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Antonym von steil

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Marc Ruef

unread,
Aug 8, 2008, 5:26:34 PM8/8/08
to
Hallo,

Ich hab versucht herauszufinden wie das Gegenwort von "steil" lautet.
Leider bin ich nicht fuendig geworden. Kann mir jemand helfen?

Bye, Marc

--
computec.ch http://www.computec.ch/
private webseite http://www.computec.ch/mruef/

Thomas Schade

unread,
Aug 8, 2008, 5:36:44 PM8/8/08
to
On 08.08.2008 23:26, Marc Ruef wrote:

> Ich hab versucht herauszufinden wie das Gegenwort von "steil" lautet.
> Leider bin ich nicht fuendig geworden. Kann mir jemand helfen?

Im ersten Ansatz tendiere ich zu 'flach'. Prägnant zu sehen in dem
Gegensatzpaar 'Steiler Zahn - Flachwichser'.


Ciao
Toscha
--
Fleiß kann man vortäuschen,
aber faul muss man wirklich sein.

Message has been deleted

Yvonne Steiner

unread,
Aug 8, 2008, 6:09:19 PM8/8/08
to
Marc Ruef <marc...@computec.ch> wrote:

> Hallo,
>
> Ich hab versucht herauszufinden wie das Gegenwort von "steil" lautet.
> Leider bin ich nicht fuendig geworden. Kann mir jemand helfen?

abschüssig

--
Yvonne Steiner

Oliver Cromm

unread,
Aug 8, 2008, 6:26:23 PM8/8/08
to
* Yvonne Steiner <yste...@swissonline.ch> wrote:

> Marc Ruef <marc...@computec.ch> wrote:
>
>> Ich hab versucht herauszufinden wie das Gegenwort von "steil" lautet.
>> Leider bin ich nicht fuendig geworden. Kann mir jemand helfen?
>
> abschüssig

Ehrlich? Bei Dir geht es nie steil hinunter? Für mich ist abschüssig
gleich steil hinunter, das Gegenteil von steil hinauf. Das Gegenteil von
"steil" wäre für mich nicht unbedingt gleich flach, aber ein sanfter
Anstieg oder ein leichtes Gefälle.

In einem Wort kann ich das allerdings nicht ausdrücken. Am ehesten: "Nur
leicht geneigt" oder "wenig steil", ja nach Kontext auch "relativ
flach".

--
WinErr 008: Erroneous error. Nothing is wrong.

Peter Wetschnigg

unread,
Aug 8, 2008, 6:38:47 PM8/8/08
to
Marc Ruef schrieb:

> Hallo,
>
> Ich hab versucht herauszufinden wie das Gegenwort von "steil" lautet.
> Leider bin ich nicht fuendig geworden. Kann mir jemand helfen?

Das Antonym von "steil" ist wiederum "steil". Das Wort ist also sein
eigenes Antonym. Beweis: Zwei Personen bewegen sich auf einem steilen Weg
in entgegengesetzten Richtungen. Person A wird sagen: "Dieser Weg führt
steil nach oben." Person B wird sagen: "Dieser Weg führt steil nach unten."
Obwohl die Richtung genau entgegengesetzt ist, wird dasselbe Wort dafür
verwendet.

Gruß
P. W.

--
Latinitatem colamus!

Yvonne Steiner

unread,
Aug 8, 2008, 6:52:19 PM8/8/08
to
Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> wrote:

> * Yvonne Steiner <yste...@swissonline.ch> wrote:
>
> > Marc Ruef <marc...@computec.ch> wrote:
> >
> >> Ich hab versucht herauszufinden wie das Gegenwort von "steil" lautet.
> >> Leider bin ich nicht fuendig geworden. Kann mir jemand helfen?
> >
> > abschüssig
>
> Ehrlich? Bei Dir geht es nie steil hinunter?

Doch, aber dafür hat der Schweizer den speziellen Begriff "gäch".
Wenn ich also nur "steil" vorgesetzt bekomme, dann geht das für mich
sehr mühsam bergauf.

Ich war mir übrigens 100-prozentig sicher, dass eine Reaktion wie deine
kommen würde. :)


--
Yvonne Steiner

Klaus Scholl

unread,
Aug 8, 2008, 6:57:11 PM8/8/08
to
Peter Wetschnigg schrieb:

> Das Antonym von "steil" ist wiederum "steil". Das Wort ist also sein
> eigenes Antonym.

Interessant, wie sieht es DUSEN aus mit "hoch" und "tief", sind das
Antonyme, oder getrennt zu betrachten als "hoch" <> "niedrig" und "tief"
<> "flach"? Könnte man beides zulassen? Gruß, Klaus

Volker Gringmuth

unread,
Aug 8, 2008, 10:20:45 PM8/8/08
to
Yvonne Steiner wrote:

>> Ehrlich? Bei Dir geht es nie steil hinunter?
>
> Doch, aber dafür hat der Schweizer den speziellen Begriff "gäch".

Hypsch, aber ...

> Ich war mir übrigens 100-prozentig sicher, dass eine Reaktion wie
> deine kommen würde. :)

... warum lieferst Du dann diese Information nicht gleich mit?


vG

--
Ceterum censeo Popocatepetlum non in Canada sed in Mexico situm esse.

<http://einklich.net>

Heinz Lohmann

unread,
Aug 9, 2008, 12:41:55 AM8/9/08
to
Yvonne Steiner schrieb:

Wenn nicht flach, dann vielleicht "leicht geneigt" oder "leicht
abschüssig".

mfg
Heinz Lohmann
Danshui, Taiwan
25°07'58"N 121°27'56"E
--
Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.

Walter Schmid

unread,
Aug 9, 2008, 3:33:55 AM8/9/08
to
Yvonne Steiner schrieb:

Wo es "abschüssig" war, durfte ich als Kind (weil zu gefährlich)
nicht schlitteln - wo es "flach" war, konnte ich es nicht, bzw.
musste ich gezogen werden.

Als Gegenteil von "steil" schlage ich "unsteil" oder "nicht
steil" vor.

Gruss

Walter

Helmut Richter

unread,
Aug 9, 2008, 3:46:03 AM8/9/08
to
On Sat, 9 Aug 2008, Yvonne Steiner wrote:

> Doch, aber dafür hat der Schweizer den speziellen Begriff "gäch".

Das gibts auch auf Schriftdeutsch; dort heißt das dann "jäh".

--
Helmut Richter

Joachim Pense

unread,
Aug 9, 2008, 3:49:25 AM8/9/08
to
Klaus Scholl (in de.etc.sprache.deutsch):

Vgl. auch lateinisch altus.

Joachim

Joachim Pense

unread,
Aug 9, 2008, 4:01:59 AM8/9/08
to
Helmut Richter (in de.etc.sprache.deutsch):

> On Sat, 9 Aug 2008, Yvonne Steiner wrote:
>
>> Doch, aber dafür hat der Schweizer den speziellen Begriff "gäch".
>
> Das gibts auch auf Schriftdeutsch; dort heißt das dann "jäh".
>

Ich habe mir unter "jäh abfallend" (Ich kenne es nur als Adverb, nicht als
Adjektiv) immer ein plötzlich und unerwartet auftauchendes Gefälle
vorgestellt. Aber

Joachim

Yvonne Steiner

unread,
Aug 9, 2008, 6:18:20 AM8/9/08
to
Volker Gringmuth <eink...@gmx.net> wrote:

> Yvonne Steiner wrote:
>
> >> Ehrlich? Bei Dir geht es nie steil hinunter?
> >
> > Doch, aber dafür hat der Schweizer den speziellen Begriff "gäch".
>
> Hypsch, aber ...
>
> > Ich war mir übrigens 100-prozentig sicher, dass eine Reaktion wie
> > deine kommen würde. :)
>
> ... warum lieferst Du dann diese Information nicht gleich mit?

Weil der UP bestimmt keinen Helvetismus sucht.

--
Yvonne Steiner

Werner Tann

unread,
Aug 9, 2008, 6:40:38 AM8/9/08
to
Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> schrieb:

>Das Gegenteil von
>"steil" wäre für mich nicht unbedingt gleich flach, aber ein sanfter
>Anstieg oder ein leichtes Gefälle.

Das Gegenteil von etwas ist nicht ein bißchen von etwas. Das Gegenteil
von naß ist nicht feucht, sondern trocken. Also ist auch das Gegenteil
von steil nicht ein bißchen steil, sondern: gar nicht steil. Am
ehesten also doch: flach (weder ansteigend noch abfallend).

Rolf Magnus

unread,
Aug 9, 2008, 8:31:24 AM8/9/08
to
Werner Tann wrote:

> Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> schrieb:
>
>>Das Gegenteil von
>>"steil" wäre für mich nicht unbedingt gleich flach, aber ein sanfter
>>Anstieg oder ein leichtes Gefälle.
>
> Das Gegenteil von etwas ist nicht ein bißchen von etwas. Das Gegenteil
> von naß ist nicht feucht, sondern trocken. Also ist auch das Gegenteil
> von steil nicht ein bißchen steil, sondern: gar nicht steil.

Ein leichtes Gefälle ist aber nicht steil. Wenn es das wäre, wäre es kein
leichtes, sondern ein steiles Gefälle.

> Am ehesten also doch: flach (weder ansteigend noch abfallend).

Ist dann "klein" auch nicht das Gegenteil von "groß", da etwas kleines ja
auch "ein bißchen groß" ist? Nach der Theorie wäre das Gegenteil von "groß"
dann "nicht existent".

Werner Tann

unread,
Aug 9, 2008, 10:09:36 AM8/9/08
to
Rolf Magnus <rama...@t-online.de> schrieb:

>> Das Gegenteil von etwas ist nicht ein bißchen von etwas. Das Gegenteil
>> von naß ist nicht feucht, sondern trocken. Also ist auch das Gegenteil
>> von steil nicht ein bißchen steil, sondern: gar nicht steil.
>
>Ein leichtes Gefälle ist aber nicht steil. Wenn es das wäre, wäre es kein
>leichtes, sondern ein steiles Gefälle.

Ja, "grün" ist auch nicht "steil". Und? Deswegen ist grün trotzdem
nicht das Gegenteil von steil.

