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Re: Gekrischen

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Erick T. Barkhuis

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Feb 2, 2015, 4:13:57 AM2/2/15
to
Der Habakuk:

>Ist 'gekrischen' korrekt, oder veraltet bzw Dialekt?

"schwaches und starkes Verb; kreischte/(veraltet, noch landschaftlich:)
krisch, hat gekreischt/(veraltet, noch landschaftlich:) gekrischen"
http://www.duden.de/rechtschreibung/kreischen

Gunhild Simon

unread,
Feb 2, 2015, 4:30:32 AM2/2/15
to
Am Montag, 2. Februar 2015 10:07:37 UTC+1 schrieb Der Habakuk:
> Neulich bin ich über folgenden Satz gestolpert:
>
> Wenn sie genug gekrischen hat, hört sie erstmal auf.
>
> Ist 'gekrischen' korrekt, oder veraltet bzw Dialekt?
>
> Ich habs noch nie vorher gehört, aber ich bin ja auch aus Bayern und
> vielleicht ist es im hohen Norden oder auf Platt ganz normal? :-)
>
> Weiß da wer was drüber?

Ja.

Duden-online schreibt:

"Herkunft:
mittelhochdeutsch krīschen, lautmalend

Grammatik:
schwaches und starkes Verb; kreischte/(veraltet,
noch landschaftlich:) krisch, hat gekreischt/
(veraltet, noch landschaftlich:) gekrischen

Im hessischen Dialekt meiner Kindheit waren die starken
Formen üblich - und besondersaussagefähig.
Sie scheppern im Ohr.

Gruß
Gunhild

Frank Hucklenbroich

unread,
Feb 2, 2015, 4:41:25 AM2/2/15
to
Am Mon, 2 Feb 2015 10:07:51 +0100 schrieb Der Habakuk:

> Neulich bin ich über folgenden Satz gestolpert:
>
> Wenn sie genug gekrischen hat, hört sie erstmal auf.
>
> Ist 'gekrischen' korrekt, oder veraltet bzw Dialekt?

In Köln sagt man das mitunter auch, ich würde das aber als Dialekt ansehen.

Grüße,

Frank

Erick T. Barkhuis

unread,
Feb 2, 2015, 4:54:28 AM2/2/15
to
Frank Hucklenbroich:
Aber doch nicht von "kriesche" (weinen), oder?

--
Erick

Frank Hucklenbroich

unread,
Feb 2, 2015, 5:17:43 AM2/2/15
to
Doch. "Se hät jekrischen" heißt auf Kölsch "Sie hat geweint" - und nicht
"Sie hat gekreischt". Wobei ich jetzt gar nicht weiß, wie man letzteres auf
Kölsch ausdrücken würde.

Grüße,

Frank

Bärbel Nolden

unread,
Feb 2, 2015, 5:31:21 AM2/2/15
to
"Se hät jekrische" würde ich auf kreischen beziehen.
"Sie hat geweint" auf Kölsch ist "Se wor am kriesche".
Wenn wat länger duert als ene koote Moment, dann nemme mer he in Kölle
leever "wor am ..." als dr Pörfekt.

Bärbel

Erick T. Barkhuis

unread,
Feb 2, 2015, 6:24:54 AM2/2/15
to
Bärbel Nolden:


>"Se hät jekrische" würde ich auf kreischen beziehen.
>"Sie hat geweint" auf Kölsch ist "Se wor am kriesche".
>Wenn wat länger duert als ene koote Moment, dann nemme mer he in
>Kölle leever "wor am ..." als dr Pörfekt.

Esu hatt ech et och jedaach...un dann offmols noch met "höösch" dazo!
:-)

Detlef Meißner

unread,
Feb 2, 2015, 8:49:25 AM2/2/15
to
In Nordhessen (Kassel) versteht man das auch (noch).

Krischen bedeutet dort (kreischend) weinen, kreischen, schreien.
http://www.dwkm.de/woerterbucheintrag/kreischen.html

Krischen tun bi unz nur Wiewer.

Detlef

Joachim Pense

unread,
Feb 2, 2015, 11:20:12 AM2/2/15
to
On 02/02/2015 10:07 AM, Der Habakuk wrote:
> Neulich bin ich über folgenden Satz gestolpert:
>
> Wenn sie genug gekrischen hat, hört sie erstmal auf.
>
> Ist 'gekrischen' korrekt, oder veraltet bzw Dialekt?
>
> Ich habs noch nie vorher gehört, aber ich bin ja auch aus Bayern und
> vielleicht ist es im hohen Norden oder auf Platt ganz normal? :-)
>
> Weiß da wer was drüber?
>
>

Hier (Mainz) heißt es "gekrischen". "Gekreischt" klingt hier auch im
Hochdeutschen falsch. Sagte mein Kind "gekreischt", würde ich es spontan
korrigieren.

Joachim

Oliver Cromm

unread,
Feb 2, 2015, 2:10:00 PM2/2/15
to
* Joachim Pense:

> On 02/02/2015 10:07 AM, Der Habakuk wrote:

>> Wenn sie genug gekrischen hat, hört sie erstmal auf.
>>
>> Ist 'gekrischen' korrekt, oder veraltet bzw Dialekt?
>
> Hier (Mainz) heißt es "gekrischen". "Gekreischt" klingt hier auch im
> Hochdeutschen falsch. Sagte mein Kind "gekreischt", würde ich es spontan
> korrigieren.

Kenne ich auch so aus dem Alltag im Raum Frankfurt. "Gekreischt"
kenne ich dann wohl aus Büchern.

--
ASCII to ASCII, DOS to DOS

Gunhild Simon

unread,
Feb 2, 2015, 2:26:23 PM2/2/15
to
Vielleicht differenziert man aber auch zwischen dialektal
kreischen = weinen(kleines Kind)
und allgemein
kreischen = schrille Laute erzeugen (Säge).


Gruß
Gunhild

Joachim Pense

unread,
Feb 2, 2015, 3:32:56 PM2/2/15
to
Ich kenne "kreischen" ausschließlich in der Bedeutung "schrille Laute
erzeugen"; primär mit der Stimme (eine spezielle Art des Weinens gehört
dazu), im übertragenen Sinn auch anders (bremsende Eisenbahnzüge).

Joachim

Bärbel Nolden

unread,
Feb 2, 2015, 4:02:07 PM2/2/15
to
Am 02.02.2015 um 21:32 schrieb Joachim Pense:
> On 02/02/2015 08:26 PM, Gunhild Simon wrote:
>> Am Montag, 2. Februar 2015 20:10:00 UTC+1 schrieb Oliver Cromm:
>
>>
>> Vielleicht differenziert man aber auch zwischen dialektal
>> kreischen = weinen(kleines Kind)
>> und allgemein
>> kreischen = schrille Laute erzeugen (Säge).

Daher ja auch der Name "Kreischsäge".

Joachim Pense

unread,
Feb 2, 2015, 4:18:44 PM2/2/15
to
On 02/02/2015 10:02 PM, Bärbel Nolden wrote:
> Am 02.02.2015 um 21:32 schrieb Joachim Pense:
>> On 02/02/2015 08:26 PM, Gunhild Simon wrote:
>>> Am Montag, 2. Februar 2015 20:10:00 UTC+1 schrieb Oliver Cromm:
>>
>>>
>>> Vielleicht differenziert man aber auch zwischen dialektal
>>> kreischen = weinen(kleines Kind)
>>> und allgemein
>>> kreischen = schrille Laute erzeugen (Säge).
>
> Daher ja auch der Name "Kreischsäge".
>

Ich hab mal gehört, das Wort "Kreißsaal" ginge auf "kreischen" zurück,
bin jetzt aber zu faul, das nachzugucken.

