Kurz vor seinem Lebensende schrieb Heine noch:
"Zerschlagen ist die alte Leier am Felsen, welcher Christus hei�t!
Die Leier, dir zur b�sen Feier bewegt ward von einem b�sen Geist.
Die Leier, die zum Aufruhr klang,
die Zweifel, Spott und Abfall sang.
Oh Herr, o Herr, ich knie nieder,
vergib, vergib mir meine Lieder!"
Helmut
Was beweisen Einzelf�lle? Nullkommanix!
Und mit der Folter (was Heines "Matratzengruft" ja auch war) kann man so
ziemlich jeden m�rbe machen.
Im �brigen sei dazu empfohlen:
Ich habe meine Sache hier getan: Leben und letzte Worte ber�hmter Frauen
und M�nner von Hans Halter (Gebundene Ausgabe - M�rz 2007)
Beispiel:
"Der amerikanische Supergangster Dutch Schultz, von Albert Anastasia�s
Murder Incorporation" in einem Restaurant t�dlich von Kugeln verletzt,
fantasierte 24 Stunden sp�ter im Krankenhaus:" Ich m�chte zahlen. Ich
hatte einen Bohneneintopf". Und der Herr von Stand sagte am Sterbelager
zu einem Priester, der ihn ermunterte, jetzt dem Teufel abzuschw�ren:
Ich glaube nicht, dass jetzt der richtige Moment ist, sich neue Freunde
zu machen."
Gru� Norbert
f�p nach dst
--
"Es mu� einmal gesagt werden: Wir sind alle nicht mehr recht zufrieden
mit dem alten Herrn. Was macht der Mann eigentlich den ganzen Tag?"
(Kurt Tucholsky)
> Der große Spötter Heinrich Heine tat spät Buße. Im Nachwort zu
> seiner Gedichtsammlung "Romancero" (30.9.1851) schrieb er:
Das Nachwort zum "Romanzero" - mit Z, was freilich nur Leute
wissen können, die jene 12 Seiten selbst gelesen haben - jenes
Nachwort also enthält so herrlich ironische Lästereien, daß die
Lektüre allen denen dringend anzuraten ist, die von Literatur
und Religion genug verstehen, um auch deren ironische Brechungen
mit Vergnügen lesen zu können.
<http://gutenberg.spiegel.de/?id=12&xid=1146&kapitel=50&cHash=382ff2d1312>
> Kurz vor seinem Lebensende schrieb Heine noch:
> | "Zerschlagen ist die alte Leier
> | am Felsen, welcher Christus heißt!
> | [..]"
Dieses Lied hat drei weitere, also im ganzen vier, Strophen,
deren lyrische Brillanz man sich quasi auf der Zunge zergehen
lassen sollte:
<http://www.christliche-gedichte.de/?pg=5110>
Wer das lesen und dann behaupten kann, sowas sei von Heinrich
Heine, dem ist nicht zu helfen: Seine Götter haben ihm das Hirn
verkleistert. Man muß ihn lassen.
Nur wenn er anfängt, selbst Leiern zu zerschlagen, fremde Leiern,
dann muß man ihm kräftig auf die Finger hauen! Weil: Das hat ja
schon mal jemand versucht. :-(
j/\a
--
Jetzt habe ich mich lange beschäftigt mit dem Lieblingsdichter. Der
Link
http://gutenberg.spiegel.de/?id=12&xid=1146&kapitel=50&cHash=382ff2d1312
war ein Gewinn.
Immerhin verzichtete er auf jegliche Einladung an Kirchenvertreter zu
seinem Leichenbegängnis.
Seine Grabinschrift - Friedhof Montparnasse, es ist sein Gedicht
"Wo?" - lautet:
Wo wird einst des Wandermüden
Letzte Ruhestätte seyn?
Unter Palmen in dem Süden?
Unter Linden an dem Rhein?
Werd ich wo in einer Wüste
Eingescharrt von fremder Hand?
Oder ruh ich an der Küste
Eines Meeres in dem Sand.
Immerhin mich wird umgeben
Gotteshimmel, dort wie hier,
Und als Todtenlampen schweben
Nachts die Sterne über mir.
Gruß
Gunhild
Hier ein informativer. ausführlicher und reich bebilderter Artikel zu
Heines Biographie
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Heine..
> Der große Spötter Heinrich Heine tat spät Buße.
[...]
Ich verstehe nicht ganz - ist da irgendwas sprachlich
Auffälliges dran?
