man kann zum Denglischen stehen wie man will (ich versuche, es zu
vermeiden), aber manchmal schafft man es nicht ohne.
Mein Wissen über Grammatik-Begriffe ist ziemlich eingerostet, wie ich
feststellen muss, aber ich versuche es trotzdem mal. Es geht, glaube
ich, um Konjugationen? des Wortes "deploy", was im deutschen ungefähr
als "ausliefern" oder "verteilen" von Software beschrieben werden
kann, wobei das Ganze ein Prozess ist, bei dem die Software auch noch
konfiguriert wird usw. Ist halt ein Fachbegriff in der Informatik,
der mehr aussagt als die Übersetzung, das 1:1-Pendant gibt es in der
deutschen Sprache MUSEN nicht.
Wie sagt man? Ich deploye? Du deployst? Und dann: er deployt oder
deployed oder wie?
--
Winfried
> Wie sagt man? Ich deploye? Du deployst? Und dann: er deployt oder
> deployed oder wie?
Also, wenn... Moment, mir springen beim Schreiben
immer die Tastenkappen ab... wenn also der Infinitiv
"deployen" heißt, würde ich "deploye, deployst, deployt" sagen.
>... "deploy", was im deutschen ungefähr
>als "ausliefern" oder "verteilen" von Software beschrieben werden
>kann, wobei das Ganze ein Prozess ist, bei dem die Software auch noch
>konfiguriert wird usw.
>
>Wie sagt man? Ich deploye? Du deployst? Und dann: er deployt oder
>deployed oder wie?
Auf gut Deutsch sagt man bei uns "Software einführen", oder - wenn es
Denglisch sein darf - "live schalten".
Würde ich hier von 'deployment' sprechen, dann bekomme ich nur ein
stirnrunzelndes "Hä?" zurück.
--
Erick
> Auf gut Deutsch sagt man bei uns "Software einführen", oder - wenn es
> Denglisch sein darf - "live schalten".
"Software einführen" heißt für mich, daß eine neue
SW installiert und die künftigen Benutzer geschult
werden. "Live schalten" kenne ich gar nicht.
> Würde ich hier von 'deployment' sprechen, dann bekomme ich nur ein
> stirnrunzelndes "Hä?" zurück.
Das ist in Winfrieds Umgebung aber offenbar anders.
> man kann zum Denglischen stehen wie man will (ich versuche, es zu
> vermeiden), aber manchmal schafft man es nicht ohne.
>
> Mein Wissen �ber Grammatik-Begriffe ist ziemlich eingerostet, wie ich
> feststellen muss, aber ich versuche es trotzdem mal. Es geht, glaube
> ich, um Konjugationen? des Wortes "deploy", was im deutschen ungef�hr
> als "ausliefern" oder "verteilen" von Software beschrieben werden
> kann, wobei das Ganze ein Prozess ist, bei dem die Software auch noch
> konfiguriert wird usw. Ist halt ein Fachbegriff in der Informatik,
> der mehr aussagt als die �bersetzung, das 1:1-Pendant gibt es in der
> deutschen Sprache MUSEN nicht.
Ich w�re f�r einen Quellenhinweis, wo "deploy" in Zusammenhang mit
Software auf Deutsch verwendet wird, dankbar.
"deploy" wird bzw. wurde sonst auch ein beim Milit�r h�ufig verwendet,
noch lange bevor die (Computer-) Software erfunden wurde. "troops
deployment" bedeutet, Truppen in ein bestimmtes Gebiet in Stellung zu
bringen.
> Wie sagt man? Ich deploye? Du deployst? Und dann: er deployt oder
> deployed oder wie?
"deploy" wird auf Englisch regul�r konjugiert. Wer's unbedingt will,
k�nnte die deutsche Konjugation vom Infinitivum "deployen" ableiten ;-)
MfG, PY
Das ist eigentlich auch der Kern des Deployens, und deshalb benutze
ich auch Einführung, wenn Deployment zu übersetzen ist. Im Rahmen der
Fachsprache halte ich Deployment allerdings für unproblematisch; das
Verb dagegen ist (noch?) absolut ungebräuchlich
Gruß
Thomas
Bei unserer Firma heißt es "Ich deploye, du deployt, er deployt, er hat
deployt, das Tool wird deployt".
Aber eigentlich sagen wir lieber "ausgerollt".
(Zum "Verteilen" sehe ich einen kleinen Unterschied: Ich würde zum
"Deployment" auch noch die Vorbereitung der Verteilung zählen).
Joachim
Beim "Einführen" der SW würde ich allerdings
erwarten, daß die SW neu ist. Winfried habe ich
so verstanden, daß auch ein bloßes Upgrade
oder eine neue Version "deployt" wird.
[Nachtrag]
> "deploy" wird bzw. wurde sonst auch ein beim Milit�r h�ufig verwendet,
> "deploy" wird auf Englisch regul�r konjugiert. Wer's unbedingt will,
> k�nnte die deutsche Konjugation vom Infinitivum "deployen" ableiten ;-)
Von "employ" leitet man "employee" (der/die Angestellte) ab. "deployee"
als Bezeichnung f�r "deployed unit" (z.B. verlegte Einheit) w�re
grammatikalisch korrekt, ist aber in der englischen Sprache m.W.
unbekannt.
