Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Langfristig vs. laengerfristig

631 views
Skip to first unread message

Veith

unread,
Jun 22, 2016, 10:26:38 AM6/22/16
to
Gibt es eine unterschiedliche Bedeutung der Woerter "langfristig" und "laengerfristig"?

Grundsaetzlich wuerde ich sagen, dass die Bedeutung gleich ist. Von der Umgangsprache ausgehend, koennte jedoch angenommen werden, dass "langfristige" Prozesse länger dauern als "laengerfristige". Letztere Dauer somit kuerzer ist.

Was sagen die Fachleute dazu?
Veith

Detlef Meißner

unread,
Jun 22, 2016, 10:34:17 AM6/22/16
to
Am 22.06.2016 um 16:26 schrieb Veith:
> Gibt es eine unterschiedliche Bedeutung der Woerter "langfristig" und "laengerfristig"?
>
> Grundsaetzlich wuerde ich sagen, dass die Bedeutung gleich ist. Von der Umgangsprache ausgehend, koennte jedoch angenommen werden, dass "langfristige" Prozesse länger dauern als "laengerfristige". Letztere Dauer somit kuerzer ist.
>
Ja.

Detlef

--
Weit ist der Weg für den, der kein Woher hat. (Norwegisch)

Reinhard Zwirner

unread,
Jun 22, 2016, 2:23:30 PM6/22/16
to
Veith schrieb:
> Gibt es eine unterschiedliche Bedeutung der Woerter "langfristig" und "laengerfristig"?
>
> Grundsaetzlich wuerde ich sagen, dass die Bedeutung gleich ist. Von der Umgangsprache ausgehend, koennte jedoch angenommen werden, dass "langfristige" Prozesse länger dauern als "laengerfristige". Letztere Dauer somit kuerzer ist.
>
> Was sagen die Fachleute dazu?

Bin zwar kein Fachmensch, sehe es aber wie Du. Auch ein älterer
Mensch ist in aller Regel jünger als ein alter Mensch ...

Ciao

Reinhard

Dr. Falstaff

unread,
Jun 23, 2016, 12:43:12 AM6/23/16
to
_______________________________________
( 'Wo wollen Sie denn hin junger Mann?' )
( 'Das geht Sie nichts an, alte Frau.' )
---------------------------------------
o
o
__
UooU\.'@@@@@@`.
\__/(@@@@@@@@@@)
(@@@@@@@@)
`YY~~~~YY'
|| ||


Walter Schmid

unread,
Jun 23, 2016, 2:37:48 AM6/23/16
to
Am 22.06.2016 um 16:34 schrieb Detlef Meißner:
> Am 22.06.2016 um 16:26 schrieb Veith:
>> Gibt es eine unterschiedliche Bedeutung der Woerter "langfristig" und "laengerfristig"?
>>
>> Grundsaetzlich wuerde ich sagen, dass die Bedeutung gleich ist. Von der Umgangsprache ausgehend, koennte jedoch angenommen werden, dass "langfristige" Prozesse länger dauern als "laengerfristige". Letztere Dauer somit kuerzer ist.
>>
> Ja.

Wenn es zwei langfristige Prozesse gibt, ist einer davon auch
noch längerfristig, der andere ist kürzerfristig.


Gruss

Walter

--
Es würde niemand auf die Idee kommen,
ein Rudolf-Steiner-Schule-Kind zu essen.
(Hazel Brugger)



Roland Franzius

unread,
Jun 23, 2016, 2:48:31 AM6/23/16
to
Am 22.06.2016 um 16:26 schrieb Veith:
Üblich sind in wirtschaftlichen Fachjargon, zB bei Lieferung oder Miete,
die unbestimten Termini

kurzfristig = Erledigung oder Dauer im Bereich Tag-Woche
längerfristig = Terminierung im Bereich Monat bis Jahr
langfristig = über fünf Jahre bis oo, meist unterminiert gemeint

Bei Reaktionszeiten unter einer Minute im Internet-Handel haben sich die
neuen Begriffe highspeed und hochfrequent etabliert.

--

Roland Franzius

Detlef Meißner

unread,
Jun 23, 2016, 2:52:51 AM6/23/16
to
Am 23.06.2016 um 08:37 schrieb Walter Schmid:
> Am 22.06.2016 um 16:34 schrieb Detlef Meißner:
>> Am 22.06.2016 um 16:26 schrieb Veith:
>>> Gibt es eine unterschiedliche Bedeutung der Woerter "langfristig" und "laengerfristig"?
>>>
>>> Grundsaetzlich wuerde ich sagen, dass die Bedeutung gleich ist. Von der Umgangsprache ausgehend, koennte jedoch angenommen werden, dass "langfristige" Prozesse länger dauern als "laengerfristige". Letztere Dauer somit kuerzer ist.
>>>
>> Ja.
>
> Wenn es zwei langfristige Prozesse gibt, ist einer davon auch
> noch längerfristig, der andere ist kürzerfristig.
>
Und wenn es sowohl langfristig als auch längerfristig gibt, müsste es
auch noch längstfristig geben.

Detlef

--
Der Mensch ist begierig nach vorgestellten Erlebnissen, aber er weigert
sich, seine gehabten Erlebnisse zu erkennen.
(Hugo v. Hofmannsthal)

Florian Ritter

unread,
Jun 23, 2016, 4:52:06 AM6/23/16
to
Am Donnerstag, 23. Juni 2016 08:48:31 UTC+2 schrieb Roland Franzius:

> Üblich sind in wirtschaftlichen Fachjargon, zB bei Lieferung oder Miete,
> die unbestimten Termini
>
> kurzfristig = Erledigung oder Dauer im Bereich Tag-Woche
> längerfristig = Terminierung im Bereich Monat bis Jahr
> langfristig = über fünf Jahre bis oo, meist unterminiert gemeint

Vor etlichen Jahren nahm man gerne "mittelfristig" her, scheint
aber außer Gebrauch gekommen - FR

Walter Schmid

unread,
Jun 23, 2016, 4:58:07 AM6/23/16
to
Am 23.06.2016 um 10:52 schrieb Florian Ritter:

> Vor etlichen Jahren nahm man gerne "mittelfristig" her, scheint
> aber außer Gebrauch gekommen - FR
>

Du phantasierst!

https://books.google.com/ngrams/graph?content=mittelfristig&year_start=1800&year_end=2000&corpus=8&smoothing=3&share=&direct_url=t1%3B%2Cmittelfristig%3B%2Cc0

Heinz Lohmann

unread,
Jun 23, 2016, 6:18:18 AM6/23/16
to
Am 22.06.2016 um 22:26 schrieb Veith:
> Gibt es eine unterschiedliche Bedeutung der Woerter "langfristig" und "laengerfristig"?
>
> Grundsaetzlich wuerde ich sagen, dass die Bedeutung gleich ist. Von der Umgangsprache ausgehend, koennte jedoch angenommen werden, dass "langfristige" Prozesse länger dauern als "laengerfristige". Letztere Dauer somit kuerzer ist.

Das ist wie bei alten Leuten und älteren Leuten.
Die alten Leute sind älter als die letzteren.

Gibt's da nicht ein grammatisches Fachwort für? Oder wurde es im Thread
schon genannt? Absolutiv?

--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.

Heinz Lohmann

unread,
Jun 23, 2016, 6:19:26 AM6/23/16
to
Am 23.06.2016 um 14:48 schrieb Roland Franzius:
> Üblich sind in wirtschaftlichen Fachjargon, zB bei Lieferung oder Miete,
> die unbestimten Termini
>
> kurzfristig = Erledigung oder Dauer im Bereich Tag-Woche

Auch gebräuchlich: zeitnahe Erledigung

Peter Veith

unread,
Jun 23, 2016, 2:50:35 PM6/23/16
to
Am 23.06.2016 um 06:43 schrieb Dr. Falstaff:
> _______________________________________
> ( 'Wo wollen Sie denn hin junger Mann?' )
> ( 'Das geht Sie nichts an, alte Frau.' )
> ---------------------------------------

Der ist doch mal richtig gut! :-D

Veith
--
Selektive Wahrnehmung ist zwingende Voraussetzung, um sich in die
herrschenden Verhältnissen widerspruchsfrei einordnen zu können.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

Reinhard Zwirner

unread,
Jun 23, 2016, 4:14:04 PM6/23/16
to
Heinz Lohmann schrieb:

[...]
ist wie bei alten Leuten und älteren Leuten.
> Die alten Leute sind älter als die letzteren.
>
> Gibt's da nicht ein grammatisches Fachwort für? Oder wurde es im
> Thread schon genannt? Absolutiv?

Das Beispiel schon von mir.
Das "Fachwort" IMHO (noch) nicht.

Ciao

Reinhard

Detlef Meißner

unread,
Jun 23, 2016, 5:43:48 PM6/23/16
to
Am 23.06.2016 um 20:50 schrieb Peter Veith:
> Am 23.06.2016 um 06:43 schrieb Dr. Falstaff:
>> _______________________________________
>> ( 'Wo wollen Sie denn hin junger Mann?' )
>> ( 'Das geht Sie nichts an, alte Frau.' )
>> ---------------------------------------
>
> Der ist doch mal richtig gut! :-D
>
Habe ich vor einiger Zeit zu einer Kassiererin gesagt.
Männer sollten sich mal so langsam emanzipieren.

Detlef

--
Wenn wir nicht existieren würden, könnte uns nichts zustoßen.

Heinz Lohmann

unread,
Jun 23, 2016, 9:21:44 PM6/23/16
to
Am 24.06.2016 um 06:39 schrieb Stefan Ram:
> Reinhard Zwirner <reinhard...@t-online.de> writes:
>> Das Beispiel schon von mir.
>> Das "Fachwort" IMHO (noch) nicht.
>
> Manchmal spricht man hier von einem »absoluten Komparativ«.
> Die Komparativformen des absoluten Komparativs bilden
> /zusätzliche Graduierungen/. Da der absolute Komparativ
> einen geringeren Grad als der Positiv ausdrückt, so spricht
> man hier auch von einer »Steigerungsinversion«.
>

So ähnlich sagt es auch Canoonet:
"„Abschwächender“ Komparativ
Der Komparativ kann auch außerhalb von Vergleichen verwendet werden. Er
drückt dann keinen höheren Grad, sondern eher eine Abschwächung der
Grundbedeutung des Adjektivs aus:

eine längere Reise
eines der kleineren Mitgliedländer der EU
ein älterer Herr
die reicheren Einwohner der Stadt.

Außerhalb eines Vergleichs ist eine längere Reise eine Reise, die
relativ lang aber nicht wirklich lang ist.

