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Klott?

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Christina Kunze

unread,
Nov 24, 1998, 3:00:00 AM11/24/98
to
Das soll eine Stoffart sein. Ich finde aber in den Wörterbüchern nichts.
Es muß sich um einen ziemlich grob gewebten Leinen- oder Baumwollstoff
handeln.

Kennt jemand von Euch diese Bezeichnung für einen Stoff?

Christina

Michael Pronay

unread,
Nov 24, 1998, 3:00:00 AM11/24/98
to
Christina Kunze schrieb in Nachricht
<73f5qk$1s$4...@lisa.rz.hu-berlin.de>...

>["Klott"]


>Das soll eine Stoffart sein. Ich finde aber in den
>Wörterbüchern nichts.

Kein Wunder, denn der schreibt sich Cloth.

>Es muß sich um einen ziemlich grob gewebten Leinen-
>oder Baumwollstoff handeln. Kennt jemand von Euch
>diese Bezeichnung für einen Stoff?

Ja freilich, und Wahrig auch. Die Bezeichnung kommt
übrigens, wie unschwer zu erraten ist, aus dem Englischen.

*Cloth* <[klo:Ø] m. od. n.; -; unz.; Textilw.>
/dichtes Atlasgewebe/ [engl., "Tuch"]

HTH,
Michael


Kai U. Mueller

unread,
Nov 24, 1998, 3:00:00 AM11/24/98
to
Christina Kunze schrieb:

>
> Das soll eine Stoffart sein. Ich finde aber in den Wörterbüchern nichts.
> Es muß sich um einen ziemlich grob gewebten Leinen- oder Baumwollstoff
> handeln.
>
> Kennt jemand von Euch diese Bezeichnung für einen Stoff?
>
> Christina

Meine Wörterbücher geben nur folgendes her: "Kloth = Cloth, der
oder das, glänzender Futterstoff aus Baumwolle oder Halbwolle".
Als weiteres Verwendungsbeispiel fand ich angegeben, dass diese
Bezeichnung auch (früher zumindest) für diese schwarzen Turnhosen
("üni") der Vor-Nike-Zeit benutzt wurde, die aus
Sparsamkeitsgründen aus eben jenem Futterstoff gefertigt worden
sein sollen. Über die Aussprache fand ich nichts, aber meine Tante
Elfriede hätte bestimmt "Klott" gesagt.

Turner auf, mit sportlichem Gruße,

Kai aus Aachen

Arnulf Sopp

unread,
Nov 25, 1998, 3:00:00 AM11/25/98
to
Hallo, Christina und der Rest!

christi...@usa.net meinte am 24.11.98
in /de/etc/sprache/deutsch
zum Thema "Klott?":

> Das soll eine Stoffart sein.

Das Wort hörte ich in den 60ern/70ern oft, aber immer im Plural. Die
Klotten waren die Klamotten - und als Wort sicherlich auch eine
verkürzende Ableitung daraus.

Ciao!

Arnulf

as...@on-luebeck.de (Arnulf Sopp)

neu gestaltet:
http://www.on-luebeck.de/~asopp/

Gerd Cornelius

unread,
Nov 29, 1998, 3:00:00 AM11/29/98
to
Hallo Christina,


"Michael Pronay" <pro...@teleweb.at> wrote:

>Christina Kunze schrieb in Nachricht
><73f5qk$1s$4...@lisa.rz.hu-berlin.de>...

>>["Klott"]


>>Das soll eine Stoffart sein. Ich finde aber in den
>>Wörterbüchern nichts.

>Kein Wunder, denn der schreibt sich Cloth.

nicht unbedingt... so einfach ist das nicht...

>>Es muß sich um einen ziemlich grob gewebten Leinen-
>>oder Baumwollstoff handeln. Kennt jemand von Euch
>>diese Bezeichnung für einen Stoff?

>Ja freilich, und Wahrig auch. Die Bezeichnung kommt


>übrigens, wie unschwer zu erraten ist, aus dem Englischen.

sicher nicht aus dem heutigen Englischen, sondern das gefragte Wort
"Klott" (Schreibweise wohl unsicher bzw. variabel) und das englische
"cloth" haben sehr wahrscheinlich eine gemeinsame germanische Wurzel;
ich kenne noch die Bezeichnung "Klott" aus dem Niederdeutschen für
eine Stoffmütze.