MfG, PY
ausser dem "du deploy_t_" ist das auch das, was ich so sehe. Beim
Sprechen gibt es auch kein Problem, nur wenn ich "der WebService wurde
gerade neu deployt" schreibe, versuchen meine Finger, den Dienst zu
verweigern.
> Aber eigentlich sagen wir lieber "ausgerollt".
Richtig. Nur wenn der Arbeitsschritt in allen Werkzeugen "deploy"
heisst, deploye ich halt und rolle nicht aus ;-)
Ok, "heute wird deployt" ist wohl die am wenigsten falsche
Schreibweise.
--
Winfried
Im Prinzip stimmt das so. Die Anwendung oder der Service wird in einem
Server eingerichtet und konfiguriert, also ein technischer Vorgang.
Eine Einfuehrung ist fuer mich auf der technischen Seite neben der
Installation der Anwendung auch eine Einrichtung der Umgebung, z.B.
einer Datenbank oder Datenmigration. Ausserdem ist eine Einfuehrung
auch eine fachlich getriebene Sache, zu der Dinge wie die Einweisung
der Anwender, Schulung usw. gehoert.
--
Winfried
Der Rollout ist m.E. nur der letzte Schritt des Deployens. Zunächst
wird die Software zentral installiert oder für die dezentrale
Installation vorbereitet, andere Softwareprodukte werden ggf.
angepasst, Anwender geschult etc. Der Rollout besteht dann als letzter
Schritt darin, den Anwendern die neue Software auch verfügbar zu
machen, sei es durch dezentrale Installation oder durch Freischaltung
eines Zugangs zur zentralen Installation. Alles zusammen ist
Deployment.
>
Gruß
Thomas
Das war, als der Käufer noch eine Ahnung davon hatte, was er brauchte
und was er einkaufte.
--
Roland Franzius
> Wie sagt man? Ich deploye? Du deployst?
Ja.
> Und dann: er deployt oder deployed oder wie?
"deployt". Ich kann bei deutscher Konjugation keine englischen Endungen
verwenden. Die Endung -ed wäre Partizip Perfekt. Oder mit etwas Hühneraugen
auch Simple Past.
vG
--
Die Pappnase adelt den Clown, sie ersetzt ihn nicht.
(David Kastrup in de.rec.musik.machen über eingebildetes Talent)
-- <http://einklich.net> -- Ein Pinguin für jeden: <http://debian.org/> --
>konfiguriert wird usw. Ist halt ein Fachbegriff in der Informatik,
>der mehr aussagt als die �bersetzung, das 1:1-Pendant gibt es in der
>deutschen Sprache MUSEN nicht.
Ich kenne daf�r mittlerweile haupts�chlich den Anglizismus "ausrollen".
Find ich zwar auch nicht toll, gef�llt mir aber immer noch besser als
deploy - und wird auch von Laien relativ spontan verstanden.
IMHO ist "deploy" auch weniger ein Fachbegriff der Informatik als einer der
Buzzword-Schlipse ;)
Bye
woffi
--
When you are a Bear of Very Little Brain, and you Think of Things,
you find sometimes that a Thing which seemed very Thingish inside
you is quite different when it gets out into the open and has other
people looking at it. - Winnie the Pooh
>Bei unserer Firma heißt es "Ich deploye, du deployt, er deployt, er hat
>deployt, das Tool wird deployt".
>
>Aber eigentlich sagen wir lieber "ausgerollt".
>
>(Zum "Verteilen" sehe ich einen kleinen Unterschied: Ich würde zum
>"Deployment" auch noch die Vorbereitung der Verteilung zählen).
Dazu sag ich "ausliefern", und ich meine das mit
Vorbereitungskasperei.
Wieso nicht einfach "verteilen"? Es geht doch wohl darum, daß
Software auf diverse Rechner gespielt wird. Oder "aufspielen".
"Einführen" (neue Software vorstellen und den Leuten erklären)
ist ja wohl in den allerseltensten Fällen gemeint (und wenn, dann
sind die, die die Software einspielen, wohl kaum die, die die
Schulungen machen).
Das wäre hier ja auch "er deploys". Wo soll das -ed denn herkommen?
Näheres unter http://faql.de/fremdwort.html#verben.
Viele Grüße
Steffen
> Winfried Vorbeck wrote:
>
>> konfiguriert wird usw. Ist halt ein Fachbegriff in der Informatik,
>> der mehr aussagt als die �bersetzung, das 1:1-Pendant gibt es in der
>> deutschen Sprache MUSEN nicht.
>
> Ich kenne daf�r mittlerweile haupts�chlich den Anglizismus "ausrollen".
Bei Siemens wurde ganz brav neudeutsch vom "Roll Out" gesprochen.
Da Didi, da auf seiner ersten Kick-Off-Veranstaltung ganz naiv fragte,
was denn "Kick-Off" bedeuten m�ge.
