Gerade hab ich in einer Diskussion den Begriff "das arme Tier kriegen"
verwendet und bin damit auf völliges Nichtverstehen gestoßen. Die
Bedeutung, so wie ich sie kenne, ist etwa "deprimiert sein" oder "sich
selbst bemitleiden". Beispiel: "Das ist schon traurig, aber ich krieg
jetzt nicht das arme Tier deswegen." Allerdings kann ich mich nicht
mehr erinnern, wo ich das aufgeschnappt habe.
Kennt Ihr diesen Begriff? Wo kommt er vor?
Vielen Dank und liebe Grüße,
Ermel.
Dr. Heinz Küpper, Wörterbuch der deutschen Umgangssprache, Band I,
Dritte, neubearbeitete und erweiterte Auflage, 1963:
| *Tier* [...] 6) das arme T. haben = in gedrückter Stimmung sein;
| sich Selbstvorwürfe machen; mit sich und allem uneins sein. 'Das
| arme Tier' ist vielleicht der Kater, der an die Stelle von
| älterem 'Katzenjammer' getreten ist und ohne Verbindung mit dem
| Rausch die seelische Niedergeschlagenheit bezeichnet [...]
|
| 7) das arme T. kriegen = in gedrückte Stimmung geraten; mit sich
| und allem unzufrieden werden. [...]
--
Steve
My e-mail address works as is.
>Gerade hab ich in einer Diskussion den Begriff "das arme Tier kriegen"
>verwendet und bin damit auf völliges Nichtverstehen gestoßen. Die
>Bedeutung, so wie ich sie kenne, ist etwa "deprimiert sein" oder "sich
>selbst bemitleiden". Beispiel: "Das ist schon traurig, aber ich krieg
>jetzt nicht das arme Tier deswegen." Allerdings kann ich mich nicht
>mehr erinnern, wo ich das aufgeschnappt habe.
>
>Kennt Ihr diesen Begriff?
Noch nie gehört, Württemberg.
--
Viele Grüße
Gerald Fix
> Kennt Ihr diesen Begriff? Wo kommt er vor?
In Sachsen ist er mir noch nie begegnet.
Qno
--
In dem Jahr, in dem ich freischaffender Künstler wurde, fiel mein
Jahreseinkommen von ungefähr zehntausend auf ungefähr eintausend,
und im darauffolgenden Jahr ging es drastisch zurück.
(Spider Robinson)
Ist mir völlig neu.
Joachim
--
My favourite # 49: <http://www.youtube.com/watch?v=40H0oCqGukw>
My favourite # 68: <http://www.youtube.com/watch?v=BVwtC7uRrEA>
In MS - Westfalen MUSEN nicht ungewöhnlich. Vielleicht auch in Köln.
--
mfg
Heinz Lohmann
Danshui, Taiwan
25°07'58"N 121°27'56"E
“If you've heard this story before, don't stop me, because I'd like to
hear it again.”
G.M. 1890-1977
> Kennt Ihr diesen Begriff? Wo kommt er vor?
Nie zuvor gehört. (Hamburg & Berlin)
Da Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de
NP: Stenkelfeld - Plattdeutsch im Bundestag
> "Erik Meltzer" <er...@ermel.org> writes:
>
>> Moin!
>>
>> Gerade hab ich in einer Diskussion den Begriff "das arme Tier kriegen"
>> verwendet und bin damit auf v�lliges Nichtverstehen gesto�en. Die
>> Bedeutung, so wie ich sie kenne, ist etwa "deprimiert sein" oder "sich
>> selbst bemitleiden". Beispiel: "Das ist schon traurig, aber ich krieg
>> jetzt nicht das arme Tier deswegen." Allerdings kann ich mich nicht
>> mehr erinnern, wo ich das aufgeschnappt habe.
>>
>> Kennt Ihr diesen Begriff? Wo kommt er vor?
