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Aussprache Endsilbe -ig

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Marianne Fuhrmann

unread,
Oct 22, 1998, 3:00:00 AM10/22/98
to
An alle Deutsch-Experten,
die Deutschlehrerin meiner Tochter behauptet, die Endsilbe -ig müßte in
korrektem Hochdeutsch wie "ch" ausgesprochen werden, also "richtich"
statt "richtig", dieses sei Umgangssprache.
Für mich (Rheinländerin) klingt "richtich" eher wie Dialekt.

Weiß jemand ob das so korrekt ist?
Herzlichen Dank im Voraus für Antworten.

MfG
MaFu

Thomas

unread,
Oct 22, 1998, 3:00:00 AM10/22/98
to
die Aussprache "ch" oder "ik" ist beliebig. Weder das eine noch das andere
kann als eine ausgesprochene dialektale Variante angesehen werden. Laut
Duden können beide Formen nebeneinander vorkommen. Allerdings ist die
ursprünglichere Aussprachevariante eher "ch".
Aber es kann auf alle Fälle keine Rede davon sein, dass die "ik" Aussprache
falsch sei.

MfG
Ein Deutschlehrer
(Quelle: Grammatik Duden, 4. Auflage)
Marianne Fuhrmann schrieb in Nachricht <362F8669...@online-club.de>...

Thomas Portele

unread,
Oct 22, 1998, 3:00:00 AM10/22/98
to

Thomas schrieb in de.etc.sprache.deutsch:

>die Aussprache "ch" oder "ik" ist beliebig. Weder das eine noch das andere
>kann als eine ausgesprochene dialektale Variante angesehen werden. Laut
>Duden können beide Formen nebeneinander vorkommen. Allerdings ist die
>ursprünglichere Aussprachevariante eher "ch".
>Aber es kann auf alle Fälle keine Rede davon sein, dass die "ik" Aussprache
>falsch sei.
>
>MfG
>Ein Deutschlehrer
>(Quelle: Grammatik Duden, 4. Auflage)

Laut Aussprachewoerterbuch entspricht "ch" (/IC/) der Standardlautung,
und das bringen wir auch unseren Studenten bei (immerhin an einer
rheinischen Uni). Inwieweit man jetzt
die Standardlautung als "korrekt" bezeichnen mag (bzw. alles
andere dann als "falsch"), sei mal dahingestellt.
Aber geschulte Sprecher verwenden "ch" (nicht Uli Wickert,
der ist definitiv nicht geschult, und wenn, hat er
alles vergessen).

Ciao,
Thomas


>Marianne Fuhrmann schrieb in Nachricht <362F8669...@online-club.de>...
>>An alle Deutsch-Experten,
>>die Deutschlehrerin meiner Tochter behauptet, die Endsilbe -ig müßte in
>>korrektem Hochdeutsch wie "ch" ausgesprochen werden, also "richtich"
>>statt "richtig", dieses sei Umgangssprache.
>>Für mich (Rheinländerin) klingt "richtich" eher wie Dialekt.
>>
>>Weiß jemand ob das so korrekt ist?
>>Herzlichen Dank im Voraus für Antworten.
>>
>>MfG
>>MaFu
>
>


--
Thomas Portele por...@uni-bonn.de http://www.uni-bonn.de/~tpo
Institut fuer Kommunikationsforschung und Phonetik, Universitaet Bonn


Markus Gail

unread,
Oct 23, 1998, 3:00:00 AM10/23/98
to
"Thomas" <@> wrote:

> Rede davon sein, dass die "ik" Aussprache

^
Wenn Du tatsächlich Deutschlehrer bist, dann setze an dieser Stelle doch
demnächst bitte einen Bindestrich. Kein Wunder, daß die Kinder
heutzutage alle schreiben, daß es einen graust. :-(

--
Markus Gail - PGP - <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail>
------------------------------------------- Die liberale Idee ist stark
wie eh und je -- es sind die Menschen, die schwach sind; sie müssen von
Zeit zu Zeit wachgerüttelt werden. Marion Gräfin Dönhoff --------------

Thorsten Meinecke

unread,
Oct 23, 1998, 3:00:00 AM10/23/98
to
'tho>' := Thomas <@>

tho> Aber es kann auf alle Fälle keine Rede davon sein, dass die "ik"
tho> Aussprache falsch sei.
tho> Ein Deutschlehrer

Rüschtüsch!

tho> Marianne Fuhrmann schrieb in Nachricht <362F8669...@online-club.de>
tho> >Für mich (Rheinländerin) klingt "richtich" eher wie Dialekt.

Gruß,
--Thorsten
Die Mülsch macht's.

Ulf Kutzner

unread,
Oct 23, 1998, 3:00:00 AM10/23/98
to
Markus Gail wrote:
>
> "Thomas" <@> wrote:
>
> > Rede davon sein, dass die "ik" Aussprache
> ^
> Wenn Du tatsächlich Deutschlehrer bist, dann setze an dieser Stelle doch
> demnächst bitte einen Bindestrich. Kein Wunder, daß die Kinder
> heutzutage alle schreiben, daß es einen graust. :-(

"Was hast Du denn gegen den Beistrich?" sollte meine Frage lauten, da
Dein Zeiger unter diesen gerutscht war. Hier steht er aber wieder unter
dem Leerzeichen vor der Aussprache.

Gruß, ULF

--
_______________________________________________________________________________
Ulf Kutzner
Backhaushohl 46
D-55128 Mainz
_______________________________________________________________________________

Arnulf Sopp

unread,
Oct 23, 1998, 3:00:00 AM10/23/98
to
Hallo, Marianne und der Rest!

rp1...@online-club.de meinte am 22.10.98
in /de/etc/sprache/deutsch
zum Thema "Aussprache Endsilbe -ig":

> die Deutschlehrerin meiner Tochter behauptet, die
> Endsilbe -ig müßte in korrektem Hochdeutsch wie "ch"
> ausgesprochen werden, also "richtich" statt "richtig",

> dieses sei Umgangssprache. Für mich (Rheinländerin)


> klingt "richtich" eher wie Dialekt.

In meine Klasse (als ich selbst noch Schüler war und Prinzessin werden
wollte) kam ein Bayer. Er sagte, "bei uns in Bayern heißt das 'Könick'".
Mein Deutschlehrer antwortete, "bei uns in Deutschland heißt es 'Könich'."

Recht hatte er. Hochdeutsch ist so ungefähr der Dialekt von Hannover. Und
da ist es nun mal richtich, 'Könich' zu sagen.

Aber anderswo ist es nicht unbedingt falsch, 'Könick' zu sagen. Es ist nur
weniger hochdeutsch.

Ciao!

Arnulf

as...@sopp.on-luebeck.de (Arnulf Sopp)
http://www.on-luebeck.de/~asopp/

Oliver Gassner

unread,
Oct 23, 1998, 3:00:00 AM10/23/98
to
as...@sopp.on-luebeck.de (Arnulf Sopp) wrote/schrieb:

>Hochdeutsch ist so ungefähr der Dialekt von Hannover.

[ ] Noch so ein Mythos ;)
[ ] Seeehr ungefaehr.

OG
--
http://www.carpe.com/ --- ICQ:18444897 -- OliverG.
Bücher gewinnen - Literatur online - Literatur-Links
Literatur-Magazin - Autor/inn/en-Infos - Buchbesprechungen

Jochen Messner

unread,
Oct 24, 1998, 3:00:00 AM10/24/98
to
Thomas Portele wrote:
>
> Thomas schrieb in de.etc.sprache.deutsch:
> >die Aussprache "ch" oder "ik" ist beliebig. Weder das eine noch das andere
> >kann als eine ausgesprochene dialektale Variante angesehen werden. Laut
> >Duden können beide Formen nebeneinander vorkommen. Allerdings ist die
> >ursprünglichere Aussprachevariante eher "ch".
> >Aber es kann auf alle Fälle keine Rede davon sein, dass die "ik" Aussprache
> >falsch sei.
> >
> >MfG
> >Ein Deutschlehrer
> >(Quelle: Grammatik Duden, 4. Auflage)
>
> Laut Aussprachewoerterbuch entspricht "ch" (/IC/) der Standardlautung,
> und das bringen wir auch unseren Studenten bei (immerhin an einer
> rheinischen Uni).

