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Aussprache von 'Fabiane'

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Ralf Joerres

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Oct 28, 2015, 12:11:34 PM10/28/15
to
Ich hatte mit einer jungen Dame zu tun, deren (Vor-) Name sich 'Fabiane' schreibt. Als ich sie so ansprach, meinte sie, "ich heiße aber Fabienne". Als ich ihr dann sagte, dass sie dann in unserer Kundendatenbank nicht korrekt geschrieben eingetragen ist, sagte sie: "Nein, das ist schon richtig geschrieben, ich spreche mich nur so aus, aber schreiben tu ich mich mit 'a'."

Da war ich erst einen Moment sprachlos, hab dann auf stur geschaltet und ihr gesagt: "Wenn Sie sich Fabiane mit 'a' schreiben, dann werden Sie von mir auch so ausgesprochen. Wenn Sie Fabienne ausgesprochen werden wollen, gehen Sie am besten zum Einwohnermeldeamt und lassen die Schreibung von ihrem Vornamen ändern. Ich bleibe bei 'Fabiane', so schreiben Sie sich schließlich auch."

Der Wortwechsel ging noch eine Weile hin und her, wobei ihr Argument war: "Aber alle Leute sprechen mich so aus", woraufhin ich ihr zu erklären versuchte, dass diese Leute vermutlich in der Regel ihren Namen nicht geschrieben gesehen haben.

Natürlich ist das respektlos von mir, andererseits ist eine dermaßen gewillkürte Aussprache in meinen Augen eine Vergewaltigung der Regeln unserer Laut-Buchstaben-Beziehungen. Nun haben wir im Deutschen allerdings die unselige Angewohnheit, Wörter und Namen aus fremden Sprachen mitsamt ihren anders gearteten Laut-Buchstaben-Beziehungen zu importieren. Wenn ich also an einen 'Julian' gerate, weiß ich nicht, ob der gerne deutsch oder englisch oder ggf. französisch oder sonstwie ausgesprochen werden will, wobei die reguläre französische Schreibung wohl 'Julien' mit der Aussprache [ʒyljɛ͂] wäre.

Wie seht ihr das?

Stefan Schmitz

unread,
Oct 28, 2015, 12:22:09 PM10/28/15
to
Am Mittwoch, 28. Oktober 2015 17:11:34 UTC+1 schrieb Ralf Joerres:

> Da war ich erst einen Moment sprachlos, hab dann auf stur geschaltet und ihr gesagt: "Wenn Sie sich Fabiane mit 'a' schreiben, dann werden Sie von mir auch so ausgesprochen. Wenn Sie Fabienne ausgesprochen werden wollen, gehen Sie am besten zum Einwohnermeldeamt und lassen die Schreibung von ihrem Vornamen ändern. Ich bleibe bei 'Fabiane', so schreiben Sie sich schließlich auch."

Warum bist du so scharf darauf, sie als Kundin zu verlieren?

Martin Hedinger

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Oct 28, 2015, 2:59:48 PM10/28/15
to
Hab ich mich auch gefragt. Ich sehe das Problem nicht. Wenn sie so
angesprochen werden will, sprichst du sie so an. Und in der
Adresskartei, also im schriftlichen Verkehr, heisst es halt "Fabiane
Muster".

Gruss Martin

Georg Wieser

unread,
Oct 28, 2015, 3:22:35 PM10/28/15
to
Am 28.10.2015 um 19:59 schrieb Martin Hedinger:
> Am 28.10.2015 um 17:22 schrieb Stefan Schmitz:
>> Am Mittwoch, 28. Oktober 2015 17:11:34 UTC+1 schrieb Ralf Joerres:
>>
>>> Da war ich erst einen Moment sprachlos, hab dann auf stur geschaltet
>>> und ihr gesagt: "Wenn Sie sich Fabiane mit 'a' schreiben, dann werden
>>> Sie von mir auch so ausgesprochen. Wenn Sie Fabienne ausgesprochen
>>> werden wollen, gehen Sie am besten zum Einwohnermeldeamt und lassen
>>> die Schreibung von ihrem Vornamen ändern. Ich bleibe bei 'Fabiane',
>>> so schreiben Sie sich schließlich auch."
>>
>> Warum bist du so scharf darauf, sie als Kundin zu verlieren?
>

Ich hatte mal so eine ekelhafte Zwiedern, die Frau vom Doktor.

Auf ein freundliches Grüß Gott Frau xyz kam sofort "Frau Doktor xyz".

Ich gartulierte Ihr zur Promotion und fragte gleich nach dem Fachgebiet.
Die Antwort war, wie ihr Euch vorstellen könnt, "Ich bin die Frau vom
Doktor".

Oh entschuldigen Sie Frau xyz war der letzte Kommentar, den ich
loswerden konnte, bevor sie mich rausgeschmissen hatte :-)


Es gibt Kunden auf die konnte ich *GUT* verzichten!

Oliver Jennrich

unread,
Oct 28, 2015, 4:25:31 PM10/28/15
to
Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com> writes:

> Ich hatte mit einer jungen Dame zu tun, deren (Vor-) Name sich
> 'Fabiane' schreibt. Als ich sie so ansprach, meinte sie, "ich heiße
> aber Fabienne". Als ich ihr dann sagte, dass sie dann in unserer
> Kundendatenbank nicht korrekt geschrieben eingetragen ist, sagte sie:
^^^^^^^^^^^^^^^

> Da war ich erst einen Moment sprachlos, hab dann auf stur geschaltet
^^^^

> Natürlich ist das respektlos von mir, andererseits ist eine dermaßen
^^^^^^^^^^

> Wie seht ihr das?

Ich habe mal die drei wesentlichen Wörter markiert.

--
Space - The final frontier

Oliver Cromm

unread,
Oct 28, 2015, 7:12:23 PM10/28/15
to
* Matthias Opatz:

> Dies schrieb Ralf Joerres:
>
>> Ich hatte mit einer jungen Dame zu tun, deren (Vor-) Name
>> sich 'Fabiane' schreibt. Als ich sie so ansprach,
>
> *Wie* angesprochen? Fa-bi-a-ne? Fab-ja-ne? Fab-jann? Oder wie?
>
>> meinte sie, "ich heiße aber Fabienne".
>
> *Wie* gesprochen? Fa-bi-en-ne? Fab-jen-ne? Fab-jenn? Oder wie?

Das Problem hatte ich auch. Freilich sind beide Listen disjunkt
(haben keinen gemeinsamen Eintrag).

Ich würde das mentale Problem vermutlich so lösen, daß ich den
mündlich gebrauchten Namen als andere Variante des geschriebenen
einordne, wie bei jemandem, der sich "Karl" schreibt, aber
"Charlie" genannt werden möchte.

--
*Multitasking* /v./ Screwing up several things at once

Manfred Hoß

unread,
Oct 28, 2015, 9:12:56 PM10/28/15
to
Am Wed, 28 Oct 2015 19:12:22 -0400 schrieb Oliver Cromm:

> Ich würde das mentale Problem vermutlich so lösen, daß ich den
> mündlich gebrauchten Namen als andere Variante des geschriebenen
> einordne, wie bei jemandem, der sich "Karl" schreibt, aber
> "Charlie" genannt werden möchte.

Ich kannte jemanden, der Karl hieß und während seines Studiums Charlie
genannt wurde, was ihm aber gar nicht gefiel. Nach dem Studium trat er
seine erste Arbeitsstelle an und war froh, seinen Spitznamen los zu sein.
Zu seinem Pech traf er aber sehr schnell auf jemanden, der ihn von früher
kannte und wurde mit den Worten "Charlie, was machst du denn hier?"
begrüßt, weshalb er seinen Spitznamen möglicherweise bis heute trägt.

Gruß
Manfred.

Roland Franzius

unread,
Oct 29, 2015, 4:08:30 AM10/29/15
to
Am 29.10.2015 um 07:48 schrieb Stefan Ram:

> Heute lautet das griechische Alphabet,
> wenn ich Skripte schreibe, für mich: »Alpha, Gamma, Delta ...«.
> Also habe ich es so erfolgreich unterbunden, »Betta« hören
> zu müssen.

Die Längenqualität des altgiechischen Epsilon oder ein Aufenthalt beim
Griechen oder seinem Mutterland hätte dich sicher vom Gegenteil
überzeugt. Das Neugriechische hat keine Langvokale, dennoch ist das t in
der Kurzsilbe Wit nicht aspiriert wie im Deutschen.

Überhaupt laufen nach meiner bescheidenen Berufserfahrung [mbBe] und
Lebenserfahrung [mbLe] viel zu viele synthetische Lehrer herum, die
ihren Stoff nicht mal vom Hörensagen kennen, ganz zu schweigen von der
Beherschung desselben in Anwendungen.

--

Roland Franzius


Andreas Karrer

unread,
Oct 29, 2015, 4:14:34 AM10/29/15
to
* Manfred Hoß <rostk...@arcor.de>:

> Zu seinem Pech traf er aber sehr schnell auf jemanden, der ihn von früher
> kannte und wurde mit den Worten "Charlie, was machst du denn hier?"
> begrüßt, weshalb er seinen Spitznamen möglicherweise bis heute trägt.

Warum hat er die Leute nicht einfach darauf hingewiesen, dass er nicht
Charlie genannt werden möchte? Natürlich funktioniert das bei Kindern
nicht, aber unter Erwachsenen?

- Andi

Walter Schmid

unread,
Oct 29, 2015, 5:07:39 AM10/29/15
to
Vielleicht handelt es sich ja um die "Kundendatenbank" eines
Gefängnisses o.ä.


Gruss

Walter

--
Neu: Täglich frische Sig

Roland Franzius

unread,
Oct 29, 2015, 5:36:35 AM10/29/15
to
Am 29.10.2015 um 09:31 schrieb Stefan Ram:
> Roland Franzius <roland....@uos.de> writes:
>> Am 29.10.2015 um 07:48 schrieb Stefan Ram:
>>> Heute lautet das griechische Alphabet,
>>> wenn ich Skripte schreibe, für mich: »Alpha, Gamma, Delta ...«.
>>> Also habe ich es so erfolgreich unterbunden, »Betta« hören
>>> zu müssen.
>> Die Längenqualität des altgiechischen Epsilon oder ein Aufenthalt beim
>> Griechen oder seinem Mutterland hätte dich sicher vom Gegenteil
>> überzeugt. Das Neugriechische hat keine Langvokale, dennoch ist das t in
>> der Kurzsilbe Wit nicht aspiriert wie im Deutschen.
>
> Wie das deutsche Substantiv und Präfixoid »Beta« in anderen
> Ländern oder Sprachen (Griechisch oder Neugriechisch)
> ausgesprochen wird, ist für mich, der ich es in Berlin in
> Programmierkursen als Variablenname verwende, nicht so wichtig.
>
> Es gab hier um den 25. Februar 2013 schon eine Diskussion zu
> diesem Thema, derzufolge die /deutsche/ Aussprache des
> /deutschen/ Substantivs »Beta« ein langes /e:/ enthält.
>
> Damals schrieb der angesehene und gelehrte Newsgroup-Autor
> Manfred Hoß (wenn ich das jetzt richtig zuordne) persönlich:
>
> |Im "Duden Aussprachewörterbuch", 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte
> |Auflage von 1990 steht "*Beta* 'be:ta". In Daniel Sanders "Fremdwörterbuch"
> |von 1891 steht "Beta" mit einem Strich über dem e, wodurch das gedehnt zu
> |sprechende e gekennzeichnet wird.

Vielleicht hospitierst du mal eine Stunde in einem altsprachlichen
Gymnasium oder einer Vorlesung deiner Wahl in den klassischen
Disziplinen der philosophischen Fakultät. Mit dem roten Beeta kommst du
da auf gute Lacherfolge, so wie auf der anderen Seite der typische
Analysis I-Professor mit seinem Kleinphie.

Wenn es überhaupt eine paradigmatische Profession gibt, die deutlich
kenntlich ein Vielfaches dessen beschreibt, wovon sie etwas versteht,
dann sind es die Autoren von Nachschlagewerken.

Das wird der Grund sein, warum in wissenschaftlichen Arbeiten Zitate aus
dem Brockhaus oder wie deins oben - zum Teil verspätet - zum
Karriereabbruch führen können.

--

Roland Franzius

H.-P. Schulz

unread,
Oct 29, 2015, 5:45:42 AM10/29/15
to
Stefan Schmitz <ss...@gmx.de> schrieb:

>Am Mittwoch, 28. Oktober 2015 17:11:34 UTC+1 schrieb Ralf Joerres:
>
>> Da war ich erst einen Moment sprachlos, hab dann auf stur geschaltet und ihr gesagt: "Wenn Sie sich Fabiane mit 'a' schreiben, dann werden Sie von mir auch so ausgesprochen. Wenn Sie Fabienne ausgesprochen werden wollen, gehen Sie am besten zum Einwohnermeldeamt und lassen die Schreibung von ihrem Vornamen ändern. Ich bleibe bei 'Fabiane', so schreiben Sie sich schließlich auch."
>
>Warum bist du so scharf darauf, sie als Kundin zu verlieren?

Also, ich bin jetzt zwar nicht derjenige, welcher, - - -

ABER

Wenn einer mit der Aussprache seines popligen Vornamens schon so einen
Tebs macht, steht ziemlich sicher zu erwarten, dass er auch in anderen
belangen sagenwirmal: eigenwillig ist.
Und *so was* als Kunde? Nee, so groß kann die Marge gar nicht sein,
den prospektiven Ärger mit den diversen zutage tretenden
Absonderlichkeiten zu kompensieren.
Da sag' ich Danke für Backobst - und wünsche meinem Mitbewerber viel
Spaß mit diesem Kunden.

Stefan Froehlich

unread,
Oct 29, 2015, 6:09:45 AM10/29/15
to
On Thu, 29 Oct 2015 09:31:54 Stefan Ram wrote:
> Wie das deutsche Substantiv und Präfixoid »Beta« in anderen
> Ländern oder Sprachen (Griechisch oder Neugriechisch)
> ausgesprochen wird, ist für mich, der ich es in Berlin in
> Programmierkursen als Variablenname verwende, nicht so wichtig.

> |Im "Duden Aussprachewörterbuch", 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte
> |Auflage von 1990 steht "*Beta* 'be:ta". In Daniel Sanders "Fremdwörterbuch"
> |von 1891 steht "Beta" mit einem Strich über dem e, wodurch das gedehnt zu
> |sprechende e gekennzeichnet wird.

