Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Das Trennwort der Woche

62 views
Skip to first unread message

Johannes Leckebusch

unread,
Apr 26, 2022, 1:52:04 PM4/26/22
to
SZ Tagesprogramm heute:

22.55 Winterkorn und seine
  Ingenieure - Was geschah
wirklich beim Diesels-
kandal? Dokumentation

--
Johannes Leckebusch - AR3

https://johannes-leckebusch.de/
https://johannes-leckebusch.de/Fotogalerien/index.html
https://foto.ungruen.de/index2.html
https://flickr.com/photos/johannes_leckebusch/

Stefan Schmitz

unread,
Apr 26, 2022, 2:17:16 PM4/26/22
to
Am 26.04.2022 um 19:52 schrieb Johannes Leckebusch:
> SZ Tagesprogramm heute:
>
> 22.55 Winterkorn und seine
>       Ingenieure - Was geschah
>       wirklich beim Diesels-
>       kandal? Dokumentation

Wenn du uns verrätst, was ein Kandal ist, können wir deiner Einstufung
vielleicht zustimmen.
Ansonsten ist das ein völlig uninteressanter Fehler, wohl der geringen
Spaltenbreite geschuldet.

Johannes Leckebusch

unread,
Apr 26, 2022, 2:20:55 PM4/26/22
to
Am 26.04.2022 um 20:17 schrieb Stefan Schmitz:
> Am 26.04.2022 um 19:52 schrieb Johannes Leckebusch:
>> SZ Tagesprogramm heute:
>>
>> 22.55 Winterkorn und seine
>>        Ingenieure - Was geschah
>>        wirklich beim Diesels-
>>        kandal? Dokumentation
>
> Wenn du uns verrätst, was ein Kandal ist, können wir deiner Einstufung
> vielleicht zustimmen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kandal

> Ansonsten ist das ein völlig uninteressanter Fehler, wohl der geringen
> Spaltenbreite geschuldet.

Nö.

Stefan Schmitz

unread,
Apr 26, 2022, 2:38:08 PM4/26/22
to
Am 26.04.2022 um 20:20 schrieb Johannes Leckebusch:
> Am 26.04.2022 um 20:17 schrieb Stefan Schmitz:
>> Am 26.04.2022 um 19:52 schrieb Johannes Leckebusch:
>>> SZ Tagesprogramm heute:
>>>
>>> 22.55 Winterkorn und seine
>>>        Ingenieure - Was geschah
>>>        wirklich beim Diesels-
>>>        kandal? Dokumentation
>>
>> Wenn du uns verrätst, was ein Kandal ist, können wir deiner Einstufung
>> vielleicht zustimmen.
>
> https://de.wikipedia.org/wiki/Kandal

Also nichts, was der Zusammensetzung eine ungewollte Bedeutung geben könnte.

>> Ansonsten ist das ein völlig uninteressanter Fehler, wohl der geringen
>> Spaltenbreite geschuldet.
>
> Nö.

Doch.

Johannes Leckebusch

unread,
Apr 26, 2022, 2:42:05 PM4/26/22
to
Am 26.04.2022 um 20:37 schrieb Stefan Schmitz:
> Am 26.04.2022 um 20:20 schrieb Johannes Leckebusch:
>> Am 26.04.2022 um 20:17 schrieb Stefan Schmitz:
>>> Am 26.04.2022 um 19:52 schrieb Johannes Leckebusch:
>>>> SZ Tagesprogramm heute:
>>>>
>>>> 22.55 Winterkorn und seine
>>>>        Ingenieure - Was geschah
>>>>        wirklich beim Diesels-
>>>>        kandal? Dokumentation
>>>
>>> Wenn du uns verrätst, was ein Kandal ist, können wir deiner
>>> Einstufung vielleicht zustimmen.
>>
>> https://de.wikipedia.org/wiki/Kandal
>
> Also nichts, was der Zusammensetzung eine ungewollte Bedeutung geben
> könnte.

Man könnte ja das "s" ... oder des Diesels ... kann dal nicht ahnen.

>>> Ansonsten ist das ein völlig uninteressanter Fehler, wohl der
>>> geringen Spaltenbreite geschuldet.
>>
>> Nö.
>
> Doch.

Warum? Das "s" hätte auch in die nächste Zeile gepasst.

Johannes Leckebusch

unread,
Apr 26, 2022, 3:06:12 PM4/26/22
to
Am 26.04.2022 um 20:17 schrieb Stefan Schmitz:
> Am 26.04.2022 um 19:52 schrieb Johannes Leckebusch:
>> SZ Tagesprogramm heute:
>>
>> 22.55 Winterkorn und seine
>>        Ingenieure - Was geschah
>>        wirklich beim Diesels-
>>        kandal? Dokumentation
>
> Wenn du uns verrätst, was ein Kandal ist, können wir deiner Einstufung
> vielleicht zustimmen.

Denk mal über Trenns nach.

Klaus Pommerening

unread,
Apr 26, 2022, 4:16:36 PM4/26/22
to
Stefan Schmitz meint:
Wohl eher dem miserablen Trennalgorithmus.
Leider immer häufiger zu beobachten.
--
Klaus Pommerening
Under dem Celler See ghat das Hegöw an, wird begriffen zwischen Rhein
und der Tonaw, ist ein klein aber über die maß wohl erbauwen und
fruchtbar lendlin. (Sebastian Münster)

Johannes Leckebusch

unread,
Apr 26, 2022, 4:27:35 PM4/26/22
to
Am 26.04.2022 um 22:16 schrieb Klaus Pommerening:
> Stefan Schmitz meint:
>> Am 26.04.2022 um 19:52 schrieb Johannes Leckebusch:
>>> SZ Tagesprogramm heute:
>>>
>>> 22.55 Winterkorn und seine
>>>        Ingenieure - Was geschah
>>>        wirklich beim Diesels-
>>>        kandal? Dokumentation
>>
>> Wenn du uns verrätst, was ein Kandal ist, können wir deiner Einstufung
>> vielleicht zustimmen.
>> Ansonsten ist das ein völlig uninteressanter Fehler, wohl der geringen
>> Spaltenbreite geschuldet.
>
> Wohl eher dem miserablen Trennalgorithmus.
> Leider immer häufiger zu beobachten.

Tja, künstliche Rechtsreibung. Wird immer rauher - also, die
Tagesprogrammübersicht der SZ wird sowieso immer weniger von Menschen
gelesen. Leser sind ja keine.

Die Russen trinken jetzt sowieso selbst ihr eigenes Öl. Kann man ja dann
über der Ukraine wieder ausspucken, odr?

Thomas 'PointedEars' Lahn

unread,
Apr 26, 2022, 7:42:38 PM4/26/22
to
Stefan Schmitz wrote:

> Am 26.04.2022 um 19:52 schrieb Johannes Leckebusch:
>> SZ Tagesprogramm heute:
>>
>> 22.55 Winterkorn und seine
>> Ingenieure - Was geschah
>> wirklich beim Diesels-
>> kandal? Dokumentation
>
> Wenn du uns verrätst, was ein Kandal ist, können wir deiner Einstufung
> vielleicht zustimmen.
> Ansonsten ist das ein völlig uninteressanter Fehler,

Ansichtssache.

> wohl der geringen Spaltenbreite geschuldet.

Dann ist die Veröffentlichungsw-
eichware aber kapott[tm].

--
PointedEars
<https://github.com/PointedEars> | <http://PointedEars.de/wsvn/>
Twitter: @PointedEars2
Please do not cc me. /Bitte keine Kopien per E-Mail.

Bertel Lund Hansen

unread,
Apr 27, 2022, 12:27:31 AM4/27/22
to
Den 26.04.2022 kl. 20.17 skrev Stefan Schmitz:

> Ansonsten ist das ein völlig uninteressanter Fehler, wohl der geringen
> Spaltenbreite geschuldet.

22.55 Winterkorn und seine
Ingenieure - Was geschah
wirklich beim
Dieselskandal?
Dokumentation

--
Bertel

HC Ahlmann

unread,
Apr 27, 2022, 8:00:22 AM4/27/22
to
Klaus Pommerening <pomm...@uni-mainz.de> wrote:

> Stefan Schmitz meint:
> > Am 26.04.2022 um 19:52 schrieb Johannes Leckebusch:
> >> SZ Tagesprogramm heute:
> >>
> >> 22.55 Winterkorn und seine
> >> Ingenieure - Was geschah
> >> wirklich beim Diesels-
> >> kandal? Dokumentation

Ich nehme an, es ist zweispaltig gedruckt und Du hast Leerzeichen der 2.
bis 4. Zeile zur optisch richtigen Wiedergabe vorangestellt, sodass erst
ab Winterkorns W zu zählen ist.

> > Wenn du uns verrätst, was ein Kandal ist, können wir deiner Einstufung
> > vielleicht zustimmen.
> > Ansonsten ist das ein völlig uninteressanter Fehler, wohl der geringen
> > Spaltenbreite geschuldet.
>
> Wohl eher dem miserablen Trennalgorithmus.
> Leider immer häufiger zu beobachten.

Dem schließe ich mich an, denn die Länge der 3. Zeile enthält nicht die
meisten Zeichen, sodass eine richtige Trennung Platz gefunden hätte:
Winterkorn und seine 20
Ingenieure - Was geschah 24
wirklich beim Diesels- 22
kandal? Dokumentation 21

Winterkorn und seine 20
Ingenieure - Was geschah 24
wirklich beim Diesel- 21
skandal? Dokumentation 22
--
Munterbleiben
HC

Bernd Schwegmann

unread,
Apr 27, 2022, 5:09:31 PM4/27/22
to
Am 26.04.22 um 20:17 schrieb Stefan Schmitz:
Wo liegt bei deinem Sprachgefühl der Übergang vom interessanten zum
uninteressanten Fehler? Ansage frisch!