--
Dieter Br�gmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de
Welttag f�r die Bek�mpfung der W�stenbildung und der D�
> Am 16.06.2010 schrieb Thomas Hertel:
>
> > Der Rollout ist m.E. nur der letzte Schritt des Deployens. Zunächst
> > wird die Software zentral installiert oder für die dezentrale
> > Installation vorbereitet, andere Softwareprodukte werden ggf.
> > angepasst, Anwender geschult etc. Der Rollout besteht dann als letzter
> > Schritt darin, den Anwendern die neue Software auch verfügbar zu
> > machen, sei es durch dezentrale Installation oder durch Freischaltung
> > eines Zugangs zur zentralen Installation. Alles zusammen ist
> > Deployment.
>
> Mir kommt es so vor, als hätte man früher(TM) dazu einfach Installation
> dazu gesagt.
Früher hat man auch einfach "Bleichmittel" gesagt.
Heute heißt das "Vanish Oxy Action Intelligence Plus
Power Weiß". Soll keiner sagen, man hätte heute
keine Zeit mehr.
>
>Da Didi, da auf seiner ersten Kick-Off-Veranstaltung ganz naiv fragte,
> was denn "Kick-Off" bedeuten möge.
Och, ich hab mal einen SChlips, der mir eine Visitenkarte gab, laut
der er der "Key Account Manager" seit, gefragt, ob er den
Schlüsselkasten der Firma verwaltet. Sein freundliches Lächeln wirkte
etwas angestrengt.
Damals habe ich so einen Unsinn aber tatsächlich zum ersten Mal gehört
und konnte damit nicht so recht was anfangen.
Grüße
woffi
> Och, ich hab mal einen SChlips, der mir eine Visitenkarte gab, laut
> der er der "Key Account Manager" seit, gefragt, ob er den
> Schlüsselkasten der Firma verwaltet. Sein freundliches Lächeln wirkte
> etwas angestrengt.
Klar. Er mußte sich zwischen "Ist der wirklich so blöd?"
und "Versucht der, einen Witz zu machen?" entscheiden.
Offenbar hat er die zweite Option gewählt und versucht,
höflich zu grinsen.
Noe, das nicht. Das Deployen ist eine Taetigkeit bei der
Zurverfuegungstellung von Services auf Web- oder Applicationservern,
Einrichtung von Enterprise Beans usw.
Kann natuerlich sein, dass der Begriff auch noch woandershin schwappt.
Insgesamt kann ich mir gut vorstellen, dass der Begriff sich analog
beispielsweise zum "debuggen" langfristig etablieren wird.
--
Winfried
Ich glaube eher dass man mir deutlich angemerkt hat, dass ich diese
aufgeblasene Bezeichnung etwas albern fand.
Grüße
woffi
Ist ja auch kein Englisch sondern Franglish von der Grammatik her.
(Nicht mit Franglais verwechseln)
Dadurch, dass man sich über eine in einem Lebensbereich ganz übliche und
unauffällige Bezeichnung lustig macht, erweist man sich als Greenhorn.
Joachim
Tja, diese Frage habe ich mir einerseits auch schon ein paar mal
gestellt, denn ich bin im Moment mitverantwortlich für das weltweite
Deployment unserer Experimentsoftware. Andererseits sind alle Talks
(Kurzvorträge?) über dieses Thema sowieso immer auf Englisch, sodass ich
mir dann doch wieder weniger Gedanken gemacht habe.
"Software einführen" - passt nicht, denn wir deployen etwa ein bis zwei
mal pro Woche, manchmal aber sogar mehrmals täglich, neue Versionen
unserer Software. "Wir führen jetzt in unserer Firma Scientific Linux 5
ein", "Wir führen Windows 7 ein" - dann würde es passen.
"live schalten" - passt schon gar nicht. Das hört sich ja so an, als
könne ich einfach irgendwas umschalten und schon wäre die Software
verfügbar.
"Schulung der Anwender" - haha! Das ginge gar nicht bei der
Update-Frequenz, der Größe unserer Software - und vor allem ginge es
nicht, weil wir weltweit verteilt arbeiten. Schulung ist etwas anderes
als Deployment und gehört meiner Meinung nach nicht dazu. Vor allem
finden Schulungen auch immer am jeweiligen Standort (oder zumindest im
jeweiligen Land) statt und beziehen sich immer auf ein bestimmtes Thema,
während das Deployment einmal zentral durchgeführt wird.
"ausrollen" - ich kann Thomas' Argumenten nicht so ganz zustimmen, aber
ich würde dieses Wort auch nicht verwenden.
"installieren" passt eigentlich auch relativ gut, aber beschreibt einen
einzelnen Installationsprozess. Deployen beschreibt alle nötigen
Installationsprozesse auf allen Rechnern, die die Installation
benötigen. So mag die einzelne Installation auf einem Rechner vielleicht
eine Stunde dauern, das Deployment kann sich aber eine Woche lang
hinziehen, weil zum Beispiel ein Rechenzentrum irgendwo in der Welt
gerade eine Downtime hat ("gerade nicht verfügbar ist" - jemand eine
bessere Übersetzung?).
- Wolf
Sehe ich auch so. Keine Ahnung, was daran aufgeblasener
sein soll als etwa an "Großkundenbetreuer".
