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Mal was anderes: Schachtelsätze

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Karl Karn

unread,
Feb 14, 2003, 12:15:34 PM2/14/03
to

Servus, ich möchte einmal etwas anderes zur Diskussion stellen und
werfe deshalb Steine ins Wasser: zwei Zitate aus dem Spiegel 1/2003,
Essay, Seite 134-135:
========================================================
Aber als Politik der Generation, die antrat, Staat und Gesellschaft
zu reformieren, die falsche Harmonie verachtet und Konfliktfähigkeit
und -bereitschaft verlangt hat, die Phrasen und Posen verspottet hat,
die Ehrlichkeit gefordert, sich der eigenen Ehrlichkeit gerühmt und
Politik überhaupt unter hohen moralischen Anspruch gestellt hat,
ist es kläglich.
(48 Wörter, 309 Zeichen)

Sitzungen sprengen, Lehrveranstaltungen und Gottesdienste
umfunktionieren, Schüler anpolitisieren, den Wehrdienst verweigern
oder mit langen Haaren ableisten, Krawatten- und Jackettzwänge
aufkündigen, Ortsvereine übernehmen, in Parteiämter und -gremien
aufsteigen, zum Professor ernannt und zum Prorektor oder
Vizepräsidenten einer Universität gewählt werden, die Diplom- oder
Doktorarbeit bei Suhrkamp verlegen - die ersten Schritte in die Welt
des öffentlichen Auftretens, des beruflichen und politischen
Handelns, waren mühelos.
(64 Wörter, 481 Zeichen)
=======================================================
Beim Lesen jedes einzelnen dieser beiden Sätze geht mir fast die Luft
aus, weil ich durch den Text bis zum Ende des Satzes hecheln muss, um
dort endlich an die Satzaussage zu gelangen und zu erfahren, dass es
"kläglich ist" oder dass es "mühelos war".

Mit meiner Kritik befinde ich mich übrigens in guter Gesellschaft:
Wolf Schneider.

Wie meinen andere Sprachfreunde?

Gruss von
Karl

Matthias Opatz

unread,
Feb 14, 2003, 12:36:43 PM2/14/03
to
"Karl Karn" zitierte:

> Aber als Politik der Generation, die antrat, Staat und Gesellschaft
> zu reformieren, die falsche Harmonie verachtet und Konfliktfähigkeit
> und -bereitschaft verlangt hat, die Phrasen und Posen verspottet hat,
> die Ehrlichkeit gefordert, sich der eigenen Ehrlichkeit gerühmt und
> Politik überhaupt unter hohen moralischen Anspruch gestellt hat,
> ist es kläglich.
> (48 Wörter, 309 Zeichen)

und schreibt dazu:

> Beim Lesen [...] geht mir fast die Luft


> aus, weil ich durch den Text bis zum Ende des Satzes hecheln muss, um
> dort endlich an die Satzaussage zu gelangen und zu erfahren, dass es

> "kläglich ist" [...].

Dabei würde ich nicht in erster Linie die Länge des Satzes beanstanden
(Aufzählungen sind halt manchmal lang, soviele "Schachteln" gibt's hier
gar nicht), sondern die Struktur. Ich schlage (noch etwas länger, aber
leichter auffassbar) vor:

Aber als Politik einer ganzen Generation ist es kläglich - gerade
jener Generation, die antrat, Staat und Gesellschaft zu
****** [besser: angetreten war]


reformieren, die falsche Harmonie verachtet und Konfliktfähigkeit
und -bereitschaft verlangt hat, die Phrasen und Posen verspottet hat,
die Ehrlichkeit gefordert, sich der eigenen Ehrlichkeit gerühmt und

Politik überhaupt unter hohen moralischen Anspruch gestellt hat.

Matthias


--
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Christian Seidl

unread,
Feb 14, 2003, 1:03:30 PM2/14/03
to

Karl Karn schrieb:

> [2 Sätze aus — natürlich — dem "Spiegel"]

>
> Beim Lesen jedes einzelnen dieser beiden Sätze geht mir fast die Luft
> aus, weil ich durch den Text bis zum Ende des Satzes hecheln muss, um
> dort endlich an die Satzaussage zu gelangen und zu erfahren, dass es
> "kläglich ist" oder dass es "mühelos war".
>
> Mit meiner Kritik befinde ich mich übrigens in guter Gesellschaft:
> Wolf Schneider.
>
> Wie meinen andere Sprachfreunde?

Interessanter als die beiden Monstren, über die du dich so echauffierst,
deucht mich die Art und Weise deiner Diskussionskultur:

1) man stellt 2 Sätze "zur Diskussion"
2) man gibt seine eigene Meinung dazu gleich kund
3) man sichert diese Meinung dadurch ab, dass man sich damit in zwar
anonymer, aber "guter" Gesellschaft befinde
4) man bittet um die Meinungen anderer "Sprachfreunde".

Ich schließe daraus, dass du nur deine eigene Meinung bestätigt haben
willst. Und eventuelle Widersacher werden gleich dadurch
eingeschüchtert, dass sie sich ja auf verlorenem Posten befinden. Was
das mit "Diskussion" zu tun haben soll, ist mir nicht ersichtlich; eine
gewisse Diskussionskultur würde sich aber IMHO für einen "Sprachfreund"
ebenso sehr geziemen wie das Wissen um die endliche Dehnbarkeit der
deutschen Syntax.

Christian


Michael Baumgartner

unread,
Feb 14, 2003, 1:03:30 PM2/14/03
to
Karl Karn schrieb:

[Der Beispielsatz]


>Aber als Politik der Generation,
> die antrat,
> Staat und Gesellschaft zu reformieren,
> die falsche Harmonie verachtet
> und Konfliktfähigkeit und -bereitschaft verlangt hat,
> die Phrasen und Posen verspottet hat,
> die Ehrlichkeit gefordert,
> sich der eigenen Ehrlichkeit gerühmt
> und Politik überhaupt unter hohen moralischen
> Anspruch gestellt hat,
>ist es kläglich.

^ ^ ^
HS NS1 NS2

[2. Beispielsatz gesnippt, da noch einfacher strukturiert]


>Beim Lesen jedes einzelnen dieser beiden Sätze geht mir fast die Luft
>aus,
> weil ich durch den Text bis zum Ende des Satzes hecheln muss,
> um dort endlich an die Satzaussage zu gelangen und zu
> erfahren,
> dass es "kläglich ist" oder dass es "mühelos war".

^ ^ ^ ^
HS NS1 NS2 NS3


>Wie meinen andere Sprachfreunde?

Dein eigener Satz ist komplizierter gebaut als die beiden Beispielsätze,
die Du monierst. So ist die deutsche Sprache nun einmal...

Gruß, Michael

Ralf Heinrich Arning

unread,
Feb 14, 2003, 1:38:29 PM2/14/03
to
Karl Karn <verein....@t-online.de> wrote:

Zunächst:
Lange Sätze sind vollkommen üblich und verständlich. Sie sind auch in
der frei gesprochenen Sprache gängig.