Ungeachtet aller früheren Diskussionen in dieser Gruppe und aller
Nachschlagewerke habe ich in der Praxis (und das sowohl bei den
Naturwissenschaften, als auch in der Informatik) bislang "beta"
*ausschliesslich* mit kurzem e ausgesprochen gehört.

Nenn' es meinetwegen die normative Kraft des faktischen.

Servus,
Stefan

--
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Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan. Scharf und erlesen!
(Sloganizer)

Roland Franzius

unread,
Oct 29, 2015, 7:46:42 AM10/29/15
to
Am 29.10.2015 um 10:53 schrieb Stefan Ram:
> Roland Franzius <roland....@uos.de> writes:
>> Am 29.10.2015 um 09:31 schrieb Stefan Ram:
>>> |Im "Duden Aussprachewörterbuch", 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte
>>> |Auflage von 1990 steht "*Beta* 'be:ta". In Daniel Sanders "Fremdwörterbuch"
>> Vielleicht hospitierst du mal eine Stunde in einem altsprachlichen
>> Gymnasium oder einer Vorlesung deiner Wahl in den klassischen
>
> Im meinem Siebs steht es nicht drin, aber im Viëtor von 1921
> steht auch »be:ta:«. Wenn zwei verschiedene
> Aussprachewörterbücher, von zwei verschiedenen Autoren zu
> zwei verschiedenen Zeiten (1921 und 1990) dasselbe angeben,
> dann steckt da vielleicht doch etwas dahinter!
>
> Man kann noch soviel Griechisch, Englisch oder sogar
> Neugriechisch lernen, es wird einem nicht sagen, wie das
> deutsche Wort »Beta« ausgesprochen wird.
>
> en.wikipedia.org/wiki/Etymological_fallacy
>


Ja witzig.

Du bist also damit konfrontiert, dass deine Kunden betta sprechen.

Aber offenbar kann auch die deutsche Sprech-Wirklichkeit kann dich nicht
davon überzeugen. Denn der Beta-Unkundige erfährt seine
Schein-Wirklichkeiten ja ausschließlich aus xx.wikipedia.org/Beta, der
süßesten Versuchung seit Aristoteles seine Schokolade anrührte.

--

Roland Franzius

Oliver Cromm

unread,
Oct 29, 2015, 9:13:11 AM10/29/15
to
* Roland Franzius:

> Am 29.10.2015 um 07:48 schrieb Stefan Ram:
>
>> Heute lautet das griechische Alphabet,
>> wenn ich Skripte schreibe, für mich: »Alpha, Gamma, Delta ...«.
>> Also habe ich es so erfolgreich unterbunden, »Betta« hören
>> zu müssen.
>
> Die Längenqualität des altgiechischen Epsilon oder ein Aufenthalt beim
> Griechen oder seinem Mutterland hätte dich sicher vom Gegenteil
> überzeugt. Das Neugriechische hat keine Langvokale, dennoch ist das t in
> der Kurzsilbe Wit nicht aspiriert wie im Deutschen.

Deswegen sprechen wir Wissenden ja auch konsequent vom
"Alphabett".

--
Software is getting slower
more rapidly than hardware becomes faster
--Wirth's law

Oliver Cromm

unread,
Oct 29, 2015, 9:13:16 AM10/29/15
to
* Stefan Froehlich:

> On Thu, 29 Oct 2015 09:31:54 Stefan Ram wrote:
>> Wie das deutsche Substantiv und Präfixoid »Beta« in anderen
>> Ländern oder Sprachen (Griechisch oder Neugriechisch)
>> ausgesprochen wird, ist für mich, der ich es in Berlin in
>> Programmierkursen als Variablenname verwende, nicht so wichtig.
>
>>|Im "Duden Aussprachewörterbuch", 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte
>>|Auflage von 1990 steht "*Beta* 'be:ta". In Daniel Sanders "Fremdwörterbuch"
>>|von 1891 steht "Beta" mit einem Strich über dem e, wodurch das gedehnt zu
>>|sprechende e gekennzeichnet wird.
>
> Ungeachtet aller früheren Diskussionen in dieser Gruppe und aller
> Nachschlagewerke habe ich in der Praxis (und das sowohl bei den
> Naturwissenschaften, als auch in der Informatik) bislang "beta"
> *ausschliesslich* mit kurzem e ausgesprochen gehört.
>
> Nenn' es meinetwegen die normative Kraft des faktischen.

Bei "ausschließlich" tippe ich mal auf die korrektive Kraft des
Hörenden. Das passiert mir auch bei einigen Wörtern.

Ich sage selber "Beeta", und meine, das von vielen anderen gehört
zu haben, "Betta" von vielen anderen anderen.

--
ASCII to ASCII, DOS to DOS

Uwe Schickedanz

unread,
Oct 29, 2015, 9:43:22 AM10/29/15
to
On Thu, 29 Oct 2015 09:13:27 -0400, Oliver Cromm
<lispa...@crommatograph.info> wrote:

>* Roland Franzius:
>
>> Am 29.10.2015 um 07:48 schrieb Stefan Ram:
>>
>>> Heute lautet das griechische Alphabet,
>>> wenn ich Skripte schreibe, für mich: »Alpha, Gamma, Delta ...«.
>>> Also habe ich es so erfolgreich unterbunden, »Betta« hören
>>> zu müssen.
>>
>> Die Längenqualität des altgiechischen Epsilon oder ein Aufenthalt beim
>> Griechen oder seinem Mutterland hätte dich sicher vom Gegenteil
>> überzeugt. Das Neugriechische hat keine Langvokale, dennoch ist das t in
>> der Kurzsilbe Wit nicht aspiriert wie im Deutschen.
>
>Deswegen sprechen wir Wissenden ja auch konsequent vom
>"Alphabett".

In dem das Alphamännchen schläft.

Gruß Uwe

--
"Die Amerikaner können von uns lernen, wie man Russland schlagen kann."
Der ukrainische Präsident Poroschenko über US-Instrukteure, die im November
in die Ukraine kommen werden.
=== http://www.sicherheitslampe.de ===

Florian Ritter

unread,
Oct 29, 2015, 11:29:16 AM10/29/15
to
Ein Greifswalder Mediziner wurde Eierbatz genannt. Seiner Aufforderung, ihn
nicht mehr so, vielmehr Tarzan zu nennen, wurde bedauerlicherweise nicht
gewillfahrt - FR

Helmut Schellong

unread,
Oct 29, 2015, 11:29:44 AM10/29/15
to
On 10/28/15 17:52, Matthias Opatz wrote:
> Dies schrieb Ralf Joerres:
>
>> Ich hatte mit einer jungen Dame zu tun, deren (Vor-) Name
>> sich 'Fabiane' schreibt. Als ich sie so ansprach,
>
> *Wie* angesprochen? Fa-bi-a-ne? Fab-ja-ne? Fab-jann? Oder wie?
>
>> meinte sie, "ich heiße aber Fabienne".
>
> *Wie* gesprochen? Fa-bi-en-ne? Fab-jen-ne? Fab-jenn? Oder wie?


Fabiane ist die weibliche Form von Fabian.
Das sind deutsche Vornamen.
Deshalb wird es so ausgesprochen wie Fabian mit einem e dran.

Eine Aussprache wie bei Fabienne ist schlicht falsch.
Fabienne wird Fa-bijenn ausgesprochen und ist die französische Form
(männlich: Fabien).
Fabiola ist die italienische Form.

Société Générale wird wohl So-ci-e-teh Dsche-ne-rahl ausgesprochen.



--
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Schellong v...@schellong.biz
www.schellong.de www.schellong.com www.schellong.biz
http://www.schellong.de/c.htm

Heinz Lohmann

unread,
Oct 29, 2015, 11:43:40 AM10/29/15
to
Am 29.10.2015 um 00:11 schrieb Ralf Joerres:
> Natürlich ist das respektlos von mir, andererseits ist eine dermaßen gewillkürte Aussprache in meinen Augen eine Vergewaltigung der Regeln unserer Laut-Buchstaben-Beziehungen. Nun haben wir im Deutschen allerdings die unselige Angewohnheit, Wörter und Namen aus fremden Sprachen mitsamt ihren anders gearteten Laut-Buchstaben-Beziehungen zu importieren. Wenn ich also an einen 'Julian' gerate, weiß ich nicht, ob der gerne deutsch oder englisch oder ggf. französisch oder sonstwie ausgesprochen werden will, wobei die reguläre französische Schreibung wohl 'Julien' mit der Aussprache [ʒyljɛ͂] wäre.

So geht es einem auch mit vielen anderen Familiennamen aus Osteuropa.
Ich denke, besonders das Wiener Telefonbuch ist/war voll davon.
Da fragt man dann einfach den Namensträger, wie man den Namen am besten
aussprechen sollte. Warum sollte das "eine unselige Angewohnheit" sein?

In alten Atlanten stand auch noch die amerikanische Stadt Neu-York.
Auch schön.

--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.

Stephen Hust

unread,
Oct 29, 2015, 12:27:57 PM10/29/15
to
On 29.10.2015 10:45, H.-P. Schulz wrote:

> Wenn einer mit der Aussprache seines popligen Vornamens schon so einen
> Tebs macht [...]

Was ist ein "Tebs"?

--
Steve

My e-mail address works as is.

Uwe Schickedanz

unread,
Oct 29, 2015, 12:41:23 PM10/29/15
to
On Thu, 29 Oct 2015 17:27:53 +0100, Stephen Hust <shno...@a1.net>
wrote:

>On 29.10.2015 10:45, H.-P. Schulz wrote:
>
>> Wenn einer mit der Aussprache seines popligen Vornamens schon so einen
>> Tebs macht [...]
>
>Was ist ein "Tebs"?

Aufstand.

Juergen Grosse

unread,
Oct 29, 2015, 12:48:46 PM10/29/15
to
Am 29.10.2015 um 14:13 schrieb Oliver Cromm:

...
> Ich sage selber "Beeta", und meine, das von vielen anderen gehört zu
> haben, "Betta" von vielen anderen anderen.


Ich höre ungefähr in dieser Reihenfolge: Betta, beeta, biete, bäjte,
wita, bähta; und spreche es so: Beeta (üblicherweise), betta (bei
Zeitmangel in Zusammensetzungen), biete (br.-engl.), bätá (fr.), wita
(ngr.) oder bähta (agr.).


Tschüs, Jürgen

Walter Schmid

unread,
Oct 29, 2015, 12:58:10 PM10/29/15
to
Am 29.10.2015 um 17:27 schrieb Stephen Hust:
> On 29.10.2015 10:45, H.-P. Schulz wrote:
>
>> Wenn einer mit der Aussprache seines popligen Vornamens schon so einen
>> Tebs macht [...]
>
> Was ist ein "Tebs"?


Transurethral Electrical Bladder Stimulation

Oliver Cromm

unread,
Oct 29, 2015, 1:01:16 PM10/29/15
to
* Juergen Grosse:
Bei "Beta-Version" kann es durchaus sein, daß ich das mit kurzem e
spreche. Das ist dann vermutlich Einfluß des Englischen. Bei
Informatikern im allgemeinen würde ich davon ausgehen, daß das die
Quelle für ein "betta" ist, nicht irgendeine Form von Griechisch.

--
If Helen Keller is alone in the forest and falls down, does she
make a sound?

Walter Schmid

unread,
Oct 29, 2015, 1:02:48 PM10/29/15
to
Am 29.10.2015 um 16:43 schrieb Heinz Lohmann:
> Am 29.10.2015 um 00:11 schrieb Ralf Joerres:
>> Natürlich ist das respektlos von mir, andererseits ist eine dermaßen gewillkürte Aussprache in meinen Augen eine Vergewaltigung der Regeln unserer Laut-Buchstaben-Beziehungen. Nun haben wir im Deutschen allerdings die unselige Angewohnheit, Wörter und Namen aus fremden Sprachen mitsamt ihren anders gearteten Laut-Buchstaben-Beziehungen zu importieren. Wenn ich also an einen 'Julian' gerate, weiß ich nicht, ob der gerne deutsch oder englisch oder ggf. französisch oder sonstwie ausgesprochen werden will, wobei die reguläre französische Schreibung wohl 'Julien' mit der Aussprache [ʒyljɛ͂] wäre.
>
> So geht es einem auch mit vielen anderen Familiennamen aus Osteuropa.
> Ich denke, besonders das Wiener Telefonbuch ist/war voll davon.


Wer es nicht selber lesen mag:

https://www.youtube.com/watch?v=-d0fh6JiArU

Georg Kreisler (für Eilige: so ab 0:42)

Ralf Joerres

unread,
Oct 29, 2015, 4:06:41 PM10/29/15
to
Am Donnerstag, 29. Oktober 2015 10:45:42 UTC+1 schrieb H.-P. Schulz:

> Wenn einer mit der Aussprache seines popligen Vornamens schon so einen
> Tebs macht (...)

Nunu, so poplig ist das wohl nicht, wie man angeredet wird.
Heute kann jeder in gewissem Rahmen bestimmen, wie er
angesprochen werden möchte, grundsätzlich ist das wohl zu
respektieren. Meiner Ansicht nach sollte der Name jedoch
so geschrieben sein, dass die Schreibweise der Aussprache
nachvollziehbar zuzuordnen ist.

Das Problem bei dieser Person liegt eher auf der Ebene
'Schackeliene' - 'Jacqueline', aber da handelt es sich
um Uninformiertheit und mangelnde Sprachsensibilität.
Die könnte in dem von mir genannten Fall auf Seiten der
Mutter vorgelegen haben - sie hat diese 'Aussprache'
schließlich in Umlauf gebracht und den Namen 'falsch'
eintragen lassen.

Ich denke, wenn die Frau 'Fabienne' gerufen werden will,
wäre es sinnvoll, sie schriebe sich auch so. Sie kann
sich natürlich dafür entscheiden, immer wieder entweder
die Schreibung oder die Aussprache ihres Namens erläutern
zu müssen. Jedem Dierchen sein Pläsierchen halt.

Es gibt vermutlich Ausspracheweisen fremdsprachlicher
Namen, die noch weitaus abweichender von ihrer Schreibung
sind, aber das lässt sich ggf. irgendwie durch
Transkriptionsdefizite erklären, da braucht man sich
nur die Schreibweisen bekannter russischer Namen in
Deutsch, Englisch und Französisch anzuschauen. Dafür
gibt es jedoch Erklärungsmöglichkeiten. Eine Aussprache
'Fabienne' für ein geschriebenes 'Fabiane' erklärt sich
jedoch nicht, und ich fände es unbefriedigend, wenn im
Deutschen Namen 'irgendwie' ausgesprochen werden sollen,
weil der Namensträger es so will.