SCNR
BS+


Johannes Leckebusch

unread,
Apr 27, 2022, 5:54:59 PM4/27/22
to
Am 27.04.2022 um 23:29 schrieb Martin Gerdes:
> Klaus Pommerening <pomm...@uni-mainz.de> schrieb:
>
>>>> 22.55 Winterkorn und seine
>>>>        Ingenieure - Was geschah
>>>>        wirklich beim Diesels-
>>>>        kandal? Dokumentation
>
>>> Wenn du uns verrätst, was ein Kandal ist, können wir deiner Einstufung
>>> vielleicht zustimmen.
>>> Ansonsten ist das ein völlig uninteressanter Fehler, wohl der geringen
>>> Spaltenbreite geschuldet.
>
>> Wohl eher dem miserablen Trennalgorithmus.
>> Leider immer häufiger zu beobachten.
>
> Wenn man nicht erkennt, wie ein Wort zusammengesetzt ist, nimmt man nach
> BRaZ-Regeln den letzten Konsonanten auf die neue Zeile.
>
> Ich schmunzle immer über die Journalisten einer nahegelegenen Kurs-
> tadt,

Das tadt der ja dann auf Kurs ...

die a) natürlich bei Strafe von 50 Backenstreichen nicht den Namen
> der Stadt wiederholen dürfen,

Wieso nicht? Mich nervt es oft, wenn ich (so halb nebenbei) einen
Rundfunkbeitrag höre, den Anfang aber nicht so ganz mitgekriegt habe und
dann für den Rest des Lebens nicht mehr erfahre, um welche Ortschaft
oder Person es darin geht/ging. (Manchmal auch, wenn ich in einem
intellektubildeten SZ-Artikel auf einer halben Seite suchen muss, was
den wohl die Abkürzung ABC bedeutet, falls das überhaupt hoffentlich bei
deren erster Erwähnung auf den ersten Textkilometern angegeben wurde ...
manchmal versuche ich ja Haarfarbe und Figur der beteiligen Personen zu
überfliegen, um zum Punkt zu kommen ...

b) brav das s-t trennen (dem das ja
> angeblich nicht mehr weh tut) und c) vorgeben, die Struktur des Wortes
> "Kur-Stadt" nicht erkennen zu können.

Sie selbst, nicht ihre künstliche D...t?

Stefan Schmitz

unread,
Apr 28, 2022, 3:46:04 AM4/28/22
to
Am 28.04.2022 um 07:29 schrieb Markus Ermert:

> Wer nicht weiß, dass es genau einen Leimener und einen Kerpener gibt, der
> versteht ganze Sportteile nicht.

Gibt es einen Sportbericht, in dem diese Wörter auftauchen, ohne dass
zuvor der Name genannt wurde?

Kölner oder Winterberger gibt es allerdings mehrfach.

> Ganz zu schweigen von der Seleção, die
> eigentlich „der Seleção“ heißt.

Wo ist das festgelegt? Dass das Genus importierter Wörter anders sein
kann als in der Ursprungssprache, könntest auch du wissen.

> Und nein, Elftal ist kein Ort.

Auch diese Begriffe dürften kaum als erste oder gar einzige Bezeichnung
zum Einsatz kommen.

Ulf Kutzner

unread,
Apr 28, 2022, 5:30:20 AM4/28/22
to
Stefan Schmitz schrieb am Donnerstag, 28. April 2022 um 09:46:04 UTC+2:
> Am 28.04.2022 um 07:29 schrieb […] Ermert:

> > Ganz zu schweigen von der Seleção, die
> > eigentlich „der Seleção“ heißt.
>
> Wo ist das festgelegt? Dass das Genus importierter Wörter anders sein
> kann als in der Ursprungssprache, könntest auch du wissen.

Wobei Ermert jetzt zu erklären hätte, wo er die Andersartigkeit in concreto sieht.


Stefan Schmitz

unread,
Apr 28, 2022, 7:12:12 AM4/28/22
to
Am 28.04.2022 um 12:45 schrieb Markus Ermert:
> Stefan Schmitz <ss...@gmx.de> wrote:
>> Am 28.04.2022 um 07:29 schrieb Markus Ermert:
>>
>>> Wer nicht weiß, dass es genau einen Leimener und einen Kerpener gibt, der
>>> versteht ganze Sportteile nicht.
>>
>> Gibt es einen Sportbericht, in dem diese Wörter auftauchen, ohne dass
>> zuvor der Name genannt wurde?
>
> Darum geht es nicht.
>
> Der „Leimener“ funktioniert, wenn zuvor geklärt wurde, dass Becker aus
> Leimen kommt. Andernfalls ist Vorwissen erforderlich. Zumal es den Ort
> Leimen niemand kennt.

Wie lange ist es her, dass er wirklich "der Leimener" genannt wurde?
Als er berühmt wurde, wurde überall berichtet, woher er stammt. Damals
dürfte es keinen Leser solcher Artikel gegeben haben, der das nicht wusste.

> Dito die „Seleção“. Es heißt ja sicher *die* Seleção, damit klar ist, dass
> das nicht ein Spielername ist.

Auch das weiß, wer einschlägige Artikel liest.

> Im Nichtsportjournalismus nutzt man Synonyme in dieser Weise nur dann, wenn
> der Zusammenhang Allgemeinwissen ist (Scholz/Kanzler). Wenn nicht, wird
> meist erst „Meier (SPD)“ genannt, bevor „der SPD-Politiker“ zum Zuge kommt.
> Wendungen wie „der Oggersheimer“ sind im Politikjournalismus unüblich.

"Die Entwicklungshilfeministerin", "der CSU-Landesgruppenchef", "der
Fraktionsvize", "die Co-Vorsitzende" werden häufig verwendet, obwohl
nicht jeder Depp weiß, wer das ist.

Dass bei Sportlern so gern der Ort genommen wird, dürfte daran liegen,
dass da keine solchen Funktionsbezeichnungen zur Verfügung stehen.
Dabei fällt mir ein, dass nicht nur im Sport auch häufig von "der
28-Jährigen" und "dem 46-Jährigen" die Rede ist.

Christian Weisgerber

unread,
Apr 28, 2022, 7:30:06 AM4/28/22
to
On 2022-04-28, Markus Ermert <mspa...@gmail.com> wrote:

> Wer nicht weiß, dass es genau einen Leimener und einen Kerpener gibt, der
> versteht ganze Sportteile nicht.

... verstand damals...
Das ist inzwischen auch Jahr(zehnt)e her.

> Ganz zu schweigen von der Seleção, die
> eigentlich „der Seleção“ heißt.

Verstehe ich nicht. Kannst du das bitte erklären?

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de

Stefan Schmitz

unread,
Apr 28, 2022, 8:31:32 AM4/28/22
to
Am 28.04.2022 um 13:56 schrieb Markus Ermert:
> Christian Weisgerber <na...@mips.inka.de> wrote:
>
>>> Ganz zu schweigen von der Seleção, die
>>> eigentlich „der Seleção“ heißt.
>>
>> Verstehe ich nicht. Kannst du das bitte erklären?
>
> Seleção ist im Portugiesischen männlich, im Deutschen weiblich.

Warum hat sie dann den Artikel a?

https://pt.wikipedia.org/wiki/Sele%C3%A7%C3%A3o_Brasileira_de_Futebol

Quinn C

unread,
Apr 28, 2022, 8:56:01 AM4/28/22
to
* Markus Ermert:

> Christian Weisgerber <na...@mips.inka.de> wrote:
>
>>> Ganz zu schweigen von der Seleção, die
>>> eigentlich „der Seleção“ heißt.
>>
>> Verstehe ich nicht. Kannst du das bitte erklären?
>
> Seleção ist im Portugiesischen männlich, im Deutschen weiblich.

Etymologisch hätte mich das überrascht, ich kann es aber auch nicht
bestätigen.

| seleção
| Significado de Seleção
|
| substantivo feminino
<https://www.dicio.com.br/selecao/>

--
Dies ist das dritte Mal schreibe ich euch bin diese E-Mail
-- SPAMPOESIE

Poul E. Jørgensen

unread,
Apr 28, 2022, 9:21:39 AM4/28/22
to
Den 28-04-2022 kl. 14:31 skrev Stefan Schmitz:

> Warum hat sie dann den Artikel a?

Sie haben o, a, os, as, wohl aus illo, illa, illos, illas.
--
Fjern X hvis du svarer pr. e-mail.
Remove the X if replying by e-mail.

Christian Weisgerber

unread,
Apr 28, 2022, 11:30:06 AM4/28/22
to
On 2022-04-28, Markus Ermert <mspa...@gmail.com> wrote:

>>> Ganz zu schweigen von der Seleção, die
>>> eigentlich „der Seleção“ heißt.
>>
>> Verstehe ich nicht. Kannst du das bitte erklären?
>
> Seleção ist im Portugiesischen männlich,

Nein.
Bei „seleção“ sollte die Verwandtschaft mit „Selektion“ ersichtlich
sein. Ganz allgemein ist -ção der portugiesische Reflex von lateinisch
-tion und damit gebildete Wörter sind feminin.

Bernd Schwegmann

unread,
Apr 28, 2022, 1:47:12 PM4/28/22
to
Am 28.04.22 um 12:45 schrieb Markus Ermert u,A:


> Stefan Schmitz <ss...@gmx.de> wrote:
>> Am 28.04.2022 um 07:29 schrieb Markus Ermert:
>>
>>> Wer nicht weiß, dass es genau einen Leimener und einen Kerpener gibt, der
>>> versteht ganze Sportteile nicht.
>
> Im Nichtsportjournalismus nutzt man Synonyme in dieser Weise nur dann, wenn
> der Zusammenhang Allgemeinwissen ist (Scholz/Kanzler). Wenn nicht, wird
> meist erst „Meier (SPD)“ genannt, bevor „der SPD-Politiker“ zum Zuge kommt.
> Wendungen wie „der Oggersheimer“ sind im Politikjournalismus unüblich.



Mir ist die "Oggersheimer Postmoderne" fürs BuKA-Amt im Ohr geblieben.



SCNR
BS+

Ulf Kutzner

unread,
Apr 29, 2022, 8:54:16 AM4/29/22
to
Christian Weisgerber schrieb am Donnerstag, 28. April 2022 um 17:30:06 UTC+2:
> On 2022-04-28, Markus Ermert <mspa...@gmail.com> wrote:

> > Seleção ist im Portugiesischen männlich,

> Nein.
> Bei „seleção“ sollte die Verwandtschaft mit „Selektion“ ersichtlich
> sein. Ganz allgemein ist -ção der portugiesische Reflex von lateinisch
> -tion und damit gebildete Wörter sind feminin.

Nicht zu verwechseln mit Wörtern des Typs cão, deren Pluralbildung gern abweicht.

Thomas Schade

unread,
May 2, 2022, 1:05:36 PM5/2/22
to
On 27.04.2022 01:42 (CEST), Thomas 'PointedEars' Lahn wrote:
> Stefan Schmitz wrote:

>> wohl der geringen Spaltenbreite geschuldet.
>
> Dann ist die Veröffentlichungsw-
> eichware aber kapott[tm].

Des Spiegels Android-App erheiterte mich heute damit[1]:

|Grüne fordern Extras-
|teuer für Kriegsprofiteure

Das ergibt beinahe sogar noch einen sinnvollen Satz.