>> Am ehesten also doch: flach (weder ansteigend noch abfallend).
>
>Ist dann "klein" auch nicht das Gegenteil von "groß", da etwas kleines ja

Doch.

>auch "ein bißchen groß" ist?

Du bringst das im Kopf deswegen durcheinander, weil Du groß und klein
nicht sprachlich betrachtest, sondern messend, rechnerisch: als
"Größe" von etwas. Dann ist natürlich auch ein Floh 1,5 mm "groß".

>Nach der Theorie wäre das Gegenteil von "groß"
>dann "nicht existent".

Jein. Alltagssprachlich nein. Aber mathematisch durchaus. Der Punkt
hat bekanntlich keine Ausdehnung, also keine Größe, also ist er
imgrunde räumlich nicht existent. :-)

Wolfram Heinrich

unread,
Aug 9, 2008, 10:29:23 AM8/9/08
to
Am Sat, 09 Aug 2008 14:31:24 +0200 schrieb Rolf Magnus:

> Ein leichtes Gefälle ist aber nicht steil. Wenn es das wäre, wäre es kein
> leichtes, sondern ein steiles Gefälle.
>

Da ist was dran, verdammt, da steckt Wahrheit in diesem Satz.

Ciao
Wolfram
--
Intalksication - Englisch für "Sprachvergiftung"
<www.theodor-rieh.de> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it>

Walter Schmid

unread,
Aug 9, 2008, 10:46:03 AM8/9/08
to
Werner Tann schrieb:

> Jein. Alltagssprachlich nein. Aber mathematisch durchaus. Der Punkt
> hat bekanntlich keine Ausdehnung, also keine Größe, also ist er
> imgrunde räumlich nicht existent. :-)

Koordinaten sind bekanntlich Zeitgrössen. ;-)

Gruss

Walter

Klaus Scholl

unread,
Aug 9, 2008, 12:05:13 PM8/9/08
to
Werner Tann schrieb:

Die Diskussion dreht sich im Kreis. Das Problem liegt darin begründet,
daß manche Wörter aus zwei
semantischen Komponenten bestehen. Bspw.:

"hoch" = [weit-ausgedehnt] + [nach oben]
"tief" = [weit-ausgedehnt] + [nach unten]
"niedrig" = [unweit-ausgedehnt] + [nach oben]
"flach" (Gewässer) = [unweit-ausgedehnt] + [nach unten]
... so auch bei ...
"steil" = [abschüssig] + [nach oben] oder [nach unten]
"flach" (Gefälle) = [nicht-abschüssig] + [nach oben] oder [nach unten]

Man kann sich nun darüber streiten, welche Komponente umzukehren ist, um
ein Antonym zu erzeugen. In diesem Beispiel entweder die
Richtungsangabe. Das ergäbe hier m.E. eine Konverse (wie Vater -
Mutter). Oder aber die Angabe der Ausdehnung bzw. des Ausmaßes. Das
ergäbe hier m.E. einen Kontrast / Graduation / Negation (wie heiß -
kalt). Ich sehe kein Prinzip, was Negation oder Konverse den Vorzug
gibt. Mal verstehen wir sprachpraktisch die Negation als Antonym (steil
- flach), mal ist es die Konverse (links - rechts). Gruß, Klaus

Peter Wetschnigg

unread,
Aug 9, 2008, 12:41:01 PM8/9/08
to
Klaus Scholl schrieb:

Ja, "hoch" hat zwei Antonyme: "tief" und "niedrig". So wie auch "alt" zwei
Antonyme hat: "jung" und "neu".

Was meinst Du mit "tief" <> "flach"?

Thomas Schade

unread,
Aug 9, 2008, 12:56:40 PM8/9/08
to
On 09.08.2008 18:41, Peter Wetschnigg wrote:
> Klaus Scholl schrieb:

>> Interessant, wie sieht es DUSEN aus mit "hoch" und "tief", sind das
>> Antonyme, oder getrennt zu betrachten als "hoch" <> "niedrig" und "tief"
>> <> "flach"? Könnte man beides zulassen? Gruß, Klaus
>
> Ja, "hoch" hat zwei Antonyme: "tief" und "niedrig". So wie auch "alt" zwei
> Antonyme hat: "jung" und "neu".
>
> Was meinst Du mit "tief" <> "flach"?

Möglicherweise tiefes Wasser vs. flaches Wasser.


Ciao
Toscha
--
They say if you play a Microsoft CD backwards, you hear satanic messages.
Thats nothing, cause if you play it forwards, it installs Windows.
[Unknown from the internet]

Rolf Magnus

unread,
Aug 9, 2008, 2:59:28 PM8/9/08
to
Werner Tann wrote:

> Rolf Magnus <rama...@t-online.de> schrieb:
>
>>> Das Gegenteil von etwas ist nicht ein bißchen von etwas. Das Gegenteil
>>> von naß ist nicht feucht, sondern trocken. Also ist auch das Gegenteil
>>> von steil nicht ein bißchen steil, sondern: gar nicht steil.
>>
>>Ein leichtes Gefälle ist aber nicht steil. Wenn es das wäre, wäre es kein
>>leichtes, sondern ein steiles Gefälle.
>
> Ja, "grün" ist auch nicht "steil". Und?

Ein leichtes Gefälle ist deshalb nicht steil, weil es ein leichtes Gefälle
ist, was daraus resultiert, daß es Gegensätze sind. Ein grünes Gefälle
könnte natürlich steil sein, weil grün absolut nichts damit zu tun hat, ob
es steil ist oder nicht.

> Deswegen ist grün trotzdem nicht das Gegenteil von steil.

Gut erkannt, aber nicht relevant.

>>> Am ehesten also doch: flach (weder ansteigend noch abfallend).
>>
>>Ist dann "klein" auch nicht das Gegenteil von "groß", da etwas kleines ja
>
> Doch.
>
>>auch "ein bißchen groß" ist?
>
> Du bringst das im Kopf deswegen durcheinander,

Eigentlich ist es eine Anaologie, die dir zeigen soll, daß du da was
durcheinander gebracht hast.

> weil Du groß und klein nicht sprachlich betrachtest, sondern messend,
> rechnerisch: als "Größe" von etwas. Dann ist natürlich auch ein Floh 1,5
mm "groß".

Ich verwende es hier auf die gleiche Art, wie du "steil". Ich finde aber
schön, wie du hier genau das nochmal aufzeigst, was ich dir damit klar
machen wollte. Jetzt muß nur noch als letzer Schritt die Selbsterkenntnis
erfolgen ;-)

>>Nach der Theorie wäre das Gegenteil von "groß" dann "nicht existent".
>
> Jein. Alltagssprachlich nein. Aber mathematisch durchaus.

Mathematisch gesehen sind "steil" oder "groß" keine sinnvollen Begriffe.

> Der Punkt hat bekanntlich keine Ausdehnung, also keine Größe, also ist er
> imgrunde räumlich nicht existent. :-)

Naja, in dieser Newsgroup betrachte ich es eher alltagssprachlich, genau
wie "steil" auch.

Oliver Cromm

unread,
Aug 9, 2008, 3:03:06 PM8/9/08
to
* Werner Tann wrote:

Klaus hat es schon schön dargestellt, aber kurz gesagt ist "wenig von
etwas" durchaus eine Form des Gegenteils von "viel von etwas" - was
nicht ausschließt, daß es auch andere Formen des Gegenteils gibt.

Ein Beispiel, an dem das deutlich sein sollte: Das Gegenteil von "reich"
ist eher "arm" als "vollkommen besitzlos", denn bei "reich" liegt der
Hauptaspekt darauf, daß jemand mehr als üblich hat, nicht darauf, daß er
überhaupt etwas hat.

Es gibt verschiedene Arten des Gegenteils, und welche davon sinnvoll
sind, hängt von der Art des Wortes und der Motivation ab. Dazu ist auch
in dieser Gruppe schon viel geschrieben worden, vor 13(!) Jahren zum
Beispiel dieser Beitrag: <3k729i$f...@news.rz.uni-passau.de>, und dann
meine Antwort darauf (wow, noch von der Maus aus in
Tiernetz-Zitierweise).

"Hoch" ist ein gutes Beispiel, Klaus hat schon erklärt, wie "niedrig"
und "tief" Gegenteile davon sind: eins die nichtextreme Ausprägung und
das andere das umgekehrte Extrem. Die dritte, wesentliche Form des
Gegenteils ist die Negation, "nicht hoch". Auch diese hat ihre
Anwendungsgebiete. Wenn der Arzt einem Allergiker empfiehlt, einen
Wohnort "höher als 2000m" aufzusuchen, dann ist entscheidend, ob der Ort
"hoch" liegt oder "nicht hoch"; ob 1000m hoch oder gar 300 Meter unter
dem Meeresspiegel ist in diesem Fall egal.

--
Oliver C.

Oliver Cromm

unread,
Aug 9, 2008, 3:07:57 PM8/9/08
to
* Helmut Richter wrote:

Hat aber für sich allein nicht diese Bedeutung, allein heißt es nur
"plötzlich" (MUSEN). Es gibt auch ein paar Leute, die "jäh ansteigend"
schreiben; für üblich halte ich das nicht, aber für verständlich.

Im Goethe-Wörterbuch(!) finde ich "gähstotzig", "schweizerisch; jäh
abfallend". Könnte das "jähstürzig" bedeuten? Und "gäh", "gäch" die
Abkürzung davon? In Spekulierlaune,

--
Oliver C.

Volker Gringmuth

unread,
Aug 9, 2008, 2:52:52 PM8/9/08
to
Yvonne Steiner wrote:

>>>> Ehrlich? Bei Dir geht es nie steil hinunter?
>>>
>>> Doch, aber dafür hat der Schweizer den speziellen Begriff "gäch".
>>
>> Hypsch, aber ...
>>
>>> Ich war mir übrigens 100-prozentig sicher, dass eine Reaktion wie
>>> deine kommen würde. :)
>>
>> ... warum lieferst Du dann diese Information nicht gleich mit?
>
> Weil der UP bestimmt keinen Helvetismus sucht.

Warum gibst du dann eine helvetistische Antwort?

