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Aussprache John Rabe

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Heinz Lohmann

unread,
Jan 5, 2015, 8:13:52 PM1/5/15
to
Im aktuellen Stichtag des WDR 05.01.2015:
Ein Siemens-Manager als Volksheld. Den gab es in China. Dort wird er bis
heute verehrt. Die Ausstellung über ihn lockte vor Jahren zwei Millionen
Menschen in China an. Sein Name: John Rabe. Er starb am 5. Januar 1950.
John Rabes Verdienst: Er rettete im Zweiten Weltkrieg Zehntausenden
Chinesen das Leben. Autor: Heiner Wember © WDR 2014

Der Name wird wie im Englischen /Dschon / ausgesprochen (IPA?).
Er war Hamburger. Im Hamburger Platt gibt es auch die Tendenz,
anlautendes J so ähnlich auszusprechen (mien Dschung = mein Junge).

Wie wurde wohl in Deutschland sein Name ausgesprochen, in Hamburg oder
der Familie? Der Reflex, englische Aussprache zu verwenden, war damals
ja sicher noch nicht so verbreitet wie heute. Auf der anderen Seite
waren doch die Hamburger Kaufleute (wenn ich mich nicht irre) anglophil
und durchaus geläufig im Englischen (und eventuell im Plattdeutschen).

--
mfg
Heinz Lohmann
Danshui, Taiwan
25°07'58"N 121°27'56"E
Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.
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Gunhild Simon

unread,
Jan 6, 2015, 12:56:55 AM1/6/15
to
Am Dienstag, 6. Januar 2015 02:13:52 UTC+1 schrieb Heinz Lohmann:
> Im aktuellen Stichtag des WDR 05.01.2015:
> Ein Siemens-Manager als Volksheld. Den gab es in China. Dort wird er bis
> heute verehrt. Die Ausstellung über ihn lockte vor Jahren zwei Millionen
> Menschen in China an. Sein Name: John Rabe. Er starb am 5. Januar 1950.
> John Rabes Verdienst: Er rettete im Zweiten Weltkrieg Zehntausenden
> Chinesen das Leben. Autor: Heiner Wember © WDR 2014
>
> Der Name wird wie im Englischen /Dschon / ausgesprochen (IPA?).
> Er war Hamburger. Im Hamburger Platt gibt es auch die Tendenz,
> anlautendes J so ähnlich auszusprechen (mien Dschung = mein Junge).
>
> Wie wurde wohl in Deutschland sein Name ausgesprochen, in Hamburg oder
> der Familie? Der Reflex, englische Aussprache zu verwenden, war damals
> ja sicher noch nicht so verbreitet wie heute. Auf der anderen Seite
> waren doch die Hamburger Kaufleute (wenn ich mich nicht irre) anglophil
> und durchaus geläufig im Englischen (und eventuell im Plattdeutschen).

Ich habe mal einen Video-Film über ihn angesehen - er
wirkte ja in Nanjing, der Stadt, in der meine Tochter
für ein Jahr arbeitete - da wurde der Name nach
meiner Erinnerung englisch ausgesprochen.

Es stimmt allerdings auch, daß es hier in Hamburg
Beispiele für eine deutsche Aussprache des Namens
John gibt.

Der Vierjährige in unserem Haus, Kind deutscher
Eltern, nennt sich nach englischem Vorbild John.

Gruß
Gunhild

Frank Hucklenbroich

unread,
Jan 6, 2015, 2:25:03 AM1/6/15
to
Am Tue, 06 Jan 2015 09:13:52 +0800 schrieb Heinz Lohmann:

> Im aktuellen Stichtag des WDR 05.01.2015:
> Ein Siemens-Manager als Volksheld. Den gab es in China. Dort wird er bis
> heute verehrt. Die Ausstellung über ihn lockte vor Jahren zwei Millionen
> Menschen in China an. Sein Name: John Rabe. Er starb am 5. Januar 1950.
> John Rabes Verdienst: Er rettete im Zweiten Weltkrieg Zehntausenden
> Chinesen das Leben. Autor: Heiner Wember © WDR 2014

> Wie wurde wohl in Deutschland sein Name ausgesprochen, in Hamburg oder
> der Familie? Der Reflex, englische Aussprache zu verwenden, war damals
> ja sicher noch nicht so verbreitet wie heute.

"John" war aber *der* wohl typischste englische Name, den dürften auch
Deutsche zur besagten Zeit gekannt haben. Immerhin wurden doch auch
amerikanische Western in den Kinos gezeigt, und da dürfte der eine oder
andere John drin unterwegs gewesen sein.

Insofern tippe ich doch stark auf die Aussprache "Dschonn".

> Auf der anderen Seite
> waren doch die Hamburger Kaufleute (wenn ich mich nicht irre) anglophil
> und durchaus geläufig im Englischen (und eventuell im Plattdeutschen).

Nicht nur die Kaufleute, auch bei den Seeleuten waren viele englische
Begriffe üblich. So weit war es von Hamburg zur Insel ja auch nicht, da gab
es durchaus Kontakte auch bei den gewöhnlichen Matrosen.

Grüße,

Frank

Detlef Meißner

unread,
Jan 6, 2015, 2:58:56 AM1/6/15
to
Am 06.01.2015 um 08:24 schrieb Frank Hucklenbroich:
> Am Tue, 06 Jan 2015 09:13:52 +0800 schrieb Heinz Lohmann:
>
>> Im aktuellen Stichtag des WDR 05.01.2015:
>> Ein Siemens-Manager als Volksheld. Den gab es in China. Dort wird er bis
>> heute verehrt. Die Ausstellung über ihn lockte vor Jahren zwei Millionen
>> Menschen in China an. Sein Name: John Rabe. Er starb am 5. Januar 1950.
>> John Rabes Verdienst: Er rettete im Zweiten Weltkrieg Zehntausenden
>> Chinesen das Leben. Autor: Heiner Wember © WDR 2014
>
>> Wie wurde wohl in Deutschland sein Name ausgesprochen, in Hamburg oder
>> der Familie? Der Reflex, englische Aussprache zu verwenden, war damals
>> ja sicher noch nicht so verbreitet wie heute.
>
> "John" war aber *der* wohl typischste englische Name, den dürften auch
> Deutsche zur besagten Zeit gekannt haben. Immerhin wurden doch auch
> amerikanische Western in den Kinos gezeigt, und da dürfte der eine oder
> andere John drin unterwegs gewesen sein.

Zu jener Zeit wohl kaum. Da spielte eher Hans Albers den
(Western-)Helden ("Goodbye Johnny").

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Jan 6, 2015, 3:20:37 AM1/6/15
to
Am 06.01.2015 um 02:13 schrieb Heinz Lohmann:
> Im aktuellen Stichtag des WDR 05.01.2015:
> Ein Siemens-Manager als Volksheld. Den gab es in China. Dort wird er bis
> heute verehrt. Die Ausstellung über ihn lockte vor Jahren zwei Millionen
> Menschen in China an. Sein Name: John Rabe. Er starb am 5. Januar 1950.
> John Rabes Verdienst: Er rettete im Zweiten Weltkrieg Zehntausenden
> Chinesen das Leben. Autor: Heiner Wember © WDR 2014
>
> Der Name wird wie im Englischen /Dschon / ausgesprochen (IPA?).
> Er war Hamburger. Im Hamburger Platt gibt es auch die Tendenz,
> anlautendes J so ähnlich auszusprechen (mien Dschung = mein Junge).
>
> Wie wurde wohl in Deutschland sein Name ausgesprochen, in Hamburg oder
> der Familie? Der Reflex, englische Aussprache zu verwenden, war damals
> ja sicher noch nicht so verbreitet wie heute. Auf der anderen Seite
> waren doch die Hamburger Kaufleute (wenn ich mich nicht irre) anglophil
> und durchaus geläufig im Englischen (und eventuell im Plattdeutschen).

Diese Frage hast du bereits am 24.11.2012 gestellt.
Seitdem dürften sich keine neuen Erkenntnisse gebildet haben.
http://de.etc.sprache.deutsch.narkive.com/XAu9bnmJ/aussprache-john

Detlef

Bertel Lund Hansen

unread,
Jan 6, 2015, 4:21:00 AM1/6/15
to
Gunhild Simon skrev:

> Der Vierjährige in unserem Haus, Kind deutscher
> Eltern, nennt sich nach englischem Vorbild John.

