eine Frage zum "Du" in Briefen.
Gemäß alter Rechtschreibung war Großschreibung korrekt - gemäßs neuer
Rechtschreibung nicht mehr.
Dies war mir bisher bekannt.
In einer anderen NG wurde ich mit folgender Aussage konfrontiert:
> Viele empfinden Kleinschreibung in der Anrede als
> unhoeflich. Und wenn mich meine Erinnerung nicht ganz
> truegt, kommt die Grossschreibung auch genau da her. Sollte
> im Zweifel in de.etc.sprache.deutsch herauszubekommen sein.
Ich habe von dem Aspekt der Höflichkeit noch nie etwas gehört in diesem
Kontext.
Was meint ihr dazu? Wie empfindet/empfandet ihr ein kleingeschriebenes
"du" in einem Brief? Nur falsch, oder auch unhöflich?
Und die Zusatzfrage:
Sind Postings im Usenet in dieser Hinsicht mit Briefen vergleichbar?
Danke im voraus für eure Beiträge,
greetings,
Martina
> Wie empfindet/empfandet ihr ein kleingeschriebenes "du" in einem Brief?
Als Unverschämtheit, bestenfalls als schlechte Kinderstube.
> Sind Postings im Usenet in dieser Hinsicht mit Briefen vergleichbar?
Das Du wird immer großgeschrieben, wenn man jemanden direkt anspricht,
nicht nur in Briefen.
Gerade im Usenet habe ich es schon oft beobachtet, daß man, wenn der
Umgangston rauher wird, zum kleingeschriebenen Anredefürwort übergeht.
Es ist ein ziemlich unmißverständlicher Ausdruck der Geringschätzung.
Egal, ob im Netz oder in der Echtwelt: Wer den Rechtschreibreformern
glaubt, man dürfe das Du kleinschreiben, wird sich damit keine Freunde
machen.
Markus
--
Markus Gail ------- <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail/>
------------------------------------------------------------------------
»Man müßte es dahin bringen, daß sich alle Menschen des Fanatismus
und der Intoleranz schämen.« Friedrich der Große
> > Wie empfindet/empfandet ihr ein kleingeschriebenes "du" in einem Brief?
> Als Unverschämtheit, bestenfalls als schlechte Kinderstube.
Bis zur Einführung der NDRS durftest du empört sein, jetzt nicht mehr.
Ein kleines "du" gilt nun als höflich.
> Gerade im Usenet habe ich es schon oft beobachtet, daß man, wenn der
> Umgangston rauher wird, zum kleingeschriebenen Anredefürwort übergeht.
> Es ist ein ziemlich unmißverständlicher Ausdruck der Geringschätzung.
"Sie A$§%&*loch" ist trotz Großschreibung ein Affront.
> Egal, ob im Netz oder in der Echtwelt: Wer den Rechtschreibreformern
> glaubt, man dürfe das Du kleinschreiben, wird sich damit keine Freunde
> machen.
Das hat wohl nichts mit dem Glauben zu tun, sondern mit der Frage,
inwieweit man eine neue Vorschrift befolgt (in der Arbeitswelt
befolgen muss). Daraus auf Höflichkeit zu schließen und ggf. sogar
soziale Konsequenzen zu ziehen, geht wohl ein bisschen zu weit.
Gruß
G.O.
Beides.
André
--
Those who desire to give up Freedom in order to gain Security,
will not have, nor do they deserve, either one. (T. Jefferson)
Was als höflich gilt, kannst Du nicht einfach festlegen.
Es wird so empfunden oder nicht.
Der Verdacht liegt aber nahe, zumal - anders als bei der höflichen
Anrede mit "Sie" - keine Verwechslung möglich ist, die es zu vermeiden gilt.
> Was meint ihr dazu? Wie empfindet/empfandet ihr ein kleingeschriebenes
> "du" in einem Brief? Nur falsch, oder auch unhöflich?
Falsch ist es ja nun nicht mehr. Als regelrecht unhöflich habe ich es
nicht empfunden, höchstens als Mangel an Kenntnis der "feineren"
Umgangsformen - in seiner Dramatik vielleicht vergleichbar dem falschen
Auflegen des Bestecks bei Tisch. :-)
Ich halte es aber für ziemlich sicher, dass viele andere dem "D" eine
größere Bedeutung zumessen als ich. Deswegen schreibe ich "Du" nach wie
vor groß, auch wenn ich mich sonst an der neuen Rechtschreibung
orientiere. Lieber gelte ich Kennern der neuen Rechtschreibung als
altmodisch oder als "Schlechtschreiber" denn dem Rest als unhöflich.
> Und die Zusatzfrage:
> Sind Postings im Usenet in dieser Hinsicht mit Briefen vergleichbar?
Ich finde, dass ja (und schreibe entsprechend).
Gruß,
Michael
> Was meint ihr dazu? Wie empfindet/empfandet ihr ein kleingeschriebenes
> "du" in einem Brief? Nur falsch, oder auch unhöflich?
Wie ich einen brief empfinde, hängt sich nicht an der schreib-
weise des "du" auf, sondern am sonstigen inhalt und ton ....
ich würde sagen "neutral", so wie auch die farbe der tinte nur
eine untergeordnete rolle spielt.
> Sind Postings im Usenet in dieser Hinsicht mit Briefen vergleichbar?
Wenn du mich fragst, nicht - e-mails sind da viel briefähnlicher.
--
tobias benjamin köhler ____________________________ t...@uncia.de
_____<__ ______________ ______________ ______________ _________
('=====H=|H============H|H============H|H============H|H========
"o-o--o-o"-oo--------oo-"-oo--------oo-"-oo--------oo-"-oo------
> > Das Du wird immer großgeschrieben, wenn man jemanden direkt anspricht,
> > nicht nur in Briefen.
>
> Das ist nicht richtig.
>
> ARS: In Briefen groß, andernfalls klein
> -> Duden R71
Bei mir ist es Regel 121, und da steht: "Groß schreibt man das
Anredefürwort in Briefen, feierlichen Aufrufen und Erlassen,
Grabinschriften, Widmungen, Mitteilungen des Lehrers an einen Schüler
unter Schularbeiten, auf Fragebogen bei schriftlichen Prüfungsaufgaben
usw."
Mit anderen Worten: wenn man jemanden direkt anspricht.
Markus
--
Markus Gail ------- <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail>
-----------------------------------------------------------------------
Nur mit 18 Prozent FDP kommt Deutschland wieder nach vorn.
> > > Wie empfindet/empfandet ihr ein kleingeschriebenes "du" in einem
> > Brief? Als Unverschämtheit, bestenfalls als schlechte Kinderstube.
>
> Bis zur Einführung der NDRS durftest du empört sein, jetzt nicht mehr. Ein
> kleines "du" gilt nun als höflich.
Die Rechtschreibung hat sich gefälligst danach zu richten, was als
höflich gilt, und nicht umgekehrt.
Daß die Rechtschreibreformer mit ihrem antibürgerlichen Impetus die
Rüpelhaftigkeit zur Norm erhoben haben, ist gegenüber den gutgläubigen
Ratsuchenden völlig unverantwortlich.
Die Kleinschreibung des Du ist eine Vorschrift, die man schlicht und
ergreifend nicht ernstnehmen kann.
> > Gerade im Usenet habe ich es schon oft beobachtet, daß man, wenn der
> > Umgangston rauher wird, zum kleingeschriebenen Anredefürwort übergeht.
> > Es ist ein ziemlich unmißverständlicher Ausdruck der Geringschätzung.
>
> "Sie A$§%&*loch" ist trotz Großschreibung ein Affront.
Das ändert nichts an meiner Aussage.
> > Egal, ob im Netz oder in der Echtwelt: Wer den Rechtschreibreformern
> > glaubt, man dürfe das Du kleinschreiben, wird sich damit keine Freunde
> > machen.
>
> Das hat wohl nichts mit dem Glauben zu tun, sondern mit der Frage,
> inwieweit man eine neue Vorschrift befolgt (in der Arbeitswelt befolgen
> muss). Daraus auf Höflichkeit zu schließen und ggf. sogar soziale
> Konsequenzen zu ziehen, geht wohl ein bisschen zu weit.
Wer höflich sein will, wird diese Vorschrift nicht befolgen.
Markus
--
Markus Gail ------- <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail>
------ »Die Wasser der Weltgeschichte fließen unablässig hinab zum Tale,
das da Freiheit heißt. Sie lassen sich durch nichts umkehren, höchstens
aufhalten, doch überlange Stauung bricht die Dämme.« Walter Rathenau --
> Bei mir ist es Regel 121, und da steht: "Groß schreibt man das
> Anredefürwort in Briefen, feierlichen Aufrufen und Erlassen,
> Grabinschriften, Widmungen, Mitteilungen des Lehrers an einen Schüler
> unter Schularbeiten, auf Fragebogen bei schriftlichen Prüfungsaufgaben
> usw."
Und von wann ist dein Duden?
Flups
> Beides.
Wenn du an solchen Formalien festmachst, ob ein Brief unhöflich ist oder
nicht, dann darfst du dich meinetwegen beleidigt fühlen.
Flups
--
http://www.wikipedia.de - Die freie Online-Enzyklopädie
> Was meint ihr dazu? Wie empfindet/empfandet ihr ein kleingeschriebenes
> "du" in einem Brief? Nur falsch, oder auch unhöflich?
Ich halte es so:
Für mich deutet ein kleingeschriebenes "du" (allein) auf gar nichts,
schon gar nicht auf vorsätzliche Unhöflichkeit.
Wenn ich höflich zu Dir sein möchte, schreiben ich trotzdem .... Du
siehst es ja hier. Auch NRS-Fans wird das nicht beleidigen.