Im Ernst, wenn ich eine ernstgemeinte Äußerung tätige, bei der ich
davon ausgehen kann, daß sie nicht richtig verstanden wird (und davon
gingst Du ja nach eigener Aussage zu 100 Prozent aus!), dann finde ich
es schon netter, gleich etwas Erklärendes dazuzuschreiben, als eine
entsprechende Reaktion abzuwarten und dann erstmal ein "Ätsch"
hinterherzuschicken.

Aber vielleicht verstehe ich auch nur den Schweizer Humor nicht.

Oliver Cromm

unread,
Aug 9, 2008, 3:13:55 PM8/9/08
to
* Rolf Magnus wrote:

> Werner Tann wrote:
>
>> Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> schrieb:
>>
>>>Das Gegenteil von
>>>"steil" wäre für mich nicht unbedingt gleich flach, aber ein sanfter
>>>Anstieg oder ein leichtes Gefälle.
>>
>> Das Gegenteil von etwas ist nicht ein bißchen von etwas. Das Gegenteil
>> von naß ist nicht feucht, sondern trocken.

Weil "naß" eben nicht nur die hohe Ausprägung von Feuchtigkeit
bezeichnet sondern jede Ausprägung. "Ein wenig feucht" kann durchaus das
Gegenteil von "durchnäßt" oder "vollgesogen" sein.

>> Also ist auch das Gegenteil
>> von steil nicht ein bißchen steil, sondern: gar nicht steil.

Leicht geneigt ist aber nicht ein bißchen steil, sondern "steil"
bezeichnet nur einen hohen Neigungsgrad.

> Ein leichtes Gefälle ist aber nicht steil. Wenn es das wäre, wäre es kein
> leichtes, sondern ein steiles Gefälle.

Genau.

>> Am ehesten also doch: flach (weder ansteigend noch abfallend).
>
> Ist dann "klein" auch nicht das Gegenteil von "groß", da etwas kleines ja
> auch "ein bißchen groß" ist? Nach der Theorie wäre das Gegenteil von "groß"
> dann "nicht existent".

Noch besser wäre, es hätte eine starke negative Ausdehnung.

--
Oliver C.

Oliver Cromm

unread,
Aug 9, 2008, 3:29:48 PM8/9/08
to
* Joachim Pense wrote:

... da fand sein Beitrag ein jähes Ende.

--
Oliver C.

Oliver Cromm

unread,
Aug 9, 2008, 3:30:52 PM8/9/08
to
* Yvonne Steiner wrote:

Dann hättest Du ihn auch nicht mit dem semantischen Helvetismus "steil"
= "stark ansteigend" bedienen sollen.

--
Oliver C.

Oliver Cromm

unread,
Aug 9, 2008, 3:31:40 PM8/9/08
to
* Peter Wetschnigg wrote:

> Klaus Scholl schrieb:
>
>> Peter Wetschnigg schrieb:
>>> Das Antonym von "steil" ist wiederum "steil". Das Wort ist also sein
>>> eigenes Antonym.
>>
>> Interessant, wie sieht es DUSEN aus mit "hoch" und "tief", sind das
>> Antonyme, oder getrennt zu betrachten als "hoch" <> "niedrig" und "tief"
>> <> "flach"? Könnte man beides zulassen? Gruß, Klaus
>
> Ja, "hoch" hat zwei Antonyme: "tief" und "niedrig".

Und als drittes: "nicht hoch", siehe meinen anderen Beitrag.


--
Oliver C.

Yvonne Steiner

unread,
Aug 9, 2008, 4:37:22 PM8/9/08
to
Volker Gringmuth <eink...@gmx.net> wrote:

> Yvonne Steiner wrote:
>
> >>>> Ehrlich? Bei Dir geht es nie steil hinunter?
> >>>
> >>> Doch, aber dafür hat der Schweizer den speziellen Begriff "gäch".
> >>
> >> Hypsch, aber ...
> >>
> >>> Ich war mir übrigens 100-prozentig sicher, dass eine Reaktion wie
> >>> deine kommen würde. :)
> >>
> >> ... warum lieferst Du dann diese Information nicht gleich mit?
> >
> > Weil der UP bestimmt keinen Helvetismus sucht.
>
> Warum gibst du dann eine helvetistische Antwort?

Es ging mir aber gar nicht darum, eine "helvetistische Antwort" zu
geben. Diese diente allein dazu, zu erklären, woher es eigentlich kommt,
dass bzw. warum ich für das Gegenteil von "steil" sofort auf
"abschüssig" gekommen bin.

Lies bitte meine Antwort an Oliver, unter Berücksichtigung dieses
Aspekts, noch einmal nach. Vielleicht merkst du dann ja, wie fehl deine
Vorhaltung da unten (besonders das "Ätsch") am Platz ist.

> Im Ernst, wenn ich eine ernstgemeinte Äußerung tätige, bei der ich
> davon ausgehen kann, daß sie nicht richtig verstanden wird (und davon
> gingst Du ja nach eigener Aussage zu 100 Prozent aus!),

Ich ging aber nicht davon aus, dass sie nicht richtig verstanden würde,
sondern, dass eine Reaktion kommen würde, wie sie dann eben auch kam;
dass nämlich dieses "abschüssig" angegriffen würde. Genau so wie all die
andern eingegangenen Vorschläge ja auch.
Wir haben das früher doch schon einmal durchgekaut.

> dann finde ich
> es schon netter, gleich etwas Erklärendes dazuzuschreiben, als eine
> entsprechende Reaktion abzuwarten und dann erstmal ein "Ätsch"
> hinterherzuschicken.

Das ist böse - unnd nicht meine Art.

> Aber vielleicht verstehe ich auch nur den Schweizer Humor nicht.

Das sowieso.
Hierzuseite steckt allerdings keiner drin.

--
Yvonne Steiner

Volker Gringmuth

unread,
Aug 9, 2008, 4:37:28 PM8/9/08
to
Oliver Cromm wrote:

>> Ich habe mir unter "jäh abfallend" (Ich kenne es nur als Adverb,
>> nicht als Adjektiv) immer ein plötzlich und unerwartet
>> auftauchendes Gefälle vorgestellt. Aber
>
> ... da fand sein Beitrag ein jähes Ende.

Jähes Gelächter hätte fast Rotwein auf meine Tasterthur gespritzt.


v"ohjähmine"G

Peter Wetschnigg

unread,
Aug 9, 2008, 5:24:33 PM8/9/08
to
Oliver Cromm schrieb:

Das würde ich aus formalen Gründen nicht als Antonym bezeichnen. Ein
Antonym muss m.E. aus einem einzigen Lexem bestehen, Wortgruppen sind nicht
erlaubt. So wäre etwa "unleserlich" durchaus Antonym zu "leserlich", "nicht
leserlich" aber nicht.

Message has been deleted

Christian Seidl

unread,
Aug 9, 2008, 7:49:26 PM8/9/08
to

Der Reihe nach:

Das schweizerdeutsche "gäch" – das auch im Bairischen "gaach" noch
weiterlebt; die Nichtbajuwaren kennen vielleicht in München das
Kulturzentrum "Gasteig" nach einem Flurnamen, der einen "gaachen
Steig", also einen steilen Weg bezeichnet – und das standarddeutsche
"jäh" sind identische Ausprägungen desselben Etymons; nur ist "jäh"
eine spezielle dialektale Form, die die andere verdrängt hat. Leider
habe ich jetzt gerade keine Quellen zur Hand, die zeigen, ob es
wirklich (wie Pfeifer behauptet) Luther für die Verbreitung von "jäh"
verantwortlich war und nach welchem konkreten Dialekt er sich
gerichtet hat; die mitlesenden Sachsen können vielleicht sagen, ob der
Wandel g- > j- auch in ihrem Dialekt vorkommt.

Der "Stotz" bzw. "Stutz" bedeutet im Oberdeutschen soviel wie "Abhang"
und hat nix mit "stürzen" zu tun, sondern (laut Grimm) mit "stoßen".
Meinetwegen; über die semantische Entwicklung mag ich mir jetzt nicht
den Kopf zerbrechen. "gähstotzig" heißt also "mit (zahlreichen)
steilen Abhängen versehen".

Ch.

Heinz Lohmann

unread,
Aug 9, 2008, 9:09:47 PM8/9/08
to
Marc Ruef schrieb:
>Hallo,
>
>Ich hab versucht herauszufinden wie das Gegenwort von "steil" lautet.
>Leider bin ich nicht fuendig geworden. Kann mir jemand helfen?

Nochmals eine direkte Antwort, diesmal aus "Duden Taschenbücher. Wörter
und Gegenwörter. 2., durchges. Auflage 1992:
Steil: flach * sanft [steigend/falllend] * fliehend [Stirn)

Man sieht, es kommt auch auf das Nomen an.

Frage an die Gruppe: Wer weiß denn noch, was "ein steiler Zahn" ist/war?

mfg
Heinz Lohmann
Danshui, Taiwan
25°07'58"N 121°27'56"E
--
Wenn andre klüger sind als wir,
Das macht uns selten nur Pläsier.
Doch die Gewißheit, daß sie dümmer,
erfreut fast immer. W. B.

Klaus Scholl

unread,
Aug 9, 2008, 9:32:25 PM8/9/08
to
Thomas Schade schrieb:

>> Was meinst Du mit "tief" <> "flach"?
>
> Möglicherweise tiefes Wasser vs. flaches Wasser.

Ich meinte "flach" im Sinne von "flaches, seichtes Gewässer". Wobei mir
jetzt auffällt, daß es wohl nur auf Gewässer paßt, da man nicht von
einer "flachen Grube" (im Ggs. zur "tiefen Grube") spricht.

Klaus Scholl

unread,
Aug 9, 2008, 9:39:33 PM8/9/08
to
Peter Wetschnigg schrieb:

> Das würde ich aus formalen Gründen nicht als Antonym bezeichnen. Ein
> Antonym muss m.E. aus einem einzigen Lexem bestehen, Wortgruppen sind nicht
> erlaubt. So wäre etwa "unleserlich" durchaus Antonym zu "leserlich", "nicht
> leserlich" aber nicht.

Nur formell betrachtet – d.h. nur auf die äußere Form bezogen – ist das so.