Die Kritik an Bandwurm- und Schachtelsätzen ist unter Umständen aber
doch gerechtfertigt.
In geschriebenen Texten fehlen oft Betonungshinweise, die beim Lesen
nachvollziehen lassen, was einem beim Hören das Verständnis ermöglicht.
Wenn man dem nicht z. B. mit Kursivschrift abhelfen will, muß man
umformulieren.
Geschriebene Texte entstehen oft nicht linear, sondern werden gebastelt.
In the age of copy and paste hat das sicher noch zugenommen.
In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, dasselbe in zwei, drei kürzeren
Sätzen zu sagen.

Umgekehrt sind kurze Sätze häufig schlechter, weil sie den Gedanken
zerhacken können. Das wirkt sich beim Hören noch schlimmer aus.

Nun zu den obigen Beispielen: Du zeigst in der Beschreibung Deines
Problems an, warum der Autor es richtig gemacht hat. Er stellt die
Ansprüche neben das klägliche Ergebnis, den Aktionismus neben dessen
geringen Anforderungen. Er demonstriert die Aufgeblasenheit, die am Ende
lächerlich ist. Das ist der Witz.

Ich lese lieber einen Satz zweimal oder dreimal, wenn denn etwas drin
steht, als die nach den Regeln mancher Stilbücher schön formulierten
Artikel, die bei mir den schalen Nachgeschmack hinterlassen, daß so
etwas als Besinnungsaufsatz im achten Schuljahr durchgehen kann.

Ralf

Ralf Heinrich Arning

unread,
Feb 14, 2003, 1:47:13 PM2/14/03
to
Christian Seidl <se...@indoger.unizh.ch> wrote:

> Ich schließe daraus, dass du nur deine eigene Meinung bestätigt haben
> willst. Und eventuelle Widersacher werden gleich dadurch
> eingeschüchtert, dass sie sich ja auf verlorenem Posten befinden.

Du unterschätzt den Widerspruchsgeist in dieser Gruppe.

Ralf

Matthias Opatz

unread,
Feb 14, 2003, 1:51:46 PM2/14/03
to
Christian Seidl schrieb:

> Interessanter als die beiden Monstren, über die du dich so echauffierst,
> deucht mich die Art und Weise deiner Diskussionskultur:
>
> 1) man stellt 2 Sätze "zur Diskussion"
> 2) man gibt seine eigene Meinung dazu gleich kund

Beides ist in dieser Gruppe üblich. Was spricht dagegen?



> 3) man sichert diese Meinung dadurch ab, dass man sich damit in zwar
> anonymer, aber "guter" Gesellschaft befinde

Davon abgesehen, dass ich nicht weiß, was an Wolf Schneider anonym
ist, *dies* ist in der Tat ein Wink mit der Keule. Sollte aber
"Sprachfreunde" mit Rückgrat nicht von Widerspruch abhalten.

> 4) man bittet um die Meinungen anderer "Sprachfreunde".
>
> Ich schließe daraus, dass du nur deine eigene Meinung bestätigt haben
> willst.

Mag sein. Das ist Karl aber in der Vergangenheit nicht immer gelungen.

Christian Seidl

unread,
Feb 14, 2003, 2:32:26 PM2/14/03
to

Ralf Heinrich Arning schrieb:

Wie könnte ich!! Aber ob das Martin Rost auch tut?

Ch.


Armin Saam

unread,
Feb 14, 2003, 3:34:28 PM2/14/03
to

"Karl Karn" <verein....@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:b2j8js$5mv$00$1...@news.t-online.com...
========================================================
[...]
> (48 Wörter, 309 Zeichen)

> (64 Wörter, 481 Zeichen)
> =======================================================
> Beim Lesen jedes einzelnen dieser beiden Sätze geht mir fast die Luft
> aus, weil ich durch den Text bis zum Ende des Satzes hecheln muss, um
> dort endlich an die Satzaussage zu gelangen und zu erfahren, dass es
> "kläglich ist" oder dass es "mühelos war".
>
> Mit meiner Kritik befinde ich mich übrigens in guter Gesellschaft:
> Wolf Schneider.
>
> Wie meinen andere Sprachfreunde?

Du hast recht, Wolf Schneider natürlich erst recht, und dennoch setze ich
dagegen: Man kann einen Satz nicht nach der Anzahl der Wörter bewerten.
Großen Schriftstellern gelingt es, auch überlange Sätze zu konstruieren, die
wahre Kunstwerke sind. Als Beleg ein Satz mit 204 Wörtern: Es stammt von
Günther Anders, und er ist einer von vielen Gründen, weshalb ich Anders für
seine Sprachkunst bewundere.

"Nur wer jemals von einer Geliebten einen Brief erhalten hat, von dessen
Verständnis und dessen sofortiger Beantwortung alles abhing; aber seine
acht, mit wilden Kolonnen bedeckten, Seiten blieben unentzifferbar, und
nichts war zu erkennen außer den hektisch dreifachen Unterstreichungen, den
an rätselhaften Stellen eingerahmten Ausrufezeichen und den ominös im Nichts
hängenden Frageschnörkeln; nur wer je einen solchen Brief erhalten und die
Nacht über ihm verbracht hat; und am nächsten Morgen von neuem anfing und
ihn auswendig wußte, aber nur sein Bild; nur wem es am dritten Tag geschehen
ist, daß plötzlich drei Wörter dastanden, deutlich wie drei nackte Männer,
und es war unbegreiflich, was sie zuvor verhüllt hatte; nur wer je eine
solche Erleuchtung erlebt hat und einen solchen Betrug: denn die drei
Wörter, die dastanden wie nackte Männer, hießen nur 'zwar' und 'sehr' und
'gewesen', und zusammen ergaben sie nichts und hatten sich nur zum Hohne
aufgedeckt und ohne die geringsten Anstalten zu machen, auch auf ihre
Nachbarwörter Licht fallen zu lassen; und am nächsten Morgen waren auch sie
wieder verschwunden, und selbst die Stellen waren unauffindbar, an denen sie
aufgeschienen waren - nur wer je einen solchen Brief erhalten hat, der weiß,
was es bedeutet, zu jung mit philosophischer Lektüre angefangen zu haben."

Ich bin wie Du Freund kurzer Sätze. Aber ich bewerte Sätze nicht nur nach
ihrer Länge, sondern danach, ob ihre Länge verträglich ist mit der Spannung,
die sie erzeugen und die ihre Länge erst rechtfertigt.

Günther Anders hätte hier gar keinen kurzen Satz schreiben können!

Gruß
Armin Saam


Claudia Bartsch

unread,
Feb 14, 2003, 5:11:57 PM2/14/03
to

Armin Saam wrote:

Wobei der hier schon sehr getrickst hat. Semikolon und Doppelpunkt sind
sehr stark gliedernd. Jedenfalls mehr, als wenn da nur Kommas ständen.

-c-

Armin Saam

unread,
Feb 14, 2003, 6:17:58 PM2/14/03
to

"Claudia Bartsch" <cabah...@compuserve.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3E4D69AD...@compuserve.de...


