Vielen Dank
Dirk Frei
> Ich suche im www Texte mit Beispieldiktaten, welche möglichst viele
> Fremdwörter enthalten sollen. Leider bin ich mit diversen Suchmaschinen
> nicht fündig geworden.
Vor 30 Jahren kursierte mal eines, in dem Lybien in Staniolpapier verpackte
Schlemmkreide ins Fürstentum Lichtenstein liefert. Du kannst aber auch selbst
eines basteln, indem Standart-Fehler wie diese vorkommen. FF [*]!
Matthias
[*] Fiel Fergnügen!
--
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NewsGroups individuell filtern mit http://www.NewsSIEVE.de
> "Dirk Frei" schrieb:
>
>> Ich suche im www Texte mit Beispieldiktaten, welche möglichst viele
>> Fremdwörter enthalten sollen. Leider bin ich mit diversen Suchmaschinen
>> nicht fündig geworden.
>
> Vor 30 Jahren kursierte mal eines, in dem Lybien in Staniolpapier verpackte
> Schlemmkreide ins Fürstentum Lichtenstein liefert.
Das ist aber nur ein Satz: "Der Staat Liechtenstein liefert in
rhythmischen Abständen Grieß, Mayonnaise und Schlämmkreide in
numeriertem Stanniolpapier nach Libyen und Hawaii."
> Du kannst aber auch selbst
> eines basteln, indem Standart-Fehler wie diese vorkommen. FF [*]!
Uns ist bekannt, daß die 47jährige Geographin noch im Negligé eine
substantielle Mahlzeit zu sich genommen hat, die im wesentlichen aus
Prinzeßbohnen mit Corned beef und karamelisiertem Thunfisch sowie
reichlich Faßbier bestand. Wir wüßten deshalb gern, ob der gemsfarbene
Wollappen, der noch gestern abend tränennaß an der Rauhfasertapete des
Eßzimmers hing, irgend etwas mit den schon des öfteren erwähnten
Kongreßakten zu tun hat, nach deren Lektüre wir hinsichtlich des lange
vermißten Känguruhs im dunkeln tappen.
- Sebastian
--
So gab [Opitz] den Deutschen den Willen zur Form wieder und gab ihnen die
angestrengte Bemühung um technische Vollendung auf, ohne die es überhaupt
keine Kunst gibt. Denn Kunst hängt mit Können zusammen.
(Fricke/Klotz: Geschichte der deutschen Dichtung)
Stelle Dir einfach mal eine reichhaltige Speisekarte zusammen und lasse
dabei die folgenden Wörter nicht aus:
Zucchini-Moussaka, Kotelett, Mousse au chocolat, Joghurt, Preiselbeere,
Lasagne, Aperitif, Dessert, Champagner, Sorbet, Auberginen, Cidre,
Cornichons, Bouquet, Chicorée, Gouda, Quiche lorraine, Fondue, Baguette,
Gelatine, Walnuß, Kidney-Bohnen, tranchiert, pochiert, geliert, Salsa,
Cayennepfeffer, Chili, Scampi, Peperoni, Cherry, Mokka, Mayonnaise, Thymian,
Marone, Beifuß.
Damit kannst beinahe jedem ein Bein stellen. Wenn das noch zu leicht ist, so
vergiß die Schweinshachse und Kebab nicht. Wetten, daß Dir hier 99 von 100
die "Schweinshaxe" und "Kebap" anbieten, und das nur, weil das eine in
Süddeutschland gebräuchlich ist und das andere von den Türken so geschrieben
wird (im Duden steht: Kebab).
Nun ran an die Arbeit und guten Appetit!
Armin Saam
Dirk Frei wrote:
> Ich suche im www Texte mit Beispieldiktaten, welche möglichst viele
> Fremdwörter enthalten sollen. Leider bin ich mit diversen Suchmaschinen
> nicht fündig geworden.
Da das das Standardthema im Deutschunterricht der ~8. Klasse
(Gymnasium) ist, wuerde ich einfach mal nachschauen, ob es
da nicht Sammlungen fuer die Hand des Lehrers gibt. Wenn du
kein Geld ausgeben willst, geh in die naechste Satdt, die
eine Universitaetsbibliothek und/oder Studienseminar
aufzuweisen hat und mach dir ein paar Kopien.
Gruss,
Kerstin
Und gleich noch was aus der Getränkekarte:
Irischen Whiskey und schottischen (oder amerikanischen) Whisky.
Dann auch noch Kognak (nicht den aus Cognac, der schreibt sich mit zwei c).
Armin
> Wetten, daß Dir hier 99 von 100 die "Schweinshaxe" und "Kebap"
> anbieten, und das nur, weil das eine in Süddeutschland
> gebräuchlich ist und das andere von den Türken so geschrieben
> wird (im Duden steht: Kebab).
Die süddeutsche Variante der Hachse (ich hab bis vor zwei Minuten
nicht einmal gewusst, dass es die norddeutsche überhaupt gibt) ist
nach Duden selbstverständlich zulässig und nach ÖWB ebenso
selbstverständlich erste Wahl.
M.
> Und gleich noch was aus der Getränkekarte:
> Irischen Whiskey und schottischen (oder amerikanischen) Whisky.
Und beim Nachlegen gepatzt. Si tacuisses ...
> und das andere von den Türken so geschrieben
> wird (im Duden steht: Kebab).
Schon wahr, aber warum. Ist doch aus dem Türkisschen, oder? Und im
Langenscheid steht Kebap. Wie ist der Duden auf dieses, äh, schmale Brett
gekommen?
-- Erik
> Und im Langenscheid
Langenscheid_t_
> steht Kebap. Wie ist der Duden auf dieses, äh, schmale Brett
> gekommen?
Nicht nur Duden, sondern alle mir bekannten Wörterbücher inklusive
der Wortliste der RSR. Sooo schmal ist das Brett nicht.
M.
>Das ist aber nur ein Satz: "Der Staat Liechtenstein liefert in
>rhythmischen Abständen Grieß, Mayonnaise und Schlämmkreide in
>numeriertem Stanniolpapier nach Libyen und Hawaii."
...nach Libyen, Syrien und Hawaii.
HG
--
Gottes schönste Gabe
ist und bleibt der Schwabe.
> ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) wrote:
>
>>Das ist aber nur ein Satz: "Der Staat Liechtenstein liefert in
>>rhythmischen Abständen Grieß, Mayonnaise und Schlämmkreide in
>>numeriertem Stanniolpapier nach Libyen und Hawaii."
