Rassismus

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Quinn C

unread,
Jun 13, 2022, 6:06:11 PMJun 13
to
Schöne Beiträge zu rassistischen Denkmustern, Strukturen und
Sprechweisen in Deutschland, klug und unaufgeregt:

<https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-das-philosophische-radio/audio-wie-miteinander-leben-ueber-rassismus-100.html>
<https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-das-philosophische-radio/audio-meine-identitaet-und-ich-100.html>

Da können diejenigen, die diesbezüglich Zweifel haben, auch nachhören,
daß nichtweiße Deutsche zu diesen Themen dasselbe wie ich sagen.
Jedenfalls das, was ich auszudrücken versuche; die beiden machen das
sicher besser.

--
gugelgesang, m., mönchsgesang, pejorativ
GRIMM, Deutsches Wörterbuch

wolfgang sch

unread,
Jun 13, 2022, 9:26:19 PMJun 13
to
Quinn C <lispa...@crommatograph.info> Schrieb in der Nachricht:

> Da können diejenigen, die diesbezüglich Zweifel haben,
> auch nachhören, daß nichtweiße Deutsche zu diesen Themen
> dasselbe wie ich sagen.

https://youtu.be/VafZiLk9nRs
https://youtu.be/vE-vcgBIPcQ

Der WDR sucht sich Interview-Partner, die auf der gewünschten ideologischen Linie liegen, und verschweigt diejenigen mit anderer Meinung.. Nach der Methode hat auch das DDR-Fernsehen gearbeitet.

Die Vorstellung, dass alle Menschen mit einer bestimmten Hautfarbe die gleiche Meinung hätten, nennt man übrigens Rassismus. Wer anderen Rassismus vorwirft, aber selbst solche Klischees vertritt, wirft Steine im Glashaus.

--
usenet_...@wschwanke.de

Detlef Meißner

unread,
Jun 14, 2022, 4:05:25 AMJun 14
to

Am 14.06.2022 um 03:26 schrieb wolfgang sch:
> Quinn C <lispa...@crommatograph.info> Schrieb in der Nachricht:
>
>> Da können diejenigen, die diesbezüglich Zweifel haben,
>> auch nachhören, daß nichtweiße Deutsche zu diesen Themen
>> dasselbe wie ich sagen.

> Der WDR sucht sich Interview-Partner, die auf der gewünschten ideologischen Linie liegen, und verschweigt diejenigen mit anderer Meinung.. Nach der Methode hat auch das DDR-Fernsehen gearbeitet.
>
Bei einem Interview mit einer Person erwarte ich eine bestimmte Meinung,
die er vertritt. Wäre ja auch irgendwie banal, wenn er eine ausgewogene
Meinung hätte.
Allerdings sollte es auch Interviews mit anderen Personen geben, sonst
passiert das, was ich neulich mal in einem Forum gelesen haben: Covid
sei aus dem Labor in Wuhan gekommen, weil das ein Wissenschaftler in
einem Interview gesagt hat.

Detlef

Matthias Opatz

unread,
Jun 14, 2022, 5:04:48 AMJun 14
to
Dies schrieb Quinn C:

> <https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-das-philosophische-radio/audio-wie-miteinander-leben-ueber-rassismus-100.html>
> <https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-das-philosophische-radio/audio-meine-identitaet-und-ich-100.html>

Was mich an Podcasts oft abschreckt, ist ihre Länge. Mithu Sanyal und Anja
Backhaus sprechen fast eine Stunde. Gelesen hätte ich denselben Text wohl
in 10-15 Minuten, diagonalgelesen noch schneller (was beim Hören garnicht
geht). Und beim Querlesen findet man Stellen, die man dann ausfühlich
studíert und ggf. nochmals (das geht beim Hören auch nicht).

Nein, ich wollte damit nicht gegen ausfühlich Besprochenes im Radio
polemisieren. Im Zug (oder Auto) passt das gut ... im Tagesgeschäft
fallen einstündige Hörstücke aber leider meist durch den Filter.

Matthias

Ulf Kutzner

unread,
Jun 14, 2022, 6:25:25 AMJun 14
to
Matthias Opatz schrieb am Dienstag, 14. Juni 2022 um 11:04:48 UTC+2:
> Dies schrieb Quinn C:
>
> > <https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-das-philosophische-radio/audio-wie-miteinander-leben-ueber-rassismus-100.html>
> > <https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-das-philosophische-radio/audio-meine-identitaet-und-ich-100.html>
>
> Was mich an Podcasts oft abschreckt, ist ihre Länge. Mithu Sanyal und Anja
> Backhaus sprechen fast eine Stunde. Gelesen hätte ich denselben Text wohl
> in 10-15 Minuten, diagonalgelesen noch schneller (was beim Hören garnicht
> geht).

Manche hören je nach dargebotener technischer Aufbereitung in doppelter Abspielgeschwindigkeit...

> Und beim Querlesen findet man Stellen, die man dann ausfühlich
> studíert und ggf. nochmals (das geht beim Hören auch nicht).

Zurückspulen?

Gruß, ULF

H.-P. Schulz

unread,
Jun 14, 2022, 6:42:13 AMJun 14
to
Quinn C <lispa...@crommatograph.info> schrieb:

>Schöne Beiträge zu rassistischen Denkmustern, Strukturen und
>Sprechweisen in Deutschland, klug und unaufgeregt:
>
><https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-das-philosophische-radio/audio-wie-miteinander-leben-ueber-rassismus-100.html>
><https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-das-philosophische-radio/audio-meine-identitaet-und-ich-100.html>
>
>Da können diejenigen, die diesbezüglich Zweifel haben, auch nachhören,
>daß nichtweiße Deutsche zu diesen Themen dasselbe wie ich sagen.
>Jedenfalls das, was ich auszudrücken versuche; die beiden machen das
>sicher besser.

Habe ein bischen mal reingehört. Da wird - wie überall in solchen™
Diskussionen - Rassismus und Fremdenfeindlichkeit durcheinander
geworfen bzw. in eins gesetzt. Letztere ist zwar auch ein Dauerthema,
gehört aber - besonders hinsichtlich des zweiten Wortbestandteils -
nicht wirklich in den Rasismus-Rahmen.

HC Ahlmann

unread,
Jun 14, 2022, 7:38:19 AMJun 14
to
Matthias Opatz <inv...@invalid.invalid> wrote:

> Was mich an Podcasts oft abschreckt, ist ihre Länge. Mithu Sanyal und Anja
> Backhaus sprechen fast eine Stunde. Gelesen hätte ich denselben Text wohl
> in 10-15 Minuten, diagonalgelesen noch schneller (was beim Hören garnicht
> geht). Und beim Querlesen findet man Stellen, die man dann ausfühlich
> studíert und ggf. nochmals (das geht beim Hören auch nicht).
>
> Nein, ich wollte damit nicht gegen ausfühlich Besprochenes im Radio
> polemisieren. Im Zug (oder Auto) passt das gut ... im Tagesgeschäft
> fallen einstündige Hörstücke aber leider meist durch den Filter.

+1
Ich habe beide als Datei auf dem Handy und könnte sie bei der nächsten
Reise Anfang Juli hören, aber vorher wird es mir nicht gelingen, auch
nur eins am Stück zu hören. Merken, wiederfinden oder ggf. zitieren
gelingt mit Textdateien besser als mit Audiodateien.
--
Munterbleiben
HC

Quinn C

unread,
Jun 14, 2022, 9:21:06 AMJun 14
to
* Matthias Opatz:

> Dies schrieb Quinn C:
>
>> <https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-das-philosophische-radio/audio-wie-miteinander-leben-ueber-rassismus-100.html>
>> <https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-das-philosophische-radio/audio-meine-identitaet-und-ich-100.html>
>
> Was mich an Podcasts oft abschreckt, ist ihre Länge. Mithu Sanyal und Anja
> Backhaus sprechen fast eine Stunde.

Verständlich. Beim DLF z.B. gibt es sehr viele Sendungen auch als
Mitschrift, und die verlinke ich dann auch nach Möglichkeit, aber das
sind dann üblicherweise Studioproduktionen; diese oben sind
Liveaufnahmen (vom Festival Phil. Cologne), da rechne ich nicht damit,
daß noch eine Mitschrift kommt.

> Nein, ich wollte damit nicht gegen ausfühlich Besprochenes im Radio
> polemisieren. Im Zug (oder Auto) passt das gut ... im Tagesgeschäft
> fallen einstündige Hörstücke aber leider meist durch den Filter.

Ich höre sowas auch oft beim Geschirrspülen, Kochen und dergleichen.

--
Ich habe ein Geschäft verdunkelt Anregung für Sie.
-- SPAMPOESIE

Quinn C

unread,
Jun 14, 2022, 9:21:06 AMJun 14
to
* H.-P. Schulz:
Doch, diese Unterscheidung ist künstlich, weil es sich ja in beiden
Fällen um sozial konstruierte Menschengruppen handelt. Und die sind ja
auch ständig im Wandel: Anfang des 20. Jahrhunderts waren Italiener und
Iren auch in den USA noch nicht "weiß".