Wer legt eigentlich die Standardlautung fest?

> Inwieweit man jetzt
> die Standardlautung als "korrekt" bezeichnen mag (bzw. alles
> andere dann als "falsch"), sei mal dahingestellt.

"Standard" hoert sich zumindest schon recht korrekt an.


> Aber geschulte Sprecher verwenden "ch" (nicht Uli Wickert,
> der ist definitiv nicht geschult, und wenn, hat er
> alles vergessen).

Auch in dem Regelwerk zu Rechtschreibreform werden beide Varianten "-ik"
und "ich" erwaehnt: Spricht man "Konig" mit -"ich" so muss man eine
besondere Regel anwenden, nachdem man dieses -"ich" -"ig" schreibt.
Spricht man dagegen -"ik", so darf man die uebliche Regel zur
Auslautverhaertung anwenden. Da das Werk dazu dient, die Schreibung des
Hochdeutschen zu regeln, kann man wohl davon ausgehen, dass es sich um
moegliche Varianten innerhalb des Hochdeutschen handelt. Nicht
Hochdeutsch (und auch nicht im Regelwerk erwaehnt) sind Aussprachen wie
"Tach" oder "Burch" etc., die man in letzter Zeit immer oefter, auch von
Nachrichtensprechern, hoert (bald auch von unserem Kanzler).

Gruss,
Jochen

Joachim Brauer

unread,
Oct 24, 1998, 3:00:00 AM10/24/98
to
Arnulf Sopp wrote:
>
[...]

> Recht hatte er. Hochdeutsch ist so ungefähr der Dialekt von Hannover. Und
> da ist es nun mal richtich, 'Könich' zu sagen.
>
> Aber anderswo ist es nicht unbedingt falsch, 'Könick' zu sagen. Es ist nur
> weniger hochdeutsch.

Nix da, ich komme aus Choettingn (geschrieben: Goettingen), da wo man
ganz
astreines hochdeutsch spricht!
Und ich sage: "Koennigg".

Tschuessi, jb
--
Joachim Brauer, Berlin
mailto:jbr...@gmx.net

Thomas

unread,
Oct 24, 1998, 3:00:00 AM10/24/98
to
Upps, ein Bindestrich vergessen. Also ich werde ja schon ganz rot.
Ich habe an Markus Gail auch eine Mail geschickt, in der sich ein
Kommafehler "versteckt", mal sehen, ob er den auch noch findet... (Manche
Leute habe ja sonst keine Sorgen...
P.S. Ich bin Deutschlehrer und meine Examensnote in Sprachwissenschaft,
abgelegt bei Herrn Wellmann (Insider kennen den...) kann sich sehen lassen
(besser geht's nicht!)

Markus Gail schrieb in Nachricht
<1dhbudx.111...@nafp1-118.rz.uni-frankfurt.de>...


>"Thomas" <@> wrote:
>
>> Rede davon sein, dass die "ik" Aussprache

> ^
>Wenn Du tatsächlich Deutschlehrer bist, dann setze an dieser Stelle doch
>demnächst bitte einen Bindestrich. Kein Wunder, daß die Kinder
>heutzutage alle schreiben, daß es einen graust. :-(
>

Gernot Zander

unread,
Oct 24, 1998, 3:00:00 AM10/24/98
to
Hi,

in de.etc.sprache.deutsch Marianne Fuhrmann <rp1...@online-club.de> wrote:
> An alle Deutsch-Experten,


> die Deutschlehrerin meiner Tochter behauptet, die Endsilbe -ig müßte in
> korrektem Hochdeutsch wie "ch" ausgesprochen werden, also "richtich"
> statt "richtig", dieses sei Umgangssprache.

Da hat sie recht.

> Für mich (Rheinländerin) klingt "richtich" eher wie Dialekt.

Isses aber nicht.
Das wie "ig" auszusprechen ist eine Überkorrektur, der Art wie
"Tastertur" oder (auch schon gehört, ich muß es ausschreiben)
"Elkerweh". Also der Versuch, einen vermeindlichen Dialekt
nicht mitzumachen.

Mir hat man das bei der Sprecherziehung in der Uni ausgetrieben.

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander)
Bored of your monitor? Drill here ->[ ]<- for a new one

Kai U. Mueller

unread,
Oct 24, 1998, 3:00:00 AM10/24/98
to

Thomas schrieb (u.a.):

> Upps, ein Bindestrich vergessen.

"vergessen" + Akk., somit: einen Bindestrich

> Also ich werde ja schon ganz rot.
> Ich habe an Markus Gail auch eine Mail geschickt, in der sich ein
> Kommafehler "versteckt",

Politikerdeutsch ("Arbeitslosenzahlen erhöhten sich um ..."): Hast du ihn
absichtlich versteckt, dann schreibe doch "(...), in der ich einen Kommafehler
versteckt habe."; ist er dir (versehentlich oder aus Unkenntnis) passiert,
"(...), in der mir ein Kommafehler unterlaufen ist." Deine Formulierung wirkt
so, als wollest du auf keinen Fall einen Fehler zugeben. Das wäre nicht weiter
schlimm, wenn ...

> mal sehen, ob er den auch noch findet... (Manche
> Leute habe ja sonst keine Sorgen...

Ich nehme an, ein Tippfehler, Herr Trappatoni. Der wäre nicht so schlimm, wenn
...

> P.S. Ich bin Deutschlehrer und meine Examensnote in Sprachwissenschaft,
> abgelegt bei Herrn Wellmann (Insider kennen den...)

Wer Mr. Wellmann nicht kennt, ist kein Insider. Egal, ob dieser eventuell nur
eine Lokalgröße oder ein Spezialistenpapst ist. Aber Mr.Trappatoni kennt ihn,
ist also Insider. Eigentlich sollte man sich ja nicht selbst ungestraft als
Insider bezeichnen, es ist irgendwie peinlich (vgl. z. B. die wunderbaren
Zeitungsmeldungen: "1000 Insideradressen für Maledivenurlauber",
veröffentlicht in einer Auflage von ca. 270.000 Exemplaren). Das wäre auch
nicht so schlimm, wenn ...

> kann sich sehen lassen
> (besser geht's nicht!)

... ja wenn man nicht öffentlich seine nicht zu überbietende Examensnote
herumreicht.

> >------------------------------------------- Die liberale Idee ist stark
> >wie eh und je -- es sind die Menschen, die schwach sind; sie müssen von
> >Zeit zu Zeit wachgerüttelt werden. Marion Gräfin Dönhoff --------------

Rüttel, rüttel, lieber Deutschlehrer, rüttel, rüttel ...

Ciao,

Kai "Deutschlehrer" Müller

Peter Heinsch

unread,
Oct 25, 1998, 2:00:00 AM10/25/98
to
"Thomas" <@> wrote:

> Upps, ein Bindestrich vergessen. Also ich werde ja schon ganz rot.

Sagst Du: "Das Bindestrich"?

SCNR

Peter

Christoph von Nathusius

unread,
Oct 25, 1998, 2:00:00 AM10/25/98
to
On Thu, 22 Oct 1998 21:24:25 +0200, Marianne Fuhrmann wrote:
>An alle Deutsch-Experten,
>die Deutschlehrerin meiner Tochter behauptet, die Endsilbe -ig müßte in

>Für mich (Rheinländerin) klingt "richtich" eher wie Dialekt.
^^^^^^^^
Du meinst vermutlich "rischtisch" - das klingt dann tatsaechlich
rheinisch.

