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Re: Dieses bekannte Wort steht nicht im Duden - heute: "verzauselt"

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Helmut Richter

unread,
Apr 24, 2017, 8:29:44 AM4/24/17
to
Am 24.04.2017 um 13:44 schrieb HeB:

> am 24 Apr 2017 09:18:41 GMT schrieb r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram):
>
>> Ich konnte das Wort "verzauselt" jetzt entschlüsseln,
>> obwohl es nicht im Duden steht:
>
> Kenne niemanden, der das kennt. Verwendet erst recht nicht.

Ich würde es von "Zausel" ableiten, ein Wort das ich benutze und das im
(Online-)Duden steht.

Also: heruntergekommen, verwahrlost.

Das weibliche Gegenstück wäre "Schlampe", aber das hat inzwischen eine
Reihe anderer Konnotationen bekommen (oder vielleicht manche davon schon
immer gehabt?).

--
Helmut Richter

Hartmut Ott

unread,
Apr 24, 2017, 9:37:19 AM4/24/17
to
Hej,

Am 24.04.2017 um 13:44 schrieb HeB:
> am 24 Apr 2017 09:18:41 GMT schrieb r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram):
>
>> Ich konnte das Wort "verzauselt" jetzt entschlüsseln,
>> obwohl es nicht im Duden steht:
>
> Kenne niemanden, der das kennt. Verwendet erst recht nicht.

Zumindest kenne ich 'Alter Zausel'. Was dann wirrer/unordentlicher alter
Mann bedeutet. Und ja, die Haare von denen können auch verzauselt aussehen.

>> Es bedeutet wohl: "mit Haaren, die in verschiedene
>> Richtungen stehen" (ungekämmt).
>
> Das heißt "zerzaust".

Oder wirr.

btw: Gerade eben das Wort verzauselt gelesen, in der ger.ct.

......schnippel..........
Ich gehe manchmal durch den Conrad in München, im Tal.

Eigentlich bin ich immer erschüttert, wen man da als Kunden sieht.
Sehr viele einfach bis ärmlich gekleidete Männer zwischen 45 und 75
Jahren, mit grauen Haaren und etwas ungepflegt und verzauselt.
.........schnappel.......




mfg
Hartmut Ott
*Wir alle tragen den Heiligenschein des gewöhnlichen Wahnsinns*
--
Trage es lachend

Frank Hucklenbroich

unread,
Apr 24, 2017, 9:43:29 AM4/24/17
to
Am Mon, 24 Apr 2017 15:24:08 +0200 schrieb Hartmut Ott:

> Hej,
>
> Am 24.04.2017 um 13:44 schrieb HeB:
>> am 24 Apr 2017 09:18:41 GMT schrieb r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram):
>>
>>> Ich konnte das Wort "verzauselt" jetzt entschlüsseln,
>>> obwohl es nicht im Duden steht:
>>
>> Kenne niemanden, der das kennt. Verwendet erst recht nicht.
>
> Zumindest kenne ich 'Alter Zausel'. Was dann wirrer/unordentlicher alter
> Mann bedeutet. Und ja, die Haare von denen können auch verzauselt aussehen.

man Harry Rowohlt. Der Inbegriff eines Zausels. So stelle ich mir zumindest
einen vor.

Grüße,

Frank

Detlef Meißner

unread,
Apr 24, 2017, 9:46:12 AM4/24/17
to
Zerzauselt klingt für mich positiv, also auf angenehme Weise etwas wirr,
unstrukturiert.
Z.B. hier (leider nicht der gesamte Text lesbar):
http://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-veranstaltungen-sympathisch-verzauselt-_arid,776097.html

"Keith Richards greift verzauselt in die Saiten".
http://www.wz.de/home/kultur/film/kino/berlinale-das-gesicht-der-stones-1.220401

Detlef


Quinn C

unread,
Apr 24, 2017, 5:19:08 PM4/24/17
to
* Stefan Ram:

> Bei dem Weg: das englische »unkempt« kommt tatsächlich
> von »ungekämmt«:

So wie der Mensch vom Schimpansen abstammt?

