ein Gruener hat auf dem Parteitag eben bei einem Redebeitrag allen
Ernstes die Anrede, "Liebe Delegierte und Delgiertinnen" vorgebracht.
Gibt es Delegiertinnen? Ich dache immer es gibt den Delegierten und
die Delegierte, oder liege ich da falsch?
Viele Gruesse
Helmut
--
URL: http://www.bnhof.de/~hpohl/
Bis heute wohl noch nicht. (Ich weiß, Google wird mich eines
Besseren belehren.)
> Ich dache immer es gibt den Delegierten und
> die Delegierte, oder liege ich da falsch?
Nein, da liegst Du richtig. Die einzige Ausnahme, die mir in
diesem Zusammenhang einfällt, ist die Gesandtin.
Schöne Grüße,
Wolf
>ein Gruener hat auf dem Parteitag eben bei einem Redebeitrag allen
>Ernstes die Anrede, "Liebe Delegierte und Delgiertinnen" vorgebracht.
Ein übereifriger Versuch "nichtdiskriminierender" Ausdrucksweise,
genau wie das bekannte "Mitgliederinnen und Mitglieder" - und ebenso
unangreifbar, da jeder Einwand dagegen in eine Verteidigung der
sprachlichen Diskriminierung von Frauen umgedeutet werden kann und
wird.
>Gibt es Delegiertinnen?
Bisher gab es sie nicht, aber jetzt, wo der oben zitierte Grüne sie in
die Welt gesetzt hat, gibt es sie natürlich. Und da es sie jetzt gibt,
ist es natürlich spätestens ab jetzt auch diskriminierend, sie in der
Anrede nicht zu erwähnen. So lehrt zumindest die Erfahrung mit dem
Begriff "Mitgliederinnen".
>Ich dache immer es gibt den Delegierten und
>die Delegierte, oder liege ich da falsch?
Rein sprachlich gesehen liegst (bzw. lagst) Du richtig, aber gegen die
normative Kraft des Faktischen ist kein linguistisches Kraut
gewachsen.
--
Tilman Schmidt E-Mail: Tilman....@ePost.de
Bonn, Germany
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Tilman Schmidt wrote:
> Ein übereifriger Versuch "nichtdiskriminierender" Ausdrucksweise,
> genau wie das bekannte "Mitgliederinnen und Mitglieder" - und ebenso
> unangreifbar, da jeder Einwand dagegen in eine Verteidigung der
> sprachlichen Diskriminierung von Frauen umgedeutet werden kann und
> wird.
> Bisher gab es sie nicht, aber jetzt, wo der oben zitierte Grüne sie in
> die Welt gesetzt hat, gibt es sie natürlich. Und da es sie jetzt gibt,
> ist es natürlich spätestens ab jetzt auch diskriminierend, sie in der
> Anrede nicht zu erwähnen. So lehrt zumindest die Erfahrung mit dem
> Begriff "Mitgliederinnen".
> Rein sprachlich gesehen liegst (bzw. lagst) Du richtig, aber gegen die
> normative Kraft des Faktischen ist kein linguistisches Kraut
> gewachsen.
Na Tilman, jetzt pack mal deinen Zynismus wieder ein.
Jeder vernünftige Mensch, ja auch Frauen, wird Mitgliederinnen und
Delegiertinnen als Blödsinn auffassen.
Die paar Ausnahmen, die das nicht tun, fallen doch gar nicht ins Gewicht
und werden aus der Erde keine Scheibe machen, so wie du das darstellst.
Tschüss
c.a.b.a.
Tilman Schmidt schrieb:
>
> Helmut Pohl <hp...@bnhof.de> wrote:
>
> >ein Gruener hat auf dem Parteitag eben bei einem Redebeitrag allen
> >Ernstes die Anrede, "Liebe Delegierte und Delgiertinnen" vorgebracht.
>
> Ein übereifriger Versuch "nichtdiskriminierender" Ausdrucksweise,
> genau wie das bekannte "Mitgliederinnen und Mitglieder" - und ebenso
> unangreifbar, da jeder Einwand dagegen in eine Verteidigung der
> sprachlichen Diskriminierung von Frauen umgedeutet werden kann und
> wird.
>
> >Gibt es Delegiertinnen?
>
> Bisher gab es sie nicht, aber jetzt, wo der oben zitierte Grüne sie in
> die Welt gesetzt hat, gibt es sie natürlich. Und da es sie jetzt gibt,
> ist es natürlich spätestens ab jetzt auch diskriminierend, sie in der
> Anrede nicht zu erwähnen. So lehrt zumindest die Erfahrung mit dem
> Begriff "Mitgliederinnen".
Mein Favorit - 'zeihung: Favoritin - ist aber immer noch die Idiotin
(oder war' jetzt 'IdiotIn'? Hm. Fragen sind das!...)
Honi soit qui mal y pense...