Joachim

Gunhild Simon

unread,
Feb 2, 2015, 5:24:57 PM2/2/15
to
Am Montag, 2. Februar 2015 22:18:44 UTC+1 schrieb Joachim Pense:
...

> Ich hab mal gehört, das Wort "Kreißsaal" ginge auf "kreischen" zurück,

...
Ja.

Gruß
Gunhild

Oliver Cromm

unread,
Feb 2, 2015, 5:53:10 PM2/2/15
to
* Joachim Pense:

> Ich hab mal gehört, das Wort "Kreißsaal" ginge auf "kreischen" zurück,
> bin jetzt aber zu faul, das nachzugucken.

Duden:

| *kreißen* [...] eigentlich = beim Gebären schreien;
| mittelhochdeutsch krīʒen = gellend schreien, kreischen
| (lautmalend)

Das war jetzt nicht schwer.

--
Manche Dinge sind vorgeschrieben, weil man sie braucht, andere
braucht man nur, weil sie vorgeschrieben sind.
-- Helmut Richter in de.etc.sprache.deutsch
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Oliver Cromm

unread,
Feb 2, 2015, 6:12:07 PM2/2/15
to
* Gunhild Simon:
Daß kreischen weinen bedeuten kann, habe ich auch erst später
gelernt.

--
Smith & Wesson--the original point and click interface

Gunhild Simon

unread,
Feb 2, 2015, 6:18:53 PM2/2/15
to
Am Montag, 2. Februar 2015 23:54:04 UTC+1 schrieb Oliver Cromm:
> * Gunhild Simon:
> Danke für die Bestätigung, daß Joachim das mal gehört hat.

Da wollte ich mich mal kurz fassen ...

Gruß
Gunhild

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Gunhild Simon

unread,
Feb 3, 2015, 2:59:25 AM2/3/15
to
Am Dienstag, 3. Februar 2015 02:02:04 UTC+1 schrieb Wolfgang Schwanke:
> Oliver Cromm <lispa...@crommatograph.info>
> wrote in news:17934oqv...@mid.crommatograph.info:
>
> > Duden:
> >
> >| *kreißen* [...] eigentlich?= beim Gebären schreien;
> >| mittelhochdeutsch kr??en?= gellend schreien, kreischen
> >| (lautmalend)
>
> "Der Berg kreißte" ist dann aber ein noch komischeres Bild als so schon.

... "und gebar einen Zweg."

Das ist ja eine bewußt übertriebene, aber
daher gerade anschauliche Übertragung:

Der Berg - im Vergleich zu der menschlichen
Existenz Bild einer gewaltigen, beständigen,
unbeeinflußbaren Macht - gebiert, erzeugt
unter großem Gezeter und Geschrei (Kreißen)
statt eines, wie zu erwarten wäre,Riesen
nur einen Zwerg, also eine
Art Humunculus, ein unscheinbares,
im Vergleich zum Berg geringfügiges Produkt.

Eine Metapher für etwas großartig Angekündigtes,
das sich als négligeable erweist.
Wichtigtuerei.Oder:
"Viel Lärm um nichts".

Gruß
Gunhild

Roland Franzius

unread,
Feb 3, 2015, 3:46:45 AM2/3/15
to
Aber, wie unsere Lateinin wissen sollt,
sagt Horaz ".. und gebar eine Maus"

"Parturient montes, nascetur ridiculus mus."
De arte poetica, 139

Gebirge wollen gebären, und nur eine lächerliche Maus wird hervorgebracht.

Man soll Werke oder Taten nicht allzu prahlerisch ankündigen.

Das formte Martin Luther um zu:

"Die Berge gehen schwanger und wird eine Maus draus"

und dies wurde sprichwörtlich zu

"Berge kreißen, doch sieh: heraus kriecht ein winziges Mäuslein"

luther Martin Luther –
Otto A. Kielmeyer:
rororo Zitatenschatz der Weltliteratur, Reinbek, S. 60

gefunden in

http://www.gavagai.de/zitat/antike/hhc04.htm

--

Roland Franzius
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Joachim Pense

unread,
Feb 3, 2015, 7:08:14 AM2/3/15
to
On 02/03/2015 08:59 AM, Gunhild Simon wrote:
> Am Dienstag, 3. Februar 2015 02:02:04 UTC+1 schrieb Wolfgang Schwanke:
>> Oliver Cromm <lispa...@crommatograph.info>
>> wrote in news:17934oqv...@mid.crommatograph.info:
>>
>>> Duden:
>>>
>>> | *kreißen* [...] eigentlich?= beim Gebären schreien;
>>> | mittelhochdeutsch kr??en?= gellend schreien, kreischen
>>> | (lautmalend)
>>
>> "Der Berg kreißte" ist dann aber ein noch komischeres Bild als so schon.
>
> ... "und gebar einen Zweg."
>

"Zweg" - sagt man bei euch so für "Maus"?

Gunhild Simon

unread,
Feb 3, 2015, 12:21:20 PM2/3/15
to
Am Dienstag, 3. Februar 2015 09:46:45 UTC+1 schrieb Roland Franzius:

> Aber, wie unsere Lateinin wissen sollt,
> sagt Horaz ".. und gebar eine Maus"

Danke.

Jetzt hab ich es wieder parat.
"Zwerg" machte mich selbst kurz stutzen, aber
mehr wegen des Klangs, als wegen seiner Größe.

Maus ist tatsächlich anschaulicher als ein zu kurz
geratenes Menschlein.
>
> "Parturient montes, nascetur ridiculus mus."
> De arte poetica, 139
>
> Gebirge wollen gebären, und nur eine lächerliche Maus wird hervorgebracht.
>
> Man soll Werke oder Taten nicht allzu prahlerisch ankündigen.
...

Gruß
Gunhild



Oliver Cromm

unread,
Feb 3, 2015, 1:10:02 PM2/3/15
to
* Roland Franzius:

[Der Berg kreißte ...]

> Aber, wie unsere Lateinin wissen sollt,
> sagt Horaz ".. und gebar eine Maus"

Studie: Wandern in Richtung des Propheten hat negativen Einfluß
auf das Geburtsgewicht.

--
Ice hockey is a form of disorderly conduct
in which the score is kept.
-- Doug Larson

Stefan Schmitz

unread,
Feb 3, 2015, 3:45:08 PM2/3/15
to
Am Dienstag, 3. Februar 2015 02:02:04 UTC+1 schrieb Wolfgang Schwanke:

> Das ist nicht weniger merkwürdig als "schreien" für "rufen" im
> Fränkischen. "Dei Baba schreit" = "Dein Papa ruft" hat uns immer
> belustigt.

Was soll daran lustig sein?
Ich erkenne keinen großen Unterschied zwischen rufen und schreien.

Roland Franzius

unread,
Feb 3, 2015, 3:53:06 PM2/3/15
to
Am 03.02.2015 um 21:45 schrieb Stefan Schmitz:> Am Dienstag, 3. Februar
"Das lässt tief blicken", sagte der Säugling zum Gynäkologen.

--

Roland Franzius

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Sam Sung

unread,
Feb 3, 2015, 5:01:13 PM2/3/15
to
Roland Franzius schrieb:
Dann stellten sich die Kontrollen so ein als sie im Servive-Raum
anstanden. Nein, "kein Warp", flüsterte der Käptn., während ein
Gedanke sie alle in passender Zeit auch mit durch scannte... auch
nun geschah zuerst nichts, so dass die gewohnten zeiten und orte
in der struktur zunächst genug sichtbar warteten.
<click>

Oliver Cromm

unread,
Feb 3, 2015, 5:43:41 PM2/3/15
to
* Stefan Schmitz:
Dann mögest Du mich bitte nicht anrufen.