>
> Ich kenne den Ausdruck "ich bekomme noch das Tier". Wenn etwas nicht
> funktioniert und ich in Rage komme bin ich kurz davor das Tier zu
> bekommen. Hier in der Pfalz (Westpfalz) ist diese Ausdrucksweise nicht
> ungebr�uchlich.
Das entspricht aber eher der Formulierung "zum Tier werden".
Da Didi, an 'Das Tier' in der Muppet-Show denkend.
--
Dieter Br�gmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de
Ich brauche keinen Peugeot, weil ich keine Angst vor Milchreis habe.
(Stefan Hager in detebe)
Klar, kenn ich sehr gut, Gegend um Hamm, Oma.
Den Satz "da kriech ich doch dat arme Dier" (oder so ähnlich ;-) )
ist mir gut im Ohr ...
Nach diesem mir erinnerlichen Satz hab ich gegoogelt - und siehe da:
http://www.straelener-manuskripte.de/WB/Hoemmaakt.html
oder
http://www.mitmachwoerterbuch.lvr.de/detailansicht.php?Artikel=Dier&Eintrag1=326
Zitat:
"Tier, in der Wendung das/et arme/ärme Dier kriegen verrückt werden,
melancholisch werden Den ganzen Tach immer dieselbe Arbeit, da
krichse ja et arme Dier. Bei dem Regenwetter krichse dat ärme Dier.
Wenn ich da wohnen müsste, würd ich auch dat arme Dier kriegen.
Immer, wenn dat dran denkt, wie sein Mutter gestorben is, da
kricht dat et ärme Dier. (traurig werden)."
Dorothee
Habe ich hier in Köln bzw. Umgebung schon öfter gehört, allerdings
ausschließlich im hiesigen Dialekt.
Lothar
Stimmt - hochdeutsch habe ich den Begriff hier zum ersten Mal
gelesen (und deshalb auch zunächst nicht erkannt).
Geographische Ergänzung: "ärm dier" wird auch hier in der
Aachener Gegend verwendet.
/Walter
Ist aber bereits im Moselfränkischen völlig unbekannt.
Markus
Das war interessant & lehrreich, den Ausdruck kannte ich noch nicht. Nach
der "Abstimmung" in der NG sollte man ihn gar nicht mehr benutzen. Doch
eine Frage: Ginge das auch in der 3. Person, könnte man "er/sie kriegt das
arme Tier" sagen?!
Mit "kriegen" bildet man auch die Bedrohung "ich kriege dich (noch/doch)".
MfG, PY
Mir _so_ unbekannt (Rheinland).
Allerdings ist 'armes Tier' geläufig für jemanden,
der's schwer hat (wie 'armes Schwein', 'arme Sau').
Das dürfte es aber auch woanders geben.
F.
Ich auch nicht.
Ich glaube übrigens nicht, daß es Verbindungen zu der Wendung "zum
Tier werden " - wütend, außer sich sein - gib.
> Mit "kriegen" bildet man auch die Bedrohung "ich kriege dich (noch/doch)".
Umgangssprachlich steht kriegen für bekommen, wer weiß warum! Kinder
werden jedenfalls dazu angehalten, gepflegterweise bekommen zu
gebrauchen.
Kriegen spielen ist im Osnabrücker Raum, vielleicht auch andeswo
Fangen spielen, was in Hamburg Ticken spielen heißt.
Daß kriegen sprachgeschichtlich mit Krieg zusammenhängt, was ja fangen
auch ausdrückt, kommt in "das Tier kriegen" nicht so sehr zum
Ausdruck, es sei denn, man bezeichnete dies, wie man sich eine
Krankheit holt, als "einfangen".
Steve hat ja dankenswerterweise auf die Parallelen, Belege für Kater
und Katzenjammer,Depression, hingewiesen.
Gruß
Gunhild
Hochdeutsch habe ich das auch noch nie gehört.