Christoph

Gerald Endres

unread,
Oct 25, 1998, 2:00:00 AM10/25/98
to
Gernot Zander <hi...@gmx.de> schrieb:


>Das wie "ig" auszusprechen ist eine Überkorrektur,

[...]


>Mir hat man das bei der Sprecherziehung in der Uni ausgetrieben.

Hallo Gernot,
dort wo Du herkommst, mag es eine Überkorrekur sein, nicht jedoch im
Süden des deutschen Sprachraums. Dort spricht man nämlich ohnehin
"-ig", und ich fiel aus allen Wolken, als mir in der Sprecherziehung
einer nördlichen Rundfunkanstalt erklärt wurde, diese Endung sei als
"-ich" zu sprechen. Bis dahin hatte ich dieses "-ich" für einen
nördlichen Regionalismus gehalten, vergleichbar dem "Kuchenteich".

In der lange Zeit maßgeblichen Bühhnensprache wurde das "-ich"
vorgeschrieben, - aber die verlangte früher auch das rollende
Zungen-RRR.
Dieses "-ich" halte ich für einen Regionalismus, der
unberechtigterweise zur Regel erhoben wurde. Deshalb finde ich
richtikk, daß der Duden beide Sprechweise zuläßt und in süddeutschen
Rundfunkanstalten auch ganz selbstverständlich das "-ig" gesprochen
wird.
- Ich selbst habe mich inzwischen jedoch an das "-ich" gewöhnt.

Gruß
Gerald

--
http://www.snafu.de/~endres/


Jens Walter Heckmann

unread,
Oct 25, 1998, 2:00:00 AM10/25/98
to hjw, h...@ber.axime-is.fr
Am 22. Oktober 1998 schrieb Thomas Anonym:

>
> Allerdings ist die
> ursprünglichere Aussprachevariante eher "ch".

Was meinst Du mit "urspruenglicher"?

Die urspruengliche (althochdeutsche) Aussprache ist natuerlich /-ig/.
Das /g/ ist dann in einem Teil des deutschen Sprachraums zu /C/
geworden (Auslautschwaechung) und dann als solches erhalten
geblieben (oder weiter zu /S/ geworden, aber jedenfalls der
Auslautverhaertung entzogen geblieben); im uebrigen Teil des
deutschen Sprachraums ist es zu /k/ geworden (Auslautverhaertung).

Es ist also richtig, dass die Formen mit /C/ zeitlich frueher
auftreten als die mit /k/, aber es ist kein /C/ zu /k/ geworden,
sondern es handelt sich um zwei verschiedene Entwicklungslinien,
von denen man keine als die "urspruenglichere" bezeichnen kann.

Jens W. Heckmann


Thomas Portele

unread,
Oct 25, 1998, 2:00:00 AM10/25/98
to
Jochen Messner schrieb in de.etc.sprache.deutsch:
>
>Wer legt eigentlich die Standardlautung fest?
>

Beim Duden vermutlich die Redaktion (bzw. Mangold)
im stllen Kaemmerlein. In Halle wurde vor einigen
Jahren das "Woerterbuch der deutschen Aussprache"
(leider vergriffen) herausgegeben, das auf empirischen
Daten (Transkription von "Normsprechern" vor allem von
Radionachrichten) beruhte und mit einigen alten
Zoepfen aufgeraeumt hat. Eine gesamtdeutsche
Neuauflage mit noch breiterer Datenbasis und
Beruecksichtigung regionaler Varianten ist
leider bislang ueber Vorarbeiten nicht hinausgekommen.

Wenn ich mich recht erinnere, gibt es aber laut dieser
Studien (die Anfang dieses Jahrzehnts durchgefuehrt wurden) im
allgemeinen Bewusstsein ein intuitives Gefuehl
fuer korrekte Aussprache, und bei dialektalen
Faerbungen deutliche Unterschiede in der
Akzeptanz. Besonders Saechsisch und Schwaebisch
wurden angeblich als unangenehm beurteilt :-)

>Auch in dem Regelwerk zu Rechtschreibreform werden beide Varianten "-ik"
>und "ich" erwaehnt: Spricht man "Konig" mit -"ich" so muss man eine
>besondere Regel anwenden, nachdem man dieses -"ich" -"ig" schreibt.
>Spricht man dagegen -"ik", so darf man die uebliche Regel zur
>Auslautverhaertung anwenden. Da das Werk dazu dient, die Schreibung des
>Hochdeutschen zu regeln, kann man wohl davon ausgehen, dass es sich um
>moegliche Varianten innerhalb des Hochdeutschen handelt. Nicht
>Hochdeutsch (und auch nicht im Regelwerk erwaehnt) sind Aussprachen wie
>"Tach" oder "Burch" etc., die man in letzter Zeit immer oefter, auch von
>Nachrichtensprechern, hoert (bald auch von unserem Kanzler).

Wenn man davon ausgeht, dass es nur eine richtige Aussprache
gibt, dann ist das /IC/ und nicht /Ik/. Ansonsten ist die
ganze Normierung sicherlich diskussionswuerdig, und von mir
aus kann auch jeder reden, wie er will.

Wir machen aber bei uns am Institut u.a. Sprachsynthese mit
dem Computer, und da koennen wir nur eine Moeglichkeit
zulassen. Keine Kompromisse!


Ciao,

Thomas

Thomas Portele

unread,
Oct 25, 1998, 2:00:00 AM10/25/98
to
Arnulf Sopp schrieb in de.etc.sprache.deutsch:

>Recht hatte er. Hochdeutsch ist so ungefähr der Dialekt von Hannover. Und
>da ist es nun mal richtich, 'Könich' zu sagen.

Das ist eine von dortigen Eingeborenen gerne zitierte Fiktion.
Meine Hannoveraner Verwandten (und auch die Immis, die ich
in Bonn kenne), sprechen unter Garantie keine Standardlautung,
insbesondere beim /r/ nach Kurzvokalen.


>Aber anderswo ist es nicht unbedingt falsch, 'Könick' zu sagen. Es ist nur
>weniger hochdeutsch.

Immerhin ist es nicht unbedingt falsch...na, danke,

Ingmar Greil

unread,
Oct 25, 1998, 2:00:00 AM10/25/98
to
Thus spake as...@sopp.on-luebeck.de (Arnulf Sopp) :

>Aber anderswo ist es nicht unbedingt falsch, 'Könick' zu sagen. Es ist nur
>weniger hochdeutsch.

ich will da jetzt kein flames starten, aber im großraum wien ist die
aussprache -ich nachgeradezu falsch. die aussprache ist anders,
weniger hochdeutsch möchte ich aber nicht sagen.

ingmar
--

Why did the chicken cross the road?
Martin Luther King: I envision a world where all chickens will be free to
cross roads without having their motives called into question.


Jochen Messner

unread,
Oct 26, 1998, 3:00:00 AM10/26/98
to
Thomas Portele wrote:
>
> Wir machen aber bei uns am Institut u.a. Sprachsynthese mit
> dem Computer, und da koennen wir nur eine Moeglichkeit
> zulassen. Keine Kompromisse!
>

Das ist auf den ersten Blick sicher richtig. Falls sich dann sprechende
Computer etabliert haben, wird man sich jedoch vielleicht auch daran
versuchen jedem Computer(system) seine eigen Sprachfaerbung zu
verschaffen. Waere doch langweilig, wenn alle gleich spraechen.