--
Bug:
An elusive creature living in a program that makes it incorrect.
The activity of "debugging," or removing bugs from a program, ends
when people get tired of doing it, not when the bugs are removed.
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Joachim Pense

unread,
Feb 3, 2015, 9:58:13 PM2/3/15
to
On 02/04/2015 12:00 AM, Martin Gerdes wrote:
> Joachim Pense <sn...@pense-mainz.eu> schrieb:
>
>> Hier (Mainz) heißt es "gekrischen". "Gekreischt" klingt hier auch im
>> Hochdeutschen falsch.
>
> Und im Hochdeutschen klingt "gekrischen" in Mainz richtig?
>

Ja.


Joachim
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Detlef Meißner

unread,
Feb 4, 2015, 4:28:32 AM2/4/15
to
Am 04.02.2015 um 10:35 schrieb Matthias Opatz:
> Dies schrieb Stefan Schmitz:
>
>> Ich erkenne keinen großen Unterschied zwischen rufen und schreien.
>
> Ich shcon.
>
> MUSEN: /rufen/ ist laut und/oder bestimmt, aber beherrscht;
> /schreien/ ist laut und unbeherrscht.

Das wird der Feldwebel aber nicht gern hören.

Detlef

Volker Gringmuth

unread,
Feb 4, 2015, 4:34:18 AM2/4/15
to
Detlef Meißner wrote:

> > MUSEN: /rufen/ ist laut und/oder bestimmt, aber beherrscht;
> > /schreien/ ist laut und unbeherrscht.
>
> Das wird der Feldwebel aber nicht gern hören.

Macht nichts, den hört ja auch keiner gern.


vG

Stefan Schmitz

unread,
Feb 4, 2015, 1:36:05 PM2/4/15
to
Am Mittwoch, 4. Februar 2015 04:17:36 UTC+1 schrieb Wolfgang Schwanke:
> Stefan Schmitz <ss...@gmx.de>
> wrote in news:c10c295f-d991-4317...@googlegroups.com:
> Dann bist du wohl aus der Ecke. Im Norden bedeutet "schreien" das
> Schreien eines kleinen Kindes oder ein Schmerzensschrei, aber nicht
> rufen.

Ich komme aus NRW und habe keinerlei Beziehungen zu Franken.

Auch für den Duden ist schreien (sehr) laut rufen.

Detlef Meißner

unread,
Feb 4, 2015, 2:46:10 PM2/4/15
to
Am 04.02.2015 um 04:16 schrieb Wolfgang Schwanke:
> Stefan Schmitz <ss...@gmx.de>

>> Was soll daran lustig sein?
>> Ich erkenne keinen großen Unterschied zwischen rufen und schreien.
>
> Dann bist du wohl aus der Ecke. Im Norden bedeutet "schreien" das
> Schreien eines kleinen Kindes oder ein Schmerzensschrei, aber nicht
> rufen.

Wo im Norden, dort wo die Möwen rufen?

Detlef


Hans

unread,
Feb 4, 2015, 3:03:55 PM2/4/15
to
Ist hinsichtlich der Bedeutungsunterschiede ähnlich wie in Österreich,
nämlich bei "laufen": In Deutschland heißt das so viel wie "gehen", in
Österreich bedeutet es ausschließlich "rennen".

Hans
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Detlef Meißner

unread,
Feb 4, 2015, 4:01:58 PM2/4/15
to
Dauerlauf ist Dauergehen?
Und: "In Deutschland" gibt es so gut wie gar nicht.

> in
> Österreich bedeutet es ausschließlich "rennen".

Wie Skilanglauf?
Na, wenn ich da so einige Gestalten sehe ...

Detlef

Christina Kunze

unread,
Feb 4, 2015, 4:48:13 PM2/4/15
to
Am 04.02.2015 um 21:01 schrieb Hans:

> Ist hinsichtlich der Bedeutungsunterschiede ähnlich wie in Österreich,
> nämlich bei "laufen": In Deutschland heißt das so viel wie "gehen", in
> Österreich bedeutet es ausschließlich "rennen".

Aus Österreich kenne ich das auch, aber ist das nicht im ganzen
süddeutschen Raum so?

chr

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Christina Kunze

unread,
Feb 4, 2015, 4:51:00 PM2/4/15
to
Am 04.02.2015 um 22:00 schrieb Martin Gerdes:
> Joachim Pense <sn...@pense-mainz.eu> schrieb:
>
>>>> Hier (Mainz) heißt es "gekrischen". "Gekreischt" klingt hier auch im
>>>> Hochdeutschen falsch.
>
>>> Und im Hochdeutschen klingt "gekrischen" in Mainz richtig?
>
>> Ja.
>
> Es gibt in Mainz Deiner Ansicht nach also eine Spezialversion des
> Hochdeutschen.
>
Schon mal was von regionaler Hochsprache gehört?

chr

Detlef Meißner

unread,
Feb 4, 2015, 5:16:57 PM2/4/15
to
Ich kenne aus meiner Kinderzeit auch nur, dass "laufen" rennen heißt.
Aber man lernt ja hinzu.
Außerdem konnte man nach dem Krieg in vielen Gegenden gar nicht mehr
sagen, was wie wo gesagt wird.

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Feb 4, 2015, 5:18:08 PM2/4/15
to
Am 04.02.2015 um 22:48 schrieb Rüdiger Silberer:
> Warum? Der schreit doch nicht.

Okay, er brüllt.

Detlef

Joachim Pense

unread,
Feb 5, 2015, 11:59:48 AM2/5/15
to
On 02/04/2015 10:00 PM, Martin Gerdes wrote:
> Joachim Pense <sn...@pense-mainz.eu> schrieb:
>
>>>> Hier (Mainz) heißt es "gekrischen". "Gekreischt" klingt hier auch im
>>>> Hochdeutschen falsch.
>
>>> Und im Hochdeutschen klingt "gekrischen" in Mainz richtig?
>
>> Ja.
>
> Es gibt in Mainz Deiner Ansicht nach also eine Spezialversion des
> Hochdeutschen.
>

Selbstverständlich. Jede Region hat ihre eigene Variante des Hochdeutschen.

Joachim

Oliver Cromm

unread,
Feb 5, 2015, 1:10:31 PM2/5/15
to
* Detlef Meißner:

> Am 04.02.2015 um 21:01 schrieb Hans:
>> Am .02.2015, 20:45 Uhr, schrieb Detlef Meißner <unge...@mailinator.com>:
>>
>>> Am 04.02.2015 um 04:16 schrieb Wolfgang Schwanke:
>>>> Stefan Schmitz <ss...@gmx.de>
>>>
>>>>> Was soll daran lustig sein?
>>>>> Ich erkenne keinen großen Unterschied zwischen rufen und schreien.
>>>>
>>>> Dann bist du wohl aus der Ecke. Im Norden bedeutet "schreien" das
>>>> Schreien eines kleinen Kindes oder ein Schmerzensschrei, aber nicht
>>>> rufen.
>>>
>>> Wo im Norden, dort wo die Möwen rufen?
>>
>> Ist hinsichtlich der Bedeutungsunterschiede ähnlich wie in Österreich,
>> nämlich bei "laufen": In Deutschland heißt das so viel wie "gehen",
>
> Dauerlauf ist Dauergehen?

Eher ist "laufen" in Deutschland auch der Oberbegriff für jede
Fortbewegung zu Fuß. Gehen ist eine Art des langsamen Laufens.