>
> ...nach Libyen, Syrien und Hawaii.
Googlehaeufigkeiten:
Libyen/Lybien 0,312
Hawai/Hawaii 0,0388
Siryen/Syrien 0,000262
Scheint nicht so richtig der reinrassige Reinreisser zu sein.
Da ist Laubaum/Laubbaum noch 16mal haeufiger, ohne dass
einem das als ausgesprochene Rechtschreibfalle aufgefallen waere.
>Libyen/Lybien 0,312
>Hawai/Hawaii 0,0388
>Siryen/Syrien 0,000262
>
>Scheint nicht so richtig der reinrassige Reinreisser zu sein.
>Da ist Laubaum/Laubbaum noch 16mal haeufiger, ohne dass
>einem das als ausgesprochene Rechtschreibfalle aufgefallen waere.
Bei Libyen/Syrien macht die Kombination die Falle aus. Als Kind
wurde ich auch ein Opfer dieses Diktat-Klassikers und ich
erinnere mich noch, daß ich ins Schleudern kam, obwohl ich
eigentlich wußte, wie 'Libyen' geschrieben wird.
> Erik Fiss <er...@despammed.com> wrote:
>> Und im Langenscheid
> Langenscheid_t_
Hoppla.
>
>> steht Kebap. Wie ist der Duden auf dieses, äh, schmale Brett
>> gekommen?
>
> Nicht nur Duden, sondern alle mir bekannten Wörterbücher inklusive
> der Wortliste der RSR. Sooo schmal ist das Brett nicht.
Fein, eine Dissidentenrolle des Duden hatte ich auch nicht vermutet. Meine
Verwunderung bezog sich viel mehr darauf, dass die deutsche Rechtschreibung
ein Fremdwort in einer Schreibweise kodifiziert, die sich von der in der
Ursprungssprache unterscheidet.
Bei lange assimilierten Fremdwörtern wie Portemonnaie (nein, ich werde hier
nicht die gruselige neu-richtige Schreibweise verwenden, meine Mutter ist
Französin ;-) mag das ja noch angehen, aber bei *Kebab*?
Mittlerweile ist mir aber zumindest eine mögliche Antwort eingefallen:
Das Wort kommt ursprünglich aus dem Arabischen, und dort gibt es kein
p-Äquivalent. (Wohl aber das /bab/, das i.d.R. mit /b/ transkribiert wird).
Nur für's Protokoll
-- Erik
Hmm. Dann wär's in der Tat eine nette Rechtschreibfalle ... Und den
Kebap-Buden-Besitzern ist dennoch kein Vorwurf zu machen, oder?
> Andreas Kabel <aka...@penguin.slac.stanford.edu> wrote:
>
>>Libyen/Lybien 0,312
>>Hawai/Hawaii 0,0388
>>Siryen/Syrien 0,000262
>>
>>Scheint nicht so richtig der reinrassige Reinreisser zu sein.
>>Da ist Laubaum/Laubbaum noch 16mal haeufiger, ohne dass
>>einem das als ausgesprochene Rechtschreibfalle aufgefallen waere.
>
> Bei Libyen/Syrien macht die Kombination die Falle aus.
Glaube ich nicht. Sucht man nur nach Webpages, die "Syrien" nicht
enthalten, findet man sogar ein Lybien/Libyen von 0,40. Im obigen
Posting muss es uebrigens natuerlich "Lybien/Libyen" heissen.
--
Andreas Kabel aka...@stanford.edu | +1(650)926-5069 (office)
Stanford Linear Accelerator Center | +1(650)926-4603 (fax)
2575 Sand Hill Road, MS 27 | +1(650)269-2545 (cell)
Menlo Park, CA 94025 | +1(408)733-1867 (home)
> Uns ist bekannt, daß die 47jährige Geographin noch im Negligé eine
> substantielle Mahlzeit zu sich genommen hat, die im wesentlichen aus
> Prinzeßbohnen mit Corned beef und karamelisiertem Thunfisch sowie
> reichlich Faßbier bestand. Wir wüßten deshalb gern, ob der gemsfarbene
> Wollappen, der noch gestern abend tränennaß an der Rauhfasertapete des
> Eßzimmers hing, irgend etwas mit den schon des öfteren erwähnten
> Kongreßakten zu tun hat, nach deren Lektüre wir hinsichtlich des lange
> vermißten Känguruhs im dunkeln tappen.
Die 'ß' sind schon mal alle falsch... Und die Tapete müsste doch
mittlerweile Raufasertapete heißen, oder?
Gruß Dirk.
> Andreas Kabel <aka...@penguin.slac.stanford.edu> wrote in
> news:86fzq3n...@penguin.slac.stanford.edu:
>
>> Libyen/Lybien 0,312
> Sind sowieso alles Spitzfindigkeiten. "Libyen" mag richtig sein, aber es
> sieht MUSEN doof aus.
Spricht sich vor allem doof aus.
> In den Staub mit allen Feinden Brandenburgs!
Google:
"In Staub"/"In den Staub" 36/22. "In Staub" ist aber richtig.
> Bei lange assimilierten Fremdwörtern wie Portemonnaie (nein, ich
> werde hier nicht die gruselige neu-richtige Schreibweise
> verwenden, meine Mutter ist Französin ;-)
Dass "Portmonee" nunmehr akzeptiert ist, heißt aber nicht, dass
"Portemonnaie" falsch wäre. Genauso wie "aufwendig" neben
"aufwändig" gleichberechtigt ist.
M.
Quatsch. Das ist völlig korrekte ARS, die noch bis 2005 gültig
ist. Im übrigen - wenn Du auf NRS bestehst - hast Du noch einiges
übersehen:
substantielle
karamelisierten
gemsfarben
Wollappen
öfteren
Känguruh
dunkeln
M.
Genau das ist der Grund. Das Wort Kebab gibt es im Deutschen schon länger
als die Kebap-Buden der Türken. Als die Türken das auch für sie fremde
arabische Wort in das lateinische Alphabet transkribierten, gaben sie, gemäß
ihrer Aussprache, die Endlautverhärtung wieder. Sollten wir nun erwarten,
daß sie in Deutschland von ihrer gewohnten Schreibweise abweichen, nur weil
wir schon seit dem 19. Jahrhundert 'Kebab' schreiben?
Viele Grüße von
Armin Saam
- ys
_________________________________
Recht haste!
Whiskey: irisch und amerikanisch
Whisky: schottisch
(lt. Duden)
Das mit dem "si tacuisses..." müßtest Du noch auf die passende Art ergänzen.
