Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Was heißt das eigentlich: 'sprachlich korrekt'?

367 views
Skip to first unread message

Ralf Joerres

unread,
Jul 31, 2016, 8:50:52 AM7/31/16
to
'Es dachte' sich in mir der Satz: Diese Woche kann ich nicht, da hab
ich jeden Abend Termin. Bzw., da hat der Satz sich schon wieder
umgemodelt, anfänglich war er: 'Donnerstag Abend geht bei mir nicht,
da hab ich Termin beim Zahnarzt.'

Geht's eigentlich nur mir so? Hin und wieder ereignen sich in meiner
internen oder tatsächlich geäußerten Sprachproduktion solche Artikel-
Weglassungen, die ich für inzwischen einigermaßen normal halte,
obwohl ich mich bis vor sagen wir 20 Jahren niemals so ausgedrückt
und das als komplett falsch empfunden hätte.

Ich kann solche Sätze nicht aus dem Gedächtnis abrufen, und sie
fallen mir beim Sprechen auch nicht groß auf. Ich muss darauf
warten, dass wieder einmal einer die Reizschwelle überschreitet und
ihn dann sofort aufschreiben. Ich weiß nur, dass das ein harmloses
Beispiel ist, ich hab da schon sehr viel unkorrektere Sätze
produziert.

Solche Formulierungsweisen könnten der Anfang einer Lexikalisierung
sein: 'Termin haben' wie 'Schule haben', 'Kurs / Nachhilfe / Programm
... haben'. Oder eine Analogiebildung dazu.

Etwas Ähnliches scheint es zu geben mit 'Vertrag haben' bei Fußball-
spielern.

Ich hab viel mit Leuten zu tun, die immer wieder sagen 'wir haben Film
gekuckt', und die ich auch immer wieder korrigiert habe, vollkommen
fruchtlos. Inzwischen unternehme ich solche Korrekturversuche nur noch
selten. Die Personen kennen übrigens die Regel, sie können solche
Sätze bzw. Satzschnipsel auch 'richtig' sagen, aber es verlangt ihnen
zu viel Energie ab. In etwa wie bei einem Dialektsprecher, für den
das Hochdeutsch-Reden zu anstrengend ist. Oder für mich Französisch:
Ich kann's (einigermaßen), aber es strengt mich an.

Ich vermute, mit dem Genitiv-Schwund oder den Verben mit zwei
Akkusativen ist es ähnlich: Es ist vielen einfach zu anstrengend.
Für mich ist das nicht so richtig nachvollziehbar: Wie kann aus
einem für mich nach wie vor grundfalschen 'Wir gedenken den Toten'
etwas inzwischen vollkommen Akzeptiertes, sogar Radiogängiges
werden? Wo kommt so etwas überhaupt her, gibt es irgendeinen
Dialekt, in dem man so spricht?

Man muss etwas Falsches anscheinend nur oft genug hören, dann wird
es langsam zu etwas Richtigem. Z.B. 'das Klientel': Hier im
Ruhrgebiet sagt glaube ich kaum jemand 'die Klientel', die
Sozialpädagogen schon mal gar nicht. Oder auch das unausrottbare
'Progrom', das zwei von drei Radiosprechern und auch sonst alle
Welt so oft benutzen, dass ich dieses Wort ursprünglich falsch
gelernt hatte. Erst als ich recht spät in meinem Leben mal in
Tschechisch reingeschnuppert hatte, kam ich drauf, dass das nicht
stimmen kann...

Solche Empfindlichkeiten sind wohl auch sehr unterschiedlich ver-
teilt. 'Wegen + Dativ' war für mich immer normal, 'wegen + Genitiv'
empfand ich schon recht früh als recht manieriert. Manche, so
scheint es, stört auch heute noch der Dativ nach 'wegen'. Ihnen
scheint es damit so zu gehen wie mir mit 'dem' Klientel und 'dem'
Progrom. Manchmal kommt für mich deren Haltung allerdings auch als
bildungsbürgerliche Ignoranz rüber, als ein 'Nicht-Wahrhaben-Wollen'
von inzwischen normal gewordenen sprachlichen Realitäten. Bin ich
dann mit meinem Bestehen auf 'gedachten _der_ Opfer' bildungsbürger-
lich ignorant? Oder im Wortsinne zurückgeblieben?

Grüße: Ralf Joerres

Gunhild Simon

unread,
Jul 31, 2016, 10:45:49 AM7/31/16
to
Am Sonntag, 31. Juli 2016 14:50:52 UTC+2 schrieb Ralf Joerres:

...

> Manchmal kommt für mich deren Haltung allerdings auch als
> bildungsbürgerliche Ignoranz rüber, als ein 'Nicht-Wahrhaben-Wollen'
> von inzwischen normal gewordenen sprachlichen Realitäten. Bin ich
> dann mit meinem Bestehen auf 'gedachten _der_ Opfer' bildungsbürger-
> lich ignorant? Oder im Wortsinne zurückgeblieben?


Vielleicht hast Du ja recht.

Ich aber will mich da nicht fügen.

Ich versuche Verben, Adjektive und Präpositionen mit
den richtigen Kasus zu gebrauchen. Ich lasse mich gern
belehren über Herkunft und Geschlecht, über Herkunft
und Schreibung. Und ich zögere nicht, Menschen, von
denen ich weiß, daß ihnen richtiges Sprechen und
Schreiben wichtig ist, alte und neu entdeckte Weisheiten
nicht vorzuenthalten.
Ich habe öfter mit Bewerbungen zu tun.

*der* Diabetes
das *Pogrom*
*die* Partikel (particula - Grammatik), etwa Modalpartikel
*die* Klientel (clientela)
auf *die/der* Toilette
wegen "zweier/dreier" Dinge
Rhythmus (2 h)
Parallele (3 l)
du hältst
aufs Geratewohl
wohlweislich

Duden gibt eine Liste schwieriger Wörter an die Hand:
http://www.duden.de/schwierige-woerter

Gruß
Gunhild

Heinz Lohmann

unread,
Jul 31, 2016, 11:29:11 AM7/31/16
to
Am 31.07.2016 um 22:45 schrieb Gunhild Simon:
> *der* Diabetes

Erst vor kurzem gelernt, dass es nicht *die* Diabetes heißt (von Krankheit).
Erstaunlicherweise hat mich dieser Irrtum nie behindert, da Krankheiten
meist ohne Artikel gebraucht werden (leiden an D.).

> *die* Partikel (particula - Grammatik), etwa Modalpartikel

Da hätt ich auf *das* Partikel getippt.

Wikipedia gibt mir für einige Fälle recht, aber ist sie maßgebend?
https://de.wikipedia.org/wiki/Partikel

Ist man sich bei Virus ist mittlerweile einig geworden?

--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.

Christian Weisgerber

unread,
Jul 31, 2016, 11:30:05 AM7/31/16
to
On 2016-07-31, Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com> wrote:

> Geht's eigentlich nur mir so? Hin und wieder ereignen sich in meiner
> internen oder tatsächlich geäußerten Sprachproduktion solche Artikel-
> Weglassungen, die ich für inzwischen einigermaßen normal halte,
> obwohl ich mich bis vor sagen wir 20 Jahren niemals so ausgedrückt
> und das als komplett falsch empfunden hätte.

Für Artikelweglassungen ist mir das noch nicht aufgefallen, aber
nebenordnendes "weil" hat sich ähnlich bei mir eingeschlichen. Was
zeigt, dass Sprachwandel nicht nur von einer Generation zur nächsten
stattfindet, sondern dass sich unsere Sprache auch während unseres
Lebens wandelt.

> Für mich ist das nicht so richtig nachvollziehbar: Wie kann aus
> einem für mich nach wie vor grundfalschen 'Wir gedenken den Toten'
> etwas inzwischen vollkommen Akzeptiertes, sogar Radiogängiges
> werden? Wo kommt so etwas überhaupt her, gibt es irgendeinen
> Dialekt, in dem man so spricht?

Ich kann dir versichern, es gibt Dialekte und dialektgefärbte
Umgangssprache (z.B. hier Kurpfälzisch), wo es den Genitiv schlicht
nicht gibt. Präteritum auch nicht. Solche Formen müssen mit der
Hochsprache erworben werden und das gelingt oft nur unvollkommen.

> Man muss etwas Falsches anscheinend nur oft genug hören, dann wird
> es langsam zu etwas Richtigem.

Natürlich.

> Solche Empfindlichkeiten sind wohl auch sehr unterschiedlich ver-
> teilt. 'Wegen + Dativ' war für mich immer normal, 'wegen + Genitiv'
> empfand ich schon recht früh als recht manieriert. Manche, so
> scheint es, stört auch heute noch der Dativ nach 'wegen'. Ihnen
> scheint es damit so zu gehen wie mir mit 'dem' Klientel und 'dem'
> Progrom. Manchmal kommt für mich deren Haltung allerdings auch als
> bildungsbürgerliche Ignoranz rüber, als ein 'Nicht-Wahrhaben-Wollen'
> von inzwischen normal gewordenen sprachlichen Realitäten. Bin ich
> dann mit meinem Bestehen auf 'gedachten _der_ Opfer' bildungsbürger-
> lich ignorant? Oder im Wortsinne zurückgeblieben?

Ich schlage vor, ein paar Schritte zurückzutreten und die Perspektive
zu wechseln. Es ist sehr erhellend mal das eine oder andere Buch
zu den letzten 1500+ Jahren Geschichte einer bekannten Sprache zu
lesen. Sprachwandel findet statt. Über hinreichend große Zeiträume
ist er drastisch (vgl. Latein > Französisch), aber das passiert
nicht sprunghaft, sondern in vielen kleinen Schrittchen, größtenteils
unbewusst, aber manchmal fällt uns etwas auf.

Und auch vor Jahrhunderten schon haben Leute bisweilen empfindlich
auf Änderungen im Sprachgebrauch reagiert. Da ich vor ein paar Tagen
gerade _Much Ado About Nothing_ gesehen habe:

Act IV. Scene 1. The Inside of a Church.
...
FRIAR. You come hither, my lord, to marry this lady?
CLAUDIO. No.
LEONATO. To be married to her, friar; you come to marry her.
FRIAR. Lady, you come hither to be married to this count?
...

Offensichtlich hat vor vierhundert Jahren im Englischen "to marry
s.o." eine Bedeutungserweiterung von "jemanden verheiraten" zu
"jemanden heiraten" erfahren, was damals nicht jedem gefallen hat.

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de

Carsten Thumulla

unread,
Jul 31, 2016, 11:51:18 AM7/31/16
to
Heinz Lohmann schrieb:
> Am 31.07.2016 um 22:45 schrieb Gunhild Simon:
>> *der* Diabetes
>
> Erst vor kurzem gelernt, dass es nicht *die* Diabetes heißt (von
> Krankheit).
> Erstaunlicherweise hat mich dieser Irrtum nie behindert, da Krankheiten
> meist ohne Artikel gebraucht werden (leiden an D.).
>
>> *die* Partikel (particula - Grammatik), etwa Modalpartikel
>
> Da hätt ich auf *das* Partikel getippt.
>
> Wikipedia gibt mir für einige Fälle recht, aber ist sie maßgebend?
> https://de.wikipedia.org/wiki/Partikel
>
> Ist man sich bei Virus ist mittlerweile einig geworden?

http://www.nichtlustig.de/toondb/080709.html



Ralf Joerres

unread,
Jul 31, 2016, 1:52:04 PM7/31/16
to
Hallo, ja, ich versuche wohl auch, mich einigermaßen korrekt auszu-
drücken, und ich möchte z.B. die Nomina mit dem korrekten Genus
benutzen. Man lernt aber vieles aus dem Kontext, und 'Pogrom'
hörte ich meistens als 'ein Progrom'. Abgesehen vom falschen 'Pro-',
was ich inzwischen weiß: Ist es nun 'der' oder 'das'? Die Frage musste
ich mir bis jetzt nicht stellen, der Duden meint, beides gibt es.

Die Duden-Liste der schwierigen Wörter durchzugehen, bin ich ehrlich
gesagt eher mäßig motiviert. Vieles bilde ich mir ein zu wissen,
manches kann ich mir trotz jahrzehntelanger angestrengter Versuche
partout nicht merken, und inzwischen ist durch das Herumgemurkse
im Bereich Groß- und Klein- sowie Zusammen- und Getrenntschreibung
dort überhaupt und in meinem Schädel dazu ein derartiges Chaos
entstanden, dass man mit gelegentlichen Fehlern in diesem Bereich
kaum mehr Verwirrung stiften kann und, solange es sich nicht um
Bewerbungen handelt, vermutlich aufgrund mildernder Umstände frei-
gesprochen würde.

