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ein Cappuccino - zwei...

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Ludwig Neumann

unread,
Nov 11, 2001, 8:03:45 AM11/11/01
to
Hallo,

einen Cappuccino zu bestellen ist kein Problem.
Was sage ich jedoch, wenn ich zwei haben möchte?

Der Duden (Fremdwörter, 4. Aufl) sagt: "3 Cappuccino".
Nun habe ich aber von jemandem gehört, der vorzügliche Kontakte zu einem
italienischen Kellner hat, dass die Pluralbildung "Cappuccini"
eigentlich richtig sei.
Ja was denn nun?

Ach ja: o.a. Duden sagt übrigens: ein Espresso, mehrere Espressos oder
Espressi.

Ludwig

Felix Neumann

unread,
Nov 11, 2001, 8:27:06 AM11/11/01
to
Ludwig Neumann scripsit:

> Der Duden (Fremdwörter, 4. Aufl) sagt: "3 Cappuccino".
> Nun habe ich aber von jemandem gehört, der vorzügliche Kontakte zu
> ei nem
> italienischen Kellner hat, dass die Pluralbildung "Cappuccini"
> eigentlich richtig sei.
> Ja was denn nun?

Der Plural von "Bier" ist auch "Biere" -- und trotzdem bestellt man
zwei Bier.

-fn-

Christian Seidl

unread,
Nov 11, 2001, 8:46:09 AM11/11/01
to
"Ludwig Neumann" <spamsc...@web.de> wrote in message
news:3BEE7731...@web.de...

Eben. Es kommt drauf an, wo du diesen Kaffee bestellen willst: In
Italien, ein möglichst perfektes Italienisch sprechend, oder in
Deutschland "beim Italiener" in eben derselben Absicht oder sonstwo.

1) Die italienische Pluralform ist "cappuccini". Genau so wie "espressi".

2) Da das -i im Deutschen aber nicht zu den üblichen Pluralkennzeichen
gehört, kann man entweder ungemein gebüldet tun und trotzdem das -i ver-
wenden oder dann eine dem Deutschen angemessenere Variante wählen. Und die
besteht eben nun darin, bei einem Substantiv auf -a, -i, -o, -u ein
-s hinzuzufügen, vgl.:

- Taxi-s
- Auto-s
- Mama-s

Dann hieße es: "Cappuccinos".

3) Natürlich kannst du überall auch "cappuccino" sagen, auch in Italien.
Ich kenne keine Kellner, die darauf antworten würden: "Sprachliche Banausen
bediene ich nicht".

Christian


--
Posted from pop-ls-8-3-1-dialup-165.freesurf.ch [194.230.247.165]
via Mailgate.ORG Server - http://www.Mailgate.ORG

Dietmar Kulsch

unread,
Nov 11, 2001, 8:45:02 AM11/11/01
to
Ludwig Neumann schrieb:

>
> Hallo,
>
> einen Cappuccino zu bestellen ist kein Problem.
> Was sage ich jedoch, wenn ich zwei haben möchte?
>
> Der Duden (Fremdwörter, 4. Aufl) sagt: "3 Cappuccino".

Und was sagt der Duden, wenn Du drei haben möchtest? ;-)

> Nun habe ich aber von jemandem gehört, der vorzügliche Kontakte zu einem
> italienischen Kellner hat, dass die Pluralbildung "Cappuccini"
> eigentlich richtig sei.
> Ja was denn nun?

Da ist kein Widerspruch. Die Mehrzahl von
Cappuccino ist -auf italienisch- Cappuccini.
Beim Bestellen verwenden wir Deutschen aber
für gewöhnlich die Einzahl. Wie sagen
"drei Bier", "vier Korn", "fünf Kaffee",
nicht "drei Biere", "vier Körner", "fünf Kaffees".

Yvonne Steiner

unread,
Nov 11, 2001, 9:03:03 AM11/11/01
to
> From: "Christian Seidl" <se...@indoger.unizh.ch>

> "Ludwig Neumann" <spamsc...@web.de> wrote in message
> news:3BEE7731...@web.de...
>
>> Hallo,
>>
>> einen Cappuccino zu bestellen ist kein Problem.
>> Was sage ich jedoch, wenn ich zwei haben möchte?

[...]

> oder dann eine dem Deutschen angemessenere Variante wählen. Und die
> besteht eben nun darin, bei einem Substantiv auf -a, -i, -o, -u ein
> -s hinzuzufügen,
>

> Dann hieße es: "Cappuccinos".
>
> 3) Natürlich kannst du überall auch "cappuccino" sagen, auch in Italien.
> Ich kenne keine Kellner, die darauf antworten würden: "Sprachliche Banausen
> bediene ich nicht".

Wetten dass, -> man sicher auch zwei Cola bestellen könnte.

ys

Lars Feyerabend

unread,
Nov 11, 2001, 9:05:06 AM11/11/01
to
* Ludwig Neumann <spamsc...@web.de> schrieb:

> einen Cappuccino zu bestellen ist kein Problem.
> Was sage ich jedoch, wenn ich zwei haben möchte?

Wenn du mit jemand zusammen im Lokal bist: Wir nehmen beide einen
Cappuccino. :-)

// Lars
--
Fachbegriffe der Informatik - Einfach erklärt
70: It is essential that implementations by different vendors interoperate.
Unsere proprietären Basteleien dokumentieren wir gar nicht erst.
(Sven Türpe)

coppe...@compuserve.de

unread,
Nov 11, 2001, 9:15:34 AM11/11/01
to
Ludwig Neumann schrieb:


> Hallo,
>
> einen Cappuccino zu bestellen ist kein Problem.
> Was sage ich jedoch, wenn ich zwei haben möchte?

[...]

Zwei Kapuziner, bitte.

Volker Gringmuth

unread,
Nov 11, 2001, 9:23:06 AM11/11/01
to
Ludwig Neumann (spamsc...@web.de) wrote:

> Der Duden (Fremdwörter, 4. Aufl) sagt: "3 Cappuccino".
> Nun habe ich aber von jemandem gehört, der vorzügliche Kontakte zu
> einem italienischen Kellner hat, dass die Pluralbildung
> "Cappuccini" eigentlich richtig sei.

Dann frag mal a) den DUDEN und b) einen Italiener, wie man den
Namen dieser 0,5m langen Nudeln schreibt.

vG

--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de

Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten.
Aber alle Professoren können keinen herstellen. (Schopenhauer)

Christian Seidl

unread,
Nov 11, 2001, 9:31:09 AM11/11/01
to
"Yvonne Steiner" <y...@mac.com> wrote in message
news:B81443A6.24D0D%y...@mac.com...


> >> einen Cappuccino zu bestellen ist kein Problem.
> >> Was sage ich jedoch, wenn ich zwei haben möchte?
>
> [...]
> > oder dann eine dem Deutschen angemessenere Variante wählen. Und die
> > besteht eben nun darin, bei einem Substantiv auf -a, -i, -o, -u ein
> > -s hinzuzufügen,
> >
> > Dann hieße es: "Cappuccinos".
> >
> > 3) Natürlich kannst du überall auch "cappuccino" sagen, auch in Italien.
> > Ich kenne keine Kellner, die darauf antworten würden: "Sprachliche Banausen
> > bediene ich nicht".
>
> Wetten dass, -> man sicher auch zwei Cola bestellen könnte.

Oder "zwäi Coci". Aber merkwürdigerweise habe ich bei "Cappuccino" und
"Espresso" tatsächlich das Gefühl, es müsse ein speziell gekennzeichneter
Plural stehen.


--
Posted from pop-mu-16-1-dialup-25.freesurf.ch [194.230.114.25]

Yvonne Steiner

unread,
Nov 11, 2001, 10:09:53 AM11/11/01
to
> From: "Christian Seidl" <se...@indoger.unizh.ch>

>> Wetten dass, -> man sicher auch zwei Cola bestellen könnte.
>
> Oder "zwäi Coci".

Ja, z'Züri scho!

Ich bezweifle nur, dass ein Deutscher zwei Colas bestellen würde.

> Aber merkwürdigerweise habe ich bei "Cappuccino" und
> "Espresso" tatsächlich das Gefühl, es müsse ein speziell gekennzeichneter
> Plural stehen.

Das sagt dir natürlich DUSE. ;-)

Yvonne

Dietmar Kulsch

unread,
Nov 11, 2001, 10:40:00 AM11/11/01
to
Christian Seidl schrieb:

> 2) Da das -i im Deutschen aber nicht zu den üblichen Pluralkennzeichen
> gehört, kann man entweder ungemein gebüldet tun und trotzdem das -i ver-
> wenden oder dann eine dem Deutschen angemessenere Variante wählen. Und die
> besteht eben nun darin, bei einem Substantiv auf -a, -i, -o, -u ein
> -s hinzuzufügen, vgl.:

Und wie soll man Deiner Ansicht nach umgekehrt
im Deutschen angemessen den Singular bilden,
wenn der italienische Plural ins Deutsche
eingegangen ist? "ein Zucchin...?" "ein Spaghett...?"

rp5...@rp-plus.de

unread,
Nov 11, 2001, 10:55:36 AM11/11/01
to
Yvonne Steiner schrieb:


> > From: "Christian Seidl" <se...@indoger.unizh.ch>
>
> >> Wetten dass, -> man sicher auch zwei Cola bestellen könnte.
> >
> > Oder "zwäi Coci".
>
> Ja, z'Züri scho!
>
> Ich bezweifle nur, dass ein Deutscher zwei Colas bestellen würde.

Ja. _Ein_ Deutscher würde natürlich "Eine große Cola" bestellen ...

[...]

rp5...@rp-plus.de

unread,
Nov 11, 2001, 10:59:22 AM11/11/01
to
Wolfgang Schwanke schrieb:


> Ludwig Neumann <spamsc...@web.de> wrote in
> news:3BEE7731...@web.de:

>
> > einen Cappuccino zu bestellen ist kein Problem.
> > Was sage ich jedoch, wenn ich zwei haben möchte?
>
> Kapuziner ...

In Bremen: "Zwei Pharisäer, bitte!"

Christian Seidl

unread,
Nov 11, 2001, 11:17:36 AM11/11/01
to
"Dietmar Kulsch" <dk.n...@kulsch.de> wrote in message
news:3BEE9BD0...@kulsch.de...

Ein Stück Zucchini...
Und punkto <Spagetti> (sic!):
1) isst man immer nur mehrere dieser Fäden. Die Einzahl ist also entbehrlich.
2) Wir sind geübte Esser; höchstens einem Kind fällt mal eins runter.
Und die Gören dürfen dann schon sagen: "Mir ist ein Spagetti auf den
Perser gefallen". Dann bringt man ihnen bei, wie man richtig isst und
das Problem ist auch gelöst.
3) Im 1. Weltkrieg wurden Makkaroni auch als "Treubruchnudeln"
bezeichnet. Diesen schönen Ausdruck könnte man ja wiederbeleben.

Scherz beiseite: *ich* sage hemmungslos, wenn's denn nötig sein
sollte: "Spaghetti" und "Zucchetti" ("Zucchini" kennt man hier zu Lande
nicht).

Christian


--
Posted from pop-zh-22-2-dialup-196.freesurf.ch [194.230.173.196]

Gernot Katzer

unread,
Nov 11, 2001, 1:17:58 PM11/11/01
to
Dietmar Kulsch wrote:

> Und wie soll man Deiner Ansicht nach umgekehrt
> im Deutschen angemessen den Singular bilden,
> wenn der italienische Plural ins Deutsche
> eingegangen ist? "ein Zucchin...?" "ein Spaghett...?"


