Zum einen: Der Laden heißt "Kaffee Grießbach", und das Getränk Café.
Heute wäre es genau umgekehrt. Ist das eine Grießbach-Grille, oder
war das allgemein üblich?
Ad zwo: Es gibt da ein Getränk namens Alkolat. Was ist das denn?
Drittens: An alkoholfreien Getränken gibt es Faßbrause, Kaltgetränk,
Selter, Tafelwasser sowie Wasser mit Geschmack.
3a) Wasser mit Geschmack hätte ich für Brause gehalten, aber die gibt's
ja extra. Was ist es dann?
3b) Und was ist der Unterschied zwischen Selter und Tafelwasser?
Dass 1947 in Dresden die Selter aus Selters kam, schließe ich aus,
es handelt sich mit einiger Sicherheit um gewöhnliches (nach heute
amtlichem Sprachgebrauch:) Mineral- oder Tafelwasser. Mineralwasser
wird es aber nicht sein, denn dann wäre es teurer als das separat
angebotene Tafelwasser, es ist aber billiger. Oder war damals
Tafelwasser Mineralswasser und Selter war Tafelwasser?
3c) Und was in aller Welt ist ein Kaltgetränk, wenn nicht eines der
anderen erwähnten Erfrischungsgetränke?
(Das fehlende N im Branntwein sei nicht Gegenstand der Erörterung.)
Matthias
--
Margaretha von Dänemark war eine kleine Frau rundlichen Angesichts.
Sie wollte die Stecknadeln so spitz machen, daß Albrecht sich damit
stechen könnte. . Prof. Galletti <http://www.galletti.de/>
= Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. =
> Auf der Getränkekarte eines Dresdner Cafés aus dem Jahre 1947
> <http://www.ilmferien.de/karte1947.jpg>
> bin ich auf einige interessante Sprachgebrauche (-gebräuche?) gestoßen.
>
> Zum einen: Der Laden heißt "Kaffee Grießbach", und das Getränk Café.
> Heute wäre es genau umgekehrt. Ist das eine Grießbach-Grille, oder
> war das allgemein üblich?
Wenn Du Dir den Stempel des Etablissements ansiehst, dann wirst Du
feststellen, dass Grießbach sich durchaus als "Café" versteht.
Vielleicht ist die bedruckte Vorlage einfach noch übrig gewesen.
Andererseits firmiert ein bekanntes Berliner Szenelokal heute unter dem
Namen "Kaffee Burger".
> Drittens: An alkoholfreien Getränken gibt es Faßbrause, Kaltgetränk,
> Selter, Tafelwasser sowie Wasser mit Geschmack.
Fassbrause gibt es (im Berliner Umfeld) heute noch: Es ist eine beim
Eingießen leicht schäumende Apfellimonade von eher brauner Färbung.
Selter (ohne "s" hinten!) dürfte ein künstlich mit Kohlensäure
versetztes Tafelwasser sein (so verkauften das bis vor wenigen Jahren
Schultheiss und Kindl hier in Berlin).
Das Tafelwasser könnte auch ein Mineralwasser sein - mit oder ohne
Kohlensäure.
Wasser mit Geschmack könnte ein paar Tropfen Zitronensaft abbekommen
haben.
Und das "Kaltgetränk" könnte auch ein abgekühlter (Früchte-)Tee gewesen
sein.
Freundlichst
--
grüßt Eberhard
Ceterum censeo arrogantiam esse delendam.
> Zum einen: Der Laden heißt "Kaffee Grießbach", und das Getränk Café.
> Heute wäre es genau umgekehrt. Ist das eine Grießbach-Grille, oder
> war das allgemein üblich?
Auf dem Stempel steht's richtig. Ich vermute einfach mal, dass es auch
damals schon schlechte Schriftsetzer gegeben hat, oder wer auch immer
die Reprovorlage gebastelt hat.
> 3a) Wasser mit Geschmack hätte ich für Brause gehalten, aber die gibt's
> ja extra. Was ist es dann?