Letztlich ist es ein Rechtschreibproblem. Hätten wir im
Deutschen eine konsequent lauttreue Rechtschreibung, gäbe
es das Problem nicht.

Ralf Joerres

unread,
Oct 29, 2015, 4:22:41 PM10/29/15
to
Am Donnerstag, 29. Oktober 2015 16:43:40 UTC+1 schrieb Heinz Lohmann:

> Am 29.10.2015 um 00:11 schrieb Ralf Joerres:
> > Nun haben wir im Deutschen allerdings die unselige Angewohnheit, Wörter > > und Namen aus fremden Sprachen mitsamt ihren anders gearteten Laut-
> > Buchstaben-Beziehungen zu importieren. Wenn ich also an einen 'Julian'
> > gerate, weiß ich nicht, ob der gerne deutsch oder englisch oder ggf.
> > französisch oder sonstwie ausgesprochen werden will, wobei die reguläre > > französische Schreibung wohl 'Julien' mit der Aussprache [ʒyljɛ͂] wäre.
>
> So geht es einem auch mit vielen anderen Familiennamen aus Osteuropa.
> Ich denke, besonders das Wiener Telefonbuch ist/war voll davon.
> Da fragt man dann einfach den Namensträger, wie man den Namen am besten
> aussprechen sollte. Warum sollte das "eine unselige Angewohnheit" sein?
>
Bei osteuropäischen Namen ist es naheliegend, sich nach
der korrekten Aussprache zu erkundigen. Bei einem Namen
wie 'Fabiane' kommt man erst mal nicht drauf, allenfalls
bliebe zu erkunden, ob das -e am Ende mitgesprochen werden
soll.

Unselig ist die deutsche Tradition des Rechtschreibimports
fremdsprachiger Schreibregeln, weil wir damit verstärkt an
einen Zustand wie im Englischen heranrücken, wo bei sehr
vielen Wörtern und vor allem Eigennamen ausgehend von der
Schreibung überhaupt nicht entschieden werden kann, wie das
Wort/der Name ausgesprochen werden soll. Wir können
nicht die Schreibregeln aller Sprachen der Welt ins
Deutsche aufnehmen.

Sergio Gatti

unread,
Oct 29, 2015, 4:36:02 PM10/29/15
to
Am 29.10.2015 um 21:06 schrieb Ralf Joerres:
> Es gibt vermutlich Ausspracheweisen fremdsprachlicher
> Namen, die noch weitaus abweichender von ihrer Schreibung
> sind,

Nee, vielmehr weichen sie von der Ausspracheweise der
Deutschen, die keinen Schimmer von der entsprechenden
Sprache haben.

Offen gesagt, bin ich alles andere als begeistert, wenn ich
auch nach der zehnten Erläuterung mit /ze:rgio/ statt
/sErdZo/ (gemäß
http://www.phon.ucl.ac.uk/home/sampa/german.htm)
angesprochen werde, wobei das E das geringste Problem darstellt.
Aber ich bin freiwillig ausgewandert und es sind meistens
ältere Menschen, die das absolut nicht hinkriegen. Na ja,
ich hoffe sehr, dass ich auch in zwanzig Jahren
aufnahmefähiger bin, aber vielleicht schaffe ich es auch
nicht mehr.

Ralf Joerres

unread,
Oct 29, 2015, 4:37:34 PM10/29/15
to
Am Donnerstag, 29. Oktober 2015 00:12:23 UTC+1 schrieb Oliver Cromm:
> * Matthias Opatz:
>
> > Dies schrieb Ralf Joerres:
> >
> >> Ich hatte mit einer jungen Dame zu tun, deren (Vor-) Name
> >> sich 'Fabiane' schreibt. Als ich sie so ansprach,
> >
> > *Wie* angesprochen? Fa-bi-a-ne? Fab-ja-ne? Fab-jann? Oder wie?
> >
> >> meinte sie, "ich heiße aber Fabienne".
> >
> > *Wie* gesprochen? Fa-bi-en-ne? Fab-jen-ne? Fab-jenn? Oder wie?
>
Ich hatte kein Bandgerät laufen. Ich hatte das 'Fabiane' als
'Fa-bjann' (endbetont) artikuliert, und sie sprach dies so aus,
wie Deutsche üblicherweise den Namen 'Fabienne' aussprechen,
nämlich als 'Fa-bjenn' ebenfalls endbetont.
>
> Ich würde das mentale Problem vermutlich so lösen, daß ich den
> mündlich gebrauchten Namen als andere Variante des geschriebenen
> einordne, wie bei jemandem, der sich "Karl" schreibt, aber
> "Charlie" genannt werden möchte.
>
Also eine andere Variante des geschriebenen 'Karl' stellt dieses
'Charlie' wohl nicht dar, sondern einen zu 'Karl' passenden
Spitznamen, aber ich glaube, ich verstehe, was du meinst:
Sie schreibt sich zwar 'Fabiane', will aber mit 'Fabienne'
angeredet werden, warum auch immer. Sie könnte auch
'Kartoffel' genannt werden wollen, dann wäre das eben so,
und warum eigentlich nicht, wenn's ihr doch Spaß macht...
Genau, so geht's - danke!

Stefan Froehlich

unread,
Oct 29, 2015, 5:00:37 PM10/29/15
to
On Thu, 29 Oct 2015 14:13:27 Oliver Cromm wrote:
> > Ungeachtet aller früheren Diskussionen in dieser Gruppe und aller
> > Nachschlagewerke habe ich in der Praxis (und das sowohl bei den
> > Naturwissenschaften, als auch in der Informatik) bislang "beta"
> > *ausschliesslich* mit kurzem e ausgesprochen gehört.

> > Nenn' es meinetwegen die normative Kraft des faktischen.

> Bei "ausschließlich" tippe ich mal auf die korrektive Kraft des
> Hörenden. Das passiert mir auch bei einigen Wörtern.

Möglich wär's natürlich (ich meine, wie soll man so etwas schon selbst
überprüfen?), so wirklich glauben mag ich das aber nicht. Mein Beta
spreche ich exakt so, wie das Bett mit einem angehängten a - und so nehme
ich es auch in meinem Umfeld war.

> Ich sage selber "Beeta", und meine, das von vielen anderen gehört zu
> haben,

Wir sind uns aber auch noch nie begegnet :-)

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan. Für intelligute Stiche, wenn die Kollegen schon schmollen!
(Sloganizer)

Detlef Meißner

unread,
Oct 29, 2015, 5:17:16 PM10/29/15
to
Am 29.10.2015 um 21:36 schrieb Sergio Gatti:
> Am 29.10.2015 um 21:06 schrieb Ralf Joerres:
>> Es gibt vermutlich Ausspracheweisen fremdsprachlicher
>> Namen, die noch weitaus abweichender von ihrer Schreibung
>> sind,
>
> Nee, vielmehr weichen sie von der Ausspracheweise der
> Deutschen, die keinen Schimmer von der entsprechenden
> Sprache haben.
>
> Offen gesagt, bin ich alles andere als begeistert, wenn ich
> auch nach der zehnten Erläuterung mit /ze:rgio/ statt
> /sErdZo/ (gemäß
> http://www.phon.ucl.ac.uk/home/sampa/german.htm)
> angesprochen werde, wobei das E das geringste Problem darstellt.
> Aber ich bin freiwillig ausgewandert und es sind meistens
> ältere Menschen, die das absolut nicht hinkriegen.

Dann haben sie deinen Namen gelesen, nicht nur gehört.
Die sagen ja auch Karmann Djia und kennen keine Filme von Sergio Leone.

> Na ja,
> ich hoffe sehr, dass ich auch in zwanzig Jahren
> aufnahmefähiger bin, aber vielleicht schaffe ich es auch
> nicht mehr.
>
Es gäbe die Möglichkeit, sie nach Italien einzuladen auf einen
Tschianti. ;-)

Detlef

Oliver Cromm

unread,
Oct 29, 2015, 5:30:12 PM10/29/15
to
* Detlef Meißner:

> Am 29.10.2015 um 21:36 schrieb Sergio Gatti:

>> Offen gesagt, bin ich alles andere als begeistert, wenn ich
>> auch nach der zehnten Erläuterung mit /ze:rgio/ statt
>> /sErdZo/ (gemäß
>> http://www.phon.ucl.ac.uk/home/sampa/german.htm)
>> angesprochen werde, wobei das E das geringste Problem darstellt.
>> Aber ich bin freiwillig ausgewandert und es sind meistens
>> ältere Menschen, die das absolut nicht hinkriegen.
>
> Dann haben sie deinen Namen gelesen, nicht nur gehört.

Manche insistieren aber darauf, den Namen weiterhin "wie
geschrieben" auszusprechen, auch wenn sie ihn live von Leuten
hören, die es besser wissen müßten.

Ich habe sogar schon erlebt, daß jemand ein Wort zunächst vom
Hören her halbwegs lautgetreu nachgeahmt hat, dann später, nach
der ersten schriftlichen Begegnung, auf eine ganz falsche
Aussprache umgeschwenkt ist.

--
The most likely way for the world to be destroyed, most experts
agree, is by accident. That's where we come in; we're computer
professionals. We cause accidents.
Nathaniel Borenstein

Roland Franzius

unread,
Oct 29, 2015, 5:34:06 PM10/29/15
to
Am 29.10.2015 um 18:01 schrieb Oliver Cromm:
> * Juergen Grosse:
>
>> Am 29.10.2015 um 14:13 schrieb Oliver Cromm:
>>
>> ...
>>> Ich sage selber "Beeta", und meine, das von vielen anderen gehört zu
>>> haben, "Betta" von vielen anderen anderen.
>>
>> Ich höre ungefähr in dieser Reihenfolge: Betta, beeta, biete, bäjte,
>> wita, bähta; und spreche es so: Beeta (üblicherweise), betta (bei
>> Zeitmangel in Zusammensetzungen), biete (br.-engl.), bätá (fr.), wita
>> (ngr.) oder bähta (agr.).
>
> Bei "Beta-Version" kann es durchaus sein, daß ich das mit kurzem e
> spreche. Das ist dann vermutlich Einfluß des Englischen. Bei
> Informatikern im allgemeinen würde ich davon ausgehen, daß das die
> Quelle für ein "betta" ist, nicht irgendeine Form von Griechisch.
>


Die Schulquelle der Aussprache ist das β an Euklids Dreieck, liegend
gegenüber der Seite b, sowie die Betastrahlung und das Betatron aus der
Physik der Ooberstuufe.

In allen anderen Fällen kann man die Ausprache eines Konsonantennamens
in einer Fremdsprache natürlich entweder den nächstgelegenen Nachbarn
überlassen, in diesem Fall also den Austriaken oder Sizilianern, oder
man hält sich an die Philologien der jeweiligen Sprachen.


Ansonsten gibts noch Kemiker und andere Komiker, die sagen vermutlich
Bääta-Ascorbinsäure und Bäätatest.

--

Roland Fanzius

Heinz Lohmann

unread,
Oct 29, 2015, 7:49:08 PM10/29/15
to
Was meinst du, was da meine taiwanischen Austauschstudenten mit ihren
chinesischen Namen auszustehen haben.
Die kriegt keiner richtig hin, außer vielleicht mal ein erfahrener
Sinologiestudent.
Aber die nehmen's meist mit Humor.

Meinen deutschen Namen kann hier in der Gegend (TW, JP) in der Regel
auch niemand richtig aussprechen.
Ich laufe meist unter meinem chinesischen Namen (z.B. Uni und Behörden),
aber das bin ich eigentlich nicht, finde ich manchmal.
Aber passt schon ...

Trotzdem: Man sollte nicht unterschätzen, wie wichtig einem der eigene
Name ist.

Der DLF hatte neulich ein schönes Feature zum Thema "Nomen est omen".
http://www.deutschlandfunk.de/nomen-est-omen-wie-namen-entstehen-und-wirken.866.de.html?dram:article_id=332465

Man kann das Transkript der Sendung dort auch runterladen. Lesen geht
schneller als Hören.
Und da wird auch die Frage beantwortet, ob der Namensträger "Pumuckl"
seinen von den Eltern vor Gericht erfochtenen Namen noch trägt.

Juergen Grosse

unread,
Oct 29, 2015, 8:00:10 PM10/29/15
to
Am 29.10.2015 um 23:29 schrieb Stefan Ram:

...
> In einem deutschen Wörterbuch steht die Aussprache

> Za'klin

> , so als würde die zweite Silbe mit dem »k« beginnen.

> Im französischen Wiktionär steht aber

> Zak.lin

> Demzufolge beginnt die zweite Silbe mit dem »l«.

> Dann findet man aber noch einen Absatz:

> prononciation canonique : \Za.k@.lin\ prononciation habituelle :
> \Za.klin\

Das bringt uns zu der Frage, was Silben eigentlich sind. Gibt es sie als
phonetische Erscheinungen oder sind es phonologische Konstrukte.

Bei /Zaklin/ haben wir wirklich nur diese zwei Möglichkeiten der
Trennung, bei /ZystE~/ ('Justin') aber hätten wir drei davon.


Tschüs, Jürgen

Thomas Schade

unread,
Oct 30, 2015, 2:06:29 AM10/30/15
to
Helmut Schellong <r...@schellong.biz> Wrote in message:
> On 10/28/15 17:52, Matthias Opatz wrote:

>>> Ich hatte mit einer jungen Dame zu tun, deren (Vor-) Name
>>> sich 'Fabiane' schreibt. Als ich sie so ansprach,
>>
>> *Wie* angesprochen? Fa-bi-a-ne? Fab-ja-ne? Fab-jann? Oder wie?
>>
>>> meinte sie, "ich heiße aber Fabienne".
>>
>> *Wie* gesprochen? Fa-bi-en-ne? Fab-jen-ne? Fab-jenn? Oder wie?
>
>
> Fabiane ist die weibliche Form von Fabian.
> Das sind deutsche Vornamen.
> Deshalb wird es so ausgesprochen wie Fabian mit einem e dran.
>
> Eine Aussprache wie bei Fabienne ist schlicht falsch.

