Mir als nicht sehr jungem, in Deutschland aufgewachsenen Menschen
waren die Begriffen jenseits der Urgroßeltern bisher nicht geläufig.
Ist das eine Bildungslücke meinerseits oder sind die eher
ungebräuchlich und/oder eher eine Spezialität des 3.Reiches bzw. für
Genealogiespezialisten?
Oder gibt es da noch alternative Bezeichnungen?
MS
> Mir als nicht sehr jungem, in Deutschland aufgewachsenen Menschen
> waren die Begriffen jenseits der Urgroßeltern bisher nicht geläufig.
Mir auch nicht.
Diedrich
> Auf dieser Seite:
> http://www.unser-deutschland.info/ahnen/
> Wurden für sehr ferne Ahnen spezielle Bezeichnungen genannt:
> .....
> 0 Proband / selbst
> 1 Eltern
> 2 Großeltern
> 3 Urgroßeltern
> 4 Alteltern
Zumindest hierfür kenne ich den Begriff "Ur-Urgroßeltern". "Alteltern" habe
ich noch nie gehört, die anderen Begriffe (Punkt 5-24) auch nicht.
Grüße,
Frank
Im amtlichen "Der Ahnenpaß" des Bundes Deutscher Standesbeamten aus dem
dritten Reich wird die Nomenklatur verwendet und im Anhang mit
potenzierten Ur-Ur-.. erklärt.
Kontext ist der Ariernachweis zunächst für Parteigenossen, dann für
Beamte und schließlich für praktisch alle Angehörigen der Wehrmacht.
Die Bezeichnungen sind von den Ideologen der Bewegung propagiert worden,
haben sich aber mangels Bedarf nie eingebürgert.
--
Roland Franzius
> Auf dieser Seite:
> http://www.unser-deutschland.info/ahnen/
> Wurden für sehr ferne Ahnen spezielle Bezeichnungen genannt:
> .....
> 24 Erzahnenurgroßeltern
> .......
> Mir als nicht sehr jungem, in Deutschland aufgewachsenen Menschen
> waren die Begriffen jenseits der Urgroßeltern bisher nicht geläufig.
Normale Bürgerliche kommen mit ihrer Ahnenforschung etwa 10 bis 12
Generationen zurück. Sie landen dann im Dreißgjährigen Krieg und
finden aus jener Zeit und erst recht der Zeit davor nur noch wenige
brauchbare Aufzeichnungen.
Als deine Erzahnenurgroßmutter den Erzahnenurgroßvater kennenlernte,
da schrieb man, bummelig geschätzt, irgendwas um 1200 abendländischer
Zeitrechnung. Weil man aus der Zeit kaum noch verwertbare Urkunden für
eine bürgerliche Genealogie findet, ist es wohl umso wichtiger, im
Ungenauen ganz genau zu unterscheiden.
Siehsse: Eben dazu verhilft uns jener braungrundig-schwarz-weiß-rote
Karlheinz Breitfuß, der "Alles über Deutschland" und "Deutschland
über Alles" weiß und uns die Wörter lehrt, die für einen gelebten
Ahnenkult unentbehrlich sind.
;)
j/\a
--
> Auf dieser Seite:
> http://www.unser-deutschland.info/ahnen/
> Wurden für sehr ferne Ahnen spezielle Bezeichnungen genannt:
> .....
> 0 Proband / selbst
> 1 Eltern
> 2 Großeltern
> 3 Urgroßeltern
> 4 Alteltern
> 24 Erzahnenurgroßeltern
> .......
> Wie wichtig oder notwendig dies ist sei mal dahingestellt.
> Mir als nicht sehr jungem, in Deutschland aufgewachsenen Menschen
> waren die Begriffen jenseits der Urgroßeltern bisher nicht geläufig.
> Ist das eine Bildungslücke meinerseits oder sind die eher
> ungebräuchlich und/oder eher eine Spezialität des 3.Reiches bzw. für
> Genealogiespezialisten?
> Oder gibt es da noch alternative Bezeichnungen?
Interessante Seite und Liste, ich kannte nur die ersten paar Zeilen und
werde noch nach Quellen suchen, denn der Rest ist mir auf diversen
Genealogie-Websites nicht aufgefallen. Das war also der Abstammungs-Baum.
Im oder auf dem (?) Genealogie-Baum kämen z.B. auch Großtanten- und -Onkel
(Geschwister der Großeltern) vor, diese zwei sind ohne Pendant in anderen
Sprachen. Nicht nur der Adel führt solche Listen, immer mehr Menschen
beschäftigen sich damit.
Übrigens, die gewisse Menschenäffin, von der die ganze Menscheit abstammen
soll, hat m.W. keinen Fachnamen... ;-)
(Kein Impressum auf der Website?)
MfG, PY [Paul_Ney/at/t-online.de]
> ... aber unrealistisch. Es ist die maximale Zahl der Vorfahren in 24
> Generationen.