Dies und das ist schon seit jeher lediglich Duden-richtig, jedoch
sprachlogisch falsch, z.B. die Großschreibung sogenannter Einwohner-
bezeichnungen in der Position eines attributiven Adjektivs (z.B.,
ich bin mal so frei, Hamburger Göre). Manches lässt sich auch gar
nicht 'richtig' im Sinne von lautrichtig schreiben (Gara_g_e, oder
wie sprecht ihr etwa da oben 'fisseln', dieses Sprühregnen in feinen
Tröpfchen, sprecht ihr es etwa wie ihr es schreibt, also 'fißßeln?).

Wie auch immer, den Duden benutze ich gerne bei rein orthographischen
Unsicherheiten, die sich bei mir im Laufe der Jahre vergrößern, aber
er ist für mich kein Evangelium.

Was die Grammatik angeht, finde ich einen etwas saloppen Schreibmodus
eher entspannend. Für mich sind die Grenzen zwischen Flapsigkeit,
Normalität und angestrengtem Preziosentum nicht so leicht zu bestimmen.

In Sachen Semantik muss ich da auch manchmal aufpassen. Irgendwann
war hier die Rede von 'krass' im Sinne von 'drastisch, ins Auge
springend', das wird von jungen Leuten bis hin zu jungen Lehramts-
anwärtern nicht mehr verstanden. Neulich nannte ich eine junge
türkische Dame, die sehr hudelig gearbeitet hatte, eine Schlampe.
Das war in meiner Zeit ein nicht-anzügliches Wort, so hatte ich
es jedenfalls gelernt; familienintern gab es bei
uns noch die Schlunze - übrigens beide ohne vollwertiges männliches
Pendant, der 'Schlunz' erschien mir mehr als Verlegenheitsbildung
wie 'Kröterich' für 'männliche Kröte', und den 'Schlamper' hatten
wir gar nicht, und an einen 'Schlamp' erinnere ich mich auch nicht,
anscheinend wurden Mädchen mehr zur Ordentlichkeit angehalten -,
jedenfalls wird 'Schlampe' heute nur noch als 'Flittchen' verstan-
den, wie mir auch eine halbe Sekunde, nachdem ich das gesagt hatte,
klar wurde, denn nur in dieser Bedeutung habe ich es die letzten
Jahre gehört. Zu Schillers Zeit hieß das noch 'Metze'.

Wie auch immer werde ich mich wohl nicht mit diesen Dativ-statt-
Genitiv-Krücken anfreunden, und auch 'kostete ihm viel Geld' werde
ich mir nicht angewöhnen. Vielleicht wird man irgendwann sagen
'der Zeuge beschuldigte den Mann dem Diebstahl' - ohne mich.

Grüße: Ralf Joerres

Ralf Joerres

unread,
Jul 31, 2016, 2:22:57 PM7/31/16
to
Am Sonntag, 31. Juli 2016 17:30:05 UTC+2 schrieb Christian Weisgerber:
> On 2016-07-31, Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com> wrote:
>
> > Geht's eigentlich nur mir so? Hin und wieder ereignen sich in meiner
> > internen oder tatsächlich geäußerten Sprachproduktion solche Artikel-
> > Weglassungen, die ich für inzwischen einigermaßen normal halte,
> > obwohl ich mich bis vor sagen wir 20 Jahren niemals so ausgedrückt
> > und das als komplett falsch empfunden hätte.
>
> Für Artikelweglassungen ist mir das noch nicht aufgefallen, aber
> nebenordnendes "weil" hat sich ähnlich bei mir eingeschlichen. Was
> zeigt, dass Sprachwandel nicht nur von einer Generation zur nächsten
> stattfindet, sondern dass sich unsere Sprache auch während unseres
> Lebens wandelt.

Beim 'weil + Hauptsatzwortstellung' bin ich mir noch nicht ganz
darüber im Klaren, ob das ein normaler weil-Satz ist oder ob er sich
in irgendeiner Bedeutungs- oder Gebrauchsnuance unterscheidet.

> > Für mich ist das nicht so richtig nachvollziehbar: Wie kann aus
> > einem für mich nach wie vor grundfalschen 'Wir gedenken den Toten'
> > etwas inzwischen vollkommen Akzeptiertes, sogar Radiogängiges
> > werden? Wo kommt so etwas überhaupt her, gibt es irgendeinen
> > Dialekt, in dem man so spricht?
>
> Ich kann dir versichern, es gibt Dialekte und dialektgefärbte
> Umgangssprache (z.B. hier Kurpfälzisch), wo es den Genitiv schlicht
> nicht gibt.

Den sächsischen Genitiv auch nicht?: Wenn deiner kaputt ist, dann
nimm doch einfach Annas wagen, die braucht ihn doch nicht.
Leider kann ich mir solches elisabethanisches Englisch - oder wie
nennt man es? - nicht genussvoll auf der Zunge zergehen lassen, es
ist mir ähnlich weit weg wie Sallust, leider, aber das Beispiel
habe ich verstanden. In meiner Antwort auf Gunhild habe ich eine
Erfahrung aus eigenem Erleben berichtet.

Was mich irritiert: Objektiv ist es, vielleicht, Sprachwandel, heraus-
stellen wird sich das erst mit der Zeit. Subjektiv ist es für beide
Seiten das Gefühl, es mit falschem Deutsch zu tun zu haben: Für die
Älteren ist es der Verstoß gegen die selbst gelernten und interna-
lisierten Regeln, für die Jüngeren ist es günstigenfalls nur verzopft
und jedenfalls passé, vielleicht aber auch ebenso falsch wie für die
Älteren das Hergebrachte.

Ein paar Monate wohnte ich vor vielen Jahren bei meiner Schwester.
Deren Tochter sagte immer wieder Sätze wie 'Kann ich noch'n Keks?
Kann ich noch 'ne Stulle?'. Damals hatte mich das genervt, ich hab
aber nix dazu gesagt. Später dachte ich, wieso hat mich das
eigentlich genervt, das passt doch genau ins System, man sagt ja
auch: Ich will in die Stadt. Darf ich mit ins Kino? Möchtest du
einen Kaffee? Willste'n Bier? Ich weiß nicht, ob diese Mode wieder
verschwunden ist, hab lange nichts mit Jugendlichen oder Kindern
zu tun gehabt. Wenn's vorbei ist, war's 'ne Mode, wenn nicht,
vielleicht Sprachwandel, vielleicht auch nur Szenedeutsch unter
Jungschen.

Grüße: Ralf Joerres

Stefan Schmitz

unread,
Jul 31, 2016, 3:38:35 PM7/31/16
to
Am Sonntag, 31. Juli 2016 19:52:04 UTC+2 schrieb Ralf Joerres:

> In Sachen Semantik muss ich da auch manchmal aufpassen. Irgendwann
> war hier die Rede von 'krass' im Sinne von 'drastisch, ins Auge
> springend', das wird von jungen Leuten bis hin zu jungen Lehramts-
> anwärtern nicht mehr verstanden. Neulich nannte ich eine junge
> türkische Dame, die sehr hudelig gearbeitet hatte, eine Schlampe.
> Das war in meiner Zeit ein nicht-anzügliches Wort, so hatte ich
> es jedenfalls gelernt; familienintern gab es bei
> uns noch die Schlunze - übrigens beide ohne vollwertiges männliches
> Pendant, der 'Schlunz' erschien mir mehr als Verlegenheitsbildung
> wie 'Kröterich' für 'männliche Kröte', und den 'Schlamper' hatten
> wir gar nicht, und an einen 'Schlamp' erinnere ich mich auch nicht,
> anscheinend wurden Mädchen mehr zur Ordentlichkeit angehalten -,
> jedenfalls wird 'Schlampe' heute nur noch als 'Flittchen' verstan-
> den, wie mir auch eine halbe Sekunde, nachdem ich das gesagt hatte,
> klar wurde, denn nur in dieser Bedeutung habe ich es die letzten
> Jahre gehört. Zu Schillers Zeit hieß das noch 'Metze'.

Ich habe mich ja schon mal gewundert, warum es zu diesem Bedeutungswandel
gekommen ist. Jetzt erwähnst du etwas, das ich bei meiner Frage vergessen hatte:
Es gibt mit Flittchen ein etabliertes Wort für die heute gemeinte Bedeutung.
Für die neue Bedeutung gab es also gar keinen Bedarf. Warum hat sie sich
trotzdem durchgesetzt?

Ralf Joerres

unread,
Jul 31, 2016, 3:56:46 PM7/31/16
to
Vielleicht wegen des Klangs und der Assoziationen: Ein Flittchen ist nur
'flitterig', aber eine ein Schlampe schon fast dasselbe wie 'Schlampampe'.
Es klingt stärker, markiger. 'Arsch' hört sich für mich auch kerniger an
als 'kü'* oder 'Po'.
Gruß Ralf Joerres

*) frz.'cul' = 'Hintern'

Helmut Richter

unread,
Jul 31, 2016, 5:13:48 PM7/31/16
to
Am 31.07.2016 um 21:56 schrieb Ralf Joerres:

> Vielleicht wegen des Klangs und der Assoziationen: Ein Flittchen ist nur
> 'flitterig', aber eine ein Schlampe schon fast dasselbe wie 'Schlampampe'.
> Es klingt stärker, markiger. 'Arsch' hört sich für mich auch kerniger an
> als 'kü'* oder 'Po'.

Rein sprachlich klingt mir ein Flittchen mit einem süßen Po erheblich
verlockender als eine Schlampe mit einem fetten Arsch -- Markigkeit ist
da kein passendes Argument. Aber da scheinen ja die Geschmäcker weit
auseinander zu gehen.

--
Helmut Richter

Christian Weisgerber

unread,
Jul 31, 2016, 5:30:05 PM7/31/16
to
On 2016-07-31, Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com> wrote:

>> Ich kann dir versichern, es gibt Dialekte und dialektgefärbte
>> Umgangssprache (z.B. hier Kurpfälzisch), wo es den Genitiv schlicht
>> nicht gibt.
>
> Den sächsischen Genitiv auch nicht?: Wenn deiner kaputt ist, dann

Auch den nicht.

> nimm doch einfach Annas wagen, die braucht ihn doch nicht.

... der Anna ihrn Wagen...

Hochsprachlich ist dieses Konstrukt stark auffällig und stigmatisiert.
Ich denke, der Trend in der Hochsprache ist ein weiteres, langsames
Verschwinden des Genitivs als echter Fall und ein Überleben als
reine Possessivkonstruktion - ganz analog dem Englischen.

> Was mich irritiert: Objektiv ist es, vielleicht, Sprachwandel, heraus-
> stellen wird sich das erst mit der Zeit.

Klar, nicht alle Trends setzen sich durch.

> Subjektiv ist es für beide
> Seiten das Gefühl, es mit falschem Deutsch zu tun zu haben: Für die
> Älteren ist es der Verstoß gegen die selbst gelernten und interna-
> lisierten Regeln, für die Jüngeren ist es günstigenfalls nur verzopft
> und jedenfalls passé, vielleicht aber auch ebenso falsch wie für die
> Älteren das Hergebrachte.

Meistens dürfte sich auch noch eine Übergangsphase finden, wo der
Gebrauch schwankt und beide Varianten als möglich empfunden werden.

Sie trifft den Präsident(en).

Richtig? Falsch? Ich kann mich nicht entscheiden.

Wir wissen doch alle, dass die Frucht von Pyrus communis "die Bir"
ist. Aber manche Leute sagen ganz falsch "die Birn", offenbar eine
Rückbildung aus der Mehrzahl "die Birnen". Sollte sich das durchsetzen,
dann wird in ein paar Jahrhunderten niemand mehr die richtige Form
kennen...

> Ein paar Monate wohnte ich vor vielen Jahren bei meiner Schwester.
> Deren Tochter sagte immer wieder Sätze wie 'Kann ich noch'n Keks?
> Kann ich noch 'ne Stulle?'. Damals hatte mich das genervt, ich hab
> aber nix dazu gesagt. Später dachte ich, wieso hat mich das
> eigentlich genervt, das passt doch genau ins System, man sagt ja
> auch: Ich will in die Stadt. Darf ich mit ins Kino? Möchtest du
> einen Kaffee? Willste'n Bier? Ich weiß nicht, ob diese Mode wieder
> verschwunden ist, hab lange nichts mit Jugendlichen oder Kindern
> zu tun gehabt. Wenn's vorbei ist, war's 'ne Mode, wenn nicht,
> vielleicht Sprachwandel, vielleicht auch nur Szenedeutsch unter
> Jungschen.

Genau.