Wolfram Heinrich

unread,
Aug 9, 2008, 11:11:39 PM8/9/08
to
Am Sun, 10 Aug 2008 09:09:47 +0800 schrieb Heinz Lohmann:

> Marc Ruef schrieb:
>>Hallo,
>>
>>Ich hab versucht herauszufinden wie das Gegenwort von "steil" lautet.
>>Leider bin ich nicht fuendig geworden. Kann mir jemand helfen?
>
> Nochmals eine direkte Antwort, diesmal aus "Duden Taschenbücher. Wörter
> und Gegenwörter. 2., durchges. Auflage 1992:
> Steil: flach * sanft [steigend/falllend] * fliehend [Stirn)
>
> Man sieht, es kommt auch auf das Nomen an.
>
> Frage an die Gruppe: Wer weiß denn noch, was "ein steiler Zahn" ist/war?
>

Beim Durchschnittsalter dieser Gruppe gehe ich doch davon aus, daß nur
einige versprengte Jungspunde nachgoogeln müssen, was das Wort bedeutet.

Ciao
Wolfram
--
Wenn die Menschen plötzlich tugendhaft würden, so müßten viele Tausende
verhungern.
LICHTENBERG
<www.theodor-rieh.de> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it>

Thomas Schade

unread,
Aug 10, 2008, 7:05:20 AM8/10/08
to
On 10.08.2008 01:49, Christian Seidl wrote:

> Das schweizerdeutsche "gäch" – das auch im Bairischen "gaach" noch
> weiterlebt; die Nichtbajuwaren kennen vielleicht in München das
> Kulturzentrum "Gasteig" nach einem Flurnamen, der einen "gaachen
> Steig", also einen steilen Weg bezeichnet –

Der eine oder andere kennt vielleicht auch noch den 'Gachen Blick' bei
der Pillerhöhe. Von dort blickt man von der Straße ca. 700 m tief ins
Inntal.


Ciao
Toscha
--
Ruth rode on my motorbike directly back of me.
I hit a bump at 65, and rode on ruthlessly.

Ruud Harmsen

unread,
Aug 10, 2008, 7:22:23 AM8/10/08
to
Fri, 08 Aug 2008 23:36:44 +0200: Thomas Schade <tos...@rrr.de>: in
de.etc.sprache.deutsch:

>On 08.08.2008 23:26, Marc Ruef wrote:
>
>> Ich hab versucht herauszufinden wie das Gegenwort von "steil" lautet.
>> Leider bin ich nicht fuendig geworden. Kann mir jemand helfen?
>

>Im ersten Ansatz tendiere ich zu 'flach'. Prägnant zu sehen in dem
>Gegensatzpaar 'Steiler Zahn - Flachwichser'.

Über niederländisch "steil ~ flauw" komme ich (mit Wörterbuch) zu:
ein leichtes Gefälle,
eine leichte Steigung,
eine sanfte Steigung.

--
Ruud Harmsen, http://rudhar.com

Rolf Magnus

unread,
Aug 10, 2008, 8:09:31 AM8/10/08
to
Klaus Scholl wrote:

Man spricht aber z.B. auch von flachen und tiefen Tellern.

Marius Fraenzel

unread,
Aug 10, 2008, 9:03:23 AM8/10/08
to
Rolf Magnus schrieb:

"Man" spricht auch von flachen Gruben.

Gruß, Marius


--
Zehn Jahre drb!

http://bonaventura.musagetes.de/

Heinz Lohmann

unread,
Aug 10, 2008, 10:37:40 AM8/10/08
to
Wolfram Heinrich schrieb:

>> Frage an die Gruppe: Wer weiß denn noch, was "ein steiler Zahn" ist/war?
>>
>Beim Durchschnittsalter dieser Gruppe gehe ich doch davon aus, daß nur
>einige versprengte Jungspunde nachgoogeln müssen, was das Wort bedeutet.

Gibt's da in den Newsreadern einen verborgenen X-User-Age-Header?

mfg
Heinz Lohmann
Danshui, Taiwan
25°07'58"N 121°27'56"E
--

"I find television very educational. Every time someone switches it
on I go into another room and read a good book."
- Julius Henry (Groucho) Marx (1895-1977)

Joachim Pense

unread,
Aug 10, 2008, 12:57:18 PM8/10/08
to
Wolfram Heinrich (in de.etc.sprache.deutsch):

> Am Sun, 10 Aug 2008 09:09:47 +0800 schrieb Heinz Lohmann:
>
>> Marc Ruef schrieb:
>>>Hallo,
>>>
>>>Ich hab versucht herauszufinden wie das Gegenwort von "steil" lautet.
>>>Leider bin ich nicht fuendig geworden. Kann mir jemand helfen?
>>
>> Nochmals eine direkte Antwort, diesmal aus "Duden Taschenbücher. Wörter
>> und Gegenwörter. 2., durchges. Auflage 1992:
>> Steil: flach * sanft [steigend/falllend] * fliehend [Stirn)
>>
>> Man sieht, es kommt auch auf das Nomen an.
>>
>> Frage an die Gruppe: Wer weiß denn noch, was "ein steiler Zahn" ist/war?
>>
> Beim Durchschnittsalter dieser Gruppe gehe ich doch davon aus, daß nur
> einige versprengte Jungspunde nachgoogeln müssen, was das Wort bedeutet.
>

Na, ich denke, mit meinen Fuffzig bin ich da schon eher am oberen Rand der
Mehrheitsgruppe. Den unteren Rand schätze ich mal so auf 35. Steile Zähne
waren schon in meiner Kindheit etwas aus der Elterngeneration.

Joachim

Klaus Scholl

unread,
Aug 10, 2008, 1:16:20 PM8/10/08
to
Joachim Pense schrieb:

> Na, ich denke, mit meinen Fuffzig bin ich da schon eher am oberen Rand der
> Mehrheitsgruppe. Den unteren Rand schätze ich mal so auf 35. Steile Zähne
> waren schon in meiner Kindheit etwas aus der Elterngeneration.

Noch älter. Lat. dens ist bereits klassisch als Umschreibung für phallus
vorhanden. Gruß.

Wolfram Heinrich

unread,
Aug 10, 2008, 2:31:19 PM8/10/08
to

Ja, ja, nur ein "steiler Zahn" war immer weiblich.

Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, in Deutschland ist man den Sommer nicht so gewöhnt.
Jedes Jahr, sagt er, erwischt ihn die Hitze kalt.
<www.theodor-rieh.de> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it>

Klaus Scholl

unread,
Aug 10, 2008, 2:35:33 PM8/10/08
to
Wolfram Heinrich schrieb:

> Ja, ja, nur ein "steiler Zahn" war immer weiblich.

Dr. Watson, übernehmen sie. Darauf kann ich mir keinen Reim machen.

Wolfram Heinrich

unread,
Aug 10, 2008, 3:03:51 PM8/10/08
to

Nun, du bringst Zahn als Umschreibung für Penis ins Spiel. Ein steiler Zahn
war aber kein erigierter Penis, sondern ein(e) ausnehmend sexy
Mädchen/Frau.
Alles klar, Mr. Holmes?

Ciao
Wolfram
--
Ich denke, also bin ich hier falsch.
UNBEKANNTER MEISTER
<www.theodor-rieh.de> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it>

Joachim Pense

unread,
Aug 10, 2008, 3:18:58 PM8/10/08
to
Klaus Scholl (in de.etc.sprache.deutsch):

Ich hab auch schon mal gehört, das käme von engl. "toots" 'Schätzchen'.

Joachim

Klaus Scholl

unread,
Aug 10, 2008, 4:52:04 PM8/10/08
to
Wolfram Heinrich schrieb:

> Nun, du bringst Zahn als Umschreibung für Penis ins Spiel. Ein steiler Zahn
> war aber kein erigierter Penis, sondern ein(e) ausnehmend sexy
> Mädchen/Frau.
> Alles klar, Mr. Holmes?

Das habe ich verstanden, lieber Watson. Was mich vor Rätsel stellt ist,
wie es dazu kommt, daß man eine Frau so bezeichnet, bzw. worin der
Zusammenhang zw. "Zahn" und "Frau" besteht. Oder, einfacher formuliert,
wie diese Wendung entstanden ist. Grüße.

Thomas Schade

unread,
Aug 10, 2008, 5:28:11 PM8/10/08
to

Im Zeitalter, als 'steiler Zahn' noch en vogue war, hat sich beim
Vorbeiflanieren eines solchen derjenige möglicherweise spontan erhoben.
Sodass irgendwann die Bedeutung übersprang vom Ergebnis zur Ursache.


Ciao
Toscha
--
Life goes by so fast, you only want to do what you think is right.
Close your eyes and then it's past - story of my life.
[Social Distortion]

Heinz Lohmann

unread,
Aug 10, 2008, 8:56:43 PM8/10/08
to
Joachim Pense schrieb:
Mal wieder den Küpper:

3. Mädchen; intime Freundin. Fußt auf jidd »sona = Dirne«. Am
bekanntesten (wiewohl unverstanden) in der »Dreigroschenoper« von Bert
Brecht: »Und der Haifisch (aus jidd 'cheifez = Zuhälter'), der hat
Zähne, und die trägt er im Gesicht« (und der Zuhälter, der hat Dirnen,
und die hält er unter Aufsicht). Aufgekommen gegen 1950 als
Halbwüchsigenvokabel mit hohem Beliebtheitsgrad.

4. Prostituierte. 1920 ff.

5. intimer Freund eines Mädchens. Jug 1965 ff.
[Wörterbuch: Zahn. Wörterbuch der deutschen Umgangssprache, S. 31520
(vgl. Küpper-WddU, S. 936) (c) Marianne Küpper]

mfg
Heinz Lohmann
Danshui, Taiwan
25°07'58"N 121°27'56"E
--

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.

Message has been deleted

Joachim Pense

unread,
Aug 10, 2008, 11:55:44 PM8/10/08
to
Heinz Lohmann (in de.etc.sprache.deutsch):

> Joachim Pense schrieb:
>>Klaus Scholl (in de.etc.sprache.deutsch):
>>
>>> Joachim Pense schrieb:
>>>> Na, ich denke, mit meinen Fuffzig bin ich da schon eher am oberen Rand
>>>> der Mehrheitsgruppe. Den unteren Rand schätze ich mal so auf 35. Steile
>>>> Zähne waren schon in meiner Kindheit etwas aus der Elterngeneration.
>>>
>>> Noch älter. Lat. dens ist bereits klassisch als Umschreibung für phallus
>>> vorhanden. Gruß.
>>
>>Ich hab auch schon mal gehört, das käme von engl. "toots" 'Schätzchen'.
>>
> Mal wieder den Küpper:
>

...