Das ist schlicht arrogant. Wenn sie wünscht, als 'fabijenn'
angesprochen zu werden, ist das zu respektieren; Höflichkeit ist
immer noch ein höheres Gut als Rechthaberei.


Ciao
Toscha
--
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Sergio Gatti

unread,
Oct 30, 2015, 4:19:11 AM10/30/15
to
Am 29.10.2015 um 21:22 schrieb Ralf Joerres:

> Unselig ist die deutsche Tradition des Rechtschreibimports
> fremdsprachiger Schreibregeln, weil wir damit verstärkt an
> einen Zustand wie im Englischen heranrücken, wo bei sehr
> vielen Wörtern und vor allem Eigennamen ausgehend von der
> Schreibung überhaupt nicht entschieden werden kann, wie das
> Wort/der Name ausgesprochen werden soll. Wir können
> nicht die Schreibregeln aller Sprachen der Welt ins
> Deutsche aufnehmen.

Warnung: Im Folgenden rede ich nur über Eigen- und
insbesondere Personennamen.

Mag sein, andererseits wäre es arrogant, Ausländern die
eigene Sprech- oder sogar Schreibweise eines _ausländischen_
Namens aufdrücken zu wollen.

Etwas anderes ist es, wenn man zugibt, dass man selber
unfähig ist, den Namen der anderen Person richtig
auszusprechen. Es ist _unser_ Mangel, wenn wir den Ton im
Namen von Herrn Ma nicht richtig hinkriegen und ihn somit
Mutter statt Ross nennen, ganz besonders, wenn man in China
lebt. Und es ist ein Mangel der chinesischen Studenten, wenn
sie Heinz Lohmann nicht richtig aussprechen, ganz besonders,
wenn sie _Deutsch_ lernen und fast jeden Tag mit ihm sprechen.

Wiederum anders ist die Lage, wenn ein Name nicht mehr als
fremd empfunden wird.

H.-P. Schulz

unread,
Oct 30, 2015, 4:20:04 AM10/30/15
to
Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com> schrieb:

>Am Donnerstag, 29. Oktober 2015 10:45:42 UTC+1 schrieb H.-P. Schulz:
>
>> Wenn einer mit der Aussprache seines popligen Vornamens schon so einen
>> Tebs macht (...)
>
>Nunu, so poplig ist das wohl nicht, wie man angeredet wird.

Doch. Solange keine Absicht erkennbar ist. (Es ist eine verbreitete -
alberne - Geringschätzungstechnik, jemandes Namen obstinat falsch
auszusprechen, - das trifft aber fast immer den *Nach*namen.)

Frag' mal Leute mit dem gar nicht so sehr seltenen Namen Roger! Und
eine Bekannte von mir heißt Alice, aber ich sag' jetzt nicht, ob deu,
fra, eng oder ita. :)

Helmut Schellong

unread,
Oct 30, 2015, 4:24:25 AM10/30/15
to
On 10/30/15 07:06, Thomas Schade wrote:
> Helmut Schellong <r...@schellong.biz> Wrote in message:

>> Fabiane ist die weibliche Form von Fabian.
>> Das sind deutsche Vornamen.
>> Deshalb wird es so ausgesprochen wie Fabian mit einem e dran.
>>
>> Eine Aussprache wie bei Fabienne ist schlicht falsch.
>
> Das ist schlicht arrogant. Wenn sie wünscht, als 'fabijenn'
> angesprochen zu werden, ist das zu respektieren; Höflichkeit ist
> immer noch ein höheres Gut als Rechthaberei.

Ich würde ihre Wünsche respektieren, ja, und nachfolgend
Fabiane falsch aussprechen...

Walter Schmid

unread,
Oct 30, 2015, 5:16:09 AM10/30/15
to
Am 29.10.2015 um 22:30 schrieb Oliver Cromm:
> * Detlef Meißner:
>
>> Am 29.10.2015 um 21:36 schrieb Sergio Gatti:
>
>>> Offen gesagt, bin ich alles andere als begeistert, wenn ich
>>> auch nach der zehnten Erläuterung mit /ze:rgio/ statt
>>> /sErdZo/ (gemäß
>>> http://www.phon.ucl.ac.uk/home/sampa/german.htm)
>>> angesprochen werde, wobei das E das geringste Problem darstellt.
>>> Aber ich bin freiwillig ausgewandert und es sind meistens
>>> ältere Menschen, die das absolut nicht hinkriegen.
>>
>> Dann haben sie deinen Namen gelesen, nicht nur gehört.
>
> Manche insistieren aber darauf, den Namen weiterhin "wie
> geschrieben" auszusprechen, auch wenn sie ihn live von Leuten
> hören, die es besser wissen müßten.


Und darunter waren in Deutschland vor 30 Jahren auch die meisten
Profi-Sprecher an Radio und Fernsehen. Das hatte den Vorteil,
dass man französische und englische Namen im Brockhaus
nachschlagen konnte, ohne die Fremdsprache gelernt zu haben.

In der Schweiz war dies aber immer verpönt. Wir hatten einen
Radio-Sprecher, der ein Dutzend Fremdsprachen genau wie ein
Muttersprachler aussprechen konnte. Es gab dann immer einen
kleinen hörbaren Anlauf und dann klang "Mikhail Gorbatschov"
genau wie in Radio Moskau.

Roland Franzius

unread,
Oct 30, 2015, 6:24:52 AM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 07:06 schrieb Thomas Schade:
> Helmut Schellong <r...@schellong.biz> Wrote in message:
> Deshalb wird es so ausgesprochen wie Fabian mit einem e dran.
>>
>> Eine Aussprache wie bei Fabienne ist schlicht falsch.
>
> Das ist schlicht arrogant. Wenn sie wünscht, als 'fabijenn'
> angesprochen zu werden, ist das zu respektieren; Höflichkeit ist
> immer noch ein höheres Gut als Rechthaberei.

Nun wissen wir ja aus Erfahrung in desd, dass der deutschsprachige
Rechteinhaber, vom Westfalen mal ganz zu schweigen, Höflichkeiten des
Alltags gern als unerträglichen Austausch von Lügen qualifiziert.

--

Roland Franzius

Ralf Joerres

unread,
Oct 30, 2015, 6:52:31 AM10/30/15
to
Am Freitag, 30. Oktober 2015 07:06:29 UTC+1 schrieb Thomas Schade:
> Helmut Schellong Wrote in message:
> > On 10/28/15 17:52, Matthias Opatz wrote:
>
> >>> Ich hatte mit einer jungen Dame zu tun, deren (Vor-) Name
> >>> sich 'Fabiane' schreibt. Als ich sie so ansprach,
> >>
> >> *Wie* angesprochen? Fa-bi-a-ne? Fab-ja-ne? Fab-jann? Oder wie?
> >>
> >>> meinte sie, "ich heiße aber Fabienne".
> >>
> >> *Wie* gesprochen? Fa-bi-en-ne? Fab-jen-ne? Fab-jenn? Oder wie?
> >
> >
> > Fabiane ist die weibliche Form von Fabian.
> > Das sind deutsche Vornamen.
> > Deshalb wird es so ausgesprochen wie Fabian mit einem e dran.
> >
> > Eine Aussprache wie bei Fabienne ist schlicht falsch.
>
> Das ist schlicht arrogant. Wenn sie wünscht, als 'fabijenn'
> angesprochen zu werden, ist das zu respektieren; Höflichkeit ist
> immer noch ein höheres Gut als Rechthaberei.
>

Ich sag's gerne noch einmal: Wenn sie so angesprochen werden will,
warum schreibt sie sich dann nicht so? Wenn sie sich aber anders
schreibt, warum will sie dann 'falsch ausgesprochen' angesprochen
werden? Zu irgendwas sind diese Buchstaben doch gut, oder?

Dass ihr Wunsch zu respektieren ist, ist klar, denn der Name
mitsamt seiner Aussprache und Schreibung ist Teil der Identität.
Das ist aber ein anderer Punkt. Man kann sich in vielen Annahmen
über sich selbst und über die Dinge des Lebens irren. Dass
'Fabiane' sich allgemein 'Fa-bjenn' ausspricht, wäre eine solche.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Person denkt, ihre
Sprechweise wäre die Normalform der Aussprache ihres Namens.
Ich werde sie bei nächster Gelegenheit noch einmal auf mit
'Fabienne' bezeichneten ansprechen, mal sehen, was sie sagt.

Heinz Lohmann

unread,
Oct 30, 2015, 7:06:53 AM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 18:52 schrieb Ralf Joerres:
> Ich sag's gerne noch einmal: Wenn sie so angesprochen werden will,
> warum schreibt sie sich dann nicht so? Wenn sie sich aber anders
> schreibt, warum will sie dann 'falsch ausgesprochen' angesprochen
> werden? Zu irgendwas sind diese Buchstaben doch gut, oder?

Wahrscheinlich hat sie den Namen, wie die meisten von uns, von ihren
Eltern bekommen, und wahrscheinlich auch die Aussprache gleich dazu.
Soll sie also den Namen, mit dem sie großgeworden ist, dir zuliebe ändern?

Wie wird denn dein Familienname ausgesprochen? Jörres? Warum schreibst
du ihn dann nicht so?
Oder Joërres? Dann gönn dir doch die zwei Pünktchen extra und stell
einen Antrag bei der zuständigen Behörde.

Heinz Lohmann

unread,
Oct 30, 2015, 7:14:13 AM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 16:19 schrieb Sergio Gatti:
> Etwas anderes ist es, wenn man zugibt, dass man selber
> unfähig ist, den Namen der anderen Person richtig
> auszusprechen. Es ist_unser_ Mangel, wenn wir den Ton im
> Namen von Herrn Ma nicht richtig hinkriegen und ihn somit
> Mutter statt Ross nennen, ganz besonders, wenn man in China
> lebt. Und es ist ein Mangel der chinesischen Studenten, wenn
> sie Heinz Lohmann nicht richtig aussprechen, ganz besonders,
> wenn sie_Deutsch_ lernen und fast jeden Tag mit ihm sprechen.

Und du glaubst gar nicht, auf wie viele Arten man ihn falsch schreiben kann.
;-)
Und ich werde auch gern mit "Hans" angesprochen. Bei Leuten, die gut
Deutsch können, stört mich das natürlich.

Ich korrigiere freundlich. Es ist ja nicht bös gemeint ...

Ich schreibe in Namenslisten zuerst immer die Familiennamen der
Studenten in Hanyu Pinyin. Einige korrigieren dann, weil sie ihn in
Buchstaben anders zu schreiben gewohnt sind.
Das muss ich dann akzeptieren. Es ist ihre Wahl oder der Name wurde
schon von den Eltern beim Passantrag so geschrieben.

Was die Töne im Chinesischen angeht: Man kann nicht von O. Normalo
verlangen, das er die draufkriegt. Die Tagesschausprecher sind bei der
Aussprache von chinesischen Namen mittlerweile ganz gut, aber die Töne
stimmen natürlich nicht.

Sergio Gatti

unread,
Oct 30, 2015, 7:44:08 AM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 12:14 schrieb Heinz Lohmann:
> Was die Töne im Chinesischen angeht: Man kann nicht von O.
> Normalo verlangen, das er die draufkriegt.


Das tue ich gar nicht. Ich erwarte nur, dass man sich
wenigstens bemüht, wenn man einen Chinesen anredet _und_
korrigiert wird.
Oder wenn man mich anredet und ich weise darauf hin, dass
ich nicht /ze:rgio/ heiße.
Oder wenn ein Italiener mit Hermann Müller spricht und Herr
Müller anmerkt, dass er weder /er"manno/ oder /"ermann@/
noch /"MIller/ oder /"Muller/ heißt.

Ob man nach der Korrektur eine annehmbare Aussprache
hinkriegt oder der Angesprochene eine falsche Aussprache
hinzunehmen hat, das ist zweitrangig. Aber sich bemühen
sollte man schon.

Thomas Schade

unread,
Oct 30, 2015, 8:45:23 AM10/30/15
to
Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com> Wrote in message:
> Am Freitag, 30. Oktober 2015 07:06:29 UTC+1 schrieb Thomas Schade:
>> Helmut Schellong Wrote in message:

>> > Fabiane ist die weibliche Form von Fabian.
>> > Das sind deutsche Vornamen.
>> > Deshalb wird es so ausgesprochen wie Fabian mit einem e dran.
>> >
>> > Eine Aussprache wie bei Fabienne ist schlicht falsch.
>>
>> Das ist schlicht arrogant. Wenn sie wünscht, als 'fabijenn'
>> angesprochen zu werden, ist das zu respektieren; Höflichkeit ist
>> immer noch ein höheres Gut als Rechthaberei.
>>
>
> Ich sag's gerne noch einmal: Wenn sie so angesprochen werden will,
> warum schreibt sie sich dann nicht so? Wenn sie sich aber anders
> schreibt, warum will sie dann 'falsch ausgesprochen' angesprochen
> werden?

Was ginge dich das eine wie das andere an?

> Zu irgendwas sind diese Buchstaben doch gut, oder?

Ja, man kann sich z.B. unermüdlich ihrer korrekten Anordnung widmen.

> Dass ihr Wunsch zu respektieren ist, ist klar, denn der Name
> mitsamt seiner Aussprache und Schreibung ist Teil der Identität.
> Das ist aber ein anderer Punkt.

Aber nicht hier. Hier ist der einzig zählende.

> Man kann sich in vielen Annahmen
> über sich selbst und über die Dinge des Lebens irren. Dass
> 'Fabiane' sich allgemein 'Fa-bjenn' ausspricht, wäre eine solche.
> Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Person denkt, ihre
> Sprechweise wäre die Normalform der Aussprache ihres Namens.
> Ich werde sie bei nächster Gelegenheit noch einmal auf mit
> 'Fabienne' bezeichneten ansprechen, mal sehen, was sie sagt.

Mach das, wenn es dir damit dann besser geht.

Thomas Schade

unread,
Oct 30, 2015, 8:46:46 AM10/30/15
to
Roland Franzius <roland....@uos.de> Wrote in message:
Auf welche meiner westfälischen Eigenheiten zielt das ab?

Uwe Schickedanz

unread,
Oct 30, 2015, 10:12:37 AM10/30/15
to
Wirklich? Also, mit k?

