Am 26.07.2016 um 07:36 schrieb Roland Franzius:
> Am 25.07.2016 um 21:04 schrieb Jakob Achterndiek:
>> Am 25.07.2016 um 17:12 schrieb Stefan Schmitz:
>>> Heute hörte ich mal wieder die Wendung, dass jemand aufgefordert
>>> wurde, die
>>> Waffen niederzulegen. Das ist ein unmittelbar einsichtiges Bild: Wenn
>>> man die
>>> Waffen hinlegt, kann man nicht damit kämpfen.
>>>
>>> Aber was tut man wörtlich genau, wenn man die Waffen *streckt*, also
>>> aufgibt?
>>>
>>
>> Ich verbinde damit, daß die Waffen (wie nach einer Jagd das
>> erlegte Wild) zu einer "Strecke" zusammengelegt werden.
>
> Da der Begriff auch für den einzelnen Kämpfer etwa beim Fechten oder bei
> der Gefangennahme eines Soldaten gilt, bezieht er sich wahrscheinlich
> eher darauf, dass der Aufgebende mit seiner Waffe quer überm Kopf mit
> erhobenen Händen aufgibt.
*strecken*: Das westgerm. Verb mhd. strecken, ahd. strecchen, niederl.
strekken, engl. to stretch ist das Bewirkungswort zu dem unter —›
stracks behandelten Adjektiv und bedeutet eigtl. „gerade, strack
machen", dann „ausdehnen, recken" und „ausgestreckt hinlegen". Zu der
letzten Bed. gehört die Wendung 'die Waffen strecken' „sich ergeben"
(18. Jh.). Abl.: Strecke w "Linie oder Weg von bestimmter Länge" (17.
Jh.)mhd. in zilstrecke „Strecke Wegs"), bergmänn. für „waagerechter
Grubenbau" (17. Jh.), weidmänn. für „Gesamtheit des auf einer Jagd
erlegten Wildes, das nach bestimmten Regeln in Reihen 'gestreckt' wird"
(19. Jh.; dazu die Wendung 'zur Strecke bringen' „erlegen"). ...
(Duden, Das Herkunftswörterbuch, 1963, S. 686 f.)
Detlef