[1] Screenshot:
<https://www.dropbox.com/s/papzbqxpj31x0wh/Screenshot_20220502-184409380.jpg?dl=0>


Ciao
Toscha
--
Ich kann allem widerstehen, nur der Versuchung nicht.
[Oscar Wilde]

Detlef Meißner

unread,
May 3, 2022, 6:30:55 AM5/3/22
to
Am 03.05.2022 um 12:03 schrieb Heinz Brückner:

> Eine Bekannte fängt gerade an in einem sog. Korrektorat einer Tageszeitung.
> Offensichtlich gibt es so etwas tatsächlich (noch?).
> Möge sie alles finden, soweit es dort überhaupt landet - und das auch noch
> fertig umgebrochen.
^^^^^^^^^^^
Heißt das nicht in diesem Falle "umbrochen"?

Detlef

Stefan Schmitz

unread,
May 3, 2022, 8:27:52 AM5/3/22
to
Am 03.05.2022 um 12:03 schrieb Heinz Brückner:

> Für Trenn-Unfug braucht es kein s-t. Man findet, neben der Generation
> Makulade zuweilen auch andere Nasobem-artige Neu-Wörter wie den Oter
> (Saugrob-) oder, aktuell, die Onne aus Mais.

Wie die Beispiele zeigen, entstehen die größten Klöpse nicht durch
falsche Trennungen, sondern durch durchaus regelkonforme.

Sergio Gatti

unread,
May 3, 2022, 8:39:53 AM5/3/22
to
Stefan Schmitz hat am 03.05.2022 um 14:27 geschrieben:
Was soll an den Trennungen Rob-oter und S-onne regelkonform sein?

Detlef Meißner

unread,
May 3, 2022, 8:45:51 AM5/3/22
to
Nein. Es gibt immer noch andere Trennregeln.

Detlef

Stefan Schmitz

unread,
May 3, 2022, 9:18:26 AM5/3/22
to
Nichts.
Der größte Klops ist Makulade-generation.

Stefan Schmitz

unread,
May 3, 2022, 9:45:14 AM5/3/22
to
Welche?
https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/worttrennung hat
für den ersten Fall nur ein "sollte".

BTW: Ist eigentlich nach neuer Rechtschreibung noch der Klassiker
Urin-stinkt möglich oder müsste man nach D164.3 Urins-tinkt trennen?

Detlef Meißner

unread,
May 3, 2022, 10:58:49 AM5/3/22
to
Natürlich.
Dass eine Trennung erlaubt ist, heißt ja nicht, dass man jetzt alles so
trennen muss.
Die Trennungsregeln gelten halt für besondere Fälle. Für die anderen
braucht man keine Regeln.
Man kann das Trennen aber üben, nämlich durch Klatschen.
Und wenn man da unsicher ist, dann muss man halt die passende Regel
suchen/finden.

Detlef

Bertel Lund Hansen

unread,
May 3, 2022, 1:27:52 PM5/3/22
to
Den 03.05.2022 kl. 15.45 skrev Stefan Schmitz:

> BTW: Ist eigentlich nach neuer Rechtschreibung noch der Klassiker
> Urin-stinkt möglich oder müsste man nach D164.3 Urins-tinkt trennen?

Folgt Duden der Rechtschreibung?

Von Duden empfohlene Trennung Ur|in|stinkt
Alle Trennmöglichkeiten Ur|in|s|tinkt

Merkwürdigerweise schreibt es nachher, dass man nicht zwischen N und S
trennen soll. Warum empfiehlt Duden es dann?

Selber trenne ich nie Wörter. Das macht den Text leichter zu lesen und
vermeidet tallose Probleme.

--
Bertel

Detlef Meißner

unread,
May 3, 2022, 1:41:30 PM5/3/22
to
Am 03.05.2022 um 19:27 schrieb Bertel Lund Hansen:
> Den 03.05.2022 kl. 15.45 skrev Stefan Schmitz:
>
>> BTW: Ist eigentlich nach neuer Rechtschreibung noch der Klassiker
>> Urin-stinkt möglich oder müsste man nach D164.3 Urins-tinkt trennen?
>
> Folgt Duden der Rechtschreibung?
>
> Von Duden empfohlene Trennung Ur|in|stinkt
> Alle Trennmöglichkeiten Ur|in|s|tinkt
>
> Merkwürdigerweise schreibt es nachher, dass man nicht zwischen N und S
> trennen soll. Warum empfiehlt Duden es dann?

Trennung: In-stinkt

Wer kommt denn auf die absurde Idee Ins-tinkt zu trennen?

Detlef

Johannes Leckebusch

unread,
May 3, 2022, 2:03:17 PM5/3/22
to
Riecht besser?

<d,d&r>

Stefan Schmitz

unread,
May 3, 2022, 2:15:44 PM5/3/22
to
Am 03.05.2022 um 19:41 schrieb Detlef Meißner:
Das sagen die Regeln, die ich verlinkt habe: Letzter Konsonant allein in
nächste Zeile. Mit Ausnahmen für ck und ch, aber eben nicht mehr für st.

Bertel Lund Hansen

unread,
May 3, 2022, 2:20:00 PM5/3/22
to
Den 03.05.2022 kl. 19.27 skrev Bertel Lund Hansen:

> vermeidet tallose Probleme.

"tal" ist Dänisch für "Zahl".

--
Bertel

Johannes Leckebusch

unread,
May 3, 2022, 2:25:27 PM5/3/22
to
Ich wollt' schon fragen, in welche Tose Du die Probleme schmeisst!?

Sergio Gatti

unread,
May 3, 2022, 2:35:43 PM5/3/22
to
Bertel Lund Hansen hat am 03.05.2022 um 20:19 geschrieben:
> Den 03.05.2022 kl. 19.27 skrev Bertel Lund Hansen:
>
>> vermeidet tallose Probleme.
>
> "tal" ist Dänisch für "Zahl".

Das hatte ich mir gedacht, aber ich schlage trotzdem "vermeidet
zahlreiche Probleme" oder "vermeidet (sehr/unendlich) viele Probleme" vor.
Und jetzt warte ich mal ab, was die Erstsprachler sagen.

Johannes Leckebusch

unread,
May 3, 2022, 2:45:47 PM5/3/22
to
Hm, ich würde da gefühlsmäßig wohl zu "vermeidet häufige Probleme"
neigen. Wobei es bei im Deutschen typischen langen Wörtern und ggf.
schmalen Druckspalten eben auch Probleme vermeiden kann, öfter mal zu
trennen als das ganz zu vermeiden. Aber man muss ja nicht zwangsläufig
alles trennen, was möglich wäre, auch bei relativ kurzen Wörtern. Das
kann tatsächlich auch die Lesbarkeit fördern (wenn man allzu viele
Trennungen vermeidet).

Stefan Schmitz

unread,
May 3, 2022, 3:10:32 PM5/3/22
to
Am 03.05.2022 um 20:46 schrieb Johannes Leckebusch:
> Am 03.05.2022 um 20:35 schrieb Sergio Gatti:
>> Bertel Lund Hansen hat am 03.05.2022 um 20:19 geschrieben:
>>> Den 03.05.2022 kl. 19.27 skrev Bertel Lund Hansen:
>>>
>>>> vermeidet tallose Probleme.
>>>
>>> "tal" ist Dänisch für "Zahl".
>>
>> Das hatte ich mir gedacht, aber ich schlage trotzdem "vermeidet
>> zahlreiche Probleme" oder "vermeidet (sehr/unendlich) viele Probleme"
>> vor.
>> Und jetzt warte ich mal ab, was die Erstsprachler sagen.
>
> Hm, ich würde da gefühlsmäßig wohl zu "vermeidet häufige Probleme"
> neigen.

Das würde ja bedeuten, dass es zwei Sorten Probleme gibt und nur eine
davon vermieden wird.

Johannes Leckebusch

unread,
May 3, 2022, 3:20:49 PM5/3/22
to
Ich nehme mal mein Ausgangsszenario als Beispiel: Die Seite mit dem
Tagesprogramm der SZ besteht aus acht schmalen Spalten auf der oberen
Hälfte, unten sind es nocheinanmal drei achtspaltige Reihen, bzw. als
unterste zwei sechsspaltige und rechts drei Felder übereinander, um
insgesamt die Inhalte 31 verschiedener Programme (3 Hörfunkt, der Rest
Fernsehen) unterzubringen. Manche Angaben sind nur ein oder zweizeilig
mit dem Titel der Sendung, manche sind bis zu 10-16 zeilig. Man hat
jedenfalls sehr wenig Platz, um informativ zu schildern, wovon die
Sendungen handeln. Trennt man nun gar nicht, wird der Satz sehr ungleich
und man kann noch weniger Text unterbringen. Trennt man sehr viel,
bekommt man vielleicht zwei, drei oder vier Wörter mehr unter, macht den
Text aber schlechter lesbar und riskiert die Trennungsprobleme, und es
kommen ja auch viele fachsprachliche und internationale Begriffe in den
Texten vor. Also so trivial ist das nicht ... und wenn da nun eine
Automatik noch blöde getrennt hat ...

Detlef Meißner

unread,
May 3, 2022, 3:38:33 PM5/3/22
to
> Wie schön, dass ich diese Regel bei diesem Wort nicht anwenden muss.