Am 17.06.2010 12:07, schrieb Heinz Brueckner:
> am Thu, 17 Jun 2010 11:16:35 +0200 schrieb Joachim Pense
> <sn...@pense-mainz.eu>:
>
>>
>>
>> Am 17.06.2010 10:12, schrieb Wolfgang Krietsch:
> ["Key Account Manager" - Der Herr der Schlüsselzähler]
>
>>> Ich glaube eher dass man mir deutlich angemerkt hat, dass ich diese
>>> aufgeblasene Bezeichnung etwas albern fand.
>>>
>>
>> Dadurch, dass man sich über eine in einem Lebensbereich ganz übliche und
>> unauffällige Bezeichnung lustig macht, erweist man sich als Greenhorn.
>
> Wenn sich zu Zeiten des Überschwappens solchen Anglo-Gebläses genügend
> Leute darüber lustig gemacht hätten, hätte es sich möglicherweise nicht
> durchgesetzt. Schön wärs gwesen.
>
Wohl wahr.
Joachim
>Dadurch, dass man sich �ber eine in einem Lebensbereich ganz �bliche und
>unauff�llige Bezeichnung lustig macht, erweist man sich als Greenhorn.
Das ist einige Jahre her. Ich be2fle, dass das damals schon eine
�bliche Bezeichnung war. Zumindest hatte ich auch davor schon oft mit
Schhlipsen zu tun, diese Bezeichnujng aber, wie gesagt, vorher noch
nie geh�rt.
(Ganz davon ab dass eine alberne Beteichnung durch h�ufigen Gebrauch
nicht weniger albern wird)
Gr��e
woffi
>Sehe ich auch so. Keine Ahnung, was daran aufgeblasener
>sein soll als etwa an "Gro�kundenbetreuer".
Dass die beiden Bezeichnugen aus verschiedenen Sprachen kommen ist Dir
aufgefallen, ja?
Gr��e
woffi
> Lothar Frings <Lothar.Fri...@gmx.de> wrote:
> >Sehe ich auch so. Keine Ahnung, was daran aufgeblasener
> >sein soll als etwa an "Gro kundenbetreuer".
>
> Dass die beiden Bezeichnugen aus verschiedenen Sprachen kommen ist Dir
> aufgefallen, ja?
Ja. Und? Ist es aufgeblasen, weil es auch ein Ami
aussprechen kann?
Hallo, kleine sachbezogene Empfehlung: Mein Beitrag "kein Denglisch
in LeMonde" in [de.etc.sprache.misc] vom 16.06.2010 20:51
news:hvb6fn$34v$03$1...@news.t-online.com
MfG, PY
>Wolfgang Krietsch (16.6.2010 21:07):
>
>> Winfried Vorbeck wrote:
>>
>>> konfiguriert wird usw. Ist halt ein Fachbegriff in der Informatik,
>>> der mehr aussagt als die �bersetzung, das 1:1-Pendant gibt es in der
>>> deutschen Sprache MUSEN nicht.
>>
>> Ich kenne daf�r mittlerweile haupts�chlich den Anglizismus "ausrollen".
>
>Bei Siemens wurde ganz brav neudeutsch vom "Roll Out" gesprochen.
>
>Da Didi, da auf seiner ersten Kick-Off-Veranstaltung ganz naiv fragte,
> was denn "Kick-Off" bedeuten m�ge.
Und, was hei�t es?
Gru� Uwe
--
"Demokratie ist riskant. Das Volk kann sich ja auch irren."
Dieter Wiefelsp�tz, SPD
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
> Die übliche und unauffällige Bezeichnung ist in Deutschland eigentlich
> Schlüsselkundenbetreuer.
Ah, das ist der, der in der Sparkasse die Kunden mit den Schließfächern
betreut, oder?
SCNR,
Frank
> Die übliche und unauffällige Bezeichnung ist in Deutschland eigentlich
> Schlüsselkundenbetreuer.
Google-Poll:
"Schlüsselkundenbetreuer" - 256 Treffer,
"Großkundenbetreuer" - 30.400 Treffer.
> Bedeutet genau das gleiche, versteht aber
> jeder
der deutschen Sprache Mächtige, andere nicht
> , das ist der Nachteil.
> On Thu, 17 Jun 2010 09:03:13 +0200, Dieter Bruegmann
> <dieterb...@gmx.net> wrote:
>
>> Wolfgang Krietsch (16.6.2010 21:07):
>>
>>> Winfried Vorbeck wrote:
>>>
>>>> konfiguriert wird usw. Ist halt ein Fachbegriff in der Informatik,
>>>> der mehr aussagt als die Übersetzung, das 1:1-Pendant gibt es in der
>>>> deutschen Sprache MUSEN nicht.
>>>
>>> Ich kenne dafür mittlerweile hauptsächlich den Anglizismus "ausrollen".
>>
>> Bei Siemens wurde ganz brav neudeutsch vom "Roll Out" gesprochen.
>>
>> Da Didi, da auf seiner ersten Kick-Off-Veranstaltung ganz naiv fragte,
>> was denn "Kick-Off" bedeuten möge.
>
> Und, was heißt es?
Es lohnt nicht, sich an eine Eröffnungsveranstaltung zu erinnern.