Es wird in den Beiträgen auch thematisiert, inwieweit und wie sich die
amerikanischen Kategorien, die so viel Einfluß auf die Diskussion haben
(und derentwegen der übliche Oberbegriff nun halt "Rassismus" ist) auf
Deutschland übertragen lassen. Halt nicht 1:1, aber die Mechanismen sind
eben doch dieselben. Die Fremden-*Feindlichkeit* ist nicht das
entscheidende, sondern die Hierarchisierung. Sanyal illustriert das gut,
wenn sie vom Migrationshintergrund spricht: ihr wird der unterstellt,
obwohl sie in Deutschland geboren ist, ihrem Mann, der als Erwachsener
aus England nach Deutschland gekommen ist, nicht.

--
Wir haben ein Teil von Ihren persönlichen Angaben ausgestriechen.
Mit freundlichen Grüßen Managementteam der Angaben mit persönlichem
Charakter der Paypal
-- SPAMPOESIE

Ulf Kutzner

unread,
Jun 14, 2022, 9:29:58 AMJun 14
to
Quinn C schrieb am Dienstag, 14. Juni 2022 um 15:21:06 UTC+2:

> Die Fremden-*Feindlichkeit* ist nicht das
> entscheidende, sondern die Hierarchisierung. Sanyal illustriert das gut,
> wenn sie vom Migrationshintergrund spricht: ihr wird der unterstellt,
> obwohl sie in Deutschland geboren ist,

Trifft auf sie trotzdem zu.
https://de.wikipedia.org/wiki/Migrationshintergrund

> ihrem Mann, der als Erwachsener
> aus England nach Deutschland gekommen ist, nicht.

Dabei klingt sein Vorname für mich finnisch...

Detlef Meißner

unread,
Jun 14, 2022, 9:39:55 AMJun 14
to
Am 14.06.2022 um 15:21 schrieb Quinn C:

> ... Sanyal illustriert das gut,
> wenn sie vom Migrationshintergrund spricht: ihr wird der unterstellt,
> obwohl sie in Deutschland geboren ist, ihrem Mann, der als Erwachsener
> aus England nach Deutschland gekommen ist, nicht.
>
Wie es wohl Weißen in Afrika gehen mag - oder Indern?

Detlef

Quinn C

unread,
Jun 14, 2022, 10:18:58 AMJun 14
to
* Ulf Kutzner:
Finnisch *klingen* dürfte der kaum, außer, man spricht ihn bewußt so
aus. Naja, vielleicht bei Schweizern.

(Der Name ist Matti, mußte ich nachschlagen.)

--
Aufgrundder Überlastung aller Yahoo-Nutzer und die Entfernung
aller unbenutzten YahooAccounts, würde Yahoo haben, um Ihr Konto
zu schließen [...]
-- SPAMPOESIE

René Marquardt

unread,
Jun 14, 2022, 11:13:29 AMJun 14
to
Du wirst mal jemanden eine gute Hausfrau abgeben.

Peter Veith

unread,
Jun 14, 2022, 12:15:06 PMJun 14
to
Ein schöner Beitrag zum Betreff! :-D

Veith
--
"Wir sind erledigt", ist kein Statusbericht! (Hyperdrive)
http://ddr-luftwaffe.blogspot.de

HC Ahlmann

unread,
Jun 14, 2022, 12:28:56 PMJun 14
to
Mr. Whatabaoutism und Frau Strohmann haben auf einer Safari ein
Stelldichein am Lagerfeuer und fangen Feuer füreinander.
--
Munterbleiben
HC

Quinn C

unread,
Jun 14, 2022, 1:05:37 PMJun 14
to
* René Marquardt:

> On Tuesday, June 14, 2022 at 8:21:06 AM UTC-5, Quinn C wrote:
>> * Matthias Opatz:
>>> Dies schrieb Quinn C:
>>>
>>>> <https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-das-philosophische-radio/audio-wie-miteinander-leben-ueber-rassismus-100.html>
>>>> <https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-das-philosophische-radio/audio-meine-identitaet-und-ich-100.html>
>>>
>>> Was mich an Podcasts oft abschreckt, ist ihre Länge. Mithu Sanyal und Anja
>>> Backhaus sprechen fast eine Stunde.
[...]
>> Ich höre sowas auch oft beim Geschirrspülen, Kochen und dergleichen.
>
> Du wirst mal jemanden eine gute Hausfrau abgeben.

Und vor allem so eine gebildete!

--
Es wurde versucht, auf Ihr Konto von einem neuen verbinden Computer.
-- SPAMPOESIE

Ulf Kutzner

unread,
Jun 14, 2022, 3:25:21 PMJun 14
to
Dieser Herr
https://de.wikipedia.org/wiki/Joybrato_Mukherjee#/media/Datei:Joybrato_Mukherjee_(2016).jpg
(sehr eigentlich Mukhopadhyay, aber derlei war für Briten arg kompliziert)
ist Unipräsident in D mit hiesiger Staatsangehörigkeit.

In Ost- und Südafrika gibt es teils starke indisch(stämmig)e Bevölkerungsgruppen, ob allerdings
auch in solchen Ämtern, ist mir nicht bekannt.

Quinn C

unread,
Jun 14, 2022, 5:24:14 PMJun 14
to
* Detlef Meißner:
Das kommt in einem der beiden Gespräche kurz zur Sprache, und ich kann
natürlich auch aus eigener Erfahrung in Japan berichten: natürlich wird
da Migrationshintergrund vermutet bis vorausgesetzt[1], aber das ist
halt nicht so schlimm, denn ein (nordwest)europäischer
Migrationshintergrund bedeutet halt nicht "Du stehst eine Klasse
tiefer". Oft sogar im Gegenteil.

Das ist ja der Punkt, um den es oben auch geht: der englische Ehemann
hat zwar mehr Migrationshintergrund als sie, aber bei ihm ist das egal,
drum fragt erst keiner.

Und nennt es auch nicht so. Ich erinnere mich noch gut, wie ich in der
Zeit, bevor "Migrationshintergrund" der Begriff du jour war, mal in ein
Forum gestolpert bin, in dem sich etliche einig wurden, daß Franzosen
und Amerikaner ja "gar keine richtigen Ausländer" seien. Aha, so
funktioniert das bei Menschen mit dieser Denkungsart!

____
[1] vermutlich nicht in Südafrika

--
Ihre Kreditkarte wird freigeschaltet, nachdem Sie und laden Sie
das beigefügte Formular werden.
-- SPAMPOESIE

Sergio Gatti

unread,
Jun 14, 2022, 6:13:12 PMJun 14
to
Quinn C hat am 14.06.2022 um 15:21 geschrieben:
> * H.-P. Schulz:
>> Habe ein bischen mal reingehört. Da wird - wie überall in solchen™
>> Diskussionen - Rassismus und Fremdenfeindlichkeit durcheinander
>> geworfen bzw. in eins gesetzt. Letztere ist zwar auch ein Dauerthema,
>> gehört aber - besonders hinsichtlich des zweiten Wortbestandteils -
>> nicht wirklich in den Rasismus-Rahmen.
>
> Doch, diese Unterscheidung ist künstlich, weil es sich ja in beiden
> Fällen um sozial konstruierte Menschengruppen handelt. Und die sind ja
> auch ständig im Wandel: Anfang des 20. Jahrhunderts waren Italiener und
> Iren auch in den USA noch nicht "weiß".

Kannst du bitte diesen Punkt vertiefen? Dass man Italiener und Iren in
den USA vor 100 Jahren als fremd empfand, unter anderem als zu
katholisch, kann ich leicht nachvollziehen. Aber als nicht weiß?



> Es wird in den Beiträgen auch thematisiert, inwieweit und wie sich die
> amerikanischen Kategorien, die so viel Einfluß auf die Diskussion haben
> (und derentwegen der übliche Oberbegriff nun halt "Rassismus" ist)

Und das halte ich für einen Grundfehler, wenn man _hier_ über dieses
Thema diskutiert.



> auf Deutschland übertragen lassen. Halt nicht 1:1, aber die Mechanismen sind
> eben doch dieselben. Die Fremden-*Feindlichkeit* ist nicht das
> entscheidende, sondern die Hierarchisierung. Sanyal illustriert das gut,
> wenn sie vom Migrationshintergrund spricht: ihr wird der unterstellt,
> obwohl sie in Deutschland geboren ist, ihrem Mann, der als Erwachsener
> aus England nach Deutschland gekommen ist, nicht.

Migrationshintergrund ist grundsätzlich ein schwachsinniger Begriff,
solange die gerade angekommenen Flüchtlinge aus der Ukraine, die nicht
mal ihre frühere Adresse in lateinischen Buchstaben schreiben können
(selbst erlebt), und die Enkeln von Frau Dr. Müller aus Salzburg, die
1960 Herrn Dr. Meyer aus Bad Reichenhall heiratete und zu ihm zog,
unterschiedslos darunter fallen.