Habe Dein Posting erst gesehen, nachdem ich meines
abgesetzt hatte. Die Antwort ist natuerlich klar:
Die Singularformen existieren im Italienischen, also nimmt
man sie von dort. Das ist nicht ganz trivial, da ein
Plural auf -i im Italienischen einem Singular auf -o
oder -e entsprechen kann. In den obigen Faellen ist -o
richtig.


--
Gernot Katzer
Alles ueber Gewuerze im Web: http://www-ang.kfunigraz.ac.at/~katzer/germ

Gernot Katzer

unread,
Nov 11, 2001, 1:14:16 PM11/11/01
to
Volker Gringmuth wrote:

> Dann frag mal a) den DUDEN und b) einen Italiener, wie man den
> Namen dieser 0,5m langen Nudeln schreibt.


Da haben wir gleich ein doppeltes sprachliches Problem: Erstens
die NRS-Perversion "Spadschetti" und zweitens die Tatsache,
dasz dieses Wort dem Deutschsprachigen fast nur im Plural
bekannt ist -- "mir ist gerade ein _spaghetto_ von der Gabel
gefallen" klingt wohl recht eigenartig.

Ganz verwirrend ist es ja bei den Zucchini. Im Italienischen
ist das Wort zumeist feminin (la zucchina - le zucchine),
es gibt aber eine maskuline Nebenform (lo zucchino -- gli zucchini).
Weisz eigentlich jemand, warum das _h_ hier die NRS ueberlebt hat,
auszer "weil es so ist"?

Christian Seidl

unread,
Nov 11, 2001, 1:30:07 PM11/11/01
to
"Gernot Katzer" <gernot...@kfunigraz.ac.at> wrote in message
news:3BEEBFF8...@kfunigraz.ac.at...

> Volker Gringmuth wrote:
>
> > Dann frag mal a) den DUDEN und b) einen Italiener, wie man den
> > Namen dieser 0,5m langen Nudeln schreibt.
>
>
> Da haben wir gleich ein doppeltes sprachliches Problem: Erstens
> die NRS-Perversion "Spadschetti" und zweitens die Tatsache,
> dasz dieses Wort dem Deutschsprachigen fast nur im Plural
> bekannt ist

...und fast nur im Plural gebraucht wird...

-- "mir ist gerade ein _spaghetto_ von der Gabel
> gefallen" klingt wohl recht eigenartig.
>
> Ganz verwirrend ist es ja bei den Zucchini. Im Italienischen
> ist das Wort zumeist feminin (la zucchina - le zucchine),
> es gibt aber eine maskuline Nebenform (lo zucchino -- gli zucchini).
> Weisz eigentlich jemand, warum das _h_ hier die NRS ueberlebt hat,
> auszer "weil es so ist"?

Vielleicht weil sie nur gut integrierte Entlehnungen eindeutschen
wollten?

Christian


--
Posted from pop-ls-9-4-2-dialup-244.freesurf.ch [194.230.244.244]

Tassilo Halbritter

unread,
Nov 11, 2001, 2:01:23 PM11/11/01
to
In article <Xns9156AE1CE20...@10.0.1.30>, Wolfgang Schwanke
<URL:mailto:BITTELOES...@snafu.de> wrote:
> rp5...@rp-plus.de wrote in news:3BEEA05A...@rp-plus.de:
> Pharisäer kommt aus Friesland ... Außerdem sind die kulinarischen
> Differenzen zwischen Pharisäer und Kapuziner nicht zu unterschätzen.
>

Ein Kapuziner(pater) und ein Rabbiner sitzen zufällig an benachbarten
Tischen in einem Wiener Kaffeehaus. Um den Kapuziner zu ärgern be-
stellt der Rabbiner beim Ober recht lautstark 'einen Kapuziner'.
Die Rache des Kapuziners folgt sofort, denn er ruft: 'Herr Ober,
einen Rabbiner!'
Auf die Frage des Obers, was denn das sein solle, antwortet er:
'Das gleiche wie ein Kapuziner, nur mit weniger Haut!'

--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Religio bedeutet eigentlich soviel wie Aberglauben,
| | | |_| | Gewissensbisse, Frömmelei. Wer 'religiosus' ist ver-
| | | _ | brennt Hexen und nagelt bei Gewitter eine Eule an
|_|a |_| |_|a seine Haustür." (H.U.Geisler in desd)

Volker Gringmuth

unread,
Nov 11, 2001, 2:26:13 PM11/11/01
to
Gernot Katzer (gernot...@kfunigraz.ac.at) wrote:

[Zucchini]


> Weisz eigentlich jemand, warum das _h_ hier die NRS ueberlebt hat,
> auszer "weil es so ist"?

Ganz einfach: Im Deutschen werden die Dinger nicht "Zuckini" genannt,
sondern "Zuchini", mit ach-Laut. Und dafür ist ein h unerlässlich.

vG

--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de

"...bin mal gespannt, wie du von einer E-Mail booten willst." ("Frank" in defbm
auf die Bemerkung, Disketten seien durch E-Mail überflüssig geworden)

Andreas Karrer

unread,
Nov 11, 2001, 2:50:17 PM11/11/01
to
Volker Gringmuth <news...@volker-gringmuth.de> wrote:

> [Zucchini]
>> Weisz eigentlich jemand, warum das _h_ hier die NRS ueberlebt hat,
>> auszer "weil es so ist"?
>
> Ganz einfach: Im Deutschen werden die Dinger nicht "Zuckini" genannt,
> sondern "Zuchini", mit ach-Laut. Und dafür ist ein h unerlässlich.

Jemand möchte mir bittebitte jetzt sofffort sagen, ob die Aussprache
mit ach-Laut ein Scherz oder aber ein Scherzo ist.

- Andi

Joachim Pense

unread,
Nov 11, 2001, 3:05:52 PM11/11/01
to
Volker Gringmuth:

> Gernot Katzer (gernot...@kfunigraz.ac.at) wrote:
>
> Ganz einfach: Im Deutschen werden die Dinger nicht "Zuckini" genannt,
> sondern "Zuchini", mit ach-Laut. Und dafür ist ein h unerlässlich.

Ich höre immer nur "Sutschini". Und daran ist das h nicht nur unerlässlich,
sondern auch noch Ursache.

>
> vG
>

--
Joachim

Christian Seidl

unread,
Nov 11, 2001, 3:21:42 PM11/11/01
to
"Andreas Karrer" <Andreas...@Switzerland.org> wrote in message
news:slrn9utljp.15m...@irgendwo.switzerland.org...

Bei unseren deutschen Freunden weiß man ja nie: viele sprechen ja
auch ['çile], also mit "ich-Laut", aus, weil sie "Chile" geschrieben sehen.
Dies trifft zu in praktisch der gesamten Nord-Hälfte (das Rheinland
lassen wir mal außen vor). Warum also nicht auch Zucchini?

Christian

--
Posted from pop-mu-19-2-dialup-25.freesurf.ch [194.230.21.25]

Felix Neumann

unread,
Nov 11, 2001, 3:52:50 PM11/11/01
to
Andreas Karrer scripsit:


> Jemand möchte mir bittebitte jetzt sofffort sagen, ob die
> Aussprache mit ach-Laut ein Scherz oder aber ein Scherzo ist.

Meine Oma sagt "Zuschienie".

-fn-

rp5...@rp-plus.de

unread,
Nov 11, 2001, 4:00:17 PM11/11/01
to
Christian Seidl schrieb:


> "Gernot Katzer" <gernot...@kfunigraz.ac.at> wrote in message
> news:3BEEBFF8...@kfunigraz.ac.at...
>
> > Volker Gringmuth wrote:
> >
> > > Dann frag mal a) den DUDEN und b) einen Italiener, wie man den
> > > Namen dieser 0,5m langen Nudeln schreibt.
> >
> >
> > Da haben wir gleich ein doppeltes sprachliches Problem: Erstens
> > die NRS-Perversion "Spadschetti" und zweitens die Tatsache,
> > dasz dieses Wort dem Deutschsprachigen fast nur im Plural
> > bekannt ist
>
> ...und fast nur im Plural gebraucht wird...
>
> -- "mir ist gerade ein _spaghetto_ von der Gabel
> > gefallen" klingt wohl recht eigenartig.
> >
> > Ganz verwirrend ist es ja bei den Zucchini. Im Italienischen
> > ist das Wort zumeist feminin (la zucchina - le zucchine),
> > es gibt aber eine maskuline Nebenform (lo zucchino -- gli zucchini).
> > Weisz eigentlich jemand, warum das _h_ hier die NRS ueberlebt hat,
> > auszer "weil es so ist"?
>
> Vielleicht weil sie nur gut integrierte Entlehnungen eindeutschen
> wollten?

Falsch.
Wir haben/kriegen doch jetzt ein neues Einbürgerungsrecht ...
Gilt für alle, außer für falsche Fuffziger ... <g>

Oliver Gassner

unread,
Nov 11, 2001, 4:43:35 PM11/11/01
to
On Sun, 11 Nov 2001 14:03:45 +0100, Ludwig Neumann
<spamsc...@web.de> wrote:

>Hallo,
>
>einen Cappuccino zu bestellen ist kein Problem.
>Was sage ich jedoch, wenn ich zwei haben möchte?

- 2 Tassen CCappucino ;)
- 2 Cappucino

(Oder bestellst Du 'Zwei Kaffees', 'zwei Biere' *würg* oder '2 Bier'
(eher)? )

Also: 'Zwei Cappucino, bitte'.

OG

Oliver Gassner

unread,
Nov 11, 2001, 4:49:35 PM11/11/01
to
On Sun, 11 Nov 2001 13:46:09 +0000 (UTC), "Christian Seidl"
<se...@indoger.unizh.ch> wrote:

>1) Die italienische Pluralform ist "cappuccini". Genau so wie "espressi".

Warum wiederholen dann manche (italienische Kellner? Oder sind es
Griechen oder was auch immer von südlich der Alpen:)

"1 Expresso."

(Anders: Gibt es n Lanbd in dem espresso 'expresso' heisst?)

OG

Yvonne Steiner

unread,
Nov 11, 2001, 5:02:18 PM11/11/01
to
> From: Oliver Gassner <oli-...@web.de>

> (Anders: Gibt es n Land in dem espresso 'expresso' heisst?)
>
Am ehesten wohl Deutschland; dort kennt man doch auch die "Expressobar".

ys

F W Drijver

unread,
Nov 11, 2001, 5:20:11 PM11/11/01
to
Guten Abend,

wenn man die Cappucino nicht bestellt, aber -nach dem Genuss- bezahlen
moechte.

Dann koennte man sagen: Herr Ober, ich zahle die vier Cappucini (Cappucinos,
oder Cappucino),
meion Kollege bezahlt die zwei Roemersalate.

Oder ?

Bei uns im hollaendischen ist es einfacher: da verkleinert man so was und
schreibt, sagt, bestellt, zahlt es
dann in Mehrzahl

Herr Ober ich moecht die vier biertjes (Bierchen Mz), colaatjes (Colaechen
??) bezahlen.


Mit freundlichen Gruessen, Frans


Christian Seidl <se...@indoger.unizh.ch> schreef in berichtnieuws
eb1aab2ab6eadd7214...@mygate.mailgate.org...

Michael Pronay

unread,
Nov 11, 2001, 5:23:09 PM11/11/01
to
dk.n...@kulsch.de (Dietmar Kulsch) wrote:

>Wie sagen "drei Bier", "vier Korn", "fünf Kaffee", nicht "drei
>Biere", "vier Körner",

^^^^^^^^^^^

Der ist hübsch!

>"fünf Kaffees".