--
GOGEL, adj., ausgelassen, lustig, übermütig; lascivus.
GRIMM, Deutsches Wörterbuch

René Marquardt

unread,
Apr 24, 2017, 6:02:49 PM4/24/17
to
On Monday, April 24, 2017 at 4:19:08 PM UTC-5, Quinn C wrote:
> * Stefan Ram:
>
> > Bei dem Weg: das englische »unkempt« kommt tatsächlich
> > von »ungekämmt«:
>
> So wie der Mensch vom Schimpansen abstammt?

Wenn du deine Frage so meinst, daß der Schimpanse quasi des
Menschen Cousin ist, ja:

Origin and Etymology of unkempt
Middle English unkemd, unkempt, from un- + kembed, kempt,
past participle of kemben to comb, from Old English cemban;
akin to Old High German chempen to comb, Old English camb comb

First Known Use: 14th century

Ralf Joerres

unread,
Apr 25, 2017, 11:28:34 AM4/25/17
to
Gogel kannte ich nicht, erinnert mich spontan an 'krekel', mit
ähnlicher Bedeutung.

Ralf Joerres

Ralf Joerres

unread,
Apr 25, 2017, 11:41:46 AM4/25/17
to
Ist für mich genauso, 'zerzauselt' als augenzwinkernde Abschwächung von
'zerzaust', hab's hier und da gehört, versteht man ja unmittelbar.
Verzauselt würde ich je nach Kontext für einen Verhörer von 'zerzauselt'
halten, denn 'verzaust' hab ich noch nie gehört, oder als spontane
Neubildung. Man könnte ja z.B. auch sagen, für jemanden 'durchwuscheln',
jemanden 'durchzauseln', wenn der dann einen Lockenkopf hat, dann
versteht man gleich, dass demjenigen die Frisur durcheinandergebracht
wird, oder manche können sich auch nicht zurückhalten: 'Also tut mir
leid, du hast die Haare sowas von schön, da muss ich einfach immer
wieder durchzauseln!', und bei 'durch' geht die Attacke dann los und
das Opfer wird kräftig gewuschelt, zerwuschelt, verzauselt, zerzaust,
verwuschelt, durchgezauselt... Kann man glaubich verstehen.

Ralf Joerres

Detlef Meißner

unread,
Apr 25, 2017, 11:46:46 AM4/25/17
to
Ich glaube, ich werde mich heute Abend von meiner Frau mal (v)zersauseln
lassen. :-)
Detlef

Quinn C

unread,
Apr 25, 2017, 11:49:56 AM4/25/17
to
* Ralf Joerres:
Ich kenne "kregel", und verstehe das als "gesund und voller
Energie".

So kennt das auch der Duden. Besondere Ähnlichkeit zu obigem
"gogel" sehe ich aber nicht. Eher erinnert mich letzteres an
"Geigel", Unsinn, das ich von meiner Mutter kenne, d.h. aus dem
Thüringischen.

--
Was den Juengeren fehlt, sind keine Botschaften, es ist der Sinn
fuer Zusammenhaenge. [Young people aren't short of messages, but
of a sense for interconnections.]
-- Helen Feng im Zeit-Interview

Helmut Richter

unread,
Apr 25, 2017, 12:48:38 PM4/25/17
to
Am 25.04.2017 um 17:41 schrieb Ralf Joerres:

> Ist für mich genauso, 'zerzauselt' als augenzwinkernde Abschwächung von
> 'zerzaust', hab's hier und da gehört, versteht man ja unmittelbar.
> Verzauselt würde ich je nach Kontext für einen Verhörer von 'zerzauselt'
> halten, denn 'verzaust' hab ich noch nie gehört, oder als spontane
> Neubildung.

"verzauselt" ist nicht in meinem Wortschatz, aber gefühlsmäßig würde ich
es sofort auf Personen beziehen (heruntergekommen, verwahrlost, zum
Zausel geworden) und nicht auf deren Haartracht. Und genau so passen
auch die Beispiele.