Detlef

Christina Kunze

unread,
May 3, 2022, 3:39:20 PM5/3/22
to
Stefans Einwand war ein sprachlicher, kein inhaltlicher.
Sergio hat von vielen Problemen gesprochen, das ist eine nicht weiter
konkretisierte Menge. Du hast von häufigen Problemen gesprochen, was
impliziert, dass die weniger oft auftretenden Probleme durch den
Verzicht auf die Silbentrennung nicht behoben werden.
Du hast also nicht eine andere Formulierung für dieselbe Sache gewählt,
sondern eine andere Formulierung für eine andere Sache, vulgo etwas
anderes ausgedrückt.

chr

Detlef Meißner

unread,
May 3, 2022, 3:41:45 PM5/3/22
to
Am 03.05.2022 um 20:46 schrieb Johannes Leckebusch:
> Am 03.05.2022 um 20:35 schrieb Sergio Gatti:
>> Bertel Lund Hansen hat am 03.05.2022 um 20:19 geschrieben:
>>> Den 03.05.2022 kl. 19.27 skrev Bertel Lund Hansen:
>>>
>>>> vermeidet tallose Probleme.
>>>
>>> "tal" ist Dänisch für "Zahl".
>>
>> Das hatte ich mir gedacht, aber ich schlage trotzdem "vermeidet
>> zahlreiche Probleme" oder "vermeidet (sehr/unendlich) viele Probleme" vor.
>> Und jetzt warte ich mal ab, was die Erstsprachler sagen.
>
> Hm, ich würde da gefühlsmäßig wohl zu "vermeidet häufige Probleme"
^^^^^^^häufig

oder "massig", "viele",

Detlef

Johannes Leckebusch

unread,
May 3, 2022, 4:24:29 PM5/3/22
to
Am 03.05.2022 um 21:39 schrieb Christina Kunze:
> Am 03.05.2022 um 21:21 schrieb Johannes Leckebusch:
>> Am 03.05.2022 um 21:10 schrieb Stefan Schmitz:
>>> Am 03.05.2022 um 20:46 schrieb Johannes Leckebusch:
>>>> Am 03.05.2022 um 20:35 schrieb Sergio Gatti:
>>>>> Bertel Lund Hansen hat am 03.05.2022 um 20:19 geschrieben:
>>>>>> Den 03.05.2022 kl. 19.27 skrev Bertel Lund Hansen:
>>>>>>
>>>>>>> vermeidet tallose Probleme.
>>>>>>
>>>>>> "tal" ist Dänisch für "Zahl".
>>>>>
>>>>> Das hatte ich mir gedacht, aber ich schlage trotzdem "vermeidet
>>>>> zahlreiche Probleme" oder "vermeidet (sehr/unendlich) viele
>>>>> Probleme" vor.
>>>>> Und jetzt warte ich mal ab, was die Erstsprachler sagen.
>>>>
>>>> Hm, ich würde da gefühlsmäßig wohl zu "vermeidet häufige Probleme"
>>>> neigen.
>>>
>>> Das würde ja bedeuten, dass es zwei Sorten Probleme gibt und nur eine
>>> davon vermieden wird.

(...)

> Stefans Einwand war ein sprachlicher, kein inhaltlicher.
> Sergio hat von vielen Problemen gesprochen, das ist eine nicht weiter
> konkretisierte Menge. Du hast von häufigen Problemen gesprochen, was
> impliziert, dass die weniger oft auftretenden Probleme durch den
> Verzicht auf die Silbentrennung nicht behoben werden.
> Du hast also nicht eine andere Formulierung für dieselbe Sache gewählt,
> sondern eine andere Formulierung für eine andere Sache, vulgo etwas
> anderes ausgedrückt.

Ausgangspunkt war wohl (leicht korrigiert):

"Selber trenne ich nie Wörter. Das macht den Text leichter zu lesen und
vermeidet zahllose Probleme. "

Und die Frage, ob man durch Worttrennung "zahllose Probleme" erhält oder
da nicht eine andere Formulierung treffender sein könnte. Also was für
eine Ausdrucksweise zu dem Sachverhalt passt.

Sergio Gatti

unread,
May 3, 2022, 4:47:33 PM5/3/22
to
Christina Kunze hat am 03.05.2022 um 21:39 geschrieben:
> Am 03.05.2022 um 21:21 schrieb Johannes Leckebusch:
>> Am 03.05.2022 um 21:10 schrieb Stefan Schmitz:
>>> Das würde ja bedeuten, dass es zwei Sorten Probleme gibt und nur eine
>>> davon vermieden wird.
>>
>> Ich nehme mal mein Ausgangsszenario als Beispiel: Die Seite mit dem
>> Tagesprogramm der SZ besteht aus acht schmalen Spalten auf der oberen
>> Hälfte, unten sind es nocheinanmal drei achtspaltige Reihen, bzw. als
>> unterste zwei sechsspaltige und rechts drei Felder übereinander, um
>> insgesamt die Inhalte 31 verschiedener Programme (3 Hörfunkt, der Rest
>> Fernsehen) unterzubringen. Manche Angaben sind nur ein oder zweizeilig
>> mit dem Titel der Sendung, manche sind bis zu 10-16 zeilig. Man hat
>> jedenfalls sehr wenig Platz, um informativ zu schildern, wovon die
>> Sendungen handeln. Trennt man nun gar nicht, wird der Satz sehr
>> ungleich und man kann noch weniger Text unterbringen. Trennt man sehr
>> viel, bekommt man vielleicht zwei, drei oder vier Wörter mehr unter,
>> macht den Text aber schlechter lesbar und riskiert die
>> Trennungsprobleme, und es kommen ja auch viele fachsprachliche und
>> internationale Begriffe in den Texten vor. Also so trivial ist das
>> nicht ... und wenn da nun eine Automatik noch blöde getrennt hat ...
>>
> Stefans Einwand war ein sprachlicher, kein inhaltlicher.
> Sergio hat von vielen Problemen gesprochen,

Eigentlich war es Bertel, der von Problemen sprach. Ich habe nur einen
passenden Ausdruck vorgeschlagen anstelle von "tallose" (Gemeint war:
zahllose.) in seinem Satz: "Selber trenne ich nie Wörter. Das macht den

Manfred Hoß

unread,
May 3, 2022, 4:58:30 PM5/3/22
to
Am Tue, 3 May 2022 15:45:04 +0200 schrieb Stefan Schmitz:

> BTW: Ist eigentlich nach neuer Rechtschreibung noch der Klassiker
> Urin-stinkt möglich oder müsste man nach D164.3 Urins-tinkt trennen?

E2: Irreführende Trennungen bzw. Trennungen, die beim Lesen die
Sinnerfassung stören, sollten vermieden werden, zum Beispiel:
An-alphabet (nicht: Anal-phabet),
Sprech-erziehung (nicht: Sprecher-ziehung),
Ur-instinkt (nicht: Urin-stinkt)

Quelle: Deutsche Rechtschreibung. Regeln und Wörterverzeichnis.
Aktualisierte Fassung des amtlichen Regelwerks entsprechend den
Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung 2016. - Mannheim, 2018.
- § 107, S. 104

Gruß
Manfred.

Johannes Leckebusch

unread,
May 3, 2022, 5:11:21 PM5/3/22
to
Am 03.05.2022 um 20:35 schrieb Sergio Gatti:
> Bertel Lund Hansen hat am 03.05.2022 um 20:19 geschrieben:
>> Den 03.05.2022 kl. 19.27 skrev Bertel Lund Hansen:
>>
>>> vermeidet tallose Probleme.
>>
>> "tal" ist Dänisch für "Zahl".
>
> Das hatte ich mir gedacht, aber ich schlage trotzdem "vermeidet
> zahlreiche Probleme" oder "vermeidet (sehr/unendlich) viele Probleme" vor.

Diese Formulierungen sind ja sprachlich auch völlig korrekt, wobei
"zahlreiche" und "viele" sehr ähnliches bedeuten, "sehr viele/unendlich
viele" natürlich eine gehobene Betonung von viele.

> Und jetzt warte ich mal ab, was die Erstsprachler sagen.

Mein anderer Vorschlag bezog sich auf die Vermeidung von Worttrennungen
und was die bewirken mögen.

Quinn C

unread,
May 3, 2022, 5:57:39 PM5/3/22
to
* Bertel Lund Hansen:

> Den 03.05.2022 kl. 15.45 skrev Stefan Schmitz:
>
>> BTW: Ist eigentlich nach neuer Rechtschreibung noch der Klassiker
>> Urin-stinkt möglich oder müsste man nach D164.3 Urins-tinkt trennen?
>
> Folgt Duden der Rechtschreibung?
>
> Von Duden empfohlene Trennung Ur|in|stinkt
> Alle Trennmöglichkeiten Ur|in|s|tinkt

Ach, das Wort steht im Duden? Ich habe das immer für ein leicht an den
Haaren herbeigezogenes Beispiel gehalten.

Das Urinsekt dagegen stand bei uns tatsächlich im Biologie-Unterricht an
der Tafel. Für Diskussionen über dieses Trennungsproblem verwende ich
daher immer das als Beispiel.

> Merkwürdigerweise schreibt es nachher, dass man nicht zwischen N und S
> trennen soll. Warum empfiehlt Duden es dann?

Das ist in der Tat verwirrend. Ich kann nur mutmaßen: wegen der
Etymologie empfiehlt der Duden, in dem Wort "Instinkt" nicht zwischen s
und t zu trennen, sondern nur zwischen den beiden lateinischen
Morphemen, aber bei diesem spezifischen Wort ist diese spezifische
Trennung auch wieder ungünstig. Es bleibt also nur Ur-instinkt.

Beim Urinsekt gibt es keine entsprechende Anmerkung.

--
Um IHREN SIEGREICHEN ANSPRUCH ANZUFANGEN, den SIE DIE FORM UNTEN
MIT IHRE INFORMATIONEN UND FÜLLEN MÜSSEN, SCHICKEN Sie IHM ZU IHREN
ANSPRUCH AGENTEN SOFORT.
-- SPAMPOESIE

Quinn C

unread,
May 3, 2022, 6:14:21 PM5/3/22
to
* Sergio Gatti:
Wenn es "unendlich viele" sein können, dann geht auch "zahllose". Ich
halte diese beiden Optionen inhaltlich für ein wenig übertrieben (mir
würde "viele" reichen), aber sprachlich sind auch diese einwandfrei.

--
Aufgrundder Überlastung aller Yahoo-Nutzer und die Entfernung
aller unbenutzten YahooAccounts, würde Yahoo haben, um Ihr Konto
zu schließen [...]
-- SPAMPOESIE

Diedrich Ehlerding

unread,
May 4, 2022, 1:38:33 AM5/4/22
to
Martin Gerdes meinte:

> Wer also "Res-taurant" und "Ins-tanz" trennt, erkennt (angeblich) das
> Präfix "Re-" bzw. "In-" nicht (oder empfindet diese Präfixe angeblich
> nicht als Präfixe).

"Angeblich" ist, ähm, Unsinn. Außer Altphilologen dürfte kaum jemand
sicher sein, ob die Etymologie von "Restaurant" auf frz. "rester" oder
auf den deutschen "Rest" oder auf lateinisch "restaurare" zurückgeht.
Wer auf "Re-staurant" besteht, trennt vermutlich auch "Adl-er".
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.

Ulf Kutzner

unread,
May 4, 2022, 4:10:25 AM5/4/22
to
Diedrich Ehlerding vermeinte am Mittwoch, 4. Mai 2022 um 07:38:33 UTC+2:
> Martin Gerdes meinte:
>
> > Wer also "Res-taurant" und "Ins-tanz" trennt, erkennt (angeblich) das
> > Präfix "Re-" bzw. "In-" nicht (oder empfindet diese Präfixe angeblich
> > nicht als Präfixe).
>
> "Angeblich" ist, ähm, Unsinn. Außer Altphilologen dürfte kaum jemand
> sicher sein, ob die Etymologie von "Restaurant" auf frz. "rester" oder
> auf den deutschen "Rest" oder auf lateinisch "restaurare" zurückgeht.
> Wer auf "Re-staurant" besteht, trennt vermutlich auch "Adl-er".

