Am 19.03.2012, 18:47 Uhr, schrieb Oliver Cromm
<
lispa...@crommatograph.info>:
> * Thomas Schade:
>> On 19.03.2012 10:32, Jakob Achterndiek wrote: > Am 19.03.2012, 02:32
>>> Als ein weiteres Wort aus dem Feld biete ich "indigniert" an und
>>> verweise noch einmal auf die Begegnung der englische Kᅵnigin mit
>>> der Frau des amerikanischen Prᅵsidenten: Erstere war ob der gut
>>> gemeinten, aber nach uralter Etikette unerlaubten Berᅵhrung durch
>>> die Frau Obama in ihrer Wᅵrde, der dignitas, verletzt: indigniert.
>>
>> Passt, 'indigniert' gefᅵllt mir als Erklᅵrung bisher am besten.
>
> Fᅵr mich paᅵt es schlecht zusammen - "wirkte angefaᅵt" scheint das
> Augenmerk auf das zu lenken, was andere mit ihm tun, "indigniert"
> kenne ich hauptsᅵchlich als Ausdruck eigener - meist etwas
> wunderlicher, ᅵbertriebener - Erwartungen, der ᅵberraschung, daᅵ
> fᅵr andere der eigene Maᅵstab nicht selbstverstᅵndlich ist. Ich
> stelle mir bei dem Wort eine ᅵltere Dame vor, von der man
> absurderweise Toleranz fᅵr gelegentliches Kindergeschrei erwartet.
Da treffen wohl unterschiedliche (und in meiner Person natᅵrlich
altmodische) Vorstellungen aufeinander - so wie bei den (seinerzeit
echten) Sendungen mit verdeckter Kamera oder bei den heute beliebten
Abiturienten-Streichen. Da gibt es Leute, die sind richtig beleidigt,
wenn unsereiner das nicht witzig findet, sondern "indigniert" ist.
Das Bestᅵrzende dabei oft: Die *wollen* ja den oder die Betroffenen
herabziehen, ein biᅵchen "an ihrer Wᅵrde kratzen". Und mancher der
Betroffenen hᅵlt sich dann fᅵr sehr humorvoll und tolerant, wenn er
fᅵr einen albernen Jux mal eben auf seine Wᅵrde verzichtet.
j/\a
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