Diese im Deutschen häufige Konstruktion mit modalem Hilfsverb, wo
das eigentliche Bewegungsverb ausgelassen wird ("ich muss nachher
noch in die Stadt [gehen]", "wir wollen im Sommer nach Italien
[reisen]"), gibt es im Englischen nicht...

... mehr. Da ich Shakespeare schon erwähnt hatte: Dort findet sie
sich reichlich:

"There's villanous news abroad: here was Sir John Bracy from your
father; you must to the Court in the morning."

"Come, brother, let's to th' highest of the field,
to see what friends are living, who are dead."

"Myself,--and you, son Harry,--will towards Wales,
To fight with Glendower and the Earl of March."

(Alle aus Henry IV Pt 1.)

Stefan Schmitz

unread,
Jul 31, 2016, 5:43:26 PM7/31/16
to
Am Sonntag, 31. Juli 2016 23:13:48 UTC+2 schrieb Helmut Richter:
> Am 31.07.2016 um 21:56 schrieb Ralf Joerres:
>
> > Vielleicht wegen des Klangs und der Assoziationen: Ein Flittchen ist nur
> > 'flitterig', aber eine ein Schlampe schon fast dasselbe wie 'Schlampampe'.
> > Es klingt stärker, markiger. 'Arsch' hört sich für mich auch kerniger an
> > als 'kü'* oder 'Po'.
>
> Rein sprachlich klingt mir ein Flittchen mit einem süßen Po erheblich
> verlockender als eine Schlampe mit einem fetten Arsch -- Markigkeit ist
> da kein passendes Argument.

Du wiederholst das Argument doch selbst: Flittchen klingt zu positiv für die
intendierte Beschimpfung.

Kann es sein, dass hinter "Schlampe" wirklich mehr Verachtung steckt als hinter
"Flittchen"?

Helmut Richter

unread,
Jul 31, 2016, 5:54:52 PM7/31/16
to
Am 31.07.2016 um 23:09 schrieb Christian Weisgerber:

> Hochsprachlich ist dieses Konstrukt stark auffällig und stigmatisiert.
> Ich denke, der Trend in der Hochsprache ist ein weiteres, langsames
> Verschwinden des Genitivs als echter Fall und ein Überleben als
> reine - ganz analog dem Englischen.

Das eben genannte "Verschwinden des Genitivs" ist formalgrammatisch eine
Possessivkonstruktion, obwohl das Verschwinden sicher nicht im Besitz
des Genitivs ist. Im behördlichen Nominalstil bedarf man dieser
Konstruktion sicher noch eine Weile, gerade weil sie einer gewissen
Umständlichkeit nicht entbehrt. Ach ja, Genitivobjekte *einiger weniger*
Verben gehören auch dazu, wie man sieht.

Es sei denn, die nachfolgende Generation von Verwaltungsbeamten hat in
ihrer Ausbildung des Denglischen statt des Behördendeutschen gefrönt.
Dann ist der Genitiv kein Requirement mehr, um Content mit einem
gewissen Level von Sophistication zu conveyen.

--
Helmut Richter

Gunhild Simon

unread,
Aug 1, 2016, 2:09:21 AM8/1/16
to
Am Sonntag, 31. Juli 2016 23:43:26 UTC+2 schrieb Stefan Schmitz:

...
> Kann es sein, dass hinter "Schlampe" wirklich mehr Verachtung steckt als hinter
> "Flittchen"?

Ich fürchte, ja.
Ich kann mich daran erinnern, daß schon vor Jahrzehnten
Mädchen in der Grundschule (in dem damals noch nicht hippen,
sondern migrantisch geprägten Schanzenviertel)
sich gegenseitig ultimativ so beschimpften.

Und das war bei sonst durchaus fehlenden Sprachkenntnissen,
ebenso wie "Hurentochter" oder bei Jungen "-sohn" und
"anne-sic"*, bitterster Ernst!

*"Mutterficker": Die Scham, das Wort zu übersetzen war fast
größer, als es auf Türkisch auszusprechen, weil das
Schimpfwort damit erst recht konkret wurde.

Gruß
Gunhild


Heinz Lohmann

unread,
Aug 1, 2016, 2:53:32 AM8/1/16
to
Am 01.08.2016 um 12:46 schrieb Martin Gerdes:
> Heinz Lohmann <go...@sofort-mail.de> schrieb:
>
>>> *die* Partikel (particula - Grammatik), etwa Modalpartikel
>> Da hätt ich auf *das* Partikel getippt.
>
> Für einen Germanisten ist das erstaunlich, germanistisch-fachsprachlich
> heißt es _die_ Partikel.
>
>> Wikipedia gibt mir für einige Fälle recht, aber ist sie maßgebend?
>> https://de.wikipedia.org/wiki/Partikel
>
> Sie beschreibt die aktuelle Genusverwendung zutreffend.


Ich bin ja kein Germanist und habe mich immer für Naturwissenschaften
interessiert.
Vielleicht erklärt das meine Fehlannahme?

Heinz Lohmann

unread,
Aug 1, 2016, 3:40:55 AM8/1/16
to
Am 01.08.2016 um 02:39 schrieb Stefan Ram:
> Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com> writes:
>> >Beim 'weil + Hauptsatzwortstellung' bin ich mir noch nicht ganz
>> >darüber im Klaren, ob das ein normaler weil-Satz ist oder ob er sich
>> >in irgendeiner Bedeutungs- oder Gebrauchsnuance unterscheidet.
> Ich benutze das selber ständig - mündlich - da kann ich es nämlich
> nicht bewußt kontrollieren. Neuerdings korrigiere ich mich dann,
> indem ich denselben Satz erneut mit »denn« beginne. Ich hoffe, daß
> es vielleicht irgendwann einmal soweit automatisiert wird, daß ich
> dann gleich von Anfang an »denn« sage.
>
> Ja, es muß auch einen Grund dafür geben, daß ich automatische
> erst einmal »weil« + Hauptsatzstellung verwende. Wahrscheinlich
> hat es irgendeinen Vorteil. Mir ist allerdings nicht klar, welchen
> genau. Unbewußt nimmt mein Sprachzentrum diesen Vorteil wahr
> und handelt danach.
>

Du machst das, weil du liegst einfach im Trend.

Detlef Meißner

unread,
Aug 1, 2016, 3:45:33 AM8/1/16
to
Am 31.07.2016 um 20:39 schrieb Stefan Ram:

> Ja, es muß auch einen Grund dafür geben, daß ich automatische
> erst einmal »weil« + Hauptsatzstellung verwende. Wahrscheinlich
> hat es irgendeinen Vorteil. Mir ist allerdings nicht klar, welchen
> genau. Unbewußt nimmt mein Sprachzentrum diesen Vorteil wahr
> und handelt danach.
>
Es hat den Vorteil, dass man das Verb/Hilfsverb, das normalerweise ans
Ende des Satzes käme, vorzieht.

Detlef

Helmut Richter

unread,
Aug 1, 2016, 4:46:18 AM8/1/16
to
Den kann man aber auch ohne Vergewaltigung des Satzbaus haben:

Es hat den Vorteil, dass man das Verb/Hilfsverb vorzieht, das
normalerweise ans Ende des Satzes käme.

--
Helmut Richter

Detlef Meißner

unread,
Aug 1, 2016, 4:57:57 AM8/1/16
to
Am 01.08.2016 um 10:47 schrieb Helmut Richter:
> Am 01.08.2016 um 09:45 schrieb Detlef Meißner:
>> Am 31.07.2016 um 20:39 schrieb Stefan Ram:
>>
>>> Ja, es muß auch einen Grund dafür geben, daß ich automatische
>>> erst einmal »weil« + Hauptsatzstellung verwende. Wahrscheinlich
>>> hat es irgendeinen Vorteil. Mir ist allerdings nicht klar, welchen
>>> genau. Unbewußt nimmt mein Sprachzentrum diesen Vorteil wahr
>>> und handelt danach.
>>>
>> Es hat den Vorteil, dass man das Verb/Hilfsverb, das normalerweise ans
>> Ende des Satzes käme, vorzieht.
>
> Den kann man aber auch ohne Vergewaltigung des Satzbaus haben:

Du empfindest meinen Satzbau als Vergewaltigung?
Für mich ist das ganz normales Deutsch.
>
> Es hat den Vorteil, dass man das Verb/Hilfsverb vorzieht, das
> normalerweise ans Ende des Satzes käme.
>
Hmm.

Detlef

Helmut Richter

unread,
Aug 1, 2016, 5:01:47 AM8/1/16
to
Ich hatte Wörter wie "stark", "markig", "kernig" spontan als eher
positiv konnotiert aufgefasst. Im Zusammenhang etwa: das ist *richtiger*
Sex, kein Kinderspiel. Aber ich gehöre vielleicht nur nicht zu der
Zielgruppe, die das goûtiert.

--
Helmut Richter

Detlef Meißner

unread,
Aug 1, 2016, 6:44:46 AM8/1/16
to
Am 01.08.2016 um 11:16 schrieb Stefan Ram:
> Heinz Lohmann <go...@sofort-mail.de> writes:
>> Ich bin ja kein Germanist und habe mich immer für Naturwissenschaften
>> interessiert.
>
> Ich hatte einen Lateinlehrer, der uns immer darauf hinwies,
> daß Göthe sich selber eher als Naturwissenschaftler denn als
> Dichter gesehen habe.
>
> Es gibt von Göthe ja beispielsweise eine Farbenlehre, und er
> stritt sich wohl mit Newton (aus heutiger Sicht hatte wohl
> eher Newton recht). Und ich glaube, er beschäftigte sich auch
> mit Ausgrabungen.
>
... und dem Zwischenkieferknochen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Goethe-Elefant

Detlef

Walter Schmid

unread,
Aug 1, 2016, 7:08:47 AM8/1/16
to
Am 31.07.2016 um 14:50 schrieb Ralf Joerres:
> 'Es dachte' sich in mir der Satz: Diese Woche kann ich nicht, da hab
> ich jeden Abend Termin. Bzw., da hat der Satz sich schon wieder
> umgemodelt, anfänglich war er: 'Donnerstag Abend geht bei mir nicht,
> da hab ich Termin beim Zahnarzt.'

Könnte es sein, dass dies Phänomen daher rührt, dass die
Deutschen weitherum nie konsequent Dialekt sprechen?

Um sich salopp auszudrücken verwenden die Schweizer den Dialekt.
Saloppes Hochdeutsch steht im bei uns im Verdacht
unschweizerisch, also grosskantonesisch oder gar balkanesisch zu
sein und wird deshalb vermieden.

Uebrinx: Die Betreff-Frage beantworte ich mit "keiner Korrektur
bedürftig".


Gruss

Walter

--
Ich sollte mal eine neue Sig finden.
(Walter Schmid)

Detlef Meißner

unread,
Aug 1, 2016, 7:12:42 AM8/1/16
to
Am 01.08.2016 um 13:08 schrieb Walter Schmid:
> Am 31.07.2016 um 14:50 schrieb Ralf Joerres:
>> 'Es dachte' sich in mir der Satz: Diese Woche kann ich nicht, da hab
>> ich jeden Abend Termin. Bzw., da hat der Satz sich schon wieder
>> umgemodelt, anfänglich war er: 'Donnerstag Abend geht bei mir nicht,
>> da hab ich Termin beim Zahnarzt.'
>
> Könnte es sein, dass dies Phänomen daher rührt, dass die
^^^^dieses
> Deutschen weitherum nie konsequent Dialekt sprechen?
>
> Um sich salopp auszudrücken verwenden die Schweizer den Dialekt.

Machen wir auch, aber nur dort, wo man uns auch versteht.

Detlef

Jakob Achterndiek

unread,
Aug 1, 2016, 7:55:57 AM8/1/16
to
Am 01.08.2016 um 11:16 schrieb Stefan Ram:
> Heinz Lohmann <go...@sofort-mail.de> writes:
>> Ich bin ja kein Germanist und habe mich immer für Naturwissenschaften
>> interessiert.
>
> Ich hatte einen Lateinlehrer, der uns immer darauf hinwies,
> daß Göthe sich selber eher als Naturwissenschaftler denn als
> Dichter gesehen habe.
>

Die Naturwissenschaften insgesamt waren zu Goethes Zeit eine
Modewissenschaft. Viele Gebildete haben in ihren Teilgebieten
dilettiert, und unter diesen Dilettanten war Goethe einer der
gründlicheren und mitteilungsbedürftigeren. Aber geirrt hat
er sich dabei auch ein paarmal.

