Am 28.04.2022 um 12:45 schrieb Markus Ermert:
> Stefan Schmitz <
ss...@gmx.de> wrote:
>> Am 28.04.2022 um 07:29 schrieb Markus Ermert:
>>
>>> Wer nicht weiß, dass es genau einen Leimener und einen Kerpener gibt, der
>>> versteht ganze Sportteile nicht.
>>
>> Gibt es einen Sportbericht, in dem diese Wörter auftauchen, ohne dass
>> zuvor der Name genannt wurde?
>
> Darum geht es nicht.
>
> Der „Leimener“ funktioniert, wenn zuvor geklärt wurde, dass Becker aus
> Leimen kommt. Andernfalls ist Vorwissen erforderlich. Zumal es den Ort
> Leimen niemand kennt.
Wie lange ist es her, dass er wirklich "der Leimener" genannt wurde?
Als er berühmt wurde, wurde überall berichtet, woher er stammt. Damals
dürfte es keinen Leser solcher Artikel gegeben haben, der das nicht wusste.
> Dito die „Seleção“. Es heißt ja sicher *die* Seleção, damit klar ist, dass
> das nicht ein Spielername ist.
Auch das weiß, wer einschlägige Artikel liest.
> Im Nichtsportjournalismus nutzt man Synonyme in dieser Weise nur dann, wenn
> der Zusammenhang Allgemeinwissen ist (Scholz/Kanzler). Wenn nicht, wird
> meist erst „Meier (SPD)“ genannt, bevor „der SPD-Politiker“ zum Zuge kommt.
> Wendungen wie „der Oggersheimer“ sind im Politikjournalismus unüblich.
"Die Entwicklungshilfeministerin", "der CSU-Landesgruppenchef", "der
Fraktionsvize", "die Co-Vorsitzende" werden häufig verwendet, obwohl
nicht jeder Depp weiß, wer das ist.
Dass bei Sportlern so gern der Ort genommen wird, dürfte daran liegen,
dass da keine solchen Funktionsbezeichnungen zur Verfügung stehen.
Dabei fällt mir ein, dass nicht nur im Sport auch häufig von "der
28-Jährigen" und "dem 46-Jährigen" die Rede ist.