes:

> Ich kann die beiden Interjektionen "m-m" (ja) und "m-m" (nein) im
> Gespräch sicher, unterscheiden (aktiver "Wortschatz"), könnte jetzt aber
> nicht sicher sagen, wie die Töne genau verlaufen. Nach meinem Ohr steigt
> oder fällt da nichts, sondern die beiden Töne bleiben von der Tonhöhe in
> sich gleich, sind aber von der Tonhöhe unterschiedlich

? ehh? Da würde ich noch mal drüber nachdenken, ob das optimal
formuliert ist.

> (m-m nein: erst
> hoch, dann tief, Tonintervall individuell, erstes m etwas stärker betont
> und etwas länger; m-m ja: erst tief, dann hoch, Tonintervall wechselnd,
> erstes m etwas länger, zweites m deutlich stärker betont).

Ah, jetzt versteh ich zumindest, was gemeint ist: jeweils zwei
unterschiedlich hohe Töne, aber in umgekehrter Reihenfolge.

> Beide Interjektionen werden üblicherweise mit deutlichem Knacklaut
> gesprochen,

Bei mir nur in der 'nein' Variante, beim Ja-'m-m' kann es auch ein
einsilbiges länger gezogenes 'mm' mit steigender Tonhöhe sein und ich
spreche das (ja)-m-m oder (ja)-mm ohne Knacklaut. Das scheint mir auch
der Grund für das 'h' zu sein: Wegfall des Knacklauts. Ein negatives
'hm' im Sinne eines echten Neins kenne ich nicht.

> bestehen also aus zwei Lauten. Selten spricht man sie aber
> auch ohne Knacklaut als langes m. Dabei steigt bei m (ja) der Ton
> deutlich an, bei m (nein) fällt der Ton ab.

Für mich sind wie gesagt die ja- und nein-'mmm's deutlich unterschieden.

> Und dann gibts natürlich noch das "mh", das verschiedene Funktionen hat,
> etwa Nachdenken signalisiert oder auch eine unausgesprochene Antwort.

Letzteres (unausgesprochene Antwort) verstehe ich nicht. Dass einer
Geisel der Mund mit Packband verklebt ist, wird wohl nicht gemeint sein.

Ralf Joerres

Quinn C

unread,
Aug 4, 2021, 8:55:03 PM8/4/21
to
* Ralf Joerres:

> Die Franzosen nehmen hier für die fragende Version ein nasaliertes Ä [ɛ
> mit Tilde drüber], geschrieben 'hein?' Ein Franzose sagte mir mal, dass
> ihn die vielen ähhs und ehhs oft ziemlich stören (Stoiber musste sich
> das für seine Kanzlerkandidatur in einem Spezialtraining
> weg-konditionieren, hat glaubich einigermaßen geklappt), ich weiß nicht,
> ob's dafür überhaupt eine französische Entsprechung gibt. Ich vermute,
> dafür nehmen sie meistens redundante Überbrückungsfloskeln, jedenfalls
> war mir immer ein Rätsel, wie viele Franzosen (und Italiener, Spanier
> ...) es schaffen, ihren Text quasi unterbrechungsfrei herauszusprudeln.
> Wir haben übrigens schriftsprachlich auch noch 'ähm'. Im schriftlichen
> Englisch scheint's 'um' zu geben, und 'err' und 'ermm', dazu kann ich
> nichts sagen.

In "err", "erm" steckt kein echtes r drin, deshalb in amerikanischem
Englisch eher "uh" or "um" geschrieben.

> Nur: Dass dieses Nachdenk-'ehm's oder Quittungs-'hm's
> Universalien sind, würde ich aufgrund meiner spärlichen Beobachtungen
> für unwahrscheinlich halten.

Das denke ich auch. Im Japanischen ist neben "ah" auch "ano" eins der
häufigsten. Das hat schon die Anmutung eines normalen Wortes (ähnlich
wie das japanische Wort für "aua", aber auch "es tut weh": "itai").

Vietnamesen benutzen meiner Beobachtung nach keine Hesitationspartikeln,
sondern wiederholen ein Wort, bis zu 5, 6 mal. Es hilft wahrscheinlich,
daß sie so viele einsilbige Wörter haben.

--
Gewiß, jeder hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern; das Recht
aber, diese Meinung mit der Wahrheit zu identifizieren und für den
Andersdenkenden Scheiterhaufen zu errichten, das hat er nicht.
-- Hedwig Dohm (1903)

Bertel Lund Hansen

unread,
Aug 5, 2021, 2:13:11 AM8/5/21
to
Den 04.08.2021 kl. 22.58 skrev Ralf Joerres:

>> Computer verwenden dazu gerne das einbuchstabige Wort, das in Unicode
>> mit dem Buchstaben Nr. 6 geschrieben wird. Wie sie es aussprechen, hört man
>> leider nicht. Wenn Menschen es wiedergeben, sprechen sie es ACK aus.