Praktische Anwendung findet der Oberbegriff meistens als Gegensatz
zu "fahren": "Fahren wir mit dem Auto/Bus/Zug oder laufen wir?"
Darin ist die Geschwindigkeit völlig offen.

"... oder gehen wir?" wäre schwer verständlich, vielleicht würde
ich mir vorstellen, daß ich mich so bewegen soll wie die Geher der
Leichtathletik. Man kann sagen: "... oder gehen wir zu Fuß?" Das
hat aber einen anderen Hintergrund, auf den ich gleich komme.

"Gehen" hat die Nebenbedeutung "den Ort verlassen" - "Ich gehe
jetzt" - und dient auch noch als Oberbegriff für jede Art der
Ortsbewegung: "Ich gehe für ein Jahr nach Amerika". Daher kann es
leicht zu Mißverständnissen kommen, wenn es zusätzlich auch noch
die obige Funktion erfüllen soll.

Was sagen Österreicher in dem Beispiel oben? "Fahren wir mit dem
Auto oder gehen wir?"? Ist man damit auf langsames Gehen
festgelegt? Kommt schnelles Laufen für Österreicher vielleicht
schon charakterlich überhaupt nicht in Frage, so daß sie gar
keinen Oberbegriff benötigen?

> Und: "In Deutschland" gibt es so gut wie gar nicht.

Das ist auch richtig. Wenn im deutschen Sprachraum
unterschiedliche Verwendungen üblich sind, ist selten ganz
Deutschland einheitlich.

--
Pentiums melt in your PC, not in your hand.

Detlef Meißner

unread,
Feb 5, 2015, 1:33:20 PM2/5/15
to
Am 05.02.2015 um 19:10 schrieb Oliver Cromm:
> * Detlef Meißner:
>
>> Am 04.02.2015 um 21:01 schrieb Hans:
>>> Am .02.2015, 20:45 Uhr, schrieb Detlef Meißner <unge...@mailinator.com>:
>>>
>>>> Am 04.02.2015 um 04:16 schrieb Wolfgang Schwanke:
>>>>> Stefan Schmitz <ss...@gmx.de>
>>>>
>>>>>> Was soll daran lustig sein?
>>>>>> Ich erkenne keinen großen Unterschied zwischen rufen und schreien.
>>>>>
>>>>> Dann bist du wohl aus der Ecke. Im Norden bedeutet "schreien" das
>>>>> Schreien eines kleinen Kindes oder ein Schmerzensschrei, aber nicht
>>>>> rufen.
>>>>
>>>> Wo im Norden, dort wo die Möwen rufen?
>>>
>>> Ist hinsichtlich der Bedeutungsunterschiede ähnlich wie in Österreich,
>>> nämlich bei "laufen": In Deutschland heißt das so viel wie "gehen",
>>
>> Dauerlauf ist Dauergehen?
>
> Eher ist "laufen" in Deutschland auch der Oberbegriff für jede
> Fortbewegung zu Fuß.
> Gehen ist eine Art des langsamen Laufens.

Das lass aber die Geher nicht hören!

> Praktische Anwendung findet der Oberbegriff meistens als Gegensatz
> zu "fahren": "Fahren wir mit dem Auto/Bus/Zug oder laufen wir?"
> Darin ist die Geschwindigkeit völlig offen.

Genau.

> "... oder gehen wir?" wäre schwer verständlich,

"gehen wir?" ginge, wäre aber im Kontext falsch.

> vielleicht würde
> ich mir vorstellen, daß ich mich so bewegen soll wie die Geher der
> Leichtathletik. Man kann sagen: "... oder gehen wir zu Fuß?" Das
> hat aber einen anderen Hintergrund, auf den ich gleich komme.
>
> "Gehen" hat die Nebenbedeutung "den Ort verlassen" - "Ich gehe
> jetzt" - und dient auch noch als Oberbegriff für jede Art der
> Ortsbewegung: "Ich gehe für ein Jahr nach Amerika". Daher kann es
> leicht zu Mißverständnissen kommen, wenn es zusätzlich auch noch
> die obige Funktion erfüllen soll.

Ja, denn man geht ja nicht nach Amerika, sondern man fliegt oder schwimmt.

Da nähern wir uns der englischen Bedeutung von "to go".

> Was sagen Österreicher in dem Beispiel oben? "Fahren wir mit dem
> Auto oder gehen wir?"? Ist man damit auf langsames Gehen
> festgelegt? Kommt schnelles Laufen für Österreicher vielleicht
> schon charakterlich überhaupt nicht in Frage, so daß sie gar
> keinen Oberbegriff benötigen?
>
>> Und: "In Deutschland" gibt es so gut wie gar nicht.
>
> Das ist auch richtig. Wenn im deutschen Sprachraum
> unterschiedliche Verwendungen üblich sind, ist selten ganz
> Deutschland einheitlich.

Da ich die verschiedenen "Sprachbereiche" in Deutschland und Österreich
schon sehr früh kennengelernt habe, kann ich an mir selbst gar nicht
feststellen, was "hier" so üblich ist.
Da kommt es bei mir auch gar nicht zu Verständnisproblemen.

Beispiel: Gerade heute eine Anzeige gelesen. Küche zu verschenken, muss
bis Mitte März abgeholt werden.

Anderes Beispiel: Wir treffen uns nächsten Samstag.

Detlef


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Detlef Meißner

unread,
Feb 5, 2015, 2:58:32 PM2/5/15
to
> Hm, ja Du kennst Dich aus, wie in allen Dingen.

Darin unterscheiden wir uns.

Detlef

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Thomas Schade

unread,
Feb 6, 2015, 10:13:11 AM2/6/15
to
On 06.02.2015 22:00, Martin Gerdes wrote:
> Hans <ka...@invalid.at> schrieb:

>> Ist hinsichtlich der Bedeutungsunterschiede ähnlich wie in Österreich,
>> nämlich bei "laufen": In Deutschland heißt das so viel wie "gehen", in
>> Österreich bedeutet es ausschließlich "rennen".
>
> Standardsprachlich bedeutet "laufen" soviel wie "rennen" (siehe z.B.
> "Dauerlauf"). Zumindest im Schwäbischen bedeutet "laufen" soviel wie
> "gehen" ("Kann das Kind schon laufen?"),

Das scheint mir sogar allgemeindeutscher Sprachgebrauch zu sein. Ich
kenne nur 'Wenn hat das Kind denn laufen gelernt'? aber nicht 'Wann hat
das Kind gehen gelernt?'. 'Laufen' scheint mir auch außerhalb des
schwäbischen Sprachraums als Synonym für 'gehen gebraucht zu werden,
kontextabhängig. So kann, aber muss nicht, 'ich lauf dann schon mal
los' den Start zu einem Jogginglauf bedeuten. Aber eben auch die
Ankündigung sein, nur irgendwo hinzugehen.


