"Die Ische" ist mir ganz entfernt bekannt, könnte mir mal in einem Buch
oder einem Film begegnet sein, aber ich habe das Wort nie jemanden
gebrauchen hören. Der Duden gibt einen hebräisch-jiddischen Ursprung an.
Das Adjektiv "schau" ist mir noch nie untergekommen.
Ist das Wort "Ische" für "Mädchen" heute irgendwo im deutschsprachigen Raum
geläufig?
Was genau ist eine "schaue Ische"? Kann oder konnte man das Adjektiv
"schau" auch mit anderen Wörtern kombinieren, oder ist es idiomatisch mit
"Ische" verbunden?
Thomas Wollermann
Berlin
"Ische" ist jiddisch und kommt vom hebr. ´ischa: "Frau", Luther
übersetzt an einer Stelle "Männin (darum, daß sie vom Manne (hebr.
´isch) genommen ist.
Gruß
Frank
Ich selbst <wolle...@snafu.de> schrieb im Beitrag
<01bdd864$fc6be2e0$LocalHost@default>...
> Ist das Wort "Ische" für "Mädchen" heute irgendwo im deutschsprachigen
Raum
> geläufig?
> Was genau ist eine "schaue Ische"? Kann oder konnte man das Adjektiv
> "schau" auch mit anderen Wörtern kombinieren, oder ist es idiomatisch mit
> "Ische" verbunden?
Ich danke Ralf und Christina, die mich in einer anderen
Newsgroup bzw. durch E-Mail darauf hingewiesen haben, daß "schau"
berlinerisch ist. Christina hat mir versichert, "schaue Ische" bzw. "schau"
als "toll, klasse, geil" in Verbindung mit anderen Wörtern sei in Berliner
Randbezirken, wo Kinder noch richtig berlinern, durchaus verbreitet.
Peinlich, peinlich ... da wälzt man Wörterbücher ... und bräuchte nur vor
die Tür zu gehen.
Naja, aber ich wohne ja auch in der Innenstadt und bin überhaupt kein
echter Berliner.
Thomas Wollermann
Berlin (zugezogen)
In meiner Geburtsstadt Halle/S. ist "Ische" mit dem Pendant "Scheeks"
absolut geläufig.
Wobei die Herkunft des letzteren dunkel ist. (Wer kann aufklären?)
"Schau" kenne ich aus der Berliner (!) Gegend für "schön; toll".
Muß auch literarisch, vermute bei Fallada etc.zu Ehren gekommen sein.
Herzlichst
Wolfram
>Kann oder konnte man das Adjektiv
>"schau" auch mit anderen Wörtern kombinieren, oder ist es idiomatisch mit
>"Ische" verbunden?
Ich denke es ist allgemein üblich für "schön, toll" insbesondere auch wenn
der Grund zur Freude eher überraschend gekommen ist.
>Thomas Wollermann
>Berlin
Da Du aus Berlin schreibst, solltest Du das eigentlich schon gehört haben
....
Ich habe fertig TB
> da wälzt man Wörterbücher
Welche denn?
Bei mir steht:
schau [Adj.] <engl.> Neuwort salopp erstklassig, ausgezeichnet:
(das ist) s.!; unser Lehrer ist s.; unser Ausflug war einfach s.; das,
den finde ich (einfach) s.; seiennfreund finde ich noch viel schauer;
ein s. Film, Hit, Wagen; ich habe zum Geburtstag einen s. Pullover
bekommen; sie hat einen s. Bruder; jmd. macht (einen) auf s. (erregt
absichtlich großes Aufsehen, spielt sich auf)
(Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache, 4. Band, Berlin 1981)
Herzlichst
Wolfram
Wieder jiddisch? "Schickse" für eine nichtjüdische Frau, vom hebr.
schiqqutz, "Greuel, Scheusal", weil es eben dem strenggläubigen
Juden (wie strenggläubigen Anhängern anderer Religionen auch!) ein
Greuel ist, eine Andersgläubige zu heiraten. Die Stelle im AT
müßte ich nachschlagen, vermutlich irgendwo im 3. Buch Mose.