Beide Namen sind gewöhnlich in Dänemark: . "John" hat die
englische Aussprache (djon) , und "Jon" die Dänische (jon).

--
Bertel, Dänemark

Jakob Achterndiek

unread,
Jan 6, 2015, 5:46:46 AM1/6/15
to
Am 06.01.2015, 02:13 Uhr, schrieb Heinz Lohmann <go...@sofort-mail.de>:

> Im aktuellen Stichtag des WDR 05.01.2015:
> Ein Siemens-Manager als Volksheld. [..] Sein Name: John Rabe.
> Wie wurde wohl in Deutschland sein Name ausgesprochen, [..] ?

Wir Mecklenburger haben ja unseren Heimatschriftsteller John Brinckmann.
Den und andere Johns haben alle, die ihn oder seine Schriften kannten,
ganz ohne englische Vornehmtuerei ausgesprochen. Der Name war geläufig.

j/\a
--

Volker Gringmuth

unread,
Jan 6, 2015, 6:54:51 AM1/6/15
to
Frank Hucklenbroich wrote:

> "John" war aber *der* wohl typischste englische Name, den dürften auch
> Deutsche zur besagten Zeit gekannt haben. Immerhin wurden doch auch
> amerikanische Western in den Kinos gezeigt, und da dürfte der eine oder
> andere John drin unterwegs gewesen sein.
>
> Insofern tippe ich doch stark auf die Aussprache "Dschonn".

Sogar in der deutschen Synchunglimpfung von „Hatari!“ wird der Vorname von
Sean Mercer so ausgesprochen, also mit d vorweg – wohl weil er zufällig von
John Wayne verkörpert wird. Da kommt man schon mal durcheinander.

Eine noch falschere Synchron-Aussprache eines irischen Namens ist mir nur
bei James Herriot begegnet, wo ein Pferd namens Seamus „Siemes“ genannt
wird. Echt wahr. Graus. Aber in den 80ern sah man das wohl nicht so eng, in
gleicher Serie wird auch der Name Hatfield (was man mehr oder weniger
deutsch aussprechen kann, mit weichem d am Ende) „Hettfielt“ gesprochen.
Doppelgraus. In beiden Fällen hätte es geholfen, mal kurz in den englischen
Originalton reinzulauschen. Aber es mußte wohl schnell gehen.


vG

Heinz Lohmann

unread,
Jan 6, 2015, 7:21:22 AM1/6/15
to
Das ist interessant. Da bin ich wohl im Usenet nicht mehr so ganz zu
Hause. Wie hast du es gefunden?

Ein schlechtes Gedächtnis ist für so manche Überraschung gut.
Altvertrautes wieder ganz neu. Man braucht nur noch 100 Bücher, die kann
man immer wieder lesen!

Mit den neuen Erkenntnissen: Bleibt abzuwarten. Den Hinweis auf die
Aussprache im Wiktionary und aufs Dänische kam damals noch nicht; der
Bezug zum plattdeutschen Einfluss steht noch aus, und wenn mich in desd
nicht alles täuscht, wird der Thread womöglich eine unerwartete Wendung
nehmen.

Trotzdem besten Dank für den Hinweis.

Frank Hucklenbroich

unread,
Jan 6, 2015, 9:06:01 AM1/6/15
to
Selbst wenn, auch in den deutschen Western dürften die Protagonisten eher
"John" und "Jim" gehießen haben und weniger "Hans" oder "Paul".

Insofern dürfte die Aussprache dieser Namen dem deutschen Kinopublikum
bekannt gewesen sein.

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Jan 6, 2015, 9:13:00 AM1/6/15
to
Am Tue, 6 Jan 2015 12:54:49 +0100 schrieb Volker Gringmuth:

> Eine noch falschere Synchron-Aussprache eines irischen Namens ist mir nur
> bei James Herriot begegnet, wo ein Pferd namens Seamus „Siemes“ genannt
> wird.

Ohne tiefere Kenntnisse der irischen(?) Namen würde ich den auch erstmal so
aussprechen. Die Aussprache von "Sea" ist ja bekannt, also wäre die
Ausprache "Siemus" nur logisch. Das finde ich schon recht speziell, zumal
bei so einem recht seltenen Vornamen.

> Echt wahr. Graus. Aber in den 80ern sah man das wohl nicht so eng, in
> gleicher Serie wird auch der Name Hatfield (was man mehr oder weniger
> deutsch aussprechen kann, mit weichem d am Ende) „Hettfielt“ gesprochen.

Ich kenne eine Native-Speakerin, die wohnte in der "Hatfield-Avenue" und
sprach das genauso aus: "Hettfield". Da gibt es wohl verschiedene
Möglichkeiten.

Die Aussprache "Hatfield" (mit "a" wie in deutsch) klingt für mich
Nordenglisch/Schottisch, evtl. spricht man auch in den Midlands noch so.
Aber eine allgemeingültige Regel scheint es da nicht zu geben.

> Doppelgraus. In beiden Fällen hätte es geholfen, mal kurz in den englischen
> Originalton reinzulauschen.

Naja, wenn die im Original Dialekt sprechen wird es auch schon wieder
schwierig. Ist so ähnlich wie die Diskussion, ob man auf deutsch jetzt
"Mänchester" oder "Manchester" sagen soll.

> Aber es mußte wohl schnell gehen.

Das möglicherweise auch.

Grüße,

Frank

Heinz Lohmann

unread,
Jan 6, 2015, 10:15:16 AM1/6/15
to
Am 06.01.2015 um 22:12 schrieb Frank Hucklenbroich:
> Naja, wenn die im Original Dialekt sprechen wird es auch schon wieder
> schwierig. Ist so ähnlich wie die Diskussion, ob man auf deutsch jetzt
> "Mänchester" oder "Manchester" sagen soll.

Also früher trug man durchaus Manchesterhosen ohne ä.

Walter Schmid

unread,
Jan 6, 2015, 10:18:30 AM1/6/15
to
Am 06.01.2015 um 16:15 schrieb Heinz Lohmann:
> Am 06.01.2015 um 22:12 schrieb Frank Hucklenbroich:
>> Naja, wenn die im Original Dialekt sprechen wird es auch schon wieder
>> schwierig. Ist so ähnlich wie die Diskussion, ob man auf deutsch jetzt
>> "Mänchester" oder "Manchester" sagen soll.
>
> Also früher trug man durchaus Manchesterhosen ohne ä.

Meine haben auch heute kein ä, aber der Manchester Kapitalismus
hat eines. A ist mit Hose assoziiert, ä mit England.

Gruss

Walter

Lars Bräsicke

unread,
Jan 6, 2015, 10:43:26 AM1/6/15
to
Am 06.01.2015 um 02:36 schrieb Stefan Ram:

> finde ich befremdlich, sie klingt ja fast wie das
> englische »Sean« /SOn/!

Seán ist immer noch irisch und spricht sich /SA:n/

Lars Bräsicke

unread,
Jan 6, 2015, 11:11:08 AM1/6/15
to
Am 06.01.2015 um 15:12 schrieb Frank Hucklenbroich:
> Am Tue, 6 Jan 2015 12:54:49 +0100 schrieb Volker Gringmuth:
>
>> Eine noch falschere Synchron-Aussprache eines irischen Namens ist mir nur
>> bei James Herriot begegnet, wo ein Pferd namens Seamus „Siemes“ genannt
>> wird.
>
> Ohne tiefere Kenntnisse der irischen(?) Namen würde ich den auch erstmal so
> aussprechen. Die Aussprache von "Sea" ist ja bekannt, also wäre die
> Ausprache "Siemus" nur logisch. Das finde ich schon recht speziell, zumal
> bei so einem recht seltenen Vornamen.

Na ja, Séamus/Séamas (mit und ohne Akut) ist doch ein recht häufiger
Vorname unter Iren in und außerhalb Irlands.
Die (korrekte) Aussprache ist /Se:məs/ (anglisiert /Seıməs/). Im
englischen Sprachraum käme wohl kaum einer auf die Idee /si:məs/ zu sagen.

Aber auch bei rein englischen Namen ist die Aussprache schlecht
vorhersagbar. Bei Synchronisationen wünschte ich mir da schon etwas
Sorgfalt, zumal die Originalaussprache mit dem Film ja mitgeliefert wird.