Du hast recht. Es ging mir ja nicht darum, hier einen Rekord an Satzlänge
dem staunenden Leser darzubieten, sondern einzig und allein um die These:
Lange Sätze sind nicht immer eine sprachliche Verfehlung. Sie sind, in
Meisterhand, hohe Kunst.

Armin


Christian Seidl

unread,
Feb 14, 2003, 6:35:14 PM2/14/03
to

Armin Saam schrieb:

>
> Du hast recht. Es ging mir ja nicht darum, hier einen Rekord an Satzlänge
> dem staunenden Leser darzubieten, sondern einzig und allein um die These:
> Lange Sätze sind nicht immer eine sprachliche Verfehlung. Sie sind, in
> Meisterhand, hohe Kunst.

Ketzerische Frage: Warum ist dieser Satz von Günther Anders Kunst?

Christian


Sebastian Koppehel

unread,
Feb 14, 2003, 10:03:52 PM2/14/03
to
Karl Karn schrieb:

> Servus, ich möchte einmal etwas anderes zur Diskussion stellen

Ist ja auch blöd, immer das gleiche zu diskutieren :-)

Zum Thema Schachtelsätze im weitesten Sinne habe ich übrigens
folgendes in Ludwig Reiners' bekannter "Stilfibel" gefunden:

"Die schönste Klemmkonstruktion ist der stattliche Satz: Hinsichtlich
des durch die von den bei der in der neben dem Forsthaus gelegenen
einsamen Waldhütte begangenen Körperverletzung angetrunkenen
Raufbrüdern Zerreißung von Wäschestücken entstandenen Schadens wird
der Anzeigende auf den Weg der Zivilklage verwiesen."

Der Satz ist in Wirklichkeit totaler Nonsens. Anscheinend ist das
Reiners nicht aufgefallen - so schlecht ich mir das vorstellen kann -
denn er fährt fort:

"Um diese Klemmkonstruktion zu verstehen, muß man sie treppenförmig
aufschreiben und dann die beiden Treppen abwechselnd lesen:

Hinsichtlich des entstandenen Schadens
durch die Zerreißung von Wäschestücken
von den angetrunkenen Raufbrüdern
bei der begangenen Körpererletzung
in der einsamen Waldhütte
neben dem Forsthaus gelegenen"

Nicht sehr hilfreich, oder übersehe ich hier irgendwas?

- Sebastian

Sebastian Koppehel

unread,
Feb 14, 2003, 10:05:43 PM2/14/03
to
Christian Seidl schrieb:

Weil er kein Kitsch ist?

- Sebastian

Andreas Impekoven

unread,
Feb 14, 2003, 11:19:00 PM2/14/03
to
Sebastian Koppehel schrieb:

> Zum Thema Schachtelsätze im weitesten Sinne habe ich übrigens
> folgendes in Ludwig Reiners' bekannter "Stilfibel" gefunden:
>
> "Die schönste Klemmkonstruktion ist der stattliche Satz: Hinsichtlich
> des durch die von den bei der in der neben dem Forsthaus gelegenen
> einsamen Waldhütte begangenen Körperverletzung angetrunkenen
> Raufbrüdern Zerreißung von Wäschestücken entstandenen Schadens wird
> der Anzeigende auf den Weg der Zivilklage verwiesen."
>
> Der Satz ist in Wirklichkeit totaler Nonsens.

Hmm, ....... hinsichtlich der in juristischen Schriftsätzen und
Entscheidungen anzutreffenden Satzkonstruktionen solltest Du vielleicht
öfters dsrm lesen ;)

> Anscheinend ist das
> Reiners nicht aufgefallen - so schlecht ich mir das vorstellen kann -
> denn er fährt fort:
>
> "Um diese Klemmkonstruktion zu verstehen, muß man sie treppenförmig
> aufschreiben und dann die beiden Treppen abwechselnd lesen:

Hinsichtlich des entstandenen Schadens
durch die Zerreißung von Wäschestücken
von den angetrunkenen Raufbrüdern
bei der begangenen Körpererletzung

in der neben dem Forsthaus gelegenen einsamen Waldhütte

> Nicht sehr hilfreich, oder übersehe ich hier irgendwas?

Es mag sein, daß ich vorbelastet bin, aber dies scheint doch
offensichtlich:

Die Staatsanwaltschaft hat, nachdem sich zwei angetrunkene Streithansel in
der neben dem Forsthaus gelegenen einsamen Waldhütte gepügelt hatten, auf
die Anzeige des einen hin, der andere habe seine Wäsche zerrissen, das
Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen § 223 StGB
(Körperverletzung) gemäß § 170 II StPO eingestellt (und die
Sachbeschädigung wohl gleich mit), und den Anzeigeerstatter auf den
Zivilrechtsweg, also die Schadensersatzklage, gestützt auf § 823 II BGB,
verwiesen und damit auch die Einleitung eines strafrechtlichen
Adhäsionsverfahrens (Verfolgung zivilrechtlicher Ansprüche des Opfers
gegen den Täter im Strafverfahren) abgelehnt, nach dem Motto: Wenn ich
nicht will, daß ich was tu, dann leit' ichs einem andern zu. (phon.dicht.)

Grüße An*;)*dreas, zur Kenntnisnahme nach dsrm, F'up desd

--
Wenn in einem Text eine bestimmte Information übersehen wird, weil
die Leute sich den Text nicht durchlesen, dann kann man diesem
Problem nicht dadurch abhelfen, daß man noch mehr Text schreibt.
Rolf Krahl in d.a.n.g

Martin Braun

unread,
Feb 15, 2003, 1:29:51 AM2/15/03
to
"Armin Saam" <sa...@fh-koblenz.de> schrieb im Newsbeitrag
news:b2jje4$rke$1...@news.uni-koblenz.de...

> Großen Schriftstellern gelingt es, auch überlange Sätze zu konstruieren,

> die wahre Kunstwerke sind. Als Beleg ein Satz mit 204 Wörtern.

Das sind mindestens acht ganze und fünf unvollständige Sätze, - letztere die
Relativsatzvariationen für den Hauptsatz 'Er weiß es'.

> Es stammt von
> Günther Anders, und er ist einer von vielen Gründen, weshalb ich Anders
> für seine Sprachkunst bewundere.

Der Autor wollte offenbar die Unverständlichkeit des Briefes der Geliebten
auch formal zum Ausdruck bringen. Es handelt sich um Übereinstimmung von
Form und Inhalt. Mit Sprachkunst hat das wenig zu tun.

> Günther Anders hätte hier gar keinen kurzen Satz schreiben können!

"Große Schriftsteller" schon.

Grüße,
Martin

Martin Braun

unread,
Feb 15, 2003, 1:49:57 AM2/15/03
to
"Karl Karn" <verein....@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:b2j8js$5mv$00$1...@news.t-online.com...

> Servus, ich möchte einmal etwas anderes zur Diskussion stellen und


> werfe deshalb Steine ins Wasser:

Hm, die Sätze sind die Steine und die Gruppe ist wohl das Wasser. Sollen wir
jetzt Wellen schlagen oder die Steine einfach untergehen lassen?