Gerade diese Irrtümer sind für das spätere Goethe-Verständnis
bedeutsam geworden. Sein Beharren in der Geologie auf dem Neptu-
nismus und in der Optik gegen Newton sind eigentlich religiöser
(pantheistischer) Natur und ähneln der Argumentationsweise, der
auch Kopernikus zum Beweis seines Weltbildes folgt: Gott wäre
nicht vernünftig, wenn er es anders gewollt und gemacht hätte
hätte.
--
j/\a

Jaakob Kind

unread,
Aug 1, 2016, 8:29:59 AM8/1/16
to
"Stefan Ram" wrote in message
news:Ellipse-201...@ram.dialup.fu-berlin.de...

> » »Fahren Sie Gartenstraße?« (zu einem Busfahrer - ist korrektes
> Deutsch)

Für mich nicht. Mir fehlt da mindestens eine Präposition.

Viele Grüße
Jaakob

Jaakob Kind

unread,
Aug 1, 2016, 8:29:59 AM8/1/16
to
"Christian Weisgerber" wrote in message
news:slrnnpsq8d...@lorvorc.mips.inka.de...

> Sie trifft den Präsident(en).

> Richtig? Falsch? Ich kann mich nicht entscheiden.

"den Präsident" finde ich eindeutig falsch. Aber irgendwann ist es bestimmt
richtig.

> Wir wissen doch alle, dass die Frucht von Pyrus communis "die Bir"
> ist.

Ich wusste das leider nicht. Wann hat man das so gesagt?

> Aber manche Leute sagen ganz falsch "die Birn", offenbar eine
> Rückbildung aus der Mehrzahl "die Birnen".

Ich sage "die Birne", die "Birn" hätte ich für eine Dialektform gehalten.
Bei Fontane im Ribbeck finde ich auch schon "Birne", was aber natürlich auch
die Anpassung eines modernen Redakteurs sein kann.
Interessanterweise gibt es dort die Dialektformen "Beer" und "Birn". Sind
beide Formen im Dialekt vorhanden gewesen, oder wurde eine von Fontane
erfunden, weil es sich besser reimt?

Viele Grüße
Jaakob

Christian Weisgerber

unread,
Aug 1, 2016, 9:30:07 AM8/1/16
to
On 2016-08-01, Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> wrote:

>> Ja, es muß auch einen Grund dafür geben, daß ich automatische
>> erst einmal »weil« + Hauptsatzstellung verwende. Wahrscheinlich
>> hat es irgendeinen Vorteil.
>
> Es hat den Vorteil, dass man das Verb/Hilfsverb, das normalerweise ans
> Ende des Satzes käme, vorzieht.

Ein allgemeiner Trend, die Verbstellung in Nebensätzen zu ändern,
ist aber nicht erkennbar. Beispielsweise wird bei Relativsätzen
regelmäßig die Wahl des Relativpronomens als Schwierigkeit angesprochen
("wo", "der wo"), aber nie die Verbstellung.

Detlef Meißner

unread,
Aug 1, 2016, 9:39:30 AM8/1/16
to
Am 01.08.2016 um 14:41 schrieb Christian Weisgerber:
> On 2016-08-01, Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> wrote:
>
>>> Ja, es muß auch einen Grund dafür geben, daß ich automatische
>>> erst einmal »weil« + Hauptsatzstellung verwende. Wahrscheinlich
>>> hat es irgendeinen Vorteil.
>>
>> Es hat den Vorteil, dass man das Verb/Hilfsverb, das normalerweise ans
>> Ende des Satzes käme, vorzieht.
>
> Ein allgemeiner Trend, die Verbstellung in Nebensätzen zu ändern,
> ist aber nicht erkennbar.

Ein allgemeiner nicht, das ist richtig.
Ich vermute, es wurde aus dem englischen Satzbau übernommen. Immer mehr
Menschen sprechen so - auch gebildete (sollte man annehmen) - und sie
bemerken es nicht.
Nun mag man das beim gesprochenen Wort noch hinnehmbar sein, aber wenn
der Text vorher festliegt, z.B. in Krimis, dann ist das nur noch
Schlamperei; denn je häufiger man etwas Falsches hört, desto schneller
spricht man es (falsch) nach.

Detlef

Andreas Karrer

unread,
Aug 1, 2016, 12:11:54 PM8/1/16
to
* Martin Gerdes <martin...@gmx.de>:

>>Ist man sich bei Virus ist mittlerweile einig geworden?
>
> In der Medizin heißt es _das_ Virus.

Hm, wenn ich mir einen Virus auflese, dann ist das kein Fall für die Medizin?

Medizin von Laien: der Virus, die Diabetes, der Katarakt, das Antibiotika.
Medizin von Profis: das Virus, der Diabetes, die Katarakt, das Antibiotikum.

"Das Antibiotika" hört man auch in Arztpraxen und Krankenhäusern nicht selten.

- Andi

Andreas Karrer

unread,
Aug 1, 2016, 12:26:21 PM8/1/16
to
* Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de>:
> Am Sonntag, 31. Juli 2016 23:43:26 UTC+2 schrieb Stefan Schmitz:
>
> ...
>> Kann es sein, dass hinter "Schlampe" wirklich mehr Verachtung steckt als hinter
>> "Flittchen"?
>
> Ich fürchte, ja.
> Ich kann mich daran erinnern, daß schon vor Jahrzehnten
> Mädchen in der Grundschule (in dem damals noch nicht hippen,
> sondern migrantisch geprägten Schanzenviertel)
> sich gegenseitig ultimativ so beschimpften.

Wann "vor Jahrzehnten"? In den 90ern gab es aber auch eine
Gegenbewegung, wo versucht wurde, "Schlampe" als Selbstbezeichnung
halbironisch aufzuwerten. Wie "schwul", das zuerst von den Schwulen,
dann auch von Heteros nicht mehr als abschätzig empfunden und neutral
verwendet wurde.

Aus dieser Zeit:
Milena Moser: Das Schlampenbuch (1992), Schlampen-Yoga (2005)
Rosenstolz: Schlampenfieber (1992), Die Schlampen sind müde (1997)

Ich weiss nicht, ob das insuläre Erscheinungen waren. Hat sich
jedenfalls im Gegensatz zu "schwul" nicht durchgesetzt.

- Andi

Manfred Hoß

unread,
Aug 1, 2016, 12:43:13 PM8/1/16
to
Am 1 Aug 2016 09:16:27 GMT schrieb Stefan Ram:

> Es gibt von Göthe ja beispielsweise eine Farbenlehre, und er
> stritt sich wohl mit Newton (aus heutiger Sicht hatte wohl
> eher Newton recht).

Goethe konnte sich nicht direkt mit Newton streiten, denn Newton starb etwa
20 Jahre bevor Goethe geboren wurde.

Gruß
Manfred.

Sepp Neuper

unread,
Aug 1, 2016, 2:59:41 PM8/1/16
to
Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> schrieb:

>Am Sonntag, 31. Juli 2016 23:43:26 UTC+2 schrieb Stefan Schmitz:
>> Kann es sein, dass hinter "Schlampe" wirklich mehr Verachtung steckt als hinter
>> "Flittchen"?

>Ich fürchte, ja.
>Ich kann mich daran erinnern, daß schon vor Jahrzehnten
>Mädchen in der Grundschule (in dem damals noch nicht hippen,
>sondern migrantisch geprägten Schanzenviertel)
>sich gegenseitig ultimativ so beschimpften.

Wobei man natürlich immer im Auge behalten sollte, daß Schlampe
und Flittchen nicht genau dasselbe sind.
Ein Flittchen ist eine Frau oder ein Mädchen mit häufig wechselnden
Geschlechtsverkehr.
Den muß eine Schlampe nicht unbedingt haben, um als Schlampe zu
gelten.
Ein Arschgeweih wird in manchen Gegenden auch als Schlampenstempel
bezeichnet. Flittchenstempel käme da doch etwas merkwürdig rüber.

Servus, Sepp

Stefan Schmitz

unread,
Aug 1, 2016, 5:23:48 PM8/1/16
to
Zu der Zeit war mir die heutige Bedeutung von "Schlampe" noch gar nicht
geläufig.
Ging es bei dieser Bewegung überhaupt um diese Bedeutung?
In "Schlampenfieber" ist m.E. eindeutig die ursprüngliche (unordentlich) gemeint.

Stefan Schmitz

unread,
Aug 1, 2016, 5:33:50 PM8/1/16
to
Am Montag, 1. August 2016 20:59:41 UTC+2 schrieb Sepp Neuper:

> Wobei man natürlich immer im Auge behalten sollte, daß Schlampe
> und Flittchen nicht genau dasselbe sind.
> Ein Flittchen ist eine Frau oder ein Mädchen mit häufig wechselnden
> Geschlechtsverkehr.
> Den muß eine Schlampe nicht unbedingt haben, um als Schlampe zu
> gelten.

Nicht? Wodurch verdient man sich die Bezeichnung denn heute noch?

> Ein Arschgeweih wird in manchen Gegenden auch als Schlampenstempel
> bezeichnet.

Weil man diesen Personen Promiskuität unterstellt.
Dass das nur unterstellt wird und nicht sicher nachgewiesen ist, ist bei
heutigen Schlampen nicht anders als bei früheren Flittchen.

> Flittchenstempel käme da doch etwas merkwürdig rüber.

Vielleicht ist das sogar der Grund für den Bedeutungswandel?
Schlampenstempel kommt von "tramp stamp", und tramp ist in amerikanischer
Umgangssprache ein Flittchen.

Sepp Neuper

unread,
Aug 2, 2016, 12:59:10 PM8/2/16
to
Stefan Schmitz <ss...@gmx.de> schrieb:

[Flittchen vs. Schlampe]
>Vielleicht ist das sogar der Grund für den Bedeutungswandel?

Welcher Bedeutungswandel?
Die beiden Begriffe bedeuten nicht genau dasselbe. Den Unterschied
habe ich bereits beschrieben.

>Schlampenstempel kommt von "tramp stamp", und tramp ist in amerikanischer
>Umgangssprache ein Flittchen.

Das ist wohl eher dem Gleichklang geschuldet.

Servus, Sepp

Stefan Schmitz

unread,
Aug 2, 2016, 3:29:46 PM8/2/16
to
Am Dienstag, 2. August 2016 18:59:10 UTC+2 schrieb Sepp Neuper:
> Stefan Schmitz <ss...@gmx.de> schrieb:
>
[Schlampenstempel klingt besser als Flittchenstempel]

> >Vielleicht ist das sogar der Grund für den Bedeutungswandel?
>
> Welcher Bedeutungswandel?

Na, der, um den es hier geht: Dass Schlampe früher unordentlich hieß und heute
promisk.

> Die beiden Begriffe bedeuten nicht genau dasselbe. Den Unterschied
> habe ich bereits beschrieben.

Du hast ihn behauptet, aber gerade nicht beschrieben. Meine diesbezügliche
Frage hast du ignoriert.

Sepp Neuper

unread,
Aug 2, 2016, 5:40:28 PM8/2/16
to
Stefan Schmitz <ss...@gmx.de> schrieb:

>[Schlampenstempel klingt besser als Flittchenstempel]
>>Sepp:
>> Die beiden Begriffe bedeuten nicht genau dasselbe. Den Unterschied
>> habe ich bereits beschrieben.

>Du hast ihn behauptet, aber gerade nicht beschrieben. Meine diesbezügliche
>Frage hast du ignoriert.

Flittchen ist eingleisig. Es betreibt nur Vielmännerei.
Eine weitere Definition ist nicht gegeben.

Schlampe ist mehrgleisig. Zur ebenfalls betriebenen Vielmännerei
kommt noch ein verlotterter Lebenswandel. Das ist allerdings eine
und/oder-Option.
Über die Intelligenz von Schlampen will ich jetzt mal lieber nichts
sagen, aber wer sich ein Arschgeweih machen läßt .....

Der von dir ins Spiel gebrachte englische Begriff "tramp stamp" paßt
übrigens eher zu Schlampe denn zu Flittchen. Es scheint hier auch
die von mir beschriebene Unterscheidung zu geben.

Servus, Sepp
der sich fragt, was das männliche Pendant zu Flittchen ist

Detlef Meißner

unread,
Aug 3, 2016, 2:55:24 AM8/3/16
to
Am 02.08.2016 um 23:40 schrieb Sepp Neuper:

> Servus, Sepp
> der sich fragt, was das männliche Pendant zu Flittchen ist
>
Hurenbock?

Detlef

Roland Franzius

unread,
Aug 3, 2016, 3:13:08 AM8/3/16
to
Hat Proust im Zusammenhang mit Charlus, der es als wundersame Fügung der
Natur bezeichnet, dass sich junge Männer für alte mit Geld interessieren.