Brause kenne ich nur als Pulver in Tütchen oder als Getränk bei meinen
damaligen DDR-Besuchen. Bei uns gibt es Wasser (oder Sprudel) ohne
Geschmack und Sprudel mit Geschmack. Letzteres ist Orangen- oder
Zitronenlimonade. Vielleicht meint man damit auch ein Wasser, das mit
Sirup o.ä. versetzt ist? Oder wäre das dann auch Brause? Fassbrause
kenne ich gar nicht.
Gruß Dirk.
--
Steht ` oder ´ als Apostroph, gibt's typografisch eine Katastroph'
> Fassbrause kenne ich gar nicht.
Dem Manne kann geholfen werden:
<http://www.torgauer.de/seiten/biere/biere2.html>
vG
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Ich bin bei der FH angestellt und nicht bei der Caritas!"
(Dipl.-Ing. Paul auf die Frage, wie schwer denn die Prüfung werde)
>>Fassbrause kenne ich gar nicht.
> Dem Manne kann geholfen werden:
> <http://www.torgauer.de/seiten/biere/biere2.html>
Danke für den Link zu Zille's Fassbrause!
Aber etwas missverständlich - warum sortieren die es in der Rubrik
"Biere" ein?
Gruß Dirk.
--
Signatur vorübergehend außer Betrieb!
Und warum füllen sie es in Flaschen statt in Fässer?
Naja, Schankbier gibt's ja auch in Flaschen. Ich werde mal ein Laden
eröffnen, da gibts dann ungemahlenes Kaffeemehl und unvergorenen Käse
in Flaschen.
> Danke für den Link zu Zille's Fassbrause!
>
> Aber etwas missverständlich - warum sortieren die es in der Rubrik
> "Biere" ein?
Vielleicht schmecken deren Biere ähnlich - die hab ich noch nicht
probiert.
vG
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Messengers shouldn't be shot for the content of their message, but if they
don't take care about how they deliver it then they shouldn't necessarily expect
it to be welcome." (Peter Clinch in uk.rec.walking über TOFU)
Hast du mittlerweile rausgefunden, daß es Wasser auch mit einem Schuss
Zitronengeschmack gibt und daß Alkolat etwa dassselbe war wie heute
Zima, also leicht alkoholisierte, klebrige Limo.
> Zum einen: Der Laden heißt "Kaffee Grießbach", und das Getränk Café.
> Heute wäre es genau umgekehrt. Ist das eine Grießbach-Grille, oder
> war das allgemein üblich?
Der zweite Tippfehler "Brantwein" ist Dir entgangen?
>
> Ad zwo: Es gibt da ein Getränk namens Alkolat. Was ist das denn?
Ich glaube, das war ein Schaumweinersatz, der noch nicht einmal
richtigen Alkohol enthielt und mutmasslich schlimmer als
Kellergeister/Rotkaeppchen schmeckte. Vom Preis her kaeme es hin.
> (Das fehlende N im Branntwein sei nicht Gegenstand der Erörterung.)
Und das ss im Stempel, wo doch im Kopf und in der Unterschrift ß steht?
Schweizer Stempelhersteller?
Die offensichtlich von Deutschen geführte Galerie hier um die Ecke
hatte wochenlang eine Ausstellung "Große Zeichner". Hat mich jeden
Morgen gestört. Bald hätte ich mich zusammengenommen und denen
mitgeteilt, dass sowas hier nicht goutiert würde. Oder vielleicht hätte
ich den von aussen auf das Schaufenster geklebten Buchstaben mal bei
Nacht und Nebel weggekratzt.
Aber jetzt hat die Ausstellung glücklicherweise gewechselt.
- Andi
> Hast du mittlerweile rausgefunden, [...] daß Alkolat etwa dassselbe war
> wie heute Zima, also leicht alkoholisierte, klebrige Limo.