> Beim Lesen jedes einzelnen dieser beiden Sätze geht mir fast die Luft
> aus, weil ich durch den Text bis zum Ende des Satzes hecheln muss, um
> dort endlich an die Satzaussage zu gelangen und zu erfahren, dass es
> "kläglich ist" oder dass es "mühelos war".

Bei deinen Beispielen handelt es sich um keine wirklichen Probleme: Sind ja
nur Aufzählungen. Spätestens bei der zweiten oder dritten weiß man, dass das
Verb erst am Ende kommen wird, und braucht nur noch darauf zu warten.

Schwieriger sind Konstruktionen, die das Kurzzeitgedächtnis überfordern,
sodass vom Hörer bzw. Leser die syntaktischen Relationen nicht mehr
hergestellt werden können. Es kann sich dabei nur um rein schriftlich
konstruierte Sätze handeln. (Beim Sprechen würde man andere Konstruktionen
wählen.) Ein Beispiel dazu hat bereits Sebastian Koppehel in
news:omak2b...@bastisoft.de angeführt. Ein weiteres ist der folgende Satz
(aus dem ersten Semester Sprachwissenschaft):

"Derjenige, der den Täter, der die Tafel, die auf der Brücke, die über den
Fluß, an dem Weg, der nach Worms führt, geht, steht, umgeworfen hat, kennt,
erhält eine Belohnung."

Sofort zu verstehen ist der Satz dagegen in folgender umformulierter Form
mit jeweils vorgezogenem Prädikat:

"Derjenige erhält eine Belohnung, der den Täter kennt, der die Tafel
umgeworfen hat, die auf der Brücke steht, die über den Fluß geht, an dem
Weg, der nach Worms führt."

> Wie meinen andere Sprachfreunde?

Keine Ahnung.

Grüße,
Martin

Heinz Lohmann

unread,
Feb 15, 2003, 5:09:46 AM2/15/03
to
Sebastian Koppehel schrieb:

>Karl Karn schrieb:
>
>> Servus, ich möchte einmal etwas anderes zur Diskussion stellen
>
>Ist ja auch blöd, immer das gleiche zu diskutieren :-)
>
>Zum Thema Schachtelsätze im weitesten Sinne habe ich übrigens
>folgendes in Ludwig Reiners' bekannter "Stilfibel" gefunden:
>
>"Die schönste Klemmkonstruktion ist der stattliche Satz: Hinsichtlich
>des durch die von den bei der in der neben dem Forsthaus gelegenen
>einsamen Waldhütte begangenen Körperverletzung angetrunkenen
>Raufbrüdern Zerreißung von Wäschestücken entstandenen Schadens wird
>der Anzeigende auf den Weg der Zivilklage verwiesen."
>

Das ist IMHO ein schönes Beispiel für Korksdeutsch, aber kein
Schachtelsatz, da die Nebensätze fehlen.

Ein schönes Beispiel ist folgendes von Morgenstern:

[…]
„Es darf also getrost, was auch von allen, deren Sinne, weil sie unter
Sternen, die, wie der Dichter sagt: ‚zu dörren statt zu leuchten‘
geschaffen sind, geboren sind, vertrocknet sind, behauptet wird,
enthauptet werden, daß hier einem sozumaßen und im Sinne der Zeit,
dieselbe im Negativen als Hydra betrachtet, hydratherapeutischen Moment
ersten Ranges – immer angesichts dessen, daß, wie oben, keine mit
Rosenfingern den springenden Punkt ihrer schlechthin unvoreingenommen
Hoffnung auf eine, sagen wir schwansinnige oder wesenzielle Erweiterung
des natürlichen Stoffgebietes zusamt mit der Freiheit des Individuums
vor dem Gesetz ihrer Volksseele zu verraten sich zu entbrechen den Mut,
was sage ich, die Verruchtheit haben wird, einem Moment, wie ihm im
Handel, Wandel, Kunst und Wissenschaft allüberall dieselbe Erscheinung,
dieselbe Tendenz den Arm bieten und welchen bei allem, ja vielleicht
eben trotz allem, als ein mehr oder minder modulationsfähiger Ausdruck
einer ganz bestimmten und im weitesten Verfolge exzösen
Weltaufasserraumwortkindundkunstanschauung kaum mehr zu unterschlagen
versucht werden zu wollen vermag – gegenübergestanden und beigewohnt
werden zu dürfen gelten lassen zu müssen sein möchte.“

Dr. Gundula Müller
Köpenick/Athen
Im Schaltmonat A.D.MDCCCCCVIII

--
mfg
Heinz Lohmann
Tanshui, Taiwan
25.13N 121.29E

--
Well, art is art, isn't it? Still, on the other hand, water is water!
And east is east and west is west and if you take cranberries and stew
them like applesauce they taste much more like prunes than rhubarb
does. Now, uh... Now you tell me what you know.
- Groucho Marx

Meno Sellschopp

unread,
Feb 15, 2003, 5:10:05 AM2/15/03
to
Christian Seidl schreibt u.a.:

> Ketzerische Frage: Warum ist dieser Satz von
> Günther Anders Kunst?

Wegen der Symbolik: 3 nackte Männer in 1 Brief,
und ausgerechnet von der Geliebten - da kann sich
doch nu wirklich fast jeder was bei denken! Und
weil der Satz so lang ist, hat man auch schön viel
Zeit, sich das vorzustellen.

--
Meno

Michael Baumgartner

unread,
Feb 15, 2003, 7:33:18 AM2/15/03
to
Martin Gerdes schrieb:

>Entschlüßlung

Ich bin wahrlich kein Freund der NRS, aber die Regelung der
ss/ß-Schreibung in der ARS ist doch etwas gaga: Entschlüsselung aber
Entschlüßlung.

Gruß, Michael

Tassilo Halbritter

unread,
Feb 15, 2003, 8:37:37 AM2/15/03
to
In article <b2l3lb$1e4v78$1...@ID-24646.news.dfncis.de>, Heinz Lohmann
<URL:mailto:Lohman...@web.de> wrote:

> Dr. Gundula Müller
> Köpenick/Athen
> Im Schaltmonat A.D.MDCCCCCVIII

> ^^^^^^^^^^^
>

2008 ist zwar ein Schaltjahr aber es kommt erst in 5 Jahren ....


--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Die Politik beruht darauf, daß man den Depperten
| | | |_| | nicht sagt, daß sie deppert sind, weil sie einen
| | | _ | sonst nicht wählen würden." (Georg A. Siegl)
|_|a |_| |_|a

Sebastian Wilde

unread,
Feb 15, 2003, 9:07:15 AM2/15/03
to
nun, viellicht denken manche menschen, dass sie durch das verschachteln
einen höheren grad an intelligenz gewinnen. ich persönlich finde, dass man
durch knappe aussagen bzw. sätze eine größere wirkung erreichen kann.