Detlef Meißner

unread,
Jun 15, 2022, 12:52:54 AMJun 15
to
Am 14.06.2022 um 23:24 schrieb Quinn C:
> * Detlef Meißner:
>
>> Am 14.06.2022 um 15:21 schrieb Quinn C:
>>
>>> ... Sanyal illustriert das gut,
>>> wenn sie vom Migrationshintergrund spricht: ihr wird der unterstellt,
>>> obwohl sie in Deutschland geboren ist, ihrem Mann, der als Erwachsener
>>> aus England nach Deutschland gekommen ist, nicht.
>>>
>> Wie es wohl Weißen in Afrika gehen mag - oder Indern?
>
> Das kommt in einem der beiden Gespräche kurz zur Sprache, und ich kann
> natürlich auch aus eigener Erfahrung in Japan berichten: natürlich wird
> da Migrationshintergrund vermutet bis vorausgesetzt[1], aber das ist
> halt nicht so schlimm, denn ein (nordwest)europäischer
> Migrationshintergrund bedeutet halt nicht "Du stehst eine Klasse
> tiefer". Oft sogar im Gegenteil.
>
> Das ist ja der Punkt, um den es oben auch geht: der englische Ehemann
> hat zwar mehr Migrationshintergrund als sie, aber bei ihm ist das egal,
> drum fragt erst keiner.
>
> Und nennt es auch nicht so. Ich erinnere mich noch gut, wie ich in der
> Zeit, bevor "Migrationshintergrund" der Begriff du jour war, mal in ein
> Forum gestolpert bin, in dem sich etliche einig wurden, daß Franzosen
> und Amerikaner ja "gar keine richtigen Ausländer" seien. Aha, so
> funktioniert das bei Menschen mit dieser Denkungsart!
>
Richtig!
Weil als "Ausländer" eben nicht die Staatsangehörigkeit zählt, sondern
der fremde (vermutete) Kulturkreis. Wozu dann auch meist ein anderes
Aussehen gehört.

Und wer deutlich zeigt, dass er sich diesem zugehörig fühlt, muss sich
nicht wundern, dass er als Ausländer betrachtet wird.

Detlef

Frank Hucklenbroich

unread,
Jun 15, 2022, 2:22:31 AMJun 15
to
Am Tue, 14 Jun 2022 17:24:18 -0400 schrieb Quinn C:

> * Detlef Meißner:
>
>> Am 14.06.2022 um 15:21 schrieb Quinn C:
>>
>>> ... Sanyal illustriert das gut,
>>> wenn sie vom Migrationshintergrund spricht: ihr wird der unterstellt,
>>> obwohl sie in Deutschland geboren ist, ihrem Mann, der als Erwachsener
>>> aus England nach Deutschland gekommen ist, nicht.
>>>
>> Wie es wohl Weißen in Afrika gehen mag - oder Indern?
>
> Das kommt in einem der beiden Gespräche kurz zur Sprache, und ich kann
> natürlich auch aus eigener Erfahrung in Japan berichten: natürlich wird
> da Migrationshintergrund vermutet bis vorausgesetzt[1], aber das ist
> halt nicht so schlimm, denn ein (nordwest)europäischer
> Migrationshintergrund bedeutet halt nicht "Du stehst eine Klasse
> tiefer". Oft sogar im Gegenteil.

Kommt sehr darauf an.

Eine Schulfreundin von mir ging damals Ende der 80er für ein halbes Jahr
nach Singapur (ihr Vater war dort ARD-Korrespondent), als Schülerin mit ca.
16 Jahren.

Da gab es eine sehr klare Rangordnung: An erster Stelle waren die
einheimischen Chinesen, dann kam lange Zeit nichts, dann kamen die Malayen,
und dann die Inder. Die Europäer standen noch eine Stufe drunter oder
irgendwie daneben, denn die galten allen drei Gruppen als kulturlose
Barbaren, und das bekamen sie auch zu spüren.

> Das ist ja der Punkt, um den es oben auch geht: der englische Ehemann
> hat zwar mehr Migrationshintergrund als sie, aber bei ihm ist das egal,
> drum fragt erst keiner.
>
> Und nennt es auch nicht so. Ich erinnere mich noch gut, wie ich in der
> Zeit, bevor "Migrationshintergrund" der Begriff du jour war, mal in ein
> Forum gestolpert bin, in dem sich etliche einig wurden, daß Franzosen
> und Amerikaner ja "gar keine richtigen Ausländer" seien.

"Expats" ist da wohl die Selbstbezeichnung, zumindest bei den Amerikanern.

Grüße,

Frank

Ulf Kutzner

unread,
Jun 15, 2022, 2:32:39 AMJun 15
to
Sergio Gatti schrieb am Mittwoch, 15. Juni 2022 um 00:13:12 UTC+2:

> Migrationshintergrund ist grundsätzlich

Diesen Schwachsinn las man bereits von Dir, danke.

Detlef Meißner

unread,
Jun 15, 2022, 2:42:02 AMJun 15
to
Solange sie nach Bad Reichenhall zieht, gibt's da keinen
Migrationshintergrund. Zöge beide nach Berlin. sähe die Sache schon
anders aus.

BTW: Singular: Enkel, Plural: Enkel

Detlef

Ulf Kutzner

unread,
Jun 15, 2022, 2:54:53 AMJun 15
to
Detlef Meißner schrieb am Mittwoch, 15. Juni 2022 um 08:42:02 UTC+2:
> Am 15.06.2022 um 00:13 schrieb [...]o Gatti:

> > solange [...] die Enkeln von Frau Dr. Müller aus Salzburg, die
> > 1960 Herrn Dr. Meyer aus Bad Reichenhall heiratete und zu ihm zog,
> > unterschiedslos darunter fallen.
> >
> Solange sie nach Bad Reichenhall zieht, gibt's da keinen
> Migrationshintergrund. Zöge beide nach Berlin. sähe die Sache schon
> anders aus.
>
> BTW: Singular: Enkel, Plural: Enkel

Wegen der Singularität tippe ich auf ein fehlendes 'i'.

Diedrich Ehlerding

unread,
Jun 15, 2022, 3:53:38 AMJun 15
to
Frank Hucklenbroich meinte:

> "Expats" ist da wohl die Selbstbezeichnung, zumindest bei den
> Amerikanern.

Auch bei Briten, insbesondere bei denen, die als Rentner ins
Ferienhausghetto am Mittelmeer übergesiedelt sind.

Das Selbstverständmis dieser "expats" ist auch nicht "ist nach Spanien
eingewandert", sondern "lebt eine Zeitlang als Dauerurlauber in einer
Kolonie des British Empire und hat dort etliche Ureinwohgner als
Sklav^WHausangestellte für die niederen Arbeiten".
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.

Thomas Schade

unread,
Jun 15, 2022, 4:41:12 AMJun 15
to
On 14.06.2022 17:13 (CEST), René Marquardt wrote:

> Du wirst mal jemanden eine gute Hausfrau abgeben.

MUSE hätte sich hier des Dativs befleißigt.


Ciao
Toscha
--
Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.
[Oscar Wilde]

Ulf Kutzner

unread,
Jun 15, 2022, 5:08:13 AMJun 15
to
Thomas Schade schrieb am Mittwoch, 15. Juni 2022 um 10:41:12 UTC+2:
> On 14.06.2022 17:13 (CEST), René Marquardt wrote:
>
> > Du wirst mal jemanden eine gute Hausfrau abgeben.

> MUSE hätte sich hier des Dativs befleißigt.

Ich hätte stattdessen eine Präposition ergänzt,
abgesehen davon, daß ich den Satz so nicht
formuliert hätte.

Ulf Kutzner

unread,
Jun 15, 2022, 5:10:50 AMJun 15
to
Die -feindlichkeit sehen viele nicht erst da, wo Gewalt angewendet wird.

Stefan Froehlich

unread,
Jun 15, 2022, 5:37:01 AMJun 15
to
On Tue, 14 Jun 2022 23:24:18 Quinn C wrote:
> Ich erinnere mich noch gut, wie ich in der Zeit, bevor
> "Migrationshintergrund" der Begriff du jour war, mal in ein Forum
> gestolpert bin, in dem sich etliche einig wurden, daß Franzosen
> und Amerikaner ja "gar keine richtigen Ausländer" seien. Aha, so
> funktioniert das bei Menschen mit dieser Denkungsart!

Selbstverständlich. Umgekehrt sind Menschen mit
Migrationshintergrund zweiter Ordnung (also in Österreich geborene,
aufgewachsene und sozialisierte Menschen, deren Eltern in jungen
Jahren eingewandert sind), in deren Augen aber auf gar keinen Fall
"richtigen Österreicher", selbst mit Staatsbürgerschaft nicht, aber
schon gar nicht ohne ihr, wie sich z.B. aktuell bei der Diskussion
um die Voraussetzungen zum Erwerb der Staatsbürgerschaft zeigt.

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - heiter, lüstern in allen Zeiten!
(Sloganizer)

Detlef Meißner

unread,
Jun 15, 2022, 5:47:53 AMJun 15
to
Am 15.06.2022 um 11:36 schrieb Stefan Froehlich:
> On Tue, 14 Jun 2022 23:24:18 Quinn C wrote:
>> Ich erinnere mich noch gut, wie ich in der Zeit, bevor
>> "Migrationshintergrund" der Begriff du jour war, mal in ein Forum
>> gestolpert bin, in dem sich etliche einig wurden, daß Franzosen
>> und Amerikaner ja "gar keine richtigen Ausländer" seien. Aha, so
>> funktioniert das bei Menschen mit dieser Denkungsart!
>
> Selbstverständlich. Umgekehrt sind Menschen mit
> Migrationshintergrund zweiter Ordnung (also in Österreich geborene,
> aufgewachsene und sozialisierte Menschen, deren Eltern in jungen
> Jahren eingewandert sind), in deren Augen aber auf gar keinen Fall
> "richtigen Österreicher", selbst mit Staatsbürgerschaft nicht, aber
> schon gar nicht ohne ihr, wie sich z.B. aktuell bei der Diskussion
> um die Voraussetzungen zum Erwerb der Staatsbürgerschaft zeigt.