--
Helmut Richter

Florian Ritter

unread,
Apr 25, 2017, 2:39:08 PM4/25/17
to
Am Dienstag, 25. April 2017 17:49:56 UTC+2 schrieb Quinn C:
> * Ralf Joerres:
>
> > Am Montag, 24. April 2017 23:19:08 UTC+2 schrieb Quinn C:
> >> * Stefan Ram:
> >>
> >>> Bei dem Weg: das englische »unkempt« kommt tatsächlich
> >>> von »ungekämmt«:
> >>
> >> So wie der Mensch vom Schimpansen abstammt?
> >>
> >> --
>>> GOGEL, adj., ausgelassen, lustig, übermütig; lascivus.
>>> GRIMM, Deutsches Wörterbuch

>> Gogel kannte ich nicht, erinnert mich spontan an 'krekel', mit
>> ähnlicher Bedeutung.

> Ich kenne "kregel", und verstehe das als "gesund und voller
> Energie".

Prügel machen frisch und kregel - FR

Stefan Schmitz

unread,
Apr 25, 2017, 3:37:55 PM4/25/17
to
Ich frage mich, was die Grimms mit "; lascivus" ausdrücken wollten.

Christina Kunze

unread,
Apr 25, 2017, 3:54:51 PM4/25/17
to
Vielleicht sowas wie "ausgelassen, lustig, übermütig".
Sozusagen als weiteren Beleg für die deutschen Bedeutungen.
Von der lateinischen Bedeutung des Wortes her kommt das genau hin.

Leider steht weder im Pfeifferschen Etymologischen WB noch in "Latein
und Griechisch im deutschen Wortschatz" noch im Paulschen WB etwas dazu
drin, wann sich die Bedeutung geändert hat.

chr

Manfred Hoß

unread,
Apr 25, 2017, 4:25:50 PM4/25/17
to
Bei solchen Fragen schaue ich in Hermann Pauls "Deutsches Wörterbuch". Dort
heißt es:

"*lasziv* >durch gekünstelte Schläfrigkeit Sinnlichkeit verbreitend;
schlüpfrig<, entl. aus lat. /lascivus/ >mutwillig tändelnd<; nach
Wb.-Belegen aus dem 16. u. 17. Jh. (1571 bucht Rot das Vb. /lasciuirn/
».. mutwillig, .. unzüchtig, schampar, üppig sein«; Adj. /lasciv/ bei
Schorer von Memmingen; FWb) v. a. seit dem 19. Jh. gebräuchlich (/lasciv/
gebucht Ca. Erg. 1801) /dann die Hornisten, bocksfüßige Gesellen mit/
/schönen, aber lasziven Gesichtern/ (He., Die Götter im Exil, 12, 91);
*Laszivität* (Bird 1835; FWb) entl. aus lat. /lascivitas/ >Mutwille,
Ausschweifung<, gebucht Sa. FWb, folgt der Bed. des Adj."
(Quelle: Hermann Paul, "Deutsches Wörterbuch". - 10., überarbeitete und
erweiterte Auflage. - Tübingen : Niemeyer, 2002)

Gruß
Manfred.

Stefan Schmitz

unread,
Apr 25, 2017, 4:32:44 PM4/25/17
to
Am Dienstag, 25. April 2017 21:54:51 UTC+2 schrieb Christina Kunze:
> Am 25.04.2017 um 21:37 schrieb Stefan Schmitz:
> > Am Dienstag, 25. April 2017 17:28:34 UTC+2 schrieb Ralf Joerres:
> >> Am Montag, 24. April 2017 23:19:08 UTC+2 schrieb Quinn C:
> >>> GOGEL, adj., ausgelassen, lustig, übermütig; lascivus.
> >>> GRIMM, Deutsches Wörterbuch
> >>
> >> Gogel kannte ich nicht, erinnert mich spontan an 'krekel', mit
> >> ähnlicher Bedeutung.
> >
> > Ich frage mich, was die Grimms mit "; lascivus" ausdrücken wollten.
> >
> Vielleicht sowas wie "ausgelassen, lustig, übermütig".
> Sozusagen als weiteren Beleg für die deutschen Bedeutungen.
> Von der lateinischen Bedeutung des Wortes her kommt das genau hin.