Im literarischen Gebrauch, also vornehmlich im Film, kann man übrigens
den Unterschied bei den pejorativ zugesetzten Adjektiven sehen. Die
häufigsten sind "billiges Flittchen" für die aufgeputzen Gangsterbräute
im amerikanischen Film Noir und "alte Schlampe" für die angejahrten
abgeschobenen Ehefrauen und Freundinen im kontinental-europäischen Film
der 40er-60er Jahre.

Danach fielen die Gebote der victorianischen sexuellen Reinheit, die in
Frankreich und im amerikanischen Westen nie eine Rolle spielten, und das
französisch-preußische Ordungs- und Hygieneideal, das sich im gefalteten
Ablegen der Kleidung und regelmäßigem Zähneputzen vor dem Akt
manifgestierte.

--

Roland Franzius

Christian Weisgerber

unread,
Aug 4, 2016, 4:30:06 PM8/4/16
to
On 2016-08-02, Stefan Schmitz <ss...@gmx.de> wrote:

>> Welcher Bedeutungswandel?
>
> Na, der, um den es hier geht: Dass Schlampe früher unordentlich hieß und heute
> promisk.

Wann soll dieser Bedeutungswandel aufgetreten sein? 1900? Ich bin
überrascht, ich dachte die promiskuitive Bedeutung sei die veraltende.

Christian Weisgerber

unread,
Aug 4, 2016, 4:30:06 PM8/4/16
to
On 2016-08-01, Jaakob Kind <jaako...@gmx.de> wrote:

>> Wir wissen doch alle, dass die Frucht von Pyrus communis "die Bir"
>> ist.
>
> Ich wusste das leider nicht. Wann hat man das so gesagt?

mittelhochdeutsch "bir(e)" < althochdeutsch "bira", "pira"
Laut Kluge ist die moderne Form aus dem 17. Jahrhundert.

Damit wird auch die Abstammung von lat. "pira" und die Verwandtschaft
zu frz. "poire", engl. "pear" ersichtlich. Dass diese Formen alle
auf "pira" statt "pirum" zurückgehen, liegt daran, dass man im
Vulgärlatein wieder einmal Neutrum Plural mit Femininum Singular
verwechselt hat.

>> Aber manche Leute sagen ganz falsch "die Birn", offenbar eine
>> Rückbildung aus der Mehrzahl "die Birnen".
>
> Ich sage "die Birne", die "Birn" hätte ich für eine Dialektform gehalten.

Das -e ist sekundär. Wir können das Spielchen also wiederholen: Die
(zu einem anderen Zeitpunkt) richtige Form ist "Birn", aber manche
Leute sagen ganz falsch "Birne". Wehe, wenn sich das durchsetzt!

Die korrekte Sprache von heute ist die falsche Sprache von gestern.

Christian Weisgerber

unread,
Aug 4, 2016, 5:30:06 PM8/4/16
to
On 2016-08-01, Stefan Schmitz <ss...@gmx.de> wrote:

>> Ein Arschgeweih wird in manchen Gegenden auch als Schlampenstempel
>> bezeichnet.
>
> Weil man diesen Personen Promiskuität unterstellt.
> Dass das nur unterstellt wird und nicht sicher nachgewiesen ist, ist bei
> heutigen Schlampen nicht anders als bei früheren Flittchen.

Was soll eigentlich daran verwerflich sein, wenn Frauen (vielleicht)
ein aktives und - oh, Schreck! - gar ein selbstbestimmtes Sexualleben
haben?

Carsten Thumulla

unread,
Aug 5, 2016, 2:30:15 AM8/5/16
to
Christian Weisgerber schrieb:
Ein Stempel hat nun die Eigenschaft, von einem anderen aufgedrückt zu
werden. Oder hast Du schon mal einen Brief gesehen, der sich selbst
stempelt?

Wer hat nun den Damen den Stempel aufgedrückt?
Es war die allgemeine Meinung, der gehöre da drauf.
Oder es war eine Gruppierung von Menschen, die so ihr Eigentum stempelt.

So, nun wäre nur noch zu klären, was selbstbestimmt mit gestempelt zu
tun hat.


Carsten
--
Arschgeweih
http://stefan-wirkus.de/Cartoon_Wirkus35.html

Florian Ritter

unread,
Aug 5, 2016, 5:46:39 AM8/5/16
to
Am Donnerstag, 4. August 2016 22:30:06 UTC+2 schrieb Christian Weisgerber:

>> Ich sage "die Birne", die "Birn" hätte ich für eine Dialektform gehalten.

> Das -e ist sekundär. Wir können das Spielchen also wiederholen: Die
> (zu einem anderen Zeitpunkt) richtige Form ist "Birn", aber manche
> Leute sagen ganz falsch "Birne". Wehe, wenn sich das durchsetzt!

Ein Tankwart im Kurhessischen sprach von "Binn":
Des Binnsche dot net? Ei, des Binnsche kann ja net do, des
is ja ei Lasterbinnsche - FR

Arno Welzel

unread,
Aug 5, 2016, 12:14:43 PM8/5/16
to
Christian Weisgerber, 2016-08-04 22:36:
Nichts. Aber vor einigen Jahrzehnten sah' man das halt anders. In
manchen Gegenden ist das heute noch so. Da gilt halt die Vorstellung,
dass eine Frau sich doch bitte nur einem Mann hinzugeben habe, den sie
heiratet, um mit ihm Kinder zu haben und den Haushalt führt.


--
Arno Welzel
http://arnowelzel.de
http://de-rec-fahrrad.de
http://fahrradzukunft.de

Sergio Gatti

unread,
Aug 5, 2016, 1:30:26 PM8/5/16
to
Am 05.08.2016 um 18:14 schrieb Martin Gerdes:
> Die Opera gab es damals übrigens auch schon.


Und zwar völlig korrekt, wenn es um die Opera buffa oder die
Opera seria geht.
Ebenfalls, laut Duden, als Plural von Opus.

Peter J. Holzer

unread,
Aug 6, 2016, 2:29:16 AM8/6/16
to
On 2016-08-05 17:30, Sergio Gatti <sergi...@meine-wahrheit-deine-wahrheit.de> wrote:
> Am 05.08.2016 um 18:14 schrieb Martin Gerdes:
>> Die Opera gab es damals übrigens auch schon.
>
>
> Und zwar völlig korrekt, wenn es um die Opera buffa oder die
> Opera seria geht.

Nicht nur dort.

> Ebenfalls, laut Duden, als Plural von Opus.

Eben. Darauf will Martin hinaus. Ursprünglich war /opera/ nur die
Mehrzahl von /opus/. Irgendwann wurde dann die die Mehrzahl als
eigenständiges Wort im Singular begriffen (ich spekuliere: Wenn man eine
Tätigkeit oft verrichtet, dann ist das Arbeit). Das wird wohl schon in
klassischer lateinischer Zeit (oder noch früher) gewesen sein: Mein
Stowasser verzeichnet jedenfalls /opus, -eris, n/ und /opera, -ae, f/
mit überschneidender Bedeutung. Aber sicher hat es auch damals
Sprachhüter gegeben, die sich über diesen falschen Gebrauch von /opera/
aufgeregt haben.

hp


--
_ | Peter J. Holzer | Fluch der elektronischen Textverarbeitung:
|_|_) | | Man feilt solange an seinen Text um, bis
| | | h...@hjp.at | die Satzbestandteile des Satzes nicht mehr
__/ | http://www.hjp.at/ | zusammenpaßt. -- Ralph Babel

Heinz Lohmann

unread,
Aug 6, 2016, 7:23:47 AM8/6/16
to
Am 06.08.2016 um 00:14 schrieb Martin Gerdes:
> Heinz Lohmann <go...@sofort-mail.de> schrieb:
>
>>>>> *die* Partikel (particula - Grammatik), etwa Modalpartikel
>>>> Da hätt ich auf *das* Partikel getippt.
>
>>> Für einen Germanisten ist das erstaunlich, germanistisch-fachsprachlich
>>> heißt es _die_ Partikel.
>
>> Ich bin ja kein Germanist
>
> Aber immerhin Deutschlehrer. So ganz ohne Germanistik dürfte das nicht
> gehen.

Was immer man unter Germanistik verstehen mag. Du hast ja recht:
Natürlich sollte ich die Sprache korrekt beherrschen und vermitteln.
Aber für meinen Bereich sind diese Probleme eher Erdnüsschen.

Asche auf mein Haupt!

>> und habe mich immer für Naturwissenschaften
>> interessiert. Vielleicht erklärt das meine Fehlannahme?
>
> Irren ist menschlich. Frag mal Manfred! Der kennt sich damit aus.

Muss ich? Das weiß ich schon länger.
Gibt's sogar auf Chinesisch: 人非聖賢,孰能無過

--
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. W.B.

Jakob Achterndiek

unread,
Aug 6, 2016, 8:11:29 AM8/6/16
to
Am 06.08.2016 um 13:23 schrieb Heinz Lohmann:
> Am 06.08.2016 um 00:14 schrieb Martin Gerdes:

>> Aber immerhin Deutschlehrer. So ganz ohne Germanistik
>> dürfte das nicht gehen.
>
> Was immer man unter Germanistik verstehen mag. [..]
>

Ein oder zwei Jahr nach Kriegsende bin ich in Rostock meinem
alten Fähnleinführer wieder begegnet. Er war ein paar Jahre
älter als ich und studierte inzwischen Germanistik. - Das hat
mich ahnungslosen Knaben damals arg verwundert: Sowjetische
Besatzungszone, Nazi kaputt, aber "German-istik"? Das durfte
man?
--
j/\a

Peter J. Holzer

unread,
Aug 6, 2016, 8:59:13 AM8/6/16
to
On 2016-07-31 18:22, Stefan Ram <r...@zedat.fu-berlin.de> wrote:
> Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com> writes:
>>Dies und das ist schon seit jeher lediglich Duden-richtig, jedoch
>>sprachlogisch falsch, z.B. die Großschreibung sogenannter Einwohner-
>>bezeichnungen in der Position eines attributiven Adjektivs (z.B.,
>>ich bin mal so frei, Hamburger Göre). Manches lässt sich auch gar
>
> Du kannst ja »hamburger Göre« schreiben.

Das ist gar nicht so einfach. Nachdem ich diese Duden-Regel entdeckt
hatte und sie mir vollkommen unsinnig erschien, habe ich einige Zeit
versucht, mich nicht daran zu halten. Es ging nicht - meinem Großhirn
mag die Regel unbekannt gewesen sein, meine Finger hatten sie seit
Jahrzehnten verinnerlicht.

Florian Ritter

unread,
Aug 6, 2016, 9:08:03 AM8/6/16
to
Am Samstag, 6. August 2016 14:11:29 UTC+2 schrieb Jakob Achterndiek:

>> Was immer man unter Germanistik verstehen mag. [..]

> Ein oder zwei Jahr nach Kriegsende bin ich in Rostock meinem
> alten Fähnleinführer wieder begegnet. Er war ein paar Jahre
> älter als ich und studierte inzwischen Germanistik. - Das hat
> mich ahnungslosen Knaben damals arg verwundert: Sowjetische
> Besatzungszone, Nazi kaputt, aber "German-istik"? Das durfte
> man?

In Greifswald hätte er auch Nordistik studieren können - FR

Ralf Joerres

unread,
Aug 7, 2016, 7:26:17 AM8/7/16
to
Am Samstag, 6. August 2016 14:59:13 UTC+2 schrieb Peter J. Holzer:
> On 2016-07-31 18:22, Stefan Ram <r...@zedat.fu-berlin.de> wrote:
> > Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com> writes:
> >>Dies und das ist schon seit jeher lediglich Duden-richtig, jedoch
> >>sprachlogisch falsch, z.B. die Großschreibung sogenannter Einwohner-
> >>bezeichnungen in der Position eines attributiven Adjektivs (z.B.,
> >>ich bin mal so frei, Hamburger Göre). Manches lässt sich auch gar
> >
> > Du kannst ja »hamburger Göre« schreiben.
>
> Das ist gar nicht so einfach. Nachdem ich diese Duden-Regel entdeckt
> hatte und sie mir vollkommen unsinnig erschien, habe ich einige Zeit
> versucht, mich nicht daran zu halten. Es ging nicht - meinem Großhirn
> mag die Regel unbekannt gewesen sein, meine Finger hatten sie seit
> Jahrzehnten verinnerlicht.