Zima? Nie gehört. Gurgel hat mich ein bisschen gebildet (putzig fand ich
die Alterskontrolle auf www.zimaxxx.com).
Aber sowas sollte Alkolat nicht gewesen sein. Es hat ja soviel gekostet
wie drei Gläschen Branntwein (32er) oder acht Glas Bier (0,3 l)!
Gurgel fördert Erinnerungen sich an irgendein Ersatzgetränk der
Nachkriegszeit zutage, die aber vage und teils widersprüchlich sind.
Offenbar war irgendwas mit Geschmack (verschiedenen Quelle zufolge u. a.
Wermut, Kirsch [1] und ) mit reinem Alkohol zu einer Art Likör oder
Sekt versetzt. Angesichts [1] frage ich mich, warum man das nicht
einfach Likör genannt hat, da wird doch meistens auch nur irgendein
geschmackstragenden flüssiges Gemisch mit Trinkspiritus vermengt.
Zuweilen wird gemutmaßt, es habe sich eine DDR- bzw. Ost-Spezialität
gehandelt [2], was andere Seiten aber nicht bestätigen [2].
[1] http://i15.ebayimg.com/04/i/04/b7/04/17_1_b.JPG
[2] http://www2.welt.de/data/2003/03/13/51544.html
[3] http://www.wochenblatt.net/50JahreBW/50JBW_27.htm
> Hast du mittlerweile rausgefunden, [...] daß Alkolat etwa dassselbe war
> wie heute Zima, also leicht alkoholisierte, klebrige Limo.
Zima? Nie gehört. Gurgel hat mich ein bisschen gebildet (putzig fand ich
die Alterskontrolle auf www.zimaxxx.com).
Aber sowas sollte Alkolat nicht gewesen sein. Es hat ja soviel gekostet
wie drei Gläschen Branntwein (32er) oder acht Glas Bier (0,3 l)!
Gurgel fördert Erinnerungen an irgendein Ersatzgetränk der Nachkriegszeit
zutage, die aber vage und teils widersprüchlich sind. Offenbar war
irgendwas mit Geschmack (verschiedenen Quelle zufolge u. a. Wermut
und Kirsch) mit reinem Alkohol zu einer Art Likör oder Sekt versetzt.
Angesichts [1] frage ich mich, warum man das nicht einfach Likör genannt
hat, da wird doch meistens auch nur irgendein geschmackstragendes flüssiges
Gemisch mit Trinkspiritus vermengt.
Zuweilen wird gemutmaßt, es habe sich eine DDR- bzw. Ost-Spezialität
gehandelt [2], was andere Seiten aber nicht bestätigen [2].
[1] http://i15.ebayimg.com/04/i/04/b7/04/17_1_b.JPG
[2] http://www2.welt.de/data/2003/03/13/51544.html
[3] http://www.wochenblatt.net/50JahreBW/50JBW_27.htm
Matthias
> Die offensichtlich von Deutschen geführte Galerie hier um die Ecke
> hatte wochenlang eine Ausstellung "Große Zeichner". Hat mich jeden
> Morgen gestört. Bald hätte ich mich zusammengenommen und denen
> mitgeteilt, dass sowas hier nicht goutiert würde. Oder vielleicht hätte
> ich den von aussen auf das Schaufenster geklebten Buchstaben mal bei
> Nacht und Nebel weggekratzt.
Diese Newsgruppe muß* dann ja eine einzige Pein für Dich sein!
Matthias
[*] extra!
> Der zweite Tippfehler "Brantwein" ist Dir entgangen?
Wie lautet Deine Tippfehlerzählung? Da ich die Fehlschreibung Brantwein
ausdrücklich erwähnt habe, kann sie mir ja wohl kaum entgangen sein.
Oder meinst Du, ich hätte es zweimal erwähnen müssen, weil es zweimal so
dasteht? Wenn nicht - auf welchen anderen Tippfehler spielst Du an?