"Karl Karn" <verein....@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:b2j8js$5mv$00$1...@news.t-online.com...
>

Astrid Schleicher

unread,
Feb 15, 2003, 9:11:58 AM2/15/03
to
Sebastian Koppehel schrieb:

>Der Satz ist in Wirklichkeit totaler Nonsens. Anscheinend ist das
>Reiners nicht aufgefallen - so schlecht ich mir das vorstellen kann -
>denn er fährt fort:
>
>"Um diese Klemmkonstruktion zu verstehen, muß man sie treppenförmig
>aufschreiben und dann die beiden Treppen abwechselnd lesen:
>
> Hinsichtlich des entstandenen Schadens
> durch die Zerreißung von Wäschestücken
> von den angetrunkenen Raufbrüdern
> bei der begangenen Körpererletzung
> in der einsamen Waldhütte
> neben dem Forsthaus gelegenen"
>
>Nicht sehr hilfreich, oder übersehe ich hier irgendwas?

Nicht abwechselnd lesen, sondern gewissenmaßen aufhäkeln: Wenn Du in
der vorletzten Zeile anfängst, nimmst Du die letzte auf, in der
darüber das Aufgehäkelte (das zum Teil schon vergessen werden kann...)
und so weiter. Oder so ähnlich. :-)

Liebe Grüße
Astrid

Sebastian Koppehel

unread,
Feb 15, 2003, 9:53:56 AM2/15/03
to
Astrid Schleicher schrieb:

Mach mal.

- Sebastian

Volker Gringmuth

unread,
Feb 15, 2003, 10:18:44 AM2/15/03
to
Martin Gerdes (martin...@gmx.de) wrote:

> Es wäre dennoch kein Schaden, wenn selbst Juristen verständlich
> schrieben.

Bist du verrückt?

Das machte ja sämtliche juristischen Kommentare und einen Großteil der
L überflüssig.

Haben wir noch nicht genug Arbeitslose?


vG

--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Wellen sind auch Teilchen und Teilchen sind auch Wellen. Ausnahmen gibt es beim
Bäcker, wo Donauwellen nicht als Donauteilchen gelten und Puddingteilchen nie
als Puddingwellen verkauft würden." (Frank Feger in de.sci.astronomie)

Volker Gringmuth

unread,
Feb 15, 2003, 10:23:53 AM2/15/03
to
Michael Baumgartner (michael...@hotmail.com) wrote:

Die Regelung ist ganz klar:

- "ss" steht nur zwischen zwei Vokalen, und zwar genau dann, wenn der
vorangehende kurz ist.

- In allen anderen Fällen steht "ß" (sofern nicht sowieso ein einfaches
"s" steht).


vG

--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

"Ein Fahrer eines weißen Kleintransporters mit einem rosa Buchstaben drauf be-
hauptete allen Ernstes, die Straßenbahn würde nicht durch sein Fahrzeug behin-
dert, da sie über das zweite Gleis ausweichen könne." (Tobias Nicht in debs)

Heinz Lohmann

unread,
Feb 15, 2003, 9:06:54 PM2/15/03
to
Tassilo Halbritter schrieb:

>In article <b2l3lb$1e4v78$1...@ID-24646.news.dfncis.de>, Heinz Lohmann
><URL:mailto:Lohman...@web.de> wrote:
>
>> Dr. Gundula Müller
>> Köpenick/Athen
>> Im Schaltmonat A.D.MDCCCCCVIII
>> ^^^^^^^^^^^
>>
>
>2008 ist zwar ein Schaltjahr aber es kommt erst in 5 Jahren ....

Der Originaltext ist noch viel älter!

--
mfg
Heinz Lohmann
Tanshui, Taiwan
25.13N 121.29E

"Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana."
- Groucho Marx

Sebastian Koppehel

unread,
Feb 16, 2003, 10:15:24 AM2/16/03
to
Volker Gringmuth schrieb:

> Martin Gerdes (martin...@gmx.de) wrote:
>
>> Es wäre dennoch kein Schaden, wenn selbst Juristen verständlich
>> schrieben.
>
> Bist du verrückt?
>
> Das machte ja sämtliche juristischen Kommentare und einen Großteil der
> L überflüssig.

Wohl kaum.

- Sebastian

Andreas Impekoven

unread,
Feb 16, 2003, 5:21:34 PM2/16/03
to
Martin Gerdes schrieb:
> Andreas Impekoven <Andreas....@gmx.li> schrieb:

>>Es mag sein, daß ich vorbelastet bin,
>
> Das mag sein. YA schließlich ...

Ich gestehe ja...

> Es wäre dennoch kein Schaden, wenn selbst Juristen verständlich
> schrieben.

...und gebe mir demütige Mühe.

Grüße An;)dreas

--
"Du hältst die ZPO wohl für bescheuert ;-)"
"Nö. (Eigentlich doch.)"

Christian E. Naundorf und Oliver Much in dsrm

G.O.Tuhls

unread,
Feb 17, 2003, 4:35:47 AM2/17/03
to
ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) wrote

Einspruch! Verständliches Formulieren in Gesetzestexten und bei
Gericht hätte tatsächlich enorme Arbeitsplatzverluste zur Folge.
Schließlich ist doch die ganze Juristerei ein einziges
Arbeitsbeschaffungsprogramm.

Gruß
G.O.

Michael J

unread,
Feb 17, 2003, 7:23:09 AM2/17/03
to
"Sebastian Koppehel" <ba...@bastisoft.de> schrieb im Newsbeitrag
news:omak2b...@bastisoft.de...

> Hinsichtlich des entstandenen Schadens
> durch die Zerreißung von Wäschestücken
> von den angetrunkenen Raufbrüdern
> bei der begangenen Körpererletzung
> in der einsamen Waldhütte
> neben dem Forsthaus gelegenen"
>
> Nicht sehr hilfreich, oder übersehe ich hier irgendwas?

Du hast dich nicht irreführen lassen und bist scharfsinnig über das Fehlen
eines Verbs wie "verursachte" nach "Raufbrüdern" gestolpert. Außer Dir hat
das offenbar noch keiner bemerkt.

Gratulation!
M


Andreas Impekoven

unread,
Feb 17, 2003, 10:28:45 AM2/17/03
to
Michael J schrieb:

Hinsichtlich des durch die Zerreißung von Wäschestücken von den
angetrunkenen Raufbrüdern (lies: _durch_ die angetrunkenen Raufbüder)
entstandenen Schadens...


Grüße Andreas

--
"Ich hab nicht meinen Realnamenfilter in meinen Hamster reinoperiert, damit
Fullquottel hinterrücks um ihn herumschleichen und den ganzen Scheiss ans
Laufrad tapezieren." Björn Schreiber in de.c.tv+v

Sebastian Koppehel

unread,
Feb 17, 2003, 11:50:40 AM2/17/03
to
G.O.Tuhls schrieb:

> ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) wrote
>> Volker Gringmuth schrieb:
>> > Martin Gerdes (martin...@gmx.de) wrote:
>> > > Es wäre dennoch kein Schaden, wenn selbst Juristen verständlich
>> > > schrieben.
>> > Bist du verrückt?
>> > Das machte ja sämtliche juristischen Kommentare und einen Großteil der
>> > L überflüssig.
>> Wohl kaum.
>
> Einspruch! Verständliches Formulieren in Gesetzestexten und bei
> Gericht hätte tatsächlich enorme Arbeitsplatzverluste zur Folge.