Hat der auch was zum Attribut "steil"?

Joachim

Heinz Lohmann

unread,
Aug 11, 2008, 4:51:27 AM8/11/08
to
Joachim Pense schrieb:

>> Mal wieder den Küpper:
>>
>
>...
>
>Hat der auch was zum Attribut "steil"?

Hatter:

steil adj

1. höchst eindrucksvoll; von guter Figur; anziehend; sehr sympathisch.
Leitet sich her von der Vorstellung steil aufsteigender Berge und
Gebirgszüge; wohl beeinflußt von angloamerikan »steep«. Halbw 1955 ff.

2. unübertrefflich. 1965 ff.

3. unnahbar, abweisend. Vom Begriff »steil aufragend« über »schwer
erreichbar« weiterentwickelt zu »trotzig, stolz«. 1400 ff. Nach 1950
erneut aufgelebt.
[Wörterbuch: steil. Wörterbuch der deutschen Umgangssprache, S. 26955
(vgl. Küpper-WddU, S. 795) (c) Marianne Küpper]

mfg
Heinz Lohmann
Danshui, Taiwan
25°07'58"N 121°27'56"E
--

"Anyone who says he can see through women is missing a lot."
- Groucho Marx

Wolfram Heinrich

unread,
Aug 11, 2008, 6:03:32 AM8/11/08
to

Tja, das weiß ich auch nicht. Da müßte ich nachschauen, aber nachschauen
kannst du ja selber.

Ciao
Wolfram
--
Nur wer gesunden Menschenverstand hat, wird verrückt.
STANISLAW JERZY LEC
<www.theodor-rieh.de> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it>

Wolfram Heinrich

unread,
Aug 11, 2008, 6:05:01 AM8/11/08
to
Am Sun, 10 Aug 2008 23:28:11 +0200 schrieb Thomas Schade:

> On 10.08.2008 22:52, Klaus Scholl wrote:

>> Das habe ich verstanden, lieber Watson. Was mich vor Rätsel stellt ist,
>> wie es dazu kommt, daß man eine Frau so bezeichnet, bzw. worin der
>> Zusammenhang zw. "Zahn" und "Frau" besteht. Oder, einfacher formuliert,
>> wie diese Wendung entstanden ist. Grüße.
>
> Im Zeitalter, als 'steiler Zahn' noch en vogue war, hat sich beim
> Vorbeiflanieren eines solchen derjenige möglicherweise spontan erhoben.
> Sodass irgendwann die Bedeutung übersprang vom Ergebnis zur Ursache.
>

Als "steiler Zahn" noch en vogue war, war die Erektion noch nicht erfunden.
Solche Schweinereien gab es damals nicht.

Ciao
Wolfram
--
Ich fand irgendwo die Aufschrift: »Man bittet den Ort so zu verlassen, wie
man ihn anzutreffen wünscht«. Wenn doch die Erzieher des Lebens nur halb so
eindrucksvoll zu den Menschen sprächen wie die Hotelbesitzer!
KARL KRAUS
<www.theodor-rieh.de> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it>

Wolfram Heinrich

unread,
Aug 11, 2008, 6:08:37 AM8/11/08
to
Am 11 Aug 2008 01:26:47 GMT schrieb Stefan Ram:

> Heinz Lohmann <lese...@sofort-mail.de> writes:
>>3. Mädchen; intime Freundin. Fußt auf jidd »sona = Dirne«. [...]


>>5. intimer Freund eines Mädchens. Jug 1965 ff.
>

> »Im modernen Sprachgebrauch sollte das Wort Mädchen
> nur noch in der Bedeutung Kind weiblichen Geschlechts
> verwendet werden.
>
> In den weiteren veraltenden od. veralteten Bedeutungen
> gilt die Bezeichnung Mädchen zunehmend als diskriminierend.«
>
Na ja, letztere Anmerkung ist vielleicht doch (noch) ein bisserl zu kraß.
Obwohl ich durchaus sehe, daß das Wort "Mädchen" dabei ist, dieselbe
Karriere ins Negative zu durchlaufen wie seinerzeit das Wort "Dirne".

Ciao
Wolfram
--
Unternehmer - Kein schlechter Beruf, wenn auch Obernehmer lukrativer ist.
<www.theodor-rieh.de> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it>

Richard Loebner

unread,
Aug 11, 2008, 6:51:50 AM8/11/08
to
The message <1fsbt5wcbctjn$.d...@www.theodor-rieh.de>
from Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> contains these words:

Ist "Unternehmer" (in der deutschen Sprache) ein Beruf?
Im englischen ist der "undertaker" ein Leichenbestatter, also ein Beruf,
aber ein "undertaking" ist ein Unternehmen, also ein Gewerbe.
Lach mir was Neues.

--
Gruß
Richard

Andreas Höfeld

unread,
Aug 11, 2008, 7:56:26 AM8/11/08
to
Nachricht von Richard Loebner:

>> Unternehmer - Kein schlechter Beruf, wenn auch Obernehmer lukrativer ist.
>> <www.theodor-rieh.de> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
>> <www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it>
>
> Ist "Unternehmer" (in der deutschen Sprache) ein Beruf?
> Im englischen ist der "undertaker" ein Leichenbestatter, also ein Beruf,
> aber ein "undertaking" ist ein Unternehmen, also ein Gewerbe.

Im Deutschen ist ein Unternehmer jemand, der ein Unternehmen führt. Der
"undertaker" heißt "Bestatter" (false friend für Deutsche). Das
"Leichen-" wird im Geschäftsverkehr nicht mehr verwendet. Das kommt
daher, daß

1. Lebendigbestattungen mangels Rechtsgrundlage etwas aus der Mode sind

2. die Kunden von Bestattern meistens Verwandte des zu Bestattenden
sind. Diese begreifen sich eher als Verwandte eines Verstorbenen, nicht
einer Leiche. Freunde flacher Behältnisse für Lipide finden hier ein
weites Betätigungsfeld.

Andreas

Richard Loebner

unread,
Aug 11, 2008, 9:07:14 AM8/11/08
to
The message <48a028df$0$1075$9b4e...@newsspool3.arcor-online.net>
from =?ISO-8859-15?Q?Andreas_H=F6feld?= <m...@privacy.net> contains these words:

> Nachricht von Richard Loebner:

> Andreas
Was du nicht sagst, aber ich erwarte eine Erklärung des Verhältnises
zwischen Beruf und Gewerbe, gell?

--
Gruß
Richard

Andreas Höfeld

unread,
Aug 11, 2008, 10:06:33 AM8/11/08
to
Nachricht von Richard Loebner:

>>>> Unternehmer - Kein schlechter Beruf, wenn auch Obernehmer lukrativer ist.
>>>> <www.theodor-rieh.de> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
>>>> <www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it>
>>> Ist "Unternehmer" (in der deutschen Sprache) ein Beruf?
>>> Im englischen ist der "undertaker" ein Leichenbestatter, also ein Beruf,
>>> aber ein "undertaking" ist ein Unternehmen, also ein Gewerbe.
>
>> Im Deutschen ist ein Unternehmer jemand, der ein Unternehmen führt. Der
>> "undertaker" heißt "Bestatter" (false friend für Deutsche). Das
>> "Leichen-" wird im Geschäftsverkehr nicht mehr verwendet. Das kommt
>> daher, daß
>
>> 1. Lebendigbestattungen mangels Rechtsgrundlage etwas aus der Mode sind
>
>> 2. die Kunden von Bestattern meistens Verwandte des zu Bestattenden
>> sind. Diese begreifen sich eher als Verwandte eines Verstorbenen, nicht
>> einer Leiche. Freunde flacher Behältnisse für Lipide finden hier ein
>> weites Betätigungsfeld.
>
>> Andreas
> Was du nicht sagst, aber ich erwarte eine Erklärung des Verhältnises
> zwischen Beruf und Gewerbe, gell?

Du erwartest? Dann wende dich bitte an die Usenetverwaltung und erneuere
dein Wikipedia-Abo:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gewerbe
http://de.wikipedia.org/wiki/Freiberuf
http://de.wikipedia.org/wiki/Beruf

MfG

[unleserlich]


Oliver Cromm

unread,
Aug 11, 2008, 12:47:30 PM8/11/08
to
* Joachim Pense <sn...@pense-mainz.eu> schrieb:

Natürlich habe ich (43) das nicht mehr ernsthaft verwendet, aber in
meinem Alter halte ich es für selbstverständlich, daß man das noch
passiv kennt, zumindest, wenn man eine Affinität zum Wort hat, was in
dieser Gruppe der Regelfall sein sollte.

--
von Muret ein gugeln guot
mit lûtrem vêhen bunde
V. D. HAGEN

Oliver Cromm

unread,
Aug 11, 2008, 12:47:28 PM8/11/08
to
* Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> schrieb:

> Am 11 Aug 2008 01:26:47 GMT schrieb Stefan Ram:
>
>> Heinz Lohmann <lese...@sofort-mail.de> writes:
>>>3. Mädchen; intime Freundin. Fußt auf jidd »sona = Dirne«. [...]
>>>5. intimer Freund eines Mädchens. Jug 1965 ff.
>>
>> »Im modernen Sprachgebrauch sollte das Wort Mädchen
>> nur noch in der Bedeutung Kind weiblichen Geschlechts
>> verwendet werden.
>>
>> In den weiteren veraltenden od. veralteten Bedeutungen
>> gilt die Bezeichnung Mädchen zunehmend als diskriminierend.«
> Na ja, letztere Anmerkung ist vielleicht doch (noch) ein bisserl zu kraß.

Das denke ich auch. Das Alter führt bei mir dazu, daß ich das Wort
wieder breiter anwende, denn der Unterschied zwischen 12- und 20jährigen
verblaßt allmählich. Einfluß des Englischen mag ich auch nicht ganz
ausschließen.