Gruß Uwe

--
"Die Amerikaner können von uns lernen, wie man Russland schlagen kann."
Der ukrainische Präsident Poroschenko über US-Instrukteure, die im November
in die Ukraine kommen werden.
=== http://www.sicherheitslampe.de ===

Uwe Schickedanz

unread,
Oct 30, 2015, 10:16:00 AM10/30/15
to
On Fri, 30 Oct 2015 14:00:02 +0100, Martin Gerdes
<martin...@gmx.de> wrote:

>Auch der Politiker Kubicki, der Wert auf eine Aussprache -iki legt, wird
>nicht verhindern können, daß manche Leute ihn -itzki aussprechen, und
>sei es, um ihn zu ärgern.
>
>Wäre er in Fraktur gedruckt, könnte man die gewünschte Aussprache
>übrigens darstellen (-iki mit Verbund ck, -itzki mit separaten Lettern c
>und k). Die richtige Aussprache sicherstellen würde aber das auch nicht
>unbedingt, es könnte ja ein Leser an einen Satzfehler denken.

Wobei man unzweifelhaft eine slawische Etymologie annehmen kann, und
daher sich eine ck-Ligatur verbietet.
Kubitzki ist schon richtig.

Es gibt ja noch mehr derlei Namen, bei Politikern fällt mir Papier
ein.

Und ein Kommilitone namens Fieker, der immer darauf bestand, daß der
Name nicht mit ficken zu tun hätte, bis ihm einst ein Prof antwortete,
dies sei schon so gemeint gewesen.

Uwe Schickedanz

unread,
Oct 30, 2015, 10:24:50 AM10/30/15
to
On Fri, 30 Oct 2015 15:13:23 +0100, HeB <Mura...@t-online.de> wrote:

>am Thu, 29 Oct 2015 16:29:43 +0100 schrieb Helmut Schellong
><r...@schellong.biz>:
>
>>
>> Société Générale wird wohl So-ci-e-teh Dsche-ne-rahl ausgesprochen.
>
>Dieses "D" kommt wohl von Enntivie...

Jedenfalls fiel es mir auf.

>Immerhin hat da mal eine(r) ein "Ellwe Emmásch" geschafft.

Hä?

Walter Schmid

unread,
Oct 30, 2015, 10:57:18 AM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 15:12 schrieb Uwe Schickedanz:
> On Fri, 30 Oct 2015 10:16:13 +0100, Walter Schmid

>> In der Schweiz war dies aber immer verpönt. Wir hatten einen
>> Radio-Sprecher, der ein Dutzend Fremdsprachen genau wie ein
>> Muttersprachler aussprechen konnte. Es gab dann immer einen
>> kleinen hörbaren Anlauf und dann klang "Mikhail Gorbatschov"
>> genau wie in Radio Moskau.
>
> Wirklich? Also, mit k?


Keine Ahnung, - mein aktueller Lieblingsrusse heisst
Mikhail Pletnev.

Uwe Schickedanz

unread,
Oct 30, 2015, 11:03:59 AM10/30/15
to
"Heißen" tut er so bestimmt nicht, außer evtl. in der englischen
Transkription.

Michail Pletnjow kommt dem Original noch am nächsten. Mit Rachen-ch.

Walter Schmid

unread,
Oct 30, 2015, 11:04:14 AM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 15:15 schrieb Uwe Schickedanz:

> Es gibt ja noch mehr derlei Namen, bei Politikern fällt mir Papier
> ein.

Ich kannte jemand, der Privat hiess. Niemand kam auf die Idee ihn
"Herr Priva:t" anzusprechen.

Solche homonymen Eigennamen werden anscheinend immer anders betont.

Walter Schmid

unread,
Oct 30, 2015, 11:10:05 AM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 12:06 schrieb Heinz Lohmann:
> Am 30.10.2015 um 18:52 schrieb Ralf Joerres:
>> Ich sag's gerne noch einmal: Wenn sie so angesprochen werden will,
>> warum schreibt sie sich dann nicht so? Wenn sie sich aber anders
>> schreibt, warum will sie dann 'falsch ausgesprochen' angesprochen
>> werden? Zu irgendwas sind diese Buchstaben doch gut, oder?
>
> Wahrscheinlich hat sie den Namen, wie die meisten von uns, von ihren
> Eltern bekommen, und wahrscheinlich auch die Aussprache gleich dazu.
> Soll sie also den Namen, mit dem sie großgeworden ist, dir zuliebe ändern?


Wie jener Türkenbub, der sich "üves" nannte, was von seinem Vater
und amtlich deutsch als "Yves" geschrieben wurde. Er mochte halt
französische Mode!


> Wie wird denn dein Familienname ausgesprochen? Jörres? Warum schreibst
> du ihn dann nicht so?
> Oder Joërres? Dann gönn dir doch die zwei Pünktchen extra und stell
> einen Antrag bei der zuständigen Behörde.


:-)

Walter Schmid

unread,
Oct 30, 2015, 11:12:43 AM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 14:00 schrieb Martin Gerdes:
> Thomas Schade <tos...@rrr.de> schrieb:

> Deinen Namen schreibt man im Frz. gleich,

Dommage schreibt man gleich wie Schade?

SCNR

Walter Schmid

unread,
Oct 30, 2015, 11:19:41 AM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 15:24 schrieb Uwe Schickedanz:
> On Fri, 30 Oct 2015 15:13:23 +0100, HeB <Mura...@t-online.de> wrote:
>
>> am Thu, 29 Oct 2015 16:29:43 +0100 schrieb Helmut Schellong
>> <r...@schellong.biz>:
>>
>>>
>>> Société Générale wird wohl So-ci-e-teh Dsche-ne-rahl ausgesprochen.
>>
>> Dieses "D" kommt wohl von Enntivie...
>
> Jedenfalls fiel es mir auf.
>
>> Immerhin hat da mal eine(r) ein "Ellwe Emmásch" geschafft.
>
> Hä?

L V M H (frz) = Namen von Buchstaben: elle vé emme hache

Louis Vuitton Moët Hennessy.

Aber ich verstehe es auch nicht.

Heinz Lohmann

unread,
Oct 30, 2015, 11:44:35 AM10/30/15
to
Hier bei Google Übersetzer
https://translate.google.de/#zh-CN/en/%E9%A6%AC%E8%8B%B1%E4%B9%9D

... kann man sich den Namen des aktuellen Präsidenten Taiwans
vorsprechen lassen und erst mal versuchen, die Töne überhaupt korrekt
herauszuhören.

Ich weiß nicht, ob es den Aufwand lohnt...

Ist denn wenigstens dein Name dort korrekt gesprochen:
https://translate.google.de/#it/en/Sergio%20Gatti
?

Rechts kann man ihn sich dann in anderen Sprachen vorsprechen lassen.

Helmut Schellong

unread,
Oct 30, 2015, 11:54:19 AM10/30/15
to
On 10/30/15 15:15, Uwe Schickedanz wrote:
> On Fri, 30 Oct 2015 14:00:02 +0100, Martin Gerdes
> <martin...@gmx.de> wrote:
[...]
> Wobei man unzweifelhaft eine slawische Etymologie annehmen kann, und
> daher sich eine ck-Ligatur verbietet.
> Kubitzki ist schon richtig.
>
> Es gibt ja noch mehr derlei Namen, bei Politikern fällt mir Papier
> ein.
>
> Und ein Kommilitone namens Fieker, der immer darauf bestand, daß der
> Name nicht mit ficken zu tun hätte, bis ihm einst ein Prof antwortete,
> dies sei schon so gemeint gewesen.

Ich kenne einen Herrn Vigge.

Marcel Reich-Ranicki war früher für mich Ra-nick-i.
Lottozahlen 'ohne Gewähr' war 'ohne Gewehr'.
Makula-Degeneration war Makulade-Generation.

Früher war ich mächtig zurückgeblieben.
("Mein Junge, das heißt aber nicht so!")

Helmut Schellong

unread,
Oct 30, 2015, 11:57:11 AM10/30/15
to
On 10/30/15 16:04, Walter Schmid wrote:
> Am 30.10.2015 um 15:15 schrieb Uwe Schickedanz:
>
>> Es gibt ja noch mehr derlei Namen, bei Politikern fällt mir Papier
>> ein.
>
> Ich kannte jemand, der Privat hiess. Niemand kam auf die Idee ihn
> "Herr Priva:t" anzusprechen.
>
> Solche homonymen Eigennamen werden anscheinend immer anders betont.

'Primat' wäre ein Ausweg.

Oliver Cromm

unread,
Oct 30, 2015, 12:16:46 PM10/30/15
to
* Helmut Schellong:

> Marcel Reich-Ranicki war früher für mich Ra-nick-i.
> Lottozahlen 'ohne Gewähr' war 'ohne Gewehr'.
> Makula-Degeneration war Makulade-Generation.

Die Generation, die glaubt, daß das so heißt, ist Makulatur.

--
Q: What do computer engineers use for birth control?
A: Their personalities.

Oliver Cromm

unread,
Oct 30, 2015, 12:16:46 PM10/30/15
to
* Martin Gerdes:

> Etwas anderes ist
> es, wenn ich im eigenen Land unter Landsleuten einen fremdsprachlichen
> Namen ausspreche. Das darf dann gern Londohn sein statt Landn und Peking
> statt Beijing und natürlich auch Monaco statt München.

Sollte "Londohn" deutsch sein? Das fände ich nicht einfach
verständlich, ich sage "Lonndonn".

> Die Chinesen reagieren auf europäische Ausspracheprobleme übrigens ganz
> pragmatisch: Sie wissen, daß Europäer ohne spezielle Sprachkenntnis ihre
> Namen nicht aussprechen können, also legen sie sich einen europäischen
> Zweitnamen zu, sofern sie mit Europäern (und natürlich den Menschen aus
> Gottes eigenem Land!) zu tun haben. Vermutlich ist das besser als die
> Langnasen sich die Zungen brechen zu lassen

Oder den eigenen Namen ständig massakriert zu hören.

--
The generation of random numbers is too important to be left to
chance.
Robert R. Coveyou

Oliver Cromm

unread,
Oct 30, 2015, 12:16:47 PM10/30/15
to
* Uwe Schickedanz:

> On Fri, 30 Oct 2015 14:00:02 +0100, Martin Gerdes
> <martin...@gmx.de> wrote:
>
>>Auch der Politiker Kubicki, der Wert auf eine Aussprache -iki legt, wird
>>nicht verhindern können, daß manche Leute ihn -itzki aussprechen, und
>>sei es, um ihn zu ärgern.
>>
>>Wäre er in Fraktur gedruckt, könnte man die gewünschte Aussprache
>>übrigens darstellen (-iki mit Verbund ck, -itzki mit separaten Lettern c
>>und k). Die richtige Aussprache sicherstellen würde aber das auch nicht
>>unbedingt, es könnte ja ein Leser an einen Satzfehler denken.
>
> Wobei man unzweifelhaft eine slawische Etymologie annehmen kann, und
> daher sich eine ck-Ligatur verbietet.
> Kubitzki ist schon richtig.

Du meinst also, der Herr spreche seinen eigenen Namen falsch,
soso.

Die Brüder Dohnányi/Dohnanyi sind ja das klassische Beispiel für
diese Problematik.

Das gibt es übrigens auch anderswo: Die Gründerfamilie der Firma
Toyota heißt Toyoda, geschrieben ist beides identisch.

> Es gibt ja noch mehr derlei Namen, bei Politikern fällt mir Papier
> ein.
>
> Und ein Kommilitone namens Fieker, der immer darauf bestand, daß der
> Name nicht mit ficken zu tun hätte, bis ihm einst ein Prof antwortete,
> dies sei schon so gemeint gewesen.

Der Name sieht in der Tat ein wenig so aus, als habe da einer das
c für ein e eingetauscht, als gerade keiner so genau hingesehen
hat. Geht ja mit einem kleinen Federstrich.

Bei dem Namen des bekannten deutschen Physikers "Eugen Fick" ist
eine abweichende Aussprache ("Fiek" mit dem Argument eines
Dehnungs-c) noch weniger glaubwürdig.

--
ASCII to ASCII, DOS to DOS

Oliver Cromm

unread,
Oct 30, 2015, 12:16:49 PM10/30/15
to
* Walter Schmid:

> Am 29.10.2015 um 22:30 schrieb Oliver Cromm:
>>
>> Manche insistieren aber darauf, den Namen weiterhin "wie
>> geschrieben" auszusprechen, auch wenn sie ihn live von Leuten
>> hören, die es besser wissen müßten.
>
> Und darunter waren in Deutschland vor 30 Jahren auch die meisten
> Profi-Sprecher an Radio und Fernsehen. Das hatte den Vorteil,
> dass man französische und englische Namen im Brockhaus
> nachschlagen konnte, ohne die Fremdsprache gelernt zu haben.

Das möchte ich entschieden bezweifeln. Niemand in den Medien sagte
"Margareet Tatscher" oder "Roonalt Re-ahgan", und Otto
Normalbürger konnte keineswegs bequem den Herrn "Walleri
Schiskardistäh" nachschlagen, der dem Nachrichtensprecher nur so
von der Zunge rollte (Das war auch noch kein "Dschiskar..."
damals).

> In der Schweiz war dies aber immer verpönt. Wir hatten einen
> Radio-Sprecher, der ein Dutzend Fremdsprachen genau wie ein
> Muttersprachler aussprechen konnte. Es gab dann immer einen
> kleinen hörbaren Anlauf und dann klang "Mikhail Gorbatschov"
> genau wie in Radio Moskau.

Du meinst "Radio Maskwüj"?

--
"Bother", said the Borg, as they assimilated Pooh.

Ralf Joerres

unread,
Oct 30, 2015, 12:37:09 PM10/30/15
to
Nun, die Schreibung 'oe' für 'ö' in meinem Namen eine zwar
seltene aber vorkommende und auch ohne weitere Erklärung
verständliche Variante. Die Aussprache eines 'a' als
offenes 'e' = [ԑ] wie in der ersten Silbe von österreichisch
'Jänner' erscheint mir im Kontext dieses romanisch anmutenden
Vornamens einigermaßen befremdlich. Es ist aber
nicht auszuschließen, dass es eine Sprache gibt, in welcher
der Name so ausgesprochen wird.

Eine Änderung der Schreibweise des Namens fände ich bei dieser
Fabienne-Fabiane tatsächlich überdenkenswert, denn offensichtlich
wird ihr Name anders geschrieben als gesprochen. Nicht mir zuliebe,
sondern weil das deutsche Laut-Buchstaben-System nun mal so
funktioniert. Sie ist allerdings bis jetzt auch so gut klar
gekommen und wird weiter wenig bis keine Probleme damit haben,
außer dass sie bei neuen Bekanntschaften halt immer wieder
sagen muss, dass sie sich anders schreibt als spricht, bzw.
umgekehrt.

