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Etymologie von Wörtern, die mit, zwie-/ zw- beginnen.

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Gunhild Simon

unread,
Aug 25, 2007, 10:42:07 AM8/25/07
to
Der Laut [zw] bzw. die Buchstabenkombination >zw< signalisiert in der
Regel
- etwas Geteiltes, Gespaltenes, auch auf zwei Elementen Beruhendes,-
z. B. zwischen, zwei, Zwilling, Zwirn, entzwei, Zwist.
- Auch das Präfix zer- bewegt sich in diese Richtung.
- Andere Wörter (?) gehen auf Lautmalerisches zurück, z. B. zwitschern
- Eine weitere Gruppe lässt sich auf Umwegen zuordnen, z. B. Zweck/
bezwecken über Zwecke (Nagel), zwicken (zwischen zwei Nägeln
einklemmen), Zwiebel über cipola oder zwie bolla (?), zwiebeln (über
häuten zu schinden), zwirbeln (zwischen zwei Fingern drehen).
- Es gibt auch solche, die sich fern dieser Etymologie bewegen, z. B.
Zwerg, Zwang/zwingen(?)

Über Tips und Ideen zur weiteren thematischen Annäherung und
Erschließung freue ich mich.

Gruß,
Gunhild

Christian Hackl

unread,
Aug 25, 2007, 12:55:13 PM8/25/07
to
Gunhild Simon ha scritto:

> Der Laut [zw] bzw. die Buchstabenkombination >zw< signalisiert in der
> Regel
> - etwas Geteiltes, Gespaltenes, auch auf zwei Elementen Beruhendes,-
> [...]

>
> Über Tips und Ideen zur weiteren thematischen Annäherung und
> Erschließung freue ich mich.

Laut etymologischem Wörterbuch geht der Laut auf eine indogermanische
Wurzel zurück, die auch die Grundlage für lat. "duo" und griech. "dýo"
war, womit Verwandtschaft zu einer ganzen Reihe von Fremdwörtern
besteht, z.B. die mit der Vorsilbe "di" oder "dia".


--
Christian Hackl

Wolfram Teufel

unread,
Aug 25, 2007, 3:48:00 PM8/25/07
to
Gunhild Simon schrieb:

> - Es gibt auch solche, die sich fern dieser Etymologie bewegen, z. B.
> Zwerg, Zwang/zwingen(?)

Wenn ich dieser Assoziation folge, finde ich auch bei "Zwerg" und
"Zwang" diese Gespaltenheit. Der Zwerg steht zwischen kind und
Erwachsenem, der Zwang wird auch zwischen zwei Parteien ausgeübt.

Gunhild Simon

unread,
Aug 26, 2007, 2:14:58 AM8/26/07
to

Auch Zwerchfell hat eine Bedeutung, die man in dieser Richtung
auslegen kann: Es scheidet den Brustinhalt vom Bauchinhalt durch seine
Querlage, die ja im Körperlichen etwas Ausnahmsmäßiges
darstellt.Dennoch leitet sich das ursprüngliche Adjektiv zwerch
("überzwerch", überkreuz) von mhd. twerch ab, das zwar quer, verkehrt
bedeutet, jedoch etymologisch eher mit drechseln (verdreht)
zusammenhängen könnte.

Auch Zwetche/Zwetschge hat eine andere Quelle als die herkömmliche:
über Damaszenerpflaume, weil aus Syrien stammend. Allerdings steckt
auch darin die obige Lautentwicklung zu quer: Quetsche.

Schließlich noch eine Bemerkung zur Zwickmühle: Das Wort bezeichnet
nicht zwicken, sondern die zweifache Öffnung der Mühle.

Gruß,
Gunhild


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Gunhild Simon

unread,
Aug 31, 2007, 4:15:43 PM8/31/07
to
On 26 Aug., 11:15, Rüdiger Silberer <Silberer.ruedi...@lycos.de>
wrote:

> Zwirch und Zwabel zwudeln den Zwilch.

Zu meinen diesbezüglichen Erkenntnissen habe ich einen Beitrag auf
meiner Site verfasst:

http://www.magazin.institut1.de/667_Etymologie_Zweifel_Zwist_und_Zwietracht_Lautliche_Ambivalenzen.html

(Zur Zwtesche habe ich vergessen Stellung zu nehmen. Hol ich
vielleicht nach, bevor man glaubt, es habe etwas mit der Form zu tun.)
Gruß,
Gunhild


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