Wenn wir fünf Kaffeehäuser meinen, dann ja: 5 Cafés.

M.

Claudia Bartsch

unread,
Nov 11, 2001, 6:07:52 PM11/11/01
to
Hallo Christian,

Christian Seidl wrote:

> > Jemand möchte mir bittebitte jetzt sofffort sagen, ob die Aussprache
> > mit ach-Laut ein Scherz oder aber ein Scherzo ist.
>
> Bei unseren deutschen Freunden weiß man ja nie: viele sprechen ja
> auch ['çile], also mit "ich-Laut", aus, weil sie "Chile" geschrieben sehen.
> Dies trifft zu in praktisch der gesamten Nord-Hälfte (das Rheinland
> lassen wir mal außen vor). Warum also nicht auch Zucchini?

Dein Verglelich hinkt. Das würde nämlich bedeuten, dass du "Kile"
sprichst analog zu "Zukini". Es heißt aber allenfalls "Tschile".
Und auch Chile mit ich-Laut ist in Ordnung. Genauso wie China und
Chemie. Von mir aus auch Schina/Schemie und Kina/Kemie (wobei es mir bei
letzerem fast die Fußnägel aufrollt ;-)

Gruß
|C|

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 11, 2001, 6:12:14 PM11/11/01
to
Andreas Karrer schrieb:

Warum sollte das der Fall sein? Zu "Zucchini" habe ich schon die
unterschiedlichsten Aussprachen gehört. Ich sage etwa "Sutschini", was
AFAIK zumindest nicht völlig abstrus ist.

Kürbischen. Nur, das sprechen die Leute dann auch bald mit "sch" aus...

- Sebastian

--
Alle verwendeten Warenzeichen sind Eigentum ihrer jeweiligen Eigentümer.

Christian Seidl

unread,
Nov 11, 2001, 7:42:50 PM11/11/01
to
"Claudia Bartsch" <cabah...@compuserve.de> wrote in message
news:3BEF04C8...@compuserve.de...

Der Vergleich hinkt nur, wenn man (oder im konkreten Falle: frau) ihn
falsch versteht (oder gar nicht). Was "Zucchini" und "Chile" gemeinsam
ist (und demzufolge einen Vergleich gestattet), ist die (norddeutsche)
Aussprache nach der Schreibung - unbekümmert um die Tatsache, dass es
sich um Wörter aus fremden Sprachen handelt, in denen man die Kombination
<ch> vielleicht nicht so wie im Deutschen ausspricht.

BTW: Uns Sprechern aus dem süddeutschen Raume rollt es die Fußnägel
samt Hühneraugen auf, wenn wir von "Schemie" reden hören...;-)

Christian


--
Posted from pop-mu-11-2-dialup-216.freesurf.ch [194.230.150.216]

Oliver Gassner

unread,
Nov 12, 2001, 9:46:55 AM11/12/01
to
On Sun, 11 Nov 2001 23:02:18 +0100, Yvonne Steiner <y...@mac.com>
wrote:

>> From: Oliver Gassner <oli-...@web.de>
>
>> (Anders: Gibt es n Land in dem espresso 'expresso' heisst?)
>>
>Am ehesten wohl Deutschland; dort kennt man doch auch die "Expressobar".

Das war der punkt, ein deutschgebürtiger Keller hat mir bisher
seltenst 'Expresso' serviert sondern fast immer Espresso. (wenn auch
ohne gerolltres r)

Deshalb die Frage.

Reinhard Gonaus

unread,
Nov 11, 2001, 4:12:25 PM11/11/01
to
On Mon, 12 Nov 2001 00:42:50 +0000 (UTC), "Christian Seidl"
<se...@indoger.unizh.ch> wrote:


>
>BTW: Uns Sprechern aus dem süddeutschen Raume rollt es die Fußnägel
>samt Hühneraugen auf, wenn wir von "Schemie" reden hören...;-)
>

Aber nein!
Uns steigen die Grausbirn auf, allenfalls stellt's uns die Haar' auf.

Reinhard
--
Wenn wir einander anschauen,
lachst du zuerst, als hätte ich dich
bei etwas ertappt, dessen du dich
nicht schämst.

Boris Gerlach

unread,
Nov 12, 2001, 10:21:08 AM11/12/01
to

Reinhard Gonaus wrote:
>
> On Mon, 12 Nov 2001 00:42:50 +0000 (UTC), "Christian Seidl"
> <se...@indoger.unizh.ch> wrote:
>
> >
> >BTW: Uns Sprechern aus dem süddeutschen Raume rollt es die Fußnägel
> >samt Hühneraugen auf, wenn wir von "Schemie" reden hören...;-)

Aber _Kemie_ mit hartem "K" ist sicher auch falsch oder.

Chemie wie Chile.

Gruß
Boris

Boris Gerlach

unread,
Nov 12, 2001, 10:26:02 AM11/12/01
to

Ich fragte mal jemanden der immer Expresso sagte warum er diesen
MUSEN Unsinn so formulieren würde.
Er meinte das käme von express sprich das Wasser wird nicht
langsam durch das Kaffepulver gefiltert sondern schnell (express)
durch das Pulver gedrückt ca. 30 sec.

Könnte das tatsächlich einen Sinn ergeben?

BGE

Tobias Pfaff

unread,
Nov 12, 2001, 11:21:03 AM11/12/01
to
"Christian Seidl" <se...@indoger.unizh.ch> schrieb am Sun, 11 Nov 2001
16:17:36:

> Und punkto <Spagetti> (sic!):
> 1) isst man immer nur mehrere dieser Fäden. Die Einzahl ist also entbehrlich. [..]


> Scherz beiseite: *ich* sage hemmungslos, wenn's denn nötig sein
> sollte: "Spaghetti" und "Zucchetti" ("Zucchini" kennt man hier zu Lande
> nicht).

Bis hierhin einverstanden. Unschön wird das dann bei Einzahlbildungen,
die auf Personen bezogen sind:

"der Mafiosi", "der Paparazi", "der Tifosi" - oh Graus.

Ich bin durchaus der Meinung, daß man hier die grammatikalisch
richtigen Formen aus der Ursprungssprache verwenden darf. Wer die
genannten Beispiele verwendet, zeigt, daß er die Bedeutung der Worte
nicht kennt.

--
Tobias Pfaff
Bochum

Andreas Hillebrandt

unread,
Nov 12, 2001, 11:19:24 AM11/12/01
to
Tobias Pfaff schrieb:


> "der Mafiosi", "der Paparazi", "der Tifosi" - oh Graus.
>
> Ich bin durchaus der Meinung, daß man hier die grammatikalisch
> richtigen Formen aus der Ursprungssprache verwenden darf. Wer die
> genannten Beispiele verwendet, zeigt, daß er die Bedeutung der Worte
> nicht kennt.

Hallo Tobias,
Und? Porte-monnaie und Mayonaise werden inzwischen auch eingedeutscht
vergewaltigt. Also darf man sowas auch mit italienischen Begriffen. Da
bestehe ich drauf. Ein Mafiosi ist eben ein Mafiosi.

Grinsend
Andreas

George Gindi

unread,
Nov 12, 2001, 12:55:39 PM11/12/01
to
Hallo Ludwig,

Ludwig Neumann wrote:
>
> Hallo,
>
> einen Cappuccino zu bestellen ist kein Problem.
> Was sage ich jedoch, wenn ich zwei haben möchte?

Da ja die meisten Nuancen bereits ausdiskutiert sind, folgender
Vorschlag:

Ehrwürdiger Kellner, hätten Sie bitte die Güte mir/(uns) zwei
Tassen Kaffee auf die italienische Herstellungsmethode à la
Cappuccino zu bringen. Falls du in einem gepflegten
Etablissement bist, folgt dann die Frage, ob er mit geschäumter
Milch oder mit Sahne bereitet werden soll. Allerdings ist es in
Italien legetim due Cappuccini zu sagen. ;)

mfG

George


--
////
(o -) http://www.gindi.de/
-oOO-(_)-OOo----------------------------------

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 12, 2001, 12:56:22 PM11/12/01
to
Andreas Hillebrandt schrieb:

> Tobias Pfaff schrieb:
>
>> "der Mafiosi", "der Paparazi", "der Tifosi" - oh Graus.
>>
>> Ich bin durchaus der Meinung, daß man hier die grammatikalisch
>> richtigen Formen aus der Ursprungssprache verwenden darf. Wer die
>> genannten Beispiele verwendet, zeigt, daß er die Bedeutung der Worte
>> nicht kennt.
>
> Hallo Tobias,
> Und? Porte-monnaie und Mayonaise werden inzwischen auch eingedeutscht
> vergewaltigt.

Du meinst natürlich "Mayonnaise". Macht nichts, kann ja mal vorkommen.
Ja, was ist denn mit denen? Hier liegt doch der Fall vor, daß die
Deutschen, was eigentlich ja nicht sein müßte, einen fremdsprachlichen
Plural kultiviert haben, und der ungewöhnliche Singular in den Ohren
vieler Menschen, denen schon die leiseste Spur von Bildungsbürgertum
suspekt ist, verschmockt klingt.

Außerdem habe ich schon gehört: Ein Spaghett.

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 12, 2001, 12:59:55 PM11/12/01
to
Benedikt Hotze schrieb:

> Sebastian Koppehel <ba...@bastisoft.de> wrote:
>
>> Warum sollte das der Fall sein? Zu "Zucchini" habe ich schon die
>> unterschiedlichsten Aussprachen gehört. Ich sage etwa "Sutschini", was
>> AFAIK zumindest nicht völlig abstrus ist.
>

> Doch, es ist vollkommen abstrus.

Ok, stimmt. Mir trotzdem wurscht, ich sage ja auch "Scharmützel",
nicht wahr.

Michael Pronay

unread,
Nov 12, 2001, 2:12:59 PM11/12/01
to
Boris....@alcatel.de (Boris Gerlach) wrote:

>Ich fragte mal jemanden der immer Expresso sagte warum er diesen
>MUSEN Unsinn so formulieren würde. Er meinte das käme von express
>sprich das Wasser wird nicht langsam durch das Kaffepulver
>gefiltert sondern schnell (express) durch das Pulver gedrückt ca.
>30 sec.
>
>Könnte das tatsächlich einen Sinn ergeben?

Freilich, das erklärt den (in Italien entstandenen) "espresso"
perfekt. (War ja auch nicht weiter schwer, oder?)

M.

Michael Pronay

unread,
Nov 12, 2001, 2:14:41 PM11/12/01
to
Boris....@alcatel.de (Boris Gerlach) wrote:

>Aber _Kemie_ mit hartem "K" ist sicher auch falsch oder.

"Kemie" ist mitnichten falsch sondern - als Variante - völlig
richtig.

>Chemie wie Chile.

Hä? "Tschemie" wie "Tschile"? Never ever.

M.

Michael Pronay

unread,
Nov 12, 2001, 2:17:21 PM11/12/01
to
Tobias...@ruhr-uni-bochum.de (Tobias Pfaff) wrote:

>Unschön wird das dann bei Einzahlbildungen, die auf Personen
>bezogen sind: "der Mafiosi", "der Paparazi", "der Tifosi" - oh
>Graus.

Nicht nur Graus, totaler Quatsch.

>Ich bin durchaus der Meinung, daß man hier die grammatikalisch
>richtigen Formen aus der Ursprungssprache verwenden darf.

Na selbstverständlich.

>Wer die genannten Beispiele verwendet, zeigt, daß er die Bedeutung
>der Worte nicht kennt.

Sowieso.

M.