Matthias
--
__________________________________________________________
NewsGroups individuell filtern mit http://www.NewsSIEVE.de
> > Mit anderen Worten: wenn man jemanden direkt anspricht.
>
> Die Aufzählung beschränkt sich IMHO auf Anlässe in feierlichem oder
> formellen Rahmen.
Warum die Duden-Redaktion die "Regel" in Form dieser Aufzählung
formuliert hat, statt tatsächlich eine allgemeine Regel zu formulieren,
ist mir etwas unverständlich, aber selbst die Duden-Redaktion hat ja
eingeräumt, daß die Formulierungen der Regeln zuweilen häufig wenig
hilfreich sind.
Jedenfalls ist die Aufzählung, wie aus dem "usw." zu erkennen ist, nicht
abschließend.
Man wird jedoch kaum vertreten können, daß die Regel besagen sollte, daß
man zwar in Briefen das Du großgeschrieben werden müsse, in Postkarten
oder auf selbstklebenden Merkzetteln oder Usenet-Postings hingegen
nicht.
Ickler schreibt in seinem /Rechtschreibwörterbuch/:
Das Anredepronomen /Du/ und seine Flexionsformen sowie der zugehörige
Possessivartikel /Dein/ werden in Briefen und ähnlichen Texten groß
geschrieben. Anm. 1: Klein geschrieben wird /du/ in angeführter
mündlicher Rede sowie in Anleitungstexten, die keine echte
persönliche Anrede enthalten.
Im Umkehrschluß bedeutet das, daß das Du immer großgeschrieben wird,
wenn man jemanden direkt persönlich anspricht.
Markus
--
Markus Gail ------- <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail>
------------------------------------------- Die liberale Idee ist stark
wie eh und je -- es sind die Menschen, die schwach sind; sie müssen von
Zeit zu Zeit wachgerüttelt werden. Marion Gräfin Dönhoff --------------
> Martina Diel schrieb:
>
> > Was meint ihr dazu? Wie empfindet/empfandet ihr ein kleingeschriebenes
> > "du" in einem Brief? Nur falsch, oder auch unhöflich?
>
> Wie ich einen brief empfinde, hängt sich nicht an der schreib-
> weise des "du" auf, sondern am sonstigen inhalt und ton ....
Da kann ich dir nur beistimmen.
Auch beim Sprechen kann man ja nur durch Inhalt und Ton unterstreichen,
wie das Du gemeint ist bzw. wie es ankommen soll.
Ein kleingeschriebenes "du" sagt mir ganz einfach nur: Er/sie hat schon
auf die NRS umgestellt.
Im Übrigen erwarte ich von Leuten mit denen ich per "Du" bin eigentlich
nicht Höflichkeit (die müssen mir nicht den Hof machen ;-)), aber immer
_Respekt_, auch dann, wenn sie mir etwa Unangenehmes sagen wollen.
Yvonne Steiner
> Bei mir ist es Regel 121, und da steht: "Groß schreibt man das
> Anredefürwort in Briefen, feierlichen Aufrufen und Erlassen,
> Grabinschriften, Widmungen, Mitteilungen des Lehrers an einen Schüler
> unter Schularbeiten, auf Fragebogen bei schriftlichen Prüfungsaufgaben
> usw."
>
> Mit anderen Worten: wenn man jemanden direkt anspricht.
Wichtig ist die direkte *schriftliche* Anrede. Für die Widergabe einer
öffentlichen Rede oder feierlichen Ansprache sowie für die Wiedergabe
der dirkekten Rede gilt die Kleinschreibung.
Ralf
> Und die Zusatzfrage:
> Sind Postings im Usenet in dieser Hinsicht mit Briefen vergleichbar?
Bedingt. Hier gilt bekanntlich das "Sie" als unhöflich.
Wenn Du jemanden, den Du dutzt, in einem Posting direkt ansprichst,
gelten dieselben Regeln wie bei einem Brief. Ganz oder teilweise ähnelt
dann der Usenet-Artikel einem öffentlichen Brief.
Ich verwende das großgeschriebene "Du" vor allem zur Kennzeichnung der
direkten Anrede. Kleingeschrieben kann "du" auch für "man" stehen.
Ralf
>Ich habe von dem Aspekt der Höflichkeit noch nie etwas gehört in diesem
>Kontext.
>Was meint ihr dazu? Wie empfindet/empfandet ihr ein kleingeschriebenes
>"du" in einem Brief? Nur falsch, oder auch unhöflich?
>
Als unmoralisch. ;-)
Nein, im Ernst: Es war für mich immer eine gewisse Übung in Toleranz,
davon auszugehen, dass in Briefen klein geschriebenes "du" nur ein
Rechtschreibfehler oder die Offenbarung einer Unwissenheit sei. Um
Grunde hatt ich immer den Verdacht, es sei böswillige Absicht.
Und ich würde auch heute niemals wagen, in einem Brief an eine
vertraute Person, an deren weiterem Wohlwollen mir liegt, "du" zu
schreiben, wenn ich nicht absolut sicher bin, dass sie die neuen
Regeln kennt und selber befolgt.
>Und die Zusatzfrage:
>Sind Postings im Usenet in dieser Hinsicht mit Briefen vergleichbar?
>
Nach einigem Zögern denk ich mir: Nein.
Hier schreib ich ja für ein virtuelles Anschlagbrett, auf dem jeder
lesen und schreiben kann, der über Schreibgerät, Lesefähigkeit und
Reißzwecken verfügt.
Reinhard
--
Nicht-Sehen eines Dings,
das ist Haften am Sehen.
Treibende Wolken verhüllen
den Glanz der Sonne. (Hui-neng)
> Die Rechtschreibung hat sich gefälligst danach zu richten, was als
> höflich gilt, und nicht umgekehrt.
Die Groß- oder Kleinschreibung von du/Du ist eine anerlernte Schreibform.
Ebenso wie die zum Deutschen gänzlich konträre Eigenheit des Englischen,
ich (I) groß- und du/Sie (you) kleinzuschreiben. Reine Konvention, mit
Höflichkeit oder Unhöflichkeit hat das nichts zu tun. Ich persönlich
habe die Regeln zur Groß- bzw. Kleinschreibung von du/Du immer schon
als seltsam empfunden und war froh, dass sie abgeschafft wurden.
> Daß die Rechtschreibreformer mit ihrem antibürgerlichen Impetus die
> Rüpelhaftigkeit zur Norm erhoben haben, ist gegenüber den gutgläubigen
> Ratsuchenden völlig unverantwortlich.
Solche Kraftsprüche halte ich, mit Verlaub, für Blödsinn.
Franz
>Bei mir ist es Regel 121, und da steht: "Groß schreibt man das
>Anredefürwort in Briefen, feierlichen Aufrufen und Erlassen,
>Grabinschriften, Widmungen, Mitteilungen des Lehrers an einen Schüler
>unter Schularbeiten, auf Fragebogen bei schriftlichen Prüfungsaufgaben
>usw."
>
>Mit anderen Worten: wenn man jemanden direkt anspricht.
>
Das würde aber bedeuten, dass man "Du" immer groß schreiben muss, denn
was sonst willst du damit machen, als jemanden direkt anreden? Deshalb
heißt es ja auch Anredefürwort.
> Die Rechtschreibung hat sich gefälligst danach zu richten, was als
> höflich gilt, und nicht umgekehrt.
Ich bin wahrhaft kein Freund der FNDRS, doch wir haben sie nun mal
aufgedrückt bekommen und müssen uns danach richten genau so wie wir
nicht mehr mit DM bezahlen können.
Mit Unhöflichkeit hat das nichts zu tun.
> Daß die Rechtschreibreformer mit ihrem antibürgerlichen Impetus die
> Rüpelhaftigkeit zur Norm erhoben haben, ist gegenüber den gutgläubigen
> Ratsuchenden völlig unverantwortlich.
Dieser Absatz erschließt sich mir nun überhaupt nicht. Wo liegt der
Zusammenhang zwischen Rechtschreibung und Antibürgerlichkeit? IMHO
waren in der Kommission überwiegend Leute, über die jeder anständig
gebliebene Alt-68er nur die Nase rümpfen würde. ;-)
Als rüpelhaft empfinde ich eher den sonstigen Umgang mit der deutschen
Sprache im Usenet.
> Die Kleinschreibung des Du ist eine Vorschrift, die man schlicht und
> ergreifend nicht ernstnehmen kann.
Doch, die Kommission hat das genau so ernst gemeint wie alle anderen
Änderungen.
Gruß
G.O.
Das 'Du' wurde groß geschrieben, weil es als höflich und respektvoll
empfunden wurde. Die Wörterbuch-Redakteure hatten das erkannt und als
Regel formuliert.
Die neue Regel versucht das auf den Kopf zu stellen: unabhängig vom
Sprachempfinden hat man 'Du' jetzt klein zu schreiben. Warten wir mal
fünf Jahre ab und sehen, was die Wörterbücher dann verzeichnen.
Gruß
Thomas
Und wenn die Kommission die Zahl Pi auf 3 festgesetzt hätte, dann hätten
wir ebenso zu gehorchen!
Gruß
Thomas
> > (...) Reine Konvention, mit
> > Höflichkeit oder Unhöflichkeit hat das nichts zu tun. (...)
>
> Das 'Du' wurde groß geschrieben, weil es als höflich und respektvoll
> empfunden wurde. Die Wörterbuch-Redakteure hatten das erkannt und als
> Regel formuliert.