Nicht Philosoph, sondern ein Irrender wäre ich geblieben, und die meisten
Leser Ahnungslose. Jetzt wissen sie endlich das, was jeder Trinker wissen
muß.
Prost!
Armin
"Hachse" ist nicht die norddeutsche, sondern die Duden-Variante. Rätselhaft
ist mir, wie es überhaupt zu den verschiedenen Schreibweisen kommt. Ich
würde das Wort aus 'hacken' ableiten und, wenn ich in der Duden-Redaktion
säße, konsequent die Schreibung "Hackse" empfehlen. Aber auf mich hört ja
keiner!
Armin
>> substantielle
> ^^^^^^^^^^^^^
>
> ist, als Nebenform, zugelassen
Danke für den Hinweis.
M.
> "Hachse" ist nicht die norddeutsche, sondern die Duden-Variante.
Eine der Duden-Varianten, denn die Haxe ist selbstverständlich auch
verzeichnet.
> Rätselhaft ist mir, wie es überhaupt zu den verschiedenen
> Schreibweisen kommt. Ich würde das Wort aus 'hacken' ableiten
> und, wenn ich in der Duden-Redaktion säße, konsequent die
> Schreibung "Hackse" empfehlen. Aber auf mich hört ja keiner!
Kein Wunder, bei Deiner Privatetymologie.
Die echte (laut Wahrig):
| < ahd. /hahsa/ < germ. /*hanh-/ (-> /hangen/)
| + germ. /*senawo-/ (-> /Sehne))
M.
> Sollten wir nun erwarten,
> daß sie in Deutschland von ihrer gewohnten Schreibweise abweichen, nur weil
> wir schon seit dem 19. Jahrhundert 'Kebab' schreiben?
Höchstens auf zweisprachigen Speisekarten ;-)
-- Gruß Erik
> "Hachse" ist nicht die norddeutsche, sondern die Duden-Variante. Rätselhaft
> ist mir, wie es überhaupt zu den verschiedenen Schreibweisen kommt. Ich
> würde das Wort aus 'hacken' ableiten und, wenn ich in der Duden-Redaktion
> säße, konsequent die Schreibung "Hackse" empfehlen. Aber auf mich hört ja
> keiner!
Deinen Fehler betreffend "hacken" ist dir bereits angezeigt worden.
Meine Frage ist nun:
Klänge denn die Aussprache von "Hackse" der "Haxe" überhaupt ähnlicher,
als die von "Hachse"?
"Hachse" war mir bisher völlig unbekannt; ich weiss also nicht wie das
darin enthaltene "ch" in D ausgesprochen wird.
Ist es ein "ch" wie in "Achtung", oder eben wie in "Haxe"?
Sprecht ihr nicht auch "Büxe" für die Büchse?
- ys
> "Hachse" war mir bisher völlig unbekannt;
Mir auch.
> ich weiss also nicht wie das
> darin enthaltene "ch" in D ausgesprochen wird.
Gibt es in der Schweiz das Wort Lachse (mehrere Fische
der Art Lachs)? "Laxe" ist MUSEN die Standardaussprache,
ich wüßte nicht, warum ich die bei Hachse verlassen sollte.
Matthias
--
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>>substantielle
>>karamelisierten
>>gemsfarben
>>Wollappen
>>öfteren
>>Känguruh
>>dunkeln
> Negligee (warum eigentlich nicht "Neglischee"?)
Negligé ist zulässig.
> Corned Beef
oder Cornedbeef
> des Öfteren
> im Dunkeln
Stehen da.
M.
> Gibt es in der Schweiz das Wort Lachse (mehrere Fische
> der Art Lachs)? "Laxe" ist MUSEN die Standardaussprache,
> ich wüßte nicht, warum ich die bei Hachse verlassen sollte.
Wie auch bei der Achse.
M.
> Yvonne Steiner schrieb:
>
> > "Hachse" war mir bisher völlig unbekannt;
>
> Mir auch.
>
> > ich weiss also nicht wie das
> > darin enthaltene "ch" in D ausgesprochen wird.
>
> Gibt es in der Schweiz das Wort Lachse (mehrere Fische
> der Art Lachs)?
Also: 100%ig sicher bin ich mir nicht, aber ich meinte, als
Sammelbegriff hiesse das einfach Lachs (ohne Artikel).
Hingegen ist die Mehrzahl von einem Lachs selbstverständlich: Lachse.
Nun, ich bin eine schlechte Lachskennerin; aber gibt es denn überhaupt
(namentliche) Unterschiede, ausser denen ihrer Herkunft? (Atlantischer,
irischer, neufundländischer Lachs).
> "Laxe" ist MUSEN die Standardaussprache,
> ich wüßte nicht, warum ich die bei Hachse verlassen sollte.
Genau das wusste ich eben nicht und deshalb fragte ich danach.
Hier sagt man eben nicht Laxe, sondern Lachse.
- ys
>Nun, ich bin eine schlechte Lachskennerin; aber gibt es denn überhaupt
>(namentliche) Unterschiede, ausser denen ihrer Herkunft? (Atlantischer,
>irischer, neufundländischer Lachs).
Doch, da gibt's zum Beispiel:
Silberlachs, Königslachs, Rotlachs, Buckellachs, Hundslachs
Quellen: (mit Bildern)
http://www.komahamlodge.com/text_08_de.html
http://www.swiftwaterguides.com/fischarten.html
Um noch on topic zu bleiben:
> > "Laxe" ist MUSEN die Standardaussprache,
> > ich wüßte nicht, warum ich die bei Hachse verlassen sollte.
> Genau das wusste ich eben nicht und deshalb fragte ich danach.
> Hier sagt man eben nicht Laxe, sondern Lachse.
Ich (aus Wien) sage Laxe.
Grüße
Christian
Besser wäre die Kombination »Libyen/Lydien«:
»Der lydische König empfing einen libyschen Gesandten.«
> Sucht man nur nach Webpages, die "Syrien" nicht
> enthalten, findet man sogar ein Lybien/Libyen von 0,40. Im obigen
> Posting muss es uebrigens natuerlich "Lybien/Libyen" heissen.
Die Schreibung »sybillinisch« kommt auch recht häufig vor.
Schöne Grüße,
Wolf
>"Armin Saam" <sa...@fh-koblenz.de> wrote:
>
>> Wetten, daß Dir hier 99 von 100 die "Schweinshaxe" und "Kebap"
>> anbieten, und das nur, weil das eine in Süddeutschland
>> gebräuchlich ist und das andere von den Türken so geschrieben
>> wird (im Duden steht: Kebab).