Das ist kein Einspruch gegen meine Bemerkung, sondern eine ungebetene
Stammtischparole.

- Sebastian

--
Aber diese ganzen Erfolge haben sie nicht davon abgehalten, ihr Ziel aus
den Augen zu verlieren.

(Moderator C. Spengemann bei DSDS)

Hauke Moeller

unread,
Feb 17, 2003, 3:38:23 PM2/17/03
to
["Die schönste Klemmkonstruktion ist der stattliche Satz: Hinsichtlich

des durch die von den bei der in der neben dem Forsthaus gelegenen
einsamen Waldhütte begangenen Körperverletzung angetrunkenen
Raufbrüdern Zerreißung von Wäschestücken entstandenen Schadens wird
der Anzeigende auf den Weg der Zivilklage verwiesen."]


Andreas Impekoven <i...@jur-seminare.de>:

> Michael J schrieb:

>> Du hast dich nicht irreführen lassen und bist scharfsinnig über das
>> Fehlen eines Verbs wie "verursachte" nach "Raufbrüdern" gestolpert.
>> Außer Dir hat das offenbar noch keiner bemerkt.

> Hinsichtlich des durch die Zerreißung von Wäschestücken von den
> angetrunkenen Raufbrüdern (lies: _durch_ die angetrunkenen Raufbüder)
> entstandenen Schadens...

Dieser Satz steckt in dem Konstrukt aber nicht drin. Bauen wir mal
Schritt für Schritt:

(1) Hinsichtlich des (...) Schadens wird der Anzeigende auf den Weg
der Zivilklage verwiesen.

(2) Hinsichtlich des durch die (...) Zerreißung von Wäschestücken


entstandenen Schadens wird der Anzeigende auf den Weg der Zivilklage
verwiesen.

(3) Hinsichtlich des durch die von den (...) angetrunkenen Raufbrüdern


Zerreißung von Wäschestücken entstandenen Schadens wird der Anzeigende

auf den Weg der Zivilklage verwiesen. *MÖÖP*

Der Satzteil "von den angetrunkenen Raufbrüdern" steht, verglichen mit
Deinem Vorschlag oben, an der falschen Stelle. Reparieren wir diesen Satz
in Deinem Sinne, so erhalten wir:

(3a) Hinsichtlich des durch die (...) Zerreißung von Wäschestücken
[von den (...) angetrunkenen Raufbrüdern] entstandenen Schadens wird


der Anzeigende auf den Weg der Zivilklage verwiesen.

Nach der Reparatur gibt es zwei Positionen, in die der nächste
Satzteil eingebaut werden könnte:

(4a) Hinsichtlich des durch die bei der (...) Körperverletzung
Zerreißung von Wäschestücken [von den angetrunkenen Raufbrüdern]


entstandenen Schadens wird der Anzeigende auf den Weg der Zivilklage

verwiesen. *MÖÖP*

(4b) Hinsichtlich des durch die Zerreißung von Wäschestücken [von den
bei der (...) Körperverletzung angetrunkenen Raufbrüdern] entstandenen


Schadens wird der Anzeigende auf den Weg der Zivilklage verwiesen.

So paßt der Satz zusammenen, hat aber eine andere Bedeutung als von
Dir wohl gedacht: Die ganze Körperverletzungsgeschichte dient nur noch
dazu, die Raufbolde näher zu beschreiben, und hat mit den zerrissenen
Wäschestücken ansonsten nichts zu tun. Ist das gemeint?
Vielleicht. Andernfalls werden weitere Umstellungen nötig, um den
gewünschten Sinn zu erreichen.

Der Satz ganz oben ist nicht nur grammatikalisch falsch; man kann ihm
auch nicht eindeutig entnehmen, welche Bedeutung er eigentlich haben
sollte. Insofern hat ihn Sebastian mit "totaler Nonsens" recht
treffend bezeichnet.

Hauke

Andreas Impekoven

unread,
Feb 17, 2003, 8:11:22 PM2/17/03
to
Hauke Moeller schrieb:


> ["Die schönste Klemmkonstruktion ist der stattliche Satz: Hinsichtlich
> des durch die von den bei der in der neben dem Forsthaus gelegenen
> einsamen Waldhütte begangenen Körperverletzung angetrunkenen
> Raufbrüdern Zerreißung von Wäschestücken entstandenen Schadens wird
> der Anzeigende auf den Weg der Zivilklage verwiesen."]
>
>
> Andreas Impekoven <i...@jur-seminare.de>:

>> Hinsichtlich des durch die Zerreißung von Wäschestücken von den


>> angetrunkenen Raufbrüdern (lies: _durch_ die angetrunkenen Raufbüder)
>> entstandenen Schadens...
>
> Dieser Satz steckt in dem Konstrukt aber nicht drin. Bauen wir mal
> Schritt für Schritt:
>

> (1) ...
> (2) ...


>
> (3) Hinsichtlich des durch die von den (...) angetrunkenen Raufbrüdern
> Zerreißung von Wäschestücken entstandenen Schadens wird der Anzeigende
> auf den Weg der Zivilklage verwiesen. *MÖÖP*

Jetzt verstehe ich.

> Der Satzteil "von den angetrunkenen Raufbrüdern" steht, verglichen mit
> Deinem Vorschlag oben, an der falschen Stelle. Reparieren wir diesen
> Satz in Deinem Sinne, so erhalten wir:
>
> (3a) Hinsichtlich des durch die (...) Zerreißung von Wäschestücken
> [von den (...) angetrunkenen Raufbrüdern] entstandenen Schadens wird
> der Anzeigende auf den Weg der Zivilklage verwiesen.
>
> Nach der Reparatur gibt es zwei Positionen, in die der nächste
> Satzteil eingebaut werden könnte:
>

> (4a) ...


>
> (4b) Hinsichtlich des durch die Zerreißung von Wäschestücken [von den
> bei der (...) Körperverletzung angetrunkenen Raufbrüdern] entstandenen
> Schadens wird der Anzeigende auf den Weg der Zivilklage verwiesen.
>
> So paßt der Satz zusammenen, hat aber eine andere Bedeutung als von
> Dir wohl gedacht: Die ganze Körperverletzungsgeschichte dient nur noch
> dazu, die Raufbolde näher zu beschreiben, und hat mit den zerrissenen
> Wäschestücken ansonsten nichts zu tun. Ist das gemeint?

Tja, die Körperverletzungsgeschichte ist für den Verweis auf den
Zivilrechtsweg eigentlich irrelevant, da es insoweit nur um den Ersatz der
Sachschäden gehen kann.

Das ganze Konstrukt mit seiner Beschreibung kann also sinnvollerweise nur
dazu dienen, die Verfolgung dieser Schadensersatzposition (zerissene
Wäsche) von anderen durch nähere Bezeichnung abzugrenzen, welche im
Strafverfahren weiter behandelt wurden, wenn nämlich bspw. die Raufbolde
noch -bevor sie betrunken waren- eine eine Fensterscheibe der Waldhütte
eingeworfen und später -schon betrunken- das Forsthaus angezündet hätten.