Michael Pronay

unread,
Nov 12, 2001, 2:18:46 PM11/12/01
to
ahi...@stud.uni-goettingen.de (Andreas Hillebrandt) wrote:

>Da bestehe ich drauf. Ein Mafiosi ist eben ein Mafiosi.

Klar. Und Chianti wird Tschianti ausgesprochen, da komme was wolle.

M.

Michael Pronay

unread,
Nov 12, 2001, 2:43:53 PM11/12/01
to
wo...@snafu.de (Wolfgang Schwanke) wrote:

>Laut http://www.carmen-koffie.nl/ kommt "espresso" wegen der
>ausgedrückten Kaffeebohnen vom italieninischen Verb "espressare",

Mit Verlaub: An dieser Etymologie dürfen Zweifel angemeldet werden.

M.

Boris Gerlach

unread,
Nov 12, 2001, 3:11:58 PM11/12/01
to
Michael Pronay wrote:

> >Könnte das tatsächlich einen Sinn ergeben?
>
> Freilich, das erklärt den (in Italien entstandenen) "espresso"
> perfekt. (War ja auch nicht weiter schwer, oder?)

Also in Zukunft: Einen Expresso, aber espress!

> M.
BGE

Boris Gerlach

unread,
Nov 12, 2001, 3:16:05 PM11/12/01
to
Michael Pronay wrote:
>
> >Chemie wie Chile.
>
> Hä? "Tschemie" wie "Tschile"? Never ever.

Ch.. Ch.. Chile, Chemie, ohne Ts vorne dran.
Wie Kaninchen.
^^
Ist das so schwer?

>
> M.
BGE

Helmut

unread,
Nov 12, 2001, 3:36:45 PM11/12/01
to

"Felix Neumann" <felix....@inka.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9sm1rp.3...@c42a.thalion.inka.de...
> Ludwig Neumann scripsit:

>
> > Der Duden (Fremdwörter, 4. Aufl) sagt: "3 Cappuccino".
> > Nun habe ich aber von jemandem gehört, der vorzügliche Kontakte zu
> > ei nem
> > italienischen Kellner hat, dass die Pluralbildung "Cappuccini"
> > eigentlich richtig sei.
> > Ja was denn nun?

> Der Plural von "Bier" ist auch "Biere" -- und trotzdem bestellt man
> zwei Bier.
>
> -fn-

In der deutschen Sprache kann alles genau ausgedrückt werden:
Richtig heißt es Ein Glas Bier / 3 Gläser Bier abgekürzt 3 ... Bier
Es sei denn, es werden 3 verschiedene Sorten bestellt. Dann heißt es 3
Gläser Biere.
Wenn jedoch nur ein Glas mit verschieden Biersorten gewünscht wird, dann
heißt es:
Ein Glas Biere oder kurz "ein Biere". (etwas ungewohnt, weil selten
gewünscht)
Sollte ein kleines Glas Bier gewünscht werden, ruft man: ein kleines ...
Bier. Falsch wäre m.E. : ein Bierchen

Helmut


rp5...@rp-plus.de

unread,
Nov 12, 2001, 5:02:52 PM11/12/01
to
Michael Pronay schrieb:

Expressis verbis: Du glaups dat nich ...

Kerstin Lenz

unread,
Nov 12, 2001, 5:12:47 PM11/12/01
to
Hallo!

Michael Pronay wrote:
>
> Klar. Und Chianti wird Tschianti ausgesprochen, da komme was wolle.

Ich bilde mir, noch grausigeres zu kennen. Ich habe eine
gute Freundin (mit der zusammen ich auch noch oft koche),
die immer Zucchini als "Sutschini" ausspricht.


Kerstin

rp5...@rp-plus.de

unread,
Nov 12, 2001, 8:50:01 PM11/12/01
to
Wiglaf Bender schrieb:

[...]

> Trotzdem ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, von einem Mafiosi,
> von "Schile" und "Zuchini" zu reden und zu schreiben.

Du kanst auch von einem "Buß", einem "Färnseher" und einem "Fahrad"
reden und schreiben. Letzteres hat die Schnapsmarke "Hulstkamp - hilft
dem Vater auf das Fahrad" in den Sechzigern vorgemacht ...

rp5...@rp-plus.de

unread,
Nov 12, 2001, 8:51:19 PM11/12/01
to
Wiglaf Bender schrieb:

> George Gindi wrote this:

> >
> > Ehrwürdiger Kellner, hätten Sie bitte die Güte mir/(uns) zwei
> > Tassen Kaffee auf die italienische Herstellungsmethode à la
> > Cappuccino zu bringen.
>
> Warum nicht das naheliegendste Wort, also die Übersetzung, verwenden?

Weil das nächstliegende Wort näher liegt. (SCNR)

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 12, 2001, 8:45:34 PM11/12/01
to
Kerstin Lenz schrieb:

Das ist nicht das schlimmste, was italienischem Gemüse passieren kann.
Was manche Leute - du und ich natürlich nicht, aber manche Leute - aus
"rapa càvolo" machen, spottet jeder Beschreibung.

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 12, 2001, 8:49:10 PM11/12/01
to
Wiglaf Bender schrieb:

> Michael Pronay wrote this:


>> Boris....@alcatel.de (Boris Gerlach) wrote:
>>
>>> Er meinte das käme von express sprich das Wasser wird nicht langsam
>>> durch das Kaffepulver gefiltert sondern schnell (express) durch das
>>> Pulver gedrückt ca. 30 sec.
>>>
>>> Könnte das tatsächlich einen Sinn ergeben?
>
>> Freilich, das erklärt den (in Italien entstandenen) "espresso"
>> perfekt.
>

> Unsinn. "Espresso" heißt, weil auf die Zubereitungsmethode anspielend,
> übersetzt "Ausgedrückter".

Unsinn, "Espresso" heißt "extra, eigens" und bezeichnet einen eigens
für den Gast hergestellten Kaffee.

Yvonne Steiner

unread,
Nov 13, 2001, 2:17:04 AM11/13/01
to
> From: wig...@nexgo.de (Wiglaf Bender)

> Warum Angelsachsen ihre quadratischen Butterbrote schräg
> zu Dreiecken statt, wie die Kontinentalaltweltler, längs zu Rechtecken
> schneiden, außerdem.

Du vergisst das Design.

In ein dreieckig geschnittenes Sandwich zu beissen ist doch geradezu
erotisch ;-)
Ausserdem kann man sie auf einer Platte viel hübscher präsentieren.
Das Auge isst mit!

ys

Michael Pronay

unread,
Nov 13, 2001, 2:48:03 AM11/13/01
to
ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) wrote:

>> Unsinn. "Espresso" heißt, weil auf die Zubereitungsmethode
>> anspielend, übersetzt "Ausgedrückter".
>
>Unsinn, "Espresso" heißt "extra, eigens" und bezeichnet einen
>eigens für den Gast hergestellten Kaffee.

Und espresso bedeutet "schnell, rasch, eil-".

M.

rp5...@rp-plus.de

unread,
Nov 13, 2001, 2:54:24 AM11/13/01
to
Yvonne Steiner schrieb:


> > From: wig...@nexgo.de (Wiglaf Bender)
>
> > Warum Angelsachsen ihre quadratischen Butterbrote schräg
> > zu Dreiecken statt, wie die Kontinentalaltweltler, längs zu Rechtecken
> > schneiden, außerdem.
>
> Du vergisst das Design.
>
> In ein dreieckig geschnittenes Sandwich zu beissen ist doch geradezu
> erotisch ;-)

Jäzz weiß ich äntlich, was man in der Schweiz unter "Erotik" verstäht
...

> Ausserdem kann man sie auf einer Platte viel hübscher präsentieren.
> Das Auge isst mit!

Ich mag keine Mitesser ...

Yvonne Steiner

unread,
Nov 13, 2001, 3:30:59 AM11/13/01
to
> From: rp5...@rp-plus.de

> Jäzz weiß ich äntlich, was man in der Schweiz unter "Erotik" verstäht

Diese *Unsprache ganz bestimmt nicht.

rp5...@rp-plus.de

unread,
Nov 13, 2001, 5:09:19 AM11/13/01
to
Yvonne Steiner schrieb:


> > From: rp5...@rp-plus.de
>
> > Jäzz weiß ich äntlich, was man in der Schweiz unter "Erotik" verstäht
>
> Diese *Unsprache ganz bestimmt nicht.

Wänn Du mirs Schwyzerdütsch beibringsch, bring' ich Dir - sagen wir -
das Fliegen bei. Natürlich im Sinne der Erica Jong ... <dreckiggrins>

Jan Venghaus

unread,
Nov 13, 2001, 5:03:54 AM11/13/01
to

Sebastian Koppehel <ba...@bastisoft.de> schrieb in im Newsbeitrag:
uvtps9...@bastisoft.de...

>
> Das ist nicht das schlimmste, was italienischem Gemüse passieren kann.
> Was manche Leute - du und ich natürlich nicht, aber manche Leute - aus
> "rapa càvolo" machen, spottet jeder Beschreibung.
>
"Ich nehm' die Gnokki" - "Bist Du blöd, das heißt Njotschi!" *gg*

Gruß,
Jan

Jan Venghaus

unread,
Nov 13, 2001, 5:17:03 AM11/13/01
to

Wiglaf Bender <wig...@nexgo.de> schrieb in im Newsbeitrag:
8Cmz02D8N...@nexgo.de...
> Auf die korrekte Aussprache und Beugung von Mafioso, Chile und
Zucchino
> in der Ursprungssprache hinzuweisen ist lehrreich und ehrenwert.

> Trotzdem ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, von einem Mafiosi,
> von "Schile" und "Zuchini" zu reden und zu schreiben.
>
> Wer das mit "Igitt" quittiert, ist ein Besserwisser und wird mit dem
> Zwang zur ausschließlichen Benutzung der Orginalversionen aller
> Fremdwörter und Geographienamen verurteilt.
>
Wir Norddeutschen wissen aber nun mal, wie es korrekt heißen muß:
Zuchini wie Fluchzeuch vorne und Chile wie Fluchzeuch hinten. :-))

Gruß aus Hamburch,
Jan

Gernot Katzer

unread,
Nov 13, 2001, 5:19:16 AM11/13/01
to
Volker Gringmuth wrote:

> Ganz einfach: Im Deutschen werden die Dinger nicht "Zuckini" genannt,
> sondern "Zuchini", mit ach-Laut. Und dafür ist ein h unerlässlich.


Hier in Nordslowenien ;-) nicht.


--
Gernot Katzer
Alles ueber Gewuerze im Web: http://www-ang.kfunigraz.ac.at/~katzer/germ

Yvonne Steiner

unread,
Nov 13, 2001, 5:30:15 AM11/13/01
to
> From: "Jan Venghaus" <janve...@hotmail.com>

> Wir Norddeutschen wissen aber nun mal, wie es korrekt heißen muß:
> Zuchini wie Fluchzeuch vorne und Chile wie Fluchzeuch hinten. :-))

Wenn man "Zucchini" richtig schreiben würde, käme man aber überhaupt nicht
auf diese norddeutsche Aussprache.

Yvonne Steiner

Jan Venghaus

unread,
Nov 13, 2001, 5:30:19 AM11/13/01
to

Ludwig Neumann <spamsc...@web.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3BEE7731...@web.de...
>Hallo,

>einen Cappuccino zu bestellen ist kein Problem.
>Was sage ich jedoch, wenn ich zwei haben möchte?

>Der Duden (Fremdwörter, 4. Aufl) sagt: "3 Cappuccino".
>Nun habe ich aber von jemandem gehört, der vorzügliche Kontakte zu
einem
>italienischen Kellner hat, dass die Pluralbildung "Cappuccini"
>eigentlich richtig sei.
>Ja was denn nun?