>
>Die süddeutsche Variante der Hachse (ich hab bis vor zwei Minuten
>nicht einmal gewusst, dass es die norddeutsche überhaupt gibt) ist
>nach Duden selbstverständlich zulässig und nach ÖWB ebenso
>selbstverständlich erste Wahl.
Hachse? Ich kann das immer noch nicht glauben. Kebab oder Kebap, das
fällt für mich dagegen unter die Toleranz bei Übertragungen aus
anderen Schriftsystemen.
Hachse, tststs ...
Grüße
Jörg.
--
"Recht hat er, der Dingsbums!"
> Der obige Text wurde absichtlich so konstruiert, daß
> möglichst viele BRaZ-geänderte Wörter darin vorkommen
... und zwar von der Fa. Duden zu Werbezwecken.
- Sebastian
--
So gab [Opitz] den Deutschen den Willen zur Form wieder und gab ihnen die
angestrengte Bemühung um technische Vollendung auf, ohne die es überhaupt
keine Kunst gibt. Denn Kunst hängt mit Können zusammen.
(Fricke/Klotz: Geschichte der deutschen Dichtung)
Ich muß es gestehen: Mein Verhältnis zur Hachse/Haxe ist eher kulinarisch
als etymologisch.
AS
Proferssor Lüthi schrieb in seiner Experimentalphysik-Vorlesung immer
'Axe'. Ist das üblich in der Schweiz?
Gruß
Thomas
>> > Rätselhaft ist mir, wie es überhaupt zu den verschiedenen
>> > Schreibweisen kommt. Ich würde das Wort aus 'hacken' ableiten
>> > und, wenn ich in der Duden-Redaktion säße, konsequent die
>> > Schreibung "Hackse" empfehlen. Aber auf mich hört ja keiner!
>> Kein Wunder, bei Deiner Privatetymologie.
> Ich muß es gestehen: Mein Verhältnis zur Hachse/Haxe ist eher
> kulinarisch als etymologisch.
Ahem - "hacken" hat für Dich eine kulinarischen Konnotation?
M.
Doch, gehackt wird in der Küche schon so manches. Haxen allerding
eher nicht.
Love and Peace,
Mark
--
Deutsche Gesetze im WWW: http://www.rechtliches.de
> Michael Pronay schrieb:
> > Matthias Opatz) wrote:
> >
> >>Gibt es in der Schweiz das Wort Lachse (mehrere Fische
> >>der Art Lachs)? "Laxe" ist MUSEN die Standardaussprache,
> >>ich wüßte nicht, warum ich die bei Hachse verlassen sollte.
> >
> > Wie auch bei der Achse.
> Proferssor Lüthi schrieb in seiner Experimentalphysik-Vorlesung immer
> 'Axe'. Ist das üblich in der Schweiz?
Nein.
- ys
Wenn es aber doch einer schreibt, dann ist das der Axe-Effekt ;-)
Gruß,
Michael
Mein Ge||:hör:||t hier nur [ks], und so sollte man es dann doch auch
schreiben, wenn schon...
Gruß,
Michael
Woher zitierst Du das?
In meiner Neuregelung steht:
| § 37: Substantive, Adjektive, Verbstämme, Pronomen oder Partikeln
| können mit Substantiven Zusammensetzungen bilden. Man schreibt sie
| ebenso wie mehrteilige Substantivierungen zusammen.
|
| Dies betrifft
|
| (1) Zusammensetzungen, bei denen der letzte Bestandteil ein
| Substantiv ist, zum Beispiel:
| /Feuerstein, Lebenswerk, Kirschbaum, Kohlenwasserstoff, Wochenlohn,
| Dienstagabend
| Airbag, Bandleader, Football, Ghostwriter, Mountainbike, Nightclub,
| Streetwork, Weekend, Worldcup
| Zweierbob, Fünfkampf, Selbstsucht, Leerlauf, Faultier, Außenpolitik,
| Rastplatz, Nichtraucher, Ichsucht, Achtzigerjahre (auch achtziger
| Jahre), Vierachteltakt, Dreiviertelliterflasche
| Background, Bestseller, Bluejeans, Bypassoperation, Clearingstelle,
| Hardware, Secondhandshop, Selfmademan, Swimmingpool, Upperclass;
| Bigband, Blackbox, Softdrink/
| E1: Bei Verbindungen aus Adjektiv und Substantiv wie in Bigband,
| Blackbox, Softdrink ist in Anlehnung an die Herkunftssprache auch
| Getrenntschreibung möglich: Big Band, Black Box, Soft Drink.
Es ging nicht um die Schreibung von Gehörtem, sondern um
die Aussprache von Geschriebenem (hier: [H/L]achse - wird
das wirklich irgendwo [H/L]ach'se ausgesprochen?).
> Da ist Laubaum/Laubbaum noch 16mal haeufiger, ohne dass
> einem das als ausgesprochene Rechtschreibfalle aufgefallen waere.
Und dann gibt es noch 16.600mal "Wochende".
--
bli
> Tunfisch (Kotauschreibung, neben Thunfisch)
Wird das üblicherweise nicht immer ausgeschrieben? ;)
--
bli
>> Beim "Kraxeln" verläßt man sie auch nicht -- oder schreibst
>> Du "Krachseln"?
>
> Es ging nicht um die Schreibung von Gehörtem, sondern um
> die Aussprache von Geschriebenem (hier: [H/L]achse - wird
> das wirklich irgendwo [H/L]ach'se ausgesprochen?).
Viele Schweizer sprechen das "chs" in Lachse, Achse, wachsen, Büchse,
wechseln, Echse, usw. genau so aus wie in "gleichseitig" oder
"Hochsee". Man spricht diese Wörter im Dialekt mit ch's, und den
meisten Leuten ist nicht klar, dass man sie in der Hochsprache anders
ausspricht, oder sie sind zu faul (oder sie haben andere Gründe), ihre
Aussprache anzupassen.
Haxe und kraxeln sind deutsch-deutsche Wörter, die im Dialekt nicht
oder kaum vorkommen; die werden mit ks ausgesprochen.
- Andi
"Corned" ist in der Ausgangssprache zweifelsfrei ein Adjektiv, und es
liegt nahe, es auch im Deutschen so wiederzugeben. Erklärungsbedürftig
ist dann nur seine Großschreibung, die man aber unter "Eigenname"
subsumieren könnte - nicht ganz von der Hand zu weisen, weil wohl keines
der beiden Wörter alleine vorkommt.