Aktuell? Das Problem "echter Österreicher" mit "Tschuschen" ist doch
nicht neu!

Detlef



H.-P. Schulz

unread,
Jun 15, 2022, 9:48:02 AMJun 15
to
Quinn C <lispa...@crommatograph.info> schrieb:

>* H.-P. Schulz:

>> Habe ein bischen mal reingehört. Da wird - wie überall in solchen™
>> Diskussionen - Rassismus und Fremdenfeindlichkeit durcheinander
>> geworfen bzw. in eins gesetzt. Letztere ist zwar auch ein Dauerthema,
>> gehört aber - besonders hinsichtlich des zweiten Wortbestandteils -
>> nicht wirklich in den Rasismus-Rahmen.
>
>Doch, diese Unterscheidung ist künstlich, weil es sich ja in beiden
>Fällen um sozial konstruierte Menschengruppen handelt.

Ich nenne es "Gruppenbildung", im Gegensatz zu "taxonomischen"
Gruppen. Im Fall 'Mensch' wäre die taxonomische Gruppe "Menschheit".
Sämtliche Untergruppen sind Gruppenbildungen.

> Die Fremden-*Feindlichkeit* ist nicht das
>entscheidende, sondern die Hierarchisierung.

Das Entscheidende ist, was aus dieser Hierarchisierung *folgt*, also:
Was man daraus folgen lässt.

Das ist in allen Fällen ein je spezifisches, differenziertes
(differenzierendes) Zu- bzw. Absprechen von Rechten und Pflichten.

Frank Hucklenbroich

unread,
Jun 15, 2022, 9:59:49 AMJun 15
to
Am Wed, 15 Jun 2022 09:26:40 +0200 schrieb Diedrich Ehlerding:

> Frank Hucklenbroich meinte:
>
>> "Expats" ist da wohl die Selbstbezeichnung, zumindest bei den
>> Amerikanern.
>
> Auch bei Briten, insbesondere bei denen, die als Rentner ins
> Ferienhausghetto am Mittelmeer übergesiedelt sind.
>
> Das Selbstverständmis dieser "expats" ist auch nicht "ist nach Spanien
> eingewandert", sondern "lebt eine Zeitlang als Dauerurlauber in einer
> Kolonie des British Empire und hat dort etliche Ureinwohgner als
> Sklav^WHausangestellte für die niederen Arbeiten".

Ja, das trifft es ganz gut, ich lernte solche mal auf Madeira kennen.

Grüße,

Frank

Quinn C

unread,
Jun 15, 2022, 10:44:01 AMJun 15
to
* Frank Hucklenbroich:

> Am Tue, 14 Jun 2022 17:24:18 -0400 schrieb Quinn C:
>
>> * Detlef Meißner:
>>
>>> Am 14.06.2022 um 15:21 schrieb Quinn C:
>>>
>>>> ... Sanyal illustriert das gut,
>>>> wenn sie vom Migrationshintergrund spricht: ihr wird der unterstellt,
>>>> obwohl sie in Deutschland geboren ist, ihrem Mann, der als Erwachsener
>>>> aus England nach Deutschland gekommen ist, nicht.
>>>>
>>> Wie es wohl Weißen in Afrika gehen mag - oder Indern?
>>
>> Das kommt in einem der beiden Gespräche kurz zur Sprache, und ich kann
>> natürlich auch aus eigener Erfahrung in Japan berichten: natürlich wird
>> da Migrationshintergrund vermutet bis vorausgesetzt[1], aber das ist
>> halt nicht so schlimm, denn ein (nordwest)europäischer
>> Migrationshintergrund bedeutet halt nicht "Du stehst eine Klasse
>> tiefer". Oft sogar im Gegenteil.
>
> Kommt sehr darauf an.
>
> Eine Schulfreundin von mir ging damals Ende der 80er für ein halbes Jahr
> nach Singapur (ihr Vater war dort ARD-Korrespondent), als Schülerin mit ca.
> 16 Jahren.
>
> Da gab es eine sehr klare Rangordnung: An erster Stelle waren die
> einheimischen Chinesen, dann kam lange Zeit nichts, dann kamen die Malayen,
> und dann die Inder. Die Europäer standen noch eine Stufe drunter oder
> irgendwie daneben, denn die galten allen drei Gruppen als kulturlose
> Barbaren, und das bekamen sie auch zu spüren.

Das könnte ein interessantes Gegenbeispiel sein, ich würde aber dann
doch gerne noch mehr Details kennenlernen. Es kommt in solchen Fällen
oft auf den Lebensbereich an.

In Japan zum Beispiel erfährt man als europäischer Ausländer im Alltag
gelegentlich Vorzugsbehandlung, wird eher nach Hause eingeladen als
andere Japaner, und es wird einem so manches durchgehen gelassen, was
bei Japanern als Fauxpas gälte, nach dem Motto, die können das ja nicht
wissen.

Hingegen wird man z.B. auf der Arbeit von inneren Kreisen und
Aufstiegschancen tendenziell ausgeschlossen.

In der Schule besteht extremer Anpassungsdruck, und Leute, die "anders"
aussehen, z.B. Japaner mit gewellten Haaren, erfahren da oft Mobbing.
Ich hätte mein Kind daher nicht jenseits der Grundschule in Japan
aufwachsen lassen wollen; bei einem japanischen Elternteil mag das noch
angehen, bei zwei ausländischen, sehr schwierig.

Christian Weisgerber

unread,
Jun 15, 2022, 11:30:05 AMJun 15
to
On 2022-06-14, Sergio Gatti <sergi...@meine-wahrheit-deine-wahrheit.de> wrote:

>> auch ständig im Wandel: Anfang des 20. Jahrhunderts waren Italiener und
>> Iren auch in den USA noch nicht "weiß".
>
> Kannst du bitte diesen Punkt vertiefen? Dass man Italiener und Iren in
> den USA vor 100 Jahren als fremd empfand, unter anderem als zu
> katholisch, kann ich leicht nachvollziehen. Aber als nicht weiß?

Es muss so etwa 2016 gewesen sein, dass auf einem der amerikanischen
Portale zur dortigen Unterhaltungsindustrie die Nachricht auftauchte,
dass die Hauptrolle für die (später dann doch nicht realisierte)
Fernsehserie _Drew_ mit der Schauspielerin Sarah Shahi besetzt
worden sei. Die Leserkommentare waren erhellend.

In den USA _muss_ jede Person in eine Rassenkategorie eingeordnet
werden, das ist ein fester gesellschaftlicher Zwang. Sarah Shahi
ist iranisch-spanischer Abstammung. Ich war gespannt zu lesen, was
man aus der iranischen Seite machen würde, aber nein, es wurde schon
in Frage gestellt, ob denn Spanier Weiße seien.

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de

Ulf Kutzner

unread,
Jun 15, 2022, 11:37:57 AMJun 15
to
Christian Weisgerber schrieb am Mittwoch, 15. Juni 2022 um 17:30:05 UTC+2:

> In den USA _muss_ jede Person in eine Rassenkategorie eingeordnet
> werden, das ist ein fester gesellschaftlicher Zwang. Sarah Shahi
> ist iranisch-spanischer Abstammung. Ich war gespannt zu lesen, was
> man aus der iranischen Seite machen würde, aber nein, es wurde schon
> in Frage gestellt, ob denn Spanier Weiße seien.

Das geht (ver)quer zu den sonstigen Definitionen.
https://en.wikipedia.org/wiki/Hispanic#Definitions_in_the_United_States

Quinn C

unread,
Jun 15, 2022, 12:46:32 PMJun 15
to
* Markus Ermert:

> Frank Hucklenbroich <huckle...@gmx.net> wrote:
>> Am Tue, 14 Jun 2022 17:24:18 -0400 schrieb Quinn C:
>
>>> ich kann
>>> natürlich auch aus eigener Erfahrung in Japan berichten: natürlich wird
>>> da Migrationshintergrund vermutet bis vorausgesetzt[1], aber das ist
>>> halt nicht so schlimm, denn ein (nordwest)europäischer
>>> Migrationshintergrund bedeutet halt nicht "Du stehst eine Klasse
>>> tiefer". Oft sogar im Gegenteil.
>>
>> Kommt sehr darauf an.
>>
>> Eine Schulfreundin von mir ging damals Ende der 80er für ein halbes Jahr
>> nach Singapur (ihr Vater war dort ARD-Korrespondent), als Schülerin mit ca.
>> 16 Jahren.
>>
>> Da gab es eine sehr klare Rangordnung: An erster Stelle waren die
>> einheimischen Chinesen, dann kam lange Zeit nichts, dann kamen die Malayen,
>> und dann die Inder. Die Europäer standen noch eine Stufe drunter oder
>> irgendwie daneben, denn die galten allen drei Gruppen als kulturlose
>> Barbaren, und das bekamen sie auch zu spüren.
>
> War weder in Singapur oder in Japan, höre diese Story aber oft von
> Japan-Besuchern: Europäer werden durchaus gerne in der Rangordnung nach
> unten eingruppiert, und zwar spürbar. Wobei in Japan die Chinesen immer
> noch weiter unten stehen.