Das ASCII-Alphabet benutzt Koden von 32 (0x20) bis 127 (0x7F) zu
sichtbare Zeichen. Die Koden von 0 bis 31 werden für Kontrollzeichen
benutzt. Nummer 6 ist der Kode, den ein Klient zurücksendete, wenn ein
Paket korrect angekommen war. Er wurde schriftlich (für Menschen) mit
ACK (acknowledge) wiedergegeben.

Nerden antworten deshalb ab und zu mit "ACK" um zu bestätigen, dass sie
etwas verstanden haben oder zustimmen.

https://da.wikipedia.org/wiki/ASCII#Kontroltegn

--
Bertel

Ulf Kutzner

unread,
Aug 5, 2021, 3:00:41 AM8/5/21
to
rjoe...@gmail.com schrieb am Mittwoch, 4. August 2021 um 22:58:55 UTC+2:
> Am 03.08.2021 um 09:30 schrieb Helmut Richter:
> > On Tue, 3 Aug 2021, Stefan Ram wrote:
> >
> >> Es gibt eine sehr häufige Interjektion, die ähnlich
> >> klingt wie "Mm" [m:]. Ich verstehe sie so, daß sie,
> >> während man jemandem zuhört nicht unterbricht, sondern
> >> nur kurz zeigt, daß man weiterhin zuhört, ähnlich wie
> >> ein kurzes "Ja.". Zum Beispiel am Telephon.
> >
> > Das wäre doch ein Kandidat für ein in vielen (oder allen?) menschlichen
> > Sprachen verwendetes Wort.
> Die Franzosen nehmen hier für die fragende Version ein nasaliertes Ä [ɛ
> mit Tilde drüber], geschrieben 'hein?' Ein Franzose sagte mir mal, dass
> ihn die vielen ähhs und ehhs oft ziemlich stören (Stoiber musste sich
> das für seine Kanzlerkandidatur in einem Spezialtraining
> weg-konditionieren, hat glaubich einigermaßen geklappt), ich weiß nicht,
> ob's dafür überhaupt eine französische Entsprechung gibt.

Du suchst 'heu'.

Helmut Richter

unread,
Aug 5, 2021, 4:27:39 AM8/5/21
to
> * Martin Gerdes:

> > Ich kann die beiden Interjektionen "m-m" (ja) und "m-m" (nein) im
> > Gespräch sicher, unterscheiden (aktiver "Wortschatz"), könnte jetzt aber
> > nicht sicher sagen, wie die Töne genau verlaufen. [...]
> >
> > Beide Interjektionen werden üblicherweise mit deutlichem Knacklaut
> > gesprochen, bestehen also aus zwei Lauten. Selten spricht man sie aber
> > auch ohne Knacklaut als langes m. Dabei steigt bei m (ja) der Ton
> > deutlich an, bei m (nein) fällt der Ton ab.
>
> Es gibt da einen weiten Bereich für Variation, aber für mich ist die
> fundamentale Unterscheidung, daß "nein" durch zwei deutliche
> Glottisschläge ausgedrückt wird (oft mit begleitendem m oder anderem
> Nasallaut), "ja" hauptsächlich durch zwei m, eventuell mit begleitendem
> Glottisschlag.
>
> Die Grundintonation ist für mich in beiden Fällen fallend, aber, wie
> gesagt, es gibt da viel Raum für Variation.

Ich würde für mich sagen:

„nein“: deutlich fallend (große Terz), erster Ton betont, Glottisschlag
dazwischen

„ja“: konstant oder leicht steigend (höchstens Terz), zweiter Ton
betont, dazwischen nasales h (Ausatmen durch die Nase mit Mund
zu, stimmlos)

> > Und dann gibts natürlich noch das "mh", das verschiedene Funktionen hat,
> > etwa Nachdenken signalisiert oder auch eine unausgesprochene Antwort.
>
> Das ist ein einzelnes, längeres m, daher schreibe ich hmm (oder mehr m).

... wobei das Ende deutlich weniger betont und etwas höher ist als der
Anfang, beides stufenlos.

--
Helmut Richter

Ralf Joerres

unread,
Aug 5, 2021, 4:45:34 AM8/5/21
to
Besten Dank! Ich hatte das wohl hier und da gelesen und auch halbwegs
richtig verstanden, mir aber weiter darüber keine Gedanken gemacht. Es
gibt so viele Computer- und andere Jargons... 'Ne zeitlang war es Mode,
Zustimmung mit 'yep' mitzuteilen. Militärisch scheint's bei
Distanzkommunikation über Funk auch 'Positiv' zu geben (Haben Sie freie
Sicht auf die Tür? - Positiv.), und Funker benutzen 'roger' (rodscher)
für 'alles angekommen und verstanden'.