Gruß

Gerd

Michael Pronay

unread,
Nov 30, 1998, 3:00:00 AM11/30/98
to
Gerd Cornelius schrieb in Nachricht
<73ril4$jhb$1...@news00.btx.dtag.de>...

>"Michael Pronay" <pro...@teleweb.at> wrote:
>
>>Christina Kunze schrieb in Nachricht
>><73f5qk$1s$4...@lisa.rz.hu-berlin.de>...
>
>>>["Klott"]
>>>Das soll eine Stoffart sein. Ich finde aber in den
>>>Wörterbüchern nichts.
>
>>Kein Wunder, denn der schreibt sich Cloth.
>
>nicht unbedingt... so einfach ist das nicht...

Darf ich Dich bitten, für Deine Behauptung zumindest
ansatzweise so etwas wie einen Beleg anzuführen?

>>>Es muß sich um einen ziemlich grob gewebten Leinen-
>>>oder Baumwollstoff handeln. Kennt jemand von Euch
>>>diese Bezeichnung für einen Stoff?
>
>>Ja freilich, und Wahrig auch. Die Bezeichnung kommt
>>übrigens, wie unschwer zu erraten ist, aus dem Englischen.
>
>sicher nicht aus dem heutigen Englischen, sondern das
>gefragte Wort "Klott" (Schreibweise wohl unsicher bzw.
>variabel)

Und hier wiederum? Wahrig (Du hast mein Zitat unterschlagen)
nennt Cloth eindeutig als aus dem Englischen stammend und
bietet zudem "Kloth" als einzige (österreichische) Variante.

>und das englische "cloth" haben sehr wahrscheinlich eine
>gemeinsame germanische Wurzel;

Und die wäre?

>ich kenne noch die Bezeichnung "Klott" aus dem Niederdeutschen
>für eine Stoffmütze.

Und was besagt das? Daß Du beleglos Recht hast und Wahrig irrt?

Im Ernst?

Michael


Gerd Cornelius

unread,
Dec 2, 1998, 3:00:00 AM12/2/98
to
"Michael Pronay" <pro...@teleweb.at> wrote:

>Gerd Cornelius schrieb in Nachricht
><73ril4$jhb$1...@news00.btx.dtag.de>...

>>"Michael Pronay" <pro...@teleweb.at> wrote:
>>
>>>Christina Kunze schrieb in Nachricht
>>><73f5qk$1s$4...@lisa.rz.hu-berlin.de>...
>>
>>>>["Klott"]
>>>>Das soll eine Stoffart sein. Ich finde aber in den
>>>>Wörterbüchern nichts.
>>
>>>Kein Wunder, denn der schreibt sich Cloth.
>>
>>nicht unbedingt... so einfach ist das nicht...

>Darf ich Dich bitten, für Deine Behauptung zumindest
>ansatzweise so etwas wie einen Beleg anzuführen?

>>> Die Bezeichnung kommt


>>>übrigens, wie unschwer zu erraten ist, aus dem Englischen.

>>sicher nicht aus dem heutigen Englischen, sondern das
>>gefragte Wort "Klott" (Schreibweise wohl unsicher bzw.
>>variabel)

>Und hier wiederum? Wahrig (Du hast mein Zitat unterschlagen)
>nennt Cloth eindeutig als aus dem Englischen stammend und
>bietet zudem "Kloth" als einzige (österreichische) Variante.

>>und das englische "cloth" haben sehr wahrscheinlich eine
>>gemeinsame germanische Wurzel;

>Und die wäre?


Das Wort "Cloth" ist zweifellos ein Begriff aus dem heutigen Englisch.
Das weiß mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Christina, die jedoch nach
einem deutschen Wort ("Klott") fragte. Wie ich schon vermutete, stammt
das englische "cloth" aber tatsächlich aus einer seiner Hauptquellen,
nämlich dem Angelsächsischen, also einer germanischen Sprache (siehe
Skeat: The Concise Dictionary of English Etymology, Wordsworth 1993,
und Klein: A Comprehensive Etymological Dictionary of the English
Language, Elsevier 1971).

Wenn zwei Sprachen das gleiche Wort (wenn auch in unterschiedlichen
Schreibweisen) ihr eigen nennen, so besteht entweder die Möglichkeit,
daß die eine Sprache das Wort aus der anderen übernommen hat oder die,
daß beide Sprachen aus einer gemeinsamen Quelle schöpfen, daß dieses
Wort also vor der Trennung in beide moderne Sprachen existiert hat.