Bei "Full-Time-Job" stellt sich die Sache anders dar. Ob man "full-time"
nun im Englischen als Adjektiv ansieht oder nicht, ist Geschmackssache;
im Deutschen jedenfalls taugt es nicht dafür. Deswegen kommt nur die
übliche Art der Kompositabildung in Frage, der Bindestrich.
> Jetzt müßte mir nur noch einer den Unterschied der folgenden beiden (in
> meinen Augen identischen) Konstruktionen erläutern:
>
> "Chewing-Gum" (mit Bindestrich, beides groß)
> "Standing Ovations" (ohne Bindestrich, beides groß).
"Chewing-Gum" ist ein "Kau-Gummi", "Standing Ovations" sind aber keine
"Steh-Ovationen" (auch wenn ich den Begriff "stehende Ovationen" eher
unglücklich gewählt finde, denn ich habe noch keine Ovation stehen sehen).
Man kann also (jedenfalls ich kann) bei den von Dir genannten Beispielen
durchaus eine gewisse Logik erkennen - wobei ich allerdings keine Gewähr
dafür übernehme, dass die sich bei anderen Beispielen, die Du fraglos
finden wirst, durchgängig belegen lässt.
> Vielleicht erbarmt sich ja ein Neuschreibadept und erleuchtet mich.
So tituliert zu werden verbitte ich mir ;-)
[weitere Zitate aus der "Norm"]
> Der Kenner sieht also: Die Geschichte ist aus einem "Guss" (Allerdings
> scheinen mehrere Gußkanäle zu existieren).
Und Lunker sind gewiss etliche drin...
Gruß,
Michael
[...]
> |Beispiele: das Corned Beef, der Chewing-Gum
>
> Interessant übrigens: Das erste ohne Bindestrich, das zweite mit.
> Auch "Full-Time-Job" soll mit Bindestrichen geschrieben werden.
>
> Erkennen wir daraus eine implizite Meta-Regel? Etwa so:
>
> Adjektive werden großgeschrieben, wenn sie zu fremdsprachigen Ausdrücken
> gehören, aber nicht mit Bindestrichen verbunden, es sei denn, der
> fremdsprachige Ausdruck ist mehrteilig. Dann doch.
>
>
> Jetzt müßte mir nur noch einer den Unterschied der folgenden beiden (in
> meinen Augen identischen) Konstruktionen erläutern:
>
> "Chewing-Gum" (mit Bindestrich, beides groß)
> "Standing Ovations" (ohne Bindestrich, beides groß).
Ich habe hier ein Englisch/Deutsch WB (Langenscheidt von 1956); hier ist
das Stichwort auch in Englisch mit Bindestrich geschrieben: chewing-gum.
"Standing Ovations" gibt es darin nicht, aber z. B. "standing-room", für
Stehplatz -> was allerdings recht verwunderlich ist -> vorausgesetzt,
dass da kein Fehler unterlaufen ist.
> Vielleicht erbarmt sich ja ein Neuschreibadept und erleuchtet mich.
Ich denke, die Bindestrichregeln, die du hier anschliessend selbst
zitiertest - sie werden gleich gesnippt sein - können das auch tun.
[...]
Die Varianten, die in diesen Paragraphen vorgestellt werden, kann man
doch in ARS seit jeher genauso antreffen.
Da gab es den Thüringer Wald neben dem Thüringer-Wald, das Ping-Pong
neben dem Pingpong, den Husten-Sirup neben dem Hustensirup, etc. pp
In ARS würde ich z. B. auch schon Null-Lösung geschrieben haben anstatt
Nullösung, weil mir letzteres überhaupt nie passte -> und das kann ich
auch noch jetzt so handhaben, weil mir die Nulllösung nicht gefällt.
Wenn mich nicht alles täuscht, weist die Bindestrichregelung in NRS nur
in den Zusammensetzungen von Zahl und Wort die wirklich markanteren
Unterschiede auf:
Wem gefällt denn der 30tönner (ARS) wirklich besser als der 30-Tönner?
Und liest sich 10-seitig (NRS) nicht doch etwas besser als 10seitig?
Und 11-prozentig gegen 11prozentig?
Auch hier kann ich sagen: Diese Bindestriche hatte ich auch in ARS schon
immer so gesetzt. [Es gab ja keine Regeln! ;-)]
> Der Kenner sieht also: Die Geschichte ist aus einem "Guss" (Allerdings
> scheinen mehrere Gußkanäle zu existieren).
Na und? Was gibt es daran denn plötzlich _wirklich_ auszusetzten?
Freiheit pur - die liebst du doch auch. ;-)
Yvonne Steiner
Du hast übersehen, dass es in meinen Beispielen um die Zusammensetzung
von Zahl und Wort ging.
- ys
>> > Und 11-prozentig gegen 11prozentig?
>> 11%ig.
> Du hast übersehen, dass es in meinen Beispielen um die
> Zusammensetzung von Zahl und Wort ging.
Ich hab nix übersehen, nur eine bessere Lösung hinzugefügt.
M.
Fantastisch, das bedeutet ja, daß man Englisch können muß, um die
deutsche Rechtschreibung zu beherrschen.
Ein großer Wurf!
Gruß, Michael
Es ging aber nicht darum, eine bessere Lösung zu finden, sondern
nur darum, dem in Altschrieb _vorgegebenen_ Wort den Neuschrieb
gegenüberzustellen.
Aus diesem Kontext gerissen, würde ich deine Lösung ja sicher
akzeptieren.
- ys
Na, jetzt lass mal die Kirche im Dorf. Vielleicht regt die Unsicherheit
über die richtige Schreibung ja auch zum Nachdenken über deutsche (und
somit idealerweise rechtschreiblich unstrittige) Alternativen an. Zu
"Corned Beef" fällt mir natürlich auch nichts Vernünftiges ein, aber
"Full-Time-Job" muss ja nun wirklich nicht sein.
Gruß,
Michael
> aber "Full-Time-Job" muss ja nun wirklich nicht sein.
Wieso? "Job" ist ja (mittlerweile) unstrittig ein deutsches Wort.
Und wenn ich ein zusammengesetztes Substantiv mit "Job" als
Grundwort bilde, gibt es nur zwei Möglichkeiten: konsequente
Zusammenschreibung oder Kopplung mit Bindestrich (was auch immer
das Bestimmungswort sein mag).
> y...@swissonline.ch (Yvonne Steiner) schrieb:
> Und Du hast übersehen, daß sich um die Bindestrichverwendung in
> Verbindung von Ziffern, Zeichen und Buchstaben wiederum eine Reihe von
> Regeln rankt.