Es hat ja wenig Sinn, den Sprechern nur die Originalschreibweise
vorzusetzen und darauf zu vertrauen, dass sie es richtig aussprechen
werden.

Lars Bräsicke

unread,
Jan 6, 2015, 11:20:34 AM1/6/15
to
Am 06.01.2015 um 02:13 schrieb Heinz Lohmann:

> Wie wurde wohl in Deutschland sein Name ausgesprochen, in Hamburg oder
> der Familie? Der Reflex, englische Aussprache zu verwenden, war damals
> ja sicher noch nicht so verbreitet wie heute. Auf der anderen Seite
> waren doch die Hamburger Kaufleute (wenn ich mich nicht irre) anglophil
> und durchaus geläufig im Englischen (und eventuell im Plattdeutschen).

Als ich Kind war, also vor 40 Jahren, hieß der Nachbar meiner Eltern,
norddeutscher Herkunft, Johnny und sprach sich natürlich /jOnı/.
(Er hieß auch vor 20 Jahren noch so, ist dann aber gestorben.)
Message has been deleted

Thomas Schade

unread,
Jan 6, 2015, 11:36:37 AM1/6/15
to
On 06.01.2015 23:29, Rüdiger Silberer wrote:

> Der deutsche Schauspieler Gottfried John wurde auch nicht englisch
> ausgesprochen. Und mein alter Klassenkamerad mit dem Nachnahmen "John"
> auch nicht. Übrigens ist mir auch James von Moltke mit deutscher
> Aussprache geläufig.

Also mit mit einem Anlaut wie /Jam/mern, nur mit längerem a?


Ciao
Toscha
--
Vegetarian: Old indian word for 'bad hunter'.

Sergio Gatti

unread,
Jan 6, 2015, 12:19:18 PM1/6/15
to
> On 06.01.2015 23:29, Rüdiger Silberer wrote:
>
>> Der deutsche Schauspieler Gottfried John wurde auch nicht
>> englisch
>> ausgesprochen. Und mein alter Klassenkamerad mit dem
>> Nachnahmen "John"
>> auch nicht.


Haben der Nachname John und der Vorname John dieselbe Herkunft?
Message has been deleted
Message has been deleted

Oliver Jennrich

unread,
Jan 6, 2015, 2:23:59 PM1/6/15
to
Rüdiger Silberer <Use...@Silberer.net> writes:
> Ich halte das für möglich, daß ein oder mehrere Engländer mit dem
> Vornamen John diesen mitgebracht haben. Daß ein Vorname zum Nachnamen
> wird ist ja nicht selten.

Ich halte es auch nicht für ausgeschlossen, dass der ganz gebräuchliche
Name 'Johann' oder 'Johannes' wie auch im Englischen zu 'John'
verschliffen wurde.

--
Space - The final frontier
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Thomas Schade

unread,
Jan 7, 2015, 12:34:03 AM1/7/15
to
Rüdiger Silberer <Use...@Silberer.net> Wrote in message:
> Am 06.01.2015 schrieb Thomas Schade:
>> On 06.01.2015 23:29, Rüdiger Silberer wrote:

>>> Übrigens ist mir auch James von Moltke mit deutscher
>>> Aussprache geläufig.
>>
>> Also mit mit einem Anlaut wie /Jam/mern, nur mit längerem a?

Das ist mir, abgesehen von bewusster Verballhornung in der
Kindheit à la '/Ja/mes Krüss', noch nie unterkommen.


Cisco
Toscha
--
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Jaakob Kind

unread,
Jan 7, 2015, 8:10:01 AM1/7/15
to


"RüdigerSilberer" wrote in message news:cyomyjeu...@silberer.net...

> Übrigens ist mir auch James von Moltke mit deutscher
> Aussprache geläufig.

Das kommt mir unplausibel vor, zumindest wenn du Helmuth James von Moltke
meinst. Seine Mutter war Südafrikanerin britischer Abstammung, ihr Vater
hieß James. Da kann ich mir nicht vorstellen, dass Familie von Moltke den
Vornamen deutsch ausgesprochen hat.

Viele Grüße
Jaakob




Jaakob Kind

unread,
Jan 7, 2015, 8:30:01 AM1/7/15
to

"Detlef Meißner" wrote in message news:ch1k6i...@mid.individual.net...

> Diese Frage hast du bereits am 24.11.2012 gestellt.

Ja, ich musste auch ein bisschen schmunzeln, als ich die Frage las.
Der Link zum Enkel, der den Namen englisch ausspricht (das erste Mal bei
03:20), funktioniert noch:
http://german.cri.cn/1800/2009/12/07/1s127596.htm

Viele Grüße
Jaakob

Walter Schmid

unread,
Jan 7, 2015, 9:26:01 AM1/7/15
to
Da fällt mir der Türke ein, der in Deutschland seinen Sohn
amtlich Uefes nennen wollte. Es stellte sich heraus, das er Yves
meinte.

Gruss

Walter

--
Käfig und Vogel gehören z'sammen wie eine Suppe ohne Salz.
(Karl Valentin)

Bärbel Nolden

unread,
Jan 7, 2015, 9:29:13 AM1/7/15
to
Am 07.01.2015 um 14:07 schrieb Jaakob Kind:
>
>
Vielleicht gehört Rüdiger ja nicht zur Familie von Moltke.

Bärbel


Jaakob Kind

unread,
Jan 7, 2015, 9:50:01 AM1/7/15
to

"Frank Hucklenbroich" wrote in message
news:tpptrwl1iqf9$.kfjjvd5uqfmc$.dlg@40tude.net...

> So weit war es von Hamburg zur Insel ja auch nicht, da gab
> es durchaus Kontakte auch bei den gewöhnlichen Matrosen.

Zumindest im Liedgut (Hamborger Veermaster):
Blow boys blow for Californio,
There is plenty of Gold
So I've been told
On the banks of Sacramento.

Viele Grüße
Jaakob

Detlef Meißner

unread,
Jan 7, 2015, 3:03:57 PM1/7/15
to
Irgend jemand, der wohl im Manchester war, meinte, dass die Engländer
wohl Mänchester sagen, die Manchesteraner aber Manchester - oder umgekehrt.
Das ist wohl so wie bei Glasgow, das auch unterschiedlich ausgesprochen
wird.

Detlef


Message has been deleted

Detlef Meißner

unread,
Jan 7, 2015, 3:11:43 PM1/7/15
to
Am 06.01.2015 um 13:21 schrieb Heinz Lohmann:
> Am 06.01.2015 um 16:20 schrieb Detlef Meißner:

>> Diese Frage hast du bereits am 24.11.2012 gestellt.
>> Seitdem dürften sich keine neuen Erkenntnisse gebildet haben.
>> http://de.etc.sprache.deutsch.narkive.com/XAu9bnmJ/aussprache-john
>
> Das ist interessant. Da bin ich wohl im Usenet nicht mehr so ganz zu
> Hause. Wie hast du es gefunden?

Suche mit "de.etc.sprache.deutsch john rabe"

Wenn du mit "groups google de.etc.sprache.deutsch john rabe" suchst,
kommen noch mehr Treffer.

> Ein schlechtes Gedächtnis ist für so manche Überraschung gut.
> Altvertrautes wieder ganz neu. Man braucht nur noch 100 Bücher, die kann
> man immer wieder lesen!

Irgendwann reicht nur noch eins. ;-)

> Mit den neuen Erkenntnissen: Bleibt abzuwarten. Den Hinweis auf die
> Aussprache im Wiktionary und aufs Dänische kam damals noch nicht; der
> Bezug zum plattdeutschen Einfluss steht noch aus, und wenn mich in desd
> nicht alles täuscht, wird der Thread womöglich eine unerwartete Wendung
> nehmen.

Das wäre aber keine Überraschung. ;-)

Detlef

Bertel Lund Hansen

unread,
Jan 7, 2015, 4:20:30 PM1/7/15
to
Detlef Meißner skrev:

> Irgend jemand, der wohl im Manchester war, meinte, dass die Engländer
> wohl Mänchester sagen, die Manchesteraner aber Manchester - oder umgekehrt.
> Das ist wohl so wie bei Glasgow, das auch unterschiedlich ausgesprochen
> wird.