Dass "Kaffee Grießbach" ein Versehen ist, schließe ich - trotz des
abweichenden Stempels - so ziemlich aus. Eher glaube ich, dass der
Stempel Nachkriegsware ist, der Kopfbogen hingegen schon älter.
Im Stempel ist allerdings ein Fehler im Inhabernamen. Der wird auch die
Inhaber nicht gefreut haben, aber vermutlich war Stempelgummi genauso rar
wie manches andere, so dass es deshalb keine Berichtigung gegeben hat.
Siehe auch Zima Black Cherry :)
"Zima was literally in a category by itself -- an alcoholic beverage
that wasn't beer, wasn't wine and wasn't hard alcohol."
Der Unterschied liegt nur im Alk-Gehalt.
>Volker Gringmuth schrieb am 05.11.2005 13:37:
>
>>>Fassbrause kenne ich gar nicht.
>
>> Dem Manne kann geholfen werden:
>> <http://www.torgauer.de/seiten/biere/biere2.html>
>
>Danke für den Link zu Zille's Fassbrause!
>
>Aber etwas missverständlich - warum sortieren die es in der Rubrik
>"Biere" ein?
SIW wurde Faßbrause (ist ein regionales Berliner
Erfrischungsgetränk) früher in Bierfässern hergestellt/gelagert.
Es ist natürlich kein Bier, aber es wurde von den Brauereien
hergestellt und ausgeliefert. Ich kenne es nur in Flaschen - wie
andere Erfrischungsgetränke (Limonade, Mineralwasser) auch.
(Zum Geschmack: ich finde, einmal probieren reicht..)
Nö. Mal beim Gruppengoogle nach "slrn eszet patch" suchen.
Aber es ist offenbar so, dass mich das Eszet *je nach Kontext* stört.
In Büchern, insbesondere in Romanen, fällt mir das Eszet kein bisschen
auf. Da ist es ja meist eine Garamond- oder Times-artige Schrift, bei
denen das Eszet so einigermassen zu den anderen Lettern passt. In
Zeitungen fällt es schon eher auf; in der Werbung, wo typischerweise
Groteskschriften verwendet werden, sofort.
- Andi
> Und warum füllen sie es in Flaschen statt in Fässer?
Bei Zenner im Treptower Park habe ich in den 80er Jahren noch Faßbrause
vom Faß (Schankanlage) getrunken).
--
Gruß
Mathias +++ m...@snafu.de +++ http://home.snafu.de/mat/
+++ Disclaimer: My opinions are my own +++ and mine only +++
+++ Willst Du früh zur Arbeitsstelle: +++
+++ nimm' die S-Bahn - pünktlich - schnelle! +++
> Bald hätte ich mich zusammengenommen und denen
> mitgeteilt, dass sowas hier nicht goutiert würde.
Der Satz war etwas schwierig.
Wenn ich mich zusammennehme, dann mache ich *nicht* das, wonach es mich
eigentlich juckt. Aber im Zusammenhang vermute ich, daß Du "Deinen Mut
zusammennehmen" wolltest? Oder "dich dazu durchringen"? Und "bald" heißt
doch hier sicher "beinahe"?
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: 7.7°C (7 November 2005 5:00 PM EST)
Sozusagen verbaselt. Oder ist das jetzt verbosselt?
> Wenn ich mich zusammennehme, dann mache ich *nicht* das, wonach es mich
> eigentlich juckt. Aber im Zusammenhang vermute ich, daß Du "Deinen Mut
> zusammennehmen" wolltest?
Ja-ah, oder "mich nicht mehr zusammengenommen".
> Und "bald" heißt
> doch hier sicher "beinahe"?
Es war schon zeitlich gemeint.
Es gibt von Franz Hohler diese Geschichte von dem, der gehört hatte, es
wäre besser, man täte, was man denke, statt nur zu denken, man täte es
und frässe alles still in sich hinein; vielleicht frag ich den Hohler
mal, ob ich die Geschichte abtippen und ins Netz stellen dürfe. Die
Geschichte geht ungefähr nach folgendem Schema, nur sind Personen,
Zeit, Anlass und Details völlig anders.