> Werd ich wo in einer Wüste
> Eingescharrt von fremder Hand?
> Oder ruh ich an der Küste
> Eines Meeres in dem Sand.
Donnerknispel. "Küste" auf "Wüste" zu reimen
hätt ich mich nicht getraut.
> Dieses Lied hat drei weitere, also im ganzen vier, Strophen,
> deren lyrische Brillanz man sich quasi auf der Zunge zergehen
> lassen sollte:
> <http://www.christliche-gedichte.de/?pg=5110>
> Wer das lesen und dann behaupten kann, sowas sei von Heinrich
> Heine, dem ist nicht zu helfen: Seine Götter haben ihm das Hirn
> verkleistert. Man muß ihn lassen.
>
> Nur wenn er anfängt, selbst Leiern zu zerschlagen, fremde Leiern,
> dann muß man ihm kräftig auf die Finger hauen! Weil: Das hat ja
> schon mal jemand versucht. :-(
Ja, die Inquisition und unzählige Missionare zum Beispiel.
>> Werd ich wo in einer W�ste
>> Eingescharrt von fremder Hand?
>> Oder ruh ich an der K�ste
>> Eines Meeres in dem Sand.
>
> Donnerknispel. "K�ste" auf "W�ste" zu reimen
> h�tt ich mich nicht getraut.
Und bei mir l�utete die letzte Zeile "Eines Meeres tief im Sand"; den
betonten Artikel find ich nicht so sch�n.
Aber der Heine ist einfach ein Fuchs vor dem HErrn.
vG
> Lothar Frings <Lothar.Fri...@gmx.de> wrote:
> >> Werd ich wo in einer Wüste
> >> Eingescharrt von fremder Hand?
> >> Oder ruh ich an der Küste
> >> Eines Meeres in dem Sand.
>
> > Donnerknispel. "Küste" auf "Wüste" zu reimen
> > hätt ich mich nicht getraut.
>
> Und bei mir läutete die letzte Zeile "Eines Meeres tief im Sand"; den
> betonten Artikel find ich nicht so schön.
Welcher Artikel? "Eines" wird bei dir auch auf der ersten
Silbe betont, "dem" bei Heine nicht.
>> Und bei mir l�utete die letzte Zeile "Eines Meeres tief im Sand"; den
>> betonten Artikel find ich nicht so sch�n.
>
> Welcher Artikel? "Eines" wird bei dir auch auf der ersten
> Silbe betont, "dem" bei Heine nicht.
Wo findest Du das "dem" betonter: bei "in dem" oder bei "im"?
vG
> Seine Grabinschrift - Friedhof Montparnasse, es ist sein
> Gedicht "Wo?" - lautet:
>
> [..]
>
> Immerhin mich wird umgeben
> Gotteshimmel, dort wie hier,
> Und als Todtenlampen schweben
> Nachts die Sterne über mir.
>
> Gruß
> Gunhild
Wer hat ihm eigentlich diese Grabinschrift zugeteilt?
Auch aus dem Nachlaß, aber zeitlich wohl später anzusetzen
als das von Briegleb um 1839/40 eingeordnete "Wo", ist
dieser
| Stoßseufzer
|
| Unbequemer neuer Glauben!
| Wenn sie uns den Herrgott rauben,
| Hat das Fluchen auch ein End' –
| Himmel-Herrgott-Sakrament!
|
| Wir entbehren leicht das Beten,
| Doch das Fluchen ist vonnöten,
| Wenn man gegen Feinde rennt –
| Himmel-Herrgott-Sakrament!
|
| Nicht zum Lieben, nein, zum Hassen
| Sollt ihr uns den Herrgott lassen,
| Weil man sonst nicht fluchen könnt –
| Himmel-Herrgott-Sakrament!
Gruß
j/\a
--
> Lothar Frings <Lothar.Fri...@gmx.de> wrote:
> >> Und bei mir läutete die letzte Zeile "Eines Meeres tief im Sand"; den
> >> betonten Artikel find ich nicht so schön.
>
> > Welcher Artikel? "Eines" wird bei dir auch auf der ersten
> > Silbe betont, "dem" bei Heine nicht.
>
> Wo findest Du das "dem" betonter: bei "in dem" oder bei "im"?
Ich finde beides unbetont.
> Lothar Frings <Lothar...@gmx.de> wrote:
>
>>> Werd ich wo in einer Wᅵste
>>> Eingescharrt von fremder Hand?
>>> Oder ruh ich an der Kᅵste
>>> Eines Meeres in dem Sand.