Hier kannst du beide Aussprachen hören. Die britische Sprecher
sind gleich verteilt:

http://da.forvo.com/word/manchester/#en

Wenn du mit "Glasgow" versuchst, hörst du auch beide, aber hier
gewinnt die mit "a", wie in "Stadt".

PS. "Manchesteraner" => "Mancunian"

--
Bertel, Dänemark

Detlef Meißner

unread,
Jan 7, 2015, 4:28:14 PM1/7/15
to
Am 07.01.2015 um 22:20 schrieb Bertel Lund Hansen:


> PS. "Manchesteraner" => "Mancunian"

Das würde kaum jemand verstehen, die hier anwesenden natürlich
ausgenommen. :-)

Ich versuchte, es einzudeutschen, da kamen mir die Münsteraner gerade
recht. ;-)

Detlef

Message has been deleted

Oliver Cromm

unread,
Jan 7, 2015, 7:02:08 PM1/7/15
to
* Detlef Meißner:

> Am 06.01.2015 um 13:21 schrieb Heinz Lohmann:
>> Am 06.01.2015 um 16:20 schrieb Detlef Meißner:
>
>>> Diese Frage hast du bereits am 24.11.2012 gestellt.
>>> Seitdem dürften sich keine neuen Erkenntnisse gebildet haben.
>>> http://de.etc.sprache.deutsch.narkive.com/XAu9bnmJ/aussprache-john
>>
>> Das ist interessant. Da bin ich wohl im Usenet nicht mehr so ganz zu
>> Hause. Wie hast du es gefunden?
>
> Suche mit "de.etc.sprache.deutsch john rabe"

Funktioniert bei mir interessanterweise nicht, auf narkive.com, da
findet man nur den aktuellen Thread.

Auf Google kann man zusätzlich sehen, daß Heinz schon 2009 die
gleiche Frage gestellt hat, nur halt mitten in einem anderen
Thread, und wenn man "Aussprache John" sucht, sieht man die
entsprechende Frage von Heinz 2004 in Bezug auf "John Riew". Aber
den Thread von 2012 finde ich da auch nicht.

--
If you kill one person, you go to jail; if you kill 20, you go
to an institution for the insane; if you kill 20,000, you get
political asylum. -- Reed Brody, special counsel
for prosecutions at Human Rights Watch

Dorothee Hermann

unread,
Jan 7, 2015, 7:44:15 PM1/7/15
to
Am 08.01.2015 um 00:52 schrieb Sepp Neuper:

> In einer Fernsehserie habe ich einen irischen Namen "Schaimes"
> gesprochen gehört. Ist damit auch der genannte "Seamus" gemeint?

"Fernsehserie"? War es etwa Henry Potter:
https://www.youtube.com/watch?v=yt-Yw2NIIjE


Dorothee
--
... im ersten Teil

Heinz Lohmann

unread,
Jan 7, 2015, 8:04:16 PM1/7/15
to
Am 08.01.2015 um 05:20 schrieb Bertel Lund Hansen:
> Wenn du mit "Glasgow" versuchst, hörst du auch beide, aber hier
> gewinnt die mit "a", wie in "Stadt".
>
> PS. "Manchesteraner" => "Mancunian"

Und die Glasgower? Waren das nicht Glaswoyans?

--
mfg
Heinz Lohmann
Danshui, Taiwan
25°07'58"N 121°27'56"E
Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.

Heinz Lohmann

unread,
Jan 7, 2015, 8:11:27 PM1/7/15
to
Am 08.01.2015 um 07:47 schrieb Oliver Cromm:
> Funktioniert bei mir interessanterweise nicht, auf narkive.com, da
> findet man nur den aktuellen Thread.
>
> Auf Google kann man zusätzlich sehen, daß Heinz schon 2009 die
> gleiche Frage gestellt hat, nur halt mitten in einem anderen
> Thread, und wenn man "Aussprache John" sucht, sieht man die
> entsprechende Frage von Heinz 2004 in Bezug auf "John Riew". Aber
> den Thread von 2012 finde ich da auch nicht.

Wie findet ihr das alles!? Unglaublich! Ich
Ich bin ja richtig 不好意思!
Poste mal die Links zu 2009 und 2004, um meinem Gedächtnis nostalgisch
auf die Sprünge zu helfen.

Zur Frage kann ich dann nur (frei nach Manufactum) anmerken:
"Es gibt sie noch, die guten Fragen."

--
mfg
Heinz Lohmann

"No one is completely unhappy at the failure of his best friend."
- Groucho Marx

Bertel Lund Hansen

unread,
Jan 8, 2015, 3:10:43 AM1/8/15
to
Heinz Lohmann skrev:

> Und die Glasgower? Waren das nicht Glaswoyans?

I thought you'd never ask: Glaswegians.

--
Bertel, Dänemark

Stephen Hust

unread,
Jan 8, 2015, 3:11:40 AM1/8/15
to
On 08.01.2015 02:11, Heinz Lohmann wrote:

> Poste mal die Links zu 2009 und 2004, um meinem Gedächtnis nostalgisch
> auf die Sprünge zu helfen.

Gesucht auf Google-Groups:

Suchbegriffe: aussprache john:

2004 (2. Treffer):

<https://groups.google.com/forum/#!search/aussprache$20john/de.etc.sprache.deutsch/-kRDtvbsQDs/NaAXfgbjjZwJ>

2012 (1. Treffer):

<https://groups.google.com/forum/#!search/aussprache$20john/de.etc.sprache.deutsch/ihkg3cQolXY/MeG_hV5dsRIJ>

Für 2009 finde ich keinen Beitrag von Dir auf Google-Groups, nur ein
Zitat von Dir im Beitrag eines anderen Posters:

Suchbegriffe: "john rabe" aussprache:

2009 (6. Treffer):

<https://groups.google.com/forum/#!search/%22john$20rabe%22$20aussprache/de.etc.sprache.deutsch/sxMKiLDORHc/eTJMV1mAO6kJ>

Suchbegriffe: "lohmann" "john rabe":

2009 (2. Treffer):

<https://groups.google.com/forum/#!search/%22lohmann%22$20%22john$20rabe%22/de.etc.sprache.deutsch/sxMKiLDORHc/eTJMV1mAO6kJ>

--
Steve

My e-mail address works as is.

Bertel Lund Hansen

unread,
Jan 8, 2015, 3:14:39 AM1/8/15
to
Detlef Meißner skrev:

>> PS. "Manchesteraner" => "Mancunian"

> Das würde kaum jemand verstehen, die hier anwesenden natürlich
> ausgenommen. :-)

> Ich versuchte, es einzudeutschen, da kamen mir die Münsteraner gerade
> recht. ;-)

Das ist auch auf Dänisch eine Möglichkeit, aber ich glaube, ich
würde "Manchesterwohner" vorziehen ("Manchesterboer").

--
Bertel, Dänemark

Volker Gringmuth

unread,
Jan 8, 2015, 3:19:17 AM1/8/15
to
Heinz Lohmann wrote:

> Am 08.01.2015 um 05:20 schrieb Bertel Lund Hansen:
> > Wenn du mit "Glasgow" versuchst, hörst du auch beide, aber hier
> > gewinnt die mit "a", wie in "Stadt".
> >
> > PS. "Manchesteraner" => "Mancunian"
>
> Und die Glasgower? Waren das nicht Glaswoyans?

Ich kenne nur Glaswegians.

Norwegians hingegen wohnen nicht in Norgow.


vG

Volker Gringmuth

unread,
Jan 8, 2015, 3:25:24 AM1/8/15
to
Detlef Meißner wrote:

> Irgend jemand, der wohl im Manchester war, meinte, dass die Engländer
> wohl Mänchester sagen, die Manchesteraner aber Manchester - oder
> umgekehrt.

„Die Engländer“ möchte ich mal bezweyffeln. Die Aussprache mit a verorte ich
persönlich in Nordengland, so ab Lancashire/Yorkshire. Kein Einheimischer
spricht dort Wörter wie „land“ oder „man“ mit „ä“.