> Die Bedeutung, so wie ich sie kenne, ist etwa "deprimiert sein" oder
> "sich selbst bemitleiden". Beispiel: "Das ist schon traurig, aber
> ich krieg jetzt nicht das arme Tier deswegen." Allerdings kann ich
> mich nicht mehr erinnern, wo ich das aufgeschnappt habe.
>
> Kennt Ihr diesen Begriff?
Ja, aber eher als "kricht (h)et aame Dier".
> Wo kommt er vor?
Ruhrgebiet/Bergisches Land hier.
Karsten
--
Freiheit stirbt | Fsayannes SF&F-Bibliothek:
Mit Sicherheit | http://fsayanne.tprac.de/
Paul Ney schrieb:
> Das war interessant & lehrreich, den Ausdruck kannte ich noch nicht. Nach
> der "Abstimmung" in der NG sollte man ihn gar nicht mehr benutzen.
Oder jetzt erst recht.
> Doch
> eine Frage: Ginge das auch in der 3. Person, kᅵnnte man "er/sie kriegt das
> arme Tier" sagen?!
MUSEN: ja natᅵrlich.
Liebe Grᅵᅵe,
Ermel, und vielen Dank allen Antwortern!
> > > | 7) das arme T. kriegen = in gedrückte Stimmung geraten; mit sich
> > > | und allem unzufrieden werden. [...]
>
> > Das war interessant & lehrreich, den Ausdruck kannte ich noch nicht.
>
> Ich auch nicht.
>
> Ich glaube übrigens nicht, daß es Verbindungen zu der Wendung "zum
> Tier werden " - wütend, außer sich sein - gib.
>
> > Mit "kriegen" bildet man auch die Bedrohung "ich kriege dich (noch/doch)".
>
> Umgangssprachlich steht kriegen für bekommen, wer weiß warum! Kinder
> werden jedenfalls dazu angehalten, gepflegterweise bekommen zu
> gebrauchen.
Zum Servicepersonal zu sagen: "Ich bekomme den Trialog vom Edelfisch"
muß jedoch als ungehörig moniert werden.
> Kriegen spielen ist im Osnabrücker Raum, vielleicht auch andeswo
> Fangen spielen, was in Hamburg Ticken spielen heißt.
In Berlin Einkriegezeck - FR
> > Kennt Ihr diesen Begriff? Wo kommt er vor?
>
> In Sachsen ist er mir noch nie begegnet.
Dort aber die reizende Bildung "Humini" (Huddelei mit'm Nischel =
Kopfschmerzen)
FR
> Kennt Ihr diesen Begriff?
Nein, nie gehört.
> Wo kommt er vor?
In Südniedersachsen ebensowenig wie in Südhessen.
Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungelesen entsorgt.
> Am 21.03.2010 schrieb Dieter Bruegmann:
>
>> Cord D. Mittauer (21.3.2010 8:49):
>>
>>> "Erik Meltzer" <er...@ermel.org> writes:
>>>
>>>> Moin!
>>>>
>>>> Gerade hab ich in einer Diskussion den Begriff "das arme Tier kriegen"
>>>> verwendet und bin damit auf völliges Nichtverstehen gestoßen. Die
>>>> Bedeutung, so wie ich sie kenne, ist etwa "deprimiert sein" oder "sich
>>>> selbst bemitleiden". Beispiel: "Das ist schon traurig, aber ich krieg
>>>> jetzt nicht das arme Tier deswegen." Allerdings kann ich mich nicht
>>>> mehr erinnern, wo ich das aufgeschnappt habe.
>>>>
>>>> Kennt Ihr diesen Begriff? Wo kommt er vor?
>>>
>>> Ich kenne den Ausdruck "ich bekomme noch das Tier". Wenn etwas nicht
>>> funktioniert und ich in Rage komme bin ich kurz davor das Tier zu
>>> bekommen. Hier in der Pfalz (Westpfalz) ist diese Ausdrucksweise nicht
>>> ungebräuchlich.