Es ist wie gesagt im Kern ein Rechtschreibproblem. Da es sich
hier um den Personennamen einer realen Person handelt, kann
damit nicht umgegangen werden wie mit einem beliebigen anderen
Rechtschreibproblem. Und doch gibt es so etwas wie die 'falsche
Schreibung' eines Namens, zumal wenn eine 'richtige' zur
Verfügung stünde.

In einem muss ich Dir allerdings voll recht geben: Bei
Deinem Vorschlag, die Schreibung meines Namens ändern zu
lassen, bekam ich so ein merkwürdiges Gefühl, so als würde
jetzt auf einmal mit meinem Namen gespielt, als sei da alles
beliebig vertauschbar, als würde gewissermaßen meine Person als
solche in Frage gestellt. Es geht dabei nicht um ein mangelnde
Bereitschaft, mal über die Schreibweise meines Namens
nachzudenken - die habe ich tatsächlich mal geändert, nur
andersrum, von ö > oe , aus anderen Gründen als den heute
landläufigen Bizarrerien, um per gewollt kapriziöser
Schreibe einen bemüht-originellen Auftritt schon mit seinem
Namen hinzulegen - sondern dieses 'eigentlich solltest
du dich ja mit 'ö' schreiben, wie man es normalerweise macht,
wenn man so heißt', also dieses Bevormunden oder mir das Recht
absprechen Wollen, bei der Schreibweise meines Namens ein
Wörtchen mitzureden - ein unangenehmes Gefühl. So ähnlich muss
es dieser sich Fabiane schreibenden Fabienne auch mit mir
gegangen sein, so dass ich hier auch selbst zu spüren
bekommen habe, so geht es einfach nicht, so kann ich mit
einer anderen Person nicht umgehen.

Bliebe dennoch zu fragen: Wenn wir nun über diesen Namen dieser
Frau reden, welchen Status hat er dann bei dir: Wäre sie bei dir
als die vermutlich einzige Fabiane abgespeichert, die sich
Fabienne spricht, d.h. wenn du die Buchstabenfolge 'Fabiane'
liest, was hörst du dann in deinem inneren Ohr?

Walter Schmid

unread,
Oct 30, 2015, 1:07:53 PM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 17:16 schrieb Oliver Cromm:
> * Walter Schmid:
>
>> Am 29.10.2015 um 22:30 schrieb Oliver Cromm:
>>>
>>> Manche insistieren aber darauf, den Namen weiterhin "wie
>>> geschrieben" auszusprechen, auch wenn sie ihn live von Leuten
>>> hören, die es besser wissen müßten.
>>
>> Und darunter waren in Deutschland vor 30 Jahren auch die meisten
>> Profi-Sprecher an Radio und Fernsehen. Das hatte den Vorteil,
>> dass man französische und englische Namen im Brockhaus
>> nachschlagen konnte, ohne die Fremdsprache gelernt zu haben.
>
> Das möchte ich entschieden bezweifeln. Niemand in den Medien sagte
> "Margareet Tatscher" oder "Roonalt Re-ahgan",

Was Du aufzählst, sind die Ausnahmen der bekanntesten Zeitgenossen.

Vielleicht ist meine Jahre-Zahl 30 zu klein. Ich höre seit 1960
Deutsches Radio, das sind 55 Jahre. Allerdings ist Gaby Beinhorn
SWR noch nicht so alt. Das erinnere mich an viele französische
Namen, die Deutsch ausgesprochen wurden. Dass Robert Casadesus
und Robär Casatzü identisch sind, ging mir erst 10 Jahre später auf.


> und Otto
> Normalbürger konnte keineswegs bequem den Herrn "Walleri
> Schiskardistäh" nachschlagen, der dem Nachrichtensprecher nur so
> von der Zunge rollte (Das war auch noch kein "Dschiskar..."
> damals).


Musste er auch nicht. Der war ja bekannt.

>
>> In der Schweiz war dies aber immer verpönt. Wir hatten einen
>> Radio-Sprecher, der ein Dutzend Fremdsprachen genau wie ein
>> Muttersprachler aussprechen konnte. Es gab dann immer einen
>> kleinen hörbaren Anlauf und dann klang "Mikhail Gorbatschov"
>> genau wie in Radio Moskau.
>
> Du meinst "Radio Maskwüj"?


Kenne ich nicht. Einfach das, was man auf Kurzwelle hören konnte.

Walter Schmid

unread,
Oct 30, 2015, 1:08:42 PM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 16:57 schrieb Helmut Schellong:
> On 10/30/15 16:04, Walter Schmid wrote:
>> Am 30.10.2015 um 15:15 schrieb Uwe Schickedanz:
>>
>>> Es gibt ja noch mehr derlei Namen, bei Politikern fällt mir Papier
>>> ein.
>>
>> Ich kannte jemand, der Privat hiess. Niemand kam auf die Idee ihn
>> "Herr Priva:t" anzusprechen.
>>
>> Solche homonymen Eigennamen werden anscheinend immer anders betont.
>
> 'Primat' wäre ein Ausweg.


Begründung?

Thomas Schade

unread,
Oct 30, 2015, 1:20:10 PM10/30/15
to
On 30.10.2015 20:00, Martin Gerdes wrote:
> Thomas Schade <tos...@rrr.de> schrieb:

>>> Eine Aussprache wie bei Fabienne ist schlicht falsch.
>
>> Das ist schlicht arrogant. Wenn sie wünscht, als 'fabijenn'
>> angesprochen zu werden, ist das zu respektieren; Höflichkeit ist
>> immer noch ein höheres Gut als Rechthaberei.
>
> Wenns denn der Wahrheitsfindung dient ...
>
> Mit wenigen Ausnahmen (die man in der Regel kennt) spricht man das
> Deutsche so, wie man es schreibt. Wenn eine Fabiane als Fabienne
> ausgesprochen werden will, liegt das eben nicht nahe. Jeder, der die
> Frau nicht kennt, würde ihren Namen wie "Fabiane" aussprechen.

Völlig zu Recht auch. Im OP wurde aber beschrieben, dass sie erklärte:
|"Nein, das ist schon richtig geschrieben, ich spreche mich nur so aus,
|aber schreiben tu ich mich mit 'a'."
Was vom Kundenberater patzig, er selbst spricht von 'stur'
zurückgewiesen wurde. Falsch ist hier nicht die Aussprache 'Fabienne',
falsch ist das besserwisserische Beharren auf der eigenen 'Weisheit'.

> Deinen Namen schreibt man im Frz. gleich, betont ihn aber auf der
> zweiten Silbe, meinen Namen schreibt man gleich, spricht ihn aber am
> Ende mit Nasal. Wir beide würden wohl nicht näher darauf eingehen, es
> sei denn, man unterhielte sich speziell über Ausspracheunterschiede der
> beiden Sprachen.

Wir brauchen gar nicht so weit zu gehen. Den Namen meines Sohnes (David)
hört man ähnlich oft mit w wie mit f gesprochen. Manchmal korrigiert er,
er bevorzugt w, meistens nimmt er's aber hin, als eine Art höhere Gewalt.

> Wenn eine Fabiane allerdings von allen Leuten als Fabienne ausgesprochen
> werden möchte, sollte sie sinnvollerweise ihren Namen beim Standesamt
> ändern lassen, besteht sie bei unveränderter Schreibung auf eine
> bestimmte Sprechweise, kommt mir das genauso rechthaberisch vor wie das
> (und der) OP. Freunde macht man sich mit solchen Zicken nicht, ganz im
> Gegenteil: Man gibt sich damit eine spezielle Blöße. Mancher, der die
> betreffende Frau ärgern will, würde sie vermutlich ganz bewußt "Fabiane"
> nennen (siehe <qk963b1ttqr6lmfui...@4ax.com>). Solchen
> Verwicklungen geht man sinnvollerweise proaktiv aus dem Weg, also indem
> man selbst tätig wird.

Ich empfinde das nicht als 'Zicke' - btw. wäre für mich Fabiane
eventuell eine Zicke, aber nicht ihr Verhalten - sondern als ihr gutes
Recht. Natürlich wird sie die Aussprache immer erklären müssen, aber wem
um Himmels Willen bricht ein Zacken aus der Krone, wenn er das respektierte?


Ciao
Toscha
--
But let me get to the point, let's roll another joint
And turn the radio loud, I'm too alone to be proud
[Tom Petty]

Manfred Hoß

unread,
Oct 30, 2015, 1:29:38 PM10/30/15
to
Am Fri, 30 Oct 2015 16:04:17 +0100 schrieb Walter Schmid:

> Am 30.10.2015 um 15:15 schrieb Uwe Schickedanz:
>
>> Es gibt ja noch mehr derlei Namen, bei Politikern fällt mir Papier
>> ein.
>
> Ich kannte jemand, der Privat hiess. Niemand kam auf die Idee ihn
> "Herr Priva:t" anzusprechen.
>
> Solche homonymen Eigennamen werden anscheinend immer anders betont.

So wie der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen
Papier, dessen Nachname von den verschiedenen Nachrichtensprechern immer
auf der ersten Silbe betont wurde.

Gruß
Manfred.

Walter Schmid

unread,
Oct 30, 2015, 1:34:09 PM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 18:20 schrieb Thomas Schade:

> Ich empfinde das nicht als 'Zicke' - btw. wäre für mich Fabiane
> eventuell eine Zicke, aber nicht ihr Verhalten - sondern als ihr gutes
> Recht. Natürlich wird sie die Aussprache immer erklären müssen, aber wem
> um Himmels Willen bricht ein Zacken aus der Krone, wenn er das respektierte?


Wenn ich Ghoti heissen würde, würde ich darauf beharren als "Herr
Fisch" angesprochen zu werden!


Gruss

Walter

Manfred Hoß

unread,
Oct 30, 2015, 1:45:31 PM10/30/15
to
Am Wed, 28 Oct 2015 09:11:33 -0700 (PDT) schrieb Ralf Joerres:

> Ich hatte mit einer jungen Dame zu tun, deren (Vor-) Name sich
> 'Fabiane' schreibt. Als ich sie so ansprach, meinte sie, "ich
> heiße aber Fabienne". Als ich ihr dann sagte, dass sie dann in
> unserer Kundendatenbank nicht korrekt geschrieben eingetragen ist,
> sagte sie: "Nein, das ist schon richtig geschrieben, ich spreche
> mich nur so aus, aber schreiben tu ich mich mit 'a'."

Wie würdest du reagieren, wenn da ein junger Mann auf dich zukommt, der
eigentlich 'Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus' heißt, sich selbst
aber Wolfgang Amadé nennt?

Gruß
Manfred.

Uwe Schickedanz

unread,
Oct 30, 2015, 1:50:48 PM10/30/15
to
On Fri, 30 Oct 2015 12:16:45 -0400, Oliver Cromm
<lispa...@crommatograph.info> wrote:

>> On Fri, 30 Oct 2015 14:00:02 +0100, Martin Gerdes
>> <martin...@gmx.de> wrote:
>>
>>>Auch der Politiker Kubicki, der Wert auf eine Aussprache -iki legt, wird
>>>nicht verhindern können, daß manche Leute ihn -itzki aussprechen, und
>>>sei es, um ihn zu ärgern.
>>>
>>>Wäre er in Fraktur gedruckt, könnte man die gewünschte Aussprache
>>>übrigens darstellen (-iki mit Verbund ck, -itzki mit separaten Lettern c
>>>und k). Die richtige Aussprache sicherstellen würde aber das auch nicht
>>>unbedingt, es könnte ja ein Leser an einen Satzfehler denken.
>>
>> Wobei man unzweifelhaft eine slawische Etymologie annehmen kann, und
>> daher sich eine ck-Ligatur verbietet.
>> Kubitzki ist schon richtig.
>
>Du meinst also, der Herr spreche seinen eigenen Namen falsch,
>soso.

Nein. Ich meine, daß er oder einer seiner Ahnen die Aussprache
geändert hat, um deutscher zu klingen.

Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, daß es etymologisch falsch
ist.

Uwe Schickedanz

unread,
Oct 30, 2015, 1:55:28 PM10/30/15
to
On Fri, 30 Oct 2015 23:44:31 +0800, Heinz Lohmann
<go...@sofort-mail.de> wrote:

>Am 30.10.2015 um 19:44 schrieb Sergio Gatti:
>> Am 30.10.2015 um 12:14 schrieb Heinz Lohmann:
>>> Was die Töne im Chinesischen angeht: Man kann nicht von O.
>>> Normalo verlangen, das er die draufkriegt.
>>
>>
>> Das tue ich gar nicht. Ich erwarte nur, dass man sich
>> wenigstens bemüht, wenn man einen Chinesen anredet _und_
>> korrigiert wird.
>> Oder wenn man mich anredet und ich weise darauf hin, dass
>> ich nicht /ze:rgio/ heiße.
>> Oder wenn ein Italiener mit Hermann Müller spricht und Herr
>> Müller anmerkt, dass er weder /er"manno/ oder /"ermann@/
>> noch /"MIller/ oder /"Muller/ heißt.
>>
>> Ob man nach der Korrektur eine annehmbare Aussprache
>> hinkriegt oder der Angesprochene eine falsche Aussprache
>> hinzunehmen hat, das ist zweitrangig. Aber sich bemühen
>> sollte man schon.
>>
>
>Hier bei Google Übersetzer
>https://translate.google.de/#zh-CN/en/%E9%A6%AC%E8%8B%B1%E4%B9%9D
>
>... kann man sich den Namen des aktuellen Präsidenten Taiwans
>vorsprechen lassen und erst mal versuchen, die Töne überhaupt korrekt
>herauszuhören.

Ich finde, das die Aussprache der deutschen übersetzung näher am
Original ist als die der englischen.

>Ich weiß nicht, ob es den Aufwand lohnt...
>
>Ist denn wenigstens dein Name dort korrekt gesprochen:
>https://translate.google.de/#it/en/Sergio%20Gatti
>?
>
>Rechts kann man ihn sich dann in anderen Sprachen vorsprechen lassen.

Hier unentschieden.

Thomas Schade

unread,
Oct 30, 2015, 2:11:02 PM10/30/15
to
Auch das müsstest du vermutlich einmal kundtun. Aber warum sollte man es
dann nicht beherzigen?


