Am 26.01.2015 um 18:02 schrieb Stefan Schmitz:
> Am Montag, 26. Januar 2015 16:50:01 UTC+1 schrieb Jaakob Kind:
>> "Stefan Schmitz" wrote in message
>> news:785243dc-89d4-4741...@googlegroups.com...
>>
>>> Eigentlich bin ich sicher, dass die Aussprache ohne sch nur von Leuten
>>> kommt,
>>> die das Original nicht kennen.
>>
>> Ich kenne das "Original", führe das aber bisher auf den örtlichen Dialekt
>> zurück, da im süddeutschen Raum st im Aus- und Inlaut gern scht gesprochen
>> wird.
>
> Wenn das im "süddeutschen Raum" so ist, kann es schon mal nicht am örtlichen
> Dialekt liegen.
> Womit sich Konschtanz schon mal von Augschburg unterscheidet.
Vor allem ist die Aussprache scht- im Silbenanlaut auch sonst in ganz
Deutschland verbreitet. Nach Siebs ist sie bei "Station" vorgeschrieben,
bei "Statistik" möglich und bei "Statik" verboten. Ziemlich willkürlich
also und an den Geschmack den N-Deutschen Siebs angepasst. In
S-Deutschland, wird die Freiheit, scht- zu sagen so wie bei "Station",
eben etwas weiter ausgelegt. Und genauso wie bei Siebs gilt die Regel:
je normaler das Wort, desto scht. Ich spreche spontan -- auch wenn ich
nicht Dialekt spreche -- "Konschtruktion" aber "Deßtruktion", weil das
erste im täglichen Leben vorkommt, aber das zweite eher ein gelehrtes
Wort ist. Ebenso natürlich "konschtant".
Das scht im Auslaut, wie es im alemannischen Sprachraum, nicht aber im
bairischen gesprochen wird ("du bisch die Beschte", "Fescht", "Mischt"),
ist für mein Empfinden *wirklich* Dialekt, obwohl ich eine Reihe Leute
von dort kenne, die es nicht wegkriegen, selbst wenn sie versuchen
dialektfrei zu sprechen.
>> Ein Konstanzer würde wahrscheinlich auch "konschtant" sagen.
>> Gibt es Gründe für die Aussprache "Konschtanz", die über den Dialekt
>> hinausgehen?
>
> Wenn auch die Nicht-Dialektsprecher so sagen, sollte das doch Grund genug sein.
Eben.
--
Helmut Richter