>>
>> Das entspricht aber eher der Formulierung "zum Tier werden".
>>
>> Da Didi, an 'Das Tier' in der Muppet-Show denkend.
>
> Richtig, "zum Tier werden" kenne ich auch. Aber die Formulierung des OP
> ist mir völlig unbekannt. (Mittelfranken)
Offensichtlich hat das auch eine ganz andere Bedeutung.
Joachim
--
My favourite # 28: <http://www.youtube.com/watch?v=2kotK9FNEYU>
My favourite # 89: <http://www.youtube.com/watch?v=E7NELaWAg1Y>
> Umgangssprachlich steht kriegen für bekommen, wer weiß warum! Kinder
> werden jedenfalls dazu angehalten, gepflegterweise bekommen zu
> gebrauchen.
"Das arme Tier kriegen" ist eher die hochdeutsche Übersetzung
der Formulierung (platt?) aus dem Rheinland.
Da heißt es auch "dä hät et ärme Dier", da ist die Fixierung nicht
auf dem 'kriegen': http://ksh.wikipedia.org/wiki/%C3%84rm_Deer
Oder hier:
http://www.straelener-manuskripte.de/WB/Hoemmaakt.html
"dat arme Dier kriegen = das heulende Elend kriegen - Mitleif Keißis,
also dat is wennze so mitten im Lehm stehs, und auf eima, da krissat
arm Dier · lecker Dierken = niedliches kleines Mädchen".
http://www.mitmachwoerterbuch.lvr.de/detailansicht.php?Artikel=Dier&Eintrag1=326
Zitat:
"Tier, in der Wendung das/et arme/ärme Dier kriegen verrückt werden,
melancholisch werden Den ganzen Tach immer dieselbe Arbeit, da
krichse ja et arme Dier (traurig werden)."
Dorothee
--
Message-ID <80m8sm...@mid.individual.net>
> "Das arme Tier kriegen" ist eher die hochdeutsche Übersetzung
> der Formulierung (platt?) aus dem Rheinland.
> Da heißt es auch "dä hät et ärme Dier", da ist die Fixierung nicht
> auf dem 'kriegen':...
> "dat arme Dier kriegen = das heulende Elend kriegen
....
> "Tier, in der Wendung das/et arme/ärme Dier kriegen verrückt werden,...
Danke für die vielen Beispiele.
Ich hatte das schon so verstanden, dachte aber gesondert auf Pauls
bemerkung bezüglich des "Kriegens" einzugehen, sei eine klärende Idee.
Vielleicht war es ja abwegig.
Gruß
Gunhild.
> Umgangssprachlich steht kriegen für bekommen, wer weiß warum!
Im Norden ist das im Plattdeutschen so angelegt.
> Kinder werden jedenfalls dazu angehalten, gepflegterweise
> bekommen zu gebrauchen.
So wie sie auch angehalten werden, statt "haben" gepflegterweise
öfter mal "besitzen" zu sagen. Und da besitzen sie dann Schulden,
Kopfschmerzen und schlechte Gewissen noch und nöcher, weil: Das
ist hochdeutscher!
j/\a
--
> Umgangssprachlich steht kriegen für bekommen, wer weiß warum! Kinder
> werden jedenfalls dazu angehalten, gepflegterweise bekommen zu
> gebrauchen.
Meine Lehrerin in der Grundschule hatte den Krieg noch so in den
Knochen, daß sie "kriegen" für unanständig hielt.
> Kriegen spielen ist im Osnabrücker Raum, vielleicht auch andeswo
> Fangen spielen, was in Hamburg Ticken spielen heißt.
Bei uns in Hamburg hieß das auch "Kriegen spielen", "Ticken" ist mir
in diesem Zusammenhang völlig unbekannt.