In der Allgemeinheit halte ich das für Japan für falsch. Vielleicht gab
es solche Einstellungen in den 1980er Jahren, als man auch im Westen
befürchtete, von Japan überrollt zu werden. Es könnte einem aufgefallen
sein, daß man davon schon länger nichts mehr hört. Ich war Ende der
1990er in Japan, und da steckte es schon 10 Jahre in der
Wirtschaftskrise. Mittlerweile sind es über 30.

Die Japaner pflegen eine ähnlich merkwürdige Mischung aus Größenwahn und
Minderwertigkeitskomplex wie die Deutschen, und sicher auch noch etliche
andere Völker. Mir haben jedenfalls diverse Japaner:innen zu verstehen
gegeben, daß sie meinen, Japan werde sich schwer tun, aus der Krise
herauszukommen und die Herausforderungen der Zukunft wie Klima oder
Überalterung zu bewältigen, weil es im Vergleich zum Westen ein
Emporkömmling ist - der Westen habe da die solidere Grundlage,
etablierter Wissenschaftsbetrieb, solidere Infrastruktur, besser
entwickeltes bürgerschaftliches Engagement.

Also gewiß keine "kulturlosen Barbaren".
--
Gehören Sie auch zu billigeren Geschenk für Ihre Freunde wollen
-- SPAMPOESIE

Stefan Schmitz

unread,
Jun 15, 2022, 1:01:35 PMJun 15
to
Am 15.06.2022 um 17:20 schrieb Christian Weisgerber:

> In den USA _muss_ jede Person in eine Rassenkategorie eingeordnet
> werden, das ist ein fester gesellschaftlicher Zwang.

Warum eigentlich?
Dass ein Land mit allgegenwärtiger offizieller Rasseneinteilung ein
Rassismusproblem hat oder bekommt, liegt doch auf der Hand.

René Marquardt

unread,
Jun 15, 2022, 1:44:27 PMJun 15
to
Das ist so wie mit dem Licht, das Teilchen- oder Wellencharakter haben kann.
Schroedinger's Diversitaet: alle Menschen sind gleich, aber dann wird das
Gejammer gross, wenn die Schauspielerin, die Nina Simone darstellen soll,
nicht schwarz genug ist. Wohingegen Besetzung des Charakters Heimdall
mit Idris Alba entgegen alle Hoffnung der Kantenlords ohne ablehnende
Reaktion erfolgte.
Den einen ist Rasse egal, diese Leute nennt man Rassisten.
Und die Anti-Rassisten legen Mass-staebe an, bei denen selbst Globke
erstaunt mit dem Kopf geschuettelt haette.

Bei der von dir verlinkten Definition sieht es so aus, dass ich, wenn
danach gefragt werde, "White/Caucasian" und "Not Hispanic" ankreuze.

wolfgang sch

unread,
Jun 15, 2022, 1:50:39 PMJun 15
to
Stefan Schmitz <ss...@gmx.de> Schrieb in der Nachricht:

>
Dass ein Land mit allgegenwärtiger offizieller Rasseneinteilung
> ein Rassismusproblem hat oder bekommt,
> liegt doch auf der Hand.

Du verwechselst Ursache und Wirkung.

--
usenet_...@wschwanke.de

Frank Hucklenbroich

unread,
Jun 15, 2022, 4:41:06 PMJun 15
to
Sie ging auf eine singapurianische High-School. Wir sind heute noch in
Kontakt, sie ist mittlerweile Kinderärztin hierzustadt und erzählt oft
davon, daß sie sich dort recht deutlich diskriminiert fühlte. Sie war
sicherlich privilegiert, wie gesagt, ihr Vater war ein recht bekannter
ARD-Korrespondent/Kriegsberichterstatter (Vietnam), sie hatte als kleines
Kind schon rund 50 verschiedene Ländern besucht.

Ich war 1992 in China auf einer Rundreise, mit einer Gruppe, und unser
Tourguide war ein deutscher Sinologieprofessor von der Uni Tübingen. Der
betreute auch deutsche Austausch-Studenten in China. Und der erzählte uns,
daß westliche Studenten bei chinesischen Filmproduktionen beliebt wären,
als Schurken und Bösewichte. Die bekamen dann einen langen Bart angeklebt,
und kämpften in Xian in historischer Kulisse gegen chinesische
Shaolin-Mönche oder kaiserliche Truppen.

Das Klischee des bärtigen westlichen Barbaren war da durchaus präsent.

> In Japan zum Beispiel erfährt man als europäischer Ausländer im Alltag
> gelegentlich Vorzugsbehandlung, wird eher nach Hause eingeladen als
> andere Japaner, und es wird einem so manches durchgehen gelassen, was
> bei Japanern als Fauxpas gälte, nach dem Motto, die können das ja nicht
> wissen.

Das habe ich in Japan auch so erlebt. In der Metro in Tokio räumten
deutlich ältere Japaner (um die 70) ihren Sitzplatz für meine Frau (Ende
40), und bestanden darauf, daß sie sich da hinsetzt.

> Hingegen wird man z.B. auf der Arbeit von inneren Kreisen und
> Aufstiegschancen tendenziell ausgeschlossen.

Das glaube ich gerne. Das ist ja auch aus der Geschichte des Landes
erklärbar, außer in Yokohama durften sich ja jahrhundertelang keine
Ausländer ansiedeln.

> In der Schule besteht extremer Anpassungsdruck, und Leute, die "anders"
> aussehen, z.B. Japaner mit gewellten Haaren, erfahren da oft Mobbing.
> Ich hätte mein Kind daher nicht jenseits der Grundschule in Japan
> aufwachsen lassen wollen; bei einem japanischen Elternteil mag das noch
> angehen, bei zwei ausländischen, sehr schwierig.

Ich fand in Tokio überraschend, daß fast niemand auch nur rudimentär
Englisch verstand, selbst nicht im Restaurant oder Hotel. In Restaurants
gibt es zweisprachige Speisekarten zum Draufzeigen, aber als unser Sohn
eine Schüssel Reis extra wollte, war das ein Problem, denn das stand nicht
auf der Karte. Das ging dann nur dank Apple-iPhone-Übersetzungs-App (ich
weiß nicht mehr welche).

Ich bin nun wirklich in viele Länder gereist, aber es gibt nur drei Länder,
wo ich mit Englisch überhaupt nicht weitergekommen bin, das sind Brasilien
(die verstanden auch kein Spanisch), Madagaskar (mein Französisch ist nicht
so gut) und Japan (kein Englisch, Französisch, irgendwas...).

Grüße,

Frank

Sergio Gatti

unread,
Jun 15, 2022, 6:04:06 PMJun 15
to
Frank Hucklenbroich hat am 15.06.2022 um 22:41 geschrieben:

> Das glaube ich gerne. Das ist ja auch aus der Geschichte des Landes
> erklärbar, außer in Yokohama durften sich ja jahrhundertelang keine
> Ausländer ansiedeln.

Dejima, nicht Yokohama, mehrere Hundert Kilometer weiter weg von Tokyo.
Weitere Details für Anfänger hier:
<https://de.wikipedia.org/wiki/Dejima>


Quinn C

unread,
Jun 15, 2022, 9:27:06 PMJun 15
to
* Stefan Schmitz:
Ja, genau wie ein Land, in dem Menschen offiziell in Frauen und Männer
eingeteilt werden, "naturgemäß" ein Sexismusproblem hat.

Aber bitte nicht Ursache und Wirkung verwechseln.

Die offizielle Einteilung abzuschaffen, würde jedenfalls gar nicht
helfen. Wer würde protestieren, wenn man die Registrierung des
Geschlechts überall abschaffen würde? Die Kämpfer:innen für die
Gleichstellung, denn dann wüßte man ja gar nicht mehr, wieviel Prozent
Frauen in Vorstandsetagen sitzen oder ob sie für gleiche Arbeit
schlechter bezahlt werden.

--
Um Begrenzung zu entfernen und sicher Ihre Kreditkarte laden Sie
sich bitte und füllen Sie das beigefügte Formular aus.
-- SPAMPOESIE

Detlef Meißner

unread,
Jun 16, 2022, 1:57:13 AMJun 16
to
Am 16.06.2022 um 03:27 schrieb Quinn C:
> * Stefan Schmitz:
>> Am 15.06.2022 um 17:20 schrieb Christian Weisgerber:
>>
>>> In den USA _muss_ jede Person in eine Rassenkategorie eingeordnet
>>> werden, das ist ein fester gesellschaftlicher Zwang.
>>
>> Warum eigentlich?
>> Dass ein Land mit allgegenwärtiger offizieller Rasseneinteilung ein
>> Rassismusproblem hat oder bekommt, liegt doch auf der Hand.
>
> Ja, genau wie ein Land, in dem Menschen offiziell in Frauen und Männer
> eingeteilt werden, "naturgemäß" ein Sexismusproblem hat.

Tja, offensichtlich hat die Natur vielen Menschen dieses Problem
aufgebürdet.
>
> Aber bitte nicht Ursache und Wirkung verwechseln.

Das machst du doch ständig!