Sicher, die Großschreibung wurde so begründet. (Ob sie nun quasi von
allein entstanden und von den Wörterbuch-Autoren nur registriert worden
ist, oder ob sie nicht doch eher in einer Vorschrift ihren Ursprung hat,
weiß ich nicht. Letzteres würde mich nicht wundern. Die komplizierte
Duden-Regelung der du/Du-Schreibung jedenfalls ist mit Sicherheit das
Werk eines regelungsfreudigen Grammatikers oder Orthografen.) Trotzdem ist
sie aber doch nur eine Konvention und nicht etwa etwas, das der Schreibung
selbst innewohnt. Sonst wären ja Engländer und Amerikaner nicht nur
unhöfliche Menschen, wie übrigens alle übrigen Europäer (außer den
Deutschen), sondern obendrein noch höchst narzisstisch, da sie sich
selbst mit einem großgeschriebenen Pronomen bezeichnen, den Angesprochenen
aber mit einem kleingeschriebenen. Du wirst mir doch sicher zustimmen,
dass das eine reine Schreibkonvention ist, die nichts mit Unhöflichkeit
oder Selbstsucht zu tun hat. Warum sollte es bei der deutschen
Schreibung dann anders sein?
> Die neue Regel versucht das auf den Kopf zu stellen: unabhängig vom
> Sprachempfinden hat man 'Du' jetzt klein zu schreiben.
Nein. Sie hat einfach nur die seltsame und komplizierte Regelung der
alten Groß-/Kleinschreibung abgeschafft, mit der alleinigen Absicht der
Vereinfachung.
> Warten wir mal
> fünf Jahre ab und sehen, was die Wörterbücher dann verzeichnen.
Da braucht es nicht viel Fantasie. Die mit der neuen Schreibung groß
gewordenen Schulkinder werden das kleingeschriebene du als völlig
natürlich empfinden, so wie alle unsere europäischen Nachbarn auch.
Das alte Du wird nur noch als historisches Kuriosum empfunden werden,
so wie das Er als Anrede.
Franz
> Die mit der neuen Schreibung groß
> gewordenen Schulkinder werden das kleingeschriebene du als völlig
> natürlich empfinden, ...
Das kann man, auch als "älteres Semester", jetzt schon so empfinden. ;-)
ys
Das empfinde ich als Anglizismus.
--
begin Virenzertifikat.txt
Dieses Posting ist garantiert virenfrei.
end
> Ralf....@t-online.de (Ralf Heinrich Arning) wrote:
>>Kleingeschrieben kann "du" auch für "man" stehen.
>
> Das empfinde ich als Anglizismus.
Ist es auch allzuhäufig, v. a. in übersetzten Interviews. "Wenn du auf
der Bühne stehst ..." Es ist aber MUSEN auch im Deutschen üblich.
- Sebastian
>> Kleingeschrieben kann "du" auch für "man" stehen.
>
> Das empfinde ich als Anglizismus.
- Der Zauberer nahm sein Kaninchen am Schlafittchen, sprach "Abra
kadabra" und - hast du nicht gesehen! - war es weg.
- Dann ist da noch so 'ne Sängerin aufgertreten, ach, kannst
du vergessen.
- Aber in der Geisterbahn - da kannste dich gruseln! Das wirste
nie vergessen.
Ich empfinde die Beispiele, die alle nicht zwingend einen direkten
Ansprechpartner benötigen (oder die du auch gegenüber jemandem verwenden
kannst, den du siezt - uffz!, noch ein Bleistift), nicht als Angliszismen.
Nö, denn Pi ist keine Konvention, Sprache schon.
Ich verstehe jedenfalls die Aufregung um so ein bisschen Buchstabe
nicht. Es gibt Schlimmeres in der FNDRS.
Gruß
G.O.
>Tilman Schmidt schrieb:
>> Ralf....@t-online.de wrote:
>
>>> Kleingeschrieben kann "du" auch für "man" stehen.
>>
>> Das empfinde ich als Anglizismus.
>
>- Der Zauberer nahm sein Kaninchen am Schlafittchen, sprach "Abra
> kadabra" und - hast du nicht gesehen! - war es weg.
>- Dann ist da noch so 'ne Sängerin aufgertreten, ach, kannst
> du vergessen.
>- Aber in der Geisterbahn - da kannste dich gruseln! Das wirste
> nie vergessen.
>
>Ich empfinde die Beispiele, die alle nicht zwingend einen direkten
>Ansprechpartner benötigen (oder die du auch gegenüber jemandem verwenden
>kannst, den du siezt - uffz!, noch ein Bleistift), nicht als Angliszismen.
Zustimmung.
Weitere Beispiele:
"Aber wissen Sie, Chef, es gibt so Situationen, da bist du völlig
machtlos, da kannst du gar nichts machen, das müssen Sie doch
verstehen!"
"Herr Professor, bei manchen Büchern, da fragst du dich, wer hat
solchen Unfug geschrieben? Stimmen Sie mir zu?"
Dieses Du tauchts aber eher in gesprochenem Deutsch auf als in
geschriebenen Texten - etwa in Briefen.
Grüße
Jörg.
--
"Recht hat er, der Dingsbums!"
>use0...@onlinehome.de (Matthias Opatz) schrieb in
>de.etc.sprache.deutsch:
>
>>- Der Zauberer nahm sein Kaninchen am Schlafittchen, sprach "Abra
>> kadabra" und - hast du nicht gesehen! - war es weg.
>>- Dann ist da noch so 'ne Sängerin aufgertreten, ach, kannst
>> du vergessen.
>>- Aber in der Geisterbahn - da kannste dich gruseln! Das wirste
>> nie vergessen.
>>
>>Ich empfinde die Beispiele, die alle nicht zwingend einen direkten
>>Ansprechpartner benötigen (oder die du auch gegenüber jemandem verwenden
>>kannst, den du siezt - uffz!, noch ein Bleistift), nicht als Angliszismen.
Ich empfinde die Beispiele so, dass sie durchaus einen Ansprechpartner
voraussetzen, und hätte auch Skrupel, das so gegenüber jemandem zu
verwenden, den ich sieze.
>"Aber wissen Sie, Chef, es gibt so Situationen, da bist du völlig
>machtlos, da kannst du gar nichts machen, das müssen Sie doch
>verstehen!"
>
>"Herr Professor, bei manchen Büchern, da fragst du dich, wer hat
>solchen Unfug geschrieben? Stimmen Sie mir zu?"
Da rollen sich mir die Zehennägel auf!
>Dieses Du tauchts aber eher in gesprochenem Deutsch auf als in
s/sp/b/ :-)
>geschriebenen Texten - etwa in Briefen.
Ich kenne diese Sprechweise nur von Ausländern, die der deutschen
Sprache noch nicht ganz mächtig sind - in meiner Jugend von Griechen,
heute von Türken. Wenn ich so etwas lese, höre ich vor meinem inneren
Ohr die Stimme eines guten Freunds meiner Eltern, der als griechischer
Gastarbeiter in die Gegend von Stuttgart gekommen war und ein
unnachahmliches griechisches Schwäbisch sprach. ;-)
--
Tilman Schmidt E-Mail: Tilman....@ePost.de
Bonn, Germany
- In theory, there is no difference between theory and practice.
In practice, there is.
Eine Konvention ist eine Vereinbarung. Eine Vereinbarung kann nicht
einseitig verkündet werden.
Ich jedenfalls empfinde ein kleines 'Du' als kleine Unverschämtheit.
Gruß
Thomas
Du schreibt man groß. Das ist die einfachste Regel, die man sich denken
kann.
> (...) Sonst wären ja Engländer und Amerikaner nicht nur
> unhöfliche Menschen, wie übrigens alle übrigen Europäer (außer den
> Deutschen), sondern obendrein noch höchst narzisstisch, da sie sich
> selbst mit einem großgeschriebenen Pronomen bezeichnen, den Angesprochenen
> aber mit einem kleingeschriebenen.
Das empfinde ich - mit einem Kopfschütteln und einem Augenzwinkern -
auch so. (Ich dachte, das sei nur im Englischen so!?)
> Du wirst mir doch sicher zustimmen,
> dass das eine reine Schreibkonvention ist, die nichts mit Unhöflichkeit
> oder Selbstsucht zu tun hat. Warum sollte es bei der deutschen
> Schreibung dann anders sein?
Das ist mit zu theoretisch. Ich empfinde ein großes 'Du' als höflich und
respektvoll und ein kleines als einen Furz im vollen Fahrstuhl. Nimm es hin.
>
> (...)
>
>>Warten wir mal
>>fünf Jahre ab und sehen, was die Wörterbücher dann verzeichnen.
>
>
> Da braucht es nicht viel Fantasie.
Eben: WARTEN WIR ES AB!
> Die mit der neuen Schreibung groß
> gewordenen Schulkinder werden das kleingeschriebene du als völlig
> natürlich empfinden, so wie alle unsere europäischen Nachbarn auch.
> Das alte Du wird nur noch als historisches Kuriosum empfunden werden,
> so wie das Er als Anrede. (...)
Ich vermute, der Versuch, das Sprachempfinden durch das Votum einer
'Kommission' zu überstimmen, wird als Kuriusum in die Geschichte eingehen.
Thomas
> Mag sein. Kleinschreibung gilt in Schulen und Behörden,
Wenn mich eine Behörde in einem Brief duzen würde, würde ich das als
grobe Unverschämtheit empfinden, egal ob groß oder klein geschrieben.
> in Zeitungen gilt weiterhin Großschreibung; im Prinzip haben sich die
> Zeitungsmacher darauf geeinigt, diese "Regel" nicht zu übernehmen.
Was für ein praxisrelevantes Beispiel.
> Du schreibt man groß. Das ist die einfachste Regel, die man sich
> denken kann.
Wenn man es immer groß schreiben würden, wäre es das tatsächlich.