Verfolgt man Deine krause "Argumentation" weiter, so bist Du Diedr-ich.

Helmut Richter

unread,
May 4, 2022, 4:44:23 AM5/4/22
to
On Tue, 3 May 2022, Martin Gerdes wrote:

> Das einzige der diesem Paragraphen angefügten Beispiele, das dazu paßt,
> ist die Trennung "inte-ressant".

Wenn „inter-“ hier ein Präfix wäre wie „ver-“ in „vereisen“, würde man es
durch einen gesprochenen (interˀessant wie verˀeisen) oder angedeuteten
(intaessant wie vaeisen) Glottisschlag abtrennen, nicht aber das -r-
intervokalisch aussprechen (interessant wie verreisen).

Dass es in Herkunftssprache ein Präfix war, steht dem nicht entgegen.

--
Helmut Richter

Helmut Richter

unread,
May 4, 2022, 5:32:28 AM5/4/22
to
„zahllos“ halte ich für übertrieben, „unendlich“ ist sachlich falsch.
Außerdem halte ich Probleme, die anhand *einzelner* Beispiele aufgezeigt
werden müssen, für irrelevant, denn für praktisch alle möglichen Regeln
lassen sich Beispiele konstruieren, in denen die strikte Befolgung
missverständlich ist.

Zur Ausdrucksweise: Ich würde vermeiden, die Probleme zu zählen, nur um
ene quantitative Aussage über die Problemwahrscheinlichkeit zu treffen.
Der Satz hieß im Zusammenhang:

Selber trenne ich nie Wörter. Das macht den Text leichter zu lesen und
vermeidet zahllose [korr.] Probleme.

Nachdem die Art der Probleme zuvor diskutiert wurde, wäre am einfachsten:

Selber trenne ich nie Wörter. Das macht den Text leichter zu lesen und
vermeidet solche Probleme.

Zur Sache: ich vermeide auch Trennungen. Manchmal müssen sie aber sein
(enge Spalten, z.B. bei Text, der ein Bild umfließt). Dann gebe ich die
möglichen Trennstellen vor, nämlich vor allem an Nahtstellen von
Zusammensetzungen oder wenigstens dort, wo eine Morphemgrenze mit einer
Silbengrenze zusammenfällt. In der Nähe des Wortendes, wo die Trennstelle
besonders wichtig ist, geht das nicht immer; dann ist es gut, dort zu
trennen, wo der Leser am Ende der Zeile das Wort schon richtig errät.

--
Helmut Richter

Quinn C

unread,
May 4, 2022, 10:37:19 AM5/4/22
to
* Helmut Richter:
Das Präfix ist m.E. im Deutschen noch einigermaßen als Präfix erkennbar,
aber der Rest (das "ess") nicht als irgendwas. Nur wenige kennen Wörter
wie "Essiv" (ein Kasus, der uns gerade bei "als italienisch*
Muttersprachler" gefehlt hat).

--
(1) Vollstandiger Name:
(2) parmanent Adresse & Country:
(3) Sex & Alter:
-- SPAMPOESIE

Christina Kunze

unread,
May 4, 2022, 12:11:46 PM5/4/22
to
Am 04.05.2022 um 11:32 schrieb Helmut Richter:
>
> Zur Sache: ich vermeide auch Trennungen. Manchmal müssen sie aber sein
> (enge Spalten, z.B. bei Text, der ein Bild umfließt). Dann gebe ich die
> möglichen Trennstellen vor, nämlich vor allem an Nahtstellen von
> Zusammensetzungen oder wenigstens dort, wo eine Morphemgrenze mit einer
> Silbengrenze zusammenfällt. In der Nähe des Wortendes, wo die Trennstelle
> besonders wichtig ist, geht das nicht immer; dann ist es gut, dort zu
> trennen, wo der Leser am Ende der Zeile das Wort schon richtig errät.
>
Dafür aber muss man sich die Zeit nehmen, manuell zu trennen. Ich mache
das, auch bei Büchern von mehreren hundert Seiten. Das liegt auch daran,
dass ich meist mehrsprachige Texte für den Druck vorbereite und jede
Sprache andere Trennregeln hat.

In Zeitungen ist für solche Sorgfalt vermutlich keine Zeit.

chr

Sergio Gatti

unread,
May 4, 2022, 3:17:18 PM5/4/22
to
Quinn C hat am 04.05.2022 um 16:37 geschrieben:
> Nur wenige kennen Wörter
> wie "Essiv" (ein Kasus, der uns gerade bei "als italienisch*
> Muttersprachler" gefehlt hat).


Du willst damit etwas sagen. Aber ich verstehe nicht, was du damit sagen
willst.

Sergio Gatti

unread,
May 4, 2022, 3:25:57 PM5/4/22
to
Christina Kunze hat am 04.05.2022 um 18:11 geschrieben:

> Dafür aber muss man sich die Zeit nehmen, manuell zu trennen. Ich mache
> das, auch bei Büchern von mehreren hundert Seiten. Das liegt auch daran,
> dass ich meist mehrsprachige Texte für den Druck vorbereite und jede
> Sprache andere Trennregeln hat.

Du sprichst mir aus der Seele! Ich erinnere mich heute noch mit
Schrecken an eine vierfarbig gedruckte Broschüre, die ich Korrektur
lesen musste. Der italienische Text war meiner Meinung nach einwandfrei
- kein Wunder, ICH hatte ihn übersetzt - aber die deutschen Setzer
hatten es fertig gebracht, alle italienischen Apostrophe und die meisten
Akzente falsch herum zu drucken und die knapp 10% der Silbentrennungen,
die im Italienischen doch anders sind als im Deutschen, allesamt falsch
zu trennen.

Der Papierausdruck meiner Korrektur ertränkte in roter Farbe.

Sergio Gatti

unread,
May 4, 2022, 3:28:26 PM5/4/22
to
Quinn C hat am 03.05.2022 um 23:57 geschrieben:
> * Bertel Lund Hansen:
>
>> Den 03.05.2022 kl. 15.45 skrev Stefan Schmitz:
>>
>>> BTW: Ist eigentlich nach neuer Rechtschreibung noch der Klassiker
>>> Urin-stinkt möglich oder müsste man nach D164.3 Urins-tinkt trennen?
>>
>> Folgt Duden der Rechtschreibung?
>>
>> Von Duden empfohlene Trennung Ur|in|stinkt
>> Alle Trennmöglichkeiten Ur|in|s|tinkt
>
> Ach, das Wort steht im Duden? Ich habe das immer für ein leicht an den
> Haaren herbeigezogenes Beispiel gehalten.

Doch! Mindestens seit der 24. Auflage.


Helmut Richter

unread,
May 4, 2022, 4:02:44 PM5/4/22
to
On Wed, 4 May 2022, Sergio Gatti wrote:

> Der Papierausdruck meiner Korrektur ertränkte in roter Farbe.

Ha! Endlich ein Fehler von Sergio. Mehrere hier hatten das schon
vorausgesagt, und jetzt ist es eingetroffen.

Der Papierausdruck ertrank, weil du ihn ertränktest. Er ist also
ertrunken, weil du ihn ertränkt hast.

--
Helmut Richter

Wolfgang

unread,
May 4, 2022, 4:07:07 PM5/4/22
to
Mercoledì 4 maggio 2022 alle 21:25:56 UTC+2 Sergio Gatti ha scritto:
> [...]
> Der Papierausdruck meiner Korrektur ertränkte in roter Farbe.

ertrank („ertränkte“ ist transitiv)

Scusa,
Wolfgang

Sergio Gatti

unread,
May 4, 2022, 4:18:12 PM5/4/22
to
Helmut Richter hat am 04.05.2022 um 22:02 geschrieben:
> On Wed, 4 May 2022, Sergio Gatti wrote:
>
>> Der Papierausdruck meiner Korrektur ertränkte in roter Farbe.
>
> Ha! Endlich ein Fehler von Sergio. Mehrere hier hatten das schon
> vorausgesagt, und jetzt ist es eingetroffen.

Bist du wirklich sicher, dass du so lange warten musstest?
Ich bin mir dagegen sicher, dass du mehrere Fehler von mir bis jetzt
freundlicherweise übersehen hast.
Danke für deine Freundlichkeit.

Johannes Leckebusch

unread,
May 4, 2022, 4:29:03 PM5/4/22
to
Hoffentlich ertrinkt er nicht an Deinem Dank!

Stefan Schmitz

unread,
May 4, 2022, 4:32:36 PM5/4/22
to
Am 04.05.2022 um 21:25 schrieb Sergio Gatti:
> aber die deutschen Setzer
> hatten es fertig gebracht, alle italienischen Apostrophe und die meisten
> Akzente falsch herum zu drucken

Wie druckt man Apostrophe falsch herum? Als Komma?

Quinn C

unread,
May 4, 2022, 5:20:26 PM5/4/22
to
* Stefan Schmitz:
Das wäre doch richtig herum, nur zu tief. Bei falsch herum denke ich an
ein einfaches Abführungszeichen: ‘

Der Grund ist freilich nicht ersichtlich, weil das im Deutschen ja
ebenso falsch wäre.

--
*Klicken Sie auf "Antwort" Fill the Grid Informationen.
Klicken Sie dann auf "Senden" One After-Füllung. *
-- SPAMPOESIE

Quinn C

unread,
May 4, 2022, 5:29:34 PM5/4/22
to
* Sergio Gatti:
Unter der Annahme, daß Deine Frage sich auf den Teil in Klammern
bezieht, sollte <https://de.wikipedia.org/wiki/Essiv> helfen.

| Der Essiv (von lateinisch esse = „sein“) ist ein Kasus in
| finno-ugrischen Sprachen, welcher einen Zustand ausdrückt.
|
| Im Deutschen entspricht dem Essiv oft das Wort „als“ in Wendungen wie
| z.  B. „als Lehrer“.