Dieser abschwächende Komparativ kommt vor allem bei Gegensatzpaaren wie
gut–schlecht, kurz–lang, klein–groß, jung–alt, arm–reich vor. Er gibt in
gewissem Sinne eine Zwischenstufe an: [...]

<http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Adjektiv/Komparation/Komparativ.html#Anchor-35882>

Roland Franzius

unread,
Jun 24, 2016, 2:38:31 AM6/24/16
to
Am 23.06.2016 um 20:50 schrieb Peter Veith:
> Am 23.06.2016 um 06:43 schrieb Dr. Falstaff:
>> _______________________________________
>> ( 'Wo wollen Sie denn hin junger Mann?' )
>> ( 'Das geht Sie nichts an, alte Frau.' )
>> ---------------------------------------
>
> Der ist doch mal richtig gut! :-D
>
>

Eben.

Umgegendert geht die Autistinnenenreaktion auf ein versuchtes Kompliment
am ungeeigneten Zielobjekt etwa so:

Wohin, schöne Frau?
Geht sie nichts an, häßlicher Mann.

--

Roland Franzius

Carsten Thumulla

unread,
Jun 24, 2016, 2:57:46 AM6/24/16
to
Roland Franzius schrieb:
Daß Du kein Kompliment erkennst verwundert uns aber nicht.


Carsten
--
"Das längst gesuchte Zwischenglied zwischen den Affen und den wahrhaft
humanen Menschen sind wir."
Konrad Lorenz

Detlef Meißner

unread,
Jun 24, 2016, 3:35:33 AM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 08:57 schrieb Carsten Thumulla:
> Roland Franzius schrieb:
>> Am 23.06.2016 um 20:50 schrieb Peter Veith:
>>> Am 23.06.2016 um 06:43 schrieb Dr. Falstaff:
>>>> _______________________________________
>>>> ( 'Wo wollen Sie denn hin junger Mann?' )
>>>> ( 'Das geht Sie nichts an, alte Frau.' )
>>>> ---------------------------------------
>>>
>>> Der ist doch mal richtig gut! :-D
>>
>> Eben.
>>
>> Umgegendert geht die Autistinnenenreaktion auf ein versuchtes Kompliment
>> am ungeeigneten Zielobjekt etwa so:
>>
>> Wohin, schöne Frau?
>> Geht sie nichts an, häßlicher Mann.
>
> Daß Du kein Kompliment erkennst verwundert uns aber nicht.
>
"Junger Mann" ist aber kein Kompliment, besonders dann, wenn der Mann
älter als die Frau ist.

Detlef

Carsten Thumulla

unread,
Jun 24, 2016, 3:49:52 AM6/24/16
to

> "Junger Mann" ist aber kein Kompliment, besonders dann, wenn der Mann
> älter als die Frau ist.

natürlich nicht, und das andere ist nicht gebräuchlich


Jakob Achterndiek

unread,
Jun 24, 2016, 3:53:30 AM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 08:38 schrieb Roland Franzius:

> Umgegendert geht die Autistinnenenreaktion auf ein versuchtes
> Kompliment am ungeeigneten Zielobjekt etwa so:
> Wohin, schöne Frau?
> Geht sie nichts an, häßlicher Mann.

Ein früherer Kommentator reagierte darauf so:
| Beim Himmel, dieses Kind ist schön!
| So etwas hab' ich nie gesehn.
| Sie ist so sitt- und tugendreich,
| Und etwas schnippisch doch zugleich.
--
j/\a

Werner Tann

unread,
Jun 24, 2016, 4:22:16 AM6/24/16
to
Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> schrieb:

>"Junger Mann" ist aber kein Kompliment, besonders dann, wenn der Mann
>älter als die Frau ist.

Als "junger Mann" bezeichnet zu werden, ist vermutlich den meisten
Männern nicht angenehm, egal ob sie Heranwachsende sind oder Ältere.
Die Jugendlichen würden schon gerne als erwachsen betrachtet werden,
die Älteren fühlen sich verniedlicht.

Mich hat man aufgrund meines Aussehens noch jenseits der 40 gerne als
"junger Mann" betitelt. Meist waren es gleichaltrige Weiber, die
allerdings 10 Jahre älter aussahen, als sie waren, und 15 Jahre älter
als ich. :P

Jakob Achterndiek

unread,
Jun 24, 2016, 4:49:34 AM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 10:22 schrieb Werner Tann:

> Als "junger Mann" bezeichnet zu werden, ist vermutlich den meisten
> Männern nicht angenehm, egal ob sie Heranwachsende sind oder Ältere.
> Die Jugendlichen würden schon gerne als erwachsen betrachtet werden,
> die Älteren fühlen sich verniedlicht.


Man sollte sich aber immer der kommunikativen Situation bewußt
bleiben: Eine Anrede bleibt ja nicht als Attribut an mir hängen,
sondern soll nur signalisieren, daß ich gemeint sei. Für die
innere und äußere Qualität dieses Signals ist der verantwortlich,
der es aussendet. Auf den fällt dann auch mein Urteil über diese
Qualität zurück. Kurz gesagt: Wer mich "junger Mann" nennt, der
oder die entblößt sich als ein Flegel. - Das galt so auch schon
vor gut 30 Jahren!
--
j/\a

Detlef Meißner

unread,
Jun 24, 2016, 4:59:30 AM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 10:22 schrieb Werner Tann:
> Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> schrieb:
>
>> "Junger Mann" ist aber kein Kompliment, besonders dann, wenn der Mann
>> älter als die Frau ist.
>
> Als "junger Mann" bezeichnet zu werden, ist vermutlich den meisten
> Männern nicht angenehm, egal ob sie Heranwachsende sind oder Ältere.
> Die Jugendlichen würden schon gerne als erwachsen betrachtet werden,
> die Älteren fühlen sich verniedlicht.

Ich fand es als 6Jähriger ganz nett, als "junger Mann" bezeichnet zu werden.
>
> Mich hat man aufgrund meines Aussehens noch jenseits der 40 gerne als
> "junger Mann" betitelt. Meist waren es gleichaltrige Weiber, die
> allerdings 10 Jahre älter aussahen, als sie waren, und 15 Jahre älter
> als ich. :P
>
Ja, so ungefähr spielt sich das ab.
"Hallo, junger Mann, Sie da ...." erlebe ich häufiger mal. Ich reagiere
darauf aber nicht (mehr).

Detlef
--
Manche Männer sind wie Eisenbahnzüge: wehe, wenn man sie nicht
rechtzeitig in die Schranken weist.
(Brigitte Bardot)

Detlef Meißner

unread,
Jun 24, 2016, 5:01:24 AM6/24/16
to
Das Problem dabei besteht wohl darin, dass es für Männer unseren Alters
keine positiv klingende Anrede gilt.
Eine Kassiererin meinte neulich: "Wie soll ich Sie denn sonst anreden?"

Detlef

Jakob Achterndiek

unread,
Jun 24, 2016, 5:25:22 AM6/24/16
to
Und was lernt uns das?
Sie soll uns gar nicht anreden. Sie soll einfach nur kassieren.
--
j/\a

Helmut Schellong

unread,
Jun 24, 2016, 5:26:55 AM6/24/16
to
Ich sehe 'längerfristig' als vorsichtiges, unsicheres, ungenaues, noch
nicht ganz entschiedenes 'langfristig'.

Der Zielzeitraum ist bei 'längerfristig' prozentual viel größer, so daß
auch manchmal durchaus 'mittelfristig' gesagt werden kann, wie ebenso
manchmal 'langfristig'.


--
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Schellong v...@schellong.biz
www.schellong.de www.schellong.com www.schellong.biz
http://www.schellong.de/c.htm

Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 24, 2016, 5:41:48 AM6/24/16
to
Detlef Meißner skrev:

> Das Problem dabei besteht wohl darin, dass es für Männer unseren Alters
> keine positiv klingende Anrede gilt.
> Eine Kassiererin meinte neulich: "Wie soll ich Sie denn sonst anreden?"

Warum überhaupt einen Titel? Kassierer(innen) benutzen keinen,
wenn sie mir anreden. Es geschieht extrem selten, dass irgeneine
Person zu mir "Herr" sagt, aber das klingt mir nicht gut, obwohl
ich weiss, dass es höflich gemeint ist.

Es wird dann ein bisschen peinlich, wenn man irgeneiner anrufen
braucht: "Hallo, Sie/du da ... ", aber das kommt nur selten vor.
Und würde in dieser Situation "Junger Mann" die richtige Person
aufmerksam machen?

--
Bertel, Kolt, Danmark

Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 24, 2016, 5:43:40 AM6/24/16
to
Detlef Meißner skrev:

> Ich fand es als 6Jähriger ganz nett, als "junger Mann"
> bezeichnet zu werden.

Umgekehrt: Mein Vater fühlte sich beleidigt, als er als "einen
alten Mann" bezeichnet wurde - er ist 92 Jahre alt.

--
Bertel, Kolt, Danmark

Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 24, 2016, 5:50:46 AM6/24/16
to
Jakob Achterndiek skrev:

>> Eine Kassiererin meinte neulich: "Wie soll ich Sie denn sonst anreden?"

> Und was lernt uns das?
> Sie soll uns gar nicht anreden. Sie soll einfach nur kassieren.

In Dänemark ist es notwendig, dass sie uns anredet:

Hast du eine Mitgliedskarte?

und später

"Möchtest du den Bon haben?

und zuletzt:

Habe einen guten Tag.

Aber Titel brauchen sie nicht.

--
Bertel, Kolt, Danmark

Detlef Meißner

unread,
Jun 24, 2016, 6:03:01 AM6/24/16
to
Ging in diesem Falle nicht, da die Anrede mit eine Bitte verbunden war.

Detlef
--
Wer Wissen ißt, wird niemals satt. (Arabisch)

Detlef Meißner

unread,
Jun 24, 2016, 6:09:12 AM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 11:42 schrieb Bertel Lund Hansen:
> Detlef Meißner skrev:
>
>> Das Problem dabei besteht wohl darin, dass es für Männer unseren Alters
>> keine positiv klingende Anrede gilt.
>> Eine Kassiererin meinte neulich: "Wie soll ich Sie denn sonst anreden?"
>
> Warum überhaupt einen Titel? Kassierer(innen) benutzen keinen,
> wenn sie mir anreden. Es geschieht extrem selten, dass irgeneine
> Person zu mir "Herr" sagt, aber das klingt mir nicht gut, obwohl
> ich weiss, dass es höflich gemeint ist.

