> Tilo Baumann schrieb:
>> Das ersch�ttert mich. F�r mich war/ist "au�er" als Konjunktion
>> ausschlie�lich unterordnend wie "weil"(*) und "da�", was Wikipedia auch
>> Subjunktion nennt:http://de.wikipedia.org/wiki/Konjunktion_(Wortart)
>
> Bei der Frage, ob wir eine Konjunktion beiordnend/nebenordnend
> (koordinierend) oder unterordnend (subordinierend) nennt, geht es doch
> nicht um Kasus, sondern vielmehr um die Wortstellung.
>
> 'Wir fahren jetzt an die Ostsee, au�er wenn es dort regnet.'
> *'Wir fahren jetzt an die Ostsee, au�er wenn es regnet dort.'
>
> (Der Asterisk (*) kennzeichnet Bildungen, die ich nicht als wohlgeformt
> empfinde.)
>
> 'Wir fahren jetzt an die Ostsee, weil es dort regnet.'
> *'Wir fahren jetzt an die Ostsee, weil es regnet dort.'
>
> So gesehen verhielte sich 'au�er' wie 'weil' oder 'dass', w�re also eine
> subordinierende Konjunktion.
>
> Doch Obacht, da steht 'au�er wenn', und selbst wenn wir das W�rtchen
> 'au�er' ganz weglie�en, erzw�nge 'wenn' alleine schon die
> Wortumstellung. Wie aber s�he es ohne 'wenn' aus?
>
> *'Wir fahren jetzt an die Ostsee, au�er es dort regnet.'
> 'Wir fahren jetzt an die Ostsee, au�er es regnet dort.'
>
> �ber die Sch�nheit des zweiten Satzes lasse ich mit mir diskutieren,
> �ber die Normwidrigkeit der ersten nicht.
>
> '... dass einer Mutter, au�er sie schreite zur zweiten Ehe, ein
> Inventarium angemutet werde; ...' (Orthografie modernisiert)
>
> Subordinierend h�tte Goethe schreiben m�ssen:
> *... dass einer Mutter, au�er sie zur zweiten Ehe schreite, ein
> Inventarium angemutet werde ...'
Ich verstehe, was du meinst und widerrufe: "au�er" ist als Konjunktion
nicht unter- sondern nebenordnend.
Dein Goethe-Beispiel gef�llt mir.
Im selbstgestrickten Beispiel mit der Ostsee unterscheidest du den
Haupt- vom Nebensatz durch die Position eines Adverbs ("dort").
Auch die Position eines Hilfsverbs erlaubt die Unterscheidung:
weil es geregnet hat. => unterordnend: HS + NS
X
denn es hat geregnet. => nebenordnend: HS + HS,
oder NS + NS,
oder Satzteil + Satzteil
Auch die Position eines Objektes tut das:
weil ich es gab
X
denn ich gab es
Es verbleibt als Rest meines Unwohlseins, da� nach meiner Vorstellung,
die Konjunktion "au�er" einen ganzen Satz einleiten m��te. Danach hatte
sich "au�er" syntaktisch zu verhalten wie etwa "weil" und durfte sich
nicht so verhalten wie etwa "und".
Nachdem ich mir ein paarmal zugeredet hatte, habe ich (auch) diese
Vorstellung fallen lassen, verleitet durch das Beispiel aus deiner Mail:
"Er gab das Geld ihr statt ihm."
Mit "statt" als Pr�position m��te es hei�en: Er gab ihr das Geld statt
seiner. Das geht aus irgendeinem Grunde nicht. Andererseits verlangt die
Praxis, eine einfache Darstellung eines solchen Sachverhaltes.
"statt da�" ist eine nebenordnende Konjunktion, wie der Vergleich mit
weil er es gab
X
denn er gab es
zeigt. Daher verh�lt sich "statt" / "statt da�" wie "au�er" / "au�er".
Da� mir bei "statt" meine Fehler eher auffielen als bei "au�er", liegt
wohl daran, da� "statt" als Pr�position den Genitiv, "au�er" den Dativ
verlangt, und der Genitiv syntaktisch komplizierter ist als der Dativ.