Am Sonntag, 27. August 2017 09:15:07 UTC+2 schrieb Christina Kunze:
> Am 27.08.2017 um 07:44 schrieb Roland Franzius:
> >
> > Beim Brunnen ist das Vorbild der Ziehbrunnen mit einem Hebel auf einer
> > hohen Stütze, wie man sie heute noch in Ungarn sieht
> >
> >
http://view.stern.de/de/rubriken/natur/landschaft-wolken-brunnen-weide-ungarn-puszta-pusztabrunnen-original-233092.html
> >
> Der heißt witzigerweise aber Reiher [gémeskút] und nicht Kranich (obwohl
> die Ungarn für den Vogel und den Baukran dasselbe Wort [daru] verwenden,
> allerdings mit unterschiedlichen Pluralformen [darvak - daruk]).
> Laut etymologischem WB ist das übrigens keine Entlehnung aus dem Idg,
> wie ich vermutete, nachdem ich nach grus und журавль auch geranos
> kennenlernte, sondern ein fgr Onomatopoetikon.
Im Französischen ein ähnliches Phänomen hinsichtlich 'Kranich' und
'Baukran', beides 'grue'. Der Wasserkran heißt dort allerdings
'robinet' (hat nix mit dem englischen 'robin' zu tun), was mit dem
Namen für die phantastische Gestaltung alter Wasserkräne - sie sind
den Wasserspeiern gotischer Kathedralen nachempfunden - zu tun hat.
Ein Beispiel:
http://www.shoppingparticipatif.com/datas/1/162641727101/robinet-ancien-tete-de-dragon
Angeblich (frz. Wikipedia) sollen sehr frühe Wassserkräne Köpfe von
Schafen oder Widdern getragen haben - dafür hab ich aber kein Beispiel
gefunden; Schafe wiederum sollen den Vornamen 'Robin' getragen haben (?)
- es scheint da eine Episode im Roman de Renart (Fuchsroman) zu geben,
in welcher ein Schaf 'Robin' heißt, vielleicht in der Art von Adebar,
Petz oder Isegrim.
> Wasserkran und Kraneberger kenne ich von jemandem aus dem Ruhrgebiet.
> Hier bei uns heißt's Wasserhahn.
Bin ja Ruhrmensch, weiß nicht, was die Leute hier heute sagen. Ist eins
der Wörter, die man im Kindesalter lernt (dreh den Kran nich immer so
weit auf!) und dann nur noch ganz selten braucht, wenn man selbst keine
Kinder hat.
Gruß Ralf Joerres