Detlef

Uwe Schickedanz

unread,
Jun 16, 2022, 12:30:09 PMJun 16
to
On Wed, 15 Jun 2022 00:13:08 +0200, Sergio Gatti
<sergi...@meine-wahrheit-deine-wahrheit.de> wrote:

>Migrationshintergrund ist grundsätzlich ein schwachsinniger Begriff,
>solange die gerade angekommenen Flüchtlinge aus der Ukraine, die nicht
>mal ihre frühere Adresse in lateinischen Buchstaben schreiben können
>(selbst erlebt), und die Enkeln von Frau Dr. Müller aus Salzburg, die
>1960 Herrn Dr. Meyer aus Bad Reichenhall heiratete und zu ihm zog,
>unterschiedslos darunter fallen.

Aber war nicht genau diese Ununterscheidbarkeit der Grund dafür, daß
staatlicherseits diese Bezeichnung eingeführt wurde?


Gruß Uwe

--
Niemand hat die Absicht, eine Impfpflicht einzuführen.

=== http://www.sicherheitslampe.de ===

Quinn C

unread,
Jun 16, 2022, 1:43:40 PMJun 16
to
* Uwe Schickedanz:

> On Wed, 15 Jun 2022 00:13:08 +0200, Sergio Gatti
> <sergi...@meine-wahrheit-deine-wahrheit.de> wrote:
>
>>Migrationshintergrund ist grundsätzlich ein schwachsinniger Begriff,
>>solange die gerade angekommenen Flüchtlinge aus der Ukraine, die nicht
>>mal ihre frühere Adresse in lateinischen Buchstaben schreiben können
>>(selbst erlebt), und die Enkeln von Frau Dr. Müller aus Salzburg, die
>>1960 Herrn Dr. Meyer aus Bad Reichenhall heiratete und zu ihm zog,
>>unterschiedslos darunter fallen.
>
> Aber war nicht genau diese Ununterscheidbarkeit der Grund dafür, daß
> staatlicherseits diese Bezeichnung eingeführt wurde?

Glaube ich nicht. Ich meine, man wollte ein besseres
Unterscheidungsmerkmal finden als Staatsangehörigkeit, vielleicht
besonders wegen der zunehmenden Zahl von Aussiedlern.

Gerade angekommene Aussiedler (mit MH, auch wenn Deutsche) sind
naturgemäß mit der deutschen Sprache und den Gebräuchen weniger vertraut
als die Enkel der "Gastarbeiter" (kein MH, auch wenn nicht Deutsche).
Bei der Generation dazwischen gibt's dann das weite Spektrum mit den
Problemen, auf die Sergio gerne hinweist.

In Kanada ist die Kultur und das Bildungssytem so, daß man bei den
Kindern von Einwanderern normalerweise nicht mit Eingliederungsproblemen
rechnet, egal woher die nun stammen. Es hilft natürlich auch, daß die
Einwanderer hier im Schnitt besser schulisch gebildet sind als die
Einheimischen.

--
Aufmerksamkeit,
ich bitte Sie um Nachsicht für ein dringendes Geschäft.
-- SPAMPOESIE

Helmut Richter

unread,
Jun 16, 2022, 1:53:25 PMJun 16
to
On Wed, 15 Jun 2022, Quinn C wrote:

> * Stefan Schmitz:

> > [...]
> > Dass ein Land mit allgegenwärtiger offizieller Rasseneinteilung ein
> > Rassismusproblem hat oder bekommt, liegt doch auf der Hand.
>
> Ja, genau wie ein Land, in dem Menschen offiziell in Frauen und Männer
> eingeteilt werden, "naturgemäß" ein Sexismusproblem hat.
>
> Aber bitte nicht Ursache und Wirkung verwechseln.
>
> Die offizielle Einteilung abzuschaffen, würde jedenfalls gar nicht
> helfen. Wer würde protestieren, wenn man die Registrierung des
> Geschlechts überall abschaffen würde? Die Kämpfer:innen für die
> Gleichstellung, denn dann wüßte man ja gar nicht mehr, wieviel Prozent
> Frauen in Vorstandsetagen sitzen oder ob sie für gleiche Arbeit
> schlechter bezahlt werden.

Und für Rassenunterscheidungen gibts dasselbe Problem: Quinn hätte den
Thread gar nicht mit den Ansichten der nichtweißen Deutschen eröffnen
können, weil gar nicht klar ist, wer wie feststellt, wer nichtweiß ist.
Da gehören ordentliche Kenntnisse in Rassenkunde dazu. Nicht die der
Nazis, sondern die heutigen: die beiden genannten Gegenbeispiele verdienen
in Deutschland gutes Geld, sind also sozial gesehen Weiße und dürften sich
gar nicht zum Thema äußern.

Wer sich für Gleichheit einsetzt, postuliert, dass es keine Unterschiede
gibt („nur ein soziales Konstrukt ohne reelle Basis“) und teilt dann die
Menschheit nach den nicht vorhandenen Unterschieden in Betroffene und
Nichtbetroffene ein, um letzteren eine Stimme zu geben.

--
Helmut Richter

Frank Hucklenbroich

unread,
Jun 16, 2022, 3:34:59 PMJun 16
to
Sehr interessant, danke dafür.

Das hat man uns dort damals nicht erzählt, da galt Yokohama als Einfallstor
für die westliche Kultur.

Da ist auch irgendwo ein portugiesisches Schiff gestrandet, und die hatten
schon Feuerwaffen an Bord, und japanische Schwertschmiede haben die
Feuerwaffen nachgebaut, und hatten damit einen entscheidenden strategischen
Vorteil gegenüber den chinesischen Aggressoren, die regelmäßig das Land
angriffen.

Angeblich stammt das japanische "Dankeschön" = "Arrigato" auch von den
Portugiesen ab, so hat es mir zumindest meine portugiesisch-angolanische
Nachbarin erklärt.

Grüße,

Frank

Stefan Schmitz

unread,
Jun 16, 2022, 3:56:51 PMJun 16
to
Am 16.06.2022 um 21:35 schrieb Frank Hucklenbroich:

> Angeblich stammt das japanische "Dankeschön" = "Arrigato" auch von den
> Portugiesen ab, so hat es mir zumindest meine portugiesisch-angolanische
> Nachbarin erklärt.

Woher will die das denn wissen?

Es würde mich wundern, wenn die japanische Sprache dafür kein eigenes
Wort entwickelt hätte. Das sieht mir doch sehr nach Legendenbildung von
portugiesischer Seite aus.
Eher frage ich mich, wie es kommt, dass das portugiesische Danke sich so
sehr von anderen romanischen Sprachen unterscheidet.

Frank Hucklenbroich

unread,
Jun 16, 2022, 3:56:55 PMJun 16
to

> Es hilft natürlich auch, daß die
> Einwanderer hier im Schnitt besser schulisch gebildet sind als die
> Einheimischen.

Das ist jetzt aber sehr böse von Dir! Die Einheimischen sind alle tumbe
Lumberjacks?

Ich war bisher nur einmal in Kanada, für ein paar Stunden, mit meinem Sohn
zusammen auf dem Weg von New York City nach Frankfurt.

Wir landeten in Ottawa, und hatten da einen ganzen Nachmittag Zeit.

Am Flughafen von Ottawa gab es eine Shuttle-Bus, der in die Stadt fuhr. Der
hatte erst mal zu, und irgendwann machte der auf, und der Fahrer sah aus
wie Grizzly-Adams (langer Vollbart bis auf die Knie). Er nahm kein Bargeld
(ich hatte extra ein paar 20-CDN-$ Scheine aus ATM gezogen), er nahm auch
keinerlei Karten. Er meinte dann aber, wir sollten einfach mitfahren, auch
ohne Ticket. Das haben wir dann auch gemacht. Es war eine recht lange
Fahrt, rund 30 Minuten, bis in die City von Ottawa, quer durch den
klischeehaften Tannenwald.

Ottawa war schön, und ich habe bedauert, daß wir keine Zeit für das Museum
mit den Totempfählen hatten, zu dem uns ein Boot brachte.

Ein guter Grund, da nochmal hinzufliegen.

Grüße,

Frank

Stephan Seitz

unread,
Jun 16, 2022, 4:05:04 PMJun 16
to
Stefan Schmitz <ss...@gmx.de> wrote:
> Am 16.06.2022 um 21:35 schrieb Frank Hucklenbroich:
>> Angeblich stammt das japanische "Dankeschön" = "Arrigato" auch von den
>> Portugiesen ab, so hat es mir zumindest meine portugiesisch-angolanische
>> Nachbarin erklärt.
> Woher will die das denn wissen?
> Es würde mich wundern, wenn die japanische Sprache dafür kein eigenes
> Wort entwickelt hätte. Das sieht mir doch sehr nach Legendenbildung von

Naja, das heißt ja nicht, daß sich die portugiesische Variante nicht
am Ende durchgesetzt haben kann.

Die dreiteiligen Formen von z.B. hier, dort, da drüben (koko, soko,
asoko) soll laut meinem Japanischlehrer auch aus dem Portugiesichen
sein.

Stephan

--
| Stephan Seitz E-Mail: stse+...@rootsland.net |
| If your life was a horse, you'd have to shoot it. |

René Marquardt

unread,
Jun 16, 2022, 4:06:42 PMJun 16
to
On Thursday, June 16, 2022 at 2:56:51 PM UTC-5, Stefan Schmitz wrote:
> Am 16.06.2022 um 21:35 schrieb Frank Hucklenbroich:
>
> > Angeblich stammt das japanische "Dankeschön" = "Arrigato" auch von den
> > Portugiesen ab, so hat es mir zumindest meine portugiesisch-angolanische
> > Nachbarin erklärt.
> Woher will die das denn wissen?
>
> Es würde mich wundern, wenn die japanische Sprache dafür kein eigenes
> Wort entwickelt hätte. Das sieht mir doch sehr nach Legendenbildung von
> portugiesischer Seite aus.