Ich kann mich nicht detailliert an die konkrete Situation erinnern. Es
ging darum, dass ich am Band vor der Kasse stand, aber noch nicht dran
war. Ich sollte dann irgendwas tun, z.B. meinen Einkauf im Einkaufswagen
lassen.
>
> Es wird dann ein bisschen peinlich, wenn man irgeneiner anrufen
> braucht: "Hallo, Sie/du da ... ", aber das kommt nur selten vor.
> Und würde in dieser Situation "Junger Mann" die richtige Person
> aufmerksam machen?
>
Bei "Hallo, Sie da..." habe ich mich früher immer umgedreht, bei "junger
Mann" auch.
Letztere Anrede hat den Vorteil, dass Frauen sich nicht angesprochen
fühlen müssen.

Und "Hallo, mein Herr..." ist wohl nicht mehr zeitgemäß, findet man
vielleicht noch beim Herrenausstatter.

Detlef
--
Gott schenkt dir das Gesicht, aber lächeln musst du selber.

Detlef Meißner

unread,
Jun 24, 2016, 6:11:35 AM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 11:44 schrieb Bertel Lund Hansen:
> Detlef Meißner skrev:
>
>> Ich fand es als 6Jähriger ganz nett, als "junger Mann"
>> bezeichnet zu werden.
>
> Umgekehrt: Mein Vater fühlte sich beleidigt, als er als "einen
> alten Mann" bezeichnet wurde - er ist 92 Jahre alt.
>
Klar, das ist auch nicht nett.

Als ich mal so um die 30 war und über irgendwelche körperliche
Beschwerden jammerte, meinte eine ältere Frau: "Aber Sie sind doch noch
ein junger Mann!"
In diesem Falle empfand ich die Anrede passend.

Detlef
--
Der Wilde kniet vor Götzenbildern aus Holz und Stein, der Zivilisierte
vor solchen aus Fleisch und Blut.
(George Bernard Shaw)

Werner Tann

unread,
Jun 24, 2016, 6:41:17 AM6/24/16
to
Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> schrieb:

>Als ich mal so um die 30 war und über irgendwelche körperliche
>Beschwerden jammerte, meinte eine ältere Frau: "Aber Sie sind doch noch
>ein junger Mann!"
>In diesem Falle empfand ich die Anrede passend.

Passend ja. Weil's keine Anrede ist. :P

Werner Tann

unread,
Jun 24, 2016, 6:41:17 AM6/24/16
to
Jakob Achterndiek <achte...@buzemann.de> schrieb:

>Man sollte sich aber immer der kommunikativen Situation bewußt
>bleiben: Eine Anrede bleibt ja nicht als Attribut an mir hängen,
>sondern soll nur signalisieren, daß ich gemeint sei. Für die
>innere und äußere Qualität dieses Signals ist der verantwortlich,
>der es aussendet. Auf den fällt dann auch mein Urteil über diese
>Qualität zurück. Kurz gesagt: Wer mich "junger Mann" nennt, der
>oder die entblößt sich als ein Flegel. - Das galt so auch schon
>vor gut 30 Jahren!

Das Problem ist, daß sich hier wieder einmal Gemeinheit mit Dummheit
paart bzw. nicht auseinanderzuhalten ist. Es mag durchaus
"mütterliche" ältere Damen geben, die das "lieb" meinen. Man weiß es
nicht. In der Regel ist die Anrede nach meinem Empfinden der Versuch
sprachlicher Reviermarkierung und der Festlegung der Hackordnung: "Ich
bin eine ältere Dame, Du bist nur ein junger Mann, der mir bitte mit
der gehörigen Demut und vorauseilender Hilfsbereitschaft begegnet."

Werner Tann

unread,
Jun 24, 2016, 6:41:17 AM6/24/16
to
Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> schrieb:

>Bei "Hallo, Sie da..." habe ich mich früher immer umgedreht, bei "junger
>Mann" auch.
>Letztere Anrede hat den Vorteil, dass Frauen sich nicht angesprochen
>fühlen müssen.

Bei einem lauten "Entschuldigung", in leicht fragendem Tonfall, drehen
sich alle im Laden zu Dir. Probier's mal aus.

Werner Tann

unread,
Jun 24, 2016, 6:41:17 AM6/24/16
to
Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> schrieb:

>Eine Kassiererin meinte neulich: "Wie soll ich Sie denn sonst anreden?"

Gegenfrage: Wie soll ich eine alte Schachtel an der Kassa anreden? Mit
"Fräulein"?

In Österreich ist eine beliebte (und respektvolle) Anrede für ältere
Damen "gnädige Frau" (Stichwort Donaumonarchie und so). Es ist aber
auch deutlich ein unpassender Titel für jüngere Frauen. Wenn man
mittelalterliche Frauen daher so nennt, fühlen sie sich richtig alt.
:-)

Detlef Meißner

unread,
Jun 24, 2016, 6:52:23 AM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 12:41 schrieb Werner Tann:
> Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> schrieb:
>
>> Eine Kassiererin meinte neulich: "Wie soll ich Sie denn sonst anreden?"
>
> Gegenfrage: Wie soll ich eine alte Schachtel an der Kassa anreden? Mit
> "Fräulein"?

"Fräulein" geht ja heute gar nicht mehr. Ich fand's aber nett, z.B. bei
einer Kellnerin.
"Hallo, Bedienung!" oder "Hallo Frau!" oder ähnliche Verrenkungen
klingen in meinen Ohren falsch.

"Fräulein" ist MUSE in diesem Falle keine Bezeichnung für eine
unverheiratete Frau, sondern eine Anrede in einem bestimmten Beruf, wie
z.B. "das Fräulein vom Amt".
Und "Frolleinwunder" gibt es ja dann auch nicht mehr. Aber
"Frauenwunder" ist doch schräg.
>
> In Österreich ist eine beliebte (und respektvolle) Anrede für ältere
> Damen "gnädige Frau" (Stichwort Donaumonarchie und so).

Oder umgekehrt halt "gnädiger Herr" oder zumindest Herr: "Guten Tag,
mein Herr."

> Es ist aber
> auch deutlich ein unpassender Titel für jüngere Frauen. Wenn man
> mittelalterliche Frauen daher so nennt, fühlen sie sich richtig alt.
> :-)
>
Ist das so bei mittelalterlichen Frauen?

Andererseits, wenn so Schlampen daherkommen, kostet es doch einige
Überwindung, "gnädige Frau" zu sagen. Aber die Österreicher können das,
die nehmen's mit einem "Titel" gern locker. ;-)

Detlef

Jakob Achterndiek

unread,
Jun 24, 2016, 6:52:32 AM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 12:09 schrieb Detlef Meißner:

> Und "Hallo, mein Herr..." ist wohl nicht mehr zeitgemäß, findet man
> vielleicht noch beim Herrenausstatter.


Und zu dem geht kein aufrechter teutscher _Mann_ ???
--
j/\a

Detlef Meißner

unread,
Jun 24, 2016, 6:56:40 AM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 12:41 schrieb Werner Tann:
> Jakob Achterndiek <achte...@buzemann.de> schrieb:

> Das Problem ist, daß sich hier wieder einmal Gemeinheit mit Dummheit
> paart bzw. nicht auseinanderzuhalten ist. Es mag durchaus
> "mütterliche" ältere Damen geben, die das "lieb" meinen. Man weiß es
> nicht. In der Regel ist die Anrede nach meinem Empfinden der Versuch
> sprachlicher Reviermarkierung und der Festlegung der Hackordnung: "Ich
> bin eine ältere Dame, Du bist nur ein junger Mann, der mir bitte mit
> der gehörigen Demut und vorauseilender Hilfsbereitschaft begegnet."
>
Klar, wenn ein "Dame" mit 40 zu mir "junger Mann, würden Sie mal bitte
..." sagt, läuten bei mir alle Alarmglocken. Dann soll ich nämlich etwas
tun, z.B was Schweres tragen.

Aber:
Vor einiger Zeit bin ich mal wieder Straßenbahn gefahren. Da kam eine
Mutter mit Kinderwagen und wollte einsteigen. Sie sagte: "Junger Mann,
können Sie mir mal helfen!" Es sprach ein etwa 50Jähriger hinzu, die
wirklich jungen Männer guckten nur blöd.

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Jun 24, 2016, 6:58:25 AM6/24/16
to
Doch, doch. Nämlich dann, wenn er mal so angesprochen werden möchte. :-)

Aber wir hier erst vor ein paar Tagen erfahren haben, gehen dort auch
Frauen hin - wegen Hosenanzug oder wegen der Anrede?. :-)

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Jun 24, 2016, 6:59:15 AM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 12:41 schrieb Werner Tann:
Stimmt, das war eine falsche Formulierung, aber du kannst sie sicherlich
umformen. :-)

Detlef

Werner Tann

unread,
Jun 24, 2016, 7:46:02 AM6/24/16
to
Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> schrieb:

>Vor einiger Zeit bin ich mal wieder Straßenbahn gefahren. Da kam eine
>Mutter mit Kinderwagen und wollte einsteigen. Sie sagte: "Junger Mann,
>können Sie mir mal helfen!" Es sprach ein etwa 50Jähriger hinzu, die
>wirklich jungen Männer guckten nur blöd.

In Wien gibt es seit einiger Zeit Niederflurwagen, da können die
Mütter selber reinrollen. Allerdings fahren auch noch etliche alte
Waggons mit Treppchen, wohl bis sie auseinanderfallen. Sehe ich an
einer Station einen Kinderwagen und es nähert sich ein alter Waggon,
entferne ich mich auffällig unauffällig zehn Meter von diesem und
lasse den Migranten neben der Mutter stehen, der die Landesbräuche
noch nicht kennt.

Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 24, 2016, 8:13:39 AM6/24/16
to
Detlef Meißner skrev:

> "Fräulein" geht ja heute gar nicht mehr. Ich fand's aber nett, z.B. bei
> einer Kellnerin.

Und ich würde gerne "frøken" benutzen, aber das geht auch nicht
mehr.

> "Fräulein" ist MUSE in diesem Falle keine Bezeichnung für eine
> unverheiratete Frau, sondern eine Anrede in einem bestimmten
> Beruf, wie z.B. "das Fräulein vom Amt".

Genau. Wir haben noch die Bezeichnung "bagerjomfru" -
"Bäckerjungfrau".

--
Bertel, Kolt, Danmark

Detlef Meißner

unread,
Jun 24, 2016, 8:21:17 AM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 14:14 schrieb Bertel Lund Hansen:
> Detlef Meißner skrev:

>> "Fräulein" ist MUSE in diesem Falle keine Bezeichnung für eine
>> unverheiratete Frau, sondern eine Anrede in einem bestimmten
>> Beruf, wie z.B. "das Fräulein vom Amt".
>
> Genau. Wir haben noch die Bezeichnung "bagerjomfru" -
> "Bäckerjungfrau".
>
Und dagegen sind die Feministinnen noch nicht Sturm gelaufen?
Da ist doch etwas faul im Staate Dänemark.