--
£ 570.000,00 (fünfhundertsiebzig Eintausend Pfund Sterling) wurde
Ihnen für emarging als die ausgezeichnet Gewinner des ersten Preises
von Samsung zeichnen diese 42RD Jahrestag Jahr 2012.
-- SPAMPOESIE

Manfred Hoß

unread,
May 4, 2022, 6:30:03 PM5/4/22
to
Am Wed, 4 May 2022 21:28:25 +0200 schrieb Sergio Gatti:

> Quinn C hat am 03.05.2022 um 23:57 geschrieben:
>> * Bertel Lund Hansen:

>>> Von Duden empfohlene Trennung Ur|in|stinkt
>>> Alle Trennmöglichkeiten Ur|in|s|tinkt
>>
>> Ach, das Wort steht im Duden? Ich habe das immer für ein leicht an den
>> Haaren herbeigezogenes Beispiel gehalten.
>
> Doch! Mindestens seit der 24. Auflage.

Seit der 17. Auflage, aber nur im West-Duden. Im Ost-Duden kommt es nicht
vor.

Gruß
Manfred.

Christina Kunze

unread,
May 5, 2022, 12:23:28 AM5/5/22
to
Als schließendes einfaches Anführungszeichen.

chr

Bertel Lund Hansen

unread,
May 5, 2022, 2:05:34 AM5/5/22
to
Den 04.05.2022 kl. 22.02 skrev Helmut Richter:

> Der Papierausdruck ertrank, weil du ihn ertränktest. Er ist also
> ertrunken, weil du ihn ertränkt hast.

Solche Fehler gibt es auch auf Dänisch - von Dänen gemacht. Mehrere
Verb-Paaren sind heute in ein Verb zusammengeschmolzt.
"Ertrinken/ertränken" hiess vorher "drukne/drænke". Heute ist "drænke"
völlig verschwunden. Man findet es aber im Schwedischen "drukna/dränka".

Man bemerkt, dass das transitive Verb mit Ä (dä. Æ) geschrieben wird.
Das passt auf dänische und schwedische Verben. Die intransitiven werden
oft mit I geschrieben, vergleiche deutsch "liegen/legen" (dä.
ligge/lægge - eng. lie/lay).

Gibt es Beispiele auf Deutsch, wo das eine Verb von einem Paar in
ähnlicher Weise verschwunden ist?

--
Bertel

Ulf Kutzner

unread,
May 5, 2022, 4:28:10 AM5/5/22
to
Helmut Richter schrieb am Mittwoch, 4. Mai 2022 um 10:44:23 UTC+2:
Bei interethnisch ist es noch eines.

Ulf Kutzner

unread,
May 5, 2022, 4:30:14 AM5/5/22
to
Gatti schrieb am Mittwoch, 4. Mai 2022 um 21:25:57 UTC+2:

> Der italienische Text war meiner Meinung nach einwandfrei
> - kein Wunder, ICH hatte ihn übersetzt

Daß Du von Dir selbst mehr als überzeugt bist,
mußt Du gar nicht ständig hervorheben.

Ulf Kutzner

unread,
May 5, 2022, 4:35:59 AM5/5/22
to
Hier sah ich im Café Augenblick im Fenster eine Schrifteinblendung,
bei der letzten Sichtung inaktiv, da wurde wohl noch keine Kundschaft
erwartet, man biete unter anderem Snack´s.

Sonst:
https://de.wikipedia.org/wiki/Apostroph#Typografische_Form

Und nachfolgend berichtet man über zweierlei Erscheinungsbilder:
https://it.wikipedia.org/wiki/Apostrofo#Distinzione_tra_apostrofo_curvo_e_apostrofo_diritto

Stefan Schmitz

unread,
May 5, 2022, 4:37:27 AM5/5/22
to
Du hingegen fragst dich immer, wer so einen Mist schreibt, wenn du deine
eigenen Texte korrekturliest?

Ulf Kutzner

unread,
May 5, 2022, 4:38:26 AM5/5/22
to
Bertel Lund Hansen schrieb am Donnerstag, 5. Mai 2022 um 08:05:34 UTC+2:
> Den 04.05.2022 kl. 22.02 skrev Helmut Richter:
>
> > Der Papierausdruck ertrank, weil du ihn ertränktest. Er ist also
> > ertrunken, weil du ihn ertränkt hast.

> Solche Fehler gibt es auch auf Dänisch - von Dänen gemacht. Mehrere
> Verb-Paaren sind heute in ein Verb zusammengeschmolzt.
> "Ertrinken/ertränken" hiess vorher "drukne/drænke". Heute ist "drænke"
> völlig verschwunden.

Muß gerade schauen, ob ich eine dänische Entsprechung zu
https://frr.wikipedia.org/wiki/Mandr%C3%A4nke
finde.

Tatsächlich:
https://da.wikipedia.org/wiki/Den_Store_Manddrukning

Ulf Kutzner

unread,
May 5, 2022, 4:41:17 AM5/5/22
to
Ggf. lasse ich korrekturlesen, da mir eigene Fehler nicht so leicht auffallen wie fremde.
Deshalb sind etwa meine Beiträge hier leider nicht allesamt frei von Fipptehlern; die Quote
ließe sich so senken.

Helmut Richter

unread,
May 5, 2022, 6:17:16 AM5/5/22
to
On Thu, 5 May 2022, Ulf Kutzner wrote:

> Gatti schrieb am Mittwoch, 4. Mai 2022 um 21:25:57 UTC+2:
> [...]

> Daß Du von Dir selbst mehr als überzeugt bist,
> mußt Du gar nicht ständig hervorheben.

Schreibt wer?

--
Helmut Richter

Ulf Kutzner

unread,
May 5, 2022, 8:41:17 AM5/5/22
to
Brille: Fielmann.

Christian Weisgerber

unread,
May 5, 2022, 9:30:08 AM5/5/22
to
On 2022-05-05, Bertel Lund Hansen <gade...@lundhansen.dk> wrote:

> "Ertrinken/ertränken" hiess vorher "drukne/drænke". Heute ist "drænke"
> völlig verschwunden. Man findet es aber im Schwedischen "drukna/dränka".
>
> Gibt es Beispiele auf Deutsch, wo das eine Verb von einem Paar in
> ähnlicher Weise verschwunden ist?

Bestimmt, aber wenn dies vor langer Zeit geschehen ist, dann wissen
das heutige Sprecher nicht.

Zufällig erinnere ich mich, dass bei englisch „burn“ mehrere Verben
zusammengefallen sind, weshalb „brennen“ verdächtig ist. Und siehe
da:
| In nhd. _brennen_ sind zwei Verben zusammengefallen: stark
| flektierendes intransitives _brinnen_ ‘in Flammen stehen’ [...]
| und schwach flektierendes kausatives transitives _brennen_ ‘in
| Flammen setzen’ [...].
https://www.dwds.de/wb/etymwb/brennen

Es gibt den Fall, dass bei zwei verwandten Verben der Präsensstamm
zusammengefallen ist. Heutige Sprecher empfinden das als ein einzelnes
Verb, das aber je nach Verwendung anders gebeugt wird:

das Bild hängt an der Wand
das Bild hing an der Wand
das Bild *hängte an der Wand

sie hängt das Bild an die Wand
sie *hing das Bild an die Wand
sie hängte das Bild an die Wand

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de

Wolfgang

unread,
May 5, 2022, 11:48:08 AM5/5/22
to
In einigen Regionen Süddeutschlands ist «lehren» zugunsten von «lernen»
aufgeben worden. Dieses Verb kann dort sowohl im Sinne von «lehren» als
auch im Sinne von «lernen» gebraucht werden.

Analog hat man im Französischen « apprendre » in beiden Bedeutungen bei
gleichzeitigem Fortbestehen von « enseigner ».

Ciao,
Wolfgang

Johannes Leckebusch

unread,
May 5, 2022, 11:52:08 AM5/5/22
to
Am 05.05.2022 um 17:47 schrieb Wolfgang:
> On Thu, 5 May 2022 at 08:05:30 +0200, Bertel Lund Hansen wrote:
>> Den 04.05.2022 kl. 22.02 skrev Helmut Richter:
>>> Der Papierausdruck ertrank, weil du ihn ertränktest. Er ist
>>> also ertrunken, weil du ihn ertränkt hast.
>>
>> Solche Fehler gibt es auch auf Dänisch - von Dänen gemacht.
>> Mehrere Verb-Paaren sind heute in ein Verb zusammengeschmolzt.
>> "Ertrinken/ertränken" hiess vorher "drukne/drænke". Heute ist "drænke"
>> völlig verschwunden. Man findet es aber im Schwedischen "drukna/dränka".
>>
>> Man bemerkt, dass das transitive Verb mit Ä (dä. Æ) geschrieben wird.
>> Das passt auf dänische und schwedische Verben. Die intransitiven
>> werden oft mit I geschrieben, vergleiche deutsch "liegen/legen"
>> (dä. ligge/lægge - eng. lie/lay).
>>
>> Gibt es Beispiele auf Deutsch, wo das eine Verb von einem Paar
>> in ähnlicher Weise verschwunden ist?
>
> In einigen Regionen Süddeutschlands ist «lehren» zugunsten von «lernen»
> aufgeben worden. Dieses Verb kann dort sowohl im Sinne von «lehren» als
> auch im Sinne von «lernen» gebraucht werden.

Und dann heißt es auch Lernlinge in der Sprachschlinge. Bzw.
Lernlingende Lernlingdinnen - ach mach von hinnen.

> Analog hat man im Französischen « apprendre » in beiden Bedeutungen bei
> gleichzeitigem Fortbestehen von « enseigner ».

Was jucken den Bayern die Französen?

Sergio Gatti

unread,
May 5, 2022, 12:01:17 PM5/5/22
to
Quinn C hat am 04.05.2022 um 23:29 geschrieben:
> * Sergio Gatti:
>
>> Quinn C hat am 04.05.2022 um 16:37 geschrieben:
>>> Nur wenige kennen Wörter
>>> wie "Essiv" (ein Kasus, der uns gerade bei "als italienisch*
>>> Muttersprachler" gefehlt hat).
>>
>> Du willst damit etwas sagen. Aber ich verstehe nicht, was du damit sagen
>> willst.
>
> Unter der Annahme, daß Deine Frage sich auf den Teil in Klammern
> bezieht, sollte <https://de.wikipedia.org/wiki/Essiv> helfen.

Falsche Annahme. Ich hatte nicht verstanden, was du mit ***bei "als
italienisch* Muttersprachler"***

Die Erleuchtung ist gerade gekommen, hoffe ich. Du wolltest sagen, dass
der Essiv die korrekte Form in "italienisch*" wäre, wenn es ihn im
Deutschen gäbe. Korrekt?

Sergio Gatti

unread,
May 5, 2022, 12:25:43 PM5/5/22
to
Wolfgang hat am 05.05.2022 um 17:47 geschrieben:
> In einigen Regionen Süddeutschlands ist «lehren» zugunsten von «lernen»
> aufgeben worden. Dieses Verb kann dort sowohl im Sinne von «lehren» als
> auch im Sinne von «lernen» gebraucht werden.
>
> Analog hat man im Französischen « apprendre » in beiden Bedeutungen bei
> gleichzeitigem Fortbestehen von « enseigner ».