Gruß
Frank
Wolfram Steinacker <Wolfram.S...@t-online.de> schrieb im Beitrag
<6srnnh$bmh$1...@news00.btx.dtag.de>...
> Thomas Wollermann übertrieb nach Kräften und machte womöglich einen auf
> schau:
>
> > da wälzt man Wörterbücher
>
> Welche denn?
>
> Bei mir steht:
> schau [Adj.] <engl.> Neuwort salopp erstklassig, ausgezeichnet:
....jmd. macht (einen) auf s. (erregt
> absichtlich großes Aufsehen, spielt sich auf)
>
> (Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache, 4. Band, Berlin 1981)
>
Hallo Wolfram,
da hast Du vollkommen recht, ich muß wohl Tomaten auf den Augen gehabt
haben, das steht ja sogar im kleinen Rechtschreibduden ("ugs. veraltend"),
das habe ich komplett übersehen. Sonst habe ich hier nur noch "Pekrun, Das
Deutsche Wort" (3. Auflage, 1959, da stehts nicht drin) und das
Duden-Stilwörterbuch von 1934 gecheckt - keine sehr ausgiebige Recherche,
gebe ich zu.
"Einen auf schau machen" - diesen Ausdruck kannte ich schon, aber ich habe
ihn mir immer als "einen auf Show machen" englisch zurechtgelegt.
Vielleicht eine zufällig richtig zielende Fehlinterpretation, denn
"<engl.>" in Deinem Zitat soll doch heißen, daß es eine Neubildung aus dem
Englischen ist?
Übrigens warst Du der erste, der mich auf den berlinerischen Ursprung
aufmerksam gemacht hat - aber anscheinend brauchen Sachen, die über
"t-online" verschickt werden, ca. 24 Stunden bis zu mir.
Vielen Dank an Dich und alle anderen, das nächste Mal schaue ich auch
genauer hin
Thomas
On 5 Sep 1998 00:35:53 GMT, "Thomas Wollermann" <wolle...@snafu.de>
wrote:
>
>"Die Ische" ist mir ganz entfernt bekannt, könnte mir mal in einem Buch
>oder einem Film begegnet sein, aber ich habe das Wort nie jemanden
>gebrauchen hören.
Ich habe das Wort vor ca 25 Jahren mal in einer deutschen Übersetzung
eines Buches von "Jack Kerouac" gelesen. (Taschenbuch)
wurde dort aber klar mit sexistisch abwertendem Unterton gebraucht.
irgendwo zwischen Tussi, Schickse und Hure
war vieleicht auch falsch gebraucht.
HTH
Gruß Klaus
Mir ist es aus Hamburg geläufig.
>> Was genau ist eine "schaue Ische"? Kann oder konnte man das Adjektiv
>> "schau" auch mit anderen Wörtern kombinieren, oder ist es idiomatisch mit
>> "Ische" verbunden?
>
>Ich danke Ralf und Christina, die mich in einer anderen
>Newsgroup bzw. durch E-Mail darauf hingewiesen haben, daß "schau"
>berlinerisch ist. Christina hat mir versichert, "schaue Ische" bzw. "schau"
>als "toll, klasse, geil" in Verbindung mit anderen Wörtern sei in Berliner
>Randbezirken, wo Kinder noch richtig berlinern, durchaus verbreitet.
Das hätte ich jetzt auch geraten, das "schau" als Adjektiv kommt mir
auch entfernt bekannt vor.
--
Best Regards, Dr. Peter Kittel // E-Mail:
Private Site in Frankfurt, Germany \X/ peterk @ combo.ganesha.com
> Wieder jiddisch? "Schickse" für eine nichtjüdische Frau, vom hebr.
> schiqqutz, "Greuel, Scheusal", weil es eben dem strenggläubigen
> Juden (wie strenggläubigen Anhängern anderer Religionen auch!) ein
> Greuel ist, eine Andersgläubige zu heiraten. Die Stelle im AT
> müßte ich nachschlagen, vermutlich irgendwo im 3. Buch Mose.
> > In meiner Geburtsstadt Halle/S. ist "Ische" mit dem Pendant "Scheeks"
> > absolut geläufig.