Gruß Ralf Joerres

Ralf Joerres

unread,
Aug 5, 2021, 4:48:18 AM8/5/21
to
Aha, das kannte ich noch nicht, danke, hab's mir jetzt auf pons.de
angesehen.

Ralf Joerres

Ralf Joerres

unread,
Aug 5, 2021, 4:50:16 AM8/5/21
to
Am 04.08.2021 um 16:54 schrieb Christina Kunze:
Sehe ich alles ganz genauso, das 'lecker-hm' sehr schön beschrieben.

Gruß Ralf Joerres

Ralf Joerres

unread,
Aug 5, 2021, 4:56:44 AM8/5/21
to
Am 04.08.2021 um 19:48 schrieb Quinn C:
> * Martin Gerdes:
>
>> Quinn C <lispa...@crommatograph.info> schrieb:
>>
>>>> Ich kann die beiden Interjektionen "m-m" (ja) und "m-m" (nein) im
>>>> Gespräch sicher unterscheiden (aktiver "Wortschatz"), könnte jetzt aber
>>>> nicht sicher sagen, wie die Töne genau verlaufen. [...]
>>
>>>> Beide Interjektionen werden üblicherweise mit deutlichem Knacklaut
>>>> gesprochen, bestehen also aus zwei Lauten. Selten spricht man sie aber
>>>> auch ohne Knacklaut als langes m. Dabei steigt bei m (ja) der Ton
>>>> deutlich an, bei m (nein) fällt der Ton ab.
>>
>>> Es gibt da einen weiten Bereich für Variation.
>
> Insbesondere ist beim "nein" das m optional, ich sage^W laute da auch
> schon mal e-e (schwa).

Das letzte benutze ich z.B. bei Verboten im Sinne 'ist nicht!':
Kann ich noch ne Bratwurst? - E-e, hat sich ausgebratwurstet.

Ralf Joerres

Andreas Karrer

unread,
Aug 5, 2021, 6:17:36 AM8/5/21
to
* Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com>:

> Zustimmung mit 'yep' mitzuteilen. Militärisch scheint's bei
> Distanzkommunikation über Funk auch 'Positiv' zu geben (Haben Sie freie
> Sicht auf die Tür? - Positiv.), und Funker benutzen 'roger' (rodscher)
> für 'alles angekommen und verstanden'.

"Roger" wird im Flugfunk selten verwendet. Bei vielen Anweisungen,
insbesondere bei Freigaben, genügt es nicht, einfach mit "ja" oder
"verstanden" zu antworten, sondern man muss das Gehörte wiederholen
("zurücklesen"). In bestimmten Fällen genügt ein Ja oder Nein, das
heisst dann aber "affirm" (ausgesprochen "EY-firm"), "negative" oder
"wilco" ("will comply", d.h. "verstanden und ich werde das so
ausführen").

Vermutlich hat der Film Airplane! ("Roger, Roger, what's our vector,
Victor?") das Wort so bekannt gemacht. In Filmen hört man auch Dinge
wie "over" und "over and out", das gibt's im Flugfunk überhaupt nicht.


- Andi

Ulf Kutzner

unread,
Aug 5, 2021, 7:40:50 AM8/5/21
to
Andreas Karrer schrieb am Donnerstag, 5. August 2021 um 12:17:36 UTC+2:
> * Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com>:
> > Zustimmung mit 'yep' mitzuteilen. Militärisch scheint's bei
> > Distanzkommunikation über Funk auch 'Positiv' zu geben (Haben Sie freie
> > Sicht auf die Tür? - Positiv.), und Funker benutzen 'roger' (rodscher)
> > für 'alles angekommen und verstanden'.
> "Roger" wird im Flugfunk selten verwendet. Bei vielen Anweisungen,
> insbesondere bei Freigaben, genügt es nicht, einfach mit "ja" oder
> "verstanden" zu antworten, sondern man muss das Gehörte wiederholen
> ("zurücklesen"). In bestimmten Fällen genügt ein Ja oder Nein, das
> heisst dann aber "affirm" (ausgesprochen "EY-firm"), "negative" oder
> "wilco" ("will comply", d.h. "verstanden und ich werde das so
> ausführen").
>
> Vermutlich hat der Film Airplane! ("Roger, Roger, what's our vector,
> Victor?") das Wort so bekannt gemacht.

Das war eine militärische Frühform von Romeo, der Buchstabierbezeichnung
für 'R' wie 'received'.
https://en.wikipedia.org/wiki/Radiotelephony_procedure#Procedure_words

> In Filmen hört man auch Dinge
> wie "over" und "over and out", das gibt's im Flugfunk überhaupt nicht.