Es ist immer wieder erstaunlich, wie das Verzehren der vorher bestellten
"Pizzas" oder "Pizzen" zum Diskutieren über den korrekten Plural des
abschließenden Cappucinos inspiriert ;-)

Gruß,
Jan

Gernot Katzer

unread,
Nov 13, 2001, 6:09:51 AM11/13/01
to
Wolfgang Schwanke wrote:

> Laut http://www.carmen-koffie.nl/ kommt "espresso" wegen der ausgedrückten

> Kaffeebohnen vom italieninischen Verb "espressare", welches seinerseits auf
> lat. "exprimere" zurückgeht. "Express" geht ebenfalls auf "exprimere"
> zurück, hat aber eine ganz andere Bedeutungswandlung erfahren.

Ich weisz jetzt nicht, ob es Kluge oder Pfeiffer war, aber in einem der beiden
habe ich gelesen, dasz zum Zeitpunkt der Erfindung des Espressos die
Bedeutung "auspressen" fuer diese Wortfamilie im Italienischen weitgehend
ausgestorben gewesen sei. Aus diesem Grund, so argumentiert er weiter,
sei die Ableitung von "express" = "schnell" viel wahrscheinlicher.

Gernot Katzer

unread,
Nov 13, 2001, 6:06:19 AM11/13/01
to
Sebastian Koppehel wrote:

> Ich sage etwa "Sutschini", was
> AFAIK zumindest nicht völlig abstrus ist.


Es ist abstrus. Das _h_ steht genau deshalb dort, damit Du nicht
_tsch_ sonder _k_ sagst.


> Kürbischen. Nur, das sprechen die Leute dann auch bald mit "sch" aus...


Ich habe keinen Ueberblick ueber binnendeutsche Sprachsitten, und
kann daher nur hoffen, Du scherzest.

Gernot Katzer

unread,
Nov 13, 2001, 5:46:39 AM11/13/01
to
Joachim Pense wrote:

> Ich höre immer nur "Sutschini". Und daran ist das h nicht nur unerlässlich,
> sondern auch noch Ursache.


Nein, falsch.

Im Italienischen werden c und g vor hellem Vokal palatal, sonst
guttural gesprochen:
amico -- "amiko"
amici -- "amitschi"
grosso -- "grosso"
gelati -- "dschelati"

Will man eine gutturale Aussprache vor hellem Vokal erzwingen,
dann setzt man zwischen das c/g und den hellen Vokal ein h:
Lamborghini, Spaghetti, Chianti, Zucchino
ohne das h spraeche sich das Zeug als
"Lambordschini, Spadschetti, Tschianti und Zutschino"

Gernot Katzer

unread,
Nov 13, 2001, 6:04:12 AM11/13/01
to
Claudia Bartsch wrote:

>>Bei unseren deutschen Freunden weiß man ja nie: viele sprechen ja
>>auch ['çile], also mit "ich-Laut", aus, weil sie "Chile" geschrieben sehen.

>
> Dein Verglelich hinkt. Das würde nämlich bedeuten, dass du "Kile"
> sprichst analog zu "Zukini".


Der Vergleich darf nicht so eng gesehen werden: Er soll nur besagen,
dasz viele deutsche Sprecher mit _ch_ in Fremdwoertern Probleme haben
bzw. dasz dabei im deutschen Sprachraum keine Einigkeit herrscht.

Soweit das das _Ch_ am Wortanfang betrifft, kann ich das auch
nachvollziehen, das so etwas im Deutschen nicht vorkommt. "Chemie"
oder "Kemie" (oder sogar "Schemie", obwohl das schon ein bischen
pervers ist) sind regional anerkannte Varianten. Eine "richtige"
Aussprache kann es schon deshalb nicht geben, weil das Wort ein
komplizierte Etymologie hat und durch mehrere Sprachen, wohl mit
wechselnder Aussprache, seinen Weg ins Deutsche gefunden hat.

> Es heißt aber allenfalls "Tschile".
> Und auch Chile mit ich-Laut ist in Ordnung.


Nein, ist es nicht. Frag einen Chilenen, die sind da
recht militant (Ein-Punkt-Extrapolation meinerseits).

> Genauso wie China und
> Chemie. Von mir aus auch Schina/Schemie und Kina/Kemie (wobei es mir bei
> letzerem fast die Fußnägel aufrollt ;-)


Mir straeben sich die Nackenhaare a) bei "Schina/Schemie" und b) bei
der Formulierung "die Fusznaegel aufrollen". Zweiteres ist wohl eine
persoenliche Marotte, und ersteres schlucke ich zaehneknirschend
wegen der nicht eindeutigen Etymologie, die meine Praeferenz (Kina/Kemie)
letztlich zu einer rein persoenlich-aesthetischen Wahl macht.

Wie sagt man eigentlich "Christus" in der "Chemie"- oder "Schemie"-Zone?

George Gindi

unread,
Nov 13, 2001, 6:09:53 AM11/13/01
to

Welches Wort ist das?

Creme-Kaffee?

Hm.

George


--
Was sich sagen lässt, lässt sich klar sagen, und worüber man nicht
sprechen kann, darüber muss man schweigen.
(Ludwig Wittgenstein)

Andreas Karrer

unread,
Nov 13, 2001, 6:18:12 AM11/13/01
to

Gernot Katzer <gernot...@kfunigraz.ac.at> wrote:
> Volker Gringmuth wrote:
>
>> Ganz einfach: Im Deutschen werden die Dinger nicht "Zuckini" genannt,
>> sondern "Zuchini", mit ach-Laut. Und dafür ist ein h unerlässlich.
>
>
> Hier in Nordslowenien ;-) nicht.

Also Suzzini, weil das c im Slowenischen wie z im Deutschen
ausgesprochen wird :-)

(War gerade in Lesce, "Les-ze")

- Andi

Gernot Katzer

unread,
Nov 13, 2001, 6:24:59 AM11/13/01
to
Wiglaf Bender wrote:

> Auf die korrekte Aussprache und Beugung von Mafioso, Chile und Zucchino
> in der Ursprungssprache hinzuweisen ist lehrreich und ehrenwert.
> Trotzdem ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, von einem Mafiosi,
> von "Schile" und "Zuchini" zu reden und zu schreiben.


Das sehe ich anders; damit demonstriert man gleichermaszen Unwissen in
und Interesselosigkeit fuer sprachliche Angelegenheiten.

Dazu kommt, dasz zumindest hierzulande relativ viele Leute Italienisch
sprechen, die solchen Miszbrauch typischerweise besonders grausam finden
und gelegentlich mit koerperlichen Symptomen reagieren.

> Wer das mit "Igitt" quittiert, ist ein Besserwisser und wird mit dem
> Zwang zur ausschließlichen Benutzung der Orginalversionen aller
> Fremdwörter und Geographienamen verurteilt.


Das waere eine feine Sache. Ich kann zwar keine slawische Sprache und
mache da regelmaeszig Fehler, aber ich lasse mich gerne belehren.
Innerhalb der indoeuropaeischen Sprachfamilie ist eine solche
Vorgangsweise durchaus angebracht, da die Sprachen genug strukturelle
Aehnlichkeiten zeigen, dasz man Features wie Numerus, Genus und
Aussprache der einen Sprache in der anderen simulieren kann.

Auszerhalb der indoeuropaeischen Sprachen wird es zunehmend schwieriger,
fremdsprachige Worte in einen deutschen Satz einzubinden. Manchmal
geht es aber trotzdem, und das in letzter Zeit unzaehlige Male gehoerte
"Ein hochrangiger Taliban meinte dazu..." verursacht mir Bauchschmerzen,
obwohl ich selbst des Arabischen nicht maechtig bin.

Ich moechte aber klarstellen, dasz ich hier von "fremdsprachigen Woertern",
nicht von "Fremdwoertern" gesprochen habe. Meine Bemerkung zielt also
nur auf unveraendert aus der Urprungssprache uebernommene Vokabeln,
zumeist Exotismen oder Eigennamen. Sobald etwas eine deutsche Nachsilbe
hat, ist es kein fremdsprachiges Wort mehr.

> Viel Spaß also beim Zungenbrechen und Sich-lächerlich-machen bei
> "Mathrith", "Schompanj" und "Kampju-te" (bzw. "Kom-pjudr").


Beim ersten sehe ich nicht durch.
Solltest Du mit 2) die Champangne meinen -- viele Leute, die ich kenne,
sagen das so (_o_ kommt mir allerdings zu dunkel vor).
Und wie sagst Du fuer Computer? Tsompuhter?

Henry Leyh

unread,
Nov 13, 2001, 7:28:37 AM11/13/01
to
Yvonne Steiner <y...@mac.com> writes:

Da ist der Bayer diesmal im Vorteil, der spricht's von Natur aus richtick.

Gruss,
--
Henry Leyh

Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, Bereich Stellaratortheorie
Greifswald -- Germany

Christian Seidl

unread,
Nov 13, 2001, 8:08:57 AM11/13/01
to
"Gernot Katzer" <gernot...@kfunigraz.ac.at> wrote in message
news:3BF1030B...@kfunigraz.ac.at...

> Wiglaf Bender wrote:
>
> > Auf die korrekte Aussprache und Beugung von Mafioso, Chile und Zucchino
> > in der Ursprungssprache hinzuweisen ist lehrreich und ehrenwert.
> > Trotzdem ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, von einem Mafiosi,
> > von "Schile" und "Zuchini" zu reden und zu schreiben.
>
>
> Das sehe ich anders; damit demonstriert man gleichermaszen Unwissen in

Da haben wir's ja: Aussprache als Mittel zur sozialen Ausgrenzung. Und
den möchte ich kennen, der genau Bescheid weiß über die Aussprache
aller Sprachen, die uns Fremdwörter liefern.

Aber da du offenbar die Ausnahme bist, möchtest du uns bitte sagen, wie
denn der Vorname "Xaver" richtig (!) auszusprechen ist. Und wie sprichst
du den "(Stroh-)Rum" aus?

> und Interesselosigkeit fuer sprachliche Angelegenheiten.

Das hat nichts mit Interesselosigkeit zu tun. Es muss doch wohl gestattet
sein, ein fremdes Wort den eigenen Aussprachegewohnheiten gemäß auszusprechen.
Und wenn einem das Wort nur aus der Schrift bekannt ist, dann passieren
solche Dinge eben (früher häufiger als heute).


>
> Dazu kommt, dasz zumindest hierzulande relativ viele Leute Italienisch

Ja, ja: "Viva Bossi! Viva la Padania!" Auch schon was...;-)

> sprechen, die solchen Miszbrauch

Und schon wieder das Vokabular der sexuellen Notzucht. Warum nicht gerade
"solche Schändung"?

> typischerweise besonders grausam finden
> und gelegentlich mit koerperlichen Symptomen reagieren.
>
> > Wer das mit "Igitt" quittiert, ist ein Besserwisser und wird mit dem
> > Zwang zur ausschließlichen Benutzung der Orginalversionen aller
> > Fremdwörter und Geographienamen verurteilt.
>
>
> Das waere eine feine Sache. Ich kann zwar keine slawische Sprache und
> mache da regelmaeszig Fehler, aber ich lasse mich gerne belehren.
> Innerhalb der indoeuropaeischen Sprachfamilie ist eine solche
> Vorgangsweise durchaus angebracht, da die Sprachen genug strukturelle
> Aehnlichkeiten zeigen, dasz man Features wie Numerus, Genus und
> Aussprache der einen Sprache in der anderen simulieren kann.