Es wäre dann ein Folgesatz etwa in der Art zu erwarten: "Hinsichtlich der
im Adhäsionsverfahren gem. §§ 403 ff. StPO geltend gemachten weiteren
Anspüche des Anzeigenerstatters wird für Recht erkannt:

1. Die Raufbrüder werden verurteilt, als Gesamtschuldner an den A
35.000,00 Dübel zu zahlen....

Entscheidungsgründe:

...Die Entscheidung über den Antrag des Oberförsters A auf Ersatz seines
Sachschadens war insoweit gem. § 406 I S.2 StPO[1] zu beschränken, als die
Verfolgung der ursprünglich mitangeklagten Sachbeschädigung bezüglich der
Wächestücke gem. § 154a StPO[2] eingestellt und das Strafverfahren auf die
Verfolgung der Körperverletzung und der Brandstiftung beschränkt wurde."

> Vielleicht. Andernfalls werden weitere Umstellungen nötig, um den
> gewünschten Sinn zu erreichen.
>
> Der Satz ganz oben ist nicht nur grammatikalisch falsch;

Das sehe ich ein.

> man kann ihm
> auch nicht eindeutig entnehmen, welche Bedeutung er eigentlich haben
> sollte.

Gut, den denkbaren Kontext dazu habe ich mir (und jetzt auch hier)
vorgestellt. Ganz aus dem Zusammenhang einer Entscheidung gerissen ist
dieses Kleinod zugegebenermaßen auch nur mit erheblicher Mühe zu retten ;)

> Insofern hat ihn Sebastian mit "totaler Nonsens" recht
> treffend bezeichnet.

Das werde ich aus den dargelegten Gründen immer noch nicht
unterschreiben. ;)

Grüße Andreas

[1] § 154a StPO
(1) Fallen einzelne abtrennbare Teile einer Tat oder einzelne von mehreren
Gesetzesverletzungen, die durch dieselbe Tat begangen worden sind,

1. für die zu erwartende Strafe oder Maßregel der Besserung und
Sicherung
oder
2. neben einer Strafe oder Maßregel der Besserung und Sicherung, die
gegen den Beschuldigten wegen einer anderen Tat rechtskräftig
verhängt worden ist oder die er wegen einer anderen Tat zu erwarten
hat,

nicht beträchtlich ins Gewicht, so kann die Verfolgung auf die übrigen
Teile der Tat oder die übrigen Gesetzesverletzungen beschränkt werden.
...

[2] § 406 StPO
(1) Soweit der Antrag nach dem Ergebnis der Hauptverhandlung begründet
ist, gibt ihm das Gericht im Urteil statt. Die Entscheidung kann sich auf
den Grund oder einen Teil des geltend gemachten Anspruchs beschränken;...
(2)...
(3) Die Entscheidung über den Antrag steht einem im bürgerlichen
Rechtsstreit ergangenen Urteil gleich. Soweit der Anspruch nicht zuerkannt
ist, kann er anderweit geltend gemacht werden. ...
(4) Der Antragsteller erhält eine Abschrift des Urteils mit Gründen oder
einen Auszug daraus.

StPO= Strafprozeßordnung, über www.rechtliches.de

--
Du schreibst ja ganz jungtürkisch-originell und vor allem zu meinen
Gunsten, aber ich lasse mir lieber von Leuten helfen, die ihren Namen
angeben.
Benedikt Hotze in de.alt.fan.aldi

Jens Müller

unread,
Feb 18, 2003, 11:32:03 AM2/18/03
to
"Karl Karn" <verein....@t-online.de> writes:

> Sitzungen sprengen, Lehrveranstaltungen und Gottesdienste
> umfunktionieren, Schüler anpolitisieren, den Wehrdienst verweigern
> oder mit langen Haaren ableisten, Krawatten- und Jackettzwänge
> aufkündigen, Ortsvereine übernehmen, in Parteiämter und -gremien
> aufsteigen, zum Professor ernannt und zum Prorektor oder
> Vizepräsidenten einer Universität gewählt werden, die Diplom- oder
> Doktorarbeit bei Suhrkamp verlegen - die ersten Schritte in die Welt
> des öffentlichen Auftretens, des beruflichen und politischen
> Handelns, waren mühelos.
> (64 Wörter, 481 Zeichen)

Und was daran ist jetzt ein Schachtelsatz.

"Eltern, die ein Kind, das ein Fach, das Informatik heißt, studiert,
haben, freuen sich."

Die Kellermaschine wurde daher auch in DE erfunden.
--
"Warum sollte ich mir 200 Jahre keinen neuen Körper suchen ?" - "Wie soll denn
der Suchvorgang erfolgen? Laeufst Du als weissgewandeter Geist durch den
naechstbesten Aldi und schaust Dir irgendwelche Leute an?" Roland Mösl und
Frank Kuenzel in de.alt.fan.aldi - <aaeohd$8kp$2...@akk3.akk.uni-karlsruhe.de>

G.O.Tuhls

unread,
Feb 19, 2003, 2:45:36 AM2/19/03
to
ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) wrote
> >
> > Einspruch! Verständliches Formulieren in Gesetzestexten und bei
> > Gericht hätte tatsächlich enorme Arbeitsplatzverluste zur Folge.
>
> Das ist kein Einspruch gegen meine Bemerkung, sondern eine ungebetene
> Stammtischparole.

Dann schreib mir mal einen anderen triftigen Grund für die Existenzberechtigung auf.

Gruß
G.O.

Sebastian Koppehel

unread,
Feb 21, 2003, 8:30:13 AM2/21/03
to
G.O.Tuhls schrieb:

Existenzberechtigung von was? Von Gesetzeskommentaren? Schau doch
einfach mal in der nächsten Bibliothek in einen rein, dann wirst du ja
sehen, daß dort kaum Druckerschwärze auf die Erklärung der wörtlichen
Bedeutung des Gesetzestextes verschwendet wird. Es geht da um die
Intention des Gesetzes, Sachfragen, Praxis in der Rechtsprechung,
unterschiedliche Auffassungen ("herrschende Lehre") und und und.

Karl Karn

unread,
Feb 21, 2003, 12:06:25 PM2/21/03
to

Jens Müller schrieb: ...

>Und was daran ist jetzt ein Schachtelsatz.

Deine Frage ist berechtigt. Tatsächlich ist für diesen Satz der
plakative Aufhänger "Schachtelsätze" im Betreff irreführend.
Da ist nämlich ein Lapsus passiert. Und das kam so.

Zunächst hatte ich den anderen Satz eingefügt:


===================================================
Aber als Politik der Generation, die antrat, Staat und Gesellschaft
zu reformieren, die falsche Harmonie verachtet und Konfliktfähigkeit
und -bereitschaft verlangt hat, die Phrasen und Posen verspottet hat,
die Ehrlichkeit gefordert, sich der eigenen Ehrlichkeit gerühmt und
Politik überhaupt unter hohen moralischen Anspruch gestellt hat,
ist es kläglich

====================================================
Dazu nahm ich den Aufhänger "Schachtelsätze". Zwar ist in diesem
Satz nur wenig verschachtelt, aber immerhin. Dann nahm ich den von
Dir zitierten Satz hinzu, aber ohne den Betreff zu berichtigen.
Das möchte ich jetzt nachholen und ersetze "Schachtelsätze" durch
"lange Sätze (Bandwurmsätze)".