Gruss,
Jochen

Jochen Messner

unread,
Oct 26, 1998, 3:00:00 AM10/26/98
to
Gernot Zander wrote:
>
> Hi,

>
> in de.etc.sprache.deutsch Marianne Fuhrmann <rp1...@online-club.de> wrote:
> > An alle Deutsch-Experten,
> > die Deutschlehrerin meiner Tochter behauptet, die Endsilbe -ig müßte in
> > korrektem Hochdeutsch wie "ch" ausgesprochen werden, also "richtich"
> > statt "richtig", dieses sei Umgangssprache.
>

Hochdeutsch ist also keine Umgangssprache?

Gruss,
Jochen

Frank Zeeb

unread,
Oct 26, 1998, 3:00:00 AM10/26/98
to
Marianne Fuhrmann wrote:
>
> An alle Deutsch-Experten,
> die Deutschlehrerin meiner Tochter behauptet, die Endsilbe -ig müßte in
> korrektem Hochdeutsch wie "ch" ausgesprochen werden, also "richtich"
> statt "richtig", dieses sei Umgangssprache.
> Für mich (Rheinländerin) klingt "richtich" eher wie Dialekt.
>
> Weiß jemand ob das so korrekt ist?
> Herzlichen Dank im Voraus für Antworten.
>
> MfG
> MaFu

Mir hat man bei der Sprecherziehung beigebracht, die Endsilbe sei als
/-iC/ zu sprechen, es sei denn, es folge eine weitere Silbe mit -ig
nach. Also: /ewiC/, aber /ewigliC/.

Gruß
Frank

Ulrich Bessler

unread,
Oct 26, 1998, 3:00:00 AM10/26/98
to
Thomas wrote:

> P.S. Ich bin Deutschlehrer und meine Examensnote in Sprachwissenschaft,

> abgelegt bei Herrn Wellmann (Insider kennen den...) kann sich sehen lassen
> (besser geht's nicht!)

Wer angibt, hat mehr vom Leben. Aber eine gute Note in
Sprachwissenschaft bedeutet ja noch lange nicht, daß man die betreffende
Sprache auch beherrscht.


Viele Grüße

Ulrich

---------------------------------------------
Vorsicht: Diese Nachricht hat keine Signatur!
---------------------------------------------

Ulrich Bessler

unread,
Oct 26, 1998, 3:00:00 AM10/26/98
to
Thomas wrote:
>
> die Aussprache "ch" oder "ik" ist beliebig. Weder das eine noch das andere
> kann als eine ausgesprochene dialektale Variante angesehen werden. Laut
> Duden können beide Formen nebeneinander vorkommen. Allerdings ist die

> ursprünglichere Aussprachevariante eher "ch".
> Aber es kann auf alle Fälle keine Rede davon sein, dass die "ik" Aussprache
> falsch sei.
>
> MfG
> Ein Deutschlehrer
> (Quelle: Grammatik Duden, 4. Auflage)

Doch, es kann. Wenn Du nämlich in den *Aussprache*-Duden schaust (Band
6), dann siehst Du, was als Standardlautung festgelegt ist (und nur bei
der kannst Du die Unterscheidung richtig/falsch anwenden).

Bei Deiner Quelle fehlt ein Binde Strich.

Ulrich Bessler

unread,
Oct 26, 1998, 3:00:00 AM10/26/98
to
Thomas Portele wrote:

> Aber geschulte Sprecher verwenden "ch" (nicht Uli Wickert,
> der ist definitiv nicht geschult, und wenn, hat er
> alles vergessen).

Der ist auch kein Sprecher, sondern bestenfalls Redakteur.

Dr. Jochen Temper

unread,
Oct 26, 1998, 3:00:00 AM10/26/98
to

Ulrich Bessler schrieb:

> Thomas wrote:
>
> > P.S. Ich bin Deutschlehrer und meine Examensnote in Sprachwissenschaft,
> > abgelegt bei Herrn Wellmann (Insider kennen den...) kann sich sehen lassen
> > (besser geht's nicht!)
>
> Wer angibt, hat mehr vom Leben. Aber eine gute Note in
> Sprachwissenschaft bedeutet ja noch lange nicht, daß man die betreffende
> Sprache auch beherrscht.
>
> Viele Grüße
>
> Ulrich

Lass' ihn doch angeben, er wird's wohl nötig haben....
Gruß, Jochen


Martin Gerdes

unread,
Oct 27, 1998, 3:00:00 AM10/27/98
to
phei...@rz-online.de (Peter Heinsch) schrieb:

>> Upps, ein Bindestrich vergessen. Also ich werde ja schon ganz rot.

>Sagst Du: "Das Bindestrich"?
>SCNR

Hättest Du aber besser.

"Ein Bindestrich wurde vergessen"

Was kritisierst Du daran?
Daß es andere Möglichkeiten gibt, den Satz fertigzustellen?

Mit freundlichen Grüßen

Martin Gerdes


Martin Gerdes

unread,
Oct 27, 1998, 3:00:00 AM10/27/98
to
as...@sopp.on-luebeck.de (Arnulf Sopp) schrieb:

>Recht hatte er. Hochdeutsch ist so ungefähr der Dialekt von Hannover.

Maanste?

Komma bei mir vorbaa und st'ell Dich ann Kiosk.
Da krichst'e den O-Ton mit, was der Mann vonne St'raoße so
sacht. Ächt st'achk.

(Wennste nich nach Hannofa wills, kannste natüirch auch
"ffn" höan: "Siechfried und Raaner". Immer donnerst'achs
kuchz nach aocht. Da haste praktisch das glaaiche)

Martin Gerdes

unread,
Oct 27, 1998, 3:00:00 AM10/27/98
to
Ulrich Bessler <ursa....@gmx.net> schrieb:

>> die Aussprache "ch" oder "ik" ist beliebig.

>> Aber es kann auf alle Fälle keine Rede davon sein, dass die "ik" Aussprache
>> falsch sei.

>Doch, es kann. Wenn Du nämlich in den *Aussprache*-Duden schaust (Band


>6), dann siehst Du, was als Standardlautung festgelegt ist (und nur bei
>der kannst Du die Unterscheidung richtig/falsch anwenden).

Wenn Du nach Amerika kommst, freuen sich die Amis prächtig,
wenn Du auch nur irgendwie englisch radebrechst und hören
auch über heftigste Klopfer hinweg. Das gilt selbst dann,
wenn Du in einer Umgebung sprichst, wo normalerweise
korrekte Sprache erwartet wird.

In Deutschland ist das völlig anders:

Auch in einer Gebrauchsumgebung, wo es wirklich nur darauf
ankommt, daß man verstanden wird, befleißigen sich viele,
ihren Gegenüber zum raansten Doitsch zu bekehren.

Schaut ein Patient im Stuhl dem Zahnarzt (mit kaum
merklichem sächsischem Akzent) streng ins Gesicht und sagt:

"Sprechen Sie gefälligst deutsch mit mir".

Alle Achtung - diese Zivilcourage.

Das apodiktische "Falsch!" - die Ausspracheweise eines
anderen betreffend - hat bei uns übrigens Tradition.
Friedrich Schiller (einem Menschen, dem die Nachwelt
allgemein ein vernünftiges Deutsch zubilligt) geriet die
Lesung seines "Fiesco" zum "Fiasko", weil das anspruchsvolle
Publikum seinen schwäbischen Akzent nicht überhören wollte.

Thorsten Meinecke

unread,
Oct 27, 1998, 3:00:00 AM10/27/98
to
'mag>' := Martin Gerdes <martin...@gmx.de>

mag> phei...@rz-online.de (Peter Heinsch) schrieb:


> >> Upps, ein Bindestrich vergessen. Also ich werde ja schon ganz rot.
> >Sagst Du: "Das Bindestrich"?

mag> "Ein Bindestrich wurde vergessen"

Aber "Kein Bindestrich vergessen".

Seh ich's recht, daß der Wegfall von -en in solch Fällen eine
eher norddeutsche, umgangssprachliche Angewohnheit ist?