Die Dame ist da einer Legende aufgesessen:

Where does arigato come from?

Despite popular speculation that arigato comes from the Portuguese for “thank you,” obrigado, arigato was in use in Japan well before any contact with Portugal.

Arigato (ありがとう) comes from the words arigatashi (“to be”) and katai (“difficult”). Arigato, then, has a literal sense of “being alive is hard.”

Sergio Gatti

unread,
Jun 16, 2022, 4:10:13 PMJun 16
to
Stefan Schmitz hat am 16.06.2022 um 21:56 geschrieben:
> Es würde mich wundern, wenn die japanische Sprache dafür kein eigenes
> Wort entwickelt hätte. Das sieht mir doch sehr nach Legendenbildung von
> portugiesischer Seite aus.

Das glaube ich auch. Mal sehen, was Quinn sagt.


> Eher frage ich mich, wie es kommt, dass das portugiesische Danke sich so
> sehr von anderen romanischen Sprachen unterscheidet.

Obrigado, wörtlich "Dir verpflichtet", weniger wörtlich "Ich schulde dir
was". Ungewöhnlich unter den romanischen Sprachen, aber MUSEN nicht abwegig.

Sergio Gatti

unread,
Jun 16, 2022, 4:46:48 PMJun 16
to
Helmut Richter hat am 16.06.2022 um 19:53 geschrieben:
> On Wed, 15 Jun 2022, Quinn C wrote:
>
>> * Stefan Schmitz:
>
>>> [...]
>>> Dass ein Land mit allgegenwärtiger offizieller Rasseneinteilung ein
>>> Rassismusproblem hat oder bekommt, liegt doch auf der Hand.
>>
>> Ja, genau wie ein Land, in dem Menschen offiziell in Frauen und Männer
>> eingeteilt werden, "naturgemäß" ein Sexismusproblem hat.
>>
>> Aber bitte nicht Ursache und Wirkung verwechseln.
>>
>> Die offizielle Einteilung abzuschaffen, würde jedenfalls gar nicht
>> helfen. Wer würde protestieren, wenn man die Registrierung des
>> Geschlechts überall abschaffen würde? Die Kämpfer:innen für die
>> Gleichstellung, denn dann wüßte man ja gar nicht mehr, wieviel Prozent
>> Frauen in Vorstandsetagen sitzen oder ob sie für gleiche Arbeit
>> schlechter bezahlt werden.
>
> Und für Rassenunterscheidungen gibts dasselbe Problem: Quinn hätte den
> Thread gar nicht mit den Ansichten der nichtweißen Deutschen eröffnen
> können, weil gar nicht klar ist, wer wie feststellt, wer nichtweiß ist.

Schau dir mal Fotos von Verdächtigen mit Zeugen oder Opfern im
Polizeirevier, sagt ein beeidigter Dolmetscher.


> Da gehören ordentliche Kenntnisse in Rassenkunde dazu. Nicht die der
> Nazis, sondern die heutigen: die beiden genannten Gegenbeispiele verdienen
> in Deutschland gutes Geld, sind also sozial gesehen Weiße und dürften sich
> gar nicht zum Thema äußern.

Quatsch mit Soße. Man kann in Deutschland schon seit Jahrzehnten gutes
Geld verdienen, auch wenn man nicht weiß ist. Ist dir Roberto Blanco ein
Begriff? Wenn ja, würdest du ihn einen weißen Mann nennen? Ernsthaft?

Glaubst du wirklich, dass Aladin El-Mafaalani und Mithu Sanyal (die zwei
Menschen, die in den Links im ursprünglichen Posting reden) in
Deutschland rassistische Bemerkungen über sich oder völlig unbegründete
Polizeikontrollen niemals erlebt hätten?
Wenn du das wirklich glaubst, muss deine Augenfarbe blau sein, im Sinne
von äußerst blauäugig.


> Wer sich für Gleichheit einsetzt, postuliert, dass es keine Unterschiede
> gibt („nur ein soziales Konstrukt ohne reelle Basis“) und teilt dann die
> Menschheit nach den nicht vorhandenen Unterschieden in Betroffene und
> Nichtbetroffene ein, um letzteren eine Stimme zu geben.

Du willst damit etwas sagen, aber ich dummer Ausländer verstehe nicht,
was du sagen willst.

Übrigens, man postuliert nur, wenn überhaupt, dass es keine Unterschiede
geben _dürfte_ oder _soll_. Dass es sie gibt, das erlebt man jeden Tag,
wenn man für die hiesige Gesellschaft "falsch" aussieht.

Als blonder (inzwischen weißhaariger) Mann mit heller Haut und guten
Deutschkenntnissen habe ich das persönlich sehr selten erlebt, aber
sicher öfter als du, es sei denn, du möchtest als Swahili-Kenner über
deine Rassismuserfahrungen in Kenia oder Tansania was erzählen. Da kann
ich mangels Erfahrung nur aufmerksam zuhören. Und das wäre wichtig für
die Diskussion über Rassismusprobleme in Ostafrika, aber es ist für die
Diskussion über Rassismusprobleme in Deutschland völlig irrelevant.

Sergio Gatti

unread,
Jun 16, 2022, 5:20:28 PMJun 16
to
Quinn C hat am 16.06.2022 um 19:43 geschrieben:
> * Uwe Schickedanz:
>
>> On Wed, 15 Jun 2022 00:13:08 +0200, Sergio Gatti
>> <sergi...@meine-wahrheit-deine-wahrheit.de> wrote:
>>
>>> Migrationshintergrund ist grundsätzlich ein schwachsinniger Begriff,
>>> solange die gerade angekommenen Flüchtlinge aus der Ukraine, die nicht
>>> mal ihre frühere Adresse in lateinischen Buchstaben schreiben können
>>> (selbst erlebt), und die Enkeln von Frau Dr. Müller aus Salzburg, die
>>> 1960 Herrn Dr. Meyer aus Bad Reichenhall heiratete und zu ihm zog,
>>> unterschiedslos darunter fallen.
>>
>> Aber war nicht genau diese Ununterscheidbarkeit der Grund dafür, daß
>> staatlicherseits diese Bezeichnung eingeführt wurde?
>
> Glaube ich nicht. Ich meine, man wollte ein besseres
> Unterscheidungsmerkmal finden als Staatsangehörigkeit, vielleicht
> besonders wegen der zunehmenden Zahl von Aussiedlern.
>
> Gerade angekommene Aussiedler (mit MH, auch wenn Deutsche) sind
> naturgemäß mit der deutschen Sprache und den Gebräuchen weniger vertraut
> als die Enkel der "Gastarbeiter" (kein MH, auch wenn nicht Deutsche).
> Bei der Generation dazwischen gibt's dann das weite Spektrum mit den
> Problemen, auf die Sergio gerne hinweist.

Im Prinzip stimme ich mit dir zu 100 % überein. Aber vielleicht sollst
du erfahren, dass nach dieser unsäglichen und vor allem sinnlosen
Definition sogar die Enkel der sogenannten Gastarbeiter als Menschen mit
Migrationshintergrund gelten, wenn auch nur einer der vier Großeltern
kein gebürtiger Deutscher ist.

Ist es für euch vorstellbar, dass mein Enkel (Geburtsjahr unbekannt,
vermutlich Ende der 2020er oder Anfang der 2030er) mit drei deutschen
Großeltern (vielleicht vier, wenn ich bis dahin eingebürgert bin) als
Mensch mit Migrationshintergrund gelten soll? Wenn ja, habe ich Filter
und ein herzhaftes LMAA bereit für euch.

Quinn C

unread,
Jun 16, 2022, 6:32:07 PMJun 16
to
* Helmut Richter:

> On Wed, 15 Jun 2022, Quinn C wrote:
>
>> * Stefan Schmitz:
>
>>> [...]
>>> Dass ein Land mit allgegenwärtiger offizieller Rasseneinteilung ein
>>> Rassismusproblem hat oder bekommt, liegt doch auf der Hand.
>>
>> Ja, genau wie ein Land, in dem Menschen offiziell in Frauen und Männer
>> eingeteilt werden, "naturgemäß" ein Sexismusproblem hat.
>>
>> Aber bitte nicht Ursache und Wirkung verwechseln.
>>
>> Die offizielle Einteilung abzuschaffen, würde jedenfalls gar nicht
>> helfen. Wer würde protestieren, wenn man die Registrierung des
>> Geschlechts überall abschaffen würde? Die Kämpfer:innen für die
>> Gleichstellung, denn dann wüßte man ja gar nicht mehr, wieviel Prozent
>> Frauen in Vorstandsetagen sitzen oder ob sie für gleiche Arbeit
>> schlechter bezahlt werden.
>
> Und für Rassenunterscheidungen gibts dasselbe Problem: Quinn hätte den
> Thread gar nicht mit den Ansichten der nichtweißen Deutschen eröffnen
> können, weil gar nicht klar ist, wer wie feststellt, wer nichtweiß ist.
> Da gehören ordentliche Kenntnisse in Rassenkunde dazu. Nicht die der
> Nazis, sondern die heutigen: die beiden genannten Gegenbeispiele verdienen
> in Deutschland gutes Geld, sind also sozial gesehen Weiße und dürften sich
> gar nicht zum Thema äußern.