Lange hätte ich dieses Eszet morgens auf nüchternen Magen nicht mehr
ertragen. Bald wäre es soweit gewesen, dass ich mich nicht länger hätte
zusammennehmen können; eines Morgens, ich wäre ohnehin schon spät dran
gewesen und hätte zur Strassenbahn rennen müssen, da wäre mir wieder
dieser Buchstabe am viel zu hell erleuchteten Schaufenster aufgefallen,
ich wäre, erhitzt und mit bereits rotem Kopf in diese Galerie
hineingeplatzt, eine - wie nicht anders zu erwarten - schwarz
angezogene Sekretärin hätte aufgeblickt, ich hätte die nichtsahnende
Frau angeherrscht, was ihr oder vielmehr ihrem Chef eigentlich
einfalle: diese Scheusslichkeit, dieser Klebebuchstabe da draussen am
Schaufenster; die Sekretärin hätte mich verständnislos angeblickt und
dabei weiter mit ihrem Kugelschreiber herumgespielt, was mich nur noch
wütender gemacht hätte; ich wäre an ihrem Schreibtisch vorbei zu
Hintertür gegangen, um nachzusehen, ob sich dahinter dieser
niederträchtige Chef verstecke, die Frau hätte aber versucht, mich
daran zu hindern; beinahe wäre ich handgreiflich geworden, sie hätte
darauf zum Telefon gegriffen, um jemand anzurufen, vielleicht die
Polizei; mir wäre bewusst geworden, was für eine Szene ich da
eigentlich aufführe, aber jetzt, jetzt war es zu spät, der
fürchterliche Buchstabe musste weg, koste es, was es wolle, und zwar
noch bevor die Polizei - die Polizeistation ist nur ein paar Häuser
entfernt - eintreffen würde; ich hätte keine andere Möglichkeit
gesehen, als der Frau das Funktelefon zu entreissen, sie aber hätte den
Hörer nicht so leicht losgelassen, ihre perlmuttfarben lackierten und
manikürten Nägel hätten sich in meine Hand gekrallt, sie wäre stärker
gewesen, als ich sie von ihrer zierlichen Figur her eingeschätzt hätte;
wahrscheinlich hatte sie eine Jahreskarte für dieses Fitnesstudio
nebenan; ich hätte darum fester zupacken müssen und ihr einen Nagel
abgeknickt, einen nur angeklebten zwar; aber die Frau hätte
aufgeschrieen, Passanten wären in den Galerieraum hereingekommen, um
der Frau zu helfen; jetzt aber war es zu spät, den aufgeklebten
Buchstaben mit einem Messer, vielleicht auch mit diesem Brieföffner auf
dem Schreibtisch, von aussen abzukratzen, die alarmierten Passanten
hätten mich nicht durchgelassen; meine einzige Chance wäre es nun
gewesen, das Schaufenster von innen einzusschlagen und die Aufschrift
damit zu zerstören, aber das Funktelefon wäre als Wurfgeschoss zu
leicht gewesen; ich hätte panikartig nach etwas schwererem, härterem
Ausschau gehalten ...
aber dann, zum Glück, war die Aufschrift schon weg.
- Andi
> * Oliver Cromm <lispa...@internet.uqam.ca>:
>> * Andreas Karrer wrote:
>>
>>> Bald hätte ich mich zusammengenommen und denen
>>> mitgeteilt, dass sowas hier nicht goutiert würde.
>>
>> Und "bald" heißt
>> doch hier sicher "beinahe"?
>
> Es war schon zeitlich gemeint.
Ich kann das in einem kontrafaktischen Satz aber nicht so formulieren
wie oben. Bei mir müßte es heißen
"Bald wäre ich so weit gewesen, dass ..."
