Für sie ist es unheimlich schwer o, ö, u und ü richtig auszusprechen, sie kann
auch kaum den Unterschied hören. Hat vielleicht jemand irgendwelche allgemeinen
Tipps oder Eselsbrücken dafür?!
Sebastian
> Ich bin zur Zeit dabei einer Iranerin etwas Deutsch beizubringen,
> Ausgangssprache ist Englisch.
>
> Für sie ist es unheimlich schwer o, ö,
In grober Annährung: born vs. burn
> u und ü
In grober Annäherung: cool vs. curl
> richtig auszusprechen, sie kann
> auch kaum den Unterschied hören. Hat vielleicht jemand irgendwelche allgemeinen
> Tipps oder Eselsbrücken dafür?!
Matthias
--
Semiramis ließ 20'000 schwarze Ochsen kaufen und aus ihnen Elephanten
schneiden. Prof. Galletti
*** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de ***
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1. Sprich Deutsch mit ihr - nicht Englisch. Zum Erlernen einer Fremdsprache
benötigt man nur ausnahmsweise eine Hilfssprache.
2. Die Umlaute sind anfangs nicht so wichtig. (Versuch' mal einem
Süddeutschen ein weiches s beizubringen...) Mit der Zeit wird sie die
Unterschiede hören und vielleicht auch aussprechen können.
Gruß
Georg
_________
Professionelle Spracherkennung gibt es bei www.linguaconsult.de
"Sebastian Stein" <seb_...@gmx.de> wrote in message
news:g0i6f2...@laptop-seb.hpfsc.de...
"curl" ist doch ö! Mir fällt jetzt allerdings auch nichts ein. Außerdem
halte ich Englisch als Vergleich heranzuziehen für nicht so geeignet.
Größe, Benjamin
>> In grober Annäherung: cool vs. curl
>
> "curl" ist doch ö!
Eher ja. Darum "grobe Annäherung". Aber ö ist näher an ü als u. Ein
englisch ausgesprochener Jurgen ist eher ein Jürgen als ein deutsch
ausgesprochener Jurgen.
> Mir fällt jetzt allerdings auch nichts ein. Außerdem
> halte ich Englisch als Vergleich heranzuziehen für nicht so geeignet.
Aus dem OP:
| Ich bin zur Zeit dabei einer Iranerin etwas Deutsch beizubringen,
| Ausgangssprache ist Englisch.
Darum.
>>u und ü
> In grober Annäherung: cool vs. curl
nope. eher wie myrrh
Danke, das scheint mir ein sehr guter Tipp zu sein, werde das mal ausprobieren.
Sebastian
Kurzes offenes 'ö' in 'könnte': Mundöffnung und Zungenstellung wie
kurzes offenes 'e' in 'kennte', aber Lippenrundung wie bei 'o' in
'konnte'.
Langes geschlossenes 'ö' in 'Höhlen': Mundöffnung und Zungenstellung wie
langes geschlossenes 'e' in 'hehlen', aber Lippenrundung wie bei 'o' in
'holen'.
Kurzes offenes 'ü' in 'Bünde': Mundöffnung und Zungenstellung wie kurzes
offenes 'i' in 'Binde', aber Lippenrundung wie bei 'ü' in 'Bunde'.
Langes geschlossenes 'ü' in 'Bühne': Mundöffnung und Zungenstellung wie
langes geschlossenes 'i' in 'Biene', aber Lippenrundung wie bei 'u' in
'Buhne'.
Wenn die Muttersprache deiner Schülerin Persisch ist, dann wird sie
möglicherweise auch mit der Unterscheidung von kurzem 'i' und 'e' sowie
kurzem 'u' und 'o' Probleme haben, falls sie diesen Unterschied nicht
beim Erwerb ihrer Englischkenntnisse gelernt hat.