Das ist so falsch, dass nicht mal das Gegenteil stimmt! Deine "Features"
haben nun rein gar nichts mit "indoeuropäisch" oder nicht zu tun! Beispiele:

- Die französische Aussprache ist erwiesenermaßen von der deutschen sehr
abweichend und demzufolge nur schwer zu erlernen. Dasselbe gilt für das
Russische oder Polnische.
- Dieselbe Sprache hat - in der Aussprache, und auf die kommt's dir ja
an - fast durchwegs auf die Pluralkennzeichnung verzichtet, was mit dem
Deutschen nicht zu vereinbaren ist.
- Die Genusdifferenzierung im Englischen möchtest du mir bitte erklären.
- Demgegenüber hat das Hebräische praktisch dasselbe Lautinventar wie
das Deutsche und ist deshalb auch ganz leicht auszusprechen.

>
> Auszerhalb der indoeuropaeischen Sprachen wird es zunehmend schwieriger,
> fremdsprachige Worte in einen deutschen Satz einzubinden. Manchmal
> geht es aber trotzdem, und das in letzter Zeit unzaehlige Male gehoerte
> "Ein hochrangiger Taliban meinte dazu..." verursacht mir Bauchschmerzen,
> obwohl ich selbst des Arabischen nicht maechtig bin.

Und? Wie wär's "richtig"? Das Dumme ist hier nur, dass, wenn "Taliban",
wie ich annehme, aus einer der Sprachen Afganistans kommt - und nicht
aus dem Arabischen, aber da kenn ich mich nicht aus - diese Ursprungssprache
indogermanisch ist und deshalb gälte dann ja, was du oben gesagt hast.


>
> Ich moechte aber klarstellen, dasz ich hier von "fremdsprachigen Woertern",
> nicht von "Fremdwoertern" gesprochen habe.

Eine Unterscheidung, die wohl nicht so leicht durchzuhalten ist, wie dir
scheint.

> Meine Bemerkung zielt also
> nur auf unveraendert aus der Urprungssprache uebernommene Vokabeln,
> zumeist Exotismen oder Eigennamen. Sobald etwas eine deutsche Nachsilbe
> hat, ist es kein fremdsprachiges Wort mehr.
>
> > Viel Spaß also beim Zungenbrechen und Sich-lächerlich-machen bei
> > "Mathrith", "Schompanj" und "Kampju-te" (bzw. "Kom-pjudr").
>
>
> Beim ersten sehe ich nicht durch.

Das war das Wort "Madrid" aus der indogermanischen Sprache Spanisch.

> Solltest Du mit 2) die Champangne meinen -- viele Leute, die ich kenne,
> sagen das so (_o_ kommt mir allerdings zu dunkel vor).
> Und wie sagst Du fuer Computer? Tsompuhter?

Nein, wohl ein Mischmasch: Am Anfang deutsch - am Schluss pseudo-englisch.
Und das ist auch gut so!

Christian


--
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Christian Seidl

unread,
Nov 13, 2001, 8:22:40 AM11/13/01
to
"Gernot Katzer" <gernot...@kfunigraz.ac.at> wrote in message
news:3BF0FEAB...@kfunigraz.ac.at...

> Sebastian Koppehel wrote:
>
> > Ich sage etwa "Sutschini", was
> > AFAIK zumindest nicht völlig abstrus ist.
>
>
> Es ist abstrus. Das _h_ steht genau deshalb dort, damit Du nicht
> _tsch_ sonder _k_ sagst.

Ja, wenn man weiß, dass es sich um ein italienisches Wort handelt.
Sonst kennt man die Kombination <ch> vielleicht aus dem Spanischen.
Und dort ist's ungefähr ein "tsch".

Ch.

rp5...@rp-plus.de

unread,
Nov 13, 2001, 9:04:18 AM11/13/01
to
Christian Seidl schrieb:

[...]

> > Und wie sagst Du fuer Computer? Tsompuhter?
>
> Nein, wohl ein Mischmasch: Am Anfang deutsch - am Schluss
> pseudo-englisch.

Nö.
Das ist der bekannte "Lockruf für einen Gänsevogel": "Komm, Puter!"

> Und das ist auch gut so!

Ja.

Florian Ritter

unread,
Nov 13, 2001, 9:47:06 AM11/13/01
to
"Christian Seidl" <se...@indoger.unizh.ch> schreibt:

> > > Ich sage etwa "Sutschini", was
> > > AFAIK zumindest nicht völlig abstrus ist.
> >
> > Es ist abstrus. Das _h_ steht genau deshalb dort, damit Du nicht
> > _tsch_ sonder _k_ sagst.
>
> Ja, wenn man weiß, dass es sich um ein italienisches Wort handelt.
> Sonst kennt man die Kombination <ch> vielleicht aus dem Spanischen.
> Und dort ist's ungefähr ein "tsch".

Sind das diese welschen Jurken?

FR

Gernot Katzer

unread,
Nov 13, 2001, 10:41:32 AM11/13/01
to
Christian Seidl wrote:

> Da haben wir's ja: Aussprache als Mittel zur sozialen Ausgrenzung.


Eine recht dramatische Formulierung. "Sprachliches Vermoegen
als Mittel zur sozialen Einschaetzung" gefaellt mir besser.
Wer permanent Akkustativ und Dativ verwechselt, der fuehrt sich
bei mir eben nicht gut ein. Und wer italienisch tun will ohne
es zu koennen, den betrachte ich auch zuerst einmal mit dem
schiefen Auge.

Wenn Du soziale Einschaetzung aufgrund solcher Formalitaeten fuer
grundsaetzlich falsch haeltst, dann sei Dir das unbenommen. Aber dann
muesztest Du mindestens ebenso konsequent auch gegen die
Designerklamotten-, Krawatten und PS-Terroristen auftreten, fuer
die ein Mensch kein Mensch ist wenn er nicht Lac*ste traegt,
sich ein durchblutungshemmendes Stragulierungswerkzeug um den Hals
schlingt bzw. einen M*rc*des faehrt.

> Und
> den möchte ich kennen, der genau Bescheid weiß über die Aussprache
> aller Sprachen, die uns Fremdwörter liefern.


Ich lerne gerne dazu.


> Aber da du offenbar die Ausnahme bist, möchtest du uns bitte sagen, wie
> denn der Vorname "Xaver" richtig (!) auszusprechen ist.


Soviel ich weisz, geht Xaver auf einen baskischen Vornamen Xavier zurueck,
ist aber eine nur im Deutschen verbreitete Form und damit definitionsgemaesz
Bestandteil des deutschen Wortschatzes. Im Zweifelsfalle entscheidet bei
Personennamen immer der Traeger, und da habe ich eine ziemlich klare
Vorstellung, wie der wahrscheinlich genannt werden moechte.

Personennamen muessen ja schon aus praktischen Gruenden der Umgebungssprache
angepaszt werden, sonst droht dem Kind soziale Ausgrenzung. Dasz dabei
immer schon sehr groszzuegig vorgegangen wurde, sieht man ja besonders
an hebraeischen Vornamen. Haettest Du Jesus auf der Strasze mit "Jesus!"
angeredet, so waere er wahrscheinlich gar nicht stehengeblieben.

> Und wie sprichst
> du den "(Stroh-)Rum" aus?


Ich kenne die Etymologie nicht, aber das Wort kam wohl ueber das
Englische zu uns. Ein vergleichbarer Fall duerfte der Puntsch
sein, der als "Fuenfzutatengebraeu" von Sanskrit "panc" bzw.
von seinen modernen Ableitungen kommt.

Die historische Verirrung bei der Uebernahme dieser Vokabeln ins
Deutsche ist beklagenswert, aber nicht mehr zu korrigieren. Eine
Aussprache mit offenem a finde ich heute kontraproduktiv
("Don-Quixote-Syndrom").


> Das hat nichts mit Interesselosigkeit zu tun. Es muss doch wohl gestattet
> sein, ein fremdes Wort den eigenen Aussprachegewohnheiten gemäß auszusprechen.


Ich mag von Englischsprachigen auch nicht als "Ketzer" bezeichnet
werden, obwohl das zufaelligerweise wahrscheinlich die richtige
Etymologie meines Nachnamens ist.


> Und wenn einem das Wort nur aus der Schrift bekannt ist, dann passieren
> solche Dinge eben (früher häufiger als heute).


Du sagst es. Heute stehen Bildungseinrichtungen fuer alle offen.
Ausreden zaehlen nicht.

>> Dazu kommt, dasz zumindest hierzulande relativ viele Leute Italienisch
> Ja, ja: "Viva Bossi! Viva la Padania!" Auch schon was...;-)


Wenn das ein Argument ist, dann braucht es naehere Erlaeuterung.
Wenn es kein Argument ist, dann werde ich es gerne zu Deinen
Gunsten vergessen.


>> Innerhalb der indoeuropaeischen Sprachfamilie ist eine solche
>> Vorgangsweise durchaus angebracht, da die Sprachen genug strukturelle
>> Aehnlichkeiten zeigen, dasz man Features wie Numerus, Genus und
>> Aussprache der einen Sprache in der anderen simulieren kann.

> - Die französische Aussprache ist erwiesenermaßen von der deutschen sehr
> abweichend und demzufolge nur schwer zu erlernen. Dasselbe gilt für das
> Russische oder Polnische.


Klar bestehen Unterschiede. Aber von "sehr abweichend" wuerde ich
nicht sprechen -- das hebe ich mir fuer Sprachen wie Hottentot
(Klicklaute), Thai (Tonhoehen) oder Tamil (Retroflexe) auf.

> - Dieselbe Sprache hat - in der Aussprache, und auf die kommt's dir ja
> an - fast durchwegs auf die Pluralkennzeichnung verzichtet, was mit dem
> Deutschen nicht zu vereinbaren ist.


Das Problem ist weniger die fehlende Pluralkennung als das Fehlen einer
definierten Aussprache fuer ein Wort -- wieviel von der Wort nun wirklich
gesprochen wird, haengt davon ab, was danach kommt. Dieses Feature ist
mit dem Deutschen tatsaechlich unvertraeglich.


> - Die Genusdifferenzierung im Englischen möchtest du mir bitte erklären.


Neuenglisch verzichtet zwar (fast) auf Genusunterscheidung, aber da der
Wortschatz germanisch oder romanisch ist, laeszt sich ihm durchaus ein
Genus zuordnen. Uebrigens gibt es AFAIK in der ganzen indoeuropaeischen
Familie nur zwei weitgehend genusfreie Sprachen, so what?


> - Demgegenüber hat das Hebräische praktisch dasselbe Lautinventar wie
> das Deutsche und ist deshalb auch ganz leicht auszusprechen.


Stimmt, auf den ersten Blick bzw. Ton klingt Hebraeisch erstaunlich
bekannt, fast germanisch. Trotzdem habe ich die richtige Artikulation
des Chet nie gelernt (vielleicht haette ich auch laenger als einen
halben Tag probieren sollen).

[ Taliban ]

> Und? Wie wär's "richtig"? Das Dumme ist hier nur, dass, wenn "Taliban",
> wie ich annehme, aus einer der Sprachen Afganistans kommt - und nicht
> aus dem Arabischen, aber da kenn ich mich nicht aus - diese Ursprungssprache
> indogermanisch ist und deshalb gälte dann ja, was du oben gesagt hast.


Nein, es ist arabisch und bedeutet "Schueler einer moslemischen Schule".
Das Singular lautet, wenn man dem Internet trauen kann, Talib, ich habe
aber auch schon Talab gelesen. Kurze Vokale darf man im Arabischen nicht
auf die Goldwaage legen.