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Jun 24, 2016, 8:24:54 AM6/24/16
to
Du solltest, gerade bei Migranten, mit gutem Beispiel vorangehen und es
ihm zeigen!

BTW: Neulich habe ich als Autofahrer einer (Migranten-)Familie ein
Zeichen gegeben, dass sie die Straße überqueren dürfen (kein
Zebrastreifen!). Sie lächelten freundlich zurück, was nicht unbedingt
jeder Deutsche macht.

Menschen mit und ohne "Kultur" gibt es überall auf der Welt.

Detlef

Uwe Schickedanz

unread,
Jun 24, 2016, 8:28:32 AM6/24/16
to
Okay, und wie gehts weiter?

Gruß Uwe

--
So wie die Attentäter von Brüssel Helden des IS sind,
so ist Nadejda Sawtschenko Heldin des Kiever Regimes. (Netzfundstück)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===

Walter Schmid

unread,
Jun 24, 2016, 8:57:13 AM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 10:49 schrieb Jakob Achterndiek:

> Kurz gesagt: Wer mich "junger Mann" nennt, der
> oder die entblößt sich als ein Flegel. - Das galt so auch schon
> vor gut 30 Jahren!


Du nimmst derart generalisierend in Kauf, auch ältere Damen als
Flegel zu bezeichnen?

Gibt es dafür nicht wenigstens eine weibliche Form? Flegelin?


Gruss

Walter

--
Es würde niemand auf die Idee kommen,
ein Rudolf-Steiner-Schule-Kind zu essen.
(Hazel Brugger)


Christina Kunze

unread,
Jun 24, 2016, 9:24:19 AM6/24/16
to
Schwache Ausrede.
Und wenn sie Dich nun doch anreden möchte? Sie hat keinen Blickkontakt
zu Dir, aber du hast den 5-€-Schein liegenlassen.
"Sie da!" oder altmodisch "Mein Herr!" tut es da nicht.
Bleibt nur "Entschuldigung!", oder? Aber das passt natürlich auf alles
mögliche.

chr

Christina Kunze

unread,
Jun 24, 2016, 9:28:26 AM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 12:41 schrieb Werner Tann:
> Jakob Achterndiek <achte...@buzemann.de> schrieb:
>
>> Qualität zurück. Kurz gesagt: Wer mich "junger Mann" nennt, der
>> oder die entblößt sich als ein Flegel. - Das galt so auch schon
>> vor gut 30 Jahren!
>
> Das Problem ist, daß sich hier wieder einmal Gemeinheit mit Dummheit
> paart bzw. nicht auseinanderzuhalten ist. Es mag durchaus
> "mütterliche" ältere Damen geben, die das "lieb" meinen. Man weiß es
> nicht. In der Regel ist die Anrede nach meinem Empfinden der Versuch
> sprachlicher Reviermarkierung und der Festlegung der Hackordnung: "Ich
> bin eine ältere Dame, Du bist nur ein junger Mann, der mir bitte mit
> der gehörigen Demut und vorauseilender Hilfsbereitschaft begegnet."

Möglicherweise gibt es nicht allzu viele Damen, die Jakob wahrheitsgemäß
als "du bist nur ein junger Mann" betrachten können.

chr

Werner Tann

unread,
Jun 24, 2016, 9:28:30 AM6/24/16
to
Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> schrieb:

>BTW: Neulich habe ich als Autofahrer einer (Migranten-)Familie ein
>Zeichen gegeben, dass sie die Straße überqueren dürfen (kein
>Zebrastreifen!). Sie lächelten freundlich zurück, was nicht unbedingt
>jeder Deutsche macht.

Du solltest Dir ein Schildchen an die Heckscheibe kleben:
"Ich bremse auch für Migranten!" Aber wahrscheinlich ist das wieder
ksenofob.

>Menschen mit und ohne "Kultur" gibt es überall auf der Welt.

Stimmt. Bloß hat man hierzulande den Eindruck, die kultivierten z. B.
Afghanen bleiben zu Hause, die anderen kommen zu uns. Gut, ein paar
Kultivierte wird's geben, die so einen guten Schmäh haben, daß sie
sogar 13jährige Jungfrauen (?) zu Gruppensex überreden können.

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/Asylwerber-hatten-Gruppensex-mit-Minderjaehrigen/240497115

Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 24, 2016, 9:32:34 AM6/24/16
to
Detlef Meißner skrev:

>> Genau. Wir haben noch die Bezeichnung "bagerjomfru" -
>> "Bäckerjungfrau".

> Und dagegen sind die Feministinnen noch nicht Sturm gelaufen?

Nicht so dass es gehört worden ist - bei mir, jedenfals. Die
Erklärung ist vermutenlich, dass es nicht sehr oft benutzt wird,
aber eigentlich selten ist es nicht.

Wenn du willst, kannst du es googeln und dabei Bilder sehen - und
ein paar Überschriften.

--
Bertel, Kolt, Danmark

Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 24, 2016, 9:37:47 AM6/24/16
to
Detlef Meißner skrev:

>> In Wien gibt es seit einiger Zeit Niederflurwagen, da können
>> die Mütter selber reinrollen. Allerdings fahren auch noch
>> etliche alte Waggons mit Treppchen, wohl bis sie
>> auseinanderfallen. Sehe ich an einer Station einen
>> Kinderwagen und es nähert sich ein alter Waggon, entferne ich
>> mich auffällig unauffällig zehn Meter von diesem und lasse
>> den Migranten neben der Mutter stehen, der die Landesbräuche
>> noch nicht kennt.

> Du solltest, gerade bei Migranten, mit gutem Beispiel
> vorangehen und es ihm zeigen!

Das stimme ich zu. Ich war nicht ganz sicher, was Werner Tann
eigentlich meinte - ich konnte mir nicht vorstellen, dass er
nicht helfen wollte, aber jetzt bin ich sicher. Und nicht nur
Migranten brauchen ein Vorbild. Unhöflige Leute von anderen
Herkunften brauchen das auch.

--
Bertel, Kolt, Danmark

Werner Tann

unread,
Jun 24, 2016, 10:49:51 AM6/24/16
to
Christina Kunze <ku...@revesz.de> schrieb:

>Bleibt nur "Entschuldigung!", oder? Aber das passt natürlich auf alles
>mögliche.

Ja, und? Schlimm?

Entschuldigung, das war mein Fuß!
Entschuldigung, Sie haben was verloren!
Entschuldigung, ficken?

Werner Tann

unread,
Jun 24, 2016, 10:49:53 AM6/24/16
to
Christina Kunze <ku...@revesz.de> schrieb:

>Möglicherweise gibt es nicht allzu viele Damen, die Jakob wahrheitsgemäß
>als "du bist nur ein junger Mann" betrachten können.

Wie Du weißt, ticken Frauen anders. Natürlich wissen die meisten
Damen, daß der Angesprochene kein "junger" Mann mehr ist. Die Anrede
ist in dem Fall auch keine Beschreibung, sondern eine Bewertung. Eine
negative, wie ich erklärt habe.

Oder anders: "Für mich bist du wie ein junger Mann, und ich behandle
dich entsprechend."

Christina Kunze

unread,
Jun 24, 2016, 11:16:45 AM6/24/16
to
Ich würde niemals einen Mann, der älter ist als ich selber, als "junger
Mann" ansprechen. Dann schon lieber mit "Entschuldigen Sie" und
entsprechender Stimmführung, so irgendwas zwischen Frage und Ausruf.

chr

Matthias Opatz

unread,
Jun 24, 2016, 11:34:49 AM6/24/16
to
Dies schrieb Christina Kunze:
> Werner Tann:
>> Christina Kunze schrieb:
>>
>>> Möglicherweise gibt es nicht allzu viele Damen, die Jakob wahrheitsgemäß
>>> als "du bist nur ein junger Mann" betrachten können.
>>
>> Wie Du weißt, ticken Frauen anders. Natürlich wissen die meisten
>> Damen, daß der Angesprochene kein "junger" Mann mehr ist. Die Anrede
>> ist in dem Fall auch keine Beschreibung, sondern eine Bewertung. Eine
>> negative, wie ich erklärt habe.
>>
>> Oder anders: "Für mich bist du wie ein junger Mann, und ich behandle
>> dich entsprechend."
>>
> Ich würde niemals einen Mann, der älter ist als ich selber, als "junger
> Mann" ansprechen. Dann schon lieber mit "Entschuldigen Sie" und
> entsprechender Stimmführung, so irgendwas zwischen Frage und Ausruf.

Ist "Mein Herr" tatsächlich schon vollkommen außerhalb jeder Erwägung?

Matthias

Jakob Achterndiek

unread,
Jun 24, 2016, 11:36:01 AM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 15:24 schrieb Christina Kunze:
> Am 24.06.2016 um 11:25 schrieb Jakob Achterndiek:

>> Und was lernt uns das?
>> Sie soll uns gar nicht anreden. Sie soll einfach nur kassieren.
>
> Schwache Ausrede.
> Und wenn sie Dich nun doch anreden möchte? Sie hat keinen Blickkontakt
> zu Dir, aber du hast den 5-€-Schein liegenlassen.
> "Sie da!" oder altmodisch "Mein Herr!" tut es da nicht.
> [..]

Sie könnte rufen: "Hallo! Sie haben Geld liegenlassen!"
Du wirst sehen, wieviele sich da auch ohne Blickkontakt
angesprochen fühlen.
--
j/\a

Christina Kunze

unread,
Jun 24, 2016, 12:11:46 PM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 17:34 schrieb Matthias Opatz:
> Dies schrieb Christina Kunze:

>> Ich würde niemals einen Mann, der älter ist als ich selber, als "junger
>> Mann" ansprechen. Dann schon lieber mit "Entschuldigen Sie" und
>> entsprechender Stimmführung, so irgendwas zwischen Frage und Ausruf.
>
> Ist "Mein Herr" tatsächlich schon vollkommen außerhalb jeder Erwägung?

Für mich ja.

chr

Sergio Gatti

unread,
Jun 24, 2016, 1:54:22 PM6/24/16
to
Herr Tann hat wohl irgendwann geschrieben:
>>> In Wien gibt es seit einiger Zeit Niederflurwagen, da können
>>> die Mütter selber reinrollen. Allerdings fahren auch noch
>>> etliche alte Waggons mit Treppchen, wohl bis sie
>>> auseinanderfallen. Sehe ich an einer Station einen
>>> Kinderwagen und es nähert sich ein alter Waggon, entferne ich
>>> mich auffällig unauffällig zehn Meter von diesem und lasse
>>> den Migranten neben der Mutter stehen, der die Landesbräuche
>>> noch nicht kennt.