Dann hast du mein diesbezügliches Posting wohl übersehen; ich hatte dort
ausdrücklich die "markanteren Unterschiede" erwähnt.
- ys
> Ich empfinde "Tschopp" noch immer nicht als deutsches Wort. Für mich ist
> ein "Job" nach wie vor "Gelegenheitsarbeit", nicht etwa eine "dauerhafte
> Arbeitsstelle".
Manche verwenden es auch für Auftrag: "Ich habe hier noch einen Job liegen."
Auch nicht sehr schön.
Gruß Dirk.
> Ich empfinde "Tschopp" noch immer nicht als deutsches Wort. Für
> mich ist ein "Job" nach wie vor "Gelegenheitsarbeit", nicht etwa
> eine "dauerhafte Arbeitsstelle".
Also lang genug hat der Job sein Gastrecht ausgeübt. Den "Jobber"
gibt's schon in den Kraus'schen "Letzten Tagen der Menschheit".
M.
> y...@swissonline.ch (Yvonne Steiner) schrieb:
>
> >Martin Gerdes <martin...@gmx.de> wrote:
> >[...]
Ich schrieb:
> >Ich habe hier ein Englisch/Deutsch WB (Langenscheidt von 1956);
>
> Meiner Kenntnis war das vor der BRaZ, ist somit für die BRaZ-Regel nur
> bedingt aussagekräftig.
Ich wollte damit aber aufzeigen, dass es damals eben so geschrieben
wurde und es sich wohl dementsprechend hier so eingeschliffen hat.
Es könnte ja als _Marke_ so geschrieben worden sein -> Branding.
Wie bei Coca-Cola auch.
> >hier ist das Stichwort auch in Englisch mit Bindestrich geschrieben:
> >chewing-gum.
>
> Für mich ist "chewing-gum" ein rein englisches Wort.
Für mich ein "rein" amerikanisches.
Die Amerikaner waren es, die ihre Chewing-Gums einst hier verteilten.
> Mein
> online-Wörterbuch zeigt das Stichwort ohne Bindestrich,
Andere wiederum übersetzen Kaugummi in: Chewing rubber. ;-)
> ein papiernes
> mit. Das ist aber sekundär.
>
> Von einem Stichwort, das als Beispiel in einer "Amtlichen Regelung"
> erscheint, erwarte ich,
^^^
Die NRS ist halt nicht auf dich zugeschnitten. ;-)
>daß es einigermaßen für eine Kategorie steht.
> Wörter, die in fremden Sprachen Einzelfälle sind, haben hier nichts zu
> suchen.
Wären Einzelfälle aber gar nicht aufgeführt, dann würdest du gerade dies
beanstanden.
[...]
> >In ARS ....
>
> ... wurde manches gemacht, was zur Rechtfertigung der NRS nicht taugt.
> Schließlich ist sie mit dem Anspruch angetreten, zumindest vieles, wenn
> nicht alles besser zu machen, insbesondere soll sie regelhafter sein.
Das ist eine deiner stereotypen Antworten. Sie bringt uns nicht weiter.
> >Wenn mich nicht alles täuscht, weist die Bindestrichregelung in NRS nur
> >in den Zusammensetzungen von Zahl und Wort die wirklich markanteren
> >Unterschiede auf:
>
> Nicht ablenken. Mir ging es um die Bindestrichregelung bei
> fremdsprachlichen Ausdrücken. Wann setzt man einen, wann setzt man
> keinen?
DUSE dürfte dir doch keine Schwierigkeiten bereiten.
> >Wem gefällt denn der 30tönner (ARS) wirklich besser als der 30-Tönner?
>
> Ich finde beide Ausdrücke wunderbar heimelig, weil spezifisch
> schweizerisch.
>
Nicht ablenken! Die Frage ist so nicht beantwortet.
> >Und liest sich 10-seitig (NRS) nicht doch etwas besser als 10seitig?
> >Und 11-prozentig gegen 11prozentig?
>
> Und 3fach (ARS) gegen 3fach (NRS)?
In Ableitungen wird nach wie vor zusammengeschrieben: 60er, 32stel und
eben 3fach.
Auch hier ist meine Frage nicht beantwortet.
> >> Der Kenner sieht also: Die Geschichte ist aus einem "Guss" (Allerdings
> >> scheinen mehrere Gußkanäle zu existieren).
>
> >Na und? Was gibt es daran denn plötzlich _wirklich_ auszusetzen?
> >Freiheit pur - die liebst du doch auch. ;-)
>
> Nicht ablenken!
Ich weiss nicht, wer da mehr ablenkt?
>
> Die BRaZ sollte die schreckliche, die regellose (oder mit zu vielen
> Fialen bestückte) Zeit ablösen, Ausnahmen ausholzen und wenige einfache
> Regeln liefern.
Nicht schon wieder das!
> Glauben wir doch diese Absicht mal -- aber hinterfragen wir sie im
> Einzelfall: Warum und nach welcher Regel werden zwei anscheinend gleich
> gebaute Konstruktionen unterschiedlich geschrieben?
Der Chewing-Gum steht doch als einziges Beispiel da.
> (Dein Ausweichen interpretiere ich als: "Ich weiß es nicht." Und das IST
> natürlich schon eine Aussage.
Nein, das ist deine Interpretation.
> Auch, daß unser Ober-BRaZ-Freund schweigt,
> mit der fadenscheinigen Ausrede, mit mir 'diskutiere' er nicht, ist auch
> eine Aussage).
Da steht ein "auch" zuviel.
Yvonne Steiner
> y...@swissonline.ch (Yvonne Steiner) schrieb:
>
> >> Für mich ist "chewing-gum" ein rein englisches Wort.
> >Für mich ein "rein" amerikanisches.
>
> Na gut.
>
> >> Von einem Stichwort, das als Beispiel in einer "Amtlichen Regelung"
> >> erscheint, erwarte ich,
> > ^^^
> >Die NRS ist halt nicht auf dich zugeschnitten. ;-)
>
> Wenn Argumente aus sind ....
Das _war_ ein Argument.
> Na dann also: Von einem Stichwort, das als Beispiel in einer "Amtlichen
> Regelung" erscheint, ist eine gewisse Allgemeingültigkeit zu erwarten.
>
> So besser?
An sich schon, aber: Wir (du und ich) hatten nur einen Einzelfall in
Diskussion - und daraus lässt sich nun mal keine Allgemeingültigkeit
hervorzuzaubern.