>> Viele empfinden Kleinschreibung in der Anrede als
>> unhoeflich. Und wenn mich meine Erinnerung nicht ganz
>> truegt, kommt die Grossschreibung auch genau da her. Sollte
>> im Zweifel in de.etc.sprache.deutsch herauszubekommen sein.
>
> Ich habe von dem Aspekt der Höflichkeit noch nie etwas gehört in diesem
> Kontext.
> Was meint ihr dazu? Wie empfindet/empfandet ihr ein kleingeschriebenes
> "du" in einem Brief? Nur falsch, oder auch unhöflich?
Mich hat früher das groß geschriebene "Du" in Briefen immer gestört - ich
fand, dass das nicht zum "per-du-sein passt".
Die neue ß-Regel und das klein geschriebene "du" scheinen mir auch die
beiden gelungenen Aspekte der RSR zu sein.
Joachim
> Eine Konvention ist eine Vereinbarung. Eine Vereinbarung kann nicht
> einseitig verkündet werden.
> Ich jedenfalls empfinde ein kleines 'Du' als kleine Unverschämtheit.
Wieso einseitig? Die FNDRS ist zwischen mehreren Staaten und
enthnischen Gruppen vereinbart worden. Damit trifft die Vereinbarung
alle Angehörigen dieser Gruppen, denn es waren Delegierte der
jeweiligen ligitimierten Führungen in der Kommission. Du bestreitest
ja auch nicht, dass Wasser bei 100°C siedet, nur weil das
unverschämter Weise niemand mit dir persönlich vereinbart hat.
Sicher wäre ein Plebiszit über die Rechtschreibung aktuellem Rechts-
und Volksempfinden zuträglicher gewesen, aber unsere Politiker sind
noch nicht so weit.
Gruß
G.O.
> >use0...@onlinehome.de (Matthias Opatz) schrieb #
> >>- Der Zauberer nahm sein Kaninchen am Schlafittchen, sprach "Abra
> >> kadabra" und - hast du nicht gesehen! - war es weg.
> >>- Dann ist da noch so 'ne Sängerin aufgertreten, ach, kannst
> >> du vergessen.
> >>- Aber in der Geisterbahn - da kannste dich gruseln! Das wirste
> >> nie vergessen.
> Ich empfinde die Beispiele so, dass sie durchaus einen Ansprechpartner
> voraussetzen, und hätte auch Skrupel, das so gegenüber jemandem zu
> verwenden, den ich sieze.
>
> >"Aber wissen Sie, Chef, es gibt so Situationen, da bist du völlig
> >machtlos, da kannst du gar nichts machen, das müssen Sie doch
> >verstehen!"
> >
> >"Herr Professor, bei manchen Büchern, da fragst du dich, wer hat
> >solchen Unfug geschrieben? Stimmen Sie mir zu?"
>
> Da rollen sich mir die Zehennägel auf!
>
Offenbar ist auch diese Form eine Frage des Soziolekts, genauso wie
der Genus von Cola oder die Richtung von "Geh!".
Ich habe jedenfalls keine Probleme mit dem verallgemeinernden "du" und
auch noch nie jemand getroffen, der diese formelhaften Ausdrücke als
despektierlich empfand.
Gruß
G.O.
Nein, allenfalls von Gruppierungen aus diesen Ländern. Die Nutzer der
Sprache bekommen sie aufgetischt. Daher: einseitig.
> Du bestreitest
> ja auch nicht, dass Wasser bei 100°C siedet, nur weil das
> unverschämter Weise niemand mit dir persönlich vereinbart hat.
Wenn die Kommissionen sich auf 99 Grad einigten, dann bestritte ich das
durchaus.
>
> Sicher wäre ein Plebiszit über die Rechtschreibung aktuellem Rechts-
> und Volksempfinden zuträglicher gewesen, aber unsere Politiker sind
> noch nicht so weit. (...)
Der Plebiszit findet pausenlos statt: jeder, der schreibt, nimmt daran teil.
Gruß
Thomas
> Das würde aber bedeuten, dass man "Du" immer groß schreiben muss, denn was
> sonst willst du damit machen, als jemanden direkt anreden? Deshalb heißt
> es ja auch Anredefürwort.
Ein Mensch wie du und ich.
"Sag du zu mir."
Sie sagte: "Danny, du redest wirres Zeug."
Markus
--
Markus Gail ------- <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail>
»Tiefe Überzeugungen führen immer zur Mäßigung. Extremismus und
Sektierertum, links wie rechts, sind ein Ausdruck von Schwäche.«
Felipe González
> Reine Konvention, mit Höflichkeit oder Unhöflichkeit hat das nichts zu
> tun.
Höflichkeit *ist* Konvention.
M.
> > Die Rechtschreibung hat sich gefälligst danach zu richten, was als
> > höflich gilt, und nicht umgekehrt.
>
> Ich bin wahrhaft kein Freund der FNDRS, doch wir haben sie nun mal
> aufgedrückt bekommen und müssen uns danach richten genau so wie wir
> nicht mehr mit DM bezahlen können.
Ich bin ein schlechter Untertan.
> > Daß die Rechtschreibreformer mit ihrem antibürgerlichen Impetus die
> > Rüpelhaftigkeit zur Norm erhoben haben, ist gegenüber den gutgläubigen
> > Ratsuchenden völlig unverantwortlich.
>
> Dieser Absatz erschließt sich mir nun überhaupt nicht. Wo liegt der
> Zusammenhang zwischen Rechtschreibung und Antibürgerlichkeit?
Maßstab für die Rechtschreibreform waren nicht die Gebildeten, sondern
Leute, deren Geistesleben sich auf dem Niveau von Bild-Zeitung und
Freizeit-Revue bewegt.
Das zeigt sich beispielsweise in der Unkenntlichmachung altsprachlicher
Begriffe und in der Einführung des Prinzips der Groß-und-auseinander-
Schreibung, wodurch bestimmte Ausdrucksweisen nicht mehr darstellbar und
verwendbar werden, und schließlich in den Maßstäben bei der
Stammzuordnung.
Außerdem ist die NRS darauf angelegt, möglichst fehlerfrei zu schreiben,
anstatt möglichst gut lesbare, eindeutige und leichtverständliche Texte
zu gewährleisten.
Aber, ich glaube, das hatten wir alles schon. Haarsträubende
Einzelheiten zur Entstehung der RSR sind unter
<http://www.rechtschreibreform.com> nachzulesen.
> Als rüpelhaft empfinde ich eher den sonstigen Umgang mit der deutschen
> Sprache im Usenet.
Das schließt sich ja nicht aus.
> > Die Kleinschreibung des Du ist eine Vorschrift, die man schlicht und
> > ergreifend nicht ernstnehmen kann.
>
> Doch, die Kommission hat das genau so ernst gemeint wie alle anderen
> Änderungen.
Die Rechtschreibreformkommission verfügt in diesem Punkt über
genausoviel Vertrauenswürdigkeit, wie in anderen Punkten.
In dieser Kommission waren die personifizierten Mindermeinungen
versammelt, die dort ihr Steckenpferdchen geritten haben.
Markus
--
Markus Gail ------- <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail/>
"Was nach der Rückkehr der FAZ zur alten Rechtschreibung am 1. August an
Verlautbarungen aus der kultusbehördlichen Ecke zu lesen war, ist nichts
als die wortgewordene Rechthaberei von ertappten Pfuschern." D. Roth/RNZ
> > Eine Konvention ist eine Vereinbarung. Eine Vereinbarung kann nicht
> > einseitig verkündet werden. Ich jedenfalls empfinde ein kleines 'Du' als
> > kleine Unverschämtheit.
>
> Wieso einseitig? Die FNDRS ist zwischen mehreren Staaten und
> enthnischen Gruppen vereinbart worden.
... nachdem vom Bertelsmann-Konzern Tatsachen geschaffen worden waren.
Super!
> Sicher wäre ein Plebiszit über die Rechtschreibung aktuellem Rechts- und
> Volksempfinden zuträglicher gewesen, aber unsere Politiker sind noch nicht
> so weit.
Dann würde ich es mal mit zivilem Ungehorsam versuchen. Der Kaiser ist
nackt.
Markus
--
Markus Gail ------- <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail/>
"Es ist ein Grundsatz, daß Ehrenhaftigkeit immer die beste Politik ist,
und zwar ebenso bei öffentlichen wie bei privaten Angelegenheiten."
-- George Washington
> > Die neue Regel versucht das auf den Kopf zu stellen: unabhängig vom
> > Sprachempfinden hat man 'Du' jetzt klein zu schreiben.
>
> Nein. Sie hat einfach nur die seltsame und komplizierte Regelung der
> alten Groß-/Kleinschreibung abgeschafft, mit der alleinigen Absicht der
> Vereinfachung.
Was war an der alten Regelung seltsam und kompliziert?
> > Warten wir mal fünf Jahre ab und sehen, was die Wörterbücher dann
> > verzeichnen.
>
> Da braucht es nicht viel Fantasie. Die mit der neuen Schreibung groß
> gewordenen Schulkinder werden das kleingeschriebene du als völlig
> natürlich empfinden, so wie alle unsere europäischen Nachbarn auch.
Mir ist eine Schule bekannt, an der die Schüler nach der alten RS
unterrichtet werden, und die neue RS nur pro forma erklärt bekommen.
Außerdem sieht es so aus, als würden mit jeder neuen Duden-Auflage
RSR-Neuerungen stillschweigend zurückgenommen. Warten wir mal ab, wie
das weitergeht.
Markus
--
Markus Gail ------- <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail>
-----------------------------------------------------------------------
Surftip des Monats: <http://www.schnappmatik.de/TFFFFF/>
> > Du schreibt man groß. Das ist die einfachste Regel, die man sich denken
> > kann.