Richtig abenteuerlich klingen die Vokale allerdings in Kent. Bin mal in
Dover zur Sicherheizkontrolle rausgewunken worden und habe die Ansinnen
dessen, der mein Fahrzeug auf Sprengstoff zu untersuchen gedachte, immer
erst im zweiten Anlauf umsetzbar verstanden. Würde mich gar nicht wundern,
wenn sie dort „mointscheister“ sagten.


vG

Jakob Achterndiek

unread,
Jan 8, 2015, 3:59:56 AM1/8/15
to
Am 08.01.2015, 02:11 Uhr, schrieb Heinz Lohmann <go...@sofort-mail.de>:

> Am 08.01.2015 um 07:47 schrieb Oliver Cromm:
>> Auf Google kann man zusätzlich sehen, daß Heinz schon 2009
>> die gleiche Frage gestellt hat,
>
> Zur Frage kann ich dann nur (frei nach Manufactum) anmerken:
> "Es gibt sie noch, die guten Fragen."

Mich erinnert das an den Stoßseufzer eines Kollegen:
»Jetzt bringe ich das den Schülern schon seit 20 Jahren bei,
und die können es immer noch nicht - «

j/\a
--

Detlef Meißner

unread,
Jan 8, 2015, 4:43:06 AM1/8/15
to
Manchesterbewohner
^^
Aber das ist im Deutschen unüblich. Man könnte aber "Bewohner von
Manchester" sagen.

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Jan 8, 2015, 4:51:09 AM1/8/15
to
Am 08.01.2015 um 09:25 schrieb Volker Gringmuth:
> Detlef Meißner wrote:
>
>> Irgend jemand, der wohl im Manchester war, meinte, dass die Engländer
>> wohl Mänchester sagen, die Manchesteraner aber Manchester - oder
>> umgekehrt.
>
> „Die Engländer“ möchte ich mal bezweyffeln.

Nun, wir in D lernen halt Englisch und meinen, so sprechen auch "die"
Engländer. Daraus ergibt sich dann so mancher Konfliktstoff zwischen
Schüler-Lehrer oder Schüler-Schüler, wie ein Wort nun "richtig"
ausgesprochen wird.
Stellt sich halt generell die Frage, ob die Oxford-Dictionary-Engländer
der Maßstab für die Aussprache eines Ortes sind, oder die Einheimischen.

Ich denke aber, dass das heute nicht mehr so eng gesehen wird, da viele
Schüler bereits irgendwo im englischsprachigen Ausland gewesen sind und
die Lehrer5 dann die "falsche" Aussprache akzeptieren müssen.

Detlef

Bertel Lund Hansen

unread,
Jan 8, 2015, 5:51:20 AM1/8/15
to
Detlef Meißner skrev:

> Manchesterbewohner
> ^^
> Aber das ist im Deutschen unüblich.

Okay, dann bleibt es "Manchesteraner".

--
Bertel, Dänemark

Jaakob Kind

unread,
Jan 8, 2015, 7:10:01 AM1/8/15
to


"Detlef Meißner" wrote in message news:ch728a...@mid.individual.net...

> Stellt sich halt generell die Frage, ob die Oxford-Dictionary-Engländer
> der Maßstab für die Aussprache eines Ortes sind, oder die Einheimischen.

Den Einheimischen mag ich auch in D nicht immer trauen. Die sagen
wahrscheinlich Hamburch, Mannem und Konschtanz, da halte ich mich dann doch
lieber an die Standardaussprache.

Viele Grüße
Jaakob




Detlef Meißner

unread,
Jan 8, 2015, 7:19:23 AM1/8/15
to
Das ist sicherlich lobenswert, aber gibt es diesen Standard in der
englischen Sprache überhaupt?

Detlef

Message has been deleted

Bertel Lund Hansen

unread,
Jan 8, 2015, 7:29:34 AM1/8/15
to
Detlef Meißner skrev:

> Das ist sicherlich lobenswert, aber gibt es diesen Standard in der
> englischen Sprache überhaupt?

Ja. "Hochenglisch" heisst "received pronunciation". In USA
spricht man von "standard American", und etwa 80 % Amerikaner
solle so sprechen.

--
Bertel, Dänemark

Heinz Lohmann

unread,
Jan 8, 2015, 7:36:10 AM1/8/15
to
Am 08.01.2015 um 16:10 schrieb Bertel Lund Hansen:
>> Und die Glasgower? Waren das nicht Glaswoyans?
> I thought you'd never ask: Glaswegians.

Mir hat sich mal in Schottland einer so oder so ähnlich vorgestelllt,
ich habe nur versucht, die Aussprache wiederzugeben. Wie spricht man es
denn?

Heinz Lohmann

unread,
Jan 8, 2015, 7:41:23 AM1/8/15
to
Geht mir auch so. Meine Schüler machen nach 25 Jahren immer noch
dieselben Fehler, aber sie werden immer jünger.
Gefühlter Stillstand ...

Andreas Karrer

unread,
Jan 8, 2015, 7:54:54 AM1/8/15
to
* Heinz Lohmann <go...@sofort-mail.de>:
> Am 08.01.2015 um 16:10 schrieb Bertel Lund Hansen:
>>> Und die Glasgower? Waren das nicht Glaswoyans?
>> I thought you'd never ask: Glaswegians.
>
> Mir hat sich mal in Schottland einer so oder so ähnlich vorgestelllt,
> ich habe nur versucht, die Aussprache wiederzugeben. Wie spricht man es
> denn?

Mein Doktorvater, Glaswegian, bald 92, sagt Glas'wiidschen. "Glas" wie
im Deutschen (ohne Auslautverhärtung, s stimmhaft, a geschlossen).

Glasgow sprocht er 'Glasgo, also ohne -ou am Ende, wie das ein
RP-Sprecher wohl tun würde.

- Andi

Bertel Lund Hansen

unread,
Jan 8, 2015, 8:16:15 AM1/8/15
to
Andreas Karrer skrev:

> Mein Doktorvater, Glaswegian, bald 92, sagt Glas'wiidschen. "Glas" wie
> im Deutschen (ohne Auslautverhärtung, s stimmhaft, a geschlossen).

Ja, es reimt auf "region".

--
Bertel, Dänemark

Lars Bräsicke

unread,
Jan 8, 2015, 8:19:51 AM1/8/15
to
Am 08.01.2015 um 00:52 schrieb Sepp Neuper:
> Lars Bräsicke <use...@braesicke.de> schrieb:
>
>> Na ja, Séamus/Séamas (mit und ohne Akut) ist doch ein recht häufiger
>> Vorname unter Iren in und außerhalb Irlands.
>> Die (korrekte) Aussprache ist /Se:m?s/ (anglisiert /Se?m?s/). Im
>> englischen Sprachraum käme wohl kaum einer auf die Idee /si:m?s/ zu sagen.
>
>> Aber auch bei rein englischen Namen ist die Aussprache schlecht
>> vorhersagbar. Bei Synchronisationen wünschte ich mir da schon etwas
>> Sorgfalt, zumal die Originalaussprache mit dem Film ja mitgeliefert wird.
>
> In einer Fernsehserie habe ich einen irischen Namen "Schaimes"
> gesprochen gehört. Ist damit auch der genannte "Seamus" gemeint?

Sicher.

Jaakob Kind

unread,
Jan 8, 2015, 8:40:01 AM1/8/15
to


"Matthias Opatz" wrote in message
news:1wwd0ke5aflq1$.14ka8sllfcue5.dlg@40tude.net...

> Du musst schon regionale Hochsprache und Dialekt unterscheiden.

Was ist denn "regionale Hochsprache"?

> Mackdeburg (ggf. Maggdeburg) ist ortsübliche Hochsprache, Machdeburch
> Dialekt und Maagdeburg Quark. Nur mal als Beispiel.

Ich würde Mackdeburk sagen, heißt das die "ortsübliche Hochsprache"
verzichtet auf die Auslautverhärtung beim zweiten G, oder war deine
Lautschrift da ungenau?

Viele Grüße
Jaakob

Oliver Jennrich

unread,
Jan 8, 2015, 8:42:57 AM1/8/15
to
Ja, sicher. Gerade dort: RP (received pronouniation)

--
Space - The final frontier
Message has been deleted

David Seppi

unread,
Jan 8, 2015, 9:15:54 AM1/8/15
to
Matthias Opatz schrieb:

> Nehmen wir 80 in München.
[...]
> Ortsüblicher Standard ist achtzik/achtzig.

Nicht eher achzig?

--
David Seppi
1220 Wien

Jaakob Kind

unread,
Jan 8, 2015, 9:40:02 AM1/8/15
to


"Matthias Opatz" wrote in message
news:1dt4qgis1a53a$.gygcl01zrs3s$.dlg@40tude.net...