Gruß,
--Thorsten
"Preisfrage. | 1. Anna Blume hat ein Vogel.
| 2. Anna Blume ist rot.
| 3. Welche Farbe hat der Vogel?" [K. Schwitters]

Martin Gerdes

unread,
Oct 28, 1998, 3:00:00 AM10/28/98
to
kae...@aglaia.aball.de (Thorsten Meinecke) schrieb:

>'mag>' := Martin Gerdes <martin...@gmx.de>

>mag> "Ein Bindestrich wurde vergessen"

>Seh ich's recht, daß der Wegfall von -en in solch Fällen eine
>eher norddeutsche, umgangssprachliche Angewohnheit ist?

Ist der obige Satz irgendwie umgangssprachlich?

Wie hättest Du denn formuliert?
Hättest Du wirklich geschrieben:

"Einen Bindestrich wurde vergessen"?

Doch wohl eher nicht.

Peter Heinsch

unread,
Oct 28, 1998, 3:00:00 AM10/28/98
to
Martin Gerdes <martin...@gmx.de> wrote:

> phei...@rz-online.de (Peter Heinsch) schrieb:
>
> >> Upps, ein Bindestrich vergessen. Also ich werde ja schon ganz rot.
>
> >Sagst Du: "Das Bindestrich"?

> >SCNR
>
> Hättest Du aber besser.
>
> "Ein Bindestrich wurde vergessen"
>

[...]

Ja, wenn Du daraus einen Passiv-Satz machst... Ich wollte sagen, daß
"vergessen" den Akkusativ verlangt.
Nun, nichts fuer ungut, und

viele Gruesse

Peter Heinsch

Simon Krahnke

unread,
Oct 28, 1998, 3:00:00 AM10/28/98
to
mes...@mail.com schrieb am Sa 24.10.98 um 01:25:

> Nicht Hochdeutsch (und auch nicht im Regelwerk erwaehnt) sind
> Aussprachen wie "Tach" oder "Burch" etc., die man in letzter Zeit
> immer oefter, auch von Nachrichtensprechern, hoert (bald auch von
> unserem Kanzler).

Ach, dann spreche ich und all die anderen, die das "neuerdings" tun,
wohl kein Hochdeutsch sondern irgendeine Fremdsprache. Danke für die
Einschätzung.

mfg, simon .... mit "regelwerk" meint der herr
eine *rechtschreib*-regelung

Simon Krahnke

unread,
Oct 28, 1998, 3:00:00 AM10/28/98
to
mes...@mail.com schrieb am Mo 26.10.98 um 14:00:

> Hochdeutsch ist also keine Umgangssprache?

Hochdeutsch sind sogar sehr viele Umgangssprachen.

Ich bezeichne mit "Hochdeutsch" die Gesamtheit der hochdeutschen
Dialekte. Einer davon heißt Standardlautung, das ist das was irgend-
welche Leute so definieren und von niemanden genauso gesprochen wird.

Einige nennen nur diese Standardlautung und das was sie selbst
sprechen "Hochdeutsch", vielleicht weil es sich so sehr nach
"Hochsprache" aussieht. Einen Sinn kann in der Standardlautung nur
sehen, wenn man ein normiertes Anschauungsobjekt braucht, zu
wissenschaftlichen Zwecken oder als Vorbild.

mfg, simon .... dwdd

Martin Gerdes

unread,
Oct 29, 1998, 3:00:00 AM10/29/98
to
arn...@gmx.de (Arno Zopf) schrieb:

>Früher gab es wohl ein anderes Selbstverständnis. Man sprach seine
>heimatliches Deutsch mit Selbstbewußtsein. Es gibt eine Menge Anekdoten
>von sächsischen Königen, zuletzt als der letzte Monarch 1918 in Dresden
>zum Abdanken gezwungen wurde: "Dann machd doch eiern Dregg alleene!"

>Heute entblödet man sich nicht, im sächsischen Landtag Hochdeutsch zu
>sprechen. Bei Westimporten wie Biedenkopf oder der Armee bayrischer
>Beamter kann man das noch verstehn, aber bei den Sachsen? Der Gipfel: Im
>lokalen Stadtfernsehen (in Sachsen) sprechen die Ansager auch ihr
>(Pseudo-)Hochdeutsch.

Wenn Du Dich beim Bayerrrrischen Rrrrrrundfunk bewirbst,
hast Du ohne bayrrrrischen Akzent keine Chance.

Dialekt (oder dialektgefärbte Sprache) ist informell und
erlaubt daher, im Gespräch ernst gemeintes von informellem
oder weniger ernst gemeintem sprachlich abzusetzen;
beispielsweise kann man relativ einfach eine Parenthese
sprechen. Der Hochdeutschsprecher muß hierfür seine Hände zu
Hilfe nehmen (um die Anführungszeichen in die Luft zu
schreiben)

Konrad Scheller

unread,
Nov 2, 1998, 3:00:00 AM11/2/98
to
Jochen Messner <mes...@mail.com> wrote:

[..]


> Spricht man dagegen -"ik", so darf man die uebliche Regel zur

[..]

Darf ich annehmen, dass Du mit dem "k" den "glottalen Verschlusslaut",
also "g" meinst? Oder doch das "k"?

Servus,

Konni

--
-- Konrad Scheller ------------- KSch...@ochs.franken.de --------
-- Macintosh User -------------------------------------------------
-- 91301 Forchheim ----http://www.franken.de/users/ochs/kscheller--

Jochen Messner

unread,
Nov 3, 1998, 3:00:00 AM11/3/98
to
Simon Krahnke wrote:
>
> mes...@mail.com schrieb am Sa 24.10.98 um 01:25:
>
> > Nicht Hochdeutsch (und auch nicht im Regelwerk erwaehnt) sind
> > Aussprachen wie "Tach" oder "Burch" etc., die man in letzter Zeit
> > immer oefter, auch von Nachrichtensprechern, hoert (bald auch von
> > unserem Kanzler).
>
> Ach, dann spreche ich und all die anderen, die das "neuerdings" tun,
> wohl kein Hochdeutsch sondern irgendeine Fremdsprache. Danke für die
> Einschätzung.

Bitte. Aber Du brauchst Dich nicht bei mir zu bedanken, schliesslich
stammt sie nicht von mir, sondern wird z.B. offensichtlich auch in der
Rechtschreibreform vertreten. Immerhin hast Du Deine Fehler nun erkannt
und kannst daran arbeiten ;-)

Gruss,
Jochen

Jochen Messner

unread,
Nov 3, 1998, 3:00:00 AM11/3/98
to
Konrad Scheller wrote:
>
> Jochen Messner <mes...@mail.com> wrote:
>
> [..]
> > Spricht man dagegen -"ik", so darf man die uebliche Regel zur
> [..]
>
> Darf ich annehmen, dass Du mit dem "k" den "glottalen Verschlusslaut",
> also "g" meinst? Oder doch das "k"?

Ja, ich meine den stimmlosen glottalen Verschlusslaut. Vielleicht hilft
Dir das Stichwort "Auslautverhaertung".

Gruss,
Jochen

Jochen Messner

unread,
Nov 3, 1998, 3:00:00 AM11/3/98
to
Simon Krahnke wrote:
>
> mes...@mail.com schrieb am Mo 26.10.98 um 14:00:
>
> > Hochdeutsch ist also keine Umgangssprache?
>
> Hochdeutsch sind sogar sehr viele Umgangssprachen.

Klar, wenn Hochdeutsch nicht zum Umgang diente, waere es wohl
ueberfluessig.

>
> Ich bezeichne mit "Hochdeutsch" die Gesamtheit der hochdeutschen
> Dialekte.