"Nicht mehr lange, und ich hätte ..."
oder ähnliches. Jetzt sehe ich, das hast Du ja in der literarischen
Version auch getan.
> Es gibt von Franz Hohler diese Geschichte [...] Die
> Geschichte geht ungefähr nach folgendem Schema, nur sind Personen,
> Zeit, Anlass und Details völlig anders.
>
> Lange hätte ich dieses Eszet morgens auf nüchternen Magen nicht mehr
> ertragen. Bald wäre es soweit gewesen, dass ich mich nicht länger hätte
> zusammennehmen können; [...]
Habe mich amüsiert!
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: 5.3°C (8 November 2005 4:00 PM EST)
> Drittens: An alkoholfreien Getränken gibt es Faßbrause, Kaltgetränk,
> Selter, Tafelwasser sowie Wasser mit Geschmack.
>
> 3a) Wasser mit Geschmack hätte ich für Brause gehalten, aber die gibt's
> ja extra. Was ist es dann?
Mineralwasser mit etwas versetzt. Nicht so süß wie Brause.
Ein wenig irritiert mich, daß die Frage von Dir kommt, denn Du bist
der Sachse. ;-) Ich meine, mir sicher zu sein, daß auch zu DDR-Zeiten
von Margon so etwas angeboten wurde. Es fiel mir jedenfalls auf, wenn
ich nach Süden kam, aus dem Norden kannte ich so etwas nicht.
Jüngst in Albanien bin ich gleich zweimal auf so etwas 'reingefallen,
weil mir nicht aufgefallen war, daß auf einigen der Wasserflaschen
eine kleine Zitrone abgebildet war.
-kut
>> 3a) Wasser mit Geschmack hätte ich für Brause gehalten, aber die gibt's
>> ja extra. Was ist es dann?
> Mineralwasser mit etwas versetzt. Nicht so süß wie Brause.
> Ein wenig irritiert mich, daß die Frage von Dir kommt, denn Du bist
> der Sachse. ;-) Ich meine, mir sicher zu sein, daß auch zu DDR-Zeiten
> von Margon so etwas angeboten wurde. Es fiel mir jedenfalls auf, wenn
> ich nach Süden kam, aus dem Norden kannte ich so etwas nicht.
Sowas heißt Citrus, Zitrone oder Seesche. Je nach dem. :-)
Bei Wasser mit Geschmack denke ich eher an Kinderplanschbecken.
Igittigitt!
> Bei Wasser mit Geschmack denke ich eher an Kinderplanschbecken.
Es gab wirklich mal die Titelzeile: "Eigenurin in aller Munde".
Ein Bekannter hat anbei über Eigenurintherapie promoviert und bei den
Recherchen dazu allerhand seltsame Käuze und schräge Typen
kennengelernt - FR
>> "Kaffee Burger".
> Das hieß auch schon so, bevor es zum Szenelokal umdeklariert wurde und
> war nicht das einzige Café, das der Berliner "Kaffee" (...) nannte.
Zu DDR-Zeiten war neben dem S-Bhf. Schönhauser ein unglaubliches
Etablissement, Café Wien oder Wiener Café (weiß jemand wie es
hieß?),
das spielt eine tragende Rolle in dem vor dem Mauerfall im Westen
erschienenen Buch "Die Bürgschaft", das einen Literaturpreis der FAZ
erhielt; auch die "Ficknette" kommt darinnen für - FR
> Traditionell gab es Fassbrause in vielen Berliner Kneipen am Zapfhahn
> gleichberechtigt neben richtigem Bier (so wie Cider in den englischen
> Pubs). Seit den 90ern in West wie Ost aber rapide ausgestorben,
> schneller noch als die Eckkneipe selbst.
Ich kenne in Berlin einen Italiener und einen Chinesen, wo es
Fassbrause gibt. Und ich nehme an, dass sie dort nicht aus der
Flasche in das 0,4-Glas umgefüllt wird, sondern aus dem Fass kommt.
