<http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,662404,00.html>
Hast du auch ein eigenes Sprachgefühl?
Meines sagt mir, dass man ein alleinstehendes, also ohne weitere
Artikel oder Adjektive verwendetes starkes Substantiv im Singular nach
"wegen" durchaus auch in der unflektierten Form verwenden kann: "Wegen
Umbau geschlossen" ist für mich völlig normales, unmarkiertes Deutsch.
Ch.
>> wegen Fett
>
> Nach dem Verbundnen lautet der Genitiv �Fett[e]s�.
Der Verbundne mu� es wissen, er hat schlie�lich die verbundene Wunde ...
vG
> Morden sie Fett? Oder mit Fett? Nein, sie morden f�r
> bzw. wegen Fett. "Bild" ist �berall, auch hier:
Ganz dezent finde ich den Satz:
| Menschen get�tet zu haben, um ihnen Gewebe entnehmen zu k�nnen.
"Gewebe entnehmen"! S����!
Wenn ich mir mal bildlich vorzustellen versuche, wie sich jemand mein
K�rperfett aneignet: aufschlitzen, Lappen umlegen, subkutanes Fett
wegs�beln, in einen Eimer damit, Rest als Carnivorenfutter liegenlassen.
Oder wie soll man das sonst machen, wenn man das Fett zum Kilopreis
verscherbelt?
"um ihnen Gewebe entnehmen zu k�nnen", ich fa� es nicht. "Ausschlachten"
w�re ein wesentlich besser treffender Begriff. Bei Flugzeug-Notlandungen
("Absturz") ist Spon doch auch nicht so zimperlich mit der Wortwahl.
vG
> Meines sagt mir, dass man ein alleinstehendes, also ohne weitere
> Artikel oder Adjektive verwendetes starkes Substantiv im Singular nach
> "wegen" durchaus auch in der unflektierten Form verwenden kann: "Wegen
> Umbau geschlossen" ist für mich völlig normales, unmarkiertes Deutsch.
>
> Ch.
Es geht auch kürzer: "Wegen zu geschlossen"
Gruss
Walter
> Ganz dezent finde ich den Satz:
>
> | Menschen getötet zu haben, um ihnen Gewebe entnehmen zu können.
>
> "Gewebe entnehmen"! Süüüß!
Davon abgesehen jagt die Polizei wahrscheinlich
nicht die mutmaßlichen, sondern die wirklichen Mörder.
Es gibt gar den Pflichtdativ nach wegen:
Das trifft namentlich auf den Plural zu, weil da der unbestimmte
Artikel fehlt.
"Bahnhof wegen der Taschendiebe geschlossen"
Aber:
"Bahnhof wegen Taschendieben geschlossen"
Gruß
Gunhild
Nun ja, beide werden wohl gejagt. Da die Polizei
nicht wissen kann, ob es wirkliche Mörder gibt,
die auf diese Weise Fett sammeln.
Hier kann auch einem Mythos nachgejagt werden.
Die Andengebiete sind immer für Schauermärchen
gut.
Wenn Du dort reist, begegnet Dir so manches. Was
die Presse daraus macht, ist Auflagen der Zeitungen
absichern, Artikel international vermarkten zu wollen, etc.
K.L.
Um aber was zum Thema Fettgewinnung loszuwerden:
Ich halte es für denkbar, Freiwillige Fette zu gewinnen, die sich für
10 000$ Entschädigung pro Liter, was ja etwa pro kg ausdrückt, sich
Körperfett hygienisch und transportkompatibel absaugen zu lassen. Zwei
Fliegen mit einer Klappe - und die dafür in Fage kommenden Labore
machten sich nicht mal strafbar wegen illegaler Auslandsgeschäfte und
Beihilfe zum Mord. Ich weiß nicht, ob Fett die Reise aus dem heißen
peruanischen Dschungel bis ins nächste Labor übersteht.
Außerdem - alleinreisende Frauen oder arme Bauern im Dschungel Perus -
die sind sicher zäh und durchtrainiert, da dürfte es schwierig sein,
ein Liter Fett zu gewinnen.
Angewiderte Grüße
Gunhild
Von einem Dativ kann man erst mit Sicherheit sprechen, wenn eine
eindeutige Dativendung vorliegt. Das ist hier nicht der Fall.
> Man kann sich natürlich fragen, ob ein Wort überhaupt
> »unflektiert« sein kann.
Das kann es sehr wohl, nämlich dann, wenn eine Flexionsendung fehlt.
Was sind denn Formen wie "Wort", "Stadt", "Grammatik" anderes als
unflektiert?
Ch.
Der Ausgangspunkt war aber Beugung, Deklination (clinare - biegen,
beugen), Flexion (flectere - biegen, beugen), Konjugation (iungere -
folgen).
Wenn man etwas biegt oder beugt, muß es als ungebeugte, unverbogene,
reine Form, eine Art Grundform geben, die sich nicht einer Gegebenheit
anzupassen hat. Daher finde ich den (veraltenden?) Begriff Rektion
treffend, denn er beschreibt das Bild einer "Macht"-Beziehung, eine
Unterwerfung unter bestimmte Gegebenheiten.
Gruß
Gunhild
> > Man kann sich natᅵrlich fragen, ob ein Wort ᅵberhaupt
> > ᅵunflektiertᅵ sein kann.
>
> Das kann es sehr wohl, nᅵmlich dann, wenn eine Flexionsendung fehlt.
> Was sind denn Formen wie "Wort", "Stadt", "Grammatik" anderes als
> unflektiert?
Ist "steh!" die unflektierte Form von "stehen"?
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de
> Um aber was zum Thema Fettgewinnung loszuwerden:
>
> Ich halte es f�r denkbar, Freiwillige Fette zu gewinnen, die sich f�r
Freiwillige Fette? :)
--
Yvonne Steiner
Ich w�rde sagen, "freiwillige Fette" oder "fette Freiwillige".
Sonst h�chstens "aus Freiwilligen Fette zu gewinnen" ;-)
Im Ernst, das ist aber vielleicht wirklich eine Marktl�cke.
Fr�her gab's ja auch Hormocenta, oder Placentubex C,
die auch aus menschlichen Geweberesten gewonnen wurden ...
Nur sollte man eben nicht die drahtigen ausgemergelten
peruanischen Bauern einsetzen. Schon rein aus wirtschaftlichen
Gr�nden.
/Walter
> Nur sollte man eben nicht die drahtigen ausgemergelten
> peruanischen Bauern einsetzen. Schon rein aus wirtschaftlichen
> Gr�nden.
Die kauen doch gerne Koka, vielleicht reichert sich das ja auch im
Fettgewebe an. Das w�rde die astronomischen Preise erkl�ren...
Gr��e,
Frank
> Nur sollte man eben nicht die drahtigen ausgemergelten
> peruanischen Bauern einsetzen.
Es gibt reiche und arme etc. peruanische Bauern. Daß sie
drahtig, also aus Draht seien, wage ich in Zweifel zu ziehen.
Es gibt aber solche, die auf Draht sind. Andere sind
Schlafmützen, also wie der typische Deutsche.
Ausgemergelte Gestalten gibt es überall. Es fragt sich
in welchen Prozentsätzen pro Staat und was das
überhaupt sein soll: ausgemergelt?
K.L.