Dazu paßt gut diese kleine Anekdote von Sanyal, aus dem Gedächtnis
zitiert:

Da heißt es dann: "Das ist aber kein deutscher Name ...", und ich
weise darauf hin, daß ich einen Doktortitel habe, und dann darf ich
mir die Wohnung ansehen. So funktioniert der Wohnungsmarkt in
Deutschland, ungelogen.

Sie erfährt da also Diskriminierung als Nichtweiße, kompensiert das aber
mit ihrem Bildungsprivileg (oder allgemeiner Klassenprivileg). Stichwort
Intersektionalität.

> Wer sich für Gleichheit einsetzt, postuliert, dass es keine Unterschiede
> gibt („nur ein soziales Konstrukt ohne reelle Basis“) und teilt dann die
> Menschheit nach den nicht vorhandenen Unterschieden in Betroffene und
> Nichtbetroffene ein, um letzteren eine Stimme zu geben.

Soziale Konstrukte haben in der Regel eine reelle Basis, aber
rechtfertigt die die unterschiedliche Behandlung?

Dazu paßt prima das Philosophy-Tube-Video, das ich hier schon mal
gepostet hatte, mit dem Merkmal "schmeight" als illustrativem Beispiel -
"Minis", Leute unter einer bestimmten Körpergröße, werden von Berufen
und dergleichen ausgeschlossen, die "Bigs" vorbehalten sind. Reales
Merkmal? Ja. Objektiv feststellbar? Absolut. Sinnvolle Einteilung von
Menschen?

<https://www.youtube.com/watch?v=koud7hgGyQ8>

--
Lassen Sie mich Ihnen klar. Wenn durch dieses neue System das du
nicht empfangen Ihre Zahlung, dann vergessen Sie es für das Leben.
-- SPAMPOESIE

René Marquardt

unread,
Jun 16, 2022, 7:08:19 PMJun 16
to
On Thursday, June 16, 2022 at 5:32:07 PM UTC-5, Quinn C wrote:

> Dazu paßt gut diese kleine Anekdote von Sanyal, aus dem Gedächtnis
> zitiert:
>
> Da heißt es dann: "Das ist aber kein deutscher Name ...", und ich
> weise darauf hin, daß ich einen Doktortitel habe, und dann darf ich
> mir die Wohnung ansehen. So funktioniert der Wohnungsmarkt in
> Deutschland, ungelogen.

Na, wenn wir schon Anekdoten aufs Tapet bringen, erzaehle ich dir,
dass mir nach einer Wohnungsbesichtigung in Muenchen beschieden
wurde, dass sie lieber einen Auslaender haetten, der die Miete vom
Staat garantiert bekommt, statt einen Ossi mit Job, der diesen ja
verlieren koennte, und dann wuerden sie doof gucken.

Manfred Hoß

unread,
Jun 17, 2022, 12:14:38 AMJun 17
to
Am Thu, 16 Jun 2022 22:31:27 -0000 (UTC) schrieb wolfgang s:

> Das Wort "Migrationshintergrund" wurde ja in den 1990ern als politisch
> hochkorrekte Bezeichnung eingeführt.

Ich kenne "Migrationshintergrund" seit den frühen 2000ern. In den 1990ern
ist es mir nie begegnet.

Gruß
Manfred.

Ulf Kutzner

unread,
Jun 17, 2022, 2:26:31 AMJun 17
to
Frank Hucklenbroich schrieb am Mittwoch, 15. Juni 2022 um 22:41:06 UTC+2:

> Ich war 1992 in China auf einer Rundreise, mit einer Gruppe, und unser
> Tourguide war ein deutscher Sinologieprofessor von der Uni Tübingen. Der
> betreute auch deutsche Austausch-Studenten in China. Und der erzählte uns,
> daß westliche Studenten bei chinesischen Filmproduktionen beliebt wären,
> als Schurken und Bösewichte. Die bekamen dann einen langen Bart angeklebt,
> und kämpften in Xian in historischer Kulisse gegen chinesische
> Shaolin-Mönche oder kaiserliche Truppen.
>
> Das Klischee des bärtigen westlichen Barbaren war da durchaus präsent.

Und es wurde klar, daß nicht etwa solche, aus chinazentrierter geographischer
Sicht, ebenfalls Westler gemeint waren? (vor) 1992 galt das Verhältnis zu den Han-Chinesen
noch als entspannter.

https://de.wikipedia.org/wiki/Uiguren#/media/Datei:Barbier_in_Kaxgar.jpg

Ulf Kutzner

unread,
Jun 17, 2022, 2:33:01 AMJun 17
to
Stefan Schmitz schrieb am Donnerstag, 16. Juni 2022 um 21:56:51 UTC+2:

> Eher frage ich mich, wie es kommt, dass das portugiesische Danke sich so
> sehr von anderen romanischen Sprachen unterscheidet.

Da könnte man forschen, aber auch hier gibt es die etwas gehobene
Formel: "Ich bin Ihnen sehr zu Dank *verpflichtet*."

Die Russen formulieren: "Bewahre Gott!", in leicht eingekürzter Form.

Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 17, 2022, 3:18:31 AMJun 17
to
Den 17.06.2022 kl. 00.41 skrev Heinz Brückner:

> Eine Ansprache auf irgendeine Auffälligkeit kann doch auch Interesse
> sein, Neugier ohne vorsätzliche "Diskriminierung", ohne Werturteil.
> Kann natürlich sein, dass ein oft darauf Angesprochener das langsam
> satt kriegt und dann barsch abwehrt.

Wer rassistisch behandelt wird, ist selber Schuld?

> Man müsste es schaffen, locker zu bleiben, beiderseits.

Sag das zum Dänen, der mindestens ein Mal pro Tag von der Polizei
angehalten wird. Er sieht arabisch aus mit langen Bart, und er hat ein
sehr teueres Auto, das völlig bezahlt ist, denn er verdient viel Geld.
Auf dem schlimmsten Tag wurde er sieben Mal kontrolliert.

Locker sein?

--
Bertel

Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 17, 2022, 3:55:23 AMJun 17
to
Den 17.06.2022 kl. 00.32 skrev Quinn C:

> <https://www.youtube.com/watch?v=koud7hgGyQ8>

Genau so beeindruckend, wie letztes Mal.

--
Bertel

Lars Gebauer

unread,
Jun 17, 2022, 4:26:42 AMJun 17
to
Am 16.06.2022 um 23:20 schrieb Sergio Gatti:
> Ist es für euch vorstellbar, dass mein Enkel (Geburtsjahr unbekannt,
> vermutlich Ende der 2020er oder Anfang der 2030er) mit drei deutschen
> Großeltern (vielleicht vier, wenn ich bis dahin eingebürgert bin) als
> Mensch mit Migrationshintergrund gelten soll? Wenn ja, habe ich Filter
> und ein herzhaftes LMAA bereit für euch.

Vorstellbar ist viel. Sehr viel sogar, denn die menschliche Phantasie
ist doch recht unerschöpflich.

Die Frage ist deswegen eigentlich nur, welche Relevanz man solchen
Vorstellungen beimißt.

Ein Migrationshintergrund ist absolut nichts ehrenrühriges.

Es kommt nur immer darauf an: Der Eine möchte lieber in der anonymen
konformen Masse untertauchen und keinesfalls als Individuum wahrgenommen
werden. Eine Ansprache seines Migartionshintergrundes würde seine
Individualität wieder hervorheben, ist somit für ihn unangenehm.

Ein Anderer hingegen möchte gerne als selbstbewußtes Individuum
wahrgenommen werden. Dem kommt sein indianischer oder afrikanikanischer
Großvater gerade recht. Hat er damit doch etwas, was ihn aus der Masse
hervorhebt und es ihm erlaubt, sich (spielerisch) von der Masse abzugrenzen.
--
@ZGIDeutschland: Während in Portugal die nächste Welle wütet, kündigt
Scholz an, es werde keine Schulschließungen mehr geben und beschließt so
einen Infantizid. Wir fordern, dass Kinder zumindest eine geringe Chance
zum Überleben bekommen - deshalb: #WirWollenMaskenpflicht, und 1G an
Schulen!

Stefan Schmitz

unread,
Jun 17, 2022, 4:26:44 AMJun 17
to
Am 17.06.2022 um 09:18 schrieb Bertel Lund Hansen:
> Den 17.06.2022 kl. 00.41 skrev Heinz Brückner:
>
>> Eine Ansprache auf irgendeine Auffälligkeit kann doch auch Interesse
>> sein, Neugier ohne vorsätzliche "Diskriminierung", ohne Werturteil.
>> Kann natürlich sein, dass ein oft darauf Angesprochener das langsam
>> satt kriegt und dann barsch abwehrt.
>
> Wer rassistisch behandelt wird, ist selber Schuld?

Das wäre ja laut Voraussetzung keine rassistische Behandlung. Ich
verstehe Heinz hier so, dass man auch reiner Neugier überdrüssig werden
kann.

>> Man müsste es schaffen, locker zu bleiben, beiderseits.
>
> Sag das zum Dänen, der mindestens ein Mal pro Tag von der Polizei
> angehalten wird. Er sieht arabisch aus mit langen Bart,