Gruß,
Achim
Könnte das "Cafe Nord" gewesen sein. Schönhauser Allee 82.
>Stephan Lahl schrieb:
>
>> Bei Wasser mit Geschmack denke ich eher an Kinderplanschbecken.
>
>Es gab wirklich mal die Titelzeile: "Eigenurin in aller Munde".
>
>Ein Bekannter hat anbei über Eigenurintherapie promoviert
Ich faß' es ja nicht.
>und bei den
>Recherchen dazu allerhand seltsame Käuze und schräge Typen
>kennengelernt
So um 90 rum oder auch schon ein bißchen früher machte diese
Geistesverwirrung scheints in BRD-Akademikerkreisen die Runde;
gegenüber meiner Profesorin, die dieses Wort in den Mund nahm,
äußerte ich mich sehr unwirsch.
>> Ein Bekannter hat anbei über Eigenurintherapie promoviert
>
> Ich faß' es ja nicht.
>
>> und bei den
>> Recherchen dazu allerhand seltsame Käuze und schräge Typen
>> kennengelernt
>
> So um 90 rum oder auch schon ein bißchen früher machte diese
> Geistesverwirrung scheints in BRD-Akademikerkreisen die Runde;
> gegenüber meiner Profesorin, die dieses Wort in den Mund nahm,
> äußerte ich mich sehr unwirsch.
Nicht nur in der BRD. An einer Uni in Osaka hatte meine Frau einen
Lehrer, der seinen Studenten erzählte, er tränke jeden Morgen ein Glas
Eigenurin und putze seine Zähne nie. Ein andermal beschwerte er sich,
daß ihn seine Frau nicht küssen wolle.
Wer mag's ihr verdenken.
Gruß, Michael
>> Ein Bekannter hat anbei über Eigenurintherapie promoviert
>
> Ich faß' es ja nicht.
>
>> und bei den
>> Recherchen dazu allerhand seltsame Käuze und schräge Typen
>> kennengelernt
>
> So um 90 rum oder auch schon ein bißchen früher machte diese
> Geistesverwirrung scheints in BRD-Akademikerkreisen die Runde;
> gegenüber meiner Profesorin, die dieses Wort in den Mund nahm,
> äußerte ich mich sehr unwirsch.
Nicht nur in der BRD. An einer Uni in Osaka hatte meine Frau einen
Lehrer, der seinen Studenten erzählte, er trinke jeden Morgen ein Glas
>> Zu DDR-Zeiten war neben dem S-Bhf. Schönhauser ein unglaubliches
>> Etablissement, Café Wien oder Wiener Café (weiß jemand wie es
>> hieß?),
> Das war das Café Nord.
Also bitte, Kinder, nein, ganz so vertrottelt bin ich ja nun noch
nicht. Café Nord
war ein übel beleumundetes Tanzlokal mit stark
gonokokkengeschwängerter
Luft; wenn ich recht erinnere Ecke Rodenbergstraße (die gehört
übrigens
umbenannt, Hans Rodenberg war im Moskau der 30er Jahre ein übler
Denunziant). In den Fazilitäten des Cafés Nord befindet sich itzund
eine
Sparkassenfiliale; die Inhaber, deren einen ich zu kennen des
zweyffelhaften
Vergnügens genieße, hatten von der Spark. szt. eine erkleckliche
Abfindung
erhalten (ca. 5,5 Mio. DM). Die von mir gemeinte gastronomische
Einrichtung befand sich unmittelbar neben den S-Bhf. und war _der_
Treffpunkt
der Prenzelbergszene oder, wie es ein Stern-Journalist ausdrückte, des
Völkchens vom Prenzlauer Berg - FR
> So um 90 rum oder auch schon ein bißchen früher machte diese
> Geistesverwirrung scheints in BRD-Akademikerkreisen die Runde
Den beregten Promovenden - er wurde Der Hosentrompeter genannt - lernte
ich kennen, bevor ich nach München ging, es muß als vor '89 gewesen
sein - FR
> Ein andermal beschwerte er sich, daß ihn seine Frau nicht küssen wolle.