> Rechne Dir doch einmal grob aus, wieviele Adams und Evas es vor 5771
> Jahren gegeben haben müßte.
Der einschlägige Fachausdruck lautet übrigens "Ahnenschwund" oder
"Ahnenverlust".
Siehe etwa hier: <http://de.wikipedia.org/wiki/Ahnenschwund>
--
Ingo Dierck
- Do it again, Kutte! -
> > F r die 24 Stufe (Erzahnenurgro eltern) hat man (falls zwischendrin es
> > nicht zu Inzucht kam) 2^24 = 16 777 216 Ahnen, eine recht
> > umfangreiche Verwandschaft...
Im Daen. gibt’s ollermor, ich meine für Urgroßmutter.
> Du meinst, dass ein abgeschiedenes Bergdorf nach wenigen
> Generationen ausgestorben ist (selbst wenn man pro Generation
> einen Neigeschmeckten zur Blutauffrischung annimmt)?
Da kommt es zum sog. Ahnenschwund - FR
> Da hat sich einer etwas ausgedacht, das niemand braucht.
Was man allerdings brauchen würde und wofür ich keinen Ausdruck kenne
ist z.B.:
Was ist die Schwiegermutter meines Sohnes zu mir? Oder der Schwager
meines Sohnes? Mit denen hat man ja doch immer wieder zutun und ich
kenne dafür kein Wort. Das interessiert mich eigentlich viel mehr als
meine Erzahnenurgroßeltern. Die muss man ja immer wieder irgendwem
vorstellen etc. und wie nennt man die dann?
Gruß, Monika
--
Monika Schleidt
Mon...@schleidt.org
(bitte, die Ziffer in der Adresse weglassen)
Und "Lebensgefährten" und Exe machen es dann noch schwieriger.
"Mein Schwiegersohn, aber ja eigentlich nicht, weil sie sind
ja nicht verheiratet, und davon die Mutter ..."
Ich mag das englische Konzept mit den hochgradigen mehrfach
entfernten Vettern. Muss ich allerdings immer wieder nachlesen,
obwohl es eigentlich ganz einfach ist, wenn man sich den Stammbaum
als Graphen vorstellt.
/Walter
>>> Da hat sich einer etwas ausgedacht, das niemand braucht.
>>
>> Was man allerdings brauchen würde und wofür ich keinen Ausdruck kenne ist z.B.:
>> Was ist die Schwiegermutter meines Sohnes zu mir? Oder der Schwager
>> meines Sohnes? Mit denen hat man ja doch immer wieder zutun und ich kenne
>> dafür kein Wort. Das interessiert mich eigentlich viel mehr als meine
>> Erzahnenurgroßeltern. Die muss man ja immer wieder irgendwem vorstellen
>> etc. und wie nennt man die dann?
>>
>
> Und "Lebensgefährten" und Exe machen es dann noch schwieriger.
> "Mein Schwiegersohn, aber ja eigentlich nicht, weil sie sind
> ja nicht verheiratet, und davon die Mutter ..."
Da ist unsere Sprache in der Tat eher arm. Hat meine Frau vor einiger
Zeit zu folgender Formulierung veranlasst -- vorangegangen war die Frage
einer Nachbarin nach der Pflege unseres Haus / unserer Hauskatzen:
'Das war die Mutter des Lebensgefährten der Ex-Frau meines Mannes.'
So was muss doch einfacher gehen.
Ciao
Toscha
--
Buy me a Becks beer or pass me a bong
Gimmie some Bushmills I'll sing you this song
Open another big box of cheap wine we're over 30 we're doin' just fine
[NOFX]
Die würd ich dann einfach als "Bekannte" deklarieren. Aber die
Schwiegermutter meines Sohnes? Was ist die zu mir? Die
Gegenschwiegermutter?
Schwiegermütter sind eher große Unbekannte.
Ciao
Toscha
--
Goldman sucks.
Schweigemuetter ohne Handy waeren vielleicht recht nette Bekannte.
K.L.
"Kolonien", "Grossdeutschland", usw. Dazu diese abstruse Ahnen-
konstruktion: "Stammeltern", usw.
Du bist da auf etwas sehr Seltsames gestossen.
Die Liste wirft man wohl besser weg und verwendet solche Be-
griffe nicht. Es gibt genuegend Umschreibungsmoeglichkeiten,
um auf die Eltern der Grosseltern, usw. zu verweisen.
K.L.
Schwiegerschwester (1.Grades) ?
W�re von der Generationenfolge in gewisser Weise logisch....
MS
Das ist die Schwiegermutter deines Sohnes ;-)
Ich sehe in der genauen Beschreibung eines Verwandtschafts-
Verhaeltnisses ueber den 2. Grad hinaus wenig Sinn. Fuer wen ist das
gehaltvoll, das Verhaeltnis zur Tochter der Schwester der
Schwippschwaegerin zu erklaeren? Bestenfalls ist das entferne
Verwandtschaft.