Da Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de
+14%) * Luft & Liebe 6$ * FRANKFURT: Hochhaus geplant * Saft & Kraft 9
Ich kenne das auch nicht, aber anlässlich fällt mir ein kleines
Übersetzer-Glanzstück ein:
In der Diogenes-Ausgabe von de Costers "Thyl Ulenspiegel" (ich hab sie
grad' nicht da, drum kann ich den Übersetzer nicht nennen) heißt es
von Lamme Goedzak mehrere Male,
"er braute Schwermut".
Diese außerordentliche Wendung ist seither geehrter Bestandteil meines
Wortschatzes.
>Moin!
>
>Gerade hab ich in einer Diskussion den Begriff "das arme Tier kriegen"
>verwendet und bin damit auf v�lliges Nichtverstehen gesto�en. Die
>Bedeutung, so wie ich sie kenne, ist etwa "deprimiert sein" oder "sich
>selbst bemitleiden". Beispiel: "Das ist schon traurig, aber ich krieg
>jetzt nicht das arme Tier deswegen." Allerdings kann ich mich nicht
>mehr erinnern, wo ich das aufgeschnappt habe.
>
>Kennt Ihr diesen Begriff? Wo kommt er vor?
Kurzum: Der Blues
> "Erik Meltzer" <er...@ermel.org> schrieb:
>
>> Moin!
>>
>> Gerade hab ich in einer Diskussion den Begriff "das arme Tier kriegen"
>> verwendet und bin damit auf völliges Nichtverstehen gestoßen. Die
>> Bedeutung, so wie ich sie kenne, ist etwa "deprimiert sein" oder "sich
>> selbst bemitleiden". Beispiel: "Das ist schon traurig, aber ich krieg
>> jetzt nicht das arme Tier deswegen." Allerdings kann ich mich nicht
>> mehr erinnern, wo ich das aufgeschnappt habe.
>>
>> Kennt Ihr diesen Begriff? Wo kommt er vor?
>
> Kurzum: Der Blues
Alter Negerspruch: Blues ist nicht nur Musik, sondern vor allem ein
Lebensgefühl.
Da Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de
"Liebe Evelyn! Dein Timing war immer perfekt -
nur heute hast Du die Reihenfolge nicht eingehalten. Na warte!"
(Loriot zum Tod von Evelyn Hamann)
> Alter Negerspruch: Blues ist nicht nur Musik, sondern vor allem ein
> Lebensgefühl.
Musiker auf den Stenkelfelder Blues-Festival: "Ich versuche, den Blues als
Musik zu begreifen und umzusetzen. Nur so kann es völlig Neues entstehen."
vG
--
Diese Nachricht wurde mit freundlicher Unterstützung eines freilaufenden
Pinguins erstellt und ist garantiert frei von Microsoft-Viren.
-- <http://einklich.net> -- Ein Pinguin für jeden: <http://debian.org/> --
>> Alter Negerspruch: Blues ist nicht nur Musik, sondern vor allem ein
>> Lebensgefühl.
>
> Musiker auf den Stenkelfelder Blues-Festival: "Ich versuche, den Blues als
> Musik zu begreifen und umzusetzen. Nur so kann es völlig Neues entstehen."
"Und nun geh mal zur Seite, wir müssen hier noch die Rundleisten an
die Bühne nageln!"
Da Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de
Wußten Sie schon, daß ein Fleischspieß
kein bratwurstessender Bundeswehrtyp ist?
> Moin!
>
> Gerade hab ich in einer Diskussion den Begriff "das arme Tier kriegen"
> verwendet und bin damit auf völliges Nichtverstehen gestoßen. Die
> Bedeutung, so wie ich sie kenne, ist etwa "deprimiert sein" oder "sich
> selbst bemitleiden". Beispiel: "Das ist schon traurig, aber ich krieg
> jetzt nicht das arme Tier deswegen." Allerdings kann ich mich nicht
> mehr erinnern, wo ich das aufgeschnappt habe.