Dies schrieb Jaakob Kind:

>> Was ist denn "regionale Hochsprache"?

> Nehmen wir 80 in München.

> Überregionaler Standard ist achtzich.
> Ortsüblicher Standard ist achtzik/achtzig.
> Ortsüblicher Dialekt ist achzge (oder so).

OK, danke. Dann möchte ich mich aber weder nach dem Dialekt noch nach dem
ortsüblichen Standard richten.

Viele Grüße
Jaakob




Message has been deleted

Jaakob Kind

unread,
Jan 8, 2015, 12:30:01 PM1/8/15
to
"Matthias Opatz" wrote in message
news:ch2ikuz9jnc$.p7prvxv5k6in$.dlg@40tude.net...

> Vielleicht trifft es das besser: Der Bayer sagt Kina und Kiemsee. Das
> erste hat auf meine China-Aussprache (mit Ich-Laut) keinen Einfluss,
> das zweite auf meine Aussprache des Chiemsees schon. Dafür hat der
> Einheimische die Deutungshoheit.

Ich sage auch Kiemsee, mache aber dafür nicht die "regionale Hochsprache"
verantwortlich.
Warum man bundesweit Kiemsee sagt (wenn man sich denn mit der Aussprache
beschäftigt hat), weiß ich allerdings nicht.

Hast du denn ein Beispiel eines Ortes in Deutschland, bei dem du die
regionale Aussprache der Deutschlandfunk-Aussprache (die ich jetzt mal als
Beispiel für eine Standardaussprache heranziehe) vorziehen würdest?

Viele Grüße
Jaakob

Message has been deleted

Detlef Meißner

unread,
Jan 8, 2015, 1:49:12 PM1/8/15
to
Am 08.01.2015 um 18:26 schrieb Jaakob Kind:
> "Matthias Opatz" wrote in message
> news:ch2ikuz9jnc$.p7prvxv5k6in$.dlg@40tude.net...
>
>> Vielleicht trifft es das besser: Der Bayer sagt Kina und Kiemsee. Das
>> erste hat auf meine China-Aussprache (mit Ich-Laut) keinen Einfluss,
>> das zweite auf meine Aussprache des Chiemsees schon. Dafür hat der
>> Einheimische die Deutungshoheit.
>
> Ich sage auch Kiemsee, mache aber dafür nicht die "regionale Hochsprache"
> verantwortlich.
> Warum man bundesweit Kiemsee sagt (wenn man sich denn mit der Aussprache
> beschäftigt hat), weiß ich allerdings nicht.

Und wie ist es mit Chemnitz? Leben dort auch vorwiegend Bayern?

Detlef

Diedrich Ehlerding

unread,
Jan 8, 2015, 2:03:25 PM1/8/15
to
David Seppi meinte:

>> Ortsüblicher Standard ist achtzik/achtzig.
>
> Nicht eher achzig?

Es fäält mir schwer, die Aussprache von z und tz zu unterscheiden.

Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.

Diedrich Ehlerding

unread,
Jan 8, 2015, 2:06:18 PM1/8/15
to
David Seppi meinte:

>> Ortsüblicher Standard ist achtzik/achtzig.
>
> Nicht eher achzig?

Es fällt mir schwer, die Aussprache von z und tz zu unterscheiden.

Detlef Meißner

unread,
Jan 8, 2015, 2:07:37 PM1/8/15
to
Am 08.01.2015 um 20:06 schrieb Diedrich Ehlerding:
> David Seppi meinte:
>
>>> Ortsüblicher Standard ist achtzik/achtzig.
>>
>> Nicht eher achzig?
>
> Es fällt mir schwer, die Aussprache von z und tz zu unterscheiden.

Das wäre dann aber kein tz-Laut, sonder t-z, also acht-zig.

Detlef

Volker Gringmuth

unread,
Jan 8, 2015, 4:23:01 PM1/8/15
to
Jaakob Kind wrote:

> Den Einheimischen mag ich auch in D nicht immer trauen. Die sagen
> wahrscheinlich Hamburch, Mannem und Konschtanz, da halte ich mich dann
> doch lieber an die Standardaussprache.

Im Schwäbischen sagen sie Hannohwer. Täten sie es doch auch.
Na, alles andere können sie ja …


vG
Message has been deleted

Florian Ritter

unread,
Jan 9, 2015, 8:37:17 AM1/9/15
to
Am Donnerstag, 8. Januar 2015 19:33:18 UTC+1 schrieb Matthias Opatz:

> > Hast du denn ein Beispiel eines Ortes in Deutschland, bei dem du die
> > regionale Aussprache der Deutschlandfunk-Aussprache (die ich jetzt mal als
> > Beispiel für eine Standardaussprache heranziehe) vorziehen würdest?

> Die "Deutschlandfunk-Aussprache" sollte bei Orten in deutsprachigen
> Gegenden immer auch die ortsübliche (hochsprachliche) sein. Sonst
> stimmt was mit der "Deutschlandfunk-Aussprache" nicht.

Stralsund hört man immer wieder falsch gesprochen: Es gehört sich auf der ersten Silbe, wird in Funk und Fernsehen aber
vorzugsweise auf der zwoten betont - FR

Florian Ritter

unread,
Jan 9, 2015, 8:49:47 AM1/9/15
to
Am Mittwoch, 7. Januar 2015 21:05:00 UTC+1 schrieb Rüdiger Silberer:

> >> Übrigens ist mir auch James von Moltke mit deutscher
> >> Aussprache geläufig.
> >
> > Das kommt mir unplausibel vor, zumindest wenn du Helmuth James von Moltke
> > meinst. Seine Mutter war Südafrikanerin britischer Abstammung, ihr Vater
> > hieß James. Da kann ich mir nicht vorstellen, dass Familie von Moltke den
> > Vornamen deutsch ausgesprochen hat.
>
> Ich habe dies in mehreren Dokumentationen so vernommen, anderes kann ich
> nicht berichten, da ich nicht mit der Familie bekannt bin. Vielleicht
> weiß ja Ritter Florian mehr dazu.

Also bitte, hackt doch ruhig auf mir rum, bin ja 1 dankbares Opfer - FR

Florian Ritter

unread,
Jan 9, 2015, 8:54:41 AM1/9/15
to
Am Dienstag, 6. Januar 2015 17:20:34 UTC+1 schrieb Lars Bräsicke:

> > Wie wurde wohl in Deutschland sein Name ausgesprochen, in Hamburg oder
> > der Familie? Der Reflex, englische Aussprache zu verwenden, war damals
> > ja sicher noch nicht so verbreitet wie heute. Auf der anderen Seite
> > waren doch die Hamburger Kaufleute (wenn ich mich nicht irre) anglophil
> > und durchaus geläufig im Englischen (und eventuell im Plattdeutschen).
>
> Als ich Kind war, also vor 40 Jahren, hieß der Nachbar meiner Eltern,
> norddeutscher Herkunft, Johnny und sprach sich natürlich /jOnı/.

Analog spricht man auch den Namen des Schriftstellers Uwe Johnson, dessen
Großvater übrigens von Schweden nach Pommern migriert war. Wie wird
Johnson in Schweden gesprochen?

FR

Peter J. Holzer

unread,
Jan 13, 2015, 5:24:53 PM1/13/15
to
On 2015-01-06 07:58, Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> wrote:
> Am 06.01.2015 um 08:24 schrieb Frank Hucklenbroich:
>> Am Tue, 06 Jan 2015 09:13:52 +0800 schrieb Heinz Lohmann:
>>> Wie wurde wohl in Deutschland sein Name ausgesprochen, in Hamburg oder
>>> der Familie? Der Reflex, englische Aussprache zu verwenden, war damals
>>> ja sicher noch nicht so verbreitet wie heute.
>>
>> "John" war aber *der* wohl typischste englische Name, den dürften auch
>> Deutsche zur besagten Zeit gekannt haben. Immerhin wurden doch auch
>> amerikanische Western in den Kinos gezeigt, und da dürfte der eine oder
>> andere John drin unterwegs gewesen sein.
>
> Zu jener Zeit wohl kaum. Da spielte eher Hans Albers den
> (Western-)Helden ("Goodbye Johnny").