> > Wobei die Herkunft des letzteren dunkel ist. (Wer kann aufklären?)
Sorry, da muß ich präzisieren.
Danke, Deine obige Erklärung war mir auch soweit geläufig.
Aber: Wir sagten "Ische" zu Mädchen und "Scheeks" zu ihrem männlichen(!)
Pendant, den Jungen.
ischa -> Ische, für ein weibliches Wesen, das mag hinhauen.
schiqqutz -> Schickse als Synonym mit derbem Beiklang ebenfalls.
Aber wieso für einen "Jungen"? Da kriege ich die Ableitung von
"Scheusal- schiqqutz" nicht auf den Schirm. Das war ganz "normaler"
Umgangston, ohne abfälligen Beiklang.
Also diese "lockere" Ableitung leuchtet mir nicht ein.
Kann noch jemand helfen?
Herzlichst
Wolfram
Wolfram Steinacker <Wolfram.S...@t-online.de> schrieb im Beitrag
<6suqmp$591$1...@news00.btx.dtag.de>...
> Aber: Wir sagten "Ische" zu Mädchen und "Scheeks" zu ihrem männlichen(!)
> Pendant, den Jungen.
> ischa -> Ische, für ein weibliches Wesen, das mag hinhauen.
> schiqqutz -> Schickse als Synonym mit derbem Beiklang ebenfalls.
> Aber wieso für einen "Jungen"? Da kriege ich die Ableitung von
> "Scheusal- schiqqutz" nicht auf den Schirm. Das war ganz "normaler"
> Umgangston, ohne abfälligen Beiklang.
>
> Kann noch jemand helfen?
Ja, meine Wenigkeit, begierig die Gelegenheit ergreifend, eine Scharte
auszuwetzen ...
Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 22.
Auflage, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1989:
Schickse, f., vulg. Ursprünglich der westjiddische Ausdruck für ein
Christenmädchen, und im Gegenzug dazu wohl in Sprachformen mit Kontakt zum
Jiddischen 'Judenmädchen'. Andererseits ist das Wort im Rotwelschen zu
'Mädchen, Frauenzimmer' verallgemeinert worden, daraus wohl das abwertende
Schickse 'Flittchen', zuerst in der Studentensprache. Das jiddische Wort
ist eine Femininbildung zu wjidd. Schegez 'Christenbursche', auch
'Schimpfname für einen jüdischen Burschen' (zu hebr. säqäs [diakritische
Zeichen: Bogen über dem ersten 's', Punkt unter dem zweiten]
'Abscheuliches'). Das Femininum hat aber wegen der christlichen
Dienstmädchen in jüdischen Familien eine erheblich größere Rolle gespielt.
Wolf (1985), 280f. (unter Scheeks).
Wolf, S. A.: Wörterbuch des Rotwelschen. Deutsche Gaunersprache. 2.
durchgesehene Aufl. Hamburg 1985
Wer hat das oder kann nachschauen?.
Thomas Wollermann
Berlin
> > Aber: Wir sagten "Ische" zu Mädchen und "Scheeks" zu ihrem männlichen(!)
> > Pendant, den Jungen.
> > ischa -> Ische, für ein weibliches Wesen, das mag hinhauen.
> > schiqqutz -> Schickse als Synonym mit derbem Beiklang ebenfalls.
> > Aber wieso für einen "Jungen"? Da kriege ich die Ableitung von
> > "Scheusal- schiqqutz" nicht auf den Schirm. Das war ganz "normaler"
> > Umgangston, ohne abfälligen Beiklang.
> >
> > Kann noch jemand helfen?
> Snip <
Nun, ich sehe das alles anders. Wenn es sich tatsächlich um ein
junges Paar handelt, dann interpretiere ich es wie folgt:
Der Junge, in diesem Verhältnis, ließe sich mit einem Scheik
(englisch spr. schiek) vergleichen (war zu Valentinos Zeiten immer so).
Das Mädchen an seinem Arm kann also eine iregendwas-ische (z.B.
sächs-ische, usw. - d.h. eine weibliche Person bezeichnende Nachsilbe) sein.
