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Kommasetzung

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Christian Selter

unread,
Nov 27, 2008, 3:20:26 PM11/27/08
to
Hallo,

es geht um folgenden Satz:

"Ich bin es gewohnt, Wandel als Herausforderung zu sehen und offen für
Fremdes."

Muss man hier vor "und" ein Komma setzen?
Ich vertrete die Meinung, dass ich entweder BEIDE Kommata setzen kann oder
gar keines - eben je nachdem, ob ich den erweiterten Infinitiv mit einem
Komma abtrennen möchte oder nicht.
Setze ich aber das erste Komma, ist das zweite obligat, um den Nebensatz
abzuschließen, bevor ich mit dem Hauptsatz weitermache.
Nur das erste Komma zu setzen, wäre aber falsch.

Ist das richtig?

Danke :-)

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Roland Messerschmidt

unread,
Nov 27, 2008, 5:11:44 PM11/27/08
to
Hallo Christian!

Christian Selter schrieb:

> es geht um folgenden Satz:
>
> "Ich bin es gewohnt, Wandel als Herausforderung zu sehen und offen
> für Fremdes."

Ich würde den Satz zuerst einmal gerade biegen.

"Ich bin es gewohnt, Wandel als Herausforderung zu sehen und offen

für Fremdes zu sein."

Oder umdrehen: "Ich bin offen für Fremdes und gewohnt, Wandel als
Herausforderung zu sehen."

Dann schaut es auch mit einem Komma nicht mehr schlecht aus...

In deiner Version muß man das "Ich bin [...] offen für Fremdes" erst
krampfhaft suchen, um den Satz zu verstehen.


Roland

Ekkehard Dengler

unread,
Nov 27, 2008, 6:16:29 PM11/27/08
to
Christian Selter wrote:
> Hallo,
>
> es geht um folgenden Satz:
>
> "Ich bin es gewohnt, Wandel als Herausforderung zu sehen und offen für
> Fremdes."
>
> Muss man hier vor "und" ein Komma setzen?
> Ich vertrete die Meinung, dass ich entweder BEIDE Kommata setzen kann
> oder gar keines - eben je nachdem, ob ich den erweiterten Infinitiv
> mit einem Komma abtrennen möchte oder nicht.

Die reformierten Kommaregeln verlangen ein Komma vor einer Infinitivgruppe,
die von einem "Korrelat oder Verweiswort" abhängt (§ 75.3) bzw. "durch ein
hinweisendes Wort oder eine hinweisende Wortgruppe angekündigt" wird (§
77.5). Ein solches "hinweisendes Wort" ist das "es" in deinem Satz. Wenn der
Infinitiv nicht erweitert ist, muss das Komma nicht gesetzt werden: "Ich bin
es gewohnt(,) zu warten."

> Setze ich aber das erste Komma, ist das zweite obligat, um den
> Nebensatz abzuschließen, bevor ich mit dem Hauptsatz weitermache.

So ist es.

> Nur das erste Komma zu setzen, wäre aber falsch.

> Ist das richtig?

Ja, aber keines zu setzen wäre auch falsch.

Grüße,
Ekkehard


Volker Gringmuth

unread,
Nov 28, 2008, 9:53:26 AM11/28/08
to
Christian Selter wrote:

> es geht um folgenden Satz:
>
> "Ich bin es gewohnt, Wandel als Herausforderung zu sehen und offen
> für Fremdes."
>
> Muss man hier vor "und" ein Komma setzen?

MUSEN ja.

> Ich vertrete die Meinung, dass ich entweder BEIDE Kommata setzen
> kann oder gar keines - eben je nachdem, ob ich den erweiterten
> Infinitiv mit einem Komma abtrennen möchte oder nicht.

Man muß ihn mit Komma abtrennen, da im Hauptsatz ein hinweisendes Wort
("es") steht.

Das zweite Komma finde ich erforderlich, um das Ende des Einschubes
kenntlich zu machen. Ginge es weiter "und Offenheit als
selbstverständlich", so gehure dieses noch zum erweiterten Infinitiv.
Nur ein Komma vor "und" macht deutlich, daß nun der Hauptsatz
weitergeht.

MUSEN haben wir hier außerdem ein Zeugma, da das "bin" in zwei
unterschiedlichen Kontexten gleichzeitig steht: erst als Teil des
Prädikats "gewohnt sein", dann als Vollverb.

> Setze ich aber das erste Komma, ist das zweite obligat, um den
> Nebensatz abzuschließen, bevor ich mit dem Hauptsatz weitermache.
> Nur das erste Komma zu setzen, wäre aber falsch.
>
> Ist das richtig?

(Ich sollte erst fertiglesen, bevor ich antworte ...)

vG

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