> Obwohl ich durchaus sehe, daß das Wort "Mädchen" dabei ist, dieselbe
> Karriere ins Negative zu durchlaufen wie seinerzeit das Wort "Dirne".

"Dieselbe" halte ich für übertrieben, auch wenn das schon seit langem
für leichte solche gilt. Ich fürchte, die Dudenredaktion hat Lucilectric
verpaßt.

--
GUGELFUHR(E), f., scherz, spasz, narrheit,
GRIMM, Deutsches Wörterbuch

Michael Pronay

unread,
Aug 11, 2008, 12:52:06 PM8/11/08
to
Christian Seidl <se...@indoger.unizh.ch> wrote:

> Das schweizerdeutsche "gäch" – das auch im Bairischen "gaach"
> noch weiterlebt

"Fix Laudon, des is aber gach ganga!"

Ludwig Ganghofer in LTdM (aus dem Gedächtnis zitiert)

M.

Helmut P. Einfalt

unread,
Aug 11, 2008, 2:04:02 PM8/11/08
to
Christian Seidl beliebte zu schreiben :
>>>> Doch, aber dafür hat der Schweizer den speziellen Begriff "gäch".
>>
>>> Das gibts auch auf Schriftdeutsch; dort heißt das dann "jäh".
>>
>> Hat aber für sich allein nicht diese Bedeutung, allein heißt es nur
>> "plötzlich" (MUSEN). Es gibt auch ein paar Leute, die "jäh
>> ansteigend" schreiben; für üblich halte ich das nicht, aber für
>> verständlich.

>
> Das schweizerdeutsche "gäch" – das auch im Bairischen "gaach" noch
> weiterlebt;

Im Salzburgischen (und in den Mundarten des Salzkammerguts) ist "gach"
stets "jäh, Häjlings, unvermutet, plötzlich", aber auch "schnell", und
wenns da "gach åbi" geht, dann gehts "jählings hinunter" -- aber nicht
notwendigerweise steil. "Kimmst gach amoi zuwa" -- "kommst du schnell
einmal her?"

"Steil" wiederum wäre "sticki" -- "vo mi, då gehts zeascht fei sticki
åwi, åft kimmt a ebans Stickei, ehvur's åft gach wieda sticki wead."

Helmut

--
Nach dera Zei'n kimmt nix mehr

Message has been deleted

Andreas Karrer

unread,
Aug 11, 2008, 3:28:35 PM8/11/08
to
* Martin Gerdes <martin...@gmx.de>:

> Im Schwäbischen Wörterbuch finde ich eine ganze Menge Begriffe, die
> nicht zu meinem Wortschatz gehören, unter anderem "gagen" (wohl
> Grundverb zum Faktitivum "gägen"),

In meinem Schweizerdeutsch durchaus noch im Gebrauch: gaagele, seltener
gaage, schaukeln. Man kann mit einem Schaukelstuhl gaagelen, oder indem
man mit einem normalen Stuhl auf den hinteren Beinen balanciert. Ein
Stuhl oder ein Tisch kann von sich aus gaagelen, wenn eines der Beine
zu kurz ist. Ein nervöses Kind kann man als Gaageli bezeichnen.

Wenn man sich auf Kinderspielplätzen umhört, ist es aber klar, dass
diese Wörter am Verschwinden sind. Viele machen keinen Unterschied
zwischen der Wippe für zwei Kinder und dem Brett-an-zwei-Seilen für
eines, beides heisst "Schaukel" und man "schaukelt" damit. Korrekt ist
das eine eine Gigampfi und das andere ein Riitseil (Reitseil) oder eine
Giireiti oder -reizi.

- Andi

Wolfram Heinrich

unread,
Aug 11, 2008, 3:29:59 PM8/11/08
to
Am Mon, 11 Aug 2008 11:51:50 +0100 schrieb Richard Loebner:

> The message <1fsbt5wcbctjn$.d...@www.theodor-rieh.de>
> from Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> contains these words:
>

>> --
>> Unternehmer - Kein schlechter Beruf, wenn auch Obernehmer lukrativer ist.
>> <www.theodor-rieh.de> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
>> <www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it>
>
> Ist "Unternehmer" (in der deutschen Sprache) ein Beruf?

Darüber mag man streiten. Wenn ein Bäcker eine Bäckerei aufmacht, ist er
auch Unternehmer, von Beruf aber Bäcker. Hat er irgendwann eine
Großbäckerei mit 312 Filialen und Belieferung von Aldi u. dergl., dann
sollte er seinem Nachfolger dringend dazu raten, nicht Bäcker zu lernen,
sondern Betriebswirtschaft zu studieren.
Bei Unternehmen dieser Größenordnung muß der Unternehmer ein solches
Unternehmen verwalten können, völlig egal, was das Unternehmen nun
herstellt.

Ciao
Wolfram
--
Alles im Lot
Ich hab' ein Senkblei, aus purem Gold -old -old, / Ich hab' ein Senkblei
aus purem Golde, / Und dieses Senkblei, das gute Stück -ück, -ück, / Bringt
mir im Leben so viel Glück.
<www.theodor-rieh.de> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it>

Wolfram Heinrich

unread,
Aug 11, 2008, 3:33:29 PM8/11/08
to

Ich weiß nicht. Es gab mal eine Zeit, die so lange noch nicht her ist, da
hat man gekichert, wenn eine junge Frau auf die Frage, was sie derzeit so
mache, antwortete, sie sei Praktikantin.

Gut, "Praktikantin" hat sich inzwischen wieder auf den Normalzustand
eingepegelt. Clintons Abenteuer blieben Episode.

Ciao
Wolfram
--
Wo Rauch ist, ist auch Feuer - ein frischer Mist tut's aber auch.
RODA RODA
<www.theodor-rieh.de> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it>

Richard Loebner

unread,
Aug 11, 2008, 3:39:08 PM8/11/08
to
The message <48a0475f$0$1075$9b4e...@newsspool3.arcor-online.net>

from =?ISO-8859-15?Q?Andreas_H=F6feld?= <m...@privacy.net> contains these words:

> Nachricht von Richard Loebner:

Jetzt bist du völlig auf einen Abweg gelangt.
Meine implizierte Frage war doch ob der Begriff "Unternehmer" als Beruf
gilt, da ein Unternehmen bloß eine Firma bezeichnet.

--
Gruß
Richard

Oliver Cromm

unread,
Aug 11, 2008, 6:42:32 PM8/11/08
to
* "Helmut P. Einfalt" <helmut.p.einfalt_DELETETHIS@_XXX_aon.at> wrote:

> "Steil" wiederum wäre "sticki" -- "vo mi, då gehts zeascht fei sticki
> åwi, åft kimmt a ebans Stickei, ehvur's åft gach wieda sticki wead."

Zwischendurch hast Du mich verloren - geht's nun in dieser Schilderung
irgendwo steil hinab? Darum ging es nämlich in diesem Teilfaden
vorwiegend.

--
A chrysanthemum by any other name would be easier to spell.
Peter Moylan in alt.usage.english

Oliver Cromm

unread,
Aug 11, 2008, 6:42:31 PM8/11/08
to
* Richard Loebner <rich...@zetnet.co.uk> schrieb:

> The message [...] from Andreas Höfeld [...] contains these words:


>
>> Nachricht von Richard Loebner:
>
>>>>>> Unternehmer - Kein schlechter Beruf, wenn auch Obernehmer
>>>>>> lukrativer ist.
>>>

>>>> Im Deutschen ist ein Unternehmer jemand, der ein Unternehmen führt.

>>> Was du nicht sagst, aber ich erwarte eine Erklärung des Verhältnises


>>> zwischen Beruf und Gewerbe, gell?
>
>> Du erwartest? Dann wende dich bitte an die Usenetverwaltung und erneuere
>> dein Wikipedia-Abo:
>

> Jetzt bist du völlig auf einen Abweg gelangt.
> Meine implizierte Frage war doch ob der Begriff "Unternehmer" als Beruf
> gilt, da ein Unternehmen bloß eine Firma bezeichnet.

Ein Unternehmer kann auch bloßer Eigentümer sein, das wäre MUSEN kein
Beruf, aber wenn er, wie üblich und oben behauptet, das Unternehmen
führt, dann ist er Manager, und das halte ich für einen Beruf.

--
die gugel gehört seit je zur narrenkleidung:
GRIMM, Deutsches Wörterbuch

Helmut P. Einfalt

unread,
Aug 11, 2008, 10:35:08 PM8/11/08
to
Oliver Cromm beliebte zu schreiben :

> * "Helmut P. Einfalt" <helmut.p.einfalt_DELETETHIS@_XXX_aon.at> wrote:
>
>> "Steil" wiederum wäre "sticki" -- "vo mi, då gehts zeascht fei sticki
>> åwi, åft kimmt a ebans Stickei, ehvur's åft gach wieda sticki wead."
>
> Zwischendurch hast Du mich verloren - geht's nun in dieser Schilderung
> irgendwo steil hinab? Darum ging es nämlich in diesem Teilfaden
> vorwiegend.

Von mir gehts zuerst recht steil hinab, dann kommt ein ebenes Stück,
bevor es dann plötzlich wieder steil wird.

"sticki" = "steil"
"a Stickei" = "ein Stückchen"
"gach" = "plötzlich"

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Christian Seidl

unread,
Aug 12, 2008, 3:29:54 AM8/12/08
to
On 12 Aug., 06:00, Martin Gerdes <martin.ger...@gmx.de> wrote:
> Andreas Karrer <ak...@gmx.ch> schrieb:

>
> >> Im Schwäbischen Wörterbuch finde ich eine ganze Menge Begriffe, die
> >> nicht zu meinem Wortschatz gehören, unter anderem "gagen" (wohl
> >> Grundverb zum Faktitivum "gägen"),
> >In meinem Schweizerdeutsch durchaus noch im Gebrauch: gaagele, seltener
> >gaage, schaukeln. Man kann mit einem Schaukelstuhl gaagelen, oder indem
> >man mit einem normalen Stuhl auf den hinteren Beinen balanciert.
>
> Das kenne ich als "gautschen".