Was denk ihr?
Gruß
--
Richard
Crowthorne Berkshire UK
> Der Junge, in diesem Verhältnis, ließe sich mit einem Scheik
> (englisch spr. schiek) vergleichen (war zu Valentinos Zeiten immer so).
> Das Mädchen an seinem Arm kann also eine iregendwas-ische (z.B.
> sächs-ische, usw. - d.h. eine weibliche Person bezeichnende Nachsilbe) sein.
Vielen Dank, aber bitte nicht mehr weiterspekulieren, lieber Richard.
Englisch ist in Deutschland "jetzt" 'in'. Damals gab es Rotwelsch,
Jiddisch, Argot.
Und da brachte Thomas Wollermann den entscheidenden Tip.
"Schiqqutz" gab es im jiddischen in anderer Vokalisation "schekez" in
der Tat für "'abscheulicher' Christenbengel" als Pendant zum weiblichen
"Schickse".
Und das hat sich halt eingebürgert.
Es gibt im Deutschen also nicht nur pejorative sondern offenbar auch
"meliorative" Sprachtendenzen.
z.B.: "Bube= Verbrecher -> heute: Junge"
Scheeks ist heute aber noch der mehr "hemdsärmelige" Umgangston.
Herzlichst
Wolfram
>Es gibt im Deutschen also nicht nur pejorative sondern offenbar auch
>"meliorative" Sprachtendenzen.
>z.B.: "Bube= Verbrecher -> heute: Junge"
Ein "Bub" ist im Süddeutschen ein junger männlicher Mensch.
Ein "Bube" ist eine Spielkarte, altdeutsch "Unter".
Ein "Junge" ist als typisch norddeutscher Ausdruck bekannt;
bei mir gehört es zum passiven Wortschatz, wie auch das Wort
"Knabe".
Mich würde interessieren, woher Du die Geschichte mit dem
Bedeutungswandel hast.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Gerdes
Also das dürfte nichts allzu Neues sein.
Hab nochmal in die Kramkiste gegriffen.
Pejorativ "Atom": "kleinstes Teilchen" -> "höchste
Gefahrenquelle"
"Beruf": "göttlicher Auftrag" ->
"Erwerbstätigkeit"
"billig": "wunderkräftig" -> "angemessen"
-> "geringwertig"
"entwenden": "wegwenden" ->
"stehlen"
Meliorativ "wahnsinnig": "geistig behindert" ->
"großartig" }
"fürchterlich": "schrecklich" ->
"besonders" }synonym verwendbar
"furchtbar": "furchterregend" ->
"enorm" }
"Arbeit": "Plage, Not" ->
"Auskommen"
"geil": "brünstig" -> "üppig" ->
"wunderbar"
"sehr": "schmerzlich" ->
"gesteigert"
"Buße": "tiefe Reue" ->
"Entschädigungszahlung"
"Schelm": "Henker" ->
"Lausbub"
Vielleicht gibt uns jemand einen Hinweis auf eine gute deutsche
Sprachlehre.
Herzlichst
Wolfram
> Ein "Junge" ist als typisch norddeutscher Ausdruck bekannt;
> bei mir gehört es zum passiven Wortschatz, wie auch das Wort
> "Knabe".
Same here. Wird in irgendwelchen Landstrichen das Wort 'Knabe' noch im
alltaeglichen Umgang verwendet?
--
Christian Schulz IRC: Zampel zam...@bartali.wupper.de
URL: http://numerik.fernuni-hagen.de/~schulz/
>Es gibt im Deutschen also nicht nur pejorative sondern offenbar auch
>"meliorative" Sprachtendenzen.
>z.B.: "Bube= Verbrecher -> heute: Junge"
Im Duden nachgeschaut:
"Bub" und "Bube" sind zwei Worte, die auf unterschiedliche
Wurzeln zurückgehen.
Das "Bub" gleich "Knabe" ist das ältere, bis heute in
Süddeutschland üblich.
"Bube" = "Übeltäter" hat erst Luther in die Hochsprache
gebracht.
Und? Auf welche andere Wurzel geht er denn zurück? Offenbar hab ich den
falschen Duden. Bitte Belege!