Da nun Christina (und wohl nicht nur sie allein) das deutsche Wort
"Klott" kennt, der "Wahrig" auch ein österreichisches Wort "Kloth"
erwähnt und das Wort (in vermutlich sehr unterschiedlicher
Schreibweise) auch in anderen germanischen Sprachen vorkommt (im
Schwedischen z. B. als "klot"), ist unter Nutzung von Ockhams
Rasiermesser mit höherer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß alle diese
Sprachen den Begriff aus einer gemeinsamen Quelle haben als daß er aus
dem (modernen) Englisch separat in alle diese Sprachen übernommen
worden wäre.


>Und was besagt das? Daß Du beleglos Recht hast und Wahrig irrt?

>Im Ernst?


Was soll das heißen? Daß ein Wort nicht existieren kann (darf), weil
der "Wahrig" es nicht aufführt?
Abgesehen davon, daß der "Wahrig" wahrscheinlich kaum von sich selber
behauptet, den vollständigen Wortschatz des Deutschen (mitsamt seiner
Dialekte und "untergegangenen" Wörter) zu dokumentieren, ist diese
Schlußfolgerung auch logisch nicht gerechtfertigt - aus dem
Nicht-Bekannt-Sein kann man keine Nicht-Existenz folgern!

Freundliche Grüße

Gerd

Thomas Wollermann

unread,
Dec 3, 1998, 3:00:00 AM12/3/98
to

Gerd Cornelius <Corne...@t-online.de> schrieb im Beitrag
<7430iv$ffi$1...@news00.btx.dtag.de>...

> Da nun Christina (und wohl nicht nur sie allein) das deutsche Wort
> "Klott" kennt, der "Wahrig" auch ein österreichisches Wort "Kloth"
> erwähnt und das Wort (in vermutlich sehr unterschiedlicher
> Schreibweise) auch in anderen germanischen Sprachen vorkommt (im
> Schwedischen z. B. als "klot"), ist unter Nutzung von Ockhams
> Rasiermesser mit höherer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß alle diese
> Sprachen den Begriff aus einer gemeinsamen Quelle haben als daß er aus
> dem (modernen) Englisch separat in alle diese Sprachen übernommen
> worden wäre.

Die Herkunft von "Kloth" aus dem englischen "cloth" ist von mehreren
Wörterbüchern belegt. Das sagt wohl noch nicht unbedingt etwas über die
Herkunft von "Klott" aus, das ich in keinem meiner Wörterbücher finden
konnte.

Duden, Rechtschreibung, Vereinigung volkseigener Verlage, Bibliographisches
Institut Leipzig, 1951:
Kloth [...] (eindeutschend für: Cloth), das; _s

Fremdwörterbuch, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1954:
Kloth [...], der (Gen -s): [baumwollener] Futterstoff <engl>


Viele Grüße

Thomas

Richard Loebner

unread,
Dec 3, 1998, 3:00:00 AM12/3/98
to
The message <01be1ede$5b5dcec0$LocalHost@default>
from "Thomas Wollermann" <wolle...@snafu.de> contains these words:

Das interessante an der Sache ist in meiner Ansicht, daß "Kloth"
(spr. klott) in der deutschen Bedeutung, wie gesagt, ein dicht
gewebter (sogar querverbundener) dauerhafter Baumwollstoff ist der
seiner Zeit öfters für Turnhosen und dererlei verwended wurde.

Das englische Wort "cloth" besitzt jedoch eine viel weitere Anwendung
und umfasst den ganzen Bereich: "Tuch".

Heutzutage kann cloth sowohl ein Gewebe als ein filzartiges Tuch
bezeichnen wobei alle möglichen Ursprungsfasern wie Wolle, Baumwolle,
Kunstoff oder auch Papier in Frage kommen. In OE.bezeichnete "cloth"
ein Stück von gewebten/verfilztem "stuff", wobei "stuff"
wahrscheinlich eine Quelle mit dem deutschen Wort "Stoff" teilt.

Der Begriff "cloths" des 14. Jahrhunderts wurde später zu "clothes" =
Kleider. Noch später, etwa um 1740, wurde "cloth" besonders für
wollene Kleidung verwendet und gut bekleidete Geistliche wurden, und
werden noch heute, als "men of the (holy) cloth" bezeichnet.

Gruß
--
Richard
Crowthorne Berkshire UK


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