Aus welcher Gegend im Iran stammt sie eigentlich? Immerhin ungefähr ein
Viertel der Iraner haben als Muttersprache eine Turksprache, meist als
Azeri bezeichnet, vorwiegend im NW des Landes, und kennen daher durchaus
'ö'- und 'ü'-Laute. Da Azeri aber im Iran keinen offiziellen Status hat,
ist Bildungssprache praktisch ausschließlich Persisch. Dies kann dazu
führen, dass beim Fremdsprachenerwerb Laute, die in der eigenen Mutter-
und Umgangssprache durchaus vorhanden sind, dennoch unzulänglich durch
solche der Bildungssprache ersetzt werden.
Sollte deine Schülerin also tatsächlich zumindest ein wenig Azeri
sprechen, so lasse dir einfach einmal die Zahlen 3 und 4 vorsprechen.
Tschüs, Jürgen
> > It is the sound heard at the end of words
> > ending in "er," such as "baker."
>
> Verschiedene Anglophone dürften das r am Wortende höchst
> unterschiedliche aussprechen,
Weshalb Stefan ja auch auf Amerikanisch (besser: rhotische Dialekte)
verweist. Amerikanische Wörterbücher analysieren dieses "Schwar"
typischerweise als /@r/ (Schwa, r).
Mit ö hat das allerdings nichts zu tun.
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de
> Leider kenne ich die Ätio^H^H^H^HEtymologie des Wortes
> "Schwar" nicht. Ich kann nur vermuten, daß es naheliegt bei
> einem "rhotisierten" "r-Schwa" das "r" zur besseren Aussprache
> von vorne ("r-Schwa") nach hinten ("Schwar") zu verlegen.
Kommt wohl von Schwa, und das kommt aus dem Hebräischen und schreibt
sich Shin-Waw-Alef. Es ist eines der Vokalzeichen (sieht aus wie ein
doppelpunkt unter dem Konsonanten) und bezeichnet entweder
Vokallosigkeit zwischen zwei Silben (in meinem Vornamen hätte das L
ein Schwa) oder eben einen unbetonten ä-ähnlichen aber nicht präzis
artikulierten "Murmellaut" innerhalb einer Silbe.
Andere hebräische Wörter mit den gleichen Wurzelkonsonanten
Shin-Waw-Alef sind "Shaw" (Nichtigkeit, Leere) und "Shoah"
(Vernichtung).
Helmut Richter
> Für sie ist es unheimlich schwer o, ö, u und ü richtig auszusprechen, sie kann
> auch kaum den Unterschied hören.
Ich fürchte, den Unterschied zu hören musst du zuerst trainieren.
> Hat vielleicht jemand irgendwelche allgemeinen
> Tipps oder Eselsbrücken dafür?!
Ich halte nicht viel von Beschreibungen, wie man Vokale erzeugt. Bei
Vokalen kann man fast beliebig viel schummeln. Man kann bis auf das
geschlossene u und das geschlossene ü alle Vokale mit exakt derselben
Lippenstellung sprechen, obwohl manche davon "gerundet" und manche
"ungerundet" heißen, als wäre die Lippenstellung verschieden. Bei
Konsonanten ist das anders: man kann z.B. kein b sprechen ohne die
Lippen zu schließen und zu öffnen, und wenn man das tut, kommt immer
etwas b-ähnliches heraus - hier kann man mit der Beschreibung
tatsächlich etwas anfangen.
Sie muss den Unterschied selbst hören - zuerst bei anderen, dann auch
bei sich selbst. Nur wenn sie die Kontrolle über das Gehör hat, kann
sie sprechen.
Helmut Richter
Ja, ihre Muttersprache ist Farsi, sie stammt aus Teheran. Und ich glaube
wirklich, dass bei ihrem Englischunterricht nicht sehr viel Wert auf die
Aussprache gelegt wurde. Wobei das natürlich für mich auch recht schwierig zu
beurteilen ist, da ich ja selber kein Muttersprachler in Englisch bin und
sicher auch einen deutlichen deutschen Akzent habe :-)
> Sollte deine Schülerin also tatsächlich zumindest ein wenig Azeri
> sprechen, so lasse dir einfach einmal die Zahlen 3 und 4 vorsprechen.
Ich werde sie mal fragen, aber soweit ich mich erinnern kann, stammt ihre
Familie wohl eher aus dem Süden des Landes.
Danke für die Tipps,
Sebastian