Hier wuerde ich Dir nicht folgen. Unter "hochdeutschen Dialekten"
verteht man gemeinhin, in der Sprachwissenschaft, die deutschen Dialekte
im Sueden des deutschen Sprachraums. Denoch wird unter "Hochdeutsch"
ueblicherweise nicht Schwaebisch, Bairisch oder Schweizerisch
verstanden. Fuer mich unterscheidet sich das, was unter "Hochdeutscher
Sprache" oder Standardlautung vertanden wird, sehr wohl von den
Dialekten. Allerdings gibt es auch bei ihr, womit Du wohl einverstanden
bist, Varianten.

Gruss,
Jochen

Thomas Portele

unread,
Nov 3, 1998, 3:00:00 AM11/3/98
to
Jochen Messner schrieb in de.etc.sprache.deutsch:

Der glottale Verschlusslaut ist das /?/, das im Deutschen vor
silbeninitialen Vokalen auftritt. Da die Glottis geschlossen
wird, gibt´s den Laut natuerlich nur stimmlos.

Was Ihr meint, sind velare Verschlusslaute.

Ciao,

Simon Krahnke

unread,
Nov 3, 1998, 3:00:00 AM11/3/98
to
mes...@mail.com schrieb am Di 03.11.98 um 12:33:

>>> Hochdeutsch ist also keine Umgangssprache?
>>
>> Hochdeutsch sind sogar sehr viele Umgangssprachen.
>
> Klar, wenn Hochdeutsch nicht zum Umgang diente, waere es wohl
> ueberfluessig.

Unter einer "Umgangssprache" verstehe ich eine Sprache, in der sich
Leute ohne sich dabei besondere Mühe zu geben akustisch verständigen.
also gesprochene Sprache, wie man sie "auf der Straße" gemeinhin
verwendet.

Daneben gibt es noch gesprochene Sprache, mit der man zu Fremden
spricht oder welche die nur im Radio, im Theater usw. verwendet wird,
sowie Fremdsprachen. Schriftsprache unterscheidet sich meist von all
denen. Ihre Berechtigung haben sie dennoch alle.

>> Ich bezeichne mit "Hochdeutsch" die Gesamtheit der hochdeutschen
>> Dialekte.
>
> Hier wuerde ich Dir nicht folgen. Unter "hochdeutschen Dialekten"
> verteht man gemeinhin, in der Sprachwissenschaft, die deutschen Dialekte
> im Sueden des deutschen Sprachraums.

"*oberdeutsch* <Adj> (Sprachw.): Die Mundarten betreffend, die in
Süddeutschland, Österreich u.d. Schweiz gesprochen werden" (Duden,
deutsches Universalwörterbuch, 2. Auflage 1989)

Das sind ja wohl die klassischen hochdeutschen Dialekte, das
hochdeutsche Sprachgebiet hat sich aber mit der Zeit bis weit nach
Norden ausgedehnt. Denn ich glaube auch hier in Hamburg hochdeutsch zu
sprechen, Niederdeutsch ist das nämlich ganz sicher nicht.

> Denoch wird unter "Hochdeutsch" ueblicherweise nicht Schwaebisch,
> Bairisch oder Schweizerisch verstanden.

Eben, das wäre heute mit Oberdeutsch besser bezeichnet.

> Fuer mich unterscheidet sich das, was unter "Hochdeutscher
> Sprache" oder Standardlautung vertanden wird, sehr wohl von den
> Dialekten.

Diese Definition hatte ich kritisiert, obwohl ich zugeben muss, das
sie sehr verbreitet ist (sie ist auch im zitierten Duden zu finden).
Ich vermisse dann nämlich eine griffige Bezeichnung für das, was ich
als Hochdeutsch verstehe.

Ich mag auch keine wertenden Unterscheidungen.

> Allerdings gibt es auch bei ihr, womit Du wohl einverstanden
> bist, Varianten.

Bei der Standardlautung bin ich damit nicht einverstanden, das ist ein
Dialekt und hat keine. Es ist ja gerade ihr Sinn, variantenlos zu
sein.

mfg, simon .... tubido

Simon Krahnke

unread,
Nov 3, 1998, 3:00:00 AM11/3/98
to
mes...@mail.com schrieb am Di 03.11.98 um 12:23:

> Bitte. Aber Du brauchst Dich nicht bei mir zu bedanken, schliesslich
> stammt sie nicht von mir, sondern wird z.B. offensichtlich auch in der
> Rechtschreibreform vertreten.

Irgendwie hast du das mit der Rechtschriebung nicht verstanden, da
wird erklärt, wie man schreibt, nicht wie man spricht. :-)

mfg, simon .... dg

Jochen Messner

unread,
Nov 6, 1998, 3:00:00 AM11/6/98
to

Allerdings richtet sich die Schreibung des Deutschen oft nach der
Aussprache. In den neuen Rechtschreibregeln wird z.B. als Ausnahme
erlaert, dass man "ch" in "Koenich" trotzdem als "g" schreibt. Dabei
tritt diese Ausnahme nur bei der Endung "-ig" auf. Dies kann man nur so
verstehen, dass z.B. bei der Endung -"urg" in "Burg" dieser Fall im
Hochdeutschen nicht auftritt, hier wird also im Hochdeutschen nicht
"Burch" gesagt und trotzdem "Burg" geschrieben. Da "Burg" geschrieben
wird, folgt daraus, dass nicht "Burch" gesagt wird.

Gruss,
Jochen

Jochen Messner

unread,
Nov 6, 1998, 3:00:00 AM11/6/98
to
Thomas Portele wrote:
>
> Jochen Messner schrieb in de.etc.sprache.deutsch:
> >
> >Ja, ich meine den stimmlosen glottalen Verschlusslaut. Vielleicht hilft
> >Dir das Stichwort "Auslautverhaertung".
>
> Der glottale Verschlusslaut ist das /?/, das im Deutschen vor
> silbeninitialen Vokalen auftritt. Da die Glottis geschlossen
> wird, gibt´s den Laut natuerlich nur stimmlos.
>
> Was Ihr meint, sind velare Verschlusslaute.

Danke fuer die Verbesserung.

Gruss,
Jochen

Jochen Messner

unread,
Nov 6, 1998, 3:00:00 AM11/6/98
to
Simon Krahnke wrote:
>
> mes...@mail.com schrieb am Di 03.11.98 um 12:33:

>
> > Allerdings gibt es auch bei ihr, womit Du wohl einverstanden
> > bist, Varianten.
>
> Bei der Standardlautung bin ich damit nicht einverstanden, das ist ein
> Dialekt und hat keine. Es ist ja gerade ihr Sinn, variantenlos zu
> sein.
>

Auch Dialekte haben Varianten. Uebrigens gibt es sehr Wohl Varianten der
Standardsprache, wie Du z.B. an der Diskussion ueber "gestanden
ist/gestanden hat" oder "Geschoss/Geschosz" verfolgen kannst.
In meinem Dialekt uebrigens kommen alle diese Woerter nicht vor, es
heisst "gstande isch" und "gschoss". Nennst Du das hochdeutsch?

Gruss,
Jochen

Simon Krahnke

unread,
Nov 8, 1998, 3:00:00 AM11/8/98
to
mes...@mail.com schrieb am Fr 06.11.98 um 18:52:

>> Bei der Standardlautung bin ich damit nicht einverstanden, das ist ein
>> Dialekt und hat keine. Es ist ja gerade ihr Sinn, variantenlos zu
>> sein.
>
> Auch Dialekte haben Varianten.

Sicher, keine zwei Menschen sprechen gleich. Aber die Standardlautung
spricht niemand, sie steht nur in Büchern. Und da gibt es nur so viele
Varianten wie verschiedene Bücher. Ich denke dabei aber immer speziell
an die Duden-"Aussprachewörterbuch"-Variante.

