> Ist dieses Sprichwort also
> gebräuchlich und müsste man es
> eigentlich wissen?
Mir ist es vollkommen unbekannt. Wo soll es denn herstammen - ist der eine
Spaltkeil für das Holzscheit zu kurz, dann schlägt man ihn mit Hilfe eines
zweiten (aua, die arme Schneide!) noch tiefer hinein?
vG
PS: Umlaute im Subject führen angesichts der Immernochexistenz kaputter
Reader fast immer zu Threading-Unfällen.
--
"Man könnte ihn höchstens fragen, was das für eine blöde Idee war, am Rand
des Haifischbeckens Nasenbluten zu kriegen." (David Kastrup über einen
Anfängerthread in de.rec.musik.machen)
-- <http://einklich.net> -- Ein Pinguin für jeden: <http://debian.org/> --
> ich habe das o.a. Sprichwort ("Ein Keil treibt den andern") nie gehört
> und könnte es - falls überhaupt - nur aus einem erklärenden
> Zusammenhang verstehen.
Ich kenne es, und zwar im selben Sinn wie "Ein Wort (er)gab das andere",
also als Umschreibung für einen (allfällig eskalierenden) Disput.
> Es soll ja u.a. für die Homöopathie genutzt werden (gleiches mit
> gleichem heilen).
s/heilen/vergelten/, aber in diesem speziellen Zusammenhang fände ich
"Den Teufel mit dem Beelzebub (aus|ver)treiben" deutlich passender.
> Ist dieses Sprichwort also gebräuchlich und müsste man es
> eigentlich wissen?
Gebräuchlich ja (aber womöglich seltener als "Ein Wort ..."), und jetzt
müsstest Du's ja kennen! ;-)
mike
> ich habe das o.a. Sprichwort ("Ein Keil
> treibt den andern") nie gehört und
> könnte es - falls überhaupt - nur aus
> einem erklärenden Zusammenhang verstehen.
> Es soll ja u.a. für die Homöopathie
> genutzt werden (gleiches mit gleichem
> heilen). Ist dieses Sprichwort also
Dass man in der Homöopathie nachweislich falsche Grundprinzipien
("gleiches mit gleichem") mit Sprichwörtern begründet, die der Logik
widerstreben, wundert mich nun allerdings kein bisschen.
- Andi
> Mir ist es vollkommen unbekannt. Wo soll es denn
> herstammen - ist der eine Spaltkeil für das Holzscheit
> zu kurz, dann schlägt man ihn mit Hilfe eines zweiten
> (aua, die arme Schneide!) noch tiefer hinein?
Zu kurz nicht, sondern zu dünn. Wenn der tief drinnen
sitzt und der Stamm noch immer nicht spaltet, dann treibt
man einen dickeren Keil DANEBEN in den Spalt. Der dünne
springt dann durch den Rückstoß der Schläge (vielleicht)
heraus.
j/\a
--
> Hallo,
> ich habe das o.a. Sprichwort ("Ein Keil
> treibt den andern") nie gehört und
> könnte es - falls überhaupt - nur aus
> einem erklärenden Zusammenhang verstehen.
Das wurede wohl aus "Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil" und
"Eine Hand wäscht die andere" zusammengebastelt.
--
Never ask a man if he's from Texas.
If he is, he'll tell you on his own.
If he ain't, no need to embarrass him.
> DANEBEN in den Spalt. Der dünne springt dann
> durch den Rückstoß der Schläge (vielleicht)
> heraus.
Vor allem kann man dann abwechselnd beide Keile reintreiben -- wenn der
eine nicht mehr weiter spaltet, gibt ihm der andere so viel Luft, dass
er wieder ein paar Zentimeter vorangeht.
Ist z.B. bei windständigen Birken wegen ihres verdrehten Wuchses
manchmal notwendig.
Helmut
--
Nach dera Zei'n kimmt nix mehr
| Keil, cuneus. b) ein Keil treibt den andern, cuneus cuneum
| trudit.
|
(LEXICI ENCYCLII PARS POSTERIOR. Das ist: Teutsch-Lateinisches
UNIVERSAL Wörter-Buch, Bey dieser Zweyten Ausgabe mit Fleiß
reuidirt, Verbeßert und vermehret, von M. Johann Adam Weber,
Chemnitz, 1745, S. 436.)
| 77.
|
| Ein Keil treibt den andern, eine Gewohnheit die andere aus.
|
(Johann Michael Sailer's sämmtliche Werke, Zweite, revidirte
Ausgabe, Sechsundzwanzigster Theil, Sulzbach, 1832, S. 361.)
| One nail drives out another.
|
| Un clou chasse l'autre.
|
| Un chiodo caccia l'altro.
|
| Ein Keil treibt den andern.
|
(Caroline Ward, "National Proverbs in the Principal Languages of
Europe", London, 1842, S. 98.)
| *Ein Keil treibt den andern.* (d. u. lat.)²)
|
| Ein Nagel vertreibt den andern. (frz.)³)
|
| Ein Windstoß vertreibt den andern. (r.)
|
| Ein Teufel vertreibt den andern, (it.)
|
| *und:*
|
| Ein Bubenstück vertreibt das andere, (lett.)
|
| *denn:*
|
| Ein Schelm ist über dem andern; (lett)
|
| 2) Ein Keil treibt den Keil. (kr. u cz.)
| Der Keil muß den Keil ausstoßen. (cz.)
| Den Keil schlägst du aus dem dem Keil. (r. u. kír.)
|
| 3) Ein Nagel wird vom anderen gestoßen. (lat.)
| Eine Liebe vertreibt die andere, wie ein Nagel den andern.
| (port.)
|
(Ida von Düringsfeld, Das Sprichwort als Kosmopolit, Georg-Olms-
Verlag, 2002 (?) (Leipzig, 1866?), S.92.)