>
> Wenn man es immer groß schreiben würden, wäre es das tatsächlich.
Gut, die Regel lautet: Man schreibt das Du immer groß, wenn man jemanden
direkt anspricht. Wer das nicht kapiert, wird wahrscheinlich in seinem
ganzen Leben nie einen Brief schreiben.
Markus
--
Markus Gail ------- <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail/>
--------------------- Freiheit ist eine Zumutung. Aber sie ist zumutbar.
Turnerschaft Alsatia: <http://www.alsatia.de>
Ich nicht. Es handelt sich um eine der neuen Regeln, die ich am
leichtesten und sofort in meinen täglichen Gebrauch übernommen habe.
Beim Briefeschreiben vor der RR war das Personalpronomen der zweiten
Person Singular regelmäßig ein Stolperstein und Anlass für das
Übermalen von <d> durch <D> bei handschriftlichen Briefen - jedenfalls
während meiner ersten zwei Lebensjahrzehnte. Später, muss ich zugeben,
hatte ich mich ganz gut daran gewöhnt und habe zwei weitere
Lebensjahrzehnte mit <D> zustandegebracht.
Gruß
pcr
--
"Humans beans is all squifflerotters and grinksludgers." -
"That simply isn't true!" Sophie cried angrily. "Some are very
kind indeed." "Who?" the BFG said. "Name one". - "The Queen of
England," Sophie said. | Roald Dahl | parrots-and-jabberwocks.de
>> Wieso einseitig? Die [NRS] ist zwischen mehreren Staaten und
>> enthnischen Gruppen vereinbart worden.
> ... nachdem vom Bertelsmann-Konzern Tatsachen geschaffen worden
> waren.
Könntest Du diese seltsame Behauptung belegen?
M.
> >> Wieso einseitig? Die [NRS] ist zwischen mehreren Staaten und
> >> enthnischen Gruppen vereinbart worden.
>
> > ... nachdem vom Bertelsmann-Konzern Tatsachen geschaffen worden
> > waren.
>
> Könntest Du diese seltsame Behauptung belegen?
<http://www.korrekturen.de/docs/wemgehoert.pdf>
Markus
--
Markus Gail ------- <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail/>
"Seit Holzmann kennen wir die Definition von Familienbetrieb: Das sind
Betriebe, zu denen der Kanzler nicht kommt, wenn sie in Not sind."
Walter Döring, stellv. FDP-Bundesvorsitzender auf dem Dreikönigstreffen
>Joerg Digmayer <joerg.d...@gmx.de> wrote:
>Ich empfinde die Beispiele so, dass sie durchaus einen Ansprechpartner
>voraussetzen, und hätte auch Skrupel, das so gegenüber jemandem zu
>verwenden, den ich sieze.
>
>>"Aber wissen Sie, Chef, es gibt so Situationen, da bist du völlig
>>machtlos, da kannst du gar nichts machen, das müssen Sie doch
>>verstehen!"
>>
>>"Herr Professor, bei manchen Büchern, da fragst du dich, wer hat
>>solchen Unfug geschrieben? Stimmen Sie mir zu?"
>
>Da rollen sich mir die Zehennägel auf!
Dein gutes Recht.
>Ich kenne diese Sprechweise nur von Ausländern, die der deutschen
>Sprache noch nicht ganz mächtig sind - in meiner Jugend von Griechen,
>heute von Türken. Wenn ich so etwas lese, höre ich vor meinem inneren
>Ohr die Stimme eines guten Freunds meiner Eltern, der als griechischer
>Gastarbeiter in die Gegend von Stuttgart gekommen war und ein
>unnachahmliches griechisches Schwäbisch sprach. ;-)
Nein, mir ist diese Sprechweise sowohl an der Uni als auch im
Berufsleben schon begegnet, und zwar von honorigen Leuten, die
leidlich fehlerfrei ihre Muttersprache Deutsch gebrauchen.
Vielleicht unterscheidet sichs regional?
> Michael Pronay <pro...@gmx.at> wrote:
>
>>>> Wieso einseitig? Die [NRS] ist zwischen mehreren Staaten und
>>>> enthnischen Gruppen vereinbart worden.
>>
>>> ... nachdem vom Bertelsmann-Konzern Tatsachen geschaffen worden
>>> waren.
>>
>> Könntest Du diese seltsame Behauptung belegen?
>
> <http://www.korrekturen.de/docs/wemgehoert.pdf>
Dies einen Beleg zu nennen, finde ich sehr unkritisch gedacht. Es
handelt sich nicht um einen Beleg sondern um eine Behauptung eines
erklärten NRS-Gegners (womit ich nicht sagen möchte, dass es nicht
stimmt).
Gruß,
Wolfram
> Da rollen sich mir die Zehennägel auf!
Dann gehörten sie aber wirklich wieder mal geschnitten. ;-)
ys
> Tilman Schmidt <Tilman....@ePost.de> schrieb in
>
>>Da rollen sich mir die Zehennägel auf!
>
> Dein gutes Recht.
*Ihr* gutes Recht.
- Sebastian
> > (...)Die komplizierte
> > Duden-Regelung der du/Du-Schreibung jedenfalls ist mit Sicherheit das
> > Werk eines regelungsfreudigen Grammatikers oder Orthografen.)
>
> Du schreibt man groß. Das ist die einfachste Regel, die man sich denken
> kann.
Sicher, das wäre auch eine einfache Regel. Nur entspricht sie nicht der
alten Regelung zum Du/du. Um deine Regel einzuführen, hätte es ebenso
einer Reform bedurft.
> > (...) Sonst wären ja Engländer und Amerikaner nicht nur
> > unhöfliche Menschen, wie übrigens alle übrigen Europäer (außer den
> > Deutschen), sondern obendrein noch höchst narzisstisch, da sie sich
> > selbst mit einem großgeschriebenen Pronomen bezeichnen, den Angesprochenen
> > aber mit einem kleingeschriebenen.
>
> Das empfinde ich - mit einem Kopfschütteln und einem Augenzwinkern -
> auch so. (Ich dachte, das sei nur im Englischen so!?)
Das große Ich gibt's meines Wissens nur im Englischen. Das kleine du ist
dagegen allgemein verbreitet. Mir fällt außer der deutschen keine Sprache
ein, die du großschreibt.
> > Du wirst mir doch sicher zustimmen,
> > dass das eine reine Schreibkonvention ist, die nichts mit Unhöflichkeit
> > oder Selbstsucht zu tun hat. Warum sollte es bei der deutschen
> > Schreibung dann anders sein?
>
> Das ist mit zu theoretisch. Ich empfinde ein großes 'Du' als höflich und
> respektvoll und ein kleines als einen Furz im vollen Fahrstuhl. Nimm es hin.
Klar, jeder hat ein Recht auf seine Empfindungen. Nur solltest du sie
nicht zur Maxime für alle erheben.
> > Die mit der neuen Schreibung groß
> > gewordenen Schulkinder werden das kleingeschriebene du als völlig
> > natürlich empfinden, so wie alle unsere europäischen Nachbarn auch.
> > Das alte Du wird nur noch als historisches Kuriosum empfunden werden,
> > so wie das Er als Anrede. (...)
>
> Ich vermute, der Versuch, das Sprachempfinden durch das Votum einer
> 'Kommission' zu überstimmen, wird als Kuriusum in die Geschichte eingehen.
Das von dir bemühte allgemeine "Sprachempfinden" gibt es nicht. Dein
Sprachempfinden basiert auf einer erlernten Schreibweise, so wie das
englische Sprachempfinden zum großgeschriebenen Ich auch auf einer
erlernten Schreibweise beruht. Die heutigen Schulkinder lernen eine
andere Du/du-Schreibung und werden damit ein ebenso natürliches Sprach-
empfinden verbinden. Opa und Oma können ruhig ihre Schreibgewohnheiten
beibehalten und damit verbinden was sie wollen.
Franz
> > Du schreibt man groß. Das ist die einfachste Regel, die man sich denken
> > kann.
>
> Sicher, das wäre auch eine einfache Regel. Nur entspricht sie nicht der
> alten Regelung zum Du/du. Um deine Regel einzuführen, hätte es ebenso
> einer Reform bedurft.
Wenigstens wäre das eine sinnvolle Reform gewesen.
M.
Ach ja, dann misst du Wärmemenge sich auch noch in Kalorien, gelt?
> >
> > Sicher wäre ein Plebiszit über die Rechtschreibung aktuellem Rechts-
> > und Volksempfinden zuträglicher gewesen, aber unsere Politiker sind
> > noch nicht so weit. (...)
>
> Der Plebiszit findet pausenlos statt: jeder, der schreibt,
^^^ ^
> nimmt daran teil.
Manchmal ist es doch gut, dass wir noch nicht so weit sind mit der
Basisdemokratie.
Gruß
G.O.Thomas Frieling <thomas....@arcor.de> wrote
>
> > Du bestreitest
> > ja auch nicht, dass Wasser bei 100°C siedet, nur weil das
> > unverschämter Weise niemand mit dir persönlich vereinbart hat.
>
> Wenn die Kommissionen sich auf 99 Grad einigten, dann bestritte ich das
> durchaus.
Ach ja, dann misst du Wärmemenge sicher auch noch in Kalorien, gelt?
> >
> > Sicher wäre ein Plebiszit über die Rechtschreibung aktuellem Rechts-
> > und Volksempfinden zuträglicher gewesen, aber unsere Politiker sind
> > noch nicht so weit. (...)
>
> Der Plebiszit findet pausenlos statt: jeder, der schreibt,
^^^ ^
> nimmt daran teil.
Manchmal ist es wohl doch gut, dass wir noch nicht so weit sind mit
der Basisdemokratie.