> Uebrigens gibt es sehr Wohl Varianten der Standardsprache,

Ich schrieb von keiner Standardsprache, das bezieht ja Grammatik mit
ein, wie dein erstes Beipiel auch zeigt:

> wie Du z.B. an der Diskussion ueber "gestanden ist/gestanden hat"
> oder "Geschoss/Geschosz" verfolgen kannst.

Letzteres zeigte mir, das es Deutsch und Österreichisch gibt. ;->

Die Standardlautung ist jedenfalls auf "Geschoss"-Seite.

> In meinem Dialekt uebrigens kommen alle diese Woerter nicht vor, es

Etwas enger Wortbgriff. Bei deinem Dialekt wird lediglich etwas anders
ausgeprochen. Er lässt sich anhand der Beipiele ja auch eindeutig in
eine bestimmte Dialektgruppe einordnen.

> heisst "gstande isch" und "gschoss".

Nämlich in die "gestanden mit ist, Geschoss mit offenen o"-Gruppe.
Welcher Dialekt ist es denn?

> Nennst Du das hochdeutsch?

Ja, natürlich. Aber ich habe ja auch einen andere Vorstellung davon,
was hochdeutsch bedeutet.

mfg, simon .... cache

Simon Krahnke

unread,
Nov 8, 1998, 3:00:00 AM11/8/98
to
mes...@mail.com schrieb am Fr 06.11.98 um 18:41:

>> Irgendwie hast du das mit der Rechtschriebung nicht verstanden, da
>> wird erklärt, wie man schreibt, nicht wie man spricht. :-)
>
> Allerdings richtet sich die Schreibung des Deutschen oft nach der
> Aussprache.

Eben, und nicht umgekehrt.

> In den neuen Rechtschreibregeln wird z.B. als Ausnahme
> erlaert, dass man "ch" in "Koenich" trotzdem als "g" schreibt. Dabei
> tritt diese Ausnahme nur bei der Endung "-ig" auf.

"Für den Laut [C] schreibt man regelmäßig g, wenn erweiterte Formen am
Silbenanfang mit dem Laut [g] gesprochen werden" ( 24)

Da steht weder etwas von Ausnahme, noch von "ig".

Da die Mehrzahl von [burC] [burgen] lautet, schreibt man "Burg", qed.
:-)

mfg, simon .... segd

Jochen Messner

unread,
Nov 9, 1998, 3:00:00 AM11/9/98
to
Simon Krahnke wrote:
>
>
> "Für den Laut [C] schreibt man regelmäßig g, wenn erweiterte Formen am
> Silbenanfang mit dem Laut [g] gesprochen werden" ( 24)

Ja, ich kenn den Satz.

>
> Da steht weder etwas von Ausnahme, noch von "ig".
>

Hier nicht, aber davor, in der Ueberschrift. (Ist natuerlich sinnvoll
fuer Leute mit dieser kleinen sprachlichen Besonderheit, die
Ueberschrift zu ueberlesen, um trotzdem richtig schreiben zu koennen.)

Gruss,
Jochen

Jochen Messner

unread,
Nov 9, 1998, 3:00:00 AM11/9/98
to
Simon Krahnke wrote:
>
>
> Sicher, keine zwei Menschen sprechen gleich. Aber die Standardlautung
> spricht niemand, sie steht nur in Büchern. Und da gibt es nur so viele
> Varianten wie verschiedene Bücher. Ich denke dabei aber immer speziell
> an die Duden-"Aussprachewörterbuch"-Variante.

:-) Sehr schoener Ansatz, die Sprachvarianten den Buechern anstatt den
Menschen zuzuschreiben. Trotzdem mag ich Dir nicht ganz folgen, da
"Lautung" fuer mich mehr mit Schall, als mit Schrift zu tun hat.


>
> > In meinem Dialekt uebrigens kommen alle diese Woerter nicht vor, es
>
> Etwas enger Wortbgriff. Bei deinem Dialekt wird lediglich etwas anders
> ausgeprochen.

Das haettest Du natuerlich auch sagen koennen, haette ich meine
Aussprach mit "have stood" wiedergegeben haette. Es handelt sich
eben um Worte mit demselben Ursprung (und dies ist natuerlich
ueberwiegend so, wenn zwischen deutschen Dialekten uebersetzt; das
Problem der False-Friends und der Anlehnung ans Hochdeutsche
(entsprechend der Anlehnung ans Englische bei Uebersetzungen aus dem
Englischen) besteht natuerlich auch hier).

> Er lässt sich anhand der Beipiele ja auch eindeutig in
> eine bestimmte Dialektgruppe einordnen.

> Nämlich in die "gestanden mit ist, Geschoss mit offenen o"-Gruppe.

Ich hoere zum ersten mal von dieser Gruppe ;-) Uebrigens gibt es weder
"ist" noch "gestanden" in meinem Dialekt, oder wuerdest Du analog sagen,
dass es im Englischen "gestanden" mit "haben" heisst?

> Welcher Dialekt ist es denn?

Schwaebisch.

>
> > Nennst Du das hochdeutsch?
>
> Ja, natürlich. Aber ich habe ja auch einen andere Vorstellung davon,
> was hochdeutsch bedeutet.
>

O.k. die Meinung teile ich nicht. Meiner Meinung nach sollten sich zwei
hochdeutsch Sprechende ohne Probleme verstaendigen koennen. Dies fiele
jedoch schwer, spraeche einer z.B. "richtiges" Schwaebisch. Gibt es denn
deutsche Dialekte, die Du nicht hochdeutsch nennen wuerdest?


Gruss,
Jochen

Bruno Melchert

unread,
Nov 12, 1998, 3:00:00 AM11/12/98
to
Zum Thema "Re: Aussprache Endsilbe -ig" stolperte ich doch über diese
beachtenswerten Silben von over...@amt.comlink.de:

SK>Ja, natürlich. Aber ich habe ja auch einen andere
SK>Vorstellung davon, was hochdeutsch bedeutet.


Verwechselst Du hier nicht Hochdeutsch mit Oberdeutsch?

Der Vernunft eine Chance!

(Scheinbare Fehler sind die Folge
einer individuellen Schreibrechtsreform.)

es gruesst
Bruno


## CrossPoint v3.11 R ##


Bruno Melchert

unread,
Nov 12, 1998, 3:00:00 AM11/12/98
to
Zum Thema "Re: Aussprache Endsilbe -ig" stolperte ich doch über diese
beachtenswerten Silben von over...@amt.comlink.de:


SK>> Allerdings richtet sich die Schreibung des Deutschen
SK>> oft nach der Aussprache.
SK>
SK>Eben, und nicht umgekehrt.

Diese Problematik tritt in der Mundart viel gravierender auf, besonders
dann, wenn wie im Kölnischen Vokale viel variantenreicher ausgesprochen
werden als im Hochdeutschen. Sich da nach der Aussprache zu richten, führt
zu einer Hyroglyphenschrift. Mit der "Rheinischen Dokumenta" wurde es
versucht. Das kann aber niemand lesen, der nicht darin geübt ist.

Simon Krahnke

unread,
Nov 12, 1998, 3:00:00 AM11/12/98
to
mes...@mail.com schrieb am Mo 09.11.98 um 13:28:

>> "Für den Laut [C] schreibt man regelmäßig g, wenn erweiterte Formen am
>> Silbenanfang mit dem Laut [g] gesprochen werden" ( 24)

Ich habe übrigens übrigens erst jetzt gelernt, das die Paragraphen-
taste meiner Tastatur ein Stuerzeichen erzeugt, das nur wenn es nicht
als solches interpretiert wird, als ein Paragraphzeichen erscheint.

Was nimmt man gemeinhin als Ersatz?

>> Da steht weder etwas von Ausnahme, noch von "ig".
>
> Hier nicht, aber davor, in der Ueberschrift.

Und wie relevant ist die. Sie dient IMHO doch nur zur Orientierung.