Ciao
Toscha
--
Gestern Nacht ist meine Freundin explodiert,
Zum Glück trug ich 'nen Integralhelm,
darum ist mir nichts passiert.
[Die Ärzte]

Detlef Meißner

unread,
Feb 6, 2015, 10:17:59 AM2/6/15
to
Am 06.02.2015 um 16:13 schrieb Thomas Schade:
> On 06.02.2015 22:00, Martin Gerdes wrote:
>> Hans <ka...@invalid.at> schrieb:
>
>>> Ist hinsichtlich der Bedeutungsunterschiede ähnlich wie in Österreich,
>>> nämlich bei "laufen": In Deutschland heißt das so viel wie "gehen", in
>>> Österreich bedeutet es ausschließlich "rennen".
>>
>> Standardsprachlich bedeutet "laufen" soviel wie "rennen" (siehe z.B.
>> "Dauerlauf"). Zumindest im Schwäbischen bedeutet "laufen" soviel wie
>> "gehen" ("Kann das Kind schon laufen?"),
>
> Das scheint mir sogar allgemeindeutscher Sprachgebrauch zu sein. Ich
> kenne nur 'Wenn hat das Kind denn laufen gelernt'? aber nicht 'Wann hat
> das Kind gehen gelernt?'. 'Laufen' scheint mir auch außerhalb des
> schwäbischen Sprachraums als Synonym für 'gehen gebraucht zu werden,
> kontextabhängig. So kann, aber muss nicht, 'ich lauf dann schon mal
> los' den Start zu einem Jogginglauf bedeuten. Aber eben auch die
> Ankündigung sein, nur irgendwo hinzugehen.

Es gibt Lauftreppen und Laufbrücken. Darauf sollte man aber nicht
unbedingt rennen.

Detlef

Joachim Pense

unread,
Feb 6, 2015, 11:33:36 AM2/6/15
to
On 02/06/2015 04:00 PM, Martin Gerdes wrote:
> Christina Kunze <ku...@revesz.de> schrieb:
>
>>>>>> Hier (Mainz) heißt es "gekrischen". "Gekreischt" klingt hier auch im
>>>>>> Hochdeutschen falsch.
>
>>>>> Und im Hochdeutschen klingt "gekrischen" in Mainz richtig?
>
>>>> Ja.
>
>>> Es gibt in Mainz Deiner Ansicht nach also eine Spezialversion des
>>> Hochdeutschen.
>
>> Schon mal was von regionaler Hochsprache gehört?
>
> Ja, ihre Formen stehen in Wörterbüchern mit dem Vermerk "regional".
> Die Form "gekrischen" gehört nicht dazu.
>
> Und daß ein akademisch gebildeter Vater seinen Kindern die
> standardsprachliche Form "gekreischt" zu einem "regional
> hochsprachlichen" "gekrischen" korrigiert, bezweifle ich.
>

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, "gekreischt" könnte richtig sein.

Joachim

Thomas Schade

unread,
Feb 6, 2015, 11:42:47 AM2/6/15
to
Das überrascht jetzt auch mich. Ich vermag durchaus, mir 'gekrischen'
als regional üblich vorzustellen. Aber dass 'gekreischt' als /falsch/
empfunden wird, entzieht sich meiner Vorstellungskraft.


Ciao
Toscha
--
Denken Sie immer daran: jetzt sind die guten, alten Zeiten,
von denen Sie in zwanzig Jahren schwärmen werden.

Joachim Pense

unread,
Feb 6, 2015, 11:53:45 AM2/6/15
to
On 02/06/2015 05:42 PM, Thomas Schade wrote:

>>
>> Ich wäre nie auf die Idee gekommen, "gekreischt" könnte richtig sein.
>
> Das überrascht jetzt auch mich. Ich vermag durchaus, mir 'gekrischen'
> als regional üblich vorzustellen. Aber dass 'gekreischt' als /falsch/
> empfunden wird, entzieht sich meiner Vorstellungskraft.
>

Vielleicht bin ich zu bodenständig, Mutter aus Danzig, Vater aus
Eisenach, nie richtig den Mainzer Dialekt gesprochen.

Joachim
Message has been deleted

Markus Ermert

unread,
Feb 7, 2015, 6:30:56 AM2/7/15
to
Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> wrote:

> Anderes Beispiel: Wir treffen uns nächsten Samstag.

Eine der ärgerlichsten Bedeutungsverschiebungen. Auch, weil selbst ein noch
so häufiger wortsinnwidriger Gebrauch (vgl. Kontrahent, Untiefe) die
Missverständlichkeit nie ausräumen wird.

Beim mit dem nächsten Samstag eng verwandten Ostersamstag kann man ja
wenigstens darauf hoffen, dass die Entchristianisierung (nein, nicht die
Islamisierung) die eigentliche Bedeutung und damit die Missverständlichkeit
irgendwann abschafft.

Stefan Schmitz

unread,
Feb 7, 2015, 1:58:19 PM2/7/15
to
???

Markus Ermert

unread,
Feb 7, 2015, 4:34:39 PM2/7/15
to
Der Karsamstag wird von den meisten Leuten inzwischen fälschlich
Ostersamstag genannt. Dabei ist der Ostersamstag der Samstag nach Ostern.
Ostern beginnt erst in der Nacht von Samstag auf Sonntag.

Diedrich Ehlerding

unread,
Feb 8, 2015, 6:18:13 AM2/8/15
to
Markus Ermert meinte:

> Der Karsamstag wird von den meisten Leuten inzwischen fälschlich
> Ostersamstag genannt. Dabei ist der Ostersamstag der Samstag nach
> Ostern.

Man könnte natürlich auch der Ansicht sein, dass die Bedeutung von
"Ostersamstag", die von den meisten Leuten verwendet wird, die richtige
ist - eben deshalb, weil es die überwiegend verwendete Bedeutung ist.

Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.

Markus Ermert

unread,
Feb 8, 2015, 6:35:38 AM2/8/15
to
Diedrich Ehlerding <diedrich....@t-online.de> wrote:
> Markus Ermert meinte:
>
>> Der Karsamstag wird von den meisten Leuten inzwischen fälschlich
>> Ostersamstag genannt. Dabei ist der Ostersamstag der Samstag nach
>> Ostern.
>
> Man könnte natürlich auch der Ansicht sein, dass die Bedeutung von
> "Ostersamstag", die von den meisten Leuten verwendet wird, die richtige
> ist - eben deshalb, weil es die überwiegend verwendete Bedeutung ist.

Könnte man. Nur: Was machen dann die Christen? Den Sprachgebrauch
aufsplitten in internen und externen?

Diedrich Ehlerding

unread,
Feb 8, 2015, 6:46:16 AM2/8/15
to
Markus Ermert meinte:

> Könnte man. Nur: Was machen dann die Christen? Den Sprachgebrauch
> aufsplitten in internen und externen?

Viele von denen, die "Ostersamstag" für "Tag zwischen Karfreitag und
Ostern" verwenden, dürften sich durchaus als Christen bezeichnen.

Die haben natürlich ein Problem, wenn ihre Begriffe von nanderen auch
benutzt werden, aber mit anderer Bedeutung. Nur ist das Problem nicht
wirklich neu; es tritt immer dann auf, wenn ein Begriff eine Fachsprache
in die Alltagssprache einwandert. Du könntest z.B. mal UFH fragen, ob das,
was weithin bei DSL-Anschlüssen als Gerät zwischen Hausnetz und
Telefondose steht, ein "Router" sei ...

Oliver Jennrich

unread,
Feb 8, 2015, 7:53:03 AM2/8/15
to
Sicher. Das machen andere Menschen die Fachsprache verwenden wollen oder
müssen ja auch, wenn der fachsprachliche Ausdruck in der Umgangssprache
falsch verstanden werden könnte. Jedenfalls, wenn sie verstanden werden
wollen.


--
Space - The final frontier

Markus Ermert

unread,
Feb 8, 2015, 9:43:19 AM2/8/15
to
Oliver Jennrich <oliver....@gmx.net> wrote:
> Markus Ermert <ALLESerme...@gmail.com> writes:

>>Was machen dann die Christen? Den Sprachgebrauch
>> aufsplitten in internen und externen?
>
> Sicher. Das machen andere Menschen die Fachsprache verwenden wollen oder
> müssen ja auch, wenn der fachsprachliche Ausdruck in der Umgangssprache
> falsch verstanden werden könnte. Jedenfalls, wenn sie verstanden werden
> wollen.