Semitische Sprachen sind der unseren tatsaechlich auf einem
oberflaechlichen Level strukturell aehnlich, insbesondere bei
der Pluralbildung (Ablaut und Nachsilbe).


>>Ich moechte aber klarstellen, dasz ich hier von "fremdsprachigen Woertern",
>>nicht von "Fremdwoertern" gesprochen habe.

> Eine Unterscheidung, die wohl nicht so leicht durchzuhalten ist, wie dir
> scheint.


Aha?

Thomas Gerlach

unread,
Nov 13, 2001, 9:14:22 AM11/13/01
to
Wiglaf Bender wrote:
>
> Und warum einige Leute "morgendlich" schreiben, ist mir ohnehin
> schleierhaft. Warum Angelsachsen ihre quadratischen Butterbrote schräg

> zu Dreiecken statt, wie die Kontinentalaltweltler, längs zu Rechtecken
> schneiden, außerdem.

Das finde ich praktisch: Angesichts der weit verbreiteten Schwierigkeit,
die Mitte einer Strecke zu treffen und der endlosen
Entscheidungsschwierigkeiten beim Finden der "kleineren Hälfte" bietet
es sich doch - für den Fall, dass man nicht allein isst - an, die
Diagonale zu nehmen, bei der solche Probleme kaum auftreten.

CU
Thomas

Yvonne Steiner

unread,
Nov 13, 2001, 12:30:41 PM11/13/01
to
> From: wig...@nexgo.de (Wiglaf Bender)
> Henry Leyh wrote this:

>> Yvonne Steiner <y...@mac.com> writes:

>>> Wenn man "Zucchini" richtig schreiben würde, käme man aber überhaupt
>>> nicht auf diese norddeutsche Aussprache.
>
>> Da ist der Bayer diesmal im Vorteil, der spricht's von Natur aus
>> richtick.
>
> Irrtum. Die normgerecht richtige Aussprache lautet "richtich".
>
> "Richtick" ist in diesem Sinne falsch, d. h. nicht hochsprachlich.
>
> So wird das im übrigen weltweit auch Deutschschülern beigebracht.

Von wegen weltweit!

Phonetisch schreibt man: "Tsuki:ni" -> und das zeigt auf, dass dein
"richtich" als Vergleich wirklich nicht taugt.

Yvonne Steiner

Claudia Bartsch

unread,
Nov 13, 2001, 12:37:18 PM11/13/01
to
Hallo Gernot,

Gernot Katzer wrote:

> > Es heißt aber allenfalls "Tschile".
> > Und auch Chile mit ich-Laut ist in Ordnung.
>
> Nein, ist es nicht. Frag einen Chilenen, die sind da
> recht militant (Ein-Punkt-Extrapolation meinerseits).

Ist es doch. Solange ich mich mit einem Deutschen unterhalte (genauso
wie es in Ordnung ist, London zu sagen).
Falls ich mal einen Chilenen treffen sollte, werde ich mich bemühen,
sein Land seinen Vorstellungen gemäß auszusprechen (falls ich mal nach
London komme, werde ich auch versuchen Landn zu artikulieren).

> Wie sagt man eigentlich "Christus" in der "Chemie"- oder "Schemie"-Zone?

So wier Orchester ;-)

Gruß
CABA

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 13, 2001, 6:09:34 AM11/13/01
to
Michael Pronay schrieb:

Ja, treno espresso. Das Adjektiv hat nun wirklich mehrere Bedeutungen,
und hinsichtlich des Kaffees kann ich nur auf wissen.de oder
garzanti.it verweisen und feststellen, daß die Wörterbücher die Idee
vom ausgepreßten oder schnellen Kaffee nicht unterstützen.

- Sebastian

--
Alle verwendeten Warenzeichen sind Eigentum ihrer jeweiligen Eigentümer.

Henry Leyh

unread,
Nov 13, 2001, 1:24:31 PM11/13/01
to
wig...@nexgo.de (Wiglaf Bender) writes:

> Henry Leyh wrote this:
> >
> > Yvonne Steiner <y...@mac.com> writes:
> >>

> >> Wenn man "Zucchini" richtig schreiben würde, käme man aber überhaupt
> >> nicht auf diese norddeutsche Aussprache.
>
> > Da ist der Bayer diesmal im Vorteil, der spricht's von Natur aus
> > richtick.
>

> Irrtum. Die normgerecht richtige Aussprache lautet "richtich".

Richtig.

> "Richtick" ist in diesem Sinne falsch, d. h. nicht hochsprachlich.

Auch richtig. Was ich meinte war, dass der Bayer "Zucchini" richtig spricht,
weil er "richtig" falsch spricht.

OK, ich versuche nicht mehr, witzick zu sein.

Gruss,
--
Henry

rp5...@rp-plus.de

unread,
Nov 13, 2001, 2:06:03 PM11/13/01
to
Gernot Katzer schrieb:

[...]


> > Und auch Chile mit ich-Laut ist in Ordnung.
>
> Nein, ist es nicht. Frag einen Chilenen, die sind da
> recht militant (Ein-Punkt-Extrapolation meinerseits).

Und was sagst Du in London, wenn Du so'n leckeren, trockenen Aperitif-
wein aus Jerez bestellen willst?

[ vgl: http://www.sherry.org/crvhp01.html ]

BTW: Wenn Du sagst, die Chilenen seien "recht militant", dann kennst Du
die Spanier nicht ...

Bernd Gramlich

unread,
Nov 13, 2001, 3:11:10 PM11/13/01
to
Gernot Katzer wrote:

> Ganz verwirrend ist es ja bei den Zucchini. Im Italienischen ist das
> Wort zumeist feminin (la zucchina - le zucchine), es gibt aber eine
> maskuline Nebenform (lo zucchino -- gli zucchini).

In Süditalien unterscheidet man recht streng zwischen Pflanze
(Maskulinum) und Frucht (Femininum), siehe melo/mela (Apfelbaum/Apfel).
Im Norden, von wo die Toskanadeutschen ihr kulininarisches Halbwissen
importieren, ist man weniger pedantisch und verwendet auch häufig das
Maskulinum für die Frucht.

> Weisz eigentlich jemand, warum das _h_ hier die NRS ueberlebt hat,
> auszer "weil es so ist"?

Damit ich auch weiterhin Unverständnis ernte, wenn ich jemandem ein
gezischtes Zuch-hini in ein stakkatohaftes Zuk-kine verbessere.

--
Bernd Gramlich Quod scripsi, scripsi.

Joachim Pense

unread,
Nov 13, 2001, 3:52:55 PM11/13/01
to
Gernot Katzer:

> Joachim Pense wrote:
>
>> Ich höre immer nur "Sutschini". Und daran ist das h nicht nur
>> unerlässlich, sondern auch noch Ursache.
>
>
> Nein, falsch.
>
> Im Italienischen werden c und g vor hellem Vokal palatal, sonst

...

> "Lambordschini, Spadschetti, Tschianti und Zutschino"

Weiß ich doch alles. Aber die Leute auf dem Wochenmarkt in Mainz bei denen
ich das höre, die wissen das nicht, und sagen "Sutschini". Und dadran ist
das h schuld.

--
Joachim

Yvonne Steiner

unread,
Nov 14, 2001, 3:56:10 AM11/14/01
to
> From: wig...@nexgo.de (Wiglaf Bender)
>
> Das ist wohl ein Mißverständnis. Meine Aussage bezog sich ausschließlich
> auf das Wort "richtig" und NICHT auf "Zucchini".

Ja, entschuldige bitte, es war wirklich ein Missverständnis meinerseits.

> Natürlich wird Zucchini richtig "Tsuki:ni" ausgesprochen. In Bayern wie
> in Italien. Ich persönlich finde es aber nicht allzu schlimm, wenn man
> es im deutschen Sprachraum falsch "Zuchini" ausspricht. Man sagt ja auch
> Schpagetti.

Wie Recht du hast!

Yvonne Steiner

Arne 'Timwi' Heizmann

unread,
Nov 14, 2001, 2:46:11 PM11/14/01
to

Gernot Katzer wrote:
>
> Ganz verwirrend ist es ja bei den Zucchini.

In diesem Thread hat sich ja jetzt deutlich gezeigt, daß Zucchini in
Deutschland viele verschiedene Aussprachevarianten hat.

Frage: Wird "Pinocchio" auch überall anders ausgesprochen?

Ich bin mir recht sicher, daß es auf italienisch richtig [pi'nokçio]
heißt - also ein "k" gefolgt von einem "ch" wie in "ich". So sprechen es
auch alle aus, die ich kenne. Gibt es einen Grund, warum Zucchini nicht
zumindest im Italienischen auch so ausgesprochen wird? (Hab grad keinen
Italiener hier zum Reinhören.)

Was die Diskussion pro/contra Eindeutschung von Fremdwörtern angeht:
Keiner der Eindeutschungsgegner hat deutlich definiert, wo er die Grenze
zwischen Fremdwort und Nicht-Fremdwort zieht. Beispielsweise fiel das
Beispiel des Vornamens "Xaver" - angeblich eine Variante eines
baskischen Vornamens, die nur in Deutschland benutzt wird und somit -
ich zitiere - "zum deutschen Wortschatz gehört". Frage: Inwiefern
verhält es sich denn mit "Spagetti" anders?

Soweit meine 2 Cents dazu. (Oder ist die Großschreibung der
amerikanischen Unterwährung auch eine inakzeptable Eindeutschung?)

Timwi

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 14, 2001, 1:32:10 PM11/14/01
to
Gernot Katzer schrieb:

> Sebastian Koppehel wrote:
>
>> Kürbischen. Nur, das sprechen die Leute dann auch bald mit "sch" aus...
>
> Ich habe keinen Ueberblick ueber binnendeutsche Sprachsitten, und
> kann daher nur hoffen, Du scherzest.

Natürlich. Aber wenn man's immer nur liest und nicht mehr die
Etymologie erkennt...

Yvonne Steiner

unread,
Nov 14, 2001, 4:36:51 PM11/14/01
to
> From: Arne 'Timwi' Heizmann <ti...@gmx.net>

> In diesem Thread hat sich ja jetzt deutlich gezeigt, daß Zucchini in
> Deutschland viele verschiedene Aussprachevarianten hat.
>
> Frage: Wird "Pinocchio" auch überall anders ausgesprochen?
>
> Ich bin mir recht sicher, daß es auf italienisch richtig [pi'nokçio]

^

Das ist eine eigentümliche phonetische Schreibung -> das "ç" braucht es
nicht, auch wenn du damit, wie nachfolgend gezeigt, ein "ch" bezeichnest.

> heißt - also ein "k" gefolgt von einem "ch" wie in "ich".

Die Silbe "cchio" spricht man aus wie das "Kio" in Kiosk. Da hängst du doch
dem "K" auch kein "ch" an, oder? Genau so spricht man Pinocchio aus; er
könnte also geradezu als "Pinokio" eingedeutscht werden.
Das würde dann niemand falsch aussprechen.



> So sprechen es auch alle aus, die ich kenne.

Aber eben, hoffentlich ohne ein allzu deutlich angehängtes "ch".

> Gibt es einen Grund, warum Zucchini nicht
> zumindest im Italienischen auch so ausgesprochen wird?

Nein, es gibt keinen Grund; das "cch" _wird_ in beiden Wörtern gleich
ausgesprochen.
Lies diesen Satz einmal laut vor!: Er ging ins Kino, mit einem Zucchino.
-> Hast du den gewissen Gleichklang herausgehört?
Auch hier könnte man leicht auf "Zukino (-i)" eindeutschen, damit es von
allen richtig ausgesprochen würde.