Thomas
http://www.nizkor.org/features/fallacies/appeal-to-common-practice.html
http://www.nizkor.org/features/fallacies/appeal-to-popularity.html
-fn-
Sitzen zwei Feministinnen am Mittagstisch. Sagt die eine: "Würdest du mir
bitte die Salzstreuerin reichen?"
in de.etc.sprache.deutsch Wolf Busch <tei...@web.de> wrote:
>> Ich dache immer es gibt den Delegierten und
>> die Delegierte, oder liege ich da falsch?
> Nein, da liegst Du richtig. Die einzige Ausnahme, die mir in
> diesem Zusammenhang einfällt, ist die Gesandtin.
Beamtin.
Derselbe Blödsinn. Natürlich, Angeklagtin gibt es nicht...
mfg.
Gernot
--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander) www.kabelmax.de *Keine Mailkopien bitte!*
Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen, und es klingt hohl, muß es
nicht unbedingt das Buch sein. (Lichtenberg)
Nur wenn Du Feminisierung oder Feminisierung per Binnen-I allgemein
als albern betrachtest (danke, kein Bedarf, schon wieder über
diese Frage zu diskutieren). Sonst ist die Verwendung von
"IdiotInnen" aber die einzig sinnvolle Möglichkeit, in einem
entsprechend feminisierten Text auszudrücken, dass die genannten
geistig Minderbemittelten nicht alle einem Geschlecht angehören.
aber es gibt ja auch
> andere Verwendungsweisen für dieses Wort. "Faschistinnen- und
> Faschistentreffen" ist ähnlich. Man fragt sich: politisch korrekte Nazis?
> Die Formulierung kommt natürlich schon vor, aber von Außenstehenden.
Und wieder - sinnvoll zur Klarstellung, dass Rechtsradikale nicht
alle männlich sind. Hier könnte das sogar bei einem ansonsten nicht
feminisierten Text angebracht sein, weil viele sonst wirklich glauben,
dass diese Kreise rein maskulin seien.
Love and Peace,
Mark
--
Aktuelle Gesetzestexte im WWW:
http://www.rechtliches.de
Neu: Recht von Baden-Württemberg im WWW: http://www.rechtliches.de/BaWue.html
Ganz neu: Recht von Niedersachsen im WWW: http://www.rechtliches.de/Nds.html
> Die einzige Ausnahme, die mir in
> diesem Zusammenhang einfällt, ist die Gesandtin.
Wieder was gelernt.
Ich hätte doch glatt "die Gesandte" verwendet.
Falsch?
Matthias
--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de
> Sitzen zwei Feministinnen am Mittagstisch.
An der Mittaginstischin, bitte.
Die Sexismen "der Mittag" und "der Tisch" müssen korrigiert werden.
vG, das schon wieder aufgreifend, sorry an Yvonne!
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
Im Vatikan gibt es zwei Päpste pro Quadratkilometer.
> An der Mittaginstischin, bitte.
> Die Sexismen "der Mittag" und "der Tisch" müssen korrigiert werden.
>
>
> vG, das schon wieder aufgreifend, sorry an Yvonne!
Für die, die's brauchen, warum dann nicht einfach "die Mittagtisch"?
:-> ys
Nein, »die Gesandte« ist natürlich auch richtig. Hier gibt es
eben zwei Möglichkeiten, anders als bei den »Deligierten«. Da
hier auch noch »die Beamtin« erwähnt wurde: »die Beamte« wäre
tatsächlich standardsprachlich falsch.
Schöne Grüße,
Wolf
>mar...@hrz1.uni-oldenburg.de (Mark Obrembalski) wrote in
[...]
>> Und wieder - sinnvoll zur Klarstellung, dass Rechtsradikale nicht
>> alle männlich sind.
>
>Das wußte bisher ja niemand :O. [...]
>
>> Hier könnte das sogar bei einem ansonsten nicht
>> feminisierten Text angebracht sein, weil viele sonst wirklich glauben,
>> dass diese Kreise rein maskulin seien.
>
>Is nich Dein Ernst oder?
Das ist nicht so abwegig. Ich bin durchaus schon ernsthaft mit der
Ansicht konfrontiert worden, Rechtsradikalismus sei ein essenziell
männliches Phänomen, und die wenigen davon betroffenen Frauen seien
lediglich durch Männer korrumpiert.
> Hallo Leute,
>
> ein Gruener hat auf dem Parteitag eben bei einem Redebeitrag allen
> Ernstes die Anrede, "Liebe Delegierte und Delgiertinnen" vorgebracht.
Bist du sicher, dass das nicht ironisch gemeint war?
--
Joachim
Fragt eine Feministin eine Gleichgesinnte: "Was für ein Sternzeichen bist
du?"
"Ich bin Wassermann, und meine Mutter ist übrigens Stier." -
"Wie frauenfeindlich! Wie kannst du dich nur als Wassermann bezeichnen, du
bist eine Wasserfrau, und deine Mutter ist doch kein Stier, sondern
höchstens eine Kuh!"
["Faschisten und Faschistinnen"]
> Ich dachte es gehe um die Sichtbarmachung der weiblichen Komponente,
> daß auch Frauen fähig sind rechtsradikal zu sein, als Zeichen des
> Respekts ihnen gegenüber.