Ich will mich zu den Sexualriten der Japaner nicht weiter auslassen,
nur
anfügen, daß ich in München eine Wohnung besichtigt habe, die vorher
ein nipponesischer Ing. nebst Frau bewohnt hatte. Rund ums Ehebett war
das Parkett (von härtestem indones. Merbau-Holz) vollständig
durch Bleistiftabsätze zerstört. Nur Perverse, wo man hinschaut - FR
[Eigenurin]
> Nicht nur in der BRD. An einer Uni in Osaka hatte meine Frau einen
> Lehrer, der seinen Studenten erzählte, er trinke jeden Morgen ein Glas
> Eigenurin und putze seine Zähne nie.
Catull beschreibt das Uringurgeln WIMRE als spanische Spezialität.
Gruß
HR
--
sunt nova grata tria: medicus, meretrix, melodia
>>Das war das Café Nord.
> Luft; wenn ich recht erinnere Ecke Rodenbergstraße (die gehört
> übrigens
> umbenannt, Hans Rodenberg war im Moskau der 30er Jahre ein übler
> Denunziant). ...
Luise schreibt dazu etwas anderes:
Rodenberg (eigtl. Levy), Iwan Julius, * 26.6.1831 Rodenberg am Deister,
† 11.7.1914 Berlin, Schriftsteller.
http://www.luise-berlin.de/Strassen/Bez04a/R376.htm
> der Prenzelbergszene oder, wie es ein Stern-Journalist ausdrückte, des
> Völkchens vom Prenzlauer Berg - FR
Sind das solche Leute wie von der Charlottlburg oder vom Kreuzlberg?
Oder die vom Schöneberg?
Nu bleibe mal ganz ruhig und rufe dir die Leseaussprache
der Abk. "Prenzl. Berg" ins Gedächtnis zurück. Obwohl,
gerade gestern las ich vorbeiradelnerweise an einem
Gewerbebetrieb die Aufschrift "Prenz'lberg".
Und sonst so: Nova Colonia, Crossmountain, Spandow, Pankoff.
Gruß,
--Thorsten
--> daf.ddr
> Markus Ermert schrieb:
>
>
>>>Zu DDR-Zeiten war neben dem S-Bhf. Schönhauser ein unglaubliches
>>>Etablissement, Café Wien oder Wiener Café (weiß jemand wie es
>>>hieß?),
>
>
>>Das war das Café Nord.
>
>
> Also bitte, Kinder, nein, ganz so vertrottelt bin ich ja nun noch
> nicht. Café Nord
> war ein übel beleumundetes Tanzlokal mit stark
> gonokokkengeschwängerter
> Luft; [...] In den Fazilitäten des Cafés Nord befindet sich itzund
> eine Sparkassenfiliale;
Wiener Café ist schon richtig.
In den Wirren des Netzes findet sich ein Spiegel-Artikel von 1983 über
die DDR-Punkszene, wo der Landen erwähnt wird.
<http://mitglied.lycos.de/RaFuchs/ndw/sounds/spiegel83.htm>
Vor elf Jahren erinnerte sich die Berliner Zeitung an die aus damaliger
Sicht alten Zeiten:
<http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1994/1223/none/0045/>
Heute sieht es da ja wieder anders aus, und an die Müllerstr. denkt dort
heutzutage wohl keiner mehr.
-kut
> Luise schreibt dazu etwas anderes
Na jut, denn nehm ick allet zurück und behaupte det Jejenteil.
>> der Prenzelbergszene
> Sind das solche Leute wie von der Charlottlburg oder vom Kreuzlberg?
> Oder die vom Schöneberg?
Weder noch. Prenzelberch ebend.
Lies "Die Bügschaft" (Awtor verjessen) und Dir wird Antwort zuteil - FR