Geht mir letztlich ähnlich, allerdings nicht, weil die 'Finger' nicht
wollen, sondern weil alle es so machen: viele aus mangelnder
grammatischer Sensibilität, andere aus Nachahmungstrieb, die meisten
aus Gleichgültigkeit (es gibt wichtigere Probleme), manche vielleicht
aus Regelkonformität wider besseres Wissen, um nicht vor einem
unreflektierten Regelkonformisten als Rechtschreibbanause dazustehen.
Es ist aber wohl so: 'Kucken' hat nach ewig langer Zeit die höheren
Weihen der Aufnahme in den Duden erhalten, nachdem viele sich einfach
nicht mehr an das vorgeschriebene 'Gucken' gehalten haben. Hier sollte
man es genau so machen: Einfach damit anfangen, diese sogenannten
Einwohnerbezeichnungen so zu schreiben, wie man es von attributiven
Adjektiven sonst auch kennt.

Es gibt allerdings einen grammatischen Einwand: Diese Adjektive wären
nicht deklinierbar, und, anders als bei einigen anderen Adjektiven wie
'lila' sind sie es tatsächlich nicht. Doch auch solche gibt es schon:
'prima', 'extra', 'super' ...

Gruß Ralf Joerres

Walter Schmid

unread,
Aug 7, 2016, 7:52:11 AM8/7/16
to
Am 07.08.2016 um 13:43 schrieb Stefan Ram:
> Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com> writes:
>> Es gibt allerdings einen grammatischen Einwand: Diese Adjektive wären
>> nicht deklinierbar, und, anders als bei einigen anderen Adjektiven wie
>> 'lila' sind sie es tatsächlich nicht. Doch auch solche gibt es schon:
>> 'prima', 'extra', 'super' ...
>
> Allerdings könnte nun natürlich jemand kommen und sagen,
> »super Busfahrer« wäre nur eine falsche Getrenntschreibung
> von »Superbusfahrer«. Hierzu könnte dann allerdings der
> Einwand kommen, daß auch gesprochen ein Unterschied gemacht
> wird: »super Busfahrer« mit /zwei/ Starktönen, »Superbusfahrer«
> mit /einem/ Starkton.
>
> Möglicherweise (eine vage These ohne Recherche) entstehen
> solche »unflektieren attributiven Adjektive«, immer dann,
> wenn Wörter als Attribute verwendet werden, die eigentlich
> einer anderen Wortart als der der Adjektive oder einer
> fremden Sprache entstammen und die daher kein Beugungsmuster
> als Adjektiv mitbringen. Sie können dann manchmal auch
> genausogut präfixoid verwendet werden, was die im ersten
> Absatz geschilderte Ambiguität erklärt.


Aus den bekannten Gründen mache ich wieder ein Vollzitat für
Ralf. Es wäre aber besser, wenn er sich einen Newsreader zutäte.
Google-Poster sind sehr unbeliebt, und das will er doch nicht sein!


Gruss

Walter

--
Ich bin Maler. Mal bin ich lustig, maler nst.
(Frei nach Dürrenmatt)

Ralf Joerres

unread,
Aug 7, 2016, 10:30:52 AM8/7/16
to
Scheibenkleister, stimmt. Funktioniert Thunderbird als Newsreader
einigermaßen vernünftig? (Hatte es mal mit Pan versucht und war
damit erwartungsgemäß nach gut anderthalb Stunden Herumgefummel
gescheitert - irgendetwas Zusätzliches wollte er installiert
haben, das sich nicht installieren ließ.)

Gruß Ralf Joerres

Walter Schmid

unread,
Aug 7, 2016, 10:50:26 AM8/7/16
to
Am 07.08.2016 um 16:30 schrieb Ralf Joerres:

> Scheibenkleister, stimmt. Funktioniert Thunderbird als Newsreader
> einigermaßen vernünftig?

Ja.

> (Hatte es mal mit Pan versucht und war
> damit erwartungsgemäß nach gut anderthalb Stunden Herumgefummel
> gescheitert - irgendetwas Zusätzliches wollte er installiert
> haben, das sich nicht installieren ließ.)
>
> Gruß Ralf Joerres


Du musst auch noch einen Account bei einem News-Server haben,
z.B. news.albasani.net oder news.eternal.september.org. Am besten
bei beiden nebeneinander, weil gelegentlich einer ausfällt. Beide
sind kostenlos.

Schau mal hier rein:

http://albasani.net/

http://www.eternal-september.org/


Thunderbird bekommst Du hier:

http://mozilla.de/

K. Lauer

unread,
Aug 7, 2016, 11:39:27 AM8/7/16
to
Walter Schmid schrieb:
> Am 07.08.2016 um 16:30 schrieb Ralf Joerres:
>
>> Scheibenkleister, stimmt. Funktioniert Thunderbird als Newsreader
>> einigermaßen vernünftig?
>
> Ja.
>
> Du musst auch noch einen Account bei einem News-Server haben,
> z.B. news.albasani.net oder news.eternal.september.org. Am besten
> bei beiden nebeneinander, weil gelegentlich einer ausfällt. Beide
> sind kostenlos.

Besonders beliebt ist dieser, da kostenlos und ohne Anmeldung.
http://news.aioe.org/

K.


Walter Schmid

unread,
Aug 7, 2016, 11:45:15 AM8/7/16
to
Am 07.08.2016 um 17:39 schrieb K. Lauer:
> Walter Schmid schrieb:

>> Du musst auch noch einen Account bei einem News-Server haben,
>> z.B. news.albasani.net oder news.eternal.september.org. Am besten
>> bei beiden nebeneinander, weil gelegentlich einer ausfällt. Beide
>> sind kostenlos.
>
> Besonders beliebt ist dieser, da kostenlos und ohne Anmeldung.
> http://news.aioe.org/


Ich bin jetzt nicht ganz sicher, aber ich glaube gelesen zu
haben, dass aioe-Poster auch unbeliebt sind.

https://groups.google.com/forum/#!search/aioe-Poster

Bärbel Nolden

unread,
Aug 7, 2016, 12:19:42 PM8/7/16
to
Am 07.08.2016 um 13:43 schrieb Stefan Ram:
> Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com> writes:
>> Es gibt allerdings einen grammatischen Einwand: Diese Adjektive wären
>> nicht deklinierbar, und, anders als bei einigen anderen Adjektiven wie
>> 'lila' sind sie es tatsächlich nicht. Doch auch solche gibt es schon:
>> 'prima', 'extra', 'super' ...
>
> Allerdings könnte nun natürlich jemand kommen und sagen,
> »super Busfahrer« wäre nur eine falsche Getrenntschreibung
> von »Superbusfahrer«. Hierzu könnte dann allerdings der
> Einwand kommen, daß auch gesprochen ein Unterschied gemacht
> wird: »super Busfahrer« mit /zwei/ Starktönen, »Superbusfahrer«
> mit /einem/ Starkton.

Das sind aber zwei Paar Schuhe:
Beim "super Busfahrer" ist der Fahrer super, beim "Superbusfahrer" der Bus.

Bärbel

K. Lauer

unread,
Aug 7, 2016, 12:23:26 PM8/7/16
to
Bärbel Nolden schrieb:
Was ist ein Kreistier? --> Kreistierarzt

K.

Ralf Joerres

unread,
Aug 7, 2016, 1:02:38 PM8/7/16
to
Am Sonntag, 7. August 2016 17:45:15 UTC+2 schrieb Walter Schmid:
> Am 07.08.2016 um 17:39 schrieb K. Lauer:
> > Walter Schmid schrieb:
>
> >> Du musst auch noch einen Account bei einem News-Server haben,
> >> z.B. news.albasani.net oder news.eternal.september.org. Am besten
> >> bei beiden nebeneinander, weil gelegentlich einer ausfällt. Beide
> >> sind kostenlos.
> >
> > Besonders beliebt ist dieser, da kostenlos und ohne Anmeldung.
> > http://news.aioe.org/
>
>
> Ich bin jetzt nicht ganz sicher, aber ich glaube gelesen zu
> haben, dass aioe-Poster auch unbeliebt sind.
>
> https://groups.google.com/forum/#!search/aioe-Poster

Weißt Du irgendwas über die Haltezeiten? Ich war früher mal mit
Outlook Express über den Newsserver von freenet unterwegs, die
hielten die Textnachrichten ewig vor. Dieser freenet-Newsserver
ist mittlerweile abgeschaltet. Wie sieht's bei albasani oder
news.eternal.september.org aus, löschen die alte Nachrichten nach
relativ kurzer Zeit? (Ich möchte nicht 10 Newsserver durchprobieren,
um das herauszufinden...)

Gruß Ralf Joerres

K. Lauer

unread,
Aug 7, 2016, 1:22:45 PM8/7/16
to
Ralf Joerres schrieb:

> Weißt Du irgendwas über die Haltezeiten? Wie sieht's bei albasani oder
> news.eternal.september.org aus, löschen die alte Nachrichten nach
> relativ kurzer Zeit?

https://netz-rettung-recht.de/archives/1683-Alternativen-fuer-die-Nutzer-von-news.t-online.de.html
http://www.usenet-abc.de/wiki/Team/Serveroeffentlich

K.

Thomas Schade

unread,
Aug 7, 2016, 1:37:41 PM8/7/16
to
On 07.08.2016 22:45, Walter Schmid wrote:
> Am 07.08.2016 um 17:39 schrieb K. Lauer:

>> Besonders beliebt ist dieser, da kostenlos und ohne Anmeldung.
>> http://news.aioe.org/
>
>
> Ich bin jetzt nicht ganz sicher, aber ich glaube gelesen zu
> haben, dass aioe-Poster auch unbeliebt sind.

Ja, aioe.org ist neben netfront.net der andere berühmt-berüchtigte
Troll-Server.


Ciao
Toscha
--
Let there be rock
[AC/DC]

Heinz Lohmann

unread,
Aug 7, 2016, 10:01:02 PM8/7/16
to
Am 08.08.2016 um 06:04 schrieb Martin Gerdes:
> Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com> schrieb:
>
>> 'Kucken' hat nach ewig langer Zeit die höheren Weihen der Aufnahme
>> in den Duden erhalten, nachdem viele sich einfach
>> nicht mehr an das vorgeschriebene 'Gucken' gehalten haben.
>
>> Hier sollte man es genau so machen: Einfach damit anfangen, diese
>> sogenannten Einwohnerbezeichnungen so zu schreiben, wie man es von
>> attributiven Adjektiven sonst auch kennt.
>
> Und "vorraus" steht im nächsten Duden dann auch?
>
> "Schüppe" jedenfalls steht schon drin.

Warum auch nicht?
Schon im großen 8-bändigen von 1994.

Manfred Hoß

unread,
Aug 7, 2016, 11:58:28 PM8/7/16
to
Am Mon, 8 Aug 2016 10:01:02 +0800 schrieb Heinz Lohmann:

> Am 08.08.2016 um 06:04 schrieb Martin Gerdes:
>> Ralf Joerres <rjoe...@gmail.com> schrieb:
>>
>>> 'Kucken' hat nach ewig langer Zeit die höheren Weihen der Aufnahme
>>> in den Duden erhalten, nachdem viele sich einfach
>>> nicht mehr an das vorgeschriebene 'Gucken' gehalten haben.
>>
>>> Hier sollte man es genau so machen: Einfach damit anfangen, diese
>>> sogenannten Einwohnerbezeichnungen so zu schreiben, wie man es von
>>> attributiven Adjektiven sonst auch kennt.
>>
>> Und "vorraus" steht im nächsten Duden dann auch?
>>
>> "Schüppe" jedenfalls steht schon drin.
>
> Warum auch nicht?
> Schon im großen 8-bändigen von 1994.

6-bändiger von 1980.

Gruß
Manfred.

Manfred Hoß

unread,
Aug 8, 2016, 12:25:37 AM8/8/16
to
<Ingrid>
"Orthographisches Wörterbuch" von Konrad Duden, 3. Auflage. Als das
erschien, war Otto von Bismarck noch Reichskanzler.
</Ingrid>

Gruß
Manfred.

Walter Schmid

unread,
Aug 8, 2016, 3:32:59 AM8/8/16
to
Am 07.08.2016 um 19:02 schrieb Ralf Joerres:

> Weißt Du irgendwas über die Haltezeiten? Ich war früher mal mit
> Outlook Express über den Newsserver von freenet unterwegs, die
> hielten die Textnachrichten ewig vor. Dieser freenet-Newsserver
> ist mittlerweile abgeschaltet. Wie sieht's bei albasani oder
> news.eternal.september.org aus, löschen die alte Nachrichten nach
> relativ kurzer Zeit? (Ich möchte nicht 10 Newsserver durchprobieren,
> um das herauszufinden...)


Albasani und eternal.september halten mehrere Monate.

Carsten Thumulla

unread,
Aug 8, 2016, 4:15:56 AM8/8/16
to

>> (Ich möchte nicht 10 Newsserver durchprobieren,
>> um das herauszufinden...)