Als John Rabe geboren (und vermutlich getauft) wurde, war Hans Albers
gerade -9 Jahre alt und die Zahl der Kinos war auch noch nicht positiv.

hp


--
_ | Peter J. Holzer | Fluch der elektronischen Textverarbeitung:
|_|_) | | Man feilt solange an seinen Text um, bis
| | | h...@hjp.at | die Satzbestandteile des Satzes nicht mehr
__/ | http://www.hjp.at/ | zusammenpaßt. -- Ralph Babel

Detlef Meißner

unread,
Jan 13, 2015, 5:37:49 PM1/13/15
to
Am 13.01.2015 um 23:24 schrieb Peter J. Holzer:
> On 2015-01-06 07:58, Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> wrote:
>> Am 06.01.2015 um 08:24 schrieb Frank Hucklenbroich:
>>> Am Tue, 06 Jan 2015 09:13:52 +0800 schrieb Heinz Lohmann:
>>>> Wie wurde wohl in Deutschland sein Name ausgesprochen, in Hamburg oder
>>>> der Familie? Der Reflex, englische Aussprache zu verwenden, war damals
>>>> ja sicher noch nicht so verbreitet wie heute.
>>>
>>> "John" war aber *der* wohl typischste englische Name, den dürften auch
>>> Deutsche zur besagten Zeit gekannt haben. Immerhin wurden doch auch
>>> amerikanische Western in den Kinos gezeigt, und da dürfte der eine oder
>>> andere John drin unterwegs gewesen sein.
>>
>> Zu jener Zeit wohl kaum. Da spielte eher Hans Albers den
>> (Western-)Helden ("Goodbye Johnny").
>
> Als John Rabe geboren (und vermutlich getauft) wurde, war Hans Albers
> gerade -9 Jahre alt und die Zahl der Kinos war auch noch nicht positiv.

Das ist zwar richtig, aber ich bezog mich auf
|: "John" war aber *der* wohl typischste englische Name, den dürften
|: auch Deutsche zur besagten Zeit gekannt haben. Immerhin wurden doch
|: auch amerikanische Western in den Kinos gezeigt, und da dürfte der |:
eine oder andere John drin unterwegs gewesen sein.

Detlef

Heinz Lohmann

unread,
Jan 13, 2015, 6:39:21 PM1/13/15
to
* 23. November 1882 ?? Kinos in HH?

Detlef Meißner

unread,
Jan 14, 2015, 2:28:04 AM1/14/15
to
Frag mich nicht, _ich_ habe nichts von amerikanischen Western, die zu
besagter Zeit in deutschen Kinos gezeigt wurden, geschrieben.

Detlef

Oliver Cromm

unread,
Jan 14, 2015, 5:42:54 PM1/14/15
to
* Heinz Lohmann:
Damals hat man "Alle jagen John Mulligan" von Friedrich Gerstäcker
gelesen. So ein Buch bietet freilich keine Ausspracheanleitung.

--
If the aeroplane industry had advanced at the same rate as the
computer industry, today's planes could circumnavigate the world
in ten seconds, be two inches long, and crash twice a day.
Peter Moylan in alt.usage.english

Jaakob Kind

unread,
Jan 20, 2015, 7:30:02 AM1/20/15
to
"Jaakob Kind" wrote in message news:m8lrh1$h7f$1...@news.sap-ag.de...

> Den Einheimischen mag ich auch in D nicht immer trauen. Die sagen
> wahrscheinlich Hamburch, Mannem und Konschtanz, da halte ich mich dann
> doch lieber an die Standardaussprache.

Heute morgen wurde in den SWR3-Nachrichten doch tatsächlich Konschtanz
gesagt. Das hörte sich richtig gruselig an. Ich hoffe, dass der
Deutschlandfunk das nicht tut.

Viele Grüße
Jaakob





Florian Ritter

unread,
Jan 21, 2015, 8:16:12 AM1/21/15
to
Es fiel mir in den Nachrichten des staatlichen Fernsehens am Wochenende
im Zusammenhang mit erhöhtem Kundenandrang infolge Frankenaufwertung auch
auf - FR

Jaakob Kind

unread,
Jan 21, 2015, 8:50:01 AM1/21/15
to
"Florian Ritter" wrote in message
news:93932cb7-d9ef-4a44...@googlegroups.com...

> Es fiel mir in den Nachrichten des staatlichen Fernsehens am Wochenende
> im Zusammenhang mit erhöhtem Kundenandrang infolge Frankenaufwertung auch
> auf - FR

Welcher Sender war denn das? War das etwa die Tagesschau oder heute?

Viele Grüße
Jaakob

Florian Ritter

unread,
Jan 22, 2015, 10:31:25 AM1/22/15
to
Am Mittwoch, 21. Januar 2015 14:50:01 UTC+1 schrieb Jaakob Kind:

> > Es fiel mir in den Nachrichten des staatlichen Fernsehens am Wochenende
> > im Zusammenhang mit erhöhtem Kundenandrang infolge Frankenaufwertung auch
> > auf.

> Welcher Sender war denn das? War das etwa die Tagesschau oder heute?

Eines von den beiden - FR

Stefan Schmitz

unread,
Jan 26, 2015, 10:21:01 AM1/26/15
to
Am Dienstag, 20. Januar 2015 13:30:02 UTC+1 schrieb Jaakob Kind:

> Heute morgen wurde in den SWR3-Nachrichten doch tatsächlich Konschtanz
> gesagt. Das hörte sich richtig gruselig an. Ich hoffe, dass der
> Deutschlandfunk das nicht tut.

Doch, tut er. Z.B. heute in "Deutschland heute".

Eigentlich bin ich sicher, dass die Aussprache ohne sch nur von Leuten kommt,
die das Original nicht kennen.

Jaakob Kind

unread,
Jan 26, 2015, 10:50:01 AM1/26/15
to
"Stefan Schmitz" wrote in message
news:785243dc-89d4-4741...@googlegroups.com...

> Eigentlich bin ich sicher, dass die Aussprache ohne sch nur von Leuten
> kommt,
> die das Original nicht kennen.

Ich kenne das "Original", führe das aber bisher auf den örtlichen Dialekt
zurück, da im süddeutschen Raum st im Aus- und Inlaut gern scht gesprochen
wird.
Ein Konstanzer würde wahrscheinlich auch "konschtant" sagen.
Gibt es Gründe für die Aussprache "Konschtanz", die über den Dialekt
hinausgehen?

Viele Grüße
Jaakob

Stefan Schmitz

unread,
Jan 26, 2015, 12:02:29 PM1/26/15
to
Am Montag, 26. Januar 2015 16:50:01 UTC+1 schrieb Jaakob Kind:
> "Stefan Schmitz" wrote in message
> news:785243dc-89d4-4741...@googlegroups.com...
>
> > Eigentlich bin ich sicher, dass die Aussprache ohne sch nur von Leuten
> > kommt,
> > die das Original nicht kennen.
>
> Ich kenne das "Original", führe das aber bisher auf den örtlichen Dialekt
> zurück, da im süddeutschen Raum st im Aus- und Inlaut gern scht gesprochen
> wird.

Wenn das im "süddeutschen Raum" so ist, kann es schon mal nicht am örtlichen
Dialekt liegen.
Womit sich Konschtanz schon mal von Augschburg unterscheidet.

> Ein Konstanzer würde wahrscheinlich auch "konschtant" sagen.
> Gibt es Gründe für die Aussprache "Konschtanz", die über den Dialekt
> hinausgehen?

Wenn auch die Nicht-Dialektsprecher so sagen, sollte das doch Grund genug sein.

Oliver Cromm

unread,
Jan 26, 2015, 1:18:53 PM1/26/15
to
* Jaakob Kind:
Welchen Grund gibt es eigentlich für die Vornebetonung? Eine
italienische Freundin konnte oder wollte sich nicht an die
Vornebetonung von Koblenz gewöhnen, und bei Konstanz ist die
Herkunft ja noch leichter erkennbar.