Ciao
Toscha
--
This signature intentionally left blank.

Ralf Joerres

unread,
Oct 30, 2015, 2:44:26 PM10/30/15
to
Ich würde mich verarscht fühlen, denn da gab's schonmal so einen.

Helmut Schellong

unread,
Oct 30, 2015, 3:49:03 PM10/30/15
to
Weil es sparsam nicht Privat ist.

Ich weiß, ich bin jetzt wieder albern.

Oliver Cromm

unread,
Oct 30, 2015, 4:02:22 PM10/30/15
to
* Uwe Schickedanz:

> On Fri, 30 Oct 2015 23:44:31 +0800, Heinz Lohmann
> <go...@sofort-mail.de> wrote:
>
>>Hier bei Google Übersetzer
>>https://translate.google.de/#zh-CN/en/%E9%A6%AC%E8%8B%B1%E4%B9%9D
>>
>>... kann man sich den Namen des aktuellen Präsidenten Taiwans
>>vorsprechen lassen und erst mal versuchen, die Töne überhaupt korrekt
>>herauszuhören.
>
> Ich finde, das die Aussprache der deutschen übersetzung näher am
> Original ist als die der englischen.

Ja, klar. Das englische Sprachsynthesesystem steht der
Buchstabenfolge <eou> offenbar schlicht hilflos gegenüber und
buchstabiert nur noch.

Mal Japanisch probiert? Das ist für die Diskussion eventuell
aufschlußreich.

--
WinErr 008: Erroneous error. Nothing is wrong.

Oliver Cromm

unread,
Oct 30, 2015, 4:02:31 PM10/30/15
to
* Ralf Joerres:

> Am Freitag, 30. Oktober 2015 18:45:31 UTC+1 schrieb Manfred Hoß:
>> Am Wed, 28 Oct 2015 09:11:33 -0700 (PDT) schrieb Ralf Joerres:
>>
>>> Ich hatte mit einer jungen Dame zu tun, deren (Vor-) Name sich
>>> 'Fabiane' schreibt. Als ich sie so ansprach, meinte sie, "ich
>>> heiße aber Fabienne". Als ich ihr dann sagte, dass sie dann in
>>> unserer Kundendatenbank nicht korrekt geschrieben eingetragen ist,
>>> sagte sie: "Nein, das ist schon richtig geschrieben, ich spreche
>>> mich nur so aus, aber schreiben tu ich mich mit 'a'."
>>
>> Wie würdest du reagieren, wenn da ein junger Mann auf dich zukommt, der
>> eigentlich 'Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus' heißt, sich selbst
>> aber Wolfgang Amadé nennt?

Schönes Beispiel!

> Ich würde mich verarscht fühlen, denn da gab's schonmal so einen.

Aha. Na hoffentlich behältst Du dieses Gefühl für Dich, z.B. falls
Du mal mit dem Bundestagsabgeordneten Cajus Julius Caesar (CDU) zu
tun hast.

--
Smith & Wesson--the original point and click interface

Oliver Jennrich

unread,
Oct 30, 2015, 5:39:49 PM10/30/15
to
Sergio Gatti <sergi...@meine-wahrheit-deine-wahrheit.de> writes:

> Am 29.10.2015 um 21:06 schrieb Ralf Joerres:
>> Es gibt vermutlich Ausspracheweisen fremdsprachlicher
>> Namen, die noch weitaus abweichender von ihrer Schreibung
>> sind,
>
> Nee, vielmehr weichen sie von der Ausspracheweise der Deutschen, die
> keinen Schimmer von der entsprechenden Sprache haben.

... weswegen diese Diskussion auch so einen eigenartigen Geruch hat.

Ich halte es für ein fundamentales Recht eines Menschen so genannt zu
werden, wie er es möchte, ganz unabhängig davon, wie der Standesbeamte
es einst eingetragen hat.

Im Gegenzug halte ich das Beharren auf einer Aussprache, die sich gegen
den erklärten Willen des Benannten richtet, für eine Frechheit.

> Offen gesagt, bin ich alles andere als begeistert, wenn ich auch nach
> der zehnten Erläuterung mit /ze:rgio/ statt /sErdZo/ (gemäß
> http://www.phon.ucl.ac.uk/home/sampa/german.htm) angesprochen werde,
> wobei das E das geringste Problem darstellt.

Das kenne ich auch. Nicht nur, dass ich zwischen OhlIfer und Olliwa auch
alle möglichen Aussprachen ertragen darf, sowohl die britischen als auch
die französischen Kollegen ergänzen gerne ein 'i' wo keines ist.


> Aber ich bin freiwillig ausgewandert und es sind meistens ältere
> Menschen, die das absolut nicht hinkriegen. Na ja, ich hoffe sehr,
> dass ich auch in zwanzig Jahren aufnahmefähiger bin, aber vielleicht
> schaffe ich es auch nicht mehr.

--
Space - The final frontier

Oliver Jennrich

unread,
Oct 30, 2015, 6:02:35 PM10/30/15
to
H.-P. Schulz <hps...@online.de> writes:

> Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com> schrieb:
>
>>Am Donnerstag, 29. Oktober 2015 10:45:42 UTC+1 schrieb H.-P. Schulz:
>>
>>> Wenn einer mit der Aussprache seines popligen Vornamens schon so einen
>>> Tebs macht (...)
>>
>>Nunu, so poplig ist das wohl nicht, wie man angeredet wird.
>
> Doch. Solange keine Absicht erkennbar ist. (Es ist eine verbreitete -
> alberne - Geringschätzungstechnik, jemandes Namen obstinat falsch
> auszusprechen, - das trifft aber fast immer den *Nach*namen.)

Beim OP war es ja erklärtermaßen Absicht.

Juergen Grosse

unread,
Oct 30, 2015, 6:53:17 PM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 01:36 schrieb Stefan Ram:


> (¹ Muttersprachler sind sich in der Regel einige darin, wie viele
> Silben ein Wort hat.)

Wirklich? Häufig schon, aber wie sieht es z. B. bei 'Union' aus? Zwei
oder drei? Oder beim hier nebenan gerade erwähnten 'kitz(e)lig'? Da
äußern sich die unterschiedlichen Ansichten sogar in zwei Schreibungen.

Man könnte hier sagen, es seien eben zwei verschiedene Artikulationen,
letztlich zwei Wörter, aber haben wir nicht in beiden Fällen (weniger
strittig wohl im ersten) zwischen Drei- und Zweisilbigkeit ein Kontinuum
möglicher Artikulationen.

>>> Bei/Zaklin/ haben wir wirklich nur diese zwei Möglichkeiten der
>>> Trennung, bei /ZystE~/ ('Justin') aber hätten wir drei davon.

> Man kann sagen, daß es Fälle gibt, in denen es klar ist, wo eine
> Silbe beginnt. Wenn man etwa eine Sprache hat, in der jedes Wort aus
> einer Wiederholung von Paaren aus einem Konsonanten und einem Vokal
> besteht, wie

> danata goho butekowa

> , dann sind die Silbe jeweils Paare aus einem Konsonanten und dem
> ihn folgenden Vokal.

Wenn es denn überall so einfach wäre, aber das ist es wohl nur in
Polynesien.

> Über andere Grenz- und Zweifelsfälle ist sicher schon viel
> geschrieben worden. Ich glaube beispielsweise, daß ich

> dan.ata

> etwas anders spreche als

> da.nata

> (im zweiten Fall kommt mit das erste »a« als etwas länger vor und im
> ersten Fall beeinflussen sich »a« und »n« etwas mehr, vielleicht
> dauer der Übergang etwas länger),

Äh, welche Sprache soll das denn sein, in der dieser Unterschied
vorkäme? Es geht mir zunächst einmal um unterschiedliche Beschreibungen
der stets gleichen Aussprache eines bestimmten Wortes in einer Sprache.
So findest du z. B. in John C. Wells' "Longman Pronunciation Dictionary"
eine Einteilung, die so viele Konsonanten wie möglich in die
_vorangehende_ Silbe packt, sofern die daraus resultierende Silbe nur im
Auslaut stehen könnte. Häufiger findet man das exakte Gegenteil: Alles,
was im Anlaut stehen könnte, wird in die _nachfolgende_ Silbe gepackt
(deshalb dann auch /Za.klin/). Wiederum andere bemühen sich um eine
halbwegs gleichmäßige Aufteilung, machen die Aufteilung auch von der
Vokallänge abhängig, berücksichtigen die unterschiedliche Sonorität der
Konsonanten etc.

> und ein Italianer kann deutlich den Unterschied zwischen

> a.kaza

> und

> ak.kaza

> («a casa» mit autogeminazione) hören. Aber dies sind nur einige
> zufällige Gedanken, es soll keine systematische Analyse des
> Silbenbegriffs sein.

Hier liegt der Unterschied ja auch in erster Linie in der Konsonantenlänge.

> Bei zwei Konsonanten zwischen zwei Vokalen würde ich normalerweise
> jeden Konsonant einem Vokal zuordnen, also »Jus.tin«. Da ich das
> »st« aber mehr als eine Einheit empfinde, dann doch »Ju.stin«.

Und Wells (s. o.) tut das auch und trennte deshalb /Zyst.E~/ bzw.
/dZVst.In/ (keine Ahnung, ob das Lemma überhaupt in seinem Wörterbuch
enthalten ist, habe jetzt keine Lust zu suchen).


Tschüs, Jürgen



Juergen Grosse

unread,
Oct 30, 2015, 7:16:16 PM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 16:44 schrieb Heinz Lohmann:


...
> Hier bei Google Übersetzer
> https://translate.google.de/#zh-CN/en/%E9%A6%AC%E8%8B%B1%E4%B9%9D
>
> ... kann man sich den Namen des aktuellen Präsidenten Taiwans
> vorsprechen lassen und erst mal versuchen, die Töne überhaupt
> korrekt herauszuhören.
...

Was für eine Transkription ist das eigentlich: 'Ma Ying-jeou'? 'Ma' und
'ying' wären ja sowohl in Hanyu als auch in Tongyong Pinyin richtig,
aber 'jeou' sieht für mich wie Gwoyeu Romatzyh aus, jedenfalls stimmt
der Ton, aber da passen dann die anderen Silben nicht, die 'maa' und
'ing' sein müssten. Und so wirklich stark verbreitet war GR ja ohnehin
niemals irgendwo.


Tschüs, Jürgen

Helmut Richter

unread,
Oct 30, 2015, 7:21:33 PM10/30/15
to
Am 31.10.2015 um 00:00 schrieb Martin Gerdes:

> Ich hätte als Rußlanddeutscher "Teplich" meinen Namen in Deutschland
> genau so eintragen lassen und nicht die anglophone Transkription
> "Teplykh", die die betreffende Person sicher ihr Restleben lang
> buchstabieren muß.

Hat man da die Wahl?

--
Helmut Richter

Helmut Richter

unread,
Oct 30, 2015, 7:35:27 PM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 01:01 schrieb Juergen Grosse:

> Das bringt uns zu der Frage, was Silben eigentlich sind. Gibt es sie als
> phonetische Erscheinungen oder sind es phonologische Konstrukte.

Ich denke, das ist ähnlich wie bei Wörtern, wo Grenzen auch nicht
festliegen, aber da wie dort gibt die Sprache manchmal Hinweise.

Im Deutschen (Neuhoch-) sind generell geschlossenen Silben eher mit
kurzem offenen Vokal, offene Silben eher mit langem geschlossenen.
Deswegen ist es üblich, im ersten Fall die Silbengrenze nicht nach dem
Vokal zu setzen und im zweiten eher schon. Dazu werden sogar einfache
Konsonanten zu geminierten ernannt, damit man dort eine Silbengrenze
behaupten kann (Trep-pe). Die obige Regel für die Vokale ist sehr grob
(eine detailliertere Fassung steht auf meiner Webseite) und die zweite
Regel trifft auch nicht immer (des *O-bstes, des *Mo-ndes, die
*Ja-gden), aber eine Tendenz gibts schon. Eine zweite Regel -- ebenfalls
differenzierungsbedürftig -- ist, dass Silben nur dann mit Vokal
beginnen, wenn die vorhergehende mit Vokal endet und sonst ein Knacklaut
am Silbenanfang steht; deswegen werden Silbengrenzen vor Vokal vermieden.

--
Helmut Richter

Helmut Richter

unread,
Oct 30, 2015, 7:45:29 PM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 23:54 schrieb Juergen Grosse:

>> Man kann sagen, daß es Fälle gibt, in denen es klar ist, wo eine
>> Silbe beginnt. Wenn man etwa eine Sprache hat, in der jedes Wort aus
>> einer Wiederholung von Paaren aus einem Konsonanten und einem Vokal
>> besteht, wie
>
>> danata goho butekowa
>
>> , dann sind die Silbe jeweils Paare aus einem Konsonanten und dem
>> ihn folgenden Vokal.

Haben nicht Japanisch und Swahili im Prinzip dieselbe Struktur?

Meine japanische Schwägerin amüsierte sich anhand einer Karte von
Tansnia, wie japanisch Ortsnamen wie Mikumi, Morogoro, Arusha und Moshi
aussehen (bis auf die pränasalierten Konsonanten in Mbeya, Makambako,
Kilimanjaro, ...).


>> Bei zwei Konsonanten zwischen zwei Vokalen würde ich normalerweise
>> jeden Konsonant einem Vokal zuordnen, also »Jus.tin«. Da ich das
>> »st« aber mehr als eine Einheit empfinde, dann doch »Ju.stin«.
>
> Und Wells (s. o.) tut das auch und trennte deshalb /Zyst.E~/ bzw.
> /dZVst.In/ (keine Ahnung, ob das Lemma überhaupt in seinem Wörterbuch
> enthalten ist, habe jetzt keine Lust zu suchen).

Ich würde für die deutsche Sprache nach der Länge des Vokals gehen (des
Mos-tes, des Tro-stes).

--
Helmut Richter

Helmut Richter

unread,
Oct 30, 2015, 7:47:01 PM10/30/15
to
Am 30.10.2015 um 09:19 schrieb H.-P. Schulz:

> Frag' mal Leute mit dem gar nicht so sehr seltenen Namen Roger! Und
> eine Bekannte von mir heißt Alice, aber ich sag' jetzt nicht, ob deu,
> fra, eng oder ita. :)

Ich bin schon so frei und frage nach. Das verpflichtet mich natürlich,
mir die Antwort zu merken und sie anzuwenden.