Was sind die Landesbräuche in Wien? Mutter mit Kinderwagen
im Stich lassen?
Also, in Berlin bekommen Frauen mit Kinderwagen nach meiner
Beobachtung viel öfter Hilfe von Leuten, die nicht gerade
groß und blond aussehen, als von Leuten, die man für
Deutsche halten könnte und es wahrscheinlich auch sind.
Damit wir etwas zum DESD-Thema sagen: Hätte ich im obigen
Satz "für Deutschen" schreiben sollen?

Peter Veith

unread,
Jun 24, 2016, 2:45:03 PM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 11:26 schrieb Helmut Schellong:

> On 06/22/16 16:26, Veith wrote:
>> Gibt es eine unterschiedliche Bedeutung der Woerter "langfristig" und
>> "laengerfristig"?
> Ich sehe 'längerfristig' als vorsichtiges, unsicheres, ungenaues, noch
> nicht ganz entschiedenes 'langfristig'.

Danke an alle,
ich habe mich im konkreten Fall auf "langfristig" geeinigt.

Veith
--
Selektive Wahrnehmung ist zwingende Voraussetzung, um sich in die
herrschenden Verhältnissen widerspruchsfrei einordnen zu können.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

Jakob Achterndiek

unread,
Jun 24, 2016, 2:46:21 PM6/24/16
to

> Jakob Achterndiek <achte...@buzemann.de> schrieb:

>> [..] Eine Anrede bleibt ja nicht als Attribut an mir hängen,
>> sondern soll nur signalisieren, daß ich gemeint sei. Für die
>> innere und äußere Qualität dieses Signals ist der verantwortlich,
>> der es aussendet. Auf den fällt dann auch mein Urteil über diese
>> Qualität zurück.

Am 24.06.2016 um 18:46 antwortete darauf Martin Gerdes:

> Welche Anrede wünschen der Herr denn? "Werter Tattergreis"?
































































:-(
--
j/\a

Christina Kunze

unread,
Jun 24, 2016, 3:11:49 PM6/24/16
to
Am 24.06.2016 um 19:54 schrieb Sergio Gatti:

> Also, in Berlin bekommen Frauen mit Kinderwagen nach meiner
> Beobachtung viel öfter Hilfe von Leuten, die nicht gerade
> groß und blond aussehen, als von Leuten, die man für
> Deutsche halten könnte und es wahrscheinlich auch sind.

Mir ist in meiner Kinderwagenzeit (1992+ und 2004++) keine besondere
nationale Verteilung der Einsteigehelfer aufgefallen. Aber ich habe auch
nicht darauf geachtet.

> Damit wir etwas zum DESD-Thema sagen: Hätte ich im obigen
> Satz "für Deutschen" schreiben sollen?
>
Nein, hättest Du nicht, es ist richtig so, wie Du es geschrieben hast.

chr

Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 24, 2016, 5:38:35 PM6/24/16
to
Matthias Opatz skrev:

> Ist "Mein Herr" tatsächlich schon vollkommen außerhalb jeder
> Erwägung?

Zwar bin ich nicht Muttersprachler (im Deutschen), aber "Mein
Herr" klingt für mich wie eiskalt Ironie. Ich weiss, dass es im
Dänischen und Hollandischen so ist.

--
Bertel, Kolt, Danmark

Florian Ritter

unread,
Jun 24, 2016, 7:26:14 PM6/24/16
to
Am Freitag, 24. Juni 2016 12:41:17 UTC+2 schrieb Werner Tann:

>> Eine Kassiererin meinte neulich: "Wie soll ich Sie denn sonst anreden?"

> Gegenfrage: Wie soll ich eine alte Schachtel an der Kassa anreden? Mit
> "Fräulein"?
>
> In Österreich ist eine beliebte (und respektvolle) Anrede für ältere
> Damen "gnädige Frau" (Stichwort Donaumonarchie und so).

Ich redete mein Deutschlehrerin von Oertzen mal so an, worauf
sie aufkrisch: Eine Uuuunverschämtheit, realiter jedoch höchst
geschmeichelt war.
Mein Vater titulierte die Schwiedermutter meines Bruders,
Superintendentenwitwe, mit Gnäfrau, was die Töchter recht
erstaunte: Unsre Mutti ist doch keine gnädige Frau.

FR

Florian Ritter

unread,
Jun 24, 2016, 7:33:33 PM6/24/16
to
Am Freitag, 24. Juni 2016 18:11:46 UTC+2 schrieb Christina Kunze:

>> Ist "Mein Herr" tatsächlich schon vollkommen außerhalb jeder Erwägung?

> Für mich ja.

In einer Herrenbudike in Pasing kaufte ich vielfach Hosen
und wurde beim Reinstürmen gefragt: Der Herr wünschen?
In solchen Läden ist man sich der Kundschaft Problem durchaus
bewußt: Man will nicht anprobieren, das ist Ankotz.
Ich blökte also nur: Flanellhose anthrazit Größe fuffzig!
Das Personal legte eine Eilfertigkeit an den Tag, die man
sonst nur von Henkersknechten kennt, schon war die Hose
in einer Plastiktüte, ich zahlte mit Karte und war innert
fünnef Minuten wieder aus der dumpfen Bude raus - FR

Florian Ritter

unread,
Jun 24, 2016, 7:34:28 PM6/24/16
to
Am Freitag, 24. Juni 2016 11:25:22 UTC+2 schrieb Jakob Achterndiek:

>>> Man sollte sich aber immer der kommunikativen Situation bewußt
>>> bleiben: Eine Anrede bleibt ja nicht als Attribut an mir hängen,
>>> sondern soll nur signalisieren, daß ich gemeint sei. Für die
>>> innere und äußere Qualität dieses Signals ist der verantwortlich,
>>> der es aussendet. Auf den fällt dann auch mein Urteil über diese
>>> Qualität zurück. Kurz gesagt: Wer mich "junger Mann" nennt, der
>>> oder die entblößt sich als ein Flegel.

>> Das Problem dabei besteht wohl darin, dass es für Männer unseren Alters
>> keine positiv klingende Anrede gilt.
>> Eine Kassiererin meinte neulich: "Wie soll ich Sie denn sonst anreden?"

> Und was lernt uns das?
> Sie soll uns gar nicht anreden. Sie soll einfach nur kassieren.

Es bedurfte nur geringer Überzeugungsarbeit durchzusetzen, daß
ich bei Aldi mit Eure Heiligkeit angesprochen werde - FR

Florian Ritter

unread,
Jun 24, 2016, 7:34:32 PM6/24/16
to
Aha, der Tann also eine rechte Stinkmorchel, hatten wir uns
schon gedacht - FR

Florian Ritter

unread,
Jun 24, 2016, 7:35:36 PM6/24/16
to
Am Freitag, 24. Juni 2016 15:28:26 UTC+2 schrieb Christina Kunze:

>> Das Problem ist, daß sich hier wieder einmal Gemeinheit mit Dummheit
>> paart bzw. nicht auseinanderzuhalten ist. Es mag durchaus
>> "mütterliche" ältere Damen geben, die das "lieb" meinen. Man weiß es
>> nicht. In der Regel ist die Anrede nach meinem Empfinden der Versuch
>> sprachlicher Reviermarkierung und der Festlegung der Hackordnung: "Ich
>> bin eine ältere Dame, Du bist nur ein junger Mann, der mir bitte mit
>> der gehörigen Demut und vorauseilender Hilfsbereitschaft begegnet."

> Möglicherweise gibt es nicht

mehr

> allzu viele Damen, die Jakob wahrheitsgemäß als "du bist nur ein
> junger Mann" betrachten können.

Damen? Wir leben doch nicht mehr inne Steinzeit!

FR

Florian Ritter

unread,
Jun 24, 2016, 7:39:37 PM6/24/16
to
Am Freitag, 24. Juni 2016 11:41:48 UTC+2 schrieb Bertel Lund Hansen:

> Warum überhaupt einen Titel? Kassierer(innen) benutzen keinen,
> wenn sie mir anreden. Es geschieht extrem selten, dass irgeneine
> Person zu mir "Herr" sagt, aber das klingt mir nicht gut, obwohl
> ich weiss, dass es höflich gemeint ist.
>
> Es wird dann ein bisschen peinlich, wenn man irgeneiner anrufen
> braucht: "Hallo, Sie/du da ... ", aber das kommt nur selten vor.
> Und würde in dieser Situation "Junger Mann" die richtige Person
> aufmerksam machen?

In Berlin war früher die Anrede Männeken in bildungsferneren
Kreisen gängig: Sie, Männeken, packen Se ma ihr Zeuch uff't
Band, die andern woll'n ooch drankommen!
Aber schon längere Zeit nicht mehr gehört - FR

Florian Ritter

unread,
Jun 24, 2016, 7:45:53 PM6/24/16
to
Am Freitag, 24. Juni 2016 23:38:35 UTC+2 schrieb Bertel Lund Hansen:

>> Ist "Mein Herr" tatsächlich schon vollkommen außerhalb jeder
>> Erwägung?

> Zwar bin ich nicht Muttersprachler (im Deutschen), aber "Mein
> Herr" klingt für mich wie eiskalt Ironie. Ich weiss, dass es im
> Dänischen und Hollandischen so ist.

Auf "Mein Herr, Sie haben mich fixiert!" traf man sich
im vorigen Jahrhundert anschließend zu einem Rencontre
auf scharfe Klinge.
Der so Geforderte konnte auch überstürzen (so das Fachwort)
auf Pistole.
Ist bekannt, wann in Skandinavien das letzte Duell
ausgetragen wurde?

FR

Florian Ritter

unread,
Jun 24, 2016, 7:48:11 PM6/24/16
to
Am Freitag, 24. Juni 2016 11:43:40 UTC+2 schrieb Bertel Lund Hansen:

>> Ich fand es als 6Jähriger ganz nett, als "junger Mann"
>> bezeichnet zu werden.

> Umgekehrt: Mein Vater fühlte sich beleidigt, als er als "einen
> alten Mann" bezeichnet wurde - er ist 92 Jahre alt.

Pff, in dem Alter hatte sich der Vater eines Kommilitonen noch
ein neues Auto sowie Hörgerät zugelegt und war wieder wie neu -
er pflegte reizende Histörchen aus dem Stab von Feldmarschall
Kesselring vorzutragen, in denen kam immer vor: ... und da
sagte ich, so geht's nicht, Herr Feldmarschall.