Ja, sicher. Aber die Gefahr eines Missverständnisses ist bei einer
Tagesbezeichnung viel größer als bei Glühbirnen, Routern und
Schraubenziehern. Auch fehlt es anders als bei diesen Beispielen erstens an
der reziproken Verständlichkeit und an der inneren Logik des
Nichtfachbegriffs. Karsamstag haben viele noch nie gehört. Und Ostern
fängt nun wirklich erst Sonntag an, während man z.B. alles, was man mit dem
Werkzeug drehen kann, auch raus- oder festziehen kann.

Oliver Jennrich

unread,
Feb 8, 2015, 10:15:49 AM2/8/15
to
Markus Ermert <ALLESerme...@gmail.com> writes:

> Oliver Jennrich <oliver....@gmx.net> wrote:
>> Markus Ermert <ALLESerme...@gmail.com> writes:
>
>>>Was machen dann die Christen? Den Sprachgebrauch
>>> aufsplitten in internen und externen?
>>
>> Sicher. Das machen andere Menschen die Fachsprache verwenden wollen oder
>> müssen ja auch, wenn der fachsprachliche Ausdruck in der Umgangssprache
>> falsch verstanden werden könnte. Jedenfalls, wenn sie verstanden werden
>> wollen.
>
> Ja, sicher. Aber die Gefahr eines Missverständnisses ist bei einer
> Tagesbezeichnung viel größer als bei Glühbirnen, Routern und
> Schraubenziehern.

Und? Erstens betreffen diese Missverständnisse nur eine kleine
Minderheit [1], zweitens gibt es dafür Redundanz: 'Wollen wir Ostersamstag
eine Fahrradtour machen? Ja, gute Idee, meinst du den Tag vor
Ostersonntag oder den Sonnabend danach?'. Das ist auch nicht schwieriger
als das 'dieser Sonntag/nächster Sonntag' Problem.

> Auch fehlt es anders als bei diesen Beispielen erstens an der
> reziproken Verständlichkeit und an der inneren Logik des
> Nichtfachbegriffs.

Ich kann an der Reihung Ostersamstag-Ostersonntag-Ostermontag keine
Unlogik erkennen. In 'Karfreitag-Karsamstag-Ostersonntag-Ostermontag'
auch nicht. Abgesehen davon - Sprache ist nicht logisch, sondern
praktisch.

> Karsamstag haben viele noch nie gehört.

Eben.

> Und Ostern fängt nun wirklich
> erst Sonntag an,

Ganz ehrlich - wen interessiert das ausserhalb der Liturgie?

[1] Nein, ich meine nicht die praktizierenden Christen sondern die
wenigen Menschen, die sich der Möglichkeit des Missverständnisses nicht
bewusst sind oder die es bewusst herbeiführen wollen.

Stefan Schmitz

unread,
Feb 8, 2015, 2:40:53 PM2/8/15
to
Dass irgendein Tag nach Ostern "Oster" im Namen trüge, habe ich noch nie
gehört. Von daher kann mit Ostersamstag nur der Samstag des Osterwochenendes
gemeint sein.

Gunhild Simon

unread,
Feb 8, 2015, 4:08:22 PM2/8/15
to
Am Sonntag, 8. Februar 2015 20:40:53 UTC+1 schrieb Stefan Schmitz:
> Am Samstag, 7. Februar 2015 22:34:39 UTC+1 schrieb Markus Ermert:

...
> > Der Karsamstag wird von den meisten Leuten inzwischen fälschlich
> > Ostersamstag genannt. Dabei ist der Ostersamstag der Samstag nach Ostern.
> > Ostern beginnt erst in der Nacht von Samstag auf Sonntag.
>
> Dass irgendein Tag nach Ostern "Oster" im Namen trüge, habe ich noch nie
> gehört. Von daher kann mit Ostersamstag nur der Samstag des Osterwochenendes
> gemeint sein.

Logischerweise müßte aber - wörtlich verstanden -
Ostersonnabend korrekt sein, weil ja Sonnabend den
Abend vor einem Sonntag bezeichnet.

Karsamstag ist mir geläufig, aber auch die Osternacht,
die am Samstag bzw, Sonnabend vor dem Osterfest beginnt
ung die liturgisch eine besonders festliche, "*mysterielle"
also das Mysterium der Auferstehung betreffende,
Gestaltung erfährt.

Gruß
Gunhild

Christina Kunze

unread,
Feb 8, 2015, 4:50:53 PM2/8/15
to
In der Tat.
Ich richte auch meine Uhrzeitangaben danach, ob ich mit einem
Ossi/Österreicher oder Wessi rede. Schließlich will ich ja verstanden
werden.

chr

Markus Ermert

unread,
Feb 8, 2015, 8:31:45 PM2/8/15
to
Stefan Schmitz <ss...@gmx.de> wrote:
> Am Samstag, 7. Februar 2015 22:34:39

> Dass irgendein Tag nach Ostern "Oster" im Namen trüge, habe ich noch nie
> gehört.

Q.e.d.

Ostermontag?

> Von daher kann mit Ostersamstag nur der Samstag des Osterwochenendes
> gemeint sein.

Die christliche Woche beginnt am Sonntag. Samstag ist der letzte Tag der
Woche, also auch der Osterwoche.

Wie die Diskussion auch hier zeigt, ist dieses Wissen aber weitgehend
abhanden gekommen. Deshalb konnte sich ja auch die aus kirchlicher Sicht
falsche Bezeichnung Ostersamstag durchsetzen.

Dass Ostern aus christlicher Sicht keinesfalls am Samstag oder gar schon am
Freitag beginnen kann, sollte man schon mit Grundkenntnissen der Bibel
nachvollziehen können.

Diedrich Ehlerding

unread,
Feb 9, 2015, 1:25:59 AM2/9/15
to
Markus Ermert meinte:

> Die christliche Woche beginnt am Sonntag. Samstag ist der letzte Tag der
> Woche, also auch der Osterwoche.
>
> Wie die Diskussion auch hier zeigt, ist dieses Wissen aber weitgehend
> abhanden gekommen.

Genauer: der Sprachgebrauch hat sich geändert. Und da wir hier in desd und
nicht in ...

> Deshalb konnte sich ja auch die aus kirchlicher Sicht
> falsche Bezeichnung Ostersamstag durchsetzen.
>
> Dass Ostern aus christlicher Sicht keinesfalls am Samstag oder gar schon
> am Freitag beginnen kann, sollte man schon mit Grundkenntnissen der
> Bibel nachvollziehen können.

... de.sci.theologie sind, geht es um den Sprachgebrauch.

Frank Zeeb

unread,
Feb 9, 2015, 1:58:23 AM2/9/15
to
Stefan Schmitz wrote:

> Dass irgendein Tag nach Ostern "Oster" im Namen trüge, habe ich noch nie
> gehört. Von daher kann mit Ostersamstag nur der Samstag des Osterwochenendes
> gemeint sein.

Ostermontag?

Gruß
Frank


Gunhild Simon

unread,
Feb 9, 2015, 2:16:00 AM2/9/15
to
Am Montag, 9. Februar 2015 07:25:59 UTC+1 schrieb Diedrich Ehlerding:
> Markus Ermert meinte:
>
> > Die christliche Woche beginnt am Sonntag. Samstag ist der letzte Tag der
> > Woche, also auch der Osterwoche.
> >
> > Wie die Diskussion auch hier zeigt, ist dieses Wissen aber weitgehend
> > abhanden gekommen.
>
> Genauer: der Sprachgebrauch hat sich geändert. Und da wir hier in desd und
> nicht in ...
>
> > Deshalb konnte sich ja auch die aus kirchlicher Sicht
> > falsche Bezeichnung Ostersamstag durchsetzen.