Gruß
G.O.
Es kommt auf das individuelle Sprachempfinden an, nicht auf das
'allgemeine'. Und darauf hat keine Kommission Zugriff. Die Gedanken sind
frei ...
Gruß
Thomas
Ach ja, dann misst du Wärmemenge sicher auch noch in Kalorien, gelt?
> >
> > Sicher wäre ein Plebiszit über die Rechtschreibung aktuellem Rechts-
> > und Volksempfinden zuträglicher gewesen, aber unsere Politiker sind
> > noch nicht so weit. (...)
>
> Der Plebiszit findet pausenlos statt: jeder, der schreibt,
Ach ja, dann misst du Wärmemenge sicher auch noch in Kalorien, gelt?
> >
> > Sicher wäre ein Plebiszit über die Rechtschreibung aktuellem Rechts-
> > und Volksempfinden zuträglicher gewesen, aber unsere Politiker sind
> > noch nicht so weit. (...)
>
> Der Plebiszit findet pausenlos statt: jeder, der schreibt,
Nö, aber es wäre IMHO sinnvoller, dagegen etwas zu tun, als sich über
solchen Unfug wie den vermeintlichen Zusammenhang von Höflichkeit und
Schreibweise aufzuregen.
>
> > > Die Kleinschreibung des Du ist eine Vorschrift, die man schlicht und
> > > ergreifend nicht ernstnehmen kann.
> >
> > Doch, die Kommission hat das genau so ernst gemeint wie alle anderen
> > Änderungen.
>
> Die Rechtschreibreformkommission verfügt in diesem Punkt über
> genausoviel Vertrauenswürdigkeit, wie in anderen Punkten.
>
> In dieser Kommission waren die personifizierten Mindermeinungen
> versammelt, die dort ihr Steckenpferdchen geritten haben.
Nochmal nö! Die waren schlicht und einfach zu blöd für ihren Job. Aber
sie waren legitimiert und wir Amateure hier im Netz sind das nicht.
Gruß
G.O.
>>> Du schreibt man groß. Das ist die einfachste Regel, die man sich
>>> denken kann.
>>
>> Wenn man es immer groß schreiben würden, wäre es das tatsächlich.
> Gut, die Regel lautet: Man schreibt das Du immer groß, wenn man
> jemanden direkt anspricht.
Damit sind jetzt in Folge zwei Verfechter der alten Regeln daran
gescheiert, diese einfach, sauber und vollständig wiederzugeben.
Aber macht nur weiter, vielleicht klappts ja beim dritten Versuch...
Flups
Das kenne ich aus Monty Pythons wunderbarer Welt der Schwerkraft. Einer
werdenden Mutter wird dort von der Ärzteschaft der Mund verboten, da sie
nicht kompetent sei ...
Gruß
Thomas
Es war so lange kein Problem, bis ein paar Leutchen eine
allgemeingültige Formel finden wollten.
Gruß
Thomas
> Es war so lange kein Problem, bis ein paar Leutchen eine
> allgemeingültige Formel finden wollten.
Papperlapapp. Wer hat denn behauptet, die alte Regel wäre die
einfachste, die man sich denken könne? Wenn dies der Fall wäre, wäre
sie auch einfach formulierbar.
Flups
--
http://www.wikipedia.de - Die freie Online-Enzyklopädie
> > Das von dir bemühte allgemeine "Sprachempfinden" gibt es nicht.
> > (...)
>
> Es kommt auf das individuelle Sprachempfinden an, nicht auf das
> 'allgemeine'. Und darauf hat keine Kommission Zugriff. Die Gedanken sind
> frei ...
Die Kommission hat dir doch die Freiheit gelassen zu schreiben, wie du
willst. Damit sollte deinem individuelles Sprachempfinden doch wohl
Genüge getan sein.
Franz
> "Wolfram Meyer von Gagern" <gag...@gmx.de> schrieb:
>
>>>>> ... nachdem vom Bertelsmann-Konzern Tatsachen geschaffen worden
>>>>> waren.
>
>>>> Könntest Du diese seltsame Behauptung belegen?
>
>>> <http://www.korrekturen.de/docs/wemgehoert.pdf>
>
>> Dies einen Beleg zu nennen, finde ich sehr unkritisch gedacht. Es
>> handelt sich nicht um einen Beleg sondern um eine Behauptung eines
>> erklärten NRS-Gegners (womit ich nicht sagen möchte, dass es nicht
>> stimmt).
>
> Wenn ein erklärter BRaZ-Gegner eine richtige Tatsache
> äußert, nimmst Du das nicht für einen Beleg?
Das "Im-voraus-Drucken" von Bertelsmann ist sicherlich unstreitig.
Für die Behauptung, diese "geschaffene Tatsachen" hätten letztlich zur
Verabschiedung der Reform geführt, sehe ich das Dokument nicht als
Beleg an.
Dies zu "glauben", ohne sich mit der - sicherlich existenten -
Gegenmeinung auseinanderzusetzen, sehe ich als unkritisch an.
Nochmals: ich sage nicht, dass die Behauptung falsch sei.
Ich möchte nur anmahnen, kritischer mit "politisch motivierten" bzw.
(möglicherweise) parteiischen Aussagen umzugehen. (hört sich etwas
geschwollen an)
> Zweifelst Du am Datum des Verkaufsbeginns des
> Bertelsmann-Wörterbuchs? Wie interpretierst Du denn die
> Tatsache, daß das Ding bereits am Folgetag in den Läden lag?
Der Duden hatte im Jahr zuvor doch auch schon im voraus gedruckt (und
wieder eingestampft).
Das "Im-voraus-Drucken" selbst scheint also nicht ungewöhnlich zu
sein.
Streitig sind wohl nur die Auswirkungen dieses Druckens.
> Als "mutige unternehmerische Entscheidung", auf puren
> Verdacht hin ein Lexikon nach noch unveröffentlichten (und
> zu der Zeit ungültigen) Rechtschreibregeln herzustellen?
Anscheinend eine ganz normale unternehmerische Entscheidung.
Gruß,
Wolfram
>Reinhard Gonaus <er...@aon.at> wrote:
>
>> Das würde aber bedeuten, dass man "Du" immer groß schreiben muss, denn was
>> sonst willst du damit machen, als jemanden direkt anreden? Deshalb heißt
>> es ja auch Anredefürwort.
>
>Ein Mensch wie du und ich.
Ok. Du hast gewonnen.
>"Sag du zu mir."
>Sie sagte: "Danny, du redest wirres Zeug."
>
Aber die Beispiele passen nicht. Da wird doch jemand direkt angeredet,
oder?
Reinhard
--
Nicht-Wissen eines Dings,
das ist Haften am Wissen.
Ein Blitzschlag durchdringt
die Leere des Raums. (Hui-neng)
> > Bei mir ist es Regel 121, und da steht: "Groß schreibt man das
> > Anredefürwort in Briefen, feierlichen Aufrufen und Erlassen,
> > Grabinschriften, Widmungen, Mitteilungen des Lehrers an einen Schüler
> > unter Schularbeiten, auf Fragebogen bei schriftlichen Prüfungsaufgaben
> > usw."
> >
> > Mit anderen Worten: wenn man jemanden direkt anspricht.
>
> Wichtig ist die direkte *schriftliche* Anrede. Für die Widergabe einer
> öffentlichen Rede oder feierlichen Ansprache sowie für die Wiedergabe
> der dirkekten Rede gilt die Kleinschreibung.
Das ist IMHO nicht mehr direkt.
M.
> > Gut, die Regel lautet: Man schreibt das Du immer groß, wenn man
> > jemanden direkt anspricht.
>
> Damit sind jetzt in Folge zwei Verfechter der alten Regeln daran
> gescheiert, diese einfach, sauber und vollständig wiederzugeben.
> Aber macht nur weiter, vielleicht klappts ja beim dritten Versuch...
Mehr als das, was ich geschrieben habe, muß man nicht wissen.
M.
> > > Als rüpelhaft empfinde ich eher den sonstigen Umgang mit der deutschen
> > > Sprache im Usenet.
> >
> > Das schließt sich ja nicht aus.
>
> Nö, aber es wäre IMHO sinnvoller, dagegen etwas zu tun, als sich über
> solchen Unfug wie den vermeintlichen Zusammenhang von Höflichkeit und
> Schreibweise aufzuregen.
NACK
> > In dieser Kommission waren die personifizierten Mindermeinungen
> > versammelt, die dort ihr Steckenpferdchen geritten haben.
>
> Nochmal nö! Die waren schlicht und einfach zu blöd für ihren Job. Aber
> sie waren legitimiert
Hilf mir mal: Wodurch doch gleich?
> und wir Amateure hier im Netz sind das nicht.
Wir sind das Volk.
Markus
--
Markus Gail ------- <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail/>
-------------------- "Ich glaube, daß irgendwann die Prinzipienlosigkeit
wieder umschlagen wird zu einer Suche nach Tugend und Ehrlichkeit. Das
ist meine Hoffnung." Marion Gräfin Dönhoff -----------------------------
> >> Das würde aber bedeuten, dass man "Du" immer groß schreiben muss, denn was
> >> sonst willst du damit machen, als jemanden direkt anreden? Deshalb heißt
> >> es ja auch Anredefürwort.
> >
> >Ein Mensch wie du und ich.
>
> Ok. Du hast gewonnen.
>
> >"Sag du zu mir."
> >Sie sagte: "Danny, du redest wirres Zeug."
> Aber die Beispiele passen nicht. Da wird doch jemand direkt angeredet,
> oder?
Dann muß ich die Regel wohl noch genauer formulieren: Das Du wird
großgeschrieben, wenn *mit dem Du* jemand direkt angesprochen wird.