Auch die Liste des OP: alles, was ueber Urgrosseltern hinaus geht
(eigentlich sogar Grosseltern) sind fuer mich meine Vorfahren. Wenn
von Bedeutung ist, wie viel Generationen da zwischen sind, muss man
halt die Anzahl Generationen angeben.
--
Winfried
> Ich sehe in der genauen Beschreibung eines Verwandtschafts-
> Verhaeltnisses ueber den 2. Grad hinaus wenig Sinn. Fuer wen ist das
> gehaltvoll, das Verhaeltnis zur Tochter der Schwester der
> Schwippschwaegerin zu erklaeren? Bestenfalls ist das entferne
> Verwandtschaft.
Im Chinesischen macht man es schon sehr
lange, und bis heute. Es gibt da sogar
unterschiedliche Wörter für "älterer
Bruder" und "jüngerer Bruder". Vielleicht
kann einem ein Sinologe sagen, was das soll.
> Im Chinesischen macht man es schon sehr lange, und
> bis heute. Es gibt da sogar unterschiedliche W�rter
> f�r "�lterer Bruder" und "j�ngerer Bruder".
So wie "Atze" und "Keule"? (Um mal
eine j�ngere Diskussion aufzugreifen.)
> Vielleicht kann einem ein Sinologe sagen, was das soll.
Und im Deutschen werden der Bruder eines Elters und
der Ehemann einer Schwester eines Elters mit demselben
Begriff belegt. Vielleicht kann einem ein Germanologe
sagen, was das soll.
> Winfried Vorbeck tat kund:
>
>> Ich sehe in der genauen Beschreibung eines Verwandtschafts-
>> Verhaeltnisses ueber den 2. Grad hinaus wenig Sinn. Fuer wen ist das
>> gehaltvoll, das Verhaeltnis zur Tochter der Schwester der
>> Schwippschwaegerin zu erklaeren? Bestenfalls ist das entferne
>> Verwandtschaft.
>
> Im Chinesischen macht man es schon sehr
> lange, und bis heute. Es gibt da sogar
> unterschiedliche W�rter f�r "�lterer
> Bruder" und "j�ngerer Bruder". Vielleicht
> kann einem ein Sinologe sagen, was das soll.
Es wird halt das unterschieden, was wichtig ist - insbesondere wer das
Sagen hat.
Im Koreanischen mu� man den �lteren Bruder und die �ltere Schwester
genau benennen, j�ngere Geschwister mu� man hingegen nicht mal unbedingt
nach Geschlecht unterscheiden. Ob ein Onkel der �ltere Bruder des Vaters
oder der j�ngere ist, ist wichtig, bei Br�dern der Mutter nicht.
--
Java is the SUV of programming tools.
A project done in Java will cost 5 times as much, take twice as long,
and be harder to maintain than a project done in a scripting language
such as PHP or Perl. - Philip Greenspun
> Lothar Frings schrieb:
>
>> Im Chinesischen macht man es schon sehr lange, und
>> bis heute. Es gibt da sogar unterschiedliche W�rter
>> f�r "�lterer Bruder" und "j�ngerer Bruder".
>
> So wie "Atze" und "Keule"? (Um mal
> eine j�ngere Diskussion aufzugreifen.)
>
>> Vielleicht kann einem ein Sinologe sagen, was das soll.
>
> Und im Deutschen werden der Bruder eines Elters und
> der Ehemann einer Schwester eines Elters mit demselben
> Begriff belegt.
Aber auch erst sein relativ kurzem, oder?
--
Space - The final frontier
> Lothar Frings schrieb:
>
> > Im Chinesischen macht man es schon sehr lange, und
> > bis heute. Es gibt da sogar unterschiedliche Wörter
> > für "älterer Bruder" und "jüngerer Bruder".
>
> So wie "Atze" und "Keule"? (Um mal
> eine jüngere Diskussion aufzugreifen.)
Nein, nicht so. Es gibt auch jede Menge
Wörter für alle möglichen anderen
Verwandschaftsverhältnisse.
>
> > Vielleicht kann einem ein Sinologe sagen, was das soll.
>
> Und im Deutschen werden der Bruder eines Elters und
> der Ehemann einer Schwester eines Elters mit demselben
> Begriff belegt. Vielleicht kann einem ein Germanologe
> sagen, was das soll.
Lies einfach mal den Thread, dann verstehst du
vielleicht, worum es geht.
Das gibt es auf Ungarisch auch, d.h. der �ltere Bruder ist ein
m�nnlicher VErwandter zwischen dem Sprecher und dem Vater des Sprechers
(kann also auch der Onkel sein, wenn dieser ein j�ngerer Bruder des
Vaters ist).
Das hat etwas mit der Erbfolge und den Versorgungspflichten zu tun, und
als ich mich n�her damit befasst habe, schien mir WIMRE, als g�be es
Parallelen zu anderen Gepflogenheiten (s. Levirat), aber ich bekomme das
jetzt auf die Schnelle nicht vern�nftig zusammen.
chr