>
> Kennt Ihr diesen Begriff? Wo kommt er vor?
Ist in Köln absolut gängig. "Et ärme Dier kriegen (oder haben)" = in
Selbstmitleid zerfließen. Keine Ahnung, wo das her kommt. Es kommt z.B.
auch im BAP-Text "Wie ne Stein" vor, das Lied ist gut 20 Jahre alt.
Der Ausdruck dürfte aber sehr viel älter sein.
Grüße,
Frank
> Jon J Panury (21.3.2010 20:30):
>
>> "Erik Meltzer" <er...@ermel.org> schrieb:
>>
>>> Moin!
>>>
>>> Gerade hab ich in einer Diskussion den Begriff "das arme Tier kriegen"
>>> verwendet und bin damit auf völliges Nichtverstehen gestoßen. Die
>>> Bedeutung, so wie ich sie kenne, ist etwa "deprimiert sein" oder "sich
>>> selbst bemitleiden". Beispiel: "Das ist schon traurig, aber ich krieg
>>> jetzt nicht das arme Tier deswegen." Allerdings kann ich mich nicht
>>> mehr erinnern, wo ich das aufgeschnappt habe.
>>>
>>> Kennt Ihr diesen Begriff? Wo kommt er vor?
>>
>> Kurzum: Der Blues
>
> Alter Negerspruch: Blues ist nicht nur Musik, sondern vor allem ein
> Lebensgefühl.
Siehe auch:
http://www.analogman.com/singblues.htm
Zitat:
"13. Blues is not a matter of color. It's a matter of bad luck. Tiger Woods
cannot sing the blues. Gary Coleman could. Ugly white people also got a leg
up on the blues.
2010 update : Tiger can nowadays sing the blues.
You know like this:
I got a good woman,
but she beats me with iron seven
Im f$^%ing everything whats moving
and I will not go to heaven.
and then some rhymes about stress - mistress etc. :) "
Grüße,
Frank
>Ist in Köln absolut gängig. "Et ärme Dier kriegen (oder haben)" = in
>Selbstmitleid zerfließen. Keine Ahnung, wo das her kommt. Es kommt
>z.B. auch im BAP-Text "Wie ne Stein" vor, das Lied ist gut 20 Jahre
>alt.
Richtig.
Auch die Bläck Fööss haben es im Songtext "Samba em Veedel":
Wenn plötzlich et Barometer fällt
dann will d'r Pap si Sonndachsjeld.
Es hä dann klammheimlich durch de Dür
dann kritt de Mam et ärme Dier.
1000 mol es ihr dat schon passet,
doch se weed nit schlau.
Ävver jetz fängk sie et anders ahn,
denn sie hät 'ne Plan:
Wenn de Sonn schön schingk
weed et Wedder widder wärm
dann pack sich d'r Pap de Mama en dä Ärm.
...
--
Erick
>
>Musiker auf den Stenkelfelder Blues-Festival: "Ich versuche, den Blues als
>Musik zu begreifen und umzusetzen. Nur so kann es völlig Neues entstehen."
Ich hoffe doch, dass die Musiker Gewerkschaft dem sofort die Lizenz
entzogen hat.
Bye
woffi
--
I'm really easy to get along with once you people
learn to worship me.
Erik "Ingrid" Meltzer schrieb:
> "Das ist schon traurig, aber ich krieg
> jetzt nicht das arme Tier deswegen." Allerdings kann ich mich nicht
> mehr erinnern, wo ich das aufgeschnappt habe.
Nu weiß ich's wieder: bei Elke Heidenreichs Kunstfigur Else Stratmann,
Metzgersgattin aus Wanne-Eickel, war's. "Unn da krieg ich dann auch
schomma et aame Tier unn heul ein bißken. Oder so ähnlich, nachgesehen
hab ich jetzt nicht.
Liebe Grüße und nochmal danke,
Ermel.