Wie auch die Beispiele zeigen, kommt dieser Paragraph ja bei den
meisten Dialekten nur bei -ig zur Anwendung.

> (Ist natuerlich sinnvoll fuer Leute mit dieser kleinen sprachlichen
> Besonderheit, die Ueberschrift zu ueberlesen, um trotzdem richtig
> schreiben zu koennen.)

IMHO ist der Paragraph ganz bewusst so Allgemein um auch die
weitergehende Form der "-g"-Aussprache zu erfassen.

mfg, simon .... hamburk, da bekomt man ja
einen knick im hals

Simon Krahnke

unread,
Nov 17, 1998, 3:00:00 AM11/17/98
to
B.MEL...@LINK-K.de schrieb am Do 12.11.98:

>> Ja, natürlich. Aber ich habe ja auch einen andere

>> Vorstellung davon, was hochdeutsch bedeutet.
>
> Verwechselst Du hier nicht Hochdeutsch mit Oberdeutsch?

Nein, ich halte letzteres für eine Teilmenge von ersterem.

mfg, simon .... gehe weiter hoch im thread

Jochen Messner

unread,
Nov 19, 1998, 3:00:00 AM11/19/98
to
Simon Krahnke wrote:
>
> Wie auch die Beispiele zeigen, kommt dieser Paragraph ja bei den
> meisten Dialekten nur bei -ig zur Anwendung.

Da musst Du aber was missverstanden haben. Die Rechtschreibreform soll
nur die Schreibung des Hochdeutschen regeln, nicht die eines (anderen)
Dialekts.



> IMHO ist der Paragraph ganz bewusst so Allgemein um auch die
> weitergehende Form der "-g"-Aussprache zu erfassen.

Das mag sein.

Gruss,
Jochen

Simon Krahnke

unread,
Nov 21, 1998, 3:00:00 AM11/21/98
to
mes...@mail.com schrieb am Do 19.11.98 um 12:26:

>> Wie auch die Beispiele zeigen, kommt dieser Paragraph ja bei den
>> meisten Dialekten nur bei -ig zur Anwendung.
>
> Da musst Du aber was missverstanden haben. Die Rechtschreibreform soll
> nur die Schreibung des Hochdeutschen regeln, nicht die eines (anderen)
> Dialekts.

Was ich bisher zum Thema "Hochdeutsch" geschrieben habe, hast du schon
gelesen, oder? Immerhin hast du darauf geantwortet.

Man spricht übrigens Dialekte, und schreibt sie nicht. Was man z.B.
daran sieht, das eine einheitliche Rechtschreibregelung überhaupt
möglich ist, und daran, das wir beide, obwohl wir aus recht unter-
schiedlichen Regionen kommen, auf recht ähnliche Weise schreiben.

>> IMHO ist der Paragraph ganz bewusst so Allgemein um auch die
>> weitergehende Form der "-g"-Aussprache zu erfassen.
>
> Das mag sein.

Und genau kann man das nur wissen, wenn man die Verfasser fragt. Ich
werte deine Antwort so, das du dein RSR-Argument fallen lässt.

mfg, simon ....

Jochen Messner

unread,
Nov 30, 1998, 3:00:00 AM11/30/98
to
Simon Krahnke wrote:
>
> mes...@mail.com schrieb am Do 19.11.98 um 12:26:
>
> >> Wie auch die Beispiele zeigen, kommt dieser Paragraph ja bei den
> >> meisten Dialekten nur bei -ig zur Anwendung.
> >
> > Da musst Du aber was missverstanden haben. Die Rechtschreibreform soll
> > nur die Schreibung des Hochdeutschen regeln, nicht die eines (anderen)
> > Dialekts.
>
> Was ich bisher zum Thema "Hochdeutsch" geschrieben habe, hast du schon
> gelesen, oder? Immerhin hast du darauf geantwortet.

Sicher, warum fragst Du?

>
> Man spricht übrigens Dialekte, und schreibt sie nicht.

Gerade in Deiner vorigen Nachricht schriebst von Rechtschreibregeln, die
"bei den meisten Dialekten nur bei -ig zur Anwendungung" kommen.

Vertrittst Du zwei verschiedene Meinungen gleichzeitig?



> >> IMHO ist der Paragraph ganz bewusst so Allgemein um auch die
> >> weitergehende Form der "-g"-Aussprache zu erfassen.
> >
> > Das mag sein.
>
> Und genau kann man das nur wissen, wenn man die Verfasser fragt. Ich
> werte deine Antwort so, das du dein RSR-Argument fallen lässt.
>

Ich lasse mein Argument nicht fallen. Schliesslich sehe ich mich durch
die Ueberschrift des entsprechenden Paragraphen in meiner Aussage
bestaetigt. Ich habe mit "das mag sein" nur zum Ausdruck gebracht, dass
Deine Hypothese durchaus zutreffen koennte, wobei sie dennoch auf
wackligeren Fuessen steht. Letztendes moechte ich aber nicht darueber
streiten, ob die Ueberschriften der Paragraphen in der
Rechtschreibereform etwas bedeuten, oder nicht.


Gruss,
Jochen

Buchmayr

unread,
Dec 1, 1998, 3:00:00 AM12/1/98
to

Jochen Messner schrieb in Nachricht <3662C5...@mail.com>...

>>
>> mes...@mail.com schrieb am Do 19.11.98 um 12:26:
>>
>>
>> Man spricht übrigens Dialekte, und schreibt sie nicht.
>
So, so, und da glaubte ich ich meiner kindlichen Naivität doch bis vor
kurzem noch an das Christkind und Dialektliteratur .....

Wieder ein Kindheitstraum weniger, seufz ....

Max

Jochen Messner

unread,
Dec 1, 1998, 3:00:00 AM12/1/98
to
Buchmayr wrote:
>
> Jochen Messner schrieb in Nachricht <3662C5...@mail.com>...
> >>
> >> mes...@mail.com schrieb am Do 19.11.98 um 12:26:
> >>
> >>
> >> Man spricht übrigens Dialekte, und schreibt sie nicht.

Das oben dreifach Eingerueckte wurde uebrigens von Simon Krahnke
behauptet. Bitte richtig zitieren!

Gruss,
Jochen

Holger Hermannsen

unread,
Dec 1, 1998, 3:00:00 AM12/1/98
to
In article <g2Q82.3088$qk3....@news.chello.at>
"Buchmayr" <buch...@teleweb.at> wrote:

>
> Jochen Messner schrieb in Nachricht <3662C5...@mail.com>...
> >>
> >> mes...@mail.com schrieb am Do 19.11.98 um 12:26:
> >>
> >>
> >> Man spricht übrigens Dialekte, und schreibt sie nicht.
> >

> So, so, und da glaubte ich ich meiner kindlichen Naivität doch bis vor
> kurzem noch an das Christkind und Dialektliteratur .....
>
> Wieder ein Kindheitstraum weniger, seufz ....

Schaue jetzt auch mit Sorge auf meine schoene Gedichtsammlung mit
suedlimburgischen Dialekten. Die muss ich jetzt wohl alle auf Tonband
sprechen. :(

Holger

Simon Krahnke

unread,
Dec 2, 1998, 3:00:00 AM12/2/98
to
buch...@teleweb.at schrieb am Di 01.12.98 um 12:07:

>>> Man spricht übrigens Dialekte, und schreibt sie nicht.
>
> So, so, und da glaubte ich ich meiner kindlichen Naivität doch bis vor
> kurzem noch an das Christkind und Dialektliteratur .....

Natürtlich kann man sich auch bemühen, einen bestimmten Dialekt in der
Schrift auszudrücken, in Regel tut man das aber nicht. Und wenn doch,
scheint das so beosnders zu sein, das du einen Begriff dafür kennst.

mfg, simon .... bad

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