Analog gilt im Italienischen der Gebrauch von "imparare" (lernen) auch
für "insegnare" (lehren) als ein ganz grober Fehler, der aber ziemlich
verbreitet ist.

Weiß jemand, ob auch andere Sprachen dieses seltsame Zusammenfallen
zweier konträrer Begriffe aufweisen? Wenn es nur auf Süddeutschland,
Frankreich und (eher) Süditalien begrenzt ist, was könnte der Ursprung sein?

Sergio Gatti

unread,
May 5, 2022, 12:39:22 PM5/5/22
to
Stefan Schmitz hat am 04.05.2022 um 22:32 geschrieben:
Nein. Quinn und Christina haben schon geantwortet. Christina hat dazu
den Grund erläutert und ich vervollständige ihre Erklärung.
Anführungszeichen im Deutschen (stark vergrößerte Wiedergabe): 99 unten
und 66 oben.
Anführungszeichen im Italienischen (stark vergrößerte Wiedergabe): 66
oben und 99 oben.
Das gilt ebenso für die selteneren einfachen Anführungszeichen.

Das Rechtschreibprogramm der deutschen Setzer hatte offenbar die
Apostrophe als einfache schließende Anführungszeichen missdeutet, da sie
im Italienischen meistens (Oder sogar immer? Das müsste ich mal
überprüfen.) unmittelbar nach einem Buchstaben vorkommen.

Übrigens, vielen Dank für deine Antwort an den Kutzner. Endlich mal
wieder einen Grund zum Lachen bei der Lektüre von DESD.

Quinn C

unread,
May 5, 2022, 12:45:20 PM5/5/22
to
* Sergio Gatti:

> Quinn C hat am 04.05.2022 um 23:29 geschrieben:
>> * Sergio Gatti:
>>
>>> Quinn C hat am 04.05.2022 um 16:37 geschrieben:
>>>> Nur wenige kennen Wörter
>>>> wie "Essiv" (ein Kasus, der uns gerade bei "als italienisch*
>>>> Muttersprachler" gefehlt hat).
>>>
>>> Du willst damit etwas sagen. Aber ich verstehe nicht, was du damit sagen
>>> willst.
>>
>> Unter der Annahme, daß Deine Frage sich auf den Teil in Klammern
>> bezieht, sollte <https://de.wikipedia.org/wiki/Essiv> helfen.
>
> Falsche Annahme. Ich hatte nicht verstanden, was du mit ***bei "als
> italienisch* Muttersprachler"***
>
> Die Erleuchtung ist gerade gekommen, hoffe ich. Du wolltest sagen, dass
> der Essiv die korrekte Form in "italienisch*" wäre, wenn es ihn im
> Deutschen gäbe. Korrekt?

Exakt.

--
Identitat ist heute ein mobiles Thema, und in der Vergangenheit
konnte sie einfach so entschwinden. Das andert sich.
-- SPAMPOESIE

Quinn C

unread,
May 5, 2022, 12:45:20 PM5/5/22
to
* Sergio Gatti:
So seltsam finde ich das nicht - es sind ja die beiden Seiten derselben
Medaille.

In solchen Zusammenhängen fällt mir immer lat. "altus" ein, das "hoch"
oder "tief" bedeuten kann. Perspektivsache halt.

--
Um IHREN SIEGREICHEN ANSPRUCH ANZUFANGEN, den SIE DIE FORM UNTEN
MIT IHRE INFORMATIONEN UND FÜLLEN MÜSSEN, SCHICKEN Sie IHM ZU IHREN
ANSPRUCH AGENTEN SOFORT.
-- SPAMPOESIE

Quinn C

unread,
May 5, 2022, 12:45:22 PM5/5/22
to
* Johannes Leckebusch:

> Am 05.05.2022 um 17:47 schrieb Wolfgang:

>> In einigen Regionen Süddeutschlands ist «lehren» zugunsten von «lernen»
>> aufgeben worden. Dieses Verb kann dort sowohl im Sinne von «lehren» als
>> auch im Sinne von «lernen» gebraucht werden.
>
> Und dann heißt es auch Lernlinge in der Sprachschlinge. Bzw.
> Lernlingende Lernlingdinnen - ach mach von hinnen.
>
>> Analog hat man im Französischen « apprendre » in beiden Bedeutungen bei
>> gleichzeitigem Fortbestehen von « enseigner ».
>
> Was jucken den Bayern die Französen?

Der Franze hat gsagt, der Frangsä sagt "Löff" für aroa und "Dösö" für
zwoaroa. Da wundert's ihn nicht, sagt er, wenn den Frangsä keiner
versteht.

Wolfram Heinrich

--
Es wurde versucht, auf Ihr Konto von einem neuen verbinden Computer.
-- SPAMPOESIE

Johannes Leckebusch

unread,
May 5, 2022, 12:53:04 PM5/5/22
to
Am 05.05.2022 um 18:45 schrieb Quinn C:
> * Johannes Leckebusch:
>
>> Am 05.05.2022 um 17:47 schrieb Wolfgang:
>
>>> In einigen Regionen Süddeutschlands ist «lehren» zugunsten von «lernen»
>>> aufgeben worden. Dieses Verb kann dort sowohl im Sinne von «lehren» als
>>> auch im Sinne von «lernen» gebraucht werden.
>>
>> Und dann heißt es auch Lernlinge in der Sprachschlinge. Bzw.
>> Lernlingende Lernlingdinnen - ach mach von hinnen.
>>
>>> Analog hat man im Französischen « apprendre » in beiden Bedeutungen bei
>>> gleichzeitigem Fortbestehen von « enseigner ».
>>
>> Was jucken den Bayern die Französen?
>
> Der Franze hat gsagt, der Frangsä sagt "Löff" für aroa und "Dösö" für
> zwoaroa. Da wundert's ihn nicht, sagt er, wenn den Frangsä keiner
> versteht.

Wanni in Himmi kemmad, dadi frogn, wos des hoaßd.

Kammat i ind Heyn, dadis oafoch sogn und woadn, woas de mid mia dean.
Vielleichd kammad i wiada außa ...

> Wolfram Heinrich

Bertel Lund Hansen

unread,
May 5, 2022, 12:58:09 PM5/5/22
to
Den 05.05.2022 kl. 15.01 skrev Christian Weisgerber:

> | In nhd. _brennen_ sind zwei Verben zusammengefallen: stark
> | flektierendes intransitives _brinnen_ ‘in Flammen stehen’ [...]
> | und schwach flektierendes kausatives transitives _brennen_ ‘in
> | Flammen setzen’ [...].

Auf Dänisch haben wir vorher "brinde" gehabt. Das ist heute weg, und nur
"brænde" kommt vor.

> das Bild hängt an der Wand

Mit "hænge" herrscht grosse Verwirrung. Man kann korrekt die schwache
Beugung mit beiden Bedeutungen benutzen; es existiert aber auch eine
starke Beugung mit der intransitiven Bedeutung.

Bei "lernen/lehren" kenne ich nur ein Verb, "lære".

--
Bertel

Quinn C

unread,
May 5, 2022, 1:33:55 PM5/5/22
to
* Johannes Leckebusch:

> Am 05.05.2022 um 18:45 schrieb Quinn C:
>> * Johannes Leckebusch:
>>
>>> Am 05.05.2022 um 17:47 schrieb Wolfgang:
>>
>>>> In einigen Regionen Süddeutschlands ist «lehren» zugunsten von «lernen»
>>>> aufgeben worden. Dieses Verb kann dort sowohl im Sinne von «lehren» als
>>>> auch im Sinne von «lernen» gebraucht werden.
>>>
>>> Und dann heißt es auch Lernlinge in der Sprachschlinge. Bzw.
>>> Lernlingende Lernlingdinnen - ach mach von hinnen.
>>>
>>>> Analog hat man im Französischen « apprendre » in beiden Bedeutungen bei
>>>> gleichzeitigem Fortbestehen von « enseigner ».
>>>
>>> Was jucken den Bayern die Französen?
>>
>> Der Franze hat gsagt, der Frangsä sagt "Löff" für aroa und "Dösö" für
>> zwoaroa. Da wundert's ihn nicht, sagt er, wenn den Frangsä keiner
>> versteht.
>
> Wanni in Himmi kemmad, dadi frogn, wos des hoaßd.
>
> Kammat i ind Heyn, dadis oafoch sogn und woadn, woas de mid mia dean.
> Vielleichd kammad i wiada außa ...
>
>> Wolfram Heinrich
>
> ?

Quellenangabe. Ich schreibe selber kein Boarisch.

--
Um zu unserem neuen Sicherheits-System zu verbinden und
zum Schutz vor Betrug.
_klicken Sie hier_
-- SPAMPOESIE

Christian Weisgerber

unread,
May 5, 2022, 2:30:08 PM5/5/22
to
On 2022-05-05, Sergio Gatti <sergi...@meine-freiheit-deine-freiheit.de> wrote:

> Analog gilt im Italienischen der Gebrauch von "imparare" (lernen) auch
> für "insegnare" (lehren) als ein ganz grober Fehler, der aber ziemlich
> verbreitet ist.

learn (v.)
... Transitive use (_He learned me (how) to read_), now considered
vulgar (except in reflexive expressions, _I learn English_), was
acceptable from c. 1200 until early 19c. ...
https://www.etymonline.com/word/learn

Dem Wörterbuch nach kann russisch учить (učit’) auch beides bedeuten.

Manfred Hoß

unread,
May 5, 2022, 2:54:21 PM5/5/22
to
"Schleifen" im Sinne von "schärfen" war im Mittelhochdeutschen noch
"slīfen", "schleifen" im Sinne von "schleppen" hingegen "sleifen".

Gruß
Manfred.

Wolfgang

unread,
May 5, 2022, 4:22:50 PM5/5/22
to
Giovedì 5 maggio 2022 alle 18:25:41 UTC+2 Sergio Gatti ha scritto:
> Wolfgang hat am 05.05.2022 um 17:47 geschrieben:
>> In einigen Regionen Süddeutschlands ist «lehren» zugunsten von «lernen»
>> aufgeben worden. Dieses Verb kann dort sowohl im Sinne von «lehren» als
>> auch im Sinne von «lernen» gebraucht werden.
>>
>> Analog hat man im Französischen « apprendre » in beiden Bedeutungen bei
>> gleichzeitigem Fortbestehen von « enseigner ».
>
> Analog gilt im Italienischen der Gebrauch von "imparare" (lernen) auch
> für "insegnare" (lehren) als ein ganz grober Fehler, der aber ziemlich
> verbreitet ist.