(In Sachen "Corned Beef" und "Standing Ovations" führtest du deine
Diskussion mit anderen; magst also bitte auch dort weiterfahren, falls
das noch gelingt.)
> >> >In ARS ....
>
> >> ... wurde manches gemacht, was zur Rechtfertigung der NRS nicht taugt.
> >> Schließlich ist sie mit dem Anspruch angetreten, zumindest vieles, wenn
> >> nicht alles besser zu machen, insbesondere soll sie regelhafter sein.
>
> >Das ist eine deiner stereotypen Antworten. Sie bringt uns nicht weiter.
>
> Nein, warum?
Weil wirs schon öfters versucht haben und es sich so bewahrheitet hat.
> Die ARS hat sich aus sich heraus weiterentwickelt, impliziten Regeln
> folgend, die den meisten Anwendern nicht bewußt waren.
Siehst du, schon wieder das alte Lied.
Solange sie diese in der Schule pauken mussten, waren sie sich deren
schon sehr bewusst.
> Die NRS jedoch
> dreht das Prinzip um: Hier haben sich Schreibweisen explizit nach Regeln
> zu richten. Das ist genau der gegenteilige Ansatz.
Das ist deine Sicht der Dinge ->->
> Wenn sich nun aber
> die Regeln widersprechen, müssen sie sich gefallen lassen, daß man sagt:
> Die Regel ist schlecht.
->-> und wenn du nicht alles immer so verallgemeinern würdest, bekämest
du ja auch von uns Neuschreibern hin-und-wieder die gesuchte Zustimmung.
>
> >> >Wenn mich nicht alles täuscht, weist die Bindestrichregelung in NRS nur
> >> >in den Zusammensetzungen von Zahl und Wort die wirklich markanteren
> >> >Unterschiede auf:
> >>
> >> Nicht ablenken. Mir ging es um die Bindestrichregelung bei
> >> fremdsprachlichen Ausdrücken. Wann setzt man einen, wann setzt man
> >> keinen?
>
> >DUSE dürfte dir doch keine Schwierigkeiten bereiten.
>
> Also: Du weißt es nicht und kannst die Vorgehensweise auch aus dem
> "Amtlichen Regelwerk" nicht herauslesen.
Es ging, wie gesagt, um einen Einzelfall, den "Chewing-Gum".
Was ist denn da aber so schwierig zu verstehen, dass du noch immer nach
einer Regel suchst?
Wenn Chewing-Gum (engl./amerik.), statt ohne, auch _mit_ Bindestrich
geschrieben werden kann, warum sollte das auf Deutsch denn nicht gehen?
Es entspricht unserer Schreibung doch weit mehr.
Ich konnte doch wirklich annehmen, dass du das weisst.
>
> >> >Wem gefällt denn der 30tönner (ARS) wirklich besser als der 30-Tönner?
>
> >> Ich finde beide Ausdrücke wunderbar heimelig, weil spezifisch
> >> schweizerisch.
>
> >Nicht ablenken! Die Frage ist so nicht beantwortet.
>
> 30-Tönner schreibt man im Reich nicht.
Dann halt eben 30-Tonner.
> Ich würde seine bundesdeutsche Entsprechung immer ausschreiben.
Das war hier nicht die Frage.
>
> >> >Und liest sich 10-seitig (NRS) nicht doch etwas besser als 10seitig?
> >> >Und 11-prozentig gegen 11prozentig?
>
> >> Und 3fach (ARS) gegen 3fach (NRS)?
>
> >In Ableitungen wird nach wie vor zusammengeschrieben: 60er, 32stel und
> >eben 3fach.
>
> >Auch hier ist meine Frage nicht beantwortet.
>
> Eine Suggestivfrage ist eine Frage, bei der der Schreiber dem
> prospektiven Antworter bereits eine Antwort in den Mund legt.
Der dieser trotzdem Gegensätzliches erwidern kann.
> Meine Frage übrigens hast Du auch übergangen, wenn wir schon auf dieser
> Ebene diskutieren wollen.
>
> Man hat für eine Sache, die ohne Regel klar war, eine Regel neu
> eingeführt, und zwar eine komplizierte, die die Leute nicht beherrschen.
>
> In diesem Punkt ist die neue Regel komplexer und somit schwieriger als
> die alte. Das muß man klar feststellen (dürfen).
Du darfst alles, musst aber auch mit etwaigen Einwänden rechnen; ich
habe meine Ansicht über den Gebrauch des Bindestrichs in ARS bereits
abgegeben; darauf eingegangen bist du allerdings nicht.
>
> "Leserlichkeit" war bei der Einführung der BRaZ keine Kategorie, sondern
> "Regelhaftigkeit". Untersuchungen zur Leserlichkeit wurden meines
> Erachtens in diesem Punkt weder vorher noch hinterher gemacht.
Wird das nicht 2003 noch stattfinden?
Du kennst doch den nächsten Termin und die Ziele der Zwischenstaatlichen
Kommission viel besser als ich.
>
> >> >> Der Kenner sieht also: Die Geschichte ist aus einem "Guss" (Allerdings
> >> >> scheinen mehrere Gußkanäle zu existieren).
>
> >> >Na und? Was gibt es daran denn plötzlich _wirklich_ auszusetzen?
> >> >Freiheit pur - die liebst du doch auch. ;-)
>
> >> Nicht ablenken!
>
> >Ich weiss nicht, wer da mehr ablenkt?
>
> Der BRaZ wird das Schild vorhergetragen: Weniger Regeln als vorher,
> klarere Regeln als vorher, alles wird einfacher, alles wird besser.
Siehst du, schon wieder dein "Refrain"; merkst du das denn wirklich
nicht?
> Und an diesem Anspruch muß man die Neuregelung nach wie vor messen (und
> die Protagonisten ihn rechtfertigen lassen). Wie kompliziert die BRaZ im
> Detail ist, hast ja gerade Du durch intensive Beschäftigung in den
> letzten Monaten erkennen müssen. Gerade Du hattest doch den Sprüchen
> vertrauensvoll Glauben geschenkt
Das stimmt eben nicht - gegen solcherlei abwertende Unterstellungen von
deiner Seite her, wehre ich mich schon von Anfang an.
> und Dich dann aus der Beschäftigung mit
> der NG über den Regeltext gemacht.
> Erst dann hast Du festgestellt, daß
> dat Dingen tatsächlich sehr viel schwieriger ist als immer behauptet.
Ich empfinde die NRS nicht gar so schwierig - anfangs war nur manches
eben ungewohnt - und natürlich erkenne auch ich die allerseits bekannten
Unzulänglichkeiten der GZS.
