Florian Ritter <
hansr...@googlemail.com> schrieb:
>> In Wien gibt es seit einiger Zeit Niederflurwagen, da können die
>> Mütter selber reinrollen. Allerdings fahren auch noch etliche alte
>> Waggons mit Treppchen, wohl bis sie auseinanderfallen. Sehe ich an
>> einer Station einen Kinderwagen und es nähert sich ein alter Waggon,
>> entferne ich mich auffällig unauffällig zehn Meter von diesem und
>> lasse den Migranten neben der Mutter stehen, der die Landesbräuche
>> noch nicht kennt.
>
>Aha, der Tann also eine rechte Stinkmorchel, hatten wir uns
>schon gedacht - FR
Die Stinkmorchel ist jahrzehntelang von Wien und den lieben Wienern
sozialisiert. Was ich bei der Kinderwagen-Hilfe alles erlebt habe,
läßt mich seit ein paar Jahren gezielt das Weite suchen.
Erstmal ist die Bitte um Hilfe oft keine Bitte, sondern schon im
Tonfall eine Empörung: "Entschuuuuldigung?!" Und sie denkt sich: "Sag
mal, siehst du nicht, daß ich Hilfe brauche? Beweg gefälligst Deinen
Arsch her!" - So nicht!
Zweitens bin ich nicht mehr der Jüngste. Trotzdem suchen mich die
Mütter bevorzugt aus. Und dann wäre ich einmal beim Aussteigen fast
nicht nachgekommen, weil sie so schnell hinuntergestiegen ist und den
Kinderwagen mitgezogen hat. Was, wenn wir stürzen und das Kind
verletzt wird? Habe ich Lust auf Zivilklagen?
Drittens hat die Stinkmorchel - natürlich - keine Kinder und daher
null Erfahrung mit der Bauweise der diversen Kinderwagen. Ein falscher
Griff, irgendwas klappt weg, der Wagen kippt, Baby fällt raus. Prost
Mahlzeit ...
Wenn ich nicht helfe, ist das das beste für Mutter, Kind und mich.
Übrigens, nein, die Mutter ist nicht "im Stich gelassen". Sie kann auf
einen Niederflurwagen warten, was viele machen. Sie kann auch vorne
beim Fahrer einsteigen und diesen um Hilfe bitten. (Ich glaube mich zu
erinnern, daß einige Fahrer dies verweigern, sie "könnten" nicht, sie
"dürften" nicht; auch Stinkmorcheln halt.)