Allerdings ist es mir auf die Schachtelsätze oder Bandwurmsätze
selbst gar nicht angekommen. Im Text habe ich ja wohl anschaulich
genug geschildert, warum das Lesen mühevoll war: weil nämlich die
_Satzaussage erst am Ende eines langen Textes erscheint_.

Die beiden zitierten Satzgebilde empfinde ich _ähnlich_ wie eine
_Klemmkonstruktion_, die ja auch im Thread erwähnt worden ist.
Auch dort kommt erst am Ende eines langen Satzes endlich die
Erlösung. ;-)

Noch eine Bemerkung zu den _Schachtelsätzen_. Ich lehne sie gar
nicht grundsätzlich ab. Ich scheue mich auch nicht, einen Satz
ausnahmsweise etwas komplizieter zu bauen - wie dies ja hier auch
einmal angemerkt worden ist. Es kommt halt darauf an, dass die Sätze
_verständlich_ formuliert sind.

Ich benutze die Gelegenheit, allen Usern für ihre Aufmerksamkeit zu
danken. Immerhin war bei diesem Thread die gesamte
crème de la crème versammelt, und das war auch "mal was anderes".

Gruss von
Karl

Jens Müller

unread,
Feb 22, 2003, 3:54:54 PM2/22/03
to
"Karl Karn" <verein....@t-online.de> writes:

> Zunächst hatte ich den anderen Satz eingefügt:
> ===================================================
> Aber als Politik der Generation, die antrat, Staat und Gesellschaft
> zu reformieren, die falsche Harmonie verachtet und Konfliktfähigkeit
> und -bereitschaft verlangt hat, die Phrasen und Posen verspottet hat,
> die Ehrlichkeit gefordert, sich der eigenen Ehrlichkeit gerühmt und
> Politik überhaupt unter hohen moralischen Anspruch gestellt hat,
> ist es kläglich
> ====================================================

[...]


> Allerdings ist es mir auf die Schachtelsätze oder Bandwurmsätze
> selbst gar nicht angekommen. Im Text habe ich ja wohl anschaulich
> genug geschildert, warum das Lesen mühevoll war: weil nämlich die
> _Satzaussage erst am Ende eines langen Textes erscheint_.

Eben.

"Das ist kläglich für die Politik einer Generation ..." ist doch auch
gut.

Und Relativsätze kann man zB auch durchaus hinter das Prädikat schieben.
--
Lottery: A tax on people who are bad at math.

G.O.Tuhls

unread,
Feb 24, 2003, 3:49:33 AM2/24/03
to
ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) wrote
> Existenzberechtigung von was?

Existenzberechtigung der Interpretatoren schlecht formulierter Gesetze
unter der Annahme, es gebe keine schlecht formulierten Gestze.

> Es geht da um die
> Intention des Gesetzes, Sachfragen, Praxis in der Rechtsprechung,
> unterschiedliche Auffassungen ("herrschende Lehre") und und und.

Was du aufzählst, wäre IMHO entbehrlich, wenn nicht ständig Leute an
der Ursprungsformulierung herumdeutelten.
Daher meine These, dass Juristen ihre Notwendigkeit mit ihrer Existenz
begründen.

Gruß
G.O.

Sebastian Koppehel

unread,
Feb 24, 2003, 5:11:09 PM2/24/03
to
G.O.Tuhls schrieb:

> ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) wrote
>> Existenzberechtigung von was?
>
> Existenzberechtigung der Interpretatoren schlecht formulierter Gesetze
> unter der Annahme, es gebe keine schlecht formulierten Gestze.

Entschuldige, warum soll ich sowas angeben? Es geht hier um Kommentare
und Literatur.

>> Es geht da um die
>> Intention des Gesetzes, Sachfragen, Praxis in der Rechtsprechung,
>> unterschiedliche Auffassungen ("herrschende Lehre") und und und.
>
> Was du aufzählst, wäre IMHO entbehrlich, wenn nicht ständig Leute an
> der Ursprungsformulierung herumdeutelten.

Tja, tückische Angewohnheit der Parteien in allen
Rechtsstreitigkeiten, Gesetz und Sachverhalt gerne so in
Übereinstimmung zu bringen, daß für sie oder (bei den Anklagebehörden)
für das Schutzgut der größte Vorteil entsteht. So ist das Leben halt.

Nun gibt es ja in der Tat Gesetze, die umständlich und mit
ungebräuchlichen Ausdrücken formuliert sind. Es gibt aber auch ganz
einfache Sachen, die jedermann sofort versteht. Nehmen wir mal ein
Beispiel aus dem StGB:

| Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht
| wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen,
| wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe
| bestraft.

Nun gut, die "bewegliche Sache" ist bekanntermaßen ein bißchen
tückisch, letztlich aber auch intuitiv ganz gut zu erfassen. Trotzdem
wirst du in einem Strafrechtskommentar etliche Seiten über diesen
Paragraphen lesen können.

Die Vorstellung, welche du offenbar hegst, daß sich alle Probleme des
Justizapparates in Luft auflösen würden, wenn man nur die Gesetze
schön verständlich formulierte, halte ich für lebensfremd. Aber darum
ging es auch nicht, sondern darum, ob bspw. Gesetzeskommentare dadurch
überflüssig würden. Sie werden es aber nicht. Du wirst mir bitte
nachsehen, daß mir die Vorstellung, für deine Räsoniererei über die
Rechtsgelehrsamkeit den Stichwortgeber zu spielen, nicht behagt. Ich
halte mich also an das, was ich geschrieben habe.

- Sebastian

G.O.Tuhls

unread,
Feb 25, 2003, 3:59:35 AM2/25/03
to
ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) wrote
>
> Nun gut, die "bewegliche Sache" ist bekanntermaßen ein bißchen
> tückisch, letztlich aber auch intuitiv ganz gut zu erfassen.

Ach ja? Dann wende sie doch mal bitte auf frei lebendes Wild an und
schon hast du das schönste Paradoxon juristischer Denkweise.
Aber ich glaube, wir kommen hier vom Thema ab; es ging ja um
Schachtelsätze und die Frage, ob Juristen notwendig sind, war nur ein
Nebenaspekt.

Gruß
G.O.

Sebastian Koppehel

unread,
Feb 26, 2003, 5:45:49 PM2/26/03
to
G.O.Tuhls schrieb:

> ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) wrote
>>
>> Nun gut, die "bewegliche Sache" ist bekanntermaßen ein bißchen
>> tückisch, letztlich aber auch intuitiv ganz gut zu erfassen.
>
> Ach ja? Dann wende sie doch mal bitte auf frei lebendes Wild an

<gähn>

> und schon hast du das schönste Paradoxon juristischer Denkweise.

Stimmt doch gar nicht. Im Falle von freilebendem Wild liegt natürlich
kein Diebstahl, sondern Wilderei vor, das weiß doch jedes Kind.

- Sebastian

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