--
Helmut Richter

Heinz Lohmann

unread,
Oct 30, 2015, 9:08:05 PM10/30/15
to
Am 31.10.2015 um 01:20 schrieb Thomas Schade:
>> Deinen Namen schreibt man im Frz. gleich, betont ihn aber auf der
>> >zweiten Silbe, meinen Namen schreibt man gleich, spricht ihn aber am
>> >Ende mit Nasal. Wir beide würden wohl nicht näher darauf eingehen, es
>> >sei denn, man unterhielte sich speziell über Ausspracheunterschiede der
>> >beiden Sprachen.
> Wir brauchen gar nicht so weit zu gehen. Den Namen meines Sohnes (David)
> hört man ähnlich oft mit w wie mit f gesprochen. Manchmal korrigiert er,
> er bevorzugt w, meistens nimmt er's aber hin, als eine Art höhere Gewalt.

Ein Bekannter von mir (Jude) bestand nach dem Sechstagekrieg 1967
darauf, von Freunden und Bekannten mit Dav'id angesprochen zu werden,
und nicht mehr mit 'David bzw 'Deiwid [en].
Das war sein Statement.

Heinz Lohmann

unread,
Oct 30, 2015, 9:17:38 PM10/30/15
to
Am 31.10.2015 um 07:17 schrieb Juergen Grosse:
> Was für eine Transkription ist das eigentlich: 'Ma Ying-jeou'? 'Ma' und
> 'ying' wären ja sowohl in Hanyu als auch in Tongyong Pinyin richtig,
> aber 'jeou' sieht für mich wie Gwoyeu Romatzyh aus, jedenfalls stimmt
> der Ton, aber da passen dann die anderen Silben nicht, die 'maa' und
> 'ing' sein müssten. Und so wirklich stark verbreitet war GR ja ohnehin
> niemals irgendwo.

Da frag mal den Regierungssprecher. Ich kenn die ganzen
Transkriptionssysteme auch nicht so genau:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gwoyeu_Romatzyh

Manchmal ist es auch pure Beliebigkeit, mancher beharrt auf taiwanische
Aussprache seines Namens und eine irgendwie als gefühlte (sic!)
Umschrift. Kenn ich auch aus dem Kollegenkreis.

Guck mal, wie sich der Taiwaner 史明 so schreibt:
https://en.wikipedia.org/wiki/Su_Beng

F'up2: de.etc.sprache.misc

Manfred Hoß

unread,
Oct 30, 2015, 10:03:03 PM10/30/15
to
Würden das alle so handhaben, könnte mühelos zwischen "ras-ten" und "ra-
sten" unterschieden werden.

Gruß
Manfred.

Manfred Hoß

unread,
Oct 30, 2015, 10:07:44 PM10/30/15
to
Am Fri, 30 Oct 2015 23:54:06 +0100 schrieb Juergen Grosse:

> Am 30.10.2015 um 01:36 schrieb Stefan Ram:
>
>
>> (¹ Muttersprachler sind sich in der Regel einige darin, wie viele
>> Silben ein Wort hat.)
>
> Wirklich? Häufig schon, aber wie sieht es z. B. bei 'Union' aus? Zwei
> oder drei? Oder beim hier nebenan gerade erwähnten 'kitz(e)lig'? Da
> äußern sich die unterschiedlichen Ansichten sogar in zwei Schreibungen.

Bei "knien" und "geschrien" gibt es nur (noch) eine Schreibweise, und erst
bei der Aussprache lässt sich entscheiden, wie viele Silben die Wörter bei
dem jeweiligen Sprecher haben.

Gruß
Manfred.

Thomas Schade

unread,
Oct 31, 2015, 1:03:00 AM10/31/15
to
Heinz Lohmann <go...@sofort-mail.de> Wrote in message:
> Am 31.10.2015 um 01:20 schrieb Thomas Schade:

>> Wir brauchen gar nicht so weit zu gehen. Den Namen meines Sohnes (David)
>> hört man ähnlich oft mit w wie mit f gesprochen. Manchmal korrigiert er,
>> er bevorzugt w, meistens nimmt er's aber hin, als eine Art höhere Gewalt.
>
> Ein Bekannter von mir (Jude) bestand nach dem Sechstagekrieg 1967
> darauf, von Freunden und Bekannten mit Dav'id angesprochen zu werden,
> und nicht mehr mit 'David bzw 'Deiwid [en].

Ich glaube, mit Betonung auf der zweiten Silbe habe ich das noch
nie gehört.


Ciao
Toscha
--
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Hans-Jürgen Meyer

unread,
Oct 31, 2015, 3:30:06 AM10/31/15
to
Am 28.10.2015 um 17:11 schrieb Ralf Joerres:
> Ich hatte mit einer jungen Dame zu tun, deren (Vor-) Name sich 'Fabiane' schreibt. Als ich sie so ansprach, meinte sie, "ich heiße aber Fabienne". Als ich ihr dann sagte, dass sie dann in unserer Kundendatenbank nicht korrekt geschrieben eingetragen ist, sagte sie: "Nein, das ist schon richtig geschrieben, ich spreche mich nur so aus, aber schreiben tu ich mich mit 'a'."
>
> Da war ich erst einen Moment sprachlos, hab dann auf stur geschaltet und ihr gesagt: "Wenn Sie sich Fabiane mit 'a' schreiben, dann werden Sie von mir auch so ausgesprochen. Wenn Sie Fabienne ausgesprochen werden wollen, gehen Sie am besten zum Einwohnermeldeamt und lassen die Schreibung von ihrem Vornamen ändern. Ich bleibe bei 'Fabiane', so schreiben Sie sich schließlich auch."
>
> Der Wortwechsel ging noch eine Weile hin und her, wobei ihr Argument war: "Aber alle Leute sprechen mich so aus", woraufhin ich ihr zu erklären versuchte, dass diese Leute vermutlich in der Regel ihren Namen nicht geschrieben gesehen haben.
>
> Natürlich ist das respektlos von mir, andererseits ist eine dermaßen gewillkürte Aussprache in meinen Augen eine Vergewaltigung der Regeln unserer Laut-Buchstaben-Beziehungen. Nun haben wir im Deutschen allerdings die unselige Angewohnheit, Wörter und Namen aus fremden Sprachen mitsamt ihren anders gearteten Laut-Buchstaben-Beziehungen zu importieren. Wenn ich also an einen 'Julian' gerate, weiß ich nicht, ob der gerne deutsch oder englisch oder ggf. französisch oder sonstwie ausgesprochen werden will, wobei die reguläre französische Schreibung wohl 'Julien' mit der Aussprache [ʒyljɛ͂] wäre.
>
> Wie seht ihr das?
>
Was bin ich froh nicht auf dich getroffen zu sein. Das hätte eine
längere Diskussion gegeben wenn du bei den leichten Fällen schon einen
machst...

Mayer, Meyer, Maier, Meier, Majer, Mejer, Mair, Mayr, Majer, Major,
Mayerle, Myr, Mier, Myer, Miyer, Major, Meir, Meiyer, Meijer, Maijer,
Maiher, Meiher, usw...

Hans-Jürgen ???

Gunhild Simon

unread,
Oct 31, 2015, 4:14:39 AM10/31/15
to
Am Samstag, 31. Oktober 2015 06:03:00 UTC+1 schrieb Thomas Schade:
> Heinz Lohmann <go...@sofort-mail.de> Wrote in message:
> > Am 31.10.2015 um 01:20 schrieb Thomas Schade:
>
> >> Wir brauchen gar nicht so weit zu gehen. Den Namen meines Sohnes (David)
...
> > 'David bzw 'Deiwid [en].
>
> Ich glaube, mit Betonung auf der zweiten Silbe habe ich das noch
> nie gehört.

Dochdoch.

Schon vor vielen Jahren habe ich einmal bemerkt, daß
de hebräische Aussprache den Akzent auf die zweite
Silbe lege.

Auch mir war dies damals ganz neu.

Ebenso war Deine Reaktion Erstaunen.

Gruß
Gunhild

Detlef Meißner

unread,
Oct 31, 2015, 4:23:59 AM10/31/15
to
Einfach mal Navi CIS anschauen.
Manchmal kann fernsehen bilden.

Detlef

Gunhild Simon

unread,
Oct 31, 2015, 4:33:02 AM10/31/15
to
Am Samstag, 31. Oktober 2015 09:23:59 UTC+1 schrieb Detlef Meißner:

...
> Einfach mal Navi CIS anschauen.
> Manchmal kann fernsehen bilden.

Hab immer noch kein Tv - trotz der schicken Plasmateile.

Gelegentlich schau ich auf dem Bildshirm.

Dann merke ich, wie mir die Zeit davonläuft und -
schlimmer noch: ich
nicht einschlafen kann.

Gruß
Gunhild

Detlef Meißner

unread,
Oct 31, 2015, 4:46:31 AM10/31/15
to
Am 31.10.2015 um 09:33 schrieb Gunhild Simon:
> Am Samstag, 31. Oktober 2015 09:23:59 UTC+1 schrieb Detlef Meißner:
>
> ...
>> Einfach mal Navi CIS anschauen.
>> Manchmal kann fernsehen bilden.
>
> Hab immer noch kein Tv - trotz der schicken Plasmateile.
>
> Gelegentlich schau ich auf dem Bildshirm.

?
>
> Dann merke ich, wie mir die Zeit davonläuft und -
> schlimmer noch: ich
> nicht einschlafen kann.
>
Die meisten Menschen, die ich kenne, schlafen vorm Fernseher ein.

Detlef

Helmut Richter

unread,
Oct 31, 2015, 5:00:37 AM10/31/15
to
Und auch zwischen "sie schal-ten" und "sie scha-lten"?

Ich denke allerdings wirklich, dass die Regel "nach kurzem Vokal ein
Konsonant in die erste Silbe, nach langem keiner" eine gute Basis wäre,
*falls* die zweite Silbe eine im Deutschen übliche Struktur hat. Aber
ohne weiteres:

Er lag im Mat-sche samt seiner Bra-tsche.

Wir hatten hier allerdings über phon(et|onolog)ische Silben gesprochen,
nicht über Schreibsilben, und ich habe das zu wenig beachtet.

--
Helmut Richter

Helmut Richter

unread,
Oct 31, 2015, 5:05:46 AM10/31/15
to
Am 31.10.2015 um 01:27 schrieb Stefan Ram:

> Wenn man die Silben nur zählen will oder die Zentren der
> Silben sucht, sind die Zweifel am Rand der Silbe ja weniger
> wichtig.

Eher silbische Konsonanten wie in den dreisilbigen Ortsnamen Machtlfing
und Huglfing. Die heißen ja wirklich so, nicht nur im Dialekt.

Oder gestern gesehen: ein Geschäft für Brezen mit der Aufschrift "BREZN"
-- zweifellos zweisilbig.. Fiel mir auf, weil Stil und Aufmachung der
Schrift sehr nüchtern wirkte, nicht in Sepplhosen-Frakturschrift.

--
Helmut Richter

Helmut Richter

unread,
Oct 31, 2015, 5:30:14 AM10/31/15
to
Am 31.10.2015 um 09:14 schrieb Gunhild Simon:

> Am Samstag, 31. Oktober 2015 06:03:00 UTC+1 schrieb Thomas Schade:
>> Heinz Lohmann <go...@sofort-mail.de> Wrote in message:
>>> Am 31.10.2015 um 01:20 schrieb Thomas Schade:
>>
>>>> Wir brauchen gar nicht so weit zu gehen. Den Namen meines Sohnes (David)
> ...
>>> 'David bzw 'Deiwid [en].
>>
>> Ich glaube, mit Betonung auf der zweiten Silbe habe ich das noch
>> nie gehört.
>
> Dochdoch.
>
> Schon vor vielen Jahren habe ich einmal bemerkt, daß
> de hebräische Aussprache den Akzent auf die zweite
> Silbe lege.

Bei unflektierten Substantiven und Namen und auch in den meisten
Flexionsformen ist Endbetonung der weitaus häufigste Fall, außen in
diesen beiden Situationen am Wortende:

- Ein Doppelkonsonant ist durch einen Sproßvokal aufgesprengt, z.B.
hebr. néfesch (Seele, Person, Leben) aber arab. nafs.

- Die letzte Silbe hat einen Diphthong, der daraus entsteht, dass vor
manchen Konsonanten am Wortende phonologisch ein kurzes a steht, z.B.
rúach (Sturmwind, Geist).

In beiden Fällen hält sich die Besonderheit bei Flexionen meist nicht,
z.B. nafschí (meine Seele), ruchí (mein Geist).

Auch Verben sind in der Zitierform (3. Pers. Sing. Perfekt) endbetont,
in anderen Flexionsformen nicht immer.

So habens die Masoreten festgelegt und so wirds heute gesprochen. Ob
sich der Original-David an diese Regeln gehalten hat, dürfte unbekannt sein.

--
Helmut Richter

Stephen Hust

unread,
Oct 31, 2015, 5:39:09 AM10/31/15
to
On 31.10.2015 09:33, Gunhild Simon wrote:

[Aussprache von "David"]

> Am Samstag, 31. Oktober 2015 09:23:59 UTC+1 schrieb Detlef Meißner:

> ...
>> Einfach mal Navi CIS anschauen. Manchmal kann fernsehen bilden.

> Hab immer noch kein Tv - trotz der schicken Plasmateile.

Gibt's die noch?

In der Fernsehserie "NCIS" wird der Nachname der aus Israel stammenden
Special Agent Ziva David auf der zweiten Silbe betont (/də'vi:d/ oder
/da'vid/). Im Original, wohlgemerkt. (Aus irgendeinem Grund heißt die
Serie auf Deutsch "Navy CIS", obwohl das "N" nicht für "Navy" steht,
sondern für "Naval". Wenn es einmal einen Neuaufguß der Serie "The FBI"
gibt, wird sie diesmal auf Deutsch "Federation BI" heißen?)

Der Nachname des Very Special Agent Tony DiNozzo wird im Original
/dɪ'noʊzoʊ/ (Kirschenbaum: /dI'noUzoU/) ausgesprochen. Lediglich FBI
Special Agent Tobias Fornell sagt /dɪ'nɔtsoʊ/ (Kirschenbaum: /dI'nOtsoU/).

Ich hoffe, ich habe die Lautschrift nicht vermurkst.

--
Steve

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