Worauf willst Du eigentlich hinaus?
Ich spar mir mein langes Dudenzitat zugunsten eines kürzeren:
"Bube (zu mhd. *buobe*, vgl. auch engl. boy) ist im Mittelalter auch in
der Bed. 'Bursche', 'Knecht' belegt. Von daher auch die pejorisierenden
Bedeutungen *böser Bube, Bubenstück*. Im Spätmittelalter tritt es im
Oberdeutschen immer mehr an die Stelle von *Knabe*. Vor allem im
Diminutiv treten die positiven Bedeutungen hervor" (dtv Atlas zur
deutschen Sprache 1978, S.167)
Sorry, ich seh nur eine Wurzel. Dann aber, darauf hast Du eigentlich
hingewiesen, _zunächst_ eine pejorative Tendenz. Ich sehe das eher als
"Kurve". Etwa so: buobe v "böser Bube" ^ "Bubi".
Es gibt demnach wie in der Geschichte, so in der Sprachgeschichte,
wechselnde, oder gar sich überlagernde Tendenzen. Da mögen regionale
Ausnahmen sein, doch sie bestätigen, was zum sprachlichen
Bedeutungswandel festzustellen war: pejorative und meliorative
Tendenzen.
Herzlichst
Wolfram
Wieso sind hier unterschiedliche Wurzeln? Woher soll Luther was Wort
haben? "Bubba" bleibt ein gaengiger Jungensname im amerikanischen
Sueden. "Baby" soll auch die gleiche Wurzel haben. "Bruder" auch?
--Volker
>Martin Gerdes würde interessieren, woher Du die Geschichte mit dem
>> Bedeutungswandel hast.
>>
>Martin Gerdes
>> würde interessieren, woher Du die Geschichte mit dem
>> Bedeutungswandel hast.
>Also das dürfte nichts allzu Neues sein.
>Hab nochmal in die Kramkiste gegriffen.
Du hast die Meinung vertreten, das Wort "Bube" habe einen
Bedeutungswandel erlebt.
Mein Duden bestätigt das nicht.
Die von Dir angefügte Tabelle gibt darauf keine Antwort.
>Martin Gerdes hat:
>> Im Duden nachgeschaut:
>> "Bub" und "Bube" sind zwei Worte, die auf unterschiedliche
>> Wurzeln zurückgehen.
>> Das "Bub" gleich "Knabe" ist das ältere, bis heute in
>> Süddeutschland üblich.
>> "Bube" = "Übeltäter" hat erst Luther in die Hochsprache
>> gebracht.
>Und? Auf welche andere Wurzel geht er denn zurück? Offenbar hab ich den
>falschen Duden. Bitte Belege!
Wer behauptet, muß beweisen, nicht der, der die Behauptung
anzweifelt.
Aber - keine Sorge - extra für Dich werde ich morgen die
entsprechende Quelle (steht zuhause) mitbringen und sie für
Dich eintippen.
> Du hast die Meinung vertreten, das Wort "Bube" habe einen
> Bedeutungswandel erlebt.
>
> Mein Duden bestätigt das nicht.
Meiner schon:
Bub, der; -en, -en [mhd. buobe] (südd., österr., schweiz.): Junge,
Knabe: ein aufgeweckter, fünfjähriger B.; sie haben drei Kinder, einen
-en und zwei Mädchen.
Bube, der; -n, -n [mhd. buobe = Knabe; Diener; zuchtloser Mensch,
wahrsch. Lallw.]: 1. (veraltend abwertend) gemeiner, niederträchtiger
Mensch. 2. in der Rangfolge an vierter Stelle stehende Spielkarte: den
-n ausspielen. * 3. junger [Troß]knecht, Diener: Da werfen sie ihm einen
-n nieder, da er sich nichts versieht (Goethe, Götz I)
[Duden "Das grosse Woerterbuch der deutschen Sprache", Dudenverlag 1993]
Interessant, dass hier der gleiche Ursprung angegeben wird (mhd. buobe).
Die Beudeutung hat sich wohl erst spaeter geteilt.
--
Juergen Nickelsen