Bei dem ersten und dem zweiten Beispiel wird zwar jemand direkt
angesprochen, aber nicht mit dem Du.
Bei dem dritten Beispiel ist es keine direkte Anrede, weil die direkte
Anrede von einem Dritten wiedergegeben wird.
Markus
--
Markus Gail ------- <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail>
Wer war und wer ist Mitglied einer Schüler- oder Studentenverbindung?
<http://www.frankfurter-verbindungen.de/korporierte/>
>Reinhard Gonaus <er...@aon.at> wrote:
>
>> >> Das würde aber bedeuten, dass man "Du" immer groß schreiben muss, denn was
>> >> sonst willst du damit machen, als jemanden direkt anreden? Deshalb heißt
>> >> es ja auch Anredefürwort.
>> >
>> >Ein Mensch wie du und ich.
>>
>> Ok. Du hast gewonnen.
>>
>> >"Sag du zu mir."
>> >Sie sagte: "Danny, du redest wirres Zeug."
>
>> Aber die Beispiele passen nicht. Da wird doch jemand direkt angeredet,
>> oder?
>
>Dann muß ich die Regel wohl noch genauer formulieren: Das Du wird
>großgeschrieben, wenn *mit dem Du* jemand direkt angesprochen wird.
>
>Bei dem ersten und dem zweiten Beispiel wird zwar jemand direkt
>angesprochen, aber nicht mit dem Du.
>
>Bei dem dritten Beispiel ist es keine direkte Anrede, weil die direkte
>Anrede von einem Dritten wiedergegeben wird.
>
Ich lass das jetzt absichtlich alles stehen.
Schöner kann man nicht demonstrieren, dass in diesem Fall die neue
Regel eine Vereinfachung ist: "Du" schreibt man klein, außer, wenn es
am Satzanfang steht.
> Ich lass das jetzt absichtlich alles stehen.
Das ist nett. ;)
> Schöner kann man nicht demonstrieren, dass in diesem Fall die neue
> Regel eine Vereinfachung ist: "Du" schreibt man klein, außer, wenn es
> am Satzanfang steht.
Ich halte es bereits für einen verfehlten Ansatz, wenn man die Reform
der Rechtschreibung einzig und allein mit dem Ziel der Vereinfachung
betreibt.
Außerdem gehst Du anscheinend von der Prämisse aus, eine Regel müsse in
jedem Fall eindeutige Ergebnisse vorgeben. Das sehe ich völlig anders.
Wichtig ist bei der hier diskutierten Frage, daß das Du bei der direkten
Ansprache großgeschrieben wird.
Wie jemand sich in den drei hier zuletzt angeführten Beispielen
entscheidet, ist ziemlich uninteressant, und es wäre IMHO genausogut
vertretbar, in diesen drei Beispielen das Du jeweils großzuschreiben.
Das wäre übrigens genauso "einfach" wie die RSR-Regelung.
Markus
PS: Vermutlich wird auch nach der RSR das Du großgeschrieben, wenn man
es als Substantiv verwendet.
--
Markus Gail ------- <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail/>
"Wir wollen, daß die Eltern, die Jugendlichen und Studierenden ernst-
genommen werden als Bildungskunden. Bessere Qualität entsteht durch
mehr Wettbewerb um diese Kunden." Guido Westerwelle, FDP.de
>> Schöner kann man nicht demonstrieren, dass in diesem Fall die neue
>> Regel eine Vereinfachung ist: "Du" schreibt man klein, außer, wenn es
>> am Satzanfang steht.
>
>Ich halte es bereits für einen verfehlten Ansatz, wenn man die Reform
>der Rechtschreibung einzig und allein mit dem Ziel der Vereinfachung
>betreibt.
>
Von "einzig und allein" war keine Rede, sondern von "in diesem Fall".
>Außerdem gehst Du anscheinend von der Prämisse aus, eine Regel müsse in
>jedem Fall eindeutige Ergebnisse vorgeben.
>
Gar nicht. Ich finde lediglich, dass die neue Du-schreib-Regel
einfacher ist als die alte.
>Wie jemand sich in den drei hier zuletzt angeführten Beispielen
>entscheidet, ist ziemlich uninteressant, und es wäre IMHO genausogut
>vertretbar, in diesen drei Beispielen das Du jeweils großzuschreiben.
>
Nach der alten Regel wären sie alle klein zu schreiben, denn die
handelt ausdrücklich von Briefen. Die Zweifel entstanden dadurch, dass
nicht klar ist, was Briefen gleich zu halten sei.
>PS: Vermutlich wird auch nach der RSR das Du großgeschrieben, wenn man
>es als Substantiv verwendet.
Das sowieso.
> Was meint ihr dazu? Wie empfindet/empfandet ihr ein kleingeschriebenes
> "du" in einem Brief? Nur falsch, oder auch unhöflich?
Ich finde es logisch. Denn für Situationen, die Höflichkeit und
Ehrerbietung erfordern, gebietet die deutsche Sprache das "Sie".
Das "du" signalisiert ohnehin Nähe und Vertrautheit. Ein
großgeschriebenes "Du" ist ein Widerspruch in sich.
Servus, Gerhard
> >Ich halte es bereits für einen verfehlten Ansatz, wenn man die Reform
> >der Rechtschreibung einzig und allein mit dem Ziel der Vereinfachung
> >betreibt.
>
> Von "einzig und allein" war keine Rede, sondern von "in diesem Fall".
Auch in diesem Fall sind IMHO andere Ziele wichtiger.
> >Wie jemand sich in den drei hier zuletzt angeführten Beispielen
> >entscheidet, ist ziemlich uninteressant, und es wäre IMHO genausogut
> >vertretbar, in diesen drei Beispielen das Du jeweils großzuschreiben.
>
> Nach der alten Regel wären sie alle klein zu schreiben, denn die
> handelt ausdrücklich von Briefen. Die Zweifel entstanden dadurch, dass
> nicht klar ist, was Briefen gleich zu halten sei.
Die Duden-Version der alten Regel kannst Du verbacken.
> >PS: Vermutlich wird auch nach der RSR das Du großgeschrieben, wenn man
> >es als Substantiv verwendet.
>
> Das sowieso.
Huihuihui, das ist aber *kompliziert*! SCNR
Markus
--
Markus Gail ------- <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail>
-----------------------------------------------------------------------
"Wenn sich was ändern soll, müssen Sie was anderes wählen!"
Guido Westerwelle, FDP.de
>Ich finde es logisch. Denn für Situationen, die Höflichkeit und
>...
>großgeschriebenes "Du" ist ein Widerspruch in sich.
Ich empfinde Deine Logik als ziemlich grobstufig.
--
Gruß
Mathias +++ m...@snafu.de +++ http://home.snafu.de/mat/
+++ Disclaimer: My opinions are my own +++ and mine only +++
> > > In dieser Kommission waren die personifizierten Mindermeinungen
> > > versammelt, die dort ihr Steckenpferdchen geritten haben.
> >
> > Nochmal nö! Die waren schlicht und einfach zu blöd für ihren Job.
> > Aber sie waren legitimiert
>
> Hilf mir mal: Wodurch doch gleich?
Was für eine dämliche Frage!
Wodurch ist die Schulbehörder legitimiert? Wodurch die Kommsission, die
die Straßenverkehrsordnung erarbeitet? Wodurch die Kommissionen des
Bundestages? Wodurch das Bauamt deiner Stadt? - Natürlich dadurch,
wodurch alle Organe einer parlamentarischen Demokratie legitimiert sind.
Franz
> Das "du" signalisiert ohnehin Nähe und Vertrautheit. Ein
> großgeschriebenes "Du" ist ein Widerspruch in sich.
Du findest es einen Widerspruch in sich, zu einem nahen und vertrauten
Menschen höflich zu sein.
Ich nicht.
chr
> Die Duden-Version der alten Regel kannst Du verbacken.
Was soll denn nun gelten? Die alte Regelung also nicht. Die neue auch
nicht. Etwa deine private?
Franz
> > Das "du" signalisiert ohnehin Nähe und Vertrautheit. Ein
> > großgeschriebenes "Du" ist ein Widerspruch in sich.
>
> Du findest es einen Widerspruch in sich, zu einem nahen und vertrauten
> Menschen höflich zu sein.
Nein :^)
Ich finde nur, dass die soziale Dimension der Höflichkeit ihren Platz in
der Wortwahl hat und nicht in der Graphie des Personalpronomens.
Ohnehin halte ich die Großschreibung des "du" für eine falsche Analogie
zur - notwendigen, weil bedeutungsunterscheidenden - Differenzierung von
"Sie" und "sie". Sprachhistoriker mögen mich da eines Besseren
belehren...
Klar, in der Schreibung fällt natürlich die eindeutige Markierung von
Hochachtung, Höflichkeit und Respekt, die in der gesprochenen Sprache
anders (und subtiler) signalisiert werden, weg. Insofern könnte eine
grafische Unterscheidung zwischen "vertraut, aber geringschätzend"
("du") und "vertraut und hochachtungsvoll" ("Du") eine mögliche Lücke
füllen, die im direkten Gespräch durch Körperhaltung, Gestik/Mimik oder
Tonfall geschlossen wird.
Trotzdem halte ich diese Differenzierung für überflüssig, denn sie war
vor der RSR ohnehin zur Konvention erstarrt.
Servus, Gerhard
...der froh ist, kein Japaner zu sein :^)
Durch die von dir indirekt mitgewählten Bildungsminister/innen.
Gruß
G.O.
P.S. I mog nimmer! Diese Diskussion mit dir ist fruchtlos.
> > Die Duden-Version der alten Regel kannst Du verbacken.