Dann installiere Dir einen Leafnode oder Hamster


Ralf Joerres

unread,
Aug 8, 2016, 6:06:30 AM8/8/16
to
Am Montag, 8. August 2016 09:32:59 UTC+2 schrieb Walter Schmid:
> Am 07.08.2016 um 19:02 schrieb Ralf Joerres:
>
> > Weißt Du irgendwas über die Haltezeiten? Ich war früher mal mit
> > Outlook Express über den Newsserver von freenet unterwegs, die
> > hielten die Textnachrichten ewig vor. Dieser freenet-Newsserver
> > ist mittlerweile abgeschaltet. Wie sieht's bei albasani oder
> > news.eternal.september.org aus, löschen die alte Nachrichten nach
> > relativ kurzer Zeit? (Ich möchte nicht 10 Newsserver durchprobieren,
> > um das herauszufinden...)
>
>
> Albasani und eternal.september halten mehrere Monate.

Danke Walter. Ich bin wieder mal wild begeistert bei meinen
Einrichtungsversuchen. Den Newsserver habe ich glücklich bei
Thunderbird eingeben können, nachdem ich den richtigen Newsserver-
Namen (news.eternal-september.org) gefunden habe - in einem Artikel
war er unvollständig genannt. Gut. Wenn ich jetzt Newsgruppen
abonnieren möchte, werden mir nur 'interne' Gruppen von internal-
september angezeigt. Gut. Ich erfahre, dass ich mich bei eternal-
september anmelden muss. Also da registriert. Ich versuche jetzt,
Thunderbird meine Anmeldedaten mitzuteilen, damit es sich mit
meinem Newsserver in Verbindung setzen kann. Das ist bei den
Kontoeinstellungen aber nicht vorgesehen, Thunderbird ist in
einigen Hinsichten etwas seltsam aufgebaut. Okay. Ich erfahre, dass
Thunderbird meine Einlogg-Informationen 'automatisch' anfordert, wenn
ich das erste Mal Newsgruppen abonnieren will. Das hatte ich aber
bereits getan, da wurde nach nichts gefragt. Immerhin liefert
eternal-september eine merkwürdig in zig Unterverzeichnisse
gestapelte Nachricht, dass 'Thunderbird 'gezwungen' werden muss,
dem Server die Anmeldedaten mitzuteilen. Okay, da musste ein
Häkchen gesetzt werden, das schaffen wir noch so gerade. Und nach
einmal Thunderbird Beenden und Wieder-Starten werden tatsächlich
meine Anmeldedaten abgefragt, wow! Jetzt bin ich aber gespannt,
welche Gruppen es so alle gibt. Pech gehabt, es werden immer noch
nur die internal-september-Gruppen angezeigt.

Für den Moment reicht's mir mal wieder. Auf genau so einen Mist
hatte ich absolut keinen Bock. Ich krieg heftige Wutanfälle
bei sowas, ich muss mich erst mal wieder abregen.

Gruß Ralf Joerres

Carsten Thumulla

unread,
Aug 8, 2016, 6:12:15 AM8/8/16
to
Ralf Joerres schrieb:

> Ich erfahre, dass ich mich bei eternal-
> september anmelden muss.

news.aioe.org oder freenews.net sind frei

Später kann man sich einen Provider aussuchen.


ct

Walter Schmid

unread,
Aug 8, 2016, 7:41:47 AM8/8/16
to
Am 08.08.2016 um 12:06 schrieb Ralf Joerres:

> Danke Walter. Ich bin wieder mal wild begeistert bei meinen
> Einrichtungsversuchen. Den Newsserver habe ich glücklich bei
> Thunderbird eingeben können, nachdem ich den richtigen Newsserver-
> Namen (news.eternal-september.org) gefunden habe - in einem Artikel
> war er unvollständig genannt. Gut. Wenn ich jetzt Newsgruppen
> abonnieren möchte, werden mir nur 'interne' Gruppen von internal-
> september angezeigt. Gut. Ich erfahre, dass ich mich bei eternal-
> september anmelden muss. Also da registriert. Ich versuche jetzt,
> Thunderbird meine Anmeldedaten mitzuteilen, damit es sich mit
> meinem Newsserver in Verbindung setzen kann. Das ist bei den
> Kontoeinstellungen aber nicht vorgesehen, Thunderbird ist in
> einigen Hinsichten etwas seltsam aufgebaut. Okay. Ich erfahre, dass
> Thunderbird meine Einlogg-Informationen 'automatisch' anfordert, wenn
> ich das erste Mal Newsgruppen abonnieren will. Das hatte ich aber
> bereits getan, da wurde nach nichts gefragt. Immerhin liefert
> eternal-september eine merkwürdig in zig Unterverzeichnisse
> gestapelte Nachricht, dass 'Thunderbird 'gezwungen' werden muss,
> dem Server die Anmeldedaten mitzuteilen. Okay, da musste ein
> Häkchen gesetzt werden, das schaffen wir noch so gerade. Und nach
> einmal Thunderbird Beenden und Wieder-Starten werden tatsächlich
> meine Anmeldedaten abgefragt, wow! Jetzt bin ich aber gespannt,
> welche Gruppen es so alle gibt. Pech gehabt, es werden immer noch
> nur die internal-september-Gruppen angezeigt.


Warst Du denn im TB bei Datei -> Abonnieren?
Wenn Du nichts abonnierst, kommt auch nichts!

So schnell solltest Du jedenfalls nicht aufgeben.
Bis ich Newsgroups abonnieren konnte, vergingen Tage und Wochen!
Vor allem wegen langsamer, störanfälliger Telefonleitung, das ist
bei Dir wohl anders.

Carsten Thumulla

unread,
Aug 8, 2016, 7:44:35 AM8/8/16
to
Walter Schmid schrieb:
>
> Warst Du denn im TB bei Datei -> Abonnieren?
> Wenn Du nichts abonnierst, kommt auch nichts!

Teamviewer, hilf ihm, oder ich helfe

https://www.teamviewer.com/de/

Man muß ihn nicht installieren.


ct

Gunhild Simon

unread,
Aug 8, 2016, 7:54:05 AM8/8/16
to
Am Montag, 8. August 2016 12:06:30 UTC+2 schrieb Ralf Joerres:

Vertraue ct. Laß Dir von
ihm helfen! Er schafft das von fern.

Viele Grüße
Guhild

Ralf Joerres

unread,
Aug 8, 2016, 9:49:39 AM8/8/16
to
Ja, danke Carsten. Ich will's erst noch mal selbst versuchen, es _muss_
doch irgendwie klappen. Bin mit Installationen aus der Übung, hab nicht
mehr so eine hohe Motivation wie früher, um mich durch nervige Routinen
hindurchzufummeln. Hab früher auch viel Zeit damit verbraten. Falls mir
meine Kiste abschmiert, möchte ich sie später selbst wieder aufsetzen
können, und dazu muss ich selbst wissen, wie's läuft.

Okay, seh grade weiter unten Gunhilds Rat, mal sehen, komm ich dann
drauf zurück.

Gruß Ralf Joerres

Gruß Ralf Joerres

Ralf Joerres

unread,
Aug 8, 2016, 9:58:04 AM8/8/16
to
Also wie gesagt, beim Abonnieren wurden mir bis dahin nur die
hauseigenen Groups von internal-september angeliefert.
Wahrscheinlich würde es mit einem anderen Newsserver klappen,
aber ich hätte gerne internal-september, wegen der langen
Haltezeit.

Gruß Ralf Joerres

Ralf Joerres

unread,
Aug 9, 2016, 7:45:40 AM8/9/16
to
Am Montag, 8. August 2016 13:44:35 UTC+2 schrieb Carsten Thumulla:
Scheint ne schöne Sache zu sein mit dem Teamviewer. Bevor ich darauf
zurückgreife: Muss ich Thunderbird noch irgendwas Spezielles sagen,
damit er meine Postings auf rausschickt? Lesen kann ich ja jetzt
immerhin damit, aber mein gestern Geschriebenes hat er kommentarlos
ins Nirvana geschickt.

Gruß Ralf Joerres

Ralf Joerres

unread,
Aug 9, 2016, 7:53:37 AM8/9/16
to
Ist geklärt, war ne Fehlbedienung meinerseits...

Gruß Ralf Joerres

Walter Schmid

unread,
Aug 9, 2016, 8:06:25 AM8/9/16
to
Ich fürchte, Du hast da etwas ganz falsch verstanden. Teamviewer
ist ein Fernsteuerprogramm, so dass jemand in Irgendwo auf Deinen
PC Vollzugriff hätte. CT meint, ich könnte damit bei Dir den TB
installieren und Newsgroups einrichten. Leider habe ich letztmals
2008 einen Thunderbird installiert und bin deshalb nicht in der
Lage, bei Dir eine Installation vorzunehmen. Wenn ich einen neuen
Computer kaufe, kopiere ich einfach die alte Installation, so
dass ich nie neu installieren muss. Ich weiss gar nicht mehr, wie
das geht.

Vielleicht hilft Dir CT mit Teamviewer.

Hast Du hier schon reingeschaut?

https://www.thunderbird-mail.de/wiki/Newsgruppen-Konto_einrichten

Am besten installierst Du TB ganz neu. Denn wenn TB noch
irgendwelche alten Einstellungen findet, kann es Probleme geben.

Also unter "$DeinName AppData Roaming Thunderbird" alles löschen
vor der Neuinstallation von Thunderbird.

Detlef Meißner

unread,
Aug 9, 2016, 8:18:49 AM8/9/16
to
Am 09.08.2016 um 14:06 schrieb Walter Schmid:

> ... Leider habe ich letztmals
> 2008 einen Thunderbird installiert und bin deshalb nicht in der
> Lage, bei Dir eine Installation vorzunehmen. Wenn ich einen neuen
> Computer kaufe, kopiere ich einfach die alte Installation, so
> dass ich nie neu installieren muss.

Aber wenigstens machst du Updates.

> Ich weiss gar nicht mehr, wie
> das geht.

Was sollte daran schwer sein?

> Am besten installierst Du TB ganz neu. Denn wenn TB noch
> irgendwelche alten Einstellungen findet, kann es Probleme geben.

Wenn man TB deinstalliert, dann wird nur das Programm entfernt, nicht
die entsprechenden (alten) Einstellungen.

> Also unter "$DeinName AppData Roaming Thunderbird" alles löschen
> vor der Neuinstallation von Thunderbird.

Genau. Das dort befindet sich das User-Profil.
Man kann es allerdings auch behalten und ein neues anlegen, wenn das
alte Probleme macht.

Fragen zum Programm sollte man in

de.comm.software.mozilla.mailnews

stellen.

Es gibt auch ein paar nützliche Add-Ons.
Z.B. lässt sich mit dem nackten TB nicht nach einer MID suchen.

Detlef

Carsten Thumulla

unread,
Aug 9, 2016, 8:46:51 AM8/9/16
to
Ralf Joerres schrieb:
>
> Muss ich Thunderbird noch irgendwas Spezielles sagen,
> damit er meine Postings auf rausschickt? Lesen kann ich ja jetzt
> immerhin damit, aber mein gestern Geschriebenes hat er kommentarlos
> ins Nirvana geschickt.

Nein, muß man nicht. Die Angabe des Providers reicht. Man kann auch
mehrere Zugriffe angeben. einfach noch einen Eintrag anlegen.



Heinz Lohmann

unread,
Aug 9, 2016, 10:46:58 AM8/9/16
to
Am 09.08.2016 um 04:02 schrieb Martin Gerdes:
>>> "Schüppe" jedenfalls steht schon drin.
>> > Warum auch nicht?
> Weil es eine regionale Form ist.

Während der Österreicher zu Hause in seine bequemen Schlapfen schlüpft,
ist der fleißige Norddeutsche noch dabei, mit der Schüppe Sand zu schippen.

Beim Essen ist regional in, warum nicht auch sprachlich?

Wir haben im Freibad früher mutig Köpper vom Dreier gemacht. Das ist
sicher auch regional. Macht der Süddeutsche nur Fußsprünge?

Gunhild Simon

unread,
Aug 9, 2016, 10:57:54 AM8/9/16
to
Am Dienstag, 9. August 2016 16:46:58 UTC+2 schrieb Heinz Lohmann:
> Am 09.08.2016 um 04:02 schrieb Martin Gerdes:
> >>> "Schüppe" jedenfalls steht schon drin.
> >> > Warum auch nicht?
> > Weil es eine regionale Form ist.
>
> Während der Österreicher zu Hause in seine bequemen Schlapfen schlüpft,
> ist der fleißige Norddeutsche noch dabei, mit der Schüppe Sand zu schippen.
>
> Beim Essen ist regional in, warum nicht auch sprachlich?
>
> Wir haben im Freibad früher mutig Köpper vom Dreier gemacht. Das ist
> sicher auch regional. Macht der Süddeutsche nur Fußsprünge?