FR

Werner Tann

unread,
Jun 25, 2016, 3:46:52 AM6/25/16
to
Florian Ritter <hansr...@googlemail.com> schrieb:

>> In Wien gibt es seit einiger Zeit Niederflurwagen, da können die
>> Mütter selber reinrollen. Allerdings fahren auch noch etliche alte
>> Waggons mit Treppchen, wohl bis sie auseinanderfallen. Sehe ich an
>> einer Station einen Kinderwagen und es nähert sich ein alter Waggon,
>> entferne ich mich auffällig unauffällig zehn Meter von diesem und
>> lasse den Migranten neben der Mutter stehen, der die Landesbräuche
>> noch nicht kennt.
>
>Aha, der Tann also eine rechte Stinkmorchel, hatten wir uns
>schon gedacht - FR

Die Stinkmorchel ist jahrzehntelang von Wien und den lieben Wienern
sozialisiert. Was ich bei der Kinderwagen-Hilfe alles erlebt habe,
läßt mich seit ein paar Jahren gezielt das Weite suchen.

Erstmal ist die Bitte um Hilfe oft keine Bitte, sondern schon im
Tonfall eine Empörung: "Entschuuuuldigung?!" Und sie denkt sich: "Sag
mal, siehst du nicht, daß ich Hilfe brauche? Beweg gefälligst Deinen
Arsch her!" - So nicht!

Zweitens bin ich nicht mehr der Jüngste. Trotzdem suchen mich die
Mütter bevorzugt aus. Und dann wäre ich einmal beim Aussteigen fast
nicht nachgekommen, weil sie so schnell hinuntergestiegen ist und den
Kinderwagen mitgezogen hat. Was, wenn wir stürzen und das Kind
verletzt wird? Habe ich Lust auf Zivilklagen?

Drittens hat die Stinkmorchel - natürlich - keine Kinder und daher
null Erfahrung mit der Bauweise der diversen Kinderwagen. Ein falscher
Griff, irgendwas klappt weg, der Wagen kippt, Baby fällt raus. Prost
Mahlzeit ...

Wenn ich nicht helfe, ist das das beste für Mutter, Kind und mich.

Übrigens, nein, die Mutter ist nicht "im Stich gelassen". Sie kann auf
einen Niederflurwagen warten, was viele machen. Sie kann auch vorne
beim Fahrer einsteigen und diesen um Hilfe bitten. (Ich glaube mich zu
erinnern, daß einige Fahrer dies verweigern, sie "könnten" nicht, sie
"dürften" nicht; auch Stinkmorcheln halt.)

Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 25, 2016, 3:51:24 AM6/25/16
to
Florian Ritter skrev:

> Ist bekannt, wann in Skandinavien das letzte Duell
> ausgetragen wurde?

Es ist schwierig, das zu googeln, weil "Duel" in vielen
übertragenen Bedeutungen benutzt wird, aber ich habe eine Quelle
gefunden, deren Glaubigkeit ich nicht kenne. Sie sagt, dass der
letzte Duel in Dänemark zwischen 1890 und 1900 statt fand.

Ich würde aber vermuten, dass es auch später Duelle gab, die nur
nicht öffentlich bekannt gemacht wurden. Die Nazis in Deutschland
haben duelliert, und das hat vielleicht Skandinavische Nazis
inspiriert, aber konkret weiss ich es nicht.

--
Bertel, Kolt, Danmark

Detlef Meißner

unread,
Jun 25, 2016, 4:27:40 AM6/25/16
to
Am 24.06.2016 um 15:24 schrieb Christina Kunze:
> Am 24.06.2016 um 11:25 schrieb Jakob Achterndiek:
>> Am 24.06.2016 um 11:01 schrieb Detlef Meißner:
>>>
>>> Das Problem dabei besteht wohl darin, dass es für Männer unseren Alters
>>> keine positiv klingende Anrede gilt.
>>> Eine Kassiererin meinte neulich: "Wie soll ich Sie denn sonst anreden?"
>>
>>
>> Und was lernt uns das?
>> Sie soll uns gar nicht anreden. Sie soll einfach nur kassieren.
>
> Schwache Ausrede.
> Und wenn sie Dich nun doch anreden möchte? Sie hat keinen Blickkontakt
> zu Dir, aber du hast den 5-€-Schein liegenlassen.
> "Sie da!" oder altmodisch "Mein Herr!" tut es da nicht.
> Bleibt nur "Entschuldigung!", oder? Aber das passt natürlich auf alles
> mögliche.
>
Ja, gutes Beispiel.
Und in diesem Falle würde ich mich natürlich sofort angesprochen fühlen. ;-)

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Jun 25, 2016, 4:30:16 AM6/25/16
to
Am 24.06.2016 um 15:28 schrieb Werner Tann:
> Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> schrieb:
>
>> BTW: Neulich habe ich als Autofahrer einer (Migranten-)Familie ein
>> Zeichen gegeben, dass sie die Straße überqueren dürfen (kein
>> Zebrastreifen!). Sie lächelten freundlich zurück, was nicht unbedingt
>> jeder Deutsche macht.
>
> Du solltest Dir ein Schildchen an die Heckscheibe kleben:
> "Ich bremse auch für Migranten!" Aber wahrscheinlich ist das wieder
> ksenofob.
>
Du hast mich da auf eine prima Idee für ein Schild gebracht.

Detlef

--
So mancher meint ein gutes Herz zu haben und hat nur schwache Nerven.
(Marie v. Ebner-Eschenbach)

Detlef Meißner

unread,
Jun 25, 2016, 4:33:44 AM6/25/16
to
Am 25.06.2016 um 09:46 schrieb Werner Tann:
> Florian Ritter <hansr...@googlemail.com> schrieb:
>
>>> In Wien gibt es seit einiger Zeit Niederflurwagen, da können die
>>> Mütter selber reinrollen. Allerdings fahren auch noch etliche alte
>>> Waggons mit Treppchen, wohl bis sie auseinanderfallen. Sehe ich an
>>> einer Station einen Kinderwagen und es nähert sich ein alter Waggon,
>>> entferne ich mich auffällig unauffällig zehn Meter von diesem und
>>> lasse den Migranten neben der Mutter stehen, der die Landesbräuche
>>> noch nicht kennt.
>>
>> Aha, der Tann also eine rechte Stinkmorchel, hatten wir uns
>> schon gedacht - FR
>
> Die Stinkmorchel ist jahrzehntelang von Wien und den lieben Wienern
> sozialisiert. Was ich bei der Kinderwagen-Hilfe alles erlebt habe,
> läßt mich seit ein paar Jahren gezielt das Weite suchen.
>
> Erstmal ist die Bitte um Hilfe oft keine Bitte, sondern schon im
> Tonfall eine Empörung: "Entschuuuuldigung?!" Und sie denkt sich: "Sag
> mal, siehst du nicht, daß ich Hilfe brauche? Beweg gefälligst Deinen
> Arsch her!" - So nicht!
>
Das ist aber ein ganz anderes Thema, nämlich die Frechheit mancher Weiber.

Detlef



Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 25, 2016, 4:38:15 AM6/25/16
to
Detlef Meißner skrev:

>> Du solltest Dir ein Schildchen an die Heckscheibe kleben:
>> "Ich bremse auch für Migranten!" Aber wahrscheinlich ist das wieder
>> ksenofob.

> Du hast mich da auf eine prima Idee für ein Schild gebracht.

Das ist aber ein zweischneidiges Schwert. Die andere Leute können
denken: "Warum denn nicht?"

--
Bertel, Kolt, Danmark

Detlef Meißner

unread,
Jun 25, 2016, 4:43:41 AM6/25/16
to
Du weißt ja gar nicht, auf welche Idee er mich gebracht hat. ;-)

Detlef

Jakob Achterndiek

unread,
Jun 25, 2016, 5:10:29 AM6/25/16
to
Am 24.06.2016 um 13:28 schrieb Florian Ritter:

> Ich redete mein Deutschlehrerin von Oertzen mal so an, worauf
> sie aufkrisch: Eine Uuuunverschämtheit, [..]
> Mein Vater titulierte die Schwiedermutter meines Bruders,
> Superintendentenwitwe, mit Gnäfrau, [..]

Das war freilich beides zu der Zeit und an dem Ort auch
eine Frage des Klassenstandpunktes. ;-)
Beachtenswert und interpretierbar, daß sich in der DDR die
unpersönliche Briefanrede "Werter Herr" durchgesetzt hatte.
Ein Mitbewohner unseres Miethauses gebraucht diese Formel
noch immer und deklassiert sich dadurch, ohne es zu wissen,
im Kreise der vorwiegend bourgeoisen Mitmieter.
--
j/\a

Henning Sponbiel

unread,
Jun 25, 2016, 6:44:29 AM6/25/16
to
On Fri, 24 Jun 2016 23:38:57 +0200, Bertel Lund Hansen wrote:

>> Ist "Mein Herr" tatsächlich schon vollkommen außerhalb jeder
>> Erwägung?
>
>Zwar bin ich nicht Muttersprachler (im Deutschen), aber "Mein
>Herr" klingt für mich wie eiskalt Ironie. Ich weiss, dass es im
>Dänischen und Hollandischen so ist.

Ich würde diese Anrede auch so empfinden.


Henning

Florian Ritter

unread,
Jun 25, 2016, 1:52:56 PM6/25/16
to
Am Samstag, 25. Juni 2016 11:10:29 UTC+2 schrieb Jakob Achterndiek:

>> Ich redete mein Deutschlehrerin von Oertzen mal so an, worauf
>> sie aufkrisch: Eine Uuuunverschämtheit, [..]
>> Mein Vater titulierte die Schwiedermutter meines Bruders,
>> Superintendentenwitwe, mit Gnäfrau, [..]

> Das war freilich beides zu der Zeit und an dem Ort auch
> eine Frage des Klassenstandpunktes. ;-)
> Beachtenswert und interpretierbar, daß sich in der DDR die
> unpersönliche Briefanrede "Werter Herr" durchgesetzt hatte.

Noch besser: Werter Bürger...
in amtlichen Schreiben - FR

Florian Ritter

unread,
Jun 25, 2016, 2:05:54 PM6/25/16
to
Halt, das ist so nicht richtig.
Im Deutschen Reich war jede Form des scharfen Zweikampfes -
egal ob auf Säbel, Pistole oder sonstwas - verboten.
1933 hoben die Nazis dieses Verbot auf, um es 1935
wieder einzuführen, diesmal mit der Begründung
Selbstverstümmelung und schärferen Strafen.
Nach dem Kriege führten mehrere Göttinger Studenten
einen Musterprozeß und letztinstanzlich wurde 1953 die
student. Mensur auf Schläger als Körperverletzung
mit Einwilligung straffrei gestellt. Alle anderen
scharfen Zweikämpfe sind nach wie vor verboten,
allerdings wird (auch in Österreich) das ständig
unterlaufen, zB als "Mensur unter verschärften
Bedingungen.
In der Schweiz ist jede Art von Zweikampf, auch die
Mensur, verboten, was die Mensurböden nur noch
spannender macht - FR

Florian Ritter

unread,
Jun 25, 2016, 2:09:59 PM6/25/16
to
Am Samstag, 25. Juni 2016 12:44:29 UTC+2 schrieb Henning Sponbiel:

>> Zwar bin ich nicht Muttersprachler (im Deutschen), aber "Mein
>> Herr" klingt für mich wie eiskalt Ironie. Ich weiss, dass es im
>> Dänischen und Hollandischen so ist.