Ich bin aber keine Sprachexpertin, und kann dir Regeln sprachlich eben
nicht so fachkundig aufbereiten, wie andere hier das können.
Ich lasse sie, mit Achtung, gerne vor.
[...]
> >Nicht schon wieder das!
>
> Natürlich doch.
> Kann ich dafür, daß Du die Wahrheit nicht hören magst?
Beispiele höre bzw. lese ich immer wieder gerne, ein blosses Lamentieren
eben nicht.
> Wäre die BRaZ so gut, wie immer behauptet, sollte es doch keinerlei
> Schwierigkeit sein, den Kritiker mit guten Argumenten den Wind aus den
> Segeln zu nehmen.
Du hast aber keine Segel gehisst - sondern eine undurchdringliche Mauer
aufgerichtet.
Yvonne Steiner
>> Den "Jobber" gibt's schon in den Kraus'schen "Letzten Tagen der
>> Menschheit".
> Als "Arbeitsplatzinhaber" oder als "Gelegenheitsarbeiter"?
Weder noch. Der von "Kurt Krolop in Zusammenarbeit mit einem
Lektorenkolletiv unter der Leitung von Dietrich Simon" im Jahr
1978 im Verlag Volk und Welt, Berlin/DDR herausgegebene Kommentar
("Die letzten Tage der Menschheit. Materialien und Kommentare",
Ausgewählte Werke Band 5,2) sagt: "Spekulant".
M.
Ah, das ist interessant.
Laut Pfeifer ist das Wort in dieser Bedeutung im 18. Jh. aus dem
Englischen übernommen worden.
Die Herkunft ist unsicher. Es wird aber in Zusammenhang mit altirisch
"gop" (Schnabel) gebracht.
Der Jobber ist ein Schnäppchenjäger, erlaube ich mir mal zu spekulieren.
Ralf
Ich bin ganz Deiner Meinung - sowohl was den "Job" betrifft als auch
bezüglich der Kompositum Bildung. Was mich stört, ist vielmehr das
"Full-Time-" - täte es ein "Vollzeitjob" (wo "-beschäftigung" zu
förmlich ist) denn nicht auch?
Gruß,
Michael
Nein. Aber ich als Erstklässler wusste auch gar nicht, was das überhaupt
ist ;-)
>>Bei "Full-Time-Job" stellt sich die Sache anders dar.
>
> Du hältst "full" also nicht für ein Adjektiv?
Natürlich - ebenso wie ich "voll" für ein Adjektiv halte, "Vollzeit"
aber eher nicht.
>>Ob man "full-time" nun im Englischen als Adjektiv ansieht oder
>>nicht, ist Geschmackssache; im Deutschen jedenfalls taugt es nicht
>>dafür.
>
> Das macht nichts. Im Englischen werden weniger Komposita gebildet als im
> Deutschen -- aber es gibt sie! --,
Ach was.
> stattdessen nimmt man Verbindungen
> zwischen Adjektiven und Substantiven. 'Monatskarte' z.B. wäre 'monthly
> ticket'.
Und weiter?
>>Deswegen kommt nur die übliche Art der Kompositabildung in Frage,
>>der Bindestrich.
>
> So wie bei "handful", meinst Du?
"Üblich" heißt nicht "ausschließlich". Übrigens war an dieser Stelle
meines Texts das Englische schon abgefrühstückt, "die übliche Art" bezog
sich bereits wieder auf das Deutsche: Soll ein Kompositum aus zwei
Bestandteilen gebildet werden, von denen eines schon einen Bindestrich
enthält, wird man an der Nahtstelle üblicherweise auch einen Bindestrich
setzen, damit die Enge der Zugehörigkeit der Wörter zueinander nicht
falsch dargestellt wird. (Über sowas wie "Richard-Wagnerstraße" könnt'
ich mich aufregen...)
> Aber "chewing gum" ist ein kauender Gummi.
> Hast Du denn schonmal einen Gummi kauen sehen?
[x] Du möchtest Dich eingehend über Verbalnomen (gerund)
und Partizip im Englischen informieren.
"Chewing gum" ist ein "Kauen-Gummi" (eine Wortverbindung, wie wir sie im
Deutschen durch Weglassen der Infinitivendung etwas weniger sperrig zu
gestalten suchen: "Kaugummi"). Ein Substantiv nach der ing-Form eines
Verbs *kann* zwar sowohl Subjekt als auch Objekt der durch das Verb
ausgedrückten Handlung sein, und man *kann* einen solchen Ausdruck
missverstehen - man ist dazu allerdings keineswegs verpflichtet.
>>Man kann also (jedenfalls ich kann) bei den von Dir genannten Beispielen
>>durchaus eine gewisse Logik erkennen
>
> Ich sehe sie halt nicht, während sie Dich offensichtlich anspringt.
Wie kommst Du auf "anspringen"? Vielleicht habe ich ja stundenlang
darüber gebrütet, bis ich die Quadratur des Kolumbus fand?
Gruß,
Michael
In Kiesewetters Fremdwörterbuch von 1858 steht:
| Jobber, engl. (dschobber), ein Mäkler, Wucherer.
Die moderne Bedeutung steht z. B. schon in Heyses Fremdwörterbuch
von 1896:
| Jobber, m. engl. (spr. dschóbber; v. job, niedrige Lohnarbeit;
| auch kleines glückliches Geschäft) ein Lohnarbeiter, Handlanger,
| Markthelfer; Unternehmer im kleinen; Makler; Speculant; in den
| Vereinigten Staaten ein Großhändler, eine Mittelsperson zwischen
| dem Warenbezieher u. Kleinhändler;
|
| Stock-Jobber (vgl. Stock), ein Börsenspeculant in England;
|
| Jobberei, (engl. jobbery) die Börsenspeculation, das wucherhafte
| Makeln.
Das Wort »Job« ist dort aber noch nicht verzeichnet.
Bei Fontane kommt der Jobber im Sinne von Spekulant auch vor:
[Es geht um England]
| Sie sind drüben schrecklich runtergekommen, weil der Kult
| vor dem Goldenen Kalbe beständig wächst; lauter Jobber und
| die vornehme Welt obenan. Und dabei so heuchlerisch; sie
| sagen 'Christus' und meinen Kattun.
[Fontane: Der Stechlin, S. 367. Digitale Bibliothek Band 1:
Deutsche Literatur, S. 31299 (vgl. Fontane-RuE Bd. 8, S. 239)]
Schöne Grüße,
Wolf