Der Michel ist nicht allein mit seinen Rechtschreibproblemen

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Carsten Thumulla

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Aug 11, 2005, 2:06:13 PM8/11/05
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Hallo NG,

http://russlandonline.ru/mainmore.php?tpl=Sommerloch&iditem=21

nicht nur der Michel hat Probleme mit ideologisch gefärbten Schreibungen.

Also brauchen wir doch ein Rechtschreibgesetz.

Vielleicht entsteht eine Wissenschaft, die Zelleninschriften
von Rechtschreibtätern analysiert. Gewogen und verchipt sind alle
Delinquenten dann sicher schon; eine unverzichtbare Grundlage für eine
richtige Wissenschaft.


Gruß
Carsten cPUNKTthuATarcorPUNKTde
--
Stilblüte aus einem Originalbrief eines Versicherungskunden
"Ich kann nicht schlafen, weil ich Ihre Versicherung betrogen habe.
Darum schicke ich anonym 500 Mark.
Wenn ich dann immer noch nicht schlafen kann, schicke ich Ihnen den Rest."

Dirk Schneider

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Aug 11, 2005, 6:39:16 PM8/11/05
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Carsten Thumulla schrieb am 11.08.2005 20:06:

> http://russlandonline.ru/mainmore.php?tpl=Sommerloch&iditem=21

Was hat es denn mit dem Verbot des "ë" auf sich? Ist das einfach eine
Regel der Rechtschreibung oder steckt da was tiefsinnigeres hinter?

Gruß Dirk.

--
Dieser Beitrag ist EDV-erstellt und ohne Unterschrift gültig

Matthias Opatz

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Aug 11, 2005, 7:39:17 PM8/11/05
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Carsten Thumulla schrieb:

> http://russlandonline.ru/mainmore.php?tpl=Sommerloch&iditem=21

Ich stell das als Diskussiongrundlage mal hierher:

| Russisches Dorf setzt dem Buchstaben "ë" ein Denkmal
| Diphtong-Schreibung in Russland höchst umstritten
|
| In ganz Russland ist der Buchstabe "ë" in offiziellen Dokumenten
| verboten

Unüblich, weil für den Muttersprachler unnötig - aber verboten?
Kann das jemand mal näher ausführen?

| - ein kleines Dorf jedoch will dem geschmähten Zeichen nun
| ein Denkmal setzen. Nach jahrelangem Streit hat sich die
| Wolga-Ortschaft Ulianowsk entschlossen, den heimischen Bildhauer
| Alexander Sinin damit zu beauftragen, das "ë" in rotem Granit zu
| verewigen, wie die Nachrichtenagentur ITAR-TASS berichtete.
|
| Der Buchstabe war 1797 von dem aus Ulianowsk stammenden Dichter und
| Historiker Nikolai Karamsin eingeführt worden.
|
| Es handelt sich dabei um einen Diphtong, der dem Laut "io"
| entspricht.

Meinem bescheidenen Russischunterricht zufolge eher "jo".
(Der Esel sagt ia, der Mensch sagt ja).

| In der Schriftsprache fallen die beiden Pünktchen jedoch
| häufig weg. In offiziellen Dokumenten darf das "ë" gar nicht
| auftauchen, was vielen Familien aus der Region Schwierigkeiten
| bereitet, weil es in Nachnamen öfter vorkommt.

Soweit ich weiß, haben Muttersprachler mit dem fehlenden Trema keine
Probleme, die Aussprache ergibt sich aus der Stellung des Vokals im Wort.

| Die Anhänger des seltenen "ë"

Selten? Im Russischunterreicht, wo das Trema für den RaF-Schüler
natürlich immer dabeistand, lief es mir laufend über den Weg.
Josch, jolka, samoljot, ty shiwjosch, on idjot, posjolok, schofjor,
ljogkaja atletika, aktjor, matrjoschka, jejo ...

| haben jedoch eine Berühmtheit auf
| ihrer Seite: Der große Dichter Leo Tolstoi hat in seinem Klassiker
| "Anna Karenina" die Figur Konstantin Lewin im russischen Original
| mit dem ë ausgestattet, womit sich der Name "Liowin" ausspricht.
| Ohne die Pünktchen hätte der Name auf eine jüdische Herkunft
| verwiesen, was nicht in Tolstois Absicht lag.

Hm. Kommt das öfter vor, oder ist das eine seltene Ausnahme zu meiner
Annahme, Muttersprachler erkennen es idR auch ohne Trema?

Ich glaube, das sollte nach de.etc.sprach.misc (Antwortvorschlag).

Matthias

--
Sixtus V. war bei seiner Ernennung 35 Jahre alt, nachdem er vorher 65
Jahre krank gewesen. Prof. Galletti
*** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de ***
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Carsten Thumulla

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Aug 12, 2005, 2:31:47 PM8/12/05
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Hallo Dirk,

Am Fri, 12 Aug 2005 00:39:16 +0200 schrieb Dirk Schneider:

> Was hat es denn mit dem Verbot des "ë" auf sich? Ist das einfach eine
> Regel der Rechtschreibung oder steckt da was tiefsinnigeres hinter?

ich habe es so verstanden, daß der Buchstabe "amtlicherseits" nicht
verwendet werden darf, obwohl er für einige Namen notwendig ist.

Ideologische "Sprach- und Rechtschreibregeln" gibt es offensichtlich
überall.

Vielleicht sollten wir schon mal ein Denkmal für das ß vorbereiten.


Gruß
Carsten cPUNKTthuATarcorPUNKTde
--
Also was nun, tieferlegen oder abwickeln?

Joern Abatz

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Aug 12, 2005, 6:32:59 PM8/12/05
to
On Fri, 12 Aug 2005 20:31:47 +0200, Carsten Thumulla wrote:

> Vielleicht sollten wir schon mal ein Denkmal für das ß vorbereiten.

Ein Holocaußt-Denkmal?
--

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Carsten Thumulla

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Aug 13, 2005, 1:23:52 PM8/13/05
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> Ein Holocaußt-Denkmal?

wenn es verordnet wird

Manfred Russ

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Aug 17, 2005, 1:20:59 PM8/17/05
to
Fri, 12 Aug 2005 20:31:47 +0200 Carsten Thumulla schrieb:


> Vielleicht sollten wir schon mal ein Denkmal für das ß vorbereiten.

Solange in amtlichen Schreiben noch von "MANFRED RUß"
und "PANORAMASTRAßE" die Rede ist, sehe ich da keinen Bedarf.


Manfred
--
"Du sagst, du seist nicht romantisch. Das stimmt aber nicht; du bist
romantisch. Du willst verschleierte Frauen, unbekannte Städte, keine
Familien, keine Verwandten. Das heißt romantisch sein."
(Natalia Ginzburg: Die Stimmen des Abends)

Carsten Thumulla

unread,
Aug 19, 2005, 6:58:45 AM8/19/05
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Hallo Manfred,

Am Wed, 17 Aug 2005 19:20:59 +0200 schrieb Manfred Russ:

> Solange in amtlichen Schreiben noch von "MANFRED RUß"
> und "PANORAMASTRAßE" die Rede ist, sehe ich da keinen Bedarf.

ich sehe da eher den amtlichen Bedarf für ein großes ß. :)

Gruß
Carsten

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