In einem deutschen Wörterbuch erwarte kein kommentarlos hingeworfenes
Wort aus einer anderen Sprache.
Ist das ihr üblicher Stil, eine lateinische Übersetzung einfach mit Semikolon
anzufügen?

Christina Kunze

unread,
Apr 25, 2017, 4:59:08 PM4/25/17
to
Am 25.04.2017 um 22:25 schrieb Manfred Hoß:
> Am Tue, 25 Apr 2017 21:54:47 +0200 schrieb Christina Kunze:

>> Leider steht weder im Pfeifferschen Etymologischen WB noch in "Latein
>> und Griechisch im deutschen Wortschatz" noch im Paulschen WB etwas dazu
>> drin, wann sich die Bedeutung geändert hat.
>
> Bei solchen Fragen schaue ich in Hermann Pauls "Deutsches Wörterbuch". Dort
> heißt es:

Da hab ich ja auch nachgesehen, aber meine Auflage ist von 1992, und da
ist das Wort nicht drin.
Steht in der neueren Auflage, wie viel sie geändert bzw. mit aufgenommen
haben? Das könnte doch glatt ein Grund für ein Update sein.

chr

Christina Kunze

unread,
Apr 25, 2017, 5:00:48 PM4/25/17
to
Meiner Meinung nach ja. Ich finde aber, Du kannst selber nachsehen, wenn
Du es wirklich wissen willst.

<http://woerterbuchnetz.de/DWB/>

chr

René Marquardt

unread,
Apr 25, 2017, 7:33:54 PM4/25/17
to
On Tuesday, April 25, 2017 at 3:32:44 PM UTC-5, Stefan Schmitz wrote:

> In einem deutschen Wörterbuch erwarte kein kommentarlos hingeworfenes
> Wort aus einer anderen Sprache.
> Ist das ihr üblicher Stil, eine lateinische Übersetzung einfach mit Semikolon
> anzufügen?

Damals, i.d.g.a.Z., war es noch selbstver, daß man des Lateinischen mächtig war,
wenn man nicht als Analphabet gelten wollte.

Manfred Hoß

unread,
Apr 26, 2017, 2:04:45 PM4/26/17
to
Im Vorwort zur 10. Auflage steht nur:

"Unser Wörterbuch nimmt seinen Ausgang in der Gegenwart und zeichnet die
Bedeutungsgeschichte des gemeinsprachlichen Wortschatzes nach. Dieser um-
faßt die Grundwörter des Deutschen und die wichtigsten Wortbildungen und
Phraseologismen. Erweitert haben wir den Wortbestand vor allem um Fremdwör-
ter und Wortbildungen, politisch und sozial bedeutsamen Wortschatz, wichti-
ge und eingeführte sprach- und literaturwissenschaftliche Beschreibungsbe-
griffe wie auch solche aus weiteren Bereichen von Wissenschaft und Technik,
zudem scheint uns im Rahmen eines bedeutungsgeschichtlichen Wörterbuchs an-
gemessen, ja, notwendig. Dafür haben wir gegenüber den älteren Auflagen auf
manche Stichwörter verzichtet, die versunken sind in der Geschichte."
(Quelle: Hermann Paul, "Deutsches Wörterbuch". - 10., überarbeitete und
erweiterte Auflage. - Tübingen : Niemeyer, 2002. - S. VII)

Gruß
Manfred.

Manfred Hoß

unread,
Apr 26, 2017, 2:18:25 PM4/26/17
to
Am Tue, 25 Apr 2017 22:59:04 +0200 schrieb Christina Kunze:

Im Vorwort zur 10. Auflage steht nur:

"Unser Wörterbuch nimmt seinen Ausgang in der Gegenwart und zeichnet die
Bedeutungsgeschichte des gemeinsprachlichen Wortschatzes nach. Dieser um-
faßt die Grundwörter des Deutschen und die wichtigsten Wortbildungen und
Phraseologismen. Erweitert haben wir den Wortbestand vor allem um Fremdwör-
ter und Wortbildungen, politisch und sozial bedeutsamen Wortschatz, wichti-
ge und eingeführte sprach- und literaturwissenschaftliche Beschreibungsbe-
griffe wie auch solche aus weiteren Bereichen von Wissenschaft und Technik,
zudem um literarisch belegte Gesprächswörter. Die historische Herleitung
scheint uns im Rahmen eines bedeutungsgeschichtlichen Wörterbuchs angemes-
sen, ja, notwendig. Dafür haben wir gegenüber den älteren Auflagen auf
manche Stichwörter verzichtet, die versunken sind in der Geschichte."
(Quelle: Hermann Paul, "Deutsches Wörterbuch". - 10., überarbeitete und