> Ich würde diese Anrede auch so empfinden.

Och Gotting.
"Der Herr" ist in der gehobenen Gastronomie durchaus üblich:

Haben bereits gewählt, der Herr?
Sehr wohl, der Herr.

FR

Peter Veith

unread,
Jun 26, 2016, 6:12:40 AM6/26/16
to
Am 25.06.2016 um 19:52 schrieb Florian Ritter:

> Am Samstag, 25. Juni 2016 11:10:29 UTC+2 schrieb Jakob Achterndiek:
>> Das war freilich beides zu der Zeit und an dem Ort auch
>> eine Frage des Klassenstandpunktes. ;-)

Wahre Worte.

>> Beachtenswert und interpretierbar, daß sich in der DDR die
>> unpersönliche Briefanrede "Werter Herr" durchgesetzt hatte.
>
> Noch besser: Werter Bürger...
> in amtlichen Schreiben

Ich habe mal gehört, daß vor 1933 die "anonyme Behörde" dem Bürger
schrieb. Erst mit Umsetzung des Führerprinzips schrieb nunmehr *der
Polizeipräsident* "persönlich" bzw. sein Sachbearbeiter "Im Auftrag".

Veith
--
Lieber Reich ins Heim, als heim ins Reich!
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

Jakob Achterndiek

unread,
Jun 26, 2016, 8:21:03 AM6/26/16
to
Am 26.06.2016 um 12:12 schrieb Peter Veith:

> Ich habe mal gehört, daß vor 1933 die "anonyme Behörde" dem Bürger
> schrieb. Erst mit Umsetzung des Führerprinzips schrieb nunmehr *der
> Polizeipräsident* "persönlich" bzw. sein Sachbearbeiter "Im Auftrag".


Das ist heute im Prinzip nicht anders als zu Zeiten vor den besagten
tausend Jahren - mit einem lächerlichen Unterschied: Die sind alle
so scheiß-freundlich. Der gerade vor mir liegende Zwischenbescheid
zur Einkommensteuererklärung ist (ganz ohne i.A. und Unterschrift)
unterfertigt:
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Finanzamt

Da ist es schwer, der Versuchung zu widerstehen, denen zu antworten:
Liebes Finanzamt,
danke für Deine freundlichen Grüße.
Herzlich Dein Steuerzahler.
--
j/\a

Roland Franzius

unread,
Jun 26, 2016, 8:56:28 AM6/26/16
to
Ja, das waren noch Zeiten, als Beamte keine Steuern zahlten. Heute
stehen sie wegen ihrer überhöhten Einkünfte und der Steuern darauf ganz
vorn in der Gruppe der finanzamtsmäßig Genervten.

Ach ja, vergiss den Zusatz nicht: Dieses Schriftstück wurde maschinell
erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.

--

Roland Franzius

Gunhild Simon

unread,
Jun 26, 2016, 8:57:12 AM6/26/16
to
Die freundliche Behördenpost, die mich erreicht,
ist gemeinhin von einem Team ausgefertigt,
unterfertigt(?): z. B. "Ihr Beihilfe-Team".

Aber zu dessen Ehrenrettung muß ich nachschicken:
Es sind nicht nur die Grüße jetzt freundlich zu
verstehen, nein, man wird da in der Sprechstunde auch
wie ein Mensch behandelt, und nicht mehr wie
ein (Büro-)Ruhestörer.

Die Sachbearbeitergeneration, der man jetzt auf
den Ämtern
begegnet, ist anders geschult und eben nicht mehr
überfordert, einen beliebigen Vorgang auf dem
Rechner aufzurufen.

Diese Zimmer-Anfangsbuchstaben-Kombination auf
Behörden ist vielleicht überholt.

Aber man braucht jetzt auch für jedes kleinteilige
Vorsprechen einen Termin, den man hier in Hamburg
telefonisch erst aushandeln muß.

Das ist auch eine Sprachbarriere.

Gruß
Gunhild

Detlef Meißner

unread,
Jun 26, 2016, 9:06:09 AM6/26/16
to
Am 26.06.2016 um 14:56 schrieb Roland Franzius:

> Ja, das waren noch Zeiten, als Beamte keine Steuern zahlten. Heute
> stehen sie wegen ihrer überhöhten Einkünfte und der Steuern darauf ganz
> vorn in der Gruppe der finanzamtsmäßig Genervten.

... und nerven die Finanzbeamten.

Detlef
--
Die meisten Frauen würden ihre bessere Hälfte gern gegen zwei jüngere
Viertel eintauchen.
(Alan Ayckbourn)

Detlef Meißner

unread,
Jun 26, 2016, 9:15:32 AM6/26/16
to
Am 26.06.2016 um 14:57 schrieb Gunhild Simon:
> Am Sonntag, 26. Juni 2016 14:21:03 UTC+2 schrieb Jakob Achterndiek:
>> Am 26.06.2016 um 12:12 schrieb Peter Veith:
>>
>>> Ich habe mal gehört, daß vor 1933 die "anonyme Behörde" dem Bürger
>>> schrieb. Erst mit Umsetzung des Führerprinzips schrieb nunmehr *der
>>> Polizeipräsident* "persönlich" bzw. sein Sachbearbeiter "Im Auftrag".
>>
>>
>> Das ist heute im Prinzip nicht anders als zu Zeiten vor den besagten
>> tausend Jahren - mit einem lächerlichen Unterschied: Die sind alle
>> so scheiß-freundlich. Der gerade vor mir liegende Zwischenbescheid
>> zur Einkommensteuererklärung ist (ganz ohne i.A. und Unterschrift)
>> unterfertigt:
>> Mit freundlichen Grüßen
>> Ihr Finanzamt
>>
>> Da ist es schwer, der Versuchung zu widerstehen, denen zu antworten:
>> Liebes Finanzamt,
>> danke für Deine freundlichen Grüße.
>> Herzlich Dein Steuerzahler.
>
> Die freundliche Behördenpost, die mich erreicht,
> ist gemeinhin von einem Team ausgefertigt,
> unterfertigt(?): z. B. "Ihr Beihilfe-Team".

Bei mir steht "Ihre Beihilfestelle".
>
> Aber zu dessen Ehrenrettung muß ich nachschicken:
> Es sind nicht nur die Grüße jetzt freundlich zu
> verstehen, nein, man wird da in der Sprechstunde auch
> wie ein Mensch behandelt, und nicht mehr wie
> ein (Büro-)Ruhestörer.

Nun, diesen Wandel habe ich fast überall bemerkt, auch bei Handwerkern.
Offensichtlich gibt es dafür (teure) Schulungen.

> Diese Zimmer-Anfangsbuchstaben-Kombination auf
> Behörden ist vielleicht überholt.

Bei uns kommst du gar nicht mehr so einfach in die Beihilfestelle oder
ins Finanzamt rein. Dafür gibt es dann das Service-Center.

Als ich mal mit einer Sachbearbeiterin ein persönliches Gespräch führen
musste, holte sie mich unten am Empfang ab und geleitete mich durch
diverse abgeschlossene Türen in ihr Büreau. Fast wie in einem
Sicherheitstrakt.
Möglicherweise ist das heutzutage notwendig, denn die tätlichen
Übergriffe auf Verwaltungspersonal sollen stark zugenommen haben.

Dahinter scheint die Vorstellung zu stehen, dass allein der Bearbeiter
persönlich für die Entscheidungen zuständig sei.

Detlef
--
Essen und Beischlaf sind die beiden großen Begierden des Mannes.
(Konfuzius)

Florian Ritter

unread,
Jun 26, 2016, 2:04:52 PM6/26/16
to
Am Sonntag, 26. Juni 2016 15:15:32 UTC+2 schrieb Detlef Meißner:

> Bei uns kommst du gar nicht mehr so einfach in die Beihilfestelle oder
> ins Finanzamt rein. Dafür gibt es dann das Service-Center.
>
> Als ich mal mit einer Sachbearbeiterin ein persönliches Gespräch führen
> musste, holte sie mich unten am Empfang ab und geleitete mich durch
> diverse abgeschlossene Türen in ihr Büreau. Fast wie in einem
> Sicherheitstrakt.

Is ja jahnischt. Ich hatte bei einem Weltkonzern in dessen
riesigen Zentrum f. F + E im Fränkischen zu tun. Zunächst kam
ich in eine Schleuse aus schußfestem Glas, die ich bis dahin
nur am Eingang des Kammergerichtssales, in dem
Staatsschutzverfahren (ich war in einem solchen als Zeuge
geladen) abgehandelt werden, erlebt hatte, dort jedoch
zusätzlich mit Leibesvisitation. Diese entfiel bei F + E,
nachdem die Identität festgestellt war wurde ich in einen
PKW verfrachtet, zum vereinbarten Gebau gefahren und vom
Fahrer in den entspr. Raum begleitet.

> Essen und Beischlaf sind die beiden großen Begierden des Mannes.
> (Konfuzius)

Das Ostberliner Original Profi faßte das so:
Mir intressiert nur fressen und ficken.

FR

Detlef Meißner

unread,
Jun 26, 2016, 2:36:30 PM6/26/16
to
Am 26.06.2016 um 20:04 schrieb Florian Ritter:
> Am Sonntag, 26. Juni 2016 15:15:32 UTC+2 schrieb Detlef Meißner:
>
>> Bei uns kommst du gar nicht mehr so einfach in die Beihilfestelle oder
>> ins Finanzamt rein. Dafür gibt es dann das Service-Center.
>>
>> Als ich mal mit einer Sachbearbeiterin ein persönliches Gespräch führen
>> musste, holte sie mich unten am Empfang ab und geleitete mich durch
>> diverse abgeschlossene Türen in ihr Büreau. Fast wie in einem
>> Sicherheitstrakt.
>
> Is ja jahnischt.

Darum ging es nicht, sondern darum, dass Behörden sich inzwischen auch
abschotten, so dass man gar nicht mehr in den Gängen vor den einzelnen
Zimmern sitzt und wartet, dass man drankommt/aufgerufen wird.