>
> >Ein Stuhl oder ein Tisch kann von sich aus gaagelen, wenn eines der Beine
> >zu kurz ist. Ein nervöses Kind kann man als Gaageli bezeichnen.
>
> Im Schwäbischen kann man sich "gaggelig" (schwankend) bewegen.

>
> >Wenn man sich auf Kinderspielplätzen umhört, ist es aber klar, dass
> >diese Wörter am Verschwinden sind.
>
> :-)

>
> >Viele machen keinen Unterschied zwischen der Wippe für zwei Kinder und
> >dem Brett-an-zwei-Seilen für eines, beides heisst "Schaukel" und man
> >"schaukelt" damit. Korrekt ist das eine eine Gigampfi und das andere
> >ein Riitseil (Reitseil) oder eine Giireiti oder -reizi.
>
> OB das "korrekt" ist, will ich mal dahingestellt lassen. Auf "früher
> üblich" könnte ich mich einlassen. Dialekte sind wohl allgemein am
> Schwinden,

In Deutschland ja. In der Schweiz sicher nicht. – Die von Andi
geschilderten Kinderspielzeuge standen früher bei uns im Hof herum und
wurden rege benutzt; mittlerweile hat man sie abmontiert – ebenso wie
die Tafel, dass das Fußballspielen verboten sei. Jetzt wird halt mit
Leidenschaft "getschuttet".

> aber auch in der Hochsprache schrumpft der Wortschatz der
> Leute.

Das ist mir zu sehr verallgemeinert. Und kein Zeichen der Zeit: Schon
von Adenauer wurde ja gesagt, dass er einen winzigen Wortschatz habe.

> Man hat mir als Kind beispielsweise die Märchen der Brüder Grimm
> vorgelesen; darin kommt so manches Wort vor, das ich damals nicht
> kannte, das man mir also erklären mußte. Wenn das Märchenvorlesen
> unterbleibt, unterbleibt aber auch diese Wortschatzerweiterung.

Das ja. Aber Unterschichtenkindern hat man auch früher keine Märchen
vorgelesen. Dafür hatten die Eltern einfach keine Zeit. Zutreffen wird
dein Befund wohl nur für die obere Unterschicht, die früher noch
glaubte, durch Bildung den Aufstieg zu schaffen und jetzt merkt, dass
man das auch viel einfacher durch Geldscheffeln bewerkstelligen kann.

> Wenn ich mir im Schwäbischen unsicher bin, rufe ich meiner Mutter :-) an
> und frage sie. In den meisten Fällen kann sie mir dann weiterhelfen.
> Stets aber fügt sie dazu, daß selbst ihre Altersgenossen sich immer
> wieder wunderten, welche Ausdrücke sie noch kenne, und wenn ich in meine
> Heimatstadt zurückkomme, wundere ich mich immer wieder über die
> Tatsache, daß die Leute deutlich näher an der Schrift sprechen als ich
> es von früher kannte. Normierdende Wirkung der Medien, nehme ich an.

Die Wirkung der sprachlichen Erziehung im trauten Heim sollte man
nicht unterschätzen.

> Ein Kind aus der Bekanntschaft hat seine ersten Jahre im Münchner Raum
> gelebt (etwa von 0 bis 6), ist dann nach Frankfurt verzogen (von 6 bis
> 12). Nun geht es nach Stuttgart. Zum großen Stolz seiner Mutter, die mit
> deutlich schwäbischer Färbung spricht, spricht es ohne Akzent; man
> erkennt seine Herkunft im Feinen also nicht an seiner Sprache.

Mir sind auch solche Fälle von solch stolzen Müttern bekannt. Bei
denen merke ich jedoch, dass sie zwar im Alltagsleben – wie du es
schilderst – recht dialektnah sprechen, mit den Kindern jedoch
praktisch (so gut sie können) Standarddeutsch. Der Grund ist leicht
einzusehen: Wenn Dialekt als derart bäh gilt, wird man seinen Kindern
keine solche Hypothek mit ins Leben geben wollen.

Wie läuft das im Falle der von dir geschilderten Mutter?

Ch.

Richard Loebner

unread,
Aug 12, 2008, 7:18:40 AM8/12/08
to
The message <48a07f4a$0$2147$91ce...@newsreader02.highway.telekom.at>
from "Helmut P. Einfalt" <helmut.p.einfalt_DELETETHIS@_XXX_aon.at>
contains these words:

> snip <

> Im Salzburgischen (und in den Mundarten des Salzkammerguts) ist "gach"
> stets "jäh, Häjlings, unvermutet, plötzlich", aber auch "schnell", und
> wenns da "gach åbi" geht, dann gehts "jählings hinunter" -- aber nicht
> notwendigerweise steil. "Kimmst gach amoi zuwa" -- "kommst du schnell
> einmal her?"

Meine längst verstorbene Tante war Dorfschullehrerin in Mittersill im
Pinzgau, sie pflegte ihren Schülern das "Gache" abzugewöhnen.

--
Gruß
Richard

Joachim Pense

unread,
Aug 12, 2008, 11:55:41 AM8/12/08
to
Martin Gerdes (in de.etc.sprache.deutsch):


> Schwinden, aber auch in der Hochsprache schrumpft der Wortschatz der
> Leute. Man hat mir als Kind beispielsweise die Märchen der Brüder Grimm


> vorgelesen; darin kommt so manches Wort vor, das ich damals nicht
> kannte, das man mir also erklären mußte. Wenn das Märchenvorlesen
> unterbleibt, unterbleibt aber auch diese Wortschatzerweiterung.
>

Das ist dein Ernst? Solche Sprüche hätte ich jetzt von dir nicht erwartet.

Joachim

Diedrich Ehlerding

unread,
Aug 12, 2008, 2:42:29 PM8/12/08
to
Wolfram Heinrich meinte:

> Obwohl ich durchaus sehe, daß das Wort "Mädchen" dabei ist, dieselbe
> Karriere ins Negative zu durchlaufen wie seinerzeit das Wort "Dirne".

Allerdings ist ein "Dirndlkleid" in Bayern ebensowenig die
Berufskleidung einer Prostituierten, wie eine "Deern" an der
Nordseeküste scheel anzusehen ist. "Dirne" ist anscheinend nur in der
Hochsparcahe negativ konnotiert, aber weder in südlichen noch in
nördlichen Randgebieten.

Diedrich
--
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Diedrich Ehlerding

unread,
Aug 12, 2008, 2:53:18 PM8/12/08
to
Oliver Cromm meinte:


> Ein Unternehmer kann auch bloßer Eigentümer sein, das wäre MUSEN kein
> Beruf, aber wenn er, wie üblich und oben behauptet, das Unternehmen
> führt, dann ist er Manager, und das halte ich für einen Beruf.

"Manager" ist auch einer der hier zu Gruppe beliebten beliebten
Änglizismen. Im englischen Sprachgebiet ist fast jeder ein "manager",
der auch nur ein klitzekleines Stück Verantwortung zu tragen hat; schon
der Vorgesetzte niedrigster Ordnung ist für seine Untergebenen "my
manager", auch ein Personaldisponent ist "manager". Das, was im
Deutschen bzw. Gerlischen "Manager" heißt, ist dort ein "executive"
oder ein "chief XYZ officer".

Aber auch ein solcher "executive" oder "chief wasweißich executive" ist
nicht notwendigerweise Unternehmer, bzw. sogar im Allgemeinen kein
solcher. "Unternehmer" ist nach meinem Verstöndnis derjenige, der seine
eigene, ihm zum wesentlichen teil gehörende Firma selbst führt oder sie
mindestens beaufsichtsratet. Wer sein Geld für sich arbeiten lässt, ist
für mich "Kapitalanleger", aber ebensowenig Unternehmer wie ein
angestellter Geschäftsführer oder Aufsichtsratsvorsitzender, der nicht
sein eigenes Geld vertritt, sondern das der Bank, bei der er angestellt
ist.

Diedirch

Joachim Pense

unread,
Aug 12, 2008, 3:44:49 PM8/12/08
to
Diedrich Ehlerding (in de.etc.sprache.deutsch):

> Oliver Cromm meinte:
>
>
>> Ein Unternehmer kann auch bloßer Eigentümer sein, das wäre MUSEN kein
>> Beruf, aber wenn er, wie üblich und oben behauptet, das Unternehmen
>> führt, dann ist er Manager, und das halte ich für einen Beruf.
>
> "Manager" ist auch einer der hier zu Gruppe beliebten beliebten
> Änglizismen. Im englischen Sprachgebiet ist fast jeder ein "manager",
> der auch nur ein klitzekleines Stück Verantwortung zu tragen hat; schon
> der Vorgesetzte niedrigster Ordnung ist für seine Untergebenen "my
> manager", auch ein Personaldisponent ist "manager".

Stimmt nicht. Ich kenne aus amerikanischen Betrieben die unter den Managern
gelagerten Vorgesetztenbezeichnungen "Supervisor", und darunter "Team
Leader".

> Das, was im
> Deutschen bzw. Gerlischen "Manager" heißt, ist dort ein "executive"
> oder ein "chief XYZ officer".

Executive wiederum ist wohl nur ganz ganz oben.


Joachim

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Oliver Cromm

unread,
Aug 12, 2008, 6:43:01 PM8/12/08
to
* Rüdiger Silberer <Use...@Silberer.net> wrote:

> Am 11.08.2008 schrieb Andreas Karrer:
>
>> * Martin Gerdes <martin...@gmx.de>:
>>
>>> Im Schwäbischen Wörterbuch finde ich eine ganze Menge Begriffe, die
>>> nicht zu meinem Wortschatz gehören, unter anderem "gagen" (wohl
>>> Grundverb zum Faktitivum "gägen"),
>>
>> In meinem Schweizerdeutsch durchaus noch im Gebrauch: gaagele, seltener
>> gaage, schaukeln. Man kann mit einem Schaukelstuhl gaagelen, oder indem
>> man mit einem normalen Stuhl auf den hinteren Beinen balanciert. Ein
>> Stuhl oder ein Tisch kann von sich aus gaagelen, wenn eines der Beine
>> zu kurz ist. Ein nervöses Kind kann man als Gaageli bezeichnen.
>

> Gaageln, oder als Adjektiv gaagled, gibt es bei uns in Mittelfranken
> auch. Gaageln bedeutet herumwackeln, herumtandern und ein gaagleds Regal
> ist eins das schon vom Anschauen zusammenfällt.