Da Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de
ation 77,8% (+2,42) * Plonk +62% * Siebe & Luff +92,58% * Konterbanden
Oder als Sprachkritiker.
Ciao
Wolfram
--
Dialektik von Weihnachten
Durch die Vorbereitung auf Weihnachten bist du so geschafft, daß du dann
das Fest wirklich brauchst.
<http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <http://www.youtube.com/watch?v=oDjbbkGVT4Q>
> Am 17.06.2010 schrieb Joachim Pense:
>
> Die übliche und unauffällige Bezeichnung ist in Deutschland eigentlich
> Schlüsselkundenbetreuer. Bedeutet genau das gleiche, versteht aber
> jeder, das ist der Nachteil. Warum heute bei Stellenbezeichnungen fast
> nur noch englische Bezeichnungen verwendbar sein sollen, und das auch
> bei Firmen die nicht "international aufgestellt sind", hat mir noch
> keiner erklären können.
Es tut halt weltläufig klingen.
Ciao
Wolfram
--
Es ist besser, Genossenes zu bereuen, als zu bereuen, daß man nichts
genossen hat.
GIOVANNI BOCCACCIO
Nein. Es ist aufgeblasen, wenn man ein "cooles" Wort aus einer fremden
Sprache statt eines gängigen Wortes der eigenen Sprache verwendet.
Bye
woffi
--
Women and cats will do as they please, and men and dogs should relax
and get used to the idea.
- Robert A. Heinlein
> Uwe Schickedanz (17.6.2010 16:09):
>> On Thu, 17 Jun 2010 09:03:13 +0200, Dieter Bruegmann
>>>
>>> Da Didi, da auf seiner ersten Kick-Off-Veranstaltung ganz naiv
>>> fragte, was denn "Kick-Off" bedeuten möge.
>>
>> Und, was heißt es?
>
> Es lohnt nicht, sich an eine Eröffnungsveranstaltung zu erinnern.
Mit anderen Worten: Dein erster Einsatz als Fußball-Schiri war eine
ziemliche Katastrophe... :-D
mike
> Mein Wissen über Grammatik-Begriffe ist ziemlich eingerostet, wie ich
> feststellen muss, aber ich versuche es trotzdem mal. Es geht, glaube
> ich, um Konjugationen? des Wortes "deploy", was im deutschen ungefähr
> als "ausliefern" oder "verteilen" von Software beschrieben werden
> kann, wobei das Ganze ein Prozess ist, bei dem die Software auch noch
> konfiguriert wird usw. Ist halt ein Fachbegriff in der Informatik,
> der mehr aussagt als die Übersetzung, das 1:1-Pendant gibt es in der
> deutschen Sprache MUSEN nicht.
Gerade bei Software bietet sich "zum Einsatz bringen" an: das umfaßt
Lieferung, Installation, Konfiguration, Testen und Freischaltung --
mithin also im wahrsten Sinne des Wortes "das volle Programm". Außer
natürlich, man macht es den Winzigweich Weg: "Plug in and pray out".
;-)
mike
> Dieter Bruegmann wrote:
>
>> Uwe Schickedanz (17.6.2010 16:09):
>>> On Thu, 17 Jun 2010 09:03:13 +0200, Dieter Bruegmann
>>>>
>>>> Da Didi, da auf seiner ersten Kick-Off-Veranstaltung ganz naiv
>>>> fragte, was denn "Kick-Off" bedeuten m�ge.
>>>
>>> Und, was hei�t es?
>>
>> Es lohnt nicht, sich an eine Er�ffnungsveranstaltung zu erinnern.
>
> Mit anderen Worten: Dein erster Einsatz als Fu�ball-Schiri war eine
> ziemliche Katastrophe... :-D
Huch, was habe ich denn nun schon wieder verpa�t?
Da "No sports - weder aktiv noch passiv - und stolz darauf!" Didi
--
Dieter Br�gmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de
NP: N-JOY - Inside Multimedia - 17.06.2010 - Rufnummer-Mitnahme garant
>Wolfgang Krietsch <wkri...@gmx.de> wrote in
>news:jc1k16hpun4tsr5v9...@4ax.com:
>
>> (Ganz davon ab dass eine alberne Beteichnung durch häufigen Gebrauch
>> nicht weniger albern wird)
>
>Doch, genau das wird sie.
Nein. Es lacht nur keiner mehr drüber - genau wie bei einem Witz, der zwar
lustig ist, aber zu oft erzählt wurde.
> Ein schönes Beispiel sind die Verdeutschungsübungen des 19.
> Jahrhunderts. Einige haben bis heute überlebt und werden als völlig
> unauffällig wahrgenommen, wie etwa Stelldichein für Rendezvous oder
> Briefwechsel für Korrespondenz. Einige andere haben sich nicht
> durchgesetzt und gelten heute als Schenkelklopfer, wie etwa
> Jungfernzwinger für Kloster oder Meuchelpuffer für Pistole. Es gibt
> sonst keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen, außer dass wir an
> die eine gewöhnt sind und an die andere nicht. In einer Parallelwelt
> könnte es genau umgekehrt sein: "Stelldichein" für das normale Wort
> Rendezvous, nein wie hölzern und und grotesk, was ham wir gelacht.
