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Brosamen

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Oliver Jennrich

unread,
Aug 31, 2004, 7:55:33 AM8/31/04
to

Bei einem besonders krümeligen Frühstück heute morgen tauchte die
Frage nach dem Etymologie des Wortes Brosamen auf. Mein Herkunftsduden
schweigt sich sowohl zu Brosamen als auch zu Brösel aus, vielleicht
weiß ja hier jemand mehr?

Ist Brösel eine Verkleinerungsform von Brosamen?
--
Space - the final frontier

Steffen Buehler

unread,
Aug 31, 2004, 8:06:24 AM8/31/04
to
Oliver Jennrich wrote:

> Bei einem besonders krümeligen Frühstück heute morgen tauchte die
> Frage nach dem Etymologie des Wortes Brosamen auf. Mein Herkunftsduden
> schweigt sich sowohl zu Brosamen als auch zu Brösel aus,

War das eine Billigausgabe? Meiner sagt:

Die auf das /dt./ und /niederl./ Sprachgebiet beschränkte
Substantivbildung (/mhd./ bros[e]me, /ahd./ bros[a]ma, /mniederl./
brosem[e]) gehört mit /aengl./ brosnian "zerfallen" und /aengl./ brysan
(/engl./ to bruise) "zerquetschen" zu der unter /bohren/ behandelten
Wortgruppe. Das Wort bedeutete demnach urspr. etwa "Zerriebenes,
Zerbröckeltes".

> Ist Brösel eine Verkleinerungsform von Brosamen?

Ja: im 17. Jhdt. von /mhd./ brosemlin abgeleitet.

Viele Grüße
Steffen

Michael Kauffmann

unread,
Aug 31, 2004, 8:48:00 AM8/31/04
to
> Die auf das /dt./ und /niederl./ Sprachgebiet beschränkte
> Substantivbildung (/mhd./ bros[e]me, /ahd./ bros[a]ma, /mniederl./
> brosem[e]) gehört mit /aengl./ brosnian "zerfallen" und /aengl./ brysan
> (/engl./ to bruise) "zerquetschen" zu der unter /bohren/ behandelten
> Wortgruppe. Das Wort bedeutete demnach urspr. etwa "Zerriebenes,
> Zerbröckeltes".

Interessant, von der naheliegenden Deutung Brot-Samen stimmt keine Hälfte?

Michael Kauffmann

David Dahlberg

unread,
Aug 31, 2004, 9:21:16 AM8/31/04
to
Oliver Jennrich schrieb:

>Bei einem besonders krümeligen Frühstück heute morgen tauchte die
>Frage nach dem Etymologie des Wortes Brosamen auf.

"g brosamen" -> zweiter Treffer:

Brosamen komme vom ahd. "brosama" = "Bröckchen".

>Ist Brösel eine Verkleinerungsform von Brosamen?

"Brösel" ist wie "Bröckchen" eine Verkleinerung von "Brocken", kommt
eben nur von jenseits des Weißwurstäquators ;-)

David

Philipp Reichmuth

unread,
Aug 31, 2004, 9:51:33 AM8/31/04
to
David Dahlberg schrieb:

> "Brösel" ist wie "Bröckchen" eine Verkleinerung von "Brocken", kommt
> eben nur von jenseits des Weißwurstäquators ;-)

Das ist m.E. von "Brocken" unabhängig, es gibt auch ein Verb "bröseln",
verwandt mit englisch "bruise" und solchen Sachen.

Philipp

Oliver Jennrich

unread,
Aug 31, 2004, 11:46:34 AM8/31/04
to
* Steffen Buehler writes:

> Oliver Jennrich wrote:
>> Bei einem besonders krümeligen Frühstück heute morgen tauchte die
>> Frage nach dem Etymologie des Wortes Brosamen auf. Mein Herkunftsduden
>> schweigt sich sowohl zu Brosamen als auch zu Brösel aus,

> War das eine Billigausgabe? Meiner sagt:

Möglich. Diese hier eben:

ISBN: 3411040734

Simon Schindlmayr

unread,
Aug 31, 2004, 1:57:59 PM8/31/04
to

Michael Kauffmann schrieb:

Tja, da handelt es sich wohl um eine Volksethymologie, die mit der
Realität nicht sonderlich viel zu tun hat ;-)

MfG Simon

Steffen Buehler

unread,
Aug 31, 2004, 12:04:03 PM8/31/04
to
Oliver Jennrich wrote:

> * Steffen Buehler writes:
>
>> Oliver Jennrich wrote:

>>> [Herkunftsduden]
>
>> War das eine Billigausgabe?