Yvonne Steiner

Bernd Gramlich

unread,
Nov 14, 2001, 6:22:00 PM11/14/01
to
Arne 'Timwi' Heizmann wrote:

> Wird "Pinocchio" auch überall anders ausgesprochen?

Dazu gab es schon zu viele Verfilmungen, welche die korrekte Aussprache
unter Kindern und Erwachsenen verbreitet haben.

> Ich bin mir recht sicher, daß es auf italienisch richtig [pi'nokçio]
> heißt - also ein "k" gefolgt von einem "ch" wie in "ich".

Das Italienische kennt weder Ich- noch Ach- noch H-Laute. Die richtige
Aussprache ist ein doppeltes k, so wie im deutschen "Schmuckkästchen"
oder "Eckkiosk".

> Gibt es einen Grund, warum Zucchini nicht zumindest im Italienischen
> auch so ausgesprochen wird?

Im Italienischen werden

-cca-, -cco-, -ccu-,
-cchi-, -cche-

stets als doppeltes k ausgesprochen. Überhaupt ist die italienische
Laut-Buchstabenzuordnung völlig regelmäßig.

Trotzdem habe ich gerade etwas Neues gelernt. Bisher dachte ich
nämlich, Pinocchio hieße "Holzauge" und sei ein Eigenname der Puppe.
Mein Wörterbuch belehrt mich jedoch, daß es "Pinienkern" bedeutet.

Andreas Karrer

unread,
Nov 14, 2001, 7:18:51 PM11/14/01
to
Arne 'Timwi' Heizmann <ti...@gmx.net> wrote:

> Ich bin mir recht sicher, daß es auf italienisch richtig [pi'nokçio]
> heißt - also ein "k" gefolgt von einem "ch" wie in "ich". So sprechen es
> auch alle aus, die ich kenne. Gibt es einen Grund, warum Zucchini nicht
> zumindest im Italienischen auch so ausgesprochen wird? (Hab grad keinen
> Italiener hier zum Reinhören.)


Tja, wo ist eigentlich Pino abgeblieben?

Ich gebs ja zu, es ist einfacher, wenn man einen Mathelehrer namens
Zaccheo hatte, wenn alle Waren im Supermarkt auch italienisch
angeschrieben sind, wenn die Türken aus Sizilien kommen und wenn
Italienisch offizielle Landessprache ist. Zum mitschreiben:


Aussprache von c und g im Italienischen
---------------------------------------

C und g werden je nach dem darauf folgenden Vokal verschieden
ausgesprochen. Dabei unterscheidet man "helle" (ei) und "dunkle"
Vokale (aou).

c vor dunklem Vokal (aou) : k : casa (Haus), Como, _c_ucina (Küche)
g vor dunklem Vokal (aou) : g : gondola (Gondel), Gucci (Mode), gamba
c vor hellem Vokal (ei) : tsch : Cinecitta, cu_c_ina, cello
g vor hellem Vokal (ei) : dsch : Gina Lollobrigida, gelato (Eis)

Wenn aber vor einem hellen Vokal doch ein k bzw g gesprochen werden
soll, dann schreibt man ein h zwischen c oder g und den Vokal. Dieses
h wird nicht ausgesprochen, es kennzeichnet nur, wie das c oder g davor
auszusprechen ist, und insbesondere macht es aus dem c oder g kein
behauchtes c oder g. Ob ch oder cch bzw. gh oder ggh ist egal:

ch vor hellem Vokal (ei) : k : chimia (Chemie), zucchero
gh vor hellem Vokal (ei) : g : Lamborghini, spaghetti

Umgekehrt muss manchmal vor dunklen Vokalen ein tsch oder dsch hin.
Dann schreibt man ein i zwischen c bzw. g und den Vokal. Dieses i
wird nicht ausgesprochen, es dient nur der Kennzeichnung, wie das c
oder g davor auszusprechen ist. Ob ci oder cci bzw. gi oder ggi ist
egal:

ci vor dunklem Vokal (aou) : tsch : ciao, capri_cci_o
gi vor dunklem Vokal (aou) : dsch : Giovanni, maggio (Mai)


[k] und [g] werden nie behaucht, auch nicht, wenn sie verdoppelt sind.

Der Formel-1-Fahrer heisst also Dschankarlo Fisikella. Der andere heisst
aber _nicht_ Barrikello, weil er Brasilianer ist und da die Regeln
anders sind; ch ist da auch vor hellem Vokal ein tsch.

- Andi

Gernot Katzer

unread,
Nov 15, 2001, 2:57:14 AM11/15/01
to
Andreas Karrer wrote:

[ Viel Neutzliches gesnippt ]

> Umgekehrt muss manchmal vor dunklen Vokalen ein tsch oder dsch hin.
> Dann schreibt man ein i zwischen c bzw. g und den Vokal. Dieses i
> wird nicht ausgesprochen, es dient nur der Kennzeichnung, wie das c
> oder g davor auszusprechen ist.


Das ist der einzige Punkt, in dem ich die italienische Aussprache
nie verstanden habe: Gelegentlich wird dieses I naemlich doch gesprochen,
so etwa im Vornamen "Lucia" (lutschia, Betonumng am I), dagegen nicht
in "Lucio" (lutscho, Betonung am U). Meine Schwierigkeiten mit meiner
Italienischlehrerin begannen an dem Tag, als ich einmal im
Unterricht "lutscha" las; sie unterstellte mir hoehnische Motive und
hat mir das bis zur Matura nie verziehen.

Christina Kunze

unread,
Nov 14, 2001, 4:21:52 PM11/14/01
to

Arne 'Timwi' Heizmann schrieb in Nachricht
<9suhod$151c6k$1...@ID-42979.news.dfncis.de>...

>
>Frage: Wird "Pinocchio" auch überall anders ausgesprochen?


Ich kenne nur "Pinokkjo" und (einmal gehört) "Pinotschio".

>Ich bin mir recht sicher, daß es auf italienisch richtig [pi'nokçio]
>heißt - also ein "k" gefolgt von einem "ch" wie in "ich".

Das "ch", das Du hörst, ist einfach das i, das nach dem K zum J
verschliffen wird.
Da bei Zucchini auf das i kein Vokal folgt, kann es auch nicht
verschliffen werden.

chr

Michael Pronay

unread,
Nov 16, 2001, 5:46:06 PM11/16/01
to
be...@tenuki.de (Bernd Gramlich) wrote:

>Die richtige Aussprache [von "Zucchini"] ist ein doppeltes k, so


>wie im deutschen "Schmuckkästchen" oder "Eckkiosk".

Quatsch, pardon. Wieso widerspricht da keiner?

>> Gibt es einen Grund, warum Zucchini nicht zumindest im
>> Italienischen auch so ausgesprochen wird?
>
>Im Italienischen werden
> -cca-, -cco-, -ccu-, -cchi-, -cche-
>stets als doppeltes k ausgesprochen. Überhaupt ist die
>italienische Laut-Buchstabenzuordnung völlig regelmäßig.

Wird auch durch Wiederholung nicht wahrer. Zucchini haben
genausowenig ein verdoppeltes k wie Lucca keines hat oder das
Eigenschaftswort "secco", in der Mehrzahl "secchi". Das verdoppelte
c ist nichts anderes als der Hinweis, dass die Silbe davor kurz
ausgesprochen wird.

Wie kommst Du zu Deiner seltsamen Auffassung?

M.

Thomas Gerlach

unread,
Nov 17, 2001, 6:33:48 AM11/17/01
to
Michael Pronay wrote:
>
> be...@tenuki.de (Bernd Gramlich) wrote:
>
> >Die richtige Aussprache [von "Zucchini"] ist ein doppeltes k, so
> >wie im deutschen "Schmuckkästchen" oder "Eckkiosk".
>
> Quatsch, pardon. Wieso widerspricht da keiner?

Da ich üblicherweise weder Schmuckkästchen noch Eckkiosk mit doppeltem k
spreche, gibt es eigentlich keinen Grund. ;-)
Ich spreche Betttuch ja auch nur mit einem t und meine sogar, dass das
so richtig ist.

CU
Thomas
--
In West Union, Ohio, No married man can go flying without his spouse
along at any time, unless he has been married for more than 12 months.

Christian Seidl

unread,
Nov 17, 2001, 7:08:08 AM11/17/01
to
"Michael Pronay" <pro...@gmx.at> wrote in message
news:9t44ve$8vt9$5...@ID-67468.news.dfncis.de...


Entschuldige, aber was du hier sagst, gilt für die *deutsche* Sprache,
nicht jedoch fürs Italienische. Im Standarditalienischen wird ein
Doppelkonsonant lang ausgesprochen. Dies gilt nicht für Norditalien
vulgo Padanien, wo allerdings Doppelkonsonanz immer kurz ausgesprochen
wird, was ein typisches Kennzeichen ist, an dem man "polentoni" sofort
erkennt. Freilich gewinnt die dortige Aussprache immer mehr Prestige
und es besteht die Möglichkeit, dass Mailänder Italienisch über kurz
oder lang zum Standard wird ("lingua toscana in bocca ambrosiana").

Christian

--
Posted from pop-zh-17-2-dialup-249.freesurf.ch [194.230.218.249]

Yvonne Steiner

unread,
Nov 17, 2001, 12:49:07 PM11/17/01
to
> From: Thomas Gerlach <ger...@informatik.uni-marburg.de>

> Michael Pronay wrote:
>>
>> be...@tenuki.de (Bernd Gramlich) wrote:
>>
>>> Die richtige Aussprache [von "Zucchini"] ist ein doppeltes k, so
>>> wie im deutschen "Schmuckkästchen" oder "Eckkiosk".
>>
>> Quatsch, pardon. Wieso widerspricht da keiner?

Es ist doch bereits aufs Genaueste erklärt worden, wie es gesprochen werden
_sollte_. Es gibt halt immer wieder "Anderssager".

> Da ich üblicherweise weder Schmuckkästchen noch Eckkiosk mit doppeltem k
> spreche, gibt es eigentlich keinen Grund. ;-)

Für dich also nicht, das sei dir ungenommen.

Aber diese Wörter werden (sicher von den meisten?) sehr wohl mit doppeltem
"K" gesprochen, Zucchini jedoch nur mit einem.

Yvonne Steiner

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 17, 2001, 6:50:24 PM11/17/01
to
Thomas Gerlach schrieb:

> Michael Pronay wrote:
>>
>> be...@tenuki.de (Bernd Gramlich) wrote:
>>
>> >Die richtige Aussprache [von "Zucchini"] ist ein doppeltes k, so
>> >wie im deutschen "Schmuckkästchen" oder "Eckkiosk".
>>
>> Quatsch, pardon. Wieso widerspricht da keiner?
>
> Da ich üblicherweise weder Schmuckkästchen noch Eckkiosk mit doppeltem k
> spreche, gibt es eigentlich keinen Grund. ;-)
> Ich spreche Betttuch ja auch nur mit einem t und meine sogar, dass das
> so richtig ist.

Es geht wohl nicht um die Anzahl, sondern um die Länge.

- Sebastian

--
Nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet - enthält verschluckbare Klein-
buchstaben.

Thomas Gerlach

unread,
Nov 18, 2001, 7:35:22 AM11/18/01
to
Sebastian Koppehel wrote:
>
> Es geht wohl nicht um die Anzahl, sondern um die Länge.

Ja, das habe ich schon eingesehen. ;-)
Die genannten deutschen Wörter spreche ich allerdings auch nicht mit
längerem k als ich es bei "Eckiosk" und "Schmuckästchen" tun würde.

CU
Thomas
--
... at least I thought I was dancing, 'til somebody stepped on my hand.
-- J. B. White

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