Hm. Ersetzbar lt.
https://en.wikipedia.org/wiki/Radiotelephony_procedure#Calling_procedure

Ulf Kutzner

unread,
Aug 5, 2021, 7:44:49 AM8/5/21
to
rjoe...@gmail.com schrieb am Donnerstag, 5. August 2021 um 10:45:34 UTC+2:

> Militärisch scheint's bei
> Distanzkommunikation über Funk auch 'Positiv' zu geben (Haben Sie freie
> Sicht auf die Tür? - Positiv.)

Dauert nun auch nicht länger als "Sir, yes, sir!" und 'negative' vermeidet
das in Befehlskontexten unerwünschte n-Wort.

HC Ahlmann

unread,
Aug 5, 2021, 8:16:40 AM8/5/21
to
Andreas Karrer <ak...@gmx.ch> wrote:

> In Filmen hört man auch Dinge wie "over" und "over and out", das gibt's im
> Flugfunk überhaupt nicht.

Beide sind jedoch im Seefunk gebräuchlich. "Over" beendet einen Spruch
und signalisiert dem Gegenüber, dass er auf einem Simplexkanal sprechen
kann. "Over and out" beendet einen Spruch und zeigt das Betriebsende der
Funkstelle an (wegen Pflicht zur Hörwache auf Schiffen meist unter
unerfreulichen Umständen: Stromausfall, Antennenbruch, Brand, Sinken).
--
Munterbleiben
HC

Quinn C

unread,
Aug 5, 2021, 8:47:20 AM8/5/21
to
* Andreas Karrer:

> * Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com>:
>
>> Zustimmung mit 'yep' mitzuteilen. Militärisch scheint's bei
>> Distanzkommunikation über Funk auch 'Positiv' zu geben (Haben Sie freie
>> Sicht auf die Tür? - Positiv.), und Funker benutzen 'roger' (rodscher)
>> für 'alles angekommen und verstanden'.
>
> "Roger" wird im Flugfunk selten verwendet. Bei vielen Anweisungen,
> insbesondere bei Freigaben, genügt es nicht, einfach mit "ja" oder
> "verstanden" zu antworten, sondern man muss das Gehörte wiederholen
> ("zurücklesen").

In amerikanischen Medien höre ich "copy" für "angekommen/verstanden".

> In bestimmten Fällen genügt ein Ja oder Nein, das
> heisst dann aber "affirm" (ausgesprochen "EY-firm"), "negative" oder
> "wilco" ("will comply", d.h. "verstanden und ich werde das so
> ausführen").

"Af-fir-ma-tive" kommuniziert, daß man ein Roboter ist, und gehört wohl
nicht hierher.

> Vermutlich hat der Film Airplane! ("Roger, Roger, what's our vector,
> Victor?") das Wort so bekannt gemacht. In Filmen hört man auch Dinge
> wie "over" und "over and out", das gibt's im Flugfunk überhaupt nicht.

In anderen Kontexten aber wohl doch.

--
Dies ist das dritte Mal schreibe ich euch bin diese E-Mail
-- SPAMPOESIE

Christian Weisgerber

unread,
Aug 5, 2021, 1:30:07 PM8/5/21
to
On 2021-08-04, Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com> wrote:

> Wir haben übrigens schriftsprachlich auch noch 'ähm'. Im schriftlichen
> Englisch scheint's 'um' zu geben, und 'err' und 'ermm', dazu kann ich
> nichts sagen. Nur: Dass dieses Nachdenk-'ehm's oder Quittungs-'hm's
> Universalien sind, würde ich aufgrund meiner spärlichen Beobachtungen
> für unwahrscheinlich halten.

Es gab vor einigen Jahren eine längere Artikelserie auf Language Log
zu den Füllwörtern (siehe

UM / UH update
https://languagelog.ldc.upenn.edu/nll/?p=16414

mit den Verweisen auf frühere Beiträge am Ende), die schließlich
in dieser Veröffentlichung gemündet ist:

Variation and change in the use of hesitation markers in Germanic
languages
https://www.semanticscholar.org/paper/Variation-and-change-in-the-use-of-hesitation-in-Wieling-Grieve/40bf351127db4e8fbf44953c6b971b7572da727c

Abstract:
In this study, we investigate cross-linguistic patterns in the
alternation between UM, a hesitation marker consisting of a neutral
vowel followed by a final labial nasal, and UH, a hesitation
marker consisting of a neutral vowel in an open syllable. Based
on a quantitative analysis of a range of spoken and written
corpora, we identify clear and consistent patterns of change in
the use of these forms in various Germanic languages (English,
Dutch, German, Norwegian, Danish, Faroese) and dialects (American
English, British English), with the use of UM increasing over
time relative to the use of UH. We also find that this pattern
of change is generally led by women and more educated speakers
and holds when functional differences between UM and UH are
controlled. Finally, we propose a series of possible explanations
for this surprising change in hesitation marker usage that is
currently taking place across Germanic languages.

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de
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