Ich kenne die Vertreterinnen dieser Spezies unter dem Namen
"Faschotorten". Ob "Faschistinnen" respektvoller ist oder nicht, sei
dahingestellt. Zur Selbstbezeichnung werden beide Begriffe wohl nicht
gebraucht.
--
Bernd Gramlich Quod scripsi, scripsi.
Und wie wär's dann mit der Nazi und die Naziin? Oder wie wird der Nazi
richtig feminin?
--
mfg
Heinz Lohmann
Taipei, Taiwan
25°05'N 121°32'E
"How do you feel about women's rights?"
"I like either side of them."
- Groucho Marx
> Und wie wär's dann mit der Nazi und die Naziin? Oder wie wird der Nazi
> richtig feminin?
Im zeit- und volksgenössischen Schrifttum kann man öfters die
Ableitung "Nazisse" lesen.
Christian
--
Posted from pop-zh-19-2-dialup-180.freesurf.ch [194.230.222.180]
via Mailgate.ORG Server - http://www.Mailgate.ORG
Ja.
> > was hast Du dagegen? Wenn's natürlich PC verwendet wird ("Idiotinnen
> > und Idioten") wird's albern (gleichberechtigte Beschimpfung?), aber es
> > gibt ja auch andere Verwendungsweisen für dieses Wort. "Faschistinnen-
> > und Faschistentreffen" ist ähnlich. Man fragt sich: politisch korrekte
> > Nazis?
> > Die Formulierung kommt natürlich schon vor, aber von Außenstehenden.
>
> Und wie wär's dann mit der Nazi und die Naziin? Oder wie wird der Nazi
> richtig feminin?
Als "Blitzmädel"?
Heutiges Schrifttum oder solches aus dem 1000-jährigen Reich?
Hast du Beispiele?
Neugierig.
> Christian Seidl schrieb:
> >
> >Im zeit- und volksgenössischen Schrifttum kann man öfters die
> >Ableitung "Nazisse" lesen.
>
> Heutiges Schrifttum oder solches aus dem 1000-jährigen Reich?
Natürlich aus der damaligen Zeit.
> Hast du Beispiele?
Ich habe den Begriff sicher gelesen in: Ursula von Kardorff,
Berliner Aufzeichnungen 1942 bis 1945, nur find' ich momentan
grad keine einschlägige Stelle.
Unterdessen kannst du dich ja mal googelnderweise verlustieren.
Das Stichwort "Nazisse" liefert genug Material.
Christian
--
Posted from pop-be-3-2-dialup-98.freesurf.ch [194.230.165.98]
Sogar eine Ina Seidel ist so zu finden:
<http://wortschatz.informatik.uni-leipzig.de/cgi-bin/wort_www.exe?Wort=Nazis
se&site=1&cs=1>
ys
> > From: "Christian Seidl" <se...@indoger.unizh.ch>
> >
> > Unterdessen kannst du dich ja mal googelnderweise verlustieren.
> > Das Stichwort "Nazisse" liefert genug Material.
>
> Sogar eine Ina Seidel ist so zu finden:
Wie schon die Schreibweise des Namens in aller Deutlichkeit
dartut, bin ich mit dieser Dame weder versippt noch verschwägert.
Dies zur Steuer der Wahrheit! ;-)
Christian
--
Posted from pop-mu-3-2-dialup-240.freesurf.ch [194.230.133.240]
> "Yvonne Steiner" <y...@mac.com> wrote in message
> news:B82E7FCB.24629%y...@mac.com...
>
>>> From: "Christian Seidl" <se...@indoger.unizh.ch>
>>>
>>> Unterdessen kannst du dich ja mal googelnderweise verlustieren.
>>> Das Stichwort "Nazisse" liefert genug Material.
>>
>> Sogar eine Ina Seidel ist so zu finden:
>
> Wie schon die Schreibweise des Namens in aller Deutlichkeit
> dartut, bin ich mit dieser Dame weder versippt noch verschwägert.
> Dies zur Steuer der Wahrheit! ;-)
Aber sicher, sonst hätte ich sie doch nie erwähnt.
Sollte nur ein kleines Wort-Hör-Spiel sein. ;-)
ys
> Christian Seidl schrieb:
> >
> >Im zeit- und volksgenössischen Schrifttum kann man öfters die
> >Ableitung "Nazisse" lesen.
>
> Heutiges Schrifttum oder solches aus dem 1000-jährigen Reich?
> Hast du Beispiele?
> Neugierig.
Bezeichnung meines Großvaters für die Frau eines seiner Brüder.
Gruß,
Gerhard
--
Im Ausland gilt Holland als tolerant. Das hat damit zu tun, dass die
Holländer der Welt gesagt haben sie würden in einem toleranten Land
leben. Außerdem kann die Welt zu wenig Holländisch, um das zu überprüfen.
(Simon Kuper, Holländer, in der SZ vom 12.9.2001)