>
> Möglich. Diese hier eben:
>
> ISBN: 3411040734

Interessant. Meiner ist auch Duden Nr. 7, aber 3411009071. Das scheint
die Erstausgabe von 1963 zu sein. Vielleicht habe ich hier eine
wertvolle Rarität im Schrank, einen Brosamen für meine Rente.

Viele Grüße
Steffen

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Klaus Scholl

unread,
Aug 31, 2004, 7:28:03 PM8/31/04
to

"Oliver Jennrich" <oliver....@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag news:811xhnc...@ID-371.user.uni-berlin.de...

Die (nicht der) Brosame (nicht Brosamen)
ist der weiche innere Teil des Brotes,
der äußere härtere T. ist die Krume (heute Rinde genannt).

>> [...]
>> Es stammet ohne Zweifel von dem alten
>> brosen, brechen, ab, wovon im Nieders. und Holländ.
>> noch bros, broß, zerbrechlich, und im Franz. briser,
>> und im Holländ. bryser, zerbrechen, zerreiben bedeutet.
>> S. Bröseln. Die Brosamen, im Plural lauten bey dem Ottfried Brosmono.
>> Im Ital. ist Bricia und Briciola gleichfalls die Brotkrume. S. auch Krume.
[Adelung]

Gruß.

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Klaus Scholl

unread,
Sep 1, 2004, 12:55:50 AM9/1/04
to
Nö, das ist die Kruste. Die Krume ist das Weiche, das ich auch als
Schmolle kenne. Ich schlage mal nach:

|Wahrig Deutsches Wörterbuch
|
|'Kru|me <f. 19> abgebröckeltes, sehr kleines Stückchen (Brotkrume);
|weiches Inneres des Brotes;
|
|'Schmol|le <f. 19; österr.> das Weiche im Brot, Brotkrume [vermutl. zu
|ahd. molawen „weich sein“]

Liebe Grüße
Astrid


Es muß mir ein Fehler unterlaufen sein,
selbstverständlich ist die Krume der innere Teil.
Krume und Kurste.


Gruß.

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Oliver Jennrich

unread,
Sep 1, 2004, 3:20:46 AM9/1/04
to
* Klaus Scholl writes:

> "Oliver Jennrich" <oliver....@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag news:811xhnc...@ID-371.user.uni-berlin.de...
>>
>> Bei einem besonders krümeligen Frühstück heute morgen tauchte die
>> Frage nach dem Etymologie des Wortes Brosamen auf. Mein Herkunftsduden
>> schweigt sich sowohl zu Brosamen als auch zu Brösel aus, vielleicht
>> weiß ja hier jemand mehr?
>>
>> Ist Brösel eine Verkleinerungsform von Brosamen?

> Die (nicht der) Brosame (nicht Brosamen)

Der Plural ist aber schon noch Brosamen, eure Majestät?

> ist der weiche innere Teil des Brotes, der äußere härtere T. ist
> die Krume (heute Rinde genannt).

Ihr beliebt zu irren. Mit der Krume und der Kruste ist es so wie mit
Baum und Borke - das eine ist innen, das andere außen.

>>> [...]
>>> Es stammet ohne Zweifel von dem alten
>>> brosen, brechen, ab, wovon im Nieders. und Holländ.
>>> noch bros, broß, zerbrechlich, und im Franz. briser,
>>> und im Holländ. bryser, zerbrechen, zerreiben bedeutet.
>>> S. Bröseln. Die Brosamen, im Plural lauten bey dem Ottfried Brosmono.
>>> Im Ital. ist Bricia und Briciola gleichfalls die Brotkrume. S. auch Krume.
> [Adelung]

Der Adelung ist schon etwas älter?