--
Steve
My e-mail address works as is.
> Bernd Pietsch <OIMXOR...@spammotel.com> wrote:
So aehnlich wie "Set a thief to catch a(nother) thief" im Englischen?
--
Gruß
Richard
>> | Keil, cuneus. b) ein Keil treibt den andern, cuneus cuneum
>> | trudit.
Ja, uralter indogermanischer Sinnspruch.
>> | Ein Keil treibt den andern, eine Gewohnheit die andere aus.
>> |
>> | Ein Keil treibt den andern.
>> |
>> | *Ein Keil treibt den andern.* (d. u. lat.)²)
Anderer Sinn:
>> | Ein Teufel vertreibt den andern, (it.)
Anderer Sinn:
>> | Ein Bubenstück vertreibt das andere, (lett.)
Und hier passt es wieder:
>> | 2) Ein Keil treibt den Keil. (kr. u cz.)
>> | Der Keil muß den Keil ausstoßen. (cz.)
>> | Den Keil schlägst du aus dem dem Keil. (r. u. kír.)
>> |
>> | 3) Ein Nagel wird vom anderen gestoßen. (lat.)
>> | Eine Liebe vertreibt die andere, wie ein Nagel den andern.
>> | (port.)
>> |
Sanskrit: kiila ahanyamana.h pratikiilam nirhanti = Der eingeschlagen
werdende Keil treibt den Gegenkeil heraus. (u.a.~ Stenzler 9.Aufl.
S.70 Übung 338)
Keile sind Werkzeuge.
Sinnbild: Spalten eines gefällten Baumes in Längsrichtung mit zwei
Keilen. Der zuerst eingeschlagene Keil spaltet den Stamm, klemmt jedoch
im Baum fest und der darauffolgend (im sich zeigenden Riss 'weiter
oben') angesetzte zweite Keil vergrössert den Längsriss und gibt
dadurch den vorher eingeklemmten Keil wieder frei.
Zusammengefasst: Mit *zwei* Keilen kann man einen Baum beliebiger Länge
in Längsrichtung spalten. Der zuletzt eingeschlagene Keil (verbreitert
den Riss im Baum und) gibt den zuerst eingeschlagenen Keil wieder frei
d.h.~man kann diesen ohne Werkzeugeinsatz aus dem Riss im Stamm ziehen.
Sinn des Spruchs: Zwei (wasauchimmer) arbeiten gut zusammen.
Oder: Etwas geht/folgt Hand-in-Hand, wechselt sich pausenlos ab.
> < gekürzt >
> Sanskrit: kiila ahanyamana.h pratikiilam nirhanti = Der eingeschlagen
> werdende Keil treibt den Gegenkeil heraus. (u.a.~ Stenzler 9.Aufl.
> S.70 Übung 338)
>
> Keile sind Werkzeuge.
>
> Sinnbild: Spalten eines gefällten Baumes in Längsrichtung mit zwei
> Keilen. Der zuerst eingeschlagene Keil spaltet den Stamm, klemmt jedoch
> im Baum fest und der darauffolgend (im sich zeigenden Riss 'weiter
> oben') angesetzte zweite Keil vergrössert den Längsriss und gibt
> dadurch den vorher eingeklemmten Keil wieder frei.
>
> Zusammengefasst: Mit *zwei* Keilen kann man einen Baum beliebiger Länge
> in Längsrichtung spalten. Der zuletzt eingeschlagene Keil (verbreitert
> den Riss im Baum und) gibt den zuerst eingeschlagenen Keil wieder frei
> d.h.~man kann diesen ohne Werkzeugeinsatz aus dem Riss im Stamm ziehen.
>
> Sinn des Spruchs: Zwei (wasauchimmer) arbeiten gut zusammen.
> Oder: Etwas geht/folgt Hand-in-Hand, wechselt sich pausenlos ab.
Es gibt doch auch die Redensart "auf einen Keil einen gröberen setzen"
- FR
> Hallo,
> ich habe das o.a. Sprichwort ("Ein Keil
> treibt den andern") nie gehört und
> könnte es - falls überhaupt - nur aus
> einem erklärenden Zusammenhang verstehen.
Dieses Sprichwort habe ich auch noch nie gehört.
> Es soll ja u.a. für die Homöopathie
> genutzt werden (gleiches mit gleichem
> heilen).
Hmm, im Englischen würde man da sagen "Fight Fire with Fire". Ein deutsches
Sprichwort, das dem zu 100% entspricht, fällt mir nun nicht ein. "Den
Teufel mit dem Beelzebub austreiben" paßt nicht wirklich, denn das läuft am
Ende auf das gleiche, negative Ergebnis heraus.
Hier scheint es aber eher darum zu gehen, daß am Ende etwas positives dabei
heraus kommt.
> Ist dieses Sprichwort also
> gebräuchlich und müsste man es
> eigentlich wissen?
Nein, eigentlich nicht.
Grüße,
Frank
> > Es gibt doch auch die Redensart "auf einen Keil einen gröberen setzen"
>
> Den kenne ich nun wieder nur als "auf einen groben Klotz gehört ein
> grober Keil".
Die von mir angeführte las ich gerade in den Erinnerungen von
Bismarcks Geheimdienstchef, Stieber, "Spion des Kanzlers" - FR