Detlef

Stefan Schmitz

unread,
Jun 27, 2016, 3:50:56 PM6/27/16
to
Am Freitag, 24. Juni 2016 14:28:32 UTC+2 schrieb Uwe Schickedanz:
> On Fri, 24 Jun 2016 13:45:59 +0200, Werner Tann <wt...@gmx.at> wrote:
> >In Wien gibt es seit einiger Zeit Niederflurwagen, da können die
> >Mütter selber reinrollen. Allerdings fahren auch noch etliche alte
> >Waggons mit Treppchen, wohl bis sie auseinanderfallen. Sehe ich an
> >einer Station einen Kinderwagen und es nähert sich ein alter Waggon,
> >entferne ich mich auffällig unauffällig zehn Meter von diesem und
> >lasse den Migranten neben der Mutter stehen, der die Landesbräuche
> >noch nicht kennt.
>
> Okay, und wie gehts weiter?

Na, der Migrant hilft. Er kennt ja die Landesbräuche (wegschauen oder -gehen,
wenn jemand Hilfe braucht) noch nicht.

Stefan Schmitz

unread,
Jun 27, 2016, 3:57:15 PM6/27/16
to
Am Freitag, 24. Juni 2016 15:24:19 UTC+2 schrieb Christina Kunze:
> Am 24.06.2016 um 11:25 schrieb Jakob Achterndiek:
> > Am 24.06.2016 um 11:01 schrieb Detlef Meißner:
> >>
> >> Das Problem dabei besteht wohl darin, dass es für Männer unseren Alters
> >> keine positiv klingende Anrede gilt.
> >> Eine Kassiererin meinte neulich: "Wie soll ich Sie denn sonst anreden?"
> >
> >
> > Und was lernt uns das?
> > Sie soll uns gar nicht anreden. Sie soll einfach nur kassieren.
>
> Schwache Ausrede.
> Und wenn sie Dich nun doch anreden möchte? Sie hat keinen Blickkontakt
> zu Dir, aber du hast den 5-€-Schein liegenlassen.
> "Sie da!" oder altmodisch "Mein Herr!" tut es da nicht.
> Bleibt nur "Entschuldigung!", oder? Aber das passt natürlich auf alles
> mögliche.

Inwiefern wäre da "Junger Mann" sinnvoller?

Wie finden die alten Herren hier eigentlich die Anrede "Opa" durch fremde
junge Menschen? Verträgt sich allerdings schlecht mit Siezen.

Uwe Schickedanz

unread,
Jun 27, 2016, 4:00:33 PM6/27/16
to
On Mon, 27 Jun 2016 12:50:55 -0700 (PDT), Stefan Schmitz <ss...@gmx.de>
wrote:
Ach, ist das in Österreich? Ich hätte die für höflicher gehalten.

Gruß Uwe

--
So wie die Attentäter von Brüssel Helden des IS sind,
so ist Nadejda Sawtschenko Heldin des Kiever Regimes. (Netzfundstück)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===

Stefan Schmitz

unread,
Jun 27, 2016, 4:04:41 PM6/27/16
to
Am Donnerstag, 23. Juni 2016 08:37:48 UTC+2 schrieb Walter Schmid:
> Am 22.06.2016 um 16:34 schrieb Detlef Meißner:
> > Am 22.06.2016 um 16:26 schrieb Veith:
> >> Gibt es eine unterschiedliche Bedeutung der Woerter "langfristig" und "laengerfristig"?
> >>
> >> Grundsaetzlich wuerde ich sagen, dass die Bedeutung gleich ist. Von der Umgangsprache ausgehend, koennte jedoch angenommen werden, dass "langfristige" Prozesse länger dauern als "laengerfristige". Letztere Dauer somit kuerzer ist.
> >>
> > Ja.
>
> Wenn es zwei langfristige Prozesse gibt, ist einer davon auch
> noch längerfristig, der andere ist kürzerfristig.

Ist die richtige Steigerung "längerfristig" oder "langfristiger"?
Ist beides richtig? Bedeuten sie Unterschiedliches?

Uwe Schickedanz

unread,
Jun 27, 2016, 4:15:28 PM6/27/16
to
On Mon, 27 Jun 2016 22:00:33 +0200, Uwe Schickedanz
<Uwe_use...@nurfuerspam.de> wrote:

>On Mon, 27 Jun 2016 12:50:55 -0700 (PDT), Stefan Schmitz <ss...@gmx.de>
>wrote:
>
>>Am Freitag, 24. Juni 2016 14:28:32 UTC+2 schrieb Uwe Schickedanz:
>>> On Fri, 24 Jun 2016 13:45:59 +0200, Werner Tann <wt...@gmx.at> wrote:
>>> >In Wien gibt es seit einiger Zeit Niederflurwagen, da können die
>>> >Mütter selber reinrollen. Allerdings fahren auch noch etliche alte
>>> >Waggons mit Treppchen, wohl bis sie auseinanderfallen. Sehe ich an
>>> >einer Station einen Kinderwagen und es nähert sich ein alter Waggon,
>>> >entferne ich mich auffällig unauffällig zehn Meter von diesem und
>>> >lasse den Migranten neben der Mutter stehen, der die Landesbräuche
>>> >noch nicht kennt.
>>>
>>> Okay, und wie gehts weiter?
>>
>>Na, der Migrant hilft. Er kennt ja die Landesbräuche (wegschauen oder -gehen,
>>wenn jemand Hilfe braucht) noch nicht.
>
>Ach, ist das in Österreich? Ich hätte die für höflicher gehalten.

Ähm.. ist das _so_ in Österreich...

Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 28, 2016, 4:38:55 AM6/28/16
to
Stefan Schmitz skrev:

>> Wenn es zwei langfristige Prozesse gibt, ist einer davon auch
>> noch längerfristig, der andere ist kürzerfristig.

> Ist die richtige Steigerung "längerfristig" oder "langfristiger"?

Das ist eine Steigerung. Das Wort "längerfristig" findet man in
Duden. Der gibt als Synonyme folgende an:

lang, langfristig, langjährig, langwierig

Eine andere Steigerung ist "mehr langfristig". Ob die zwei Wörter
verschiedene Bedutungen haben, weiss ich nicht.

--
Bertel, Kolt, Danmark

Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 28, 2016, 4:53:46 AM6/28/16
to
Stefan Schmitz skrev:

> Wie finden die alten Herren hier eigentlich die Anrede "Opa"
> durch fremde junge Menschen? Verträgt sich allerdings schlecht
> mit Siezen.

Das würde ich nicht magen. Es geschieht hier in Dänemark, dass
fremde Kinder "morfar" zu mir sagen, aber das hat eine spezielle
Erklärung, und deshalb habe ich damit kein Problem. Diese Kinder
sind als Migranten hierzugekommen, und sie haben keine
Grosseltern in Dänemark. Deshalb haben sie das Wort "morfar" nie
gelernt, und wenn meine Enkel mich so nennen, glauben die anderen
Kinder, dass ich so heisse.

Aber wenn dänische Kinder mir mit opa-ähnlichen Wörtern
zusprechen würden - was ich nie erlebt habe - würde ich sie
korrigieren.

Eine besonders erniedrigende, dänische Bezeichnung ist "Bessefar"
(von "Bedstefar"). Die wird z.B. benutzt, wenn irgendeiner im
Auto ein bisschen unsicher oder zögernd fährt:

Hva' så, Bessefar? Ska' vi se at komme videre?
Was nun, Opa? Wollen wir jetzt weiterfahren?

--
Bertel, Kolt, Danmark

Florian Ritter

unread,
Jun 28, 2016, 7:24:14 AM6/28/16
to
Am Dienstag, 28. Juni 2016 10:53:46 UTC+2 schrieb Bertel Lund Hansen:

>> Wie finden die alten Herren hier eigentlich die Anrede "Opa"
>> durch fremde junge Menschen? Verträgt sich allerdings schlecht
>> mit Siezen.

> Das würde ich nicht magen. Es geschieht hier in Dänemark, dass
> fremde Kinder "morfar" zu mir sagen, aber das hat eine spezielle
> Erklärung, und deshalb habe ich damit kein Problem. Diese Kinder
> sind als Migranten hierzugekommen, und sie haben keine
> Grosseltern in Dänemark. Deshalb haben sie das Wort "morfar" nie
> gelernt, und wenn meine Enkel mich so nennen, glauben die anderen
> Kinder, dass ich so heisse.

Und mormormor ist ollermor, ist es nicht.
Ich kam am Ostkreuz (auch so eine Europabaustelle) mit einer
dänischen Lehrerin ins Gespräch, die dort mit zwei Schulklassen
gestrandet war. Sie sprach sehr gut Deutsch, war aber
Französischlehrerin in einer Kleinstadt auf Seeland, ich
wollte meine Dänischkenntnisse anwenden und bemerkte:
Mit ollermor vaer fraa Stockholm. Ollermor verstand sie
nicht, wahrscheinlich ist meine Aussprache zu schlecht,
und ich schob greatgrandmother nach.

> Eine besonders erniedrigende, dänische Bezeichnung ist "Bessefar"
> (von "Bedstefar"). Die wird z.B. benutzt, wenn irgendeiner im
> Auto ein bisschen unsicher oder zögernd fährt:
>
> Hva' så, Bessefar? Ska' vi se at komme videre?
> Was nun, Opa? Wollen wir jetzt weiterfahren?

Auf Berlinisch: Ej, alter Mann, wird det heute noch wat oder wie?

FR

Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 28, 2016, 8:09:28 AM6/28/16
to
Florian Ritter skrev:

> Und mormormor ist ollermor, ist es nicht.

Nein, das Wort existiert nicht, und wenn irgendeiner es benutze,
wäre es nur als Spass (es würde natürlich verstanden werden).
"Oldemor" kan nur so bezeichnet werden.

> Ich kam am Ostkreuz (auch so eine Europabaustelle) mit einer
> dänischen Lehrerin ins Gespräch, die dort mit zwei Schulklassen
> gestrandet war. Sie sprach sehr gut Deutsch, war aber
> Französischlehrerin in einer Kleinstadt auf Seeland, ich
> wollte meine Dänischkenntnisse anwenden und bemerkte:
> Mit ollermor vaer fraa Stockholm.

Geschrieben ist es einfach zu lesen obwohl nicht ganz korrekt.
Die Aussprache kann ich nicht einschätzen.

Korrektes Dänisch:

Min oldemor var fra Stockholm.

> Ollermor verstand sie nicht, wahrscheinlich ist meine
> Aussprache zu schlecht, und ich schob greatgrandmother nach.

Ich hätte es gerne gehört. Ich würde vermuten, dass "oldemor" für
einen Deutschsprechenden nicht schwierig sein sollte.

--
Bertel, Kolt, Danmark
It is loading more messages.
0 new messages