Sebastian Koppehel

unread,
Sep 1, 2004, 5:11:25 AM9/1/04
to
Simon Schindlmayr <ne...@schindlmayr.de> schrieb:

> Michael Kauffmann schrieb:


>>
>> Interessant, von der naheliegenden Deutung Brot-Samen stimmt keine Hälfte?
>
> Tja, da handelt es sich wohl um eine Volksethymologie,

Es schreibt sich "Ethümologie".

> die mit der
> Realität nicht sonderlich viel zu tun hat ;-)

Jedenfalls sollte man sich keine große Hoffnung machen, daß man Brosamen
einpflanzen und im nächsten Jahr Brote ernten könnte. Das klappt nur bei
wenigen Brotsorten (z.B. Johannisbrot).

- Sebastian

--
Halten Sie Ihr Portemonnaie fest, denn... sie können es in die Tasche
stecken... beziehungsweise lassen, wenn es sich schon dort befindet.

(Moderationsversuch auf Funfun 95)

Helga Schulz

unread,
Sep 1, 2004, 5:29:02 PM9/1/04
to
ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) schrieb vorher:

>Jedenfalls sollte man sich keine große Hoffnung machen, daß man Brosamen
>einpflanzen und im nächsten Jahr Brote ernten könnte.

Zu schade. Ich hätte doch so gerne einen Toastbrotbaum gepflanzt,
und daneben einen Halbweißbrotbaum, und mich selbst versorgt. Auf
den Johannisbrotbaum verzichte ich dagegen lieber.

Message has been deleted

Helga Schulz

unread,
Sep 2, 2004, 7:46:50 AM9/2/04
to
Oliver Cromm <lispa...@internet.uqam.ca> schrieb vorher:

>Einen Affenbrotbaum könnte ich noch anbieten.

Den darfst Du dort lassen, wo er Zuspruch findet, bei mir nicht,
ich vergreife mich nicht am Essen anderer Spezies, ob Affenbrot
oder Vogelbeeren.

>So ein Toastbrotbaum ist aber ein Nährstoffräuber, ohne einen
>Schrotbrotbaum, Vollkornbrotbaum oder mindestens einen Grahambrotbaum
>daneben gedeiht der nicht lange.

Meinst Du? Ich dachte, ich pflanze Wurststräucher daneben, dann
wird alles gut, und das Toastbrot nimmt gleich einen würzigen
Geschmack an.

Andreas Höfeld

unread,
Sep 3, 2004, 3:56:34 PM9/3/04
to
Also sprach/Thus spake Oliver Cromm:
> Michael Kauffmann wrote:
>
> [Brosamen]

>> Interessant, von der naheliegenden Deutung Brot-Samen stimmt keine
>> Hälfte?
>
> Ürks, genauso naheliegend wie Steh-greif. Leute wie Du sind schuld am
> Tollpatsch!

Leinsamen für die Einsamen.

A :-)

Andreas Höfeld

unread,
Sep 3, 2004, 3:58:09 PM9/3/04
to
Also sprach/Thus spake Simon Schindlmayr:

>> Interessant, von der naheliegenden Deutung Brot-Samen stimmt keine
>> Hälfte?
>
> Tja, da handelt es sich wohl um eine Volksethymologie, die mit der
> Realität nicht sonderlich viel zu tun hat ;-)

Vor allem, wenn sich der *Th*ymian auch noch hineinmogelt
in die Etymogelei :-)

Andreas

Erika Ciesla

unread,
Nov 22, 2004, 12:08:10 PM11/22/04
to

Oliver Cromm wrote:

> Einen Affenbrotbaum könnte ich noch anbieten.
>

> So ein Toastbrotbaum ist aber ein Nährstoffräuber, ohne einen
> Schrotbrotbaum, Vollkornbrotbaum oder mindestens einen Grahambrotbaum
> daneben gedeiht der nicht lange.


Ich hätt lieber'n Geldbaum. :-)


Servus!

Erika Ciesla (Mannheim/Germany)

--
Das Leben zerfällt in zwei Hälften!
In der ersten wünscht man sich die zweite herbei,
und in der zweiten wünscht man sich die erste zurück.

Fahrrad fahren: http://home.t-online.de/~erika.ciesla

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