--
Spell checker (n.) One who gives examinations on witchcraft.
Herman Rubin in sci.lang

Helmut Richter

unread,
Jan 26, 2015, 2:02:43 PM1/26/15
to
Am 26.01.2015 um 18:02 schrieb Stefan Schmitz:

> Am Montag, 26. Januar 2015 16:50:01 UTC+1 schrieb Jaakob Kind:
>> "Stefan Schmitz" wrote in message
>> news:785243dc-89d4-4741...@googlegroups.com...
>>
>>> Eigentlich bin ich sicher, dass die Aussprache ohne sch nur von Leuten
>>> kommt,
>>> die das Original nicht kennen.
>>
>> Ich kenne das "Original", führe das aber bisher auf den örtlichen Dialekt
>> zurück, da im süddeutschen Raum st im Aus- und Inlaut gern scht gesprochen
>> wird.
>
> Wenn das im "süddeutschen Raum" so ist, kann es schon mal nicht am örtlichen
> Dialekt liegen.
> Womit sich Konschtanz schon mal von Augschburg unterscheidet.

Vor allem ist die Aussprache scht- im Silbenanlaut auch sonst in ganz
Deutschland verbreitet. Nach Siebs ist sie bei "Station" vorgeschrieben,
bei "Statistik" möglich und bei "Statik" verboten. Ziemlich willkürlich
also und an den Geschmack den N-Deutschen Siebs angepasst. In
S-Deutschland, wird die Freiheit, scht- zu sagen so wie bei "Station",
eben etwas weiter ausgelegt. Und genauso wie bei Siebs gilt die Regel:
je normaler das Wort, desto scht. Ich spreche spontan -- auch wenn ich
nicht Dialekt spreche -- "Konschtruktion" aber "Deßtruktion", weil das
erste im täglichen Leben vorkommt, aber das zweite eher ein gelehrtes
Wort ist. Ebenso natürlich "konschtant".

Das scht im Auslaut, wie es im alemannischen Sprachraum, nicht aber im
bairischen gesprochen wird ("du bisch die Beschte", "Fescht", "Mischt"),
ist für mein Empfinden *wirklich* Dialekt, obwohl ich eine Reihe Leute
von dort kenne, die es nicht wegkriegen, selbst wenn sie versuchen
dialektfrei zu sprechen.

>> Ein Konstanzer würde wahrscheinlich auch "konschtant" sagen.
>> Gibt es Gründe für die Aussprache "Konschtanz", die über den Dialekt
>> hinausgehen?
>
> Wenn auch die Nicht-Dialektsprecher so sagen, sollte das doch Grund genug sein.

Eben.

--
Helmut Richter


Klaus Wacker

unread,
Jan 26, 2015, 3:24:04 PM1/26/15
to
Hauptsache sie sagen nicht Roschtok oder Groß Borschtel.



--
Klaus Wacker klaus.w...@t-online.de
51°29'7"N 7°25'7"E http://www.physik.tu-dortmund.de/~wacker

Stefan Schmitz

unread,
Jan 26, 2015, 3:55:53 PM1/26/15
to
Am Montag, 26. Januar 2015 20:02:43 UTC+1 schrieb Helmut Richter:

> Vor allem ist die Aussprache scht- im Silbenanlaut auch sonst in ganz
> Deutschland verbreitet. Nach Siebs ist sie bei "Station" vorgeschrieben,
> bei "Statistik" möglich und bei "Statik" verboten. Ziemlich willkürlich
> also und an den Geschmack den N-Deutschen Siebs angepasst.

Ich habe noch nie gehört, dass jemand "Statik" ohne scht- spricht.

Ist der Siebs doch nicht die Autorität für Standardaussprache, oder hat er seine
Meinung hierzu geändert?

Manfred Hoß

unread,
Jan 26, 2015, 4:10:08 PM1/26/15
to
Das "Wörterbuch der deutschen Aussprache", 4., durchgesehene Auflage,
Bibliographisches Institut Leipzig, 1974, kennt bei Statik beide
Aussprachen, "'ʃta:tık" und "'sta:tık"., wobei ich letzteres bislang nie
bewusst gehört habe.

Gruß
Manfred.

Helmut Richter

unread,
Jan 26, 2015, 4:33:34 PM1/26/15
to
Ich habe die [stA:tIk] aus der 19., umgearbeiteten Auflage, VMA-Verlag
Wiesbaden 2000, Lizenzausgabe der 19. Auflage bei WdeG; ISBN 3-928127-66-7

Dort gibt es alle vier Varianten: nur s- (Statik), nur ʃ- (Station), s-
auch ʃ- (spontan), ʃ- auch s- (Statistik). Ich hätte also oben
"schpontan" schreiben sollen, und meine nur ungefähr normgerechte
Aussprache zu dokumentieren.

Was den Herrn Siebs angeht: der ist 1941 gestorben und kann sich nicht
mehr wehren, allenfalls noch im Grabe rotieren.

--
Helmut Richter

Oliver Cromm

unread,
Jan 26, 2015, 6:40:19 PM1/26/15
to
* Helmut Richter:
"Schpontan" kenne ich nicht anders, ebenso wie
Schtatik/schtatisch, oder auch Schtimulation. Dagegen sage ich
Konstruktion, konstant, abstrakt, Thermostat, Institut ohne sch.

Ich bin ziemlich sicher, daß das alles der üblichen
Fernsehausprache entspricht, also der Standardaussprache für den
Alltagsgebrauch. Hm, ich bin nicht sicher, ob das heutzutage noch
funktioniert, sagen wir, Fernsehaussprache von 1980.

Grob scheint für meine Aussprache zu gelten, daß scht- und schp-
bei lateinischen Wurzeln im Wortanlaut auftauchen, aber nicht -
anders als bei germanischen Wurzeln - im Stammanlaut nach
Präfixen. Bei Komposita natürlich wieder (Bau-schtatik). Jetzt muß
ich nach Ausnahmen suchen. Bisher fallen mir nur reichlich
fachsprachliche Sachen wie "Steroid" ein, wobei ich das mit scht
auch nicht komisch finde.

Stefan Froehlich

unread,
Jan 26, 2015, 7:21:34 PM1/26/15
to
On Tue, 27 Jan 2015 00:40:17 Oliver Cromm wrote:
> >>> Ich habe noch nie gehört, dass jemand "Statik" ohne scht- spricht.
>>
> >> Das "Wörterbuch der deutschen Aussprache", 4., durchgesehene Auflage,
> >> Bibliographisches Institut Leipzig, 1974, kennt bei Statik beide
> >> Aussprachen, "'ʃta:tık" und "'sta:tık"., wobei ich letzteres bislang
> >> nie bewusst gehört habe.

> "Schpontan" kenne ich nicht anders, ebenso wie
> Schtatik/schtatisch, oder auch Schtimulation. Dagegen sage ich
> Konstruktion, konstant, abstrakt, Thermostat, Institut ohne sch.

Statik gibt es hier in Wien in beiden Varianten - grob geschätzt
würde ich meinen, "s" wird bevorzugt, ebenso bei Statistik und schon
überhaupt bei Stimulation. Kann sein, dass da im Hinterkopf steckt,
sich vom Dialekt abzugrenzen, was man im Norden bei dieser Frage
nicht nötig hat.

Servus,
Stefan

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Stefan: das Lachen der Kinder!
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Volker Gringmuth

unread,
Jan 27, 2015, 1:37:42 AM1/27/15
to
Jaakob Kind wrote:

> Ich hoffe, dass der Deutschlandfunk das nicht tut.

Seit die die Langwelle abgeschaltet haben, sind sie für mich im Auto nicht
mehr hörbar.


f'up2 da.hoerfunk
vG

Thomas Schade

unread,
Jan 27, 2015, 1:39:29 AM1/27/15
to
Klaus Wacker <klaus.w...@t-online.de> Wrote in message:
> Jaakob Kind <jaako...@gmx.de> wrote:
>> "Jaakob Kind" wrote in message news:m8lrh1$h7f$1...@news.sap-ag.de...

>>> Den Einheimischen mag ich auch in D nicht immer trauen. Die sagen
>>> wahrscheinlich Hamburch, Mannem und Konschtanz, da halte ich mich dann
>>> doch lieber an die Standardaussprache.
>>
>> Heute morgen wurde in den SWR3-Nachrichten doch tatsächlich Konschtanz
>> gesagt. Das hörte sich richtig gruselig an. Ich hoffe, dass der
>> Deutschlandfunk das nicht tut.
>
> Hauptsache sie sagen nicht Roschtok oder Groß Borschtel.

Wie groß ist eigentlich die Dischtanz zwischen den beiden?


Ciao
Toscha
--
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