>
> Was soll denn nun gelten? Die alte Regelung also nicht.
Das habe ich nicht gesagt. Sie ist unglücklich formuliert und sollte so
ausgelegt werden, daß sie Sinn ergibt.
Im übrigen gibt es noch den Ickler, der in diesem Punkt der Sache wohl
am nächsten kommt.
> Die neue auch nicht. Etwa deine private?
Ich meinte das tatsächlich so, wie ich es geschrieben habe.
Da wir also von allen Autoritäten verlassen sind, bleibt uns wohl nichts
anderes übrig, als uns auf unseren gesunden Menschenverstand zu
besinnen.
Ich selbst verwende daher tatsächlich meine eigene Hausrechtschreibung.
:)
Markus
--
"Wer nicht wenigstens einmal Steine auf Polizisten geworfen hat,
gilt als langweilig. Wer noch nie Gras geraucht hat, gilt als spießig.
Wer nicht mindestens einmal im Geschäft geklaut hat, gilt als Feigling.
So eine Lebenseinstellung finden wir nicht spaßig." G. Westerwelle, FDP
> [...]
Vielen Dank für Deinen freundlichen Hinweis auf diese kleine
Unachtsamkeit.
Geht es Dir jetzt besser? :)
M.
> Ich halte es bereits für einen verfehlten Ansatz, wenn man die Reform
> der Rechtschreibung einzig und allein mit dem Ziel der Vereinfachung
> betreibt.
Da widersprichst du aber heftig deinem großen Vorbild Ickler.
Gruß
G.O., der es beim Durchsehen der Postings doch nicht lassen konnte.
>Bundestages? Wodurch das Bauamt deiner Stadt? - Natürlich dadurch,
>wodurch alle Organe einer parlamentarischen Demokratie legitimiert sind.
Geschah das bei der Schreibverschlimmerungskommission nicht erst im
Nachhinein?
An sich ACK, aber:
Die ganze Duzerei ist doch ein nichtswürdiger Auswuchs des allgemeinen
Sittenverfalls. Wir bestehen darauf, korrekt mit "Ihr" angesprochen zu
werden. Lediglich engen Vertrauten wird ein vertrauliches "Er"
nachgesehen. Die Kleinschreibung des "Ihr" belegt die fortschreitende
Verrohung des Sprachgebrauchs.
<Asterix>
Er ist großartig!
Wer?
Na Ihr!
Ach Er!
</Asterix>
XL
> > Ich halte es bereits für einen verfehlten Ansatz, wenn man die Reform
> > der Rechtschreibung einzig und allein mit dem Ziel der Vereinfachung
> > betreibt.
>
> Da widersprichst du aber heftig deinem großen Vorbild Ickler.
Kannst Du das belegen?
M.
Der Auffassung kann man sein. Für das Verständnis der Regel ist es aber
hilfreich zu wissen, daß es nur darum geht, wenn jemand schriftlich
angesprochen wird.
Ein Problem, das viele mit der Regel haben, ist m. E. das mangelhafte
Verständnis "direkte Anrede". Denn das verwechselt man leicht mit
"direkter Rede".
Ralf
>>
>> Von "einzig und allein" war keine Rede, sondern von "in diesem Fall".
>
>Auch in diesem Fall sind IMHO andere Ziele wichtiger.
>
Mag sein.
Ich aber lobe die Reform dafür, dass sie in diesem Fall vereinfacht
hat. Für Wichtigeres mögen wichtigere Leute gewichtigeres Lob
aussprechen. Wenn's ihnen denn wichtig ist.
>
>Die Duden-Version der alten Regel kannst Du verbacken.
>
Die Duden-Version kenn ich nicht. Ich bin ans ÖWB gebunden.
Aber frag mich nicht nach dem Wortlaut. Ich hab's einfach immer so
gemacht, wie ich's in der Schule gelernt habe.
>> >PS: Vermutlich wird auch nach der RSR das Du großgeschrieben, wenn man
>> >es als Substantiv verwendet.
>>
>> Das sowieso.
>
>Huihuihui, das ist aber *kompliziert*! SCNR
>
Ja, wirklich.
Einem durchschnittlichen Sonderschüler bleibt das unbegreiflich, wieso
ein Wort mal Hauptwort, mal Zeitwort, mal sonstwas sein kann.
> Ich selbst verwende daher tatsächlich meine eigene Hausrechtschreibung.
> :)
Schön. Und warum sollte die hier irgendwen interessieren?
Franz
> > Bundestages? Wodurch das Bauamt deiner Stadt? - Natürlich dadurch,
> > wodurch alle Organe einer parlamentarischen Demokratie legitimiert
> > sind.
>
> Geschah das bei der Schreibverschlimmerungskommission nicht erst im
> Nachhinein?
Nein.
Franz
Kommissionen (oder Einzelpersonen) haben sich in dieser Frage bereits
auf 80, 100, 212 und 373.15 Grad geeinigt, und bis auf die erste sind
diese Konventionen auch noch in Gebrauch und werden von einer großen
Anzahl von Menschen als "natürlich" angesehen. "Wasser siedet bei 99
Grad Frieling" ist jedenfalls um nichts "unlogischer" oder
"unnatürlicher" als "Wasser siedet bei 212 Grad Fahrenheit". Die
Temperaturskalen sind willkürlich festgelegt, reine Konvention.
(Ach ja, Wasser kann natürlich auch bei 99°C sieden, wenn der dafür
notwendige Druck herscht).
hp
--
_ | Peter J. Holzer | Schlagfertigkeit ist das, was einem
|_|_) | Sysadmin WSR | auf dem Nachhauseweg einfällt.
| | | h...@hjp.at | -- Lars 'Cebewee' Noschinski in dasr.
__/ | http://www.hjp.at/ |
Da weder Behörden noch Zeitungen die Leser ihrer Machwerke üblicherweise
duzen, wird das aber den wenigsten auffallen. Lehrer hingegen verkehren
mit ihren Schülern nur selten schriftlich, so dass ich auch hier keine
Befürchtungen hege, dass eine riesige Welle der Entrüstung über die
NRS-induzierte Unverschämtheit der Lehrer durch deutsche Schulen
schwappen wird.
hp (der Du in Mails und Postings auch groß schreibt)
Nein, nicht "jemand", sondern der Leser.
> Bei dem ersten und dem zweiten Beispiel wird zwar jemand direkt
> angesprochen, aber nicht mit dem Du.
Im ersten magst Du recht haben (obwohl ich mir nicht sicher bin, ob
diese Redewendung besonders sinnvoll ist, wenn man nicht jemanden direkt
anspricht), im zweiten Fall wird jemand direkt angesprochen, ebenso wie
im dritten. In beiden Fällen spricht aber nicht der Autor den leser an,
sondern der Autor zitiert eine Person A, die eine Person B anspricht.
> Bei dem dritten Beispiel ist es keine direkte Anrede, weil die direkte
> Anrede von einem Dritten wiedergegeben wird.
Es bleibt trotzdem eine direkte Anrede, die hier in direkter Rede
wiedergegeben wird.
hp
Mir ist das noch nicht aufgefallen, und ich würde es generell eher
bezweifeln. Wenn es hier überhaupt eine Korrelation gibt, so würde ich
sie eher darauf zurückführen, dass man bei einer heftigen Diskussion
eher weniger auf die Rechtschreibung achtet und eventuell auf das
Korrekturlesen "vergißt", als dass jemand absichtlich "du" klein
schreibt, um seine Geringschätzung auszudrücken.
Ungeschnittene Zehennägel rollen sich ein, nicht auf.
> On 2002-06-30 18:10, Yvonne Steiner <y...@swissonline.ch> wrote:
>> Tilman Schmidt <Tilman....@ePost.de> wrote:
>>
>>> Da rollen sich mir die Zehennägel auf!
>>
>> Dann gehörten sie aber wirklich wieder mal geschnitten. ;-)
>
> Ungeschnittene Zehennägel rollen sich ein, nicht auf.
Ja, zuerst.
Bis dann einer sagt: "Herr Professor, bei manchen Büchern, da fragst
du dich, wer hat solchen Unfug geschrieben? Stimmen Sie mir zu?"
Da rollen sich dir die Zehennägel auf.
:)
Matthias
--
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> Lehrer hingegen verkehren mit ihren Schülern nur selten schriftlich
Kommentare unter Klassenarbeiten?
M.
Mir erscheint "Höflichkeit" nicht als das, was ich einem nahen und
vertrauten Menschen entgegenbringen möchte - höfisch formale
Distanzwahrung.
"Freundlichkeit", durchaus auch "Respekt" passen da schon eher.
Das großgeschriebene "Du" stört mich schon seit langem. Nicht sehr, aber ein
wenig. Und zwar vor allem, wenn es mir gegenüber gebraucht wird.
Joachim
Waren in meiner Schulzeit meistens in Stichworten und ohne persönliche
Anrede abgefasst.
hp
>On 2002-07-03 12:59, Markus Gail <ga...@gmx.de> wrote:
>> Peter J. Holzer <hjp-u...@hjp.at> wrote:
>>
>>> Lehrer hingegen verkehren mit ihren Schülern nur selten schriftlich
>>
>> Kommentare unter Klassenarbeiten?
>
>Waren in meiner Schulzeit meistens in Stichworten und ohne persönliche
>Anrede abgefasst.
Bei meinen Töchtern sind diese Kommentare durchaus persönlich
abgefasst. Typisch sind Formulierungen wie: "Du formulierst flüssig"
oder "Auf ... hättest du noch näher eingehen sollen."
--
Tilman Schmidt E-Mail: Tilman....@ePost.de
Bonn, Germany
- In theory, there is no difference between theory and practice.
In practice, there is.