Die letzte Woche der siebenwöchigen Passionszeit,
der Fastenzeit, die den Karfreitag umfaßt und
die Ostern und der Osterwoche vorausgeht, heißt Karwoche.
Daß der Samstag dieser Woche Karsamstag heißt, ist
damit klar.

Sogar das süße Osterbrot, das das Ende der Fastenzeit
symbolisiert, gibt es erst nach Mitternacht, dem
gedachten Zeitpunkt der Auferstehung, der an Ostern
gefeiert wird.

Gruß
Gunhild

Markus Ermert

unread,
Feb 9, 2015, 2:50:07 AM2/9/15
to
Christina Kunze <ku...@revesz.de> wrote:

> Ich richte auch meine Uhrzeitangaben danach, ob ich mit einem
> Ossi/Österreicher oder Wessi rede. Schließlich will ich ja verstanden werden.

Ich hoffe nur, dass du trotz dieser unzutreffenden Sprachlandkarte keine
Verabredung verpasst :)

Markus Ermert

unread,
Feb 9, 2015, 3:10:09 AM2/9/15
to
Diedrich Ehlerding <diedrich....@t-online.de> wrote:
> Markus Ermert meinte:
>
>> Die christliche Woche beginnt am Sonntag. Samstag ist der letzte Tag der
>> Woche, also auch der Osterwoche.
>>
>> Wie die Diskussion auch hier zeigt, ist dieses Wissen aber weitgehend
>> abhanden gekommen.
>
> Genauer: der Sprachgebrauch hat sich geändert. Und da wir hier in desd und
> nicht in ...
> ... de.sci.theologie sind, geht es um den Sprachgebrauch.

... und zwar um den Wandel desselben, die unterschiedlichen Sprachebenen
und die damit verbundene Gefahr von Missverständnissen, die der
Ostersamstag nicht mit den Schraubenziehern und Neonröhren teilt.

Ähnlich gelagert ist der "nächste Samstag". So lange noch eine relevante
Zahl an Sprechern nicht vergessen hat, dass "nächster" der Superlativ von
"nah" ist, ist bei einer Verabredung am 19.2. für nächsten Samstag unklar,
ob der 21. oder der 28. gemeint ist.

Frank Hucklenbroich

unread,
Feb 9, 2015, 4:35:22 AM2/9/15
to
Am 7 Feb 2015 21:34:37 GMT schrieb Markus Ermert:

> Stefan Schmitz <ss...@gmx.de> wrote:
>> Am Samstag, 7. Februar 2015 12:30:56 UTC+1 schrieb Markus Ermert:
>
>>> Beim mit dem nächsten Samstag eng verwandten Ostersamstag kann man ja
>>> wenigstens darauf hoffen, dass die Entchristianisierung (nein, nicht die
>>> Islamisierung) die eigentliche Bedeutung und damit die Missverständlichkeit
>>> irgendwann abschafft.
>>
>> ???
>
> Der Karsamstag wird von den meisten Leuten inzwischen fälschlich
> Ostersamstag genannt.

Ja, das hört man öfters.

> Dabei ist der Ostersamstag der Samstag nach Ostern.

Wieso denn das? Das habe ich so noch nie gehört. Der Sonntag nach Ostern
ist üblicherweise der "Weiße Sonntag", an dem die katholischen Kinder zur
Erstkommunion gehen. Aber der Samstag nach Ostern trägt eigentlich keinen
eigenen Namen.

> Ostern beginnt erst in der Nacht von Samstag auf Sonntag.

Richtig.

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Feb 9, 2015, 4:43:01 AM2/9/15
to
Am Fri, 6 Feb 2015 22:13:06 +0700 schrieb Thomas Schade:

> On 06.02.2015 22:00, Martin Gerdes wrote:
>> Hans <ka...@invalid.at> schrieb:
>
>>> Ist hinsichtlich der Bedeutungsunterschiede ähnlich wie in Österreich,
>>> nämlich bei "laufen": In Deutschland heißt das so viel wie "gehen", in
>>> Österreich bedeutet es ausschließlich "rennen".
>>
>> Standardsprachlich bedeutet "laufen" soviel wie "rennen" (siehe z.B.
>> "Dauerlauf"). Zumindest im Schwäbischen bedeutet "laufen" soviel wie
>> "gehen" ("Kann das Kind schon laufen?"),
>
> Das scheint mir sogar allgemeindeutscher Sprachgebrauch zu sein. Ich
> kenne nur 'Wenn hat das Kind denn laufen gelernt'? aber nicht 'Wann hat
> das Kind gehen gelernt?'. 'Laufen' scheint mir auch außerhalb des
> schwäbischen Sprachraums als Synonym für 'gehen gebraucht zu werden,
> kontextabhängig.

Richtig. "Warten wir auf den Bus oder sollen wir laufen?" scheint mir
unauffällig.

Grüße,

Frank

Markus Ermert

unread,
Feb 9, 2015, 5:53:53 AM2/9/15
to
Nicht mehr in der allgemeinen Sprache, stimmt. Er bildet zusammen mit dem
Weißen Sonntag aber den Abschluss der Osterwoche (Osteroktav). Als
Tagesbezeichnung hat sich das nur noch im Ostermontag erhalten, der ja aus
kirchlicher Sicht genauso viel oder wenig mit Ostern zu tun hat wie der
darauf folgende Samstag.

Detlef Meißner

unread,
Feb 9, 2015, 6:03:26 AM2/9/15
to
Ja, das entspricht einer gewissen Logik: Ostermontag (Osterdienstag,
Ostermittwoch, Osterdonnerstag, Osterfreitag) Ostersamstag.

Wobei man mal spontan testen müsste, was die Menschen unter Osterfreitag
verstehen. Ist ja bald Gelegenheit dazu.

Detlef

Markus Ermert

unread,
Feb 9, 2015, 8:43:16 AM2/9/15
to
Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> wrote:
>
> Wobei man mal spontan testen müsste, was die Menschen unter Osterfreitag
> verstehen. Ist ja bald Gelegenheit dazu.

Googeln zeigt, dass tatsächlich einige Schweizer den Gründonnerstag
Osterdonnerstag nennen.

Detlef Meißner

unread,
Feb 9, 2015, 9:11:55 AM2/9/15
to
Eben.

Die Bezeichnungen richten sich also nicht mehr nach irgendwelchen
kirchlichen Traditionen, sondern nach dem Alltagsgebrauch.

Ostern ist ein Zeitraum (um Ostern herum) und somit verbindet man die
Donnerstage, Freitage, Samstage und Montage davor und danach mit Ostern.
Allerdings klappt das dann nicht mehr für Mittwoch.

BTW: Wie sieht es eigentlich mit "Pfingstsamstag" aus? Ich denke, das
dürfte klar sein, oder?

Für mich (und wahrscheinlich viele andere) ist der Samstag immer noch
ein Sonnabend, also der Tag _vor_ dem Sonntag.
Ostersamstag wäre demnach der Ostersonnabend, also der Tag vor Ostersonntag.

Detlef


Frank Hucklenbroich

unread,
Feb 9, 2015, 9:44:10 AM2/9/15
to
Am Mon, 09 Feb 2015 15:11:44 +0100 schrieb Detlef Meißner:

> BTW: Wie sieht es eigentlich mit "Pfingstsamstag" aus? Ich denke, das
> dürfte klar sein,

Der Samstag vor Pfingsten. Das ist ein langes Wochenende, also zählt man
den Samstag dazu.