Aber da gibt es einen Unterschied: währen im Deutschen und Italienischen
der Gebrauch von «lernen» und «imparare» im Sinne von «lehren»
respektive «insegnare» als grober Fehler gilt, sind die Franzosen da
schon weiter. Dort gilt nämlich « apprendre » in Sinne von « enseigner »
als völlig korrekt.

Kein Wunder, dass die Franzosen sich den Deutschen und Italienern
kulturell überlegen fühlen: voilà la grandeur de la Nation!

> Weiß jemand, ob auch andere Sprachen dieses seltsame Zusammenfallen
> zweier konträrer Begriffe aufweisen? Wenn es nur auf Süddeutschland,
> Frankreich und (eher) Süditalien begrenzt ist, was könnte der Ursprung
> sein?

Für mich sind die Begriffe nicht konträr sondern nur die beiden Seiten
derselben Medaille. Auch im Englischen steht “to learn” gelegentlich für
“to teach”. Merriam-Webster qualifiziert diesen Gebrauch als
“nonstandard”, d.h. als ebenso falsch wie das deutsche «lernen» und das
italienische «imparare» im Sinne von «lehren» respektive «insegnare».

Ciao,
Wolfgang

Christina Kunze

unread,
May 5, 2022, 4:28:02 PM5/5/22
to
Am 05.05.2022 um 18:39 schrieb Sergio Gatti:
> Stefan Schmitz hat am 04.05.2022 um 22:32 geschrieben:
>> Am 04.05.2022 um 21:25 schrieb Sergio Gatti:
>>> aber die deutschen Setzer
>>> hatten es fertig gebracht, alle italienischen Apostrophe und die meisten
>>> Akzente falsch herum zu drucken
>>
>> Wie druckt man Apostrophe falsch herum? Als Komma?
>
>
> Nein. Quinn und Christina haben schon geantwortet. Christina hat dazu
> den Grund erläutert und ich vervollständige ihre Erklärung.
> Anführungszeichen im Deutschen (stark vergrößerte Wiedergabe): 99 unten
> und 66 oben.
> Anführungszeichen im Italienischen (stark vergrößerte Wiedergabe): 66
> oben und 99 oben.
> Das gilt ebenso für die selteneren einfachen Anführungszeichen.
>
> Das Rechtschreibprogramm der deutschen Setzer hatte offenbar die
> Apostrophe als einfache schließende Anführungszeichen missdeutet, da sie
> im Italienischen meistens (Oder sogar immer? Das müsste ich mal
> überprüfen.) unmittelbar nach einem Buchstaben vorkommen.

Je nachdem, was für ein Programm sie zum Layouten benutzen, gibt es ja
sprachenabhängige Voreinstellungen.
Wenn Du in Word zum Beispiel (ok, ok, aber Du glaubst nicht, wieviel
Text in Word vorbereitet wird) ein Zeichen mit Shift + der Taste neben
dem Ä schreibst, dann wird das am Wortende ein Apostroph (wenn man die
Standardeinstellungen beibehält, was 99,99 % der User tun).
Wer nicht weiß, dass sich dieses einfache Anführungszeichen und der
Apostroph unterscheiden, oder wem das schnuppe ist, der sieht da ein
einfaches Zeichen, wird schon richtig sein, und lässt es falsch stehen.

Besonders schrecklich ist es, wenn dieselbe Person auf unterschiedlichen
Rechnern mit unterschiedlichen Spracheinstellungen zugange war.

chr

Stefan Schmitz

unread,
May 5, 2022, 4:31:55 PM5/5/22
to
Am 05.05.2022 um 18:53 schrieb Johannes Leckebusch:
> Am 05.05.2022 um 18:45 schrieb Quinn C:

>> Der Franze hat gsagt, der Frangsä sagt "Löff" für aroa und "Dösö" für
>> zwoaroa. Da wundert's ihn nicht, sagt er, wenn den Frangsä keiner
>> versteht.
>
> Wanni in Himmi kemmad, dadi frogn, wos des hoaßd.

Was was heißt?

> Kammat i ind Heyn, dadis oafoch sogn und woadn, woas de mid mia dean.
> Vielleichd kammad i wiada außa ...

Was würdest du sagen?

Christina Kunze

unread,
May 5, 2022, 4:35:41 PM5/5/22
to
Am 05.05.2022 um 18:45 schrieb Quinn C:
> * Sergio Gatti:
>
>> Wolfgang hat am 05.05.2022 um 17:47 geschrieben:
>>> In einigen Regionen Süddeutschlands ist «lehren» zugunsten von «lernen»
>>> aufgeben worden. Dieses Verb kann dort sowohl im Sinne von «lehren» als
>>> auch im Sinne von «lernen» gebraucht werden.
>>>
>>> Analog hat man im Französischen « apprendre » in beiden Bedeutungen bei
>>> gleichzeitigem Fortbestehen von « enseigner ».
>>
>> Analog gilt im Italienischen der Gebrauch von "imparare" (lernen) auch
>> für "insegnare" (lehren) als ein ganz grober Fehler, der aber ziemlich
>> verbreitet ist.
>>
>> Weiß jemand, ob auch andere Sprachen dieses seltsame Zusammenfallen
>> zweier konträrer Begriffe aufweisen? Wenn es nur auf Süddeutschland,
>> Frankreich und (eher) Süditalien begrenzt ist, was könnte der Ursprung sein?
>
> So seltsam finde ich das nicht - es sind ja die beiden Seiten derselben
> Medaille.
>
> In solchen Zusammenhängen fällt mir immer lat. "altus" ein, das "hoch"
> oder "tief" bedeuten kann. Perspektivsache halt.
>
Dies ist die Perspektive eines Deutschmuttersprachlers. Ein nativer
Römer hätte vielleicht gewusst, dass man mit "altus" vertikale
Ausdehnungen beschreibt.

Will sagen: Wortfelder sind ja in verschiedenen Sprachen nie gleich, und
mir hat es für die Altsprachen geholfen, mir am Wörterbuch vorbei meine
eigenen Bedeutungen zu suchen.
Aber wem sage ich das, Du kannst ja viele Sprachen und machst das sicher
automatisch.

chr

Johannes Leckebusch

unread,
May 5, 2022, 4:40:15 PM5/5/22
to
Am 05.05.2022 um 22:31 schrieb Stefan Schmitz:
> Am 05.05.2022 um 18:53 schrieb Johannes Leckebusch:
>> Am 05.05.2022 um 18:45 schrieb Quinn C:
>
>>> Der Franze hat gsagt, der Frangsä sagt "Löff" für aroa und "Dösö" für
>>> zwoaroa. Da wundert's ihn nicht, sagt er, wenn den Frangsä keiner
>>> versteht.
>>
>> Wanni in Himmi kemmad, dadi frogn, wos des hoaßd.
>
> Was was heißt?

'der Frangsä sagt "Löff" für aroa und "Dösö" für zwoaroa'
>
>> Kammat i ind Heyn, dadis oafoch sogn und woadn, woas de mid mia dean.
>> Vielleichd kammad i wiada außa ...
>
> Was würdest du sagen?

'"Löff" für aroa und "Dösö" für zwoaroa'

Wos is do so schwar zum kapiern?

Thomas Schade

unread,
May 5, 2022, 4:43:20 PM5/5/22
to
On 05.05.2022 22:27 (CEST), Christina Kunze wrote:

> Wenn Du in Word zum Beispiel (ok, ok, aber Du glaubst nicht, wieviel
> Text in Word vorbereitet wird) ein Zeichen mit Shift + der Taste neben
> dem Ä schreibst, dann wird das am Wortende ein Apostroph (wenn man die
> Standardeinstellungen beibehält, was 99,99 % der User tun).
> Wer nicht weiß, dass sich dieses einfache Anführungszeichen und der
> Apostroph unterscheiden, oder wem das schnuppe ist, der sieht da ein
> einfaches Zeichen, wird schon richtig sein, und lässt es falsch stehen.

Wobei mir ' (Shift + der Taste neben dem Ä) als Apostroph hundertmal
lieber ist als der ´ (Taste neben ß, auf deutscher Tastatur). Leider
sehe ich letzteres Zeichen sehr viel öfter in der Funktion.


Ciao
Toscha
--
Rassismus hat viele Gesichter. Aber alle sind hässlich.

Christina Kunze

unread,
May 5, 2022, 4:44:42 PM5/5/22
to
Ästhetisch ja, aber falsch ist falsch, und ich muss es austauschen, also
egal.

chr

Thomas Schade

unread,
May 5, 2022, 4:52:28 PM5/5/22
to
Ich leide halt nur ästhetisch, nicht praktisch. Das dafür aber sehr. ;)


Ciao
Toscha
--
Lieber ein buntes Deutschland als eine braune Heimat.

Stefan Schmitz

unread,
May 5, 2022, 4:55:16 PM5/5/22
to
Am 05.05.2022 um 18:39 schrieb Sergio Gatti:
> Stefan Schmitz hat am 04.05.2022 um 22:32 geschrieben:
>> Am 04.05.2022 um 21:25 schrieb Sergio Gatti:
>>> aber die deutschen Setzer
>>> hatten es fertig gebracht, alle italienischen Apostrophe und die meisten
>>> Akzente falsch herum zu drucken
>>
>> Wie druckt man Apostrophe falsch herum? Als Komma?
>
>
> Nein. Quinn und Christina haben schon geantwortet. Christina hat dazu
> den Grund erläutert und ich vervollständige ihre Erklärung.
> Anführungszeichen im Deutschen (stark vergrößerte Wiedergabe): 99 unten
> und 66 oben.
> Anführungszeichen im Italienischen (stark vergrößerte Wiedergabe): 66
> oben und 99 oben.
> Das gilt ebenso für die selteneren einfachen Anführungszeichen.

Ob da jetzt eine 6 oder 9 im Kleinformat hängt, wäre mir relativ egal.
Da sind die Akzente schon wesentlich wichtiger.

> Das Rechtschreibprogramm der deutschen Setzer hatte offenbar die
> Apostrophe als einfache schließende Anführungszeichen missdeutet, da sie
> im Italienischen meistens (Oder sogar immer? Das müsste ich mal
> überprüfen.) unmittelbar nach einem Buchstaben vorkommen.

Dieses Argument verstehe ich nicht. Ist doch im Deutschen auch so.
It is loading more messages.
0 new messages