Roland Franzius

unread,
Apr 27, 2017, 3:15:05 AM4/27/17
to
Wenn bei Grimm lateinische Vokabeln benutzt werden, handelt es sich
ziemlich regelmäßig um nicht jungfrauenfreie Begriffe.

Hier ist einfach lasziv in der Bedeutung "wolüstig", "geil" neben
"asgelassen", "lustig" gemeint, wie es die Mediziner- und
Studentensprache des voll der Zensur unterliegenden 19. Jh. im Sinne der
alten Römer benutzte.

lascivus deckt genau diese drei Begriffskreise ab. Der Römer machte da
keine Unterschiede, so wie auch der Bürger des 18-19. Jh. WWG als
Einheit sah.


--

Roland Franzius


Detlef Meißner

unread,
Apr 27, 2017, 3:25:40 AM4/27/17
to
Am 27.04.2017 um 09:15 schrieb Roland Franzius:
> Am 25.04.2017 um 21:54 schrieb Christina Kunze:
>> Am 25.04.2017 um 21:37 schrieb Stefan Schmitz:
>>> Am Dienstag, 25. April 2017 17:28:34 UTC+2 schrieb Ralf Joerres:
>>>> Am Montag, 24. April 2017 23:19:08 UTC+2 schrieb Quinn C:
>>>>> GOGEL, adj., ausgelassen, lustig, übermütig; lascivus.
>>>>> GRIMM, Deutsches Wörterbuch
>>>>
>>>> Gogel kannte ich nicht, erinnert mich spontan an 'krekel', mit
>>>> ähnlicher Bedeutung.
>>>
>>> Ich frage mich, was die Grimms mit "; lascivus" ausdrücken wollten.
>>>
>> Vielleicht sowas wie "ausgelassen, lustig, übermütig".
>> Sozusagen als weiteren Beleg für die deutschen Bedeutungen.
>> Von der lateinischen Bedeutung des Wortes her kommt das genau hin.
>>
>> Leider steht weder im Pfeifferschen Etymologischen WB noch in "Latein
>> und Griechisch im deutschen Wortschatz" noch im Paulschen WB etwas dazu
>> drin, wann sich die Bedeutung geändert hat.
>>
>
> Wenn bei Grimm lateinische Vokabeln benutzt werden, handelt es sich
> ziemlich regelmäßig um nicht jungfrauenfreie Begriffe.
>
> Hier ist einfach lasziv in der Bedeutung "wolüstig", "geil" neben
^^^^
Ein l mehr, nicht weniger!

> "asgelassen", "lustig" gemeint, wie es die Mediziner- und
^^^^

Detlef

Quinn C

unread,
Apr 27, 2017, 4:18:30 PM4/27/17
to
* Detlef Meißner:

> Am 27.04.2017 um 09:15 schrieb Roland Franzius:

>>>>>> GOGEL, adj., ausgelassen, lustig, übermütig; lascivus.
>>>>>> GRIMM, Deutsches Wörterbuch

[...]

>> Wenn bei Grimm lateinische Vokabeln benutzt werden, handelt es sich
>> ziemlich regelmäßig um nicht jungfrauenfreie Begriffe.
>>
>> Hier ist einfach lasziv in der Bedeutung "wolüstig", "geil" neben
> ^^^^
> Ein l mehr, nicht weniger!

In älteren Texten auch "wohllüstig".

"Woll-Lust" hingegen geht ja heutzutage als Name für einen
Strickbedarfsladen durch.

--
er (Tristan) hiez im ein tôrenkleit
an der stete machen:
von wunderlîchen sachen
einen roc seltsên getan
und eine gugelen daran
H. V. FREIBERG Tristan
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