>>
>> Donnerknispel. "Kᅵste" auf "Wᅵste" zu reimen
>> hᅵtt ich mich nicht getraut.
>
> Und bei mir lᅵutete die letzte Zeile
> "Eines Meeres tief im Sand";
> den betonten Artikel find ich nicht so schᅵn.
>
> Aber der Heine ist einfach ein Fuchs vor dem HErrn.
Vor allem ist er pingelig genau - und weiᅵ, daᅵ die
angeschwemmten Toten leider nicht TIEF im Sand liegen,
sondern hᅵchst unᅵsthetisch einfach so oben drauf.
j/\a
--
>Vor allem ist er pingelig genau - und wei�, da� die
>angeschwemmten Toten leider nicht TIEF im Sand liegen,
>sondern h�chst un�sthetisch einfach so oben drauf.
Ein Gl�ck, da� er kein �sterreicher war, sonst h�tten sie am Sand
gelegen.
Gru� Uwe
--
"Demokratie ist riskant. Das Volk kann sich ja auch irren."
Dieter Wiefelsp�tz, SPD
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
>Ein Gl�ck, da� er kein �sterreicher war, sonst h�tten sie am Sand
>gelegen.
Kein �sterreicher liegt "am" Sand. Und "am Sand sein" hat nichts mit
Sand zu tun.
http://www.ostarrichi.org/oesterreich-4599-at-am+Sand+sein.html
http://www.amsand.net/
Werner Tann schrieb:
> Kein �sterreicher liegt "am" Sand. Und "am Sand sein" hat nichts mit
> Sand zu tun.
Aber Z�ge stehen am Gleis u.�.
Gru� Martin
--
Bitte nicht an der E-Mail-Adresse fummeln, die pa�t so.
>>>> Werd ich wo in einer Wüste
>>>> Eingescharrt von fremder Hand?
>>>> Oder ruh ich an der Küste
>>>> Eines Meeres in dem Sand.
>>>
>>> Donnerknispel. "Küste" auf "Wüste" zu reimen
>>> hätt ich mich nicht getraut.
>>
>> Und bei mir läutete die letzte Zeile
>> "Eines Meeres tief im Sand";
>> den betonten Artikel find ich nicht so schön.
>>
>> Aber der Heine ist einfach ein Fuchs vor dem HErrn.
>
> Vor allem ist er pingelig genau - und weiß, daß die
> angeschwemmten Toten leider nicht TIEF im Sand liegen,
> sondern höchst unästhetisch einfach so oben drauf.
Das mag sein - wenn ich das nächste Mal tot an den Strand geschwemmt werde,
achte ich mal drauf. Aber andererseits stand ja nirgends etwas von
Angeschwemmtwordensein.
vG
--
"Die Linke soll das SED-Vermögen rausrücken? Ich sag immer, die Regeln
gelten für alle. Gut, ich geh zur Linken - wer von Ihnen geht zum Papst?
Und das ist nicht mal ne Nachfolgeorganisation! Die haben sich nach der
Hexenverbrennung nicht mal umbenannt! Das ist Corporate Identity, meine
Damen und Herren!"
(Volker Pispers, "Bis neulich")
j/\a
--
> Als im Jahre 1890 meine Ur-Ur-Großmutter Elise Str.,
> geborene P., darniederlag und Kinder und Enkel sich
> schon um das Bett versammelt hatten, um ihr mit Gebet
> und feuchten Tüchern beizustehen, da richtete sich
> die Greisin in ihren Kissen auf und sprach: »Kinnings,
> gäwt mi mine Strümp! Ick bün dat Gesterbe nu satt.«
Das ist doch glatt gelogen -- "Feuchte Tücher" sind
eine Erfindung der Sechziger und kamen etwa zeitgleich
mit Wasser in Flaschen in die Discounter-Filialen.
Das hätte Dir aber auch selber auffallen müssen!
mi";-)"ke
Bei "in dem" h�tte ich keinen Artikel, sondern ein Demonstrativum vermutet.
Lars
> Werner Tann wrote:
>> Uwe Schickedanz <psc...@compuserve.de> schrieb:
>>
>>> Ein Glück, daß er kein Österreicher war, sonst hätten sie
>>> am Sand gelegen.
>>
>> Kein Österreicher liegt "am" Sand.
>
> Tja, den weht's halt von den Bergen immer herunter.
Kann Deutschen nicht passieren: die benutzen Frottee-Handtücher
für den gescheiten Grip.
mike