Das kenne ich als (nach dem Ohr niedergeschrieben) gakelig. Allerdings
stelle ich mir da etwas vor, das von der Substanz her schon nichts
aushält, also kein in die Jahre gekommenes und darum schiefes, aber
einst solides Eichenholzregal.

"Gageln" ist mir dagegen nicht geläufig. Das ostmitteldeutsche
"geigeln", Substantiv "Geigel", hat wohl eher nichts damit zu tun, oder?

Oliver Cromm

unread,
Aug 12, 2008, 6:43:01 PM8/12/08
to
* Martin Gerdes <martin...@gmx.de> wrote:

> Ein Kind aus der Bekanntschaft hat seine ersten Jahre im Münchner Raum
> gelebt (etwa von 0 bis 6), ist dann nach Frankfurt verzogen (von 6 bis
> 12). Nun geht es nach Stuttgart. Zum großen Stolz seiner Mutter, die mit
> deutlich schwäbischer Färbung spricht, spricht es ohne Akzent; man
> erkennt seine Herkunft im Feinen also nicht an seiner Sprache.

In München und Frankfurt war es vielleicht für die Integration schon von
Vorteil, wenn das Kind nicht schwäbelt. Oder wie ist das heutzutage?
Über die seltenen Mitschüler mit sächsischem oder bayrischem Alzent
wurde bei uns durchaus gekichert, auch noch nach vielen Monaten:
"Kemie?? <glucks>"

--
Bill Gates working as a waiter:
- Waiter, there's a fly in my soup
- Try again, maybe it won't be there this time

Oliver Cromm

unread,
Aug 12, 2008, 6:43:01 PM8/12/08
to
* Diedrich Ehlerding <diedrich....@t-online.de> wrote:

> Oliver Cromm meinte:
>
>> Ein Unternehmer kann auch bloßer Eigentümer sein, das wäre MUSEN kein
>> Beruf, aber wenn er, wie üblich und oben behauptet, das Unternehmen
>> führt, dann ist er Manager, und das halte ich für einen Beruf.
>
> "Manager" ist auch einer der hier zu Gruppe beliebten beliebten
> Änglizismen. Im englischen Sprachgebiet ist fast jeder ein "manager",
> der auch nur ein klitzekleines Stück Verantwortung zu tragen hat;

Na gut, ich meinte oben halt den "Manager" im Deutschen von vor 30
Jahren, also den mit der gleichnamigen Krankheit.

Ich bin übrigens trotz englischsprachiger Hierarchie weder "manager",
noch habe ich einen solchen über mir.

--
Bug: An elusive creature living in a program that makes it incorrect.
The activity of "debugging," or removing bugs from a program, ends
when people get tired of doing it, not when the bugs are removed.

Heinz Lohmann

unread,
Aug 12, 2008, 8:33:04 PM8/12/08
to
Diedrich Ehlerding schrieb:

>"Manager" ist auch einer der hier zu Gruppe beliebten beliebten
>Änglizismen. Im englischen Sprachgebiet ist fast jeder ein "manager",
>der auch nur ein klitzekleines Stück Verantwortung zu tragen hat; schon
>der Vorgesetzte niedrigster Ordnung ist für seine Untergebenen "my
>manager", auch ein Personaldisponent ist "manager". Das, was im
>Deutschen bzw. Gerlischen "Manager" heißt, ist dort ein "executive"
>oder ein "chief XYZ officer".

Deutsch: Geschäftsführer?

mfg
Heinz Lohmann
Danshui, Taiwan
25°07'58"N 121°27'56"E
--
Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.

Richard Loebner

unread,
Aug 13, 2008, 6:12:07 AM8/13/08
to
The message <l529n5x...@diedrich.ehlerding.dialin.t-online.de>
from Diedrich Ehlerding <diedrich....@t-online.de> contains these words:

> Path:
> master.news.zetnet.net!peer.news.zetnet.net!zen.net.uk!dedekind.zen.co.uk!feeder.erje.net!newsfeed.straub-nv.de!news.k-dsl.de!news.uni-stuttgart.de!rz.uni-karlsruhe.de!akk.uni-karlsruhe.de!newsfeedt0.toon.t-online.de!newsmm00.sul.t-online.de!t-online.de!news.t-online.com!not-for-mail
> From: Diedrich Ehlerding <diedrich....@t-online.de>
> Newsgroups: de.etc.sprache.deutsch
> Subject: Re: Antonym von steil
> Date: Tue, 12 Aug 2008 20:42:29 +0200
> Organization: kreatives Chaos auf dem Schreibtisch
> Lines: 16
> Message-ID: <l529n5x...@diedrich.ehlerding.dialin.t-online.de>
> References: <9688e$489cba16$5448004c$12...@news.hispeed.ch>
> <6g6tetF...@mid.individual.net>
> <bxoei6kez5tl$.d...@www.theodor-rieh.de>
> <g7n6io$ssc$01$1...@news.t-online.com>
> <489f225c$0$11742$9b4e...@newsspool1.arcor-online.net>
> <g7nesd$aqh$01$1...@news.t-online.com>
> <6g9h2bF...@mid.individual.net>
> <Maedchen-20...@ram.dialup.fu-berlin.de>
> <1fsbt5wcbctjn$.d...@www.theodor-rieh.de>
> Mime-Version: 1.0
> Content-Type: text/plain; charset=utf-8
> Content-Transfer-Encoding: 8Bit
> X-Trace: news.t-online.com 1218568618 01 n24509 AAJ2O3bLGerPuVd 080812
> 19:16:58
> X-Complaints-To: usenet...@t-online.de
> X-ID: rZn7i6ZJZeZVl4iEo1AOiUiW-rNOb5UuawJTevJipbyyh731VBT6cb
> Xref: master.news.zetnet.net de.etc.sprache.deutsch:549469

> Wolfram Heinrich meinte:

> HTML-Mail und Content-Type: text/plain; charset=utf-8 wird ungelesen
> entsorgt.

Florian Ritter

unread,
Aug 13, 2008, 6:23:41 AM8/13/08
to
On 12 Aug., 22:25, Rüdiger Silberer <Use...@Silberer.net> wrote:

> Gaageln bedeutet herumwackeln, herumtandern und ein gaagleds Regal
> ist eins das schon vom Anschauen zusammenfällt.

Und also nicht blickfest ist - FR

Walter P. Zaehl

unread,
Aug 13, 2008, 8:12:11 AM8/13/08
to
Joachim Pense schrieb:
> Klaus Scholl (in de.etc.sprache.deutsch):
>
>> Peter Wetschnigg schrieb:
>>> Das Antonym von "steil" ist wiederum "steil". Das Wort ist also sein
>>> eigenes Antonym.
>> Interessant, wie sieht es DUSEN aus mit "hoch" und "tief", sind das
>> Antonyme, oder getrennt zu betrachten als "hoch" <> "niedrig" und "tief"
>> <> "flach"? Könnte man beides zulassen? Gruß, Klaus
>
> Vgl. auch lateinisch altus.
>

oder die deutsche "Untiefe".

/Walter

Gerald Fix

unread,
Aug 13, 2008, 10:44:31 AM8/13/08
to
On Tue, 12 Aug 2008 20:53:18 +0200, Diedrich Ehlerding
<diedrich....@t-online.de> wrote:

>"Manager" ist auch einer der hier zu Gruppe beliebten beliebten
>Änglizismen. Im englischen Sprachgebiet ist fast jeder ein "manager",
>der auch nur ein klitzekleines Stück Verantwortung zu tragen hat; schon
>der Vorgesetzte niedrigster Ordnung ist für seine Untergebenen "my
>manager", auch ein Personaldisponent ist "manager". Das, was im
>Deutschen bzw. Gerlischen "Manager" heißt, ist dort ein "executive"
>oder ein "chief XYZ officer".

In deutschen Behörden wird zwischenzeitlich der Facility Manager
eingesetzt; obwohl ein Hausmeister eigentlich ein kaum zu
übertreffendes Superlativ darstellt.


--
Viele Grüße
Gerald Fix

Diedrich Ehlerding

unread,
Aug 13, 2008, 2:04:38 PM8/13/08
to
Gerald Fix meinte:

>>manager", auch ein Personaldisponent ist "manager". Das, was im
>>Deutschen bzw. Gerlischen "Manager" heißt, ist dort ein "executive"
>>oder ein "chief XYZ officer".
>
> In deutschen Behörden wird zwischenzeitlich der Facility Manager
> eingesetzt; obwohl ein Hausmeister eigentlich ein kaum zu
> übertreffendes Superlativ darstellt.

Stimmt; auch hier zu Lande ist die Erosion von Begriffen zu beobachten.
Die Leute, die früher "Vertriebsleute " hießen, nennen sich inzwischen
"sales manager" oder, wenn sie große Kunden haben, "key account
manager"; Personaldisponenten sind "human resources manager" usw.
Schließlich ist es ja billiger, denen einen hochtrabenden Titel zu
geben als ihnen mehr Gehalt zu zahlen. Ähnliche Beispiele gibt es boch
mehr - kein Schüler der 10.-13. Klasse schreibt noch
"Klassenarbeiten", das sind natürlich nunmehr "Klausuren", die zu
meiner Zeit noch auf Universitäten beschränkt waren. Letztlich ein
ähnlicher Mechanismus wie die Erosion von PC-Begriffen wie die
bekannten Steigerungsreihen vom Zigeuner zum Sinto-oder-Rom und vom
Einwanderer zum Menschen mit Migrationshintergrund.

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Oliver Cromm

unread,
Aug 13, 2008, 7:07:02 PM8/13/08
to
* Matthias Opatz <m...@privacy.net> wrote:

> Diedrich Ehlerding schrieb:


>
>> Stimmt; auch hier zu Lande ist die Erosion von Begriffen zu beobachten.
>

> Besser hätte man es nicht schreiben können.

Inklusive dem "auch": es handelt sich nämlich um einen normalen Prozeß,
der ständig überall stattfindet, meine Damen und Herren.

--
Strategy: A long-range plan whose merit cannot be evaluated until
sometime after those creating it have left the organization.

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