Ich, die ich dies spät erlernt habe,
nenne es - altersgemäß - Kopfsprung.
Genauer, da nur vom Beckenrand: Startsprung.

Gruß
Gunhild

Ralf Joerres

unread,
Aug 9, 2016, 11:10:39 AM8/9/16
to
Danke Walter für Deine treue Begleitung. Das mit dem Teamviewer
hatte ich schon verstanden, ich hab's mir nur mal runtergeladen
und kurz reingeschaut, sieht nach ner sehr guten Geschichte aus,
wer weiß wann ich's mal benutzen kann, hier und da will auch jemand
Hilfe von mir und ein paar Sächelchen kenn ich ja auch...

Hier auf diesem Rechner war TB noch nicht drauf, TB wird daher keine
alten Einstellungen finden.

Ich hatte Dich gestern angepostet, damit Du weißt, dass TB jetzt
bei mir fluppt. Da ich einen Fehler beim Posten gemacht hatte,
sind meine Postings gestern alle im Orkus gelandet. Hatte einfach
die falschen Knöpfe gedrückt ('Antworten' statt 'Newsgruppe antworten'
- passiert schon mal, solange man nicht weiß, welche Funktionen mit
den Beschriftungen der Buttons bezeichnet sein sollen).

Gruß Ralf Joerres

(diesmal nochmal mit Google, ich trau dem Braten noch nicht)

Detlef Meißner

unread,
Aug 9, 2016, 11:12:21 AM8/9/16
to
Aber von Dreier ist es kein Startsprung.

Außerdem:
Startsprung ist eine Unterordnung von Köpper. :-)

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Aug 9, 2016, 11:15:00 AM8/9/16
to
Am 09.08.2016 um 17:10 schrieb Ralf Joerres:

> ... Da ich einen Fehler beim Posten gemacht hatte,
> sind meine Postings gestern alle im Orkus gelandet. Hatte einfach
> die falschen Knöpfe gedrückt ('Antworten' statt 'Newsgruppe antworten'
>
Hmm, bei mir wird beim Klick auf "Antworten" in die NG geantwortet.
Aber vielleicht ist dafür auch ein Add-On verantwortlich.

Detlef

Carsten Thumulla

unread,
Aug 9, 2016, 11:31:21 AM8/9/16
to
Ralf Joerres schrieb:
>
> ('Antworten' statt 'Newsgruppe antworten'
> - passiert schon mal, solange man nicht weiß, welche Funktionen mit
> den Beschriftungen der Buttons bezeichnet sein sollen).

Schau mal in Deine gesendeten Beiträge, Du hast sie Deinen Bekannten
gesendet, der gegenteilige Effekt, vor dem ich Dich warnte. Es ist wie
mit dem Geld, die Mails sind nicht weg, die haben nur andere. Numm zwei
verschiedene Programme, dann passiert das nicht.


ct

Detlef Meißner

unread,
Aug 9, 2016, 11:35:26 AM8/9/16
to
Er hat aber doch gerade TB erst installiert und für NGs eingerichtet.

Dann kann er Mails nicht einfach so verschicken.

Detlef

Manfred Hoß

unread,
Aug 9, 2016, 12:10:38 PM8/9/16
to
Am Tue, 9 Aug 2016 22:46:55 +0800 schrieb Heinz Lohmann:

> Wir haben im Freibad früher mutig Köpper vom Dreier gemacht. Das ist
> sicher auch regional. Macht der Süddeutsche nur Fußsprünge?

Mir ist Köpper bereits begegnet, wobei ich nicht mehr genau sagen kann,
wann das war. Hier in Süddeutschland ist zumindest für mich Köpfer
geläufiger.

Gruß
Manfred.

Detlef Meißner

unread,
Aug 9, 2016, 12:15:42 PM8/9/16
to
Köpper sagt man dort, wo man auch Topp (Topf) sagt.

Detlef

Sergio Gatti

unread,
Aug 9, 2016, 1:08:11 PM8/9/16
to
Am 09.08.2016 um 18:16 schrieb Stefan Ram:
> Heinz Lohmann <go...@sofort-mail.de> writes:
>> Wir haben im Freibad früher mutig Köpper vom Dreier gemacht. Das ist
>> sicher auch regional. Macht der Süddeutsche nur Fußsprünge?
>
> In der Lehre von der Programmiersprache C nennt man etwas
> wie »<stdio.h>« im Englischen einen »header«.
> Die Übersetzung ist nicht ganz einfach, denn das Wort
> »Köpfer« ist im Deutschen nicht dafür etabliert, aber es
> ist auch nicht einfach möglich, von einem »Kopf« oder einer
> »Kopfzeile« zu sprechen, da diese Wörter im selben Zusammenhang
> schon wieder eine andere Bedeutung haben können!
>
> Ich habe nun - nach längerer Bedenkzeit - beschlossen, daß dann
> die Übersetzung von »header« mit »Köpfer« - auch für »<stdio.h>« -
> wahrscheinlich noch das kleinste Übel ist.


Das kleinste Übel, wenn man davon absieht, dass dich niemand
verstehen wird. :-(

Florian Ritter

unread,
Aug 9, 2016, 1:10:13 PM8/9/16
to
Am Dienstag, 9. August 2016 16:46:58 UTC+2 schrieb Heinz Lohmann:

> Während der Österreicher zu Hause in seine bequemen Schlapfen schlüpft,
> ist der fleißige Norddeutsche noch dabei, mit der Schüppe Sand zu schippen.
>
> Beim Essen ist regional in, warum nicht auch sprachlich?
>
> Wir haben im Freibad früher mutig Köpper vom Dreier gemacht. Das ist
> sicher auch regional. Macht der Süddeutsche nur Fußsprünge?

Der kann nur Arschbombe - FR

Carsten Thumulla

unread,
Aug 9, 2016, 1:15:55 PM8/9/16
to
>> Ich habe nun - nach längerer Bedenkzeit - beschlossen, daß dann
>> die Übersetzung von »header« mit »Köpfer« - auch für »<stdio.h>« -
>> wahrscheinlich noch das kleinste Übel ist.
>
> Das kleinste Übel, wenn man davon absieht, dass dich niemand
> verstehen wird. :-(

Abschied von C minimiert die Übel, auch die unverständlichen

Detlef Meißner

unread,
Aug 9, 2016, 1:18:33 PM8/9/16
to
... oder Bauchklatscher.

Detlef

Peter J. Holzer

unread,
Aug 9, 2016, 1:25:14 PM8/9/16
to
On 2016-08-09 14:46, Heinz Lohmann <go...@sofort-mail.de> wrote:
> Am 09.08.2016 um 04:02 schrieb Martin Gerdes:
>>>> "Schüppe" jedenfalls steht schon drin.
>>> > Warum auch nicht?
>> Weil es eine regionale Form ist.

Ja, und? Der Duden verzeichnet auch andere regionale Formen.


> Während der Österreicher zu Hause in seine bequemen Schlapfen schlüpft,
> ist der fleißige Norddeutsche noch dabei, mit der Schüppe Sand zu schippen.
>
> Beim Essen ist regional in, warum nicht auch sprachlich?
>
> Wir haben im Freibad früher mutig Köpper vom Dreier gemacht. Das ist
> sicher auch regional. Macht der Süddeutsche nur Fußsprünge?

Nein, Köpfler. (und Bomben, und Hammerln, und ...)

hp


--
_ | Peter J. Holzer | Fluch der elektronischen Textverarbeitung:
|_|_) | | Man feilt solange an seinen Text um, bis
| | | h...@hjp.at | die Satzbestandteile des Satzes nicht mehr
__/ | http://www.hjp.at/ | zusammenpaßt. -- Ralph Babel

Ralf Joerres

unread,
Aug 9, 2016, 1:47:10 PM8/9/16
to
Am Dienstag, 9. August 2016 14:18:49 UTC+2 schrieb Detlef Meißner:

> Es gibt auch ein paar nützliche Add-Ons.
> Z.B. lässt sich mit dem nackten TB nicht nach einer MID suchen.

Ehh... : MID?

Ralf Joerres

Ralf Joerres

unread,
Aug 9, 2016, 1:51:46 PM8/9/16
to
Ja stimmt, beim Hin- und Herwühlen war ich drauf gestoßen, dass die
Postings noch als irgendwas in meinem TB herumgeistern, zumindest
großenteils.

Wir bleiben dran, und danke für die Hilfestellungen Deinerseits!

Gruß Ralf Joerres

Detlef Meißner

unread,
Aug 9, 2016, 2:02:01 PM8/9/16
to
Eine MID ist eine Message-ID.
http://www.usenet-abc.de/wiki/Team/Message-ID

Jeder Beitrag hat eine MID, mit der man ihn eindeutig identifizieren kann.
Die MID deines Beitrags lautet:
Message-ID: <4c18a22f-6ded-4b24...@googlegroups.com>

Die Vorgängerposting in diesem Thread hatten die MIDs:
References: <e1ef5e9f-be69-482e...@googlegroups.com>
<1c005723-bc65-4517...@googlegroups.com>
<295862e5-1323-46a8...@googlegroups.com>
<Schreibung-2...@ram.dialup.fu-berlin.de>
<slrnnqbnp0.dm...@hrunkner.hjp.at>
<0534947e-5655-4c04...@googlegroups.com>
<Attribute-20...@ram.dialup.fu-berlin.de>
<no77da$u7t$2...@dont-email.me>
<a4170824-74fe-4744...@googlegroups.com>
<no7hrh$vph$1...@dont-email.me> <no7kne$ouo$1...@gioia.aioe.org>
<no7l2a$asp$1...@dont-email.me>
<781984fc-d711-4665...@googlegroups.com>
<no9cja$7iu$1...@dont-email.me>
<81ca3ab2-9c95-4312...@googlegroups.com>
<no9r5q$t19$1...@news.albasani.net> <no9rb1$4la$1...@gioia.aioe.org>
<f08c64e5-5907-40d4...@googlegroups.com>
<noch01$9m$1...@dont-email.me>
<e0u017...@mid.individual.net>

Das alles (und noch mehr) steht in dem Header (dem Kopf) deines Postings.
Den Inhalt kannst du dir mit der Tastenkombination Strg+U ansehen.

Für weitere Informationen über das Usenet:
http://www.usenet-abc.de/wiki/
http://www.usenet-abc.de/

Detlef

Andreas Karrer

unread,
Aug 9, 2016, 2:14:50 PM8/9/16
to
Heinz Lohmann <go...@sofort-mail.de> wrote:

> Wir haben im Freibad früher mutig Köpper vom Dreier gemacht. Das ist
> sicher auch regional. Macht der Süddeutsche nur Fußsprünge?

Hier (CH), weit südlich der Speyerer Linie, Köpfler. Die nicht gelungene,
schmerzhafte Abart dieses heisst Ränzler, vom Ranzen (Bauch), der rot wird.
Das, was meine Kinder heute Arschbombe nennen, hiess früher unschuldig
"Päckli".

Schippe/Schüppe ist aber schon etwas anderes, es ist mMn einfach die
Verschriftlichung eines norddeutsch als ü ausgesprochenen i. Für meine
Ohren sprechen manche Norddeutsche überhaupt kein i, sondern grundsätzlich
nur ü.

- Andi



Detlef Meißner

unread,
Aug 9, 2016, 2:17:57 PM8/9/16
to
Ü ist leichter zu sprechen. Bei i muss man den Mund weiter aufmachen.

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Aug 9, 2016, 2:21:45 PM8/9/16
to
Am 09.08.2016 um 20:14 schrieb Andreas Karrer:

> Schippe/Schüppe ist aber schon etwas anderes, es ist mMn einfach die
> Verschriftlichung eines norddeutsch als ü ausgesprochenen i. Für meine
> Ohren sprechen manche Norddeutsche überhaupt kein i, sondern grundsätzlich
> nur ü.
>
In diesem Falle lässt sich das Ü leichter aussprechen.
Sprich das Wort mal aus, ohne die Lippen groß zu bewegen.
Man sagt ja, Norddeutsche seinen sprechfaul.

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Aug 9, 2016, 2:22:52 PM8/9/16
to
Am 09.08.2016 um 20:21 schrieb Detlef Meißner:

> Man sagt ja, Norddeutsche seinen sprechfaul.
^^^^^^^^
mundfaul

Detlef


It is loading more messages.
0 new messages