Willkommen, Fremder, in unserer Welt. "Rendezvous" haben
wir früher gesagt, heute sagen wir "Date".
Am 18.06.2010 09:01, schrieb Wolfgang Schwanke:
> Wolfgang Krietsch <wof...@nurfuerspam.de> wrote in
> news:880err...@mid.individual.net:
> Ein schönes Beispiel sind die Verdeutschungsübungen des 19.
> Jahrhunderts. Einige haben bis heute überlebt und werden als völlig
> unauffällig wahrgenommen, wie etwa Stelldichein für Rendezvous oder
> Briefwechsel für Korrespondenz. Einige andere haben sich nicht
> durchgesetzt und gelten heute als Schenkelklopfer, wie etwa
> Jungfernzwinger für Kloster oder Meuchelpuffer für Pistole. Es gibt
> sonst keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen,
Ich sehe bei den von dir genannten Beispielen schon einen Unterschied.
Campe hat nämlich bei einigen seiner Wortschöpfungen versucht, Ideologie
reinzubringen. Die haben sich dann auch nicht durchgesetzt, wie bei
denen Beispielen (Andere sind nach WP Zwangsgläubiger (Katholik),
Freigläubiger (Protestant), Heiltümelei (Reliquie) und
Menschenschlachter (Soldat).)
Joachim
> (Andere sind nach WP Zwangsgläubiger (Katholik),
Wieso Zwang - Zwangsgläubiger bin ich gegenüber Griechenland.
> Lothar Frings <Lothar...@gmx.de> wrote
>
>> Willkommen, Fremder, in unserer Welt. "Rendezvous" haben
>> wir früher gesagt, heute sagen wir "Date".
>
> Davon wussten die Sprachreiniger des 19. Jahrhunderts noch nicht so
> viel.
Das ist neben dem Punkt.
Das "Stelldichein" hat sich - für ein romantisches Tête-à-tête - nicht
wirklich durchgesetzt. Ein Stelldichein ist etwas, das Politiker und
andere öffentliche Personen im Zeitungsdeutsch "sich geben". Als
Jugendliche hatten wir schlicht "Verabredungen".
--
GUGELFAHRT, f., mutwilliges treiben, lärmende lustbarkeit
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
Am 21.06.2010 18:57, schrieb Oliver Cromm:
> * Wolfgang Schwanke:
>
>> Lothar Frings <Lothar...@gmx.de> wrote
>>
>>> Willkommen, Fremder, in unserer Welt. "Rendezvous" haben
>>> wir früher gesagt, heute sagen wir "Date".
>>
>> Davon wussten die Sprachreiniger des 19. Jahrhunderts noch nicht so
>> viel.
>
> Das ist neben dem Punkt.
>
> Das "Stelldichein" hat sich - für ein romantisches Tête-à-tête - nicht
> wirklich durchgesetzt. Ein Stelldichein ist etwas, das Politiker und
> andere öffentliche Personen im Zeitungsdeutsch "sich geben". Als
> Jugendliche hatten wir schlicht "Verabredungen".
>
Hier ist eine Liste von Campeschen Neuschöpfungen, die sich doch
wirklich durchgesetzt haben:
* altertümlich (für das Fremdwort antikBKL),
* Erdgeschoss (Parterre),
* Feingefühl (Takt),
* fortschrittlich (progressivBKL),
* herkömmlich (konventionell),
* Hochschule (Universität),
* Lehrgang (Kursus),
* Randbemerkung (Glosse),
* Streitgespräch (Debatte),
* tatsächlich (faktisch),
* Voraussage (Prophezeiung),
* Wust (Chaos) und
* Zerrbild (Karikatur).
<http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Heinrich_Campe>
Joachim
(Die beiden "BKL" sollte man sich wegdenken, Artefakte meiner WP-Ansicht)
Joachim
>> Das "Stelldichein" hat sich - für ein romantisches Tête-à-tête - nicht
>> wirklich durchgesetzt.
>
> Das mag sein, aber es gehört insofern schon zur Gruppe der
> "durchgesetzten" Wörter, als dass es nicht im Kuriositätenkabinett
> neben "Zerknalltreibling" und "Meuchelpuffer" gelandet ist, sondern
> zumindest passiv verstanden wird und nicht lächerlich und kaum
> antiquiert wirkt.
'Passives Verstehen' und 'nicht lächerlich', ja. Hinsichtlich des 'kaum'
bei antiquiert bin ich im Zweifel, ich persönlich finde es recht
alttümelnd. Ein 'musikalisches Stelldichein' ist doch nur etwas für die
Generation Mutantenstadel & Apotheker-Rundschau.
Ciao
Toscha
--
Beauty lies in the eyes of the beerholder.
> Das "Stelldichein" hat sich - für ein romantisches Tête-à-tête - nicht
> wirklich durchgesetzt. Ein Stelldichein ist etwas, das Politiker und
> andere öffentliche Personen im Zeitungsdeutsch "sich geben". Als
> Jugendliche hatten wir schlicht "Verabredungen".