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Feb 9, 2015, 9:45:41 AM2/9/15
to
Die Schweizer kennen auch keinen 2.Weihnachtstag, sondern feiern am 26.12.
den "Stephanstag". Und man 2.1. den "Berchtoldstag".

Grüße,

Frank

Detlef Meißner

unread,
Feb 9, 2015, 9:50:20 AM2/9/15
to
Ja, das meine ich. Und analog tut man es mit dem Ostersamstag.
Vereinfacht die Verständigung zwischen den weniger Gebildeten.

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Feb 9, 2015, 9:52:07 AM2/9/15
to
Am 09.02.2015 um 15:45 schrieb Frank Hucklenbroich:
> Am 9 Feb 2015 13:43:14 GMT schrieb Markus Ermert:
>
>> Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> wrote:
>>>
>>> Wobei man mal spontan testen müsste, was die Menschen unter Osterfreitag
>>> verstehen. Ist ja bald Gelegenheit dazu.
>>
>> Googeln zeigt, dass tatsächlich einige Schweizer den Gründonnerstag
>> Osterdonnerstag nennen.
>
> Die Schweizer kennen auch keinen 2.Weihnachtstag, sondern feiern am 26.12.
> den "Stephanstag".

Aber ich kann mir gut vorstellen, dass sie mit "2. Weihnachtstag" etwas
anzufangen wissen.

Detlef

Thomas Schade

unread,
Feb 9, 2015, 9:58:39 AM2/9/15
to
On 09.02.2015 21:44, Frank Hucklenbroich wrote:

>> BTW: Wie sieht es eigentlich mit "Pfingstsamstag" aus? Ich denke, das
>> dürfte klar sein,
>
> Der Samstag vor Pfingsten. Das ist ein langes Wochenende, also zählt man
> den Samstag dazu.

Ostern dürften auch viele als langes Wochenende empfinden. Also zählt man den Samstag dazu.


Ciao
Toscha
--
Multiple exclamation marks are a sure sign of a diseased mind.
[Terry Pratchett 'Eric']

Volker Gringmuth

unread,
Feb 9, 2015, 10:03:34 AM2/9/15
to
Thomas Schade wrote:

> > Der Samstag vor Pfingsten. Das ist ein langes Wochenende, also zählt man
> > den Samstag dazu.
>
> Ostern dürften auch viele als langes Wochenende empfinden. Also zählt man
> den Samstag dazu.

Also nur eine Frage der Zeit, bis der Karfreitag in Osterfreitag umbenannt
wird. Gehört ja auch zum langen Wochenende.

Den Samstag dazwischen kenne ich nur als Karsamstag. Der ist sogar noch
karer als der Freitag, weil Christus da den ganzen Tag im Grabe lag.


vG

Thomas Schade

unread,
Feb 9, 2015, 10:12:00 AM2/9/15
to
On 09.02.2015 22:03, Volker Gringmuth wrote:
> Thomas Schade wrote:
>
>>> Der Samstag vor Pfingsten. Das ist ein langes Wochenende, also zählt man
>>> den Samstag dazu.
>>
>> Ostern dürften auch viele als langes Wochenende empfinden. Also zählt man
>> den Samstag dazu.
>
> Also nur eine Frage der Zeit, bis der Karfreitag in Osterfreitag umbenannt
> wird. Gehört ja auch zum langen Wochenende.

In gewisser Weise wäre das konsequent. Und mir persönlich auch ziemlich
egal, sofern er Feiertag bliebe.

> Den Samstag dazwischen kenne ich nur als Karsamstag. Der ist sogar noch
> karer als der Freitag, weil Christus da den ganzen Tag im Grabe lag.

Mir klingt der Begriff 'Karsamstag' nicht sonderlich vertraut, hätte aber
auf Nachfrage immer auch den Samstag der Karwoche darunter verstanden.


Ciao
Toscha
--
Beauty lies in the eyes of the beerholder.

Detlef Meißner

unread,
Feb 9, 2015, 10:19:08 AM2/9/15
to
Fehlen jetzt nur noch Karmontag, Kardienstag ....

Detlef

Volker Gringmuth

unread,
Feb 9, 2015, 10:27:32 AM2/9/15
to
Detlef Meißner wrote:

> >> Den Samstag dazwischen kenne ich nur als Karsamstag. Der ist sogar noch
> >> karer als der Freitag, weil Christus da den ganzen Tag im Grabe lag.
> >
> > Mir klingt der Begriff 'Karsamstag' nicht sonderlich vertraut, hätte
> > aber auf Nachfrage immer auch den Samstag der Karwoche darunter
> > verstanden.
>
> Fehlen jetzt nur noch Karmontag, Kardienstag ....

Naaananana. Rotdienstag, Gelbmittwoch, Gründonnerstag.


vG

Detlef Meißner

unread,
Feb 9, 2015, 10:35:02 AM2/9/15
to
Da gehört dann aber Schwar(zer)Freitag da hin!
Und was ist mit dem Montag?

Detlef

Oliver Cromm

unread,
Feb 9, 2015, 1:36:39 PM2/9/15
to
* Oliver Jennrich:

> Markus Ermert <ALLESerme...@gmail.com> writes:
>
>> Und Ostern fängt nun wirklich
>> erst Sonntag an,
>
> Ganz ehrlich - wen interessiert das ausserhalb der Liturgie?

Die Osterfeiertage sind von Freitag bis Montag - wobei Firmen hier
in Kanada sogar nur Freitag oder Montag freigeben müssen, nicht
beide.

Der Samstag nach Ostern ist durch nichts ausgezeichnet, braucht
also im Alltag keinen besonderen Namen. Leute, die üblicherweise
keine Kutte tragen, verabreden sich auch nicht zur Fahrradtour "am
17. Sonntag nach Trinitatis".

--
There are two ways of constructing a software design. One way is
to make it so simple that there are obviously no deficiencies.
And the other way is to make it so complicated that there are no
obvious deficiencies. The first method is far more difficult.
-- C. A. R. Hoare

Oliver Cromm

unread,
Feb 9, 2015, 1:36:43 PM2/9/15
to
* Frank Hucklenbroich:

> Am 9 Feb 2015 13:43:14 GMT schrieb Markus Ermert:
>
>> Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> wrote:
>>>
>>> Wobei man mal spontan testen müsste, was die Menschen unter Osterfreitag
>>> verstehen. Ist ja bald Gelegenheit dazu.
>>
>> Googeln zeigt, dass tatsächlich einige Schweizer den Gründonnerstag
>> Osterdonnerstag nennen.
>
> Die Schweizer kennen auch keinen 2.Weihnachtstag, sondern feiern am 26.12.
> den "Stephanstag".

Hier in Kanada ist das der "Boxing Day". Aber kein gesetzlicher
Feiertag.

--
Java is the SUV of programming tools.
A project done in Java will cost 5 times as much, take twice as
long, and be harder to maintain than a project done in a
scripting language such as PHP or Perl. - Philip Greenspun

Oliver Cromm

unread,
Feb 9, 2015, 1:36:44 PM2/9/15
to
* Gunhild Simon:

> Die letzte Woche der siebenwöchigen Passionszeit,
> der Fastenzeit, die den Karfreitag umfaßt und
> die Ostern und der Osterwoche vorausgeht, heißt Karwoche.
> Daß der Samstag dieser Woche Karsamstag heißt, ist
> damit klar.

Nein, auch das war mir nicht klar. Vor Karfreitag liegt ja auch
nicht Kardonnerstag, sondern Gründonnerstag.

--
A computer will do what you tell it to do, but that may be much
different from what you had in mind. - Joseph Weizenbaum
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