Das Stelldichein, das ich als Kind übrigens wie "Stellidchen" gelesen habe,
hatte sich schon mal durchgesetzt, in Texten aus der Jahrhundertwende und
der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts findete man das Wort immer
wieder. Das Stelldichein ist halt inzwischen schon wieder veraltet.
Ciao
Wolfram
--
Ein Huhn ist die Methode eines Eis, ein neues Ei zu erzeugen.
SAMUEL BUTLER
<http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<http://www.freitag.de/community/blogs/wolfram-heinrich>
> >> Willkommen, Fremder, in unserer Welt. "Rendezvous" haben
> >> wir früher gesagt, heute sagen wir "Date".
>
> > Davon wussten die Sprachreiniger des 19. Jahrhunderts noch nicht so
> > viel.
>
> Das ist neben dem Punkt.
>
> Das "Stelldichein" hat sich - für ein romantisches Tête-à-tête - nicht
> wirklich durchgesetzt. Ein Stelldichein ist etwas, das Politiker und
> andere öffentliche Personen im Zeitungsdeutsch "sich geben". Als
> Jugendliche hatten wir schlicht "Verabredungen".
Komisch, an meiner Universität wurden die Weiber ohne solchen
Firlefanz auf die Pritsche gezerrt - und dann sah man nur noch das
Weiße in ihren Augen.
Heiß und hart ist unsre Art - FR
> Am Mon, 21 Jun 2010 12:57:47 -0400 schrieb Oliver Cromm:
>
>> Das "Stelldichein" hat sich - für ein romantisches Tête-à-tête - nicht
>> wirklich durchgesetzt. Ein Stelldichein ist etwas, das Politiker und
>> andere öffentliche Personen im Zeitungsdeutsch "sich geben". Als
>> Jugendliche hatten wir schlicht "Verabredungen".
>
> Das Stelldichein, das ich als Kind übrigens wie "Stellidchen" gelesen habe,
> hatte sich schon mal durchgesetzt, in Texten aus der Jahrhundertwende und
> der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts findete man das Wort immer
> wieder. Das Stelldichein ist halt inzwischen schon wieder veraltet.
Es ist schneller veraltet als das Rendezvous, das es ersetzen sollte. Es
war mein Mißverständnis, daß das gegen seine Durchgesetztheit spräche,
aber auch die meisten anderen erfolgreichen Wortschöpfungen, die Joachim
genannt hat, haben die ausländischen nicht verdrängt, sondern sind neben
sie getreten, mit einer gewissen Bedeutungsdifferenzierung.
--
GOGEL, adj., ausgelassen, lustig, übermütig; lascivus.
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
> >> Das "Stelldichein" hat sich - für ein romantisches Tête-à-tête - nicht
> >> wirklich durchgesetzt.
>
> > Das mag sein, aber es gehört insofern schon zur Gruppe der
> > "durchgesetzten" Wörter, als dass es nicht im Kuriositätenkabinett
> > neben "Zerknalltreibling" und "Meuchelpuffer" gelandet ist, sondern
> > zumindest passiv verstanden wird und nicht lächerlich und kaum
> > antiquiert wirkt.
>
> 'Passives Verstehen' und 'nicht lächerlich', ja. Hinsichtlich des 'kaum'
> bei antiquiert bin ich im Zweifel, ich persönlich finde es recht
> alttümelnd. Ein 'musikalisches Stelldichein' ist doch nur etwas für die
> Generation Mutantenstadel & Apotheker-Rundschau.
"Es erklingen konzertante Melodien", der sowjetische Terminus war
"estradnyi kontsert" - FR
So sehe ich das auch, die meisten Eindeutschungen sind neben die alten
Bezeichnungen getreten. Als Gegenbeispiele fallen mir das "Trottoir" und
der "Aeroplan", Worte, die meine Großtante noch benutzte, die aber
inzwischen endgültig veraltet sind.
Ciao
Wolfram
--
Ich bin schön, ich bin stark, ich bin weise, ich bin gut. Und ich habe das
alles selbst entdeckt!
STANISLAW JERZY LEC
> Da Didi, da auf seiner ersten Kick-Off-Veranstaltung ganz naiv fragte,
> was denn "Kick-Off" bedeuten möge.
Ich auch. Es klang so nach Rausschmiß, der aber dann erst viel später
erfolgte und auch ganz anders.
Viele Grüße von Dani
> Dadurch, dass man sich �ber eine in einem Lebensbereich ganz �bliche und
> unauff�llige Bezeichnung lustig macht, erweist man sich als Greenhorn.
Wenn Vorgesetzte aber in einem Board sind und an irgendwen anders
"berichten", macht sie das nicht wichtiger. Ihre Position klingt nur
komisch.
Viele Gr��e von Dani
>Komisch, an meiner Universität wurden die Weiber ohne solchen
>Firlefanz auf die Pritsche gezerrt - und dann sah man nur noch das
>Weiße in ihren Augen.
s/Universität/Anstalt
> Wenn Vorgesetzte aber in einem Board sind und an irgendwen anders
> "berichten", macht sie das nicht wichtiger. Ihre Position klingt nur
> komisch.
Viele Fachsprachen klingen für Außenstehende komisch.
Verdenglischt-aufgeblasene verbale Diarrhoe ist keine Fachsprache.
> Lothar Frings wrote:
> >Viele Fachsprachen klingen für Außenstehende komisch.
>
> Verdenglischt-aufgeblasene verbale Diarrhoe ist keine Fachsprache.
Und eine unbelegte Meinung ist keine Tatsache.
Also, was solls.
Vol ellem die Fachsplache für Kindelgältnelinnen in China.
Gruss
Walter
> Das mag sein, aber es gehört insofern schon zur Gruppe der
> "durchgesetzten" Wörter, als dass es nicht im Kuriositätenkabinett
> neben "Zerknalltreibling" [...]
Ist das je ernsthaft vorgeschlagen worden?
Und ist es so absurd, ein Wort für Motor vom deutschen Stamm "treiben"
abzuleiten? Man stelle sich vor, eine Firma wie BMW würde zu ihren Motoren
"Triebwerk" sagen (hahaha!) ...
Und schließlich: "Zerknalltreibling" ist wenigstens kürzer als das
äquivalente Fremdwort "Explosionsmotor" (in Silben gezählt).
--
Helmut Richter
> Das Stelldichein, ...
> hatte sich schon mal durchgesetzt, in Texten aus der Jahrhundertwende und
> der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts findete man das Wort immer
> wieder...
-----------------------------
- fand -
Verabredung, Treffen.
> Komisch, an meiner Universität wurden die Weiber ohne solchen
> Firlefanz auf die Pritsche gezerrt -
Im Westen war man eben zivilisierter.
> und dann sah man nur noch das
> Weiße in ihren Augen.
Gegen Mundgeruch kann man was tun.
> >> Wenn Vorgesetzte aber in einem Board sind und an irgendwen anders
> >> "berichten", macht sie das nicht wichtiger. Ihre Position klingt nur
> >> komisch.
>
> >Viele Fachsprachen klingen f r Au enstehende komisch.
>
> Verdenglischt-aufgeblasene verbale Diarrhoe ist keine Fachsprache.
Klassische Fälle von hohler Imponierprosa - FR
> Als Gegenbeispiele fallen mir das "Trottoir" und
> der "Aeroplan", Worte, die meine Großtante noch benutzte, die aber
> inzwischen endgültig veraltet sind.
Zumindest in der Schweiz ist "Trottoir" für Gehweg noch absolut gängig.
Aber die fahren ja auch Velo und Töff ;-)
Grüße,
Frank
findet
Ciao
Wolfram
--
LIBERMAN'S GESETZ:
Jedermann lügt, aber das macht nichts, denn es hört keiner zu.
Hatte ich doch immer den Eindruck,
er sei ein zeitreisender Ritter:
Mein Ritter, mein Ritter, du kommst daher,
Wohin wir gehen, erzähle noch mehr;
Du weißt, o sag' es, ob fällt, ob steigt
Der Kurs, der jetzt so schwankend sich zeigt?
»Ein Wort, ein Wort nur im Vertrau'n!
Ist's weis' auf Rothschild Häuser zu bau'n?« –
Schon hatte der Reiter die Feder gedrückt,
Das Dampfroß fern ihn den Augen entrückt.
Zufallsfund über Homke/Baumbach "Ferne Wirklichkeiten".
Louis Charles Adélaïde de Chamisso de Boncourt als Erfinder der
Zeitreise und der Kursvorhersage.
--
Roland Franzius
> Zumindest wird es schon lange ernsthaft behauptet. Wenn es eine UL ist,
> dann eine sehr hartn�ckige.
>
> http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44448815.html
Vielen Dank f�r den Link. Dort hei�t es:
| Das offene Gest�ndnis w�re nicht n�tig gewesen, denn alle drei Herren
| betreiben keine "Sprachmerze" keine Pirsch auf Fremdw�rter um jeden Preis.
| Im Gegensatz zu jenem Remscheider, den Professor Mackensen in
| "Muttersprache" abfahren l��t:
|
| "So schl�gt er f�r Revolver sehr h�bsch 'Meuchelpuffer', f�r Automobil die
| auch ganz niedliche Bezeichnung 'Zerknalltreibling' vor."
Der da vorschl�gt, ist jener namenlose Remscheider aus der Zeitschrift
"Muttersprache". Nachdem der auch "Meuchelpuffer" vorschl�gt, einen Ladenh�ter
von Philipp von Zesen (1619-1689), wird das wohl eher nicht ein brillianter
Kopf mit einem Einfluss wie Zesen oder Campe gewesen sein. Ich buche das also
aufs Konto "Gesichtserker": irgendwer hats mal gesagt, andere fanden das
lustig, aber mehr nicht. Eine harte Grenze zu einem ernstgemeinten Vorschlag
l�sst sich nat�rlich kaum ziehen, klar, aber es gibt schon einen qualitativen
Unterschied zu W�rtern. die
- von jemandem mit tats�chlichem Einfluss auf die deutsche Sprache ernsthaft
vorgeschlagen worden sind oder
- von einer obrigkeitlichen Stelle als korrekter Sprachgebrauch verordnet
worden sind.
--
Helmut Richter