ich suche Verben, die je nach Zusammenhang ihr Gegenteil bedeuten.
Beispiele zur Verdeutlichung:
Bevor ich die Zimmerdecke strich, deckte ich meine Möbel mit einer
schützenden Folie ab.
Nachdem ich mit dieser Arbeit fertig war, konnte ich die Möbel wieder
abdecken.
Nachdem ich das Gipfelkreuz erreicht hatte, rastete ich mich eine
Stunde lang aus.
Der Vater rastete völlig aus, als der Sohn mit drei Fünfern im Zeugnis
nach Hause kam.
Findet Ihr noch andere solche Verben?
Mit freundlichen Grüßen,
Elisabeth
> Nachdem ich das Gipfelkreuz erreicht hatte, rastete ich mich eine
> Stunde lang aus.
LOL! Wo sagt man denn sowas? Das kommt auf jeden Fall in meinen
Sprachschatz.
Viel Gruß
Thomas Roessing
--
Thomas Roessing
thomas....@roessing.org
http://www.roessing.org
http://portal.trgsites.de
sich ausrasten: das war mir bisher unbekannt. Österreich? immer
reflexiv?
>Der Vater rastete völlig aus, als der Sohn mit drei Fünfern im Zeugnis
>nach Hause kam.
--
mfg
Heinz Lohmann
Taipei, Taiwan
25°05'N 121°32'E
> ich suche Verben, die je nach Zusammenhang ihr Gegenteil bedeuten.
Das beste Beispiel ist die Verbform "du speist", mit den
gegensätzlichen Bedeutungen:
(1) du isst
(2) du erbrichst
Ciao,
Andreas Tschager
mael...@EUnet.at (Elisabeth M?ler) wrote in message news:<3c435c59...@news.at.kpnqwest.net>...
> Bevor ich die Zimmerdecke strich, deckte ich meine Möbel mit einer
> schützenden Folie ab.
Möbel werden mit eine Folie zugedeckt.
> Nachdem ich mit dieser Arbeit fertig war, konnte ich die Möbel wieder
> abdecken.
Nur was vorher zugedeckt wurde, kann abgedeckt werden.
>
> Nachdem ich das Gipfelkreuz erreicht hatte, rastete ich mich eine
> Stunde lang aus.
Die Tätigkeit des Rastens ist rasten.
> Der Vater rastete völlig aus, als der Sohn mit drei Fünfern im Zeugnis
> nach Hause kam.
Die von Dir aufgeführten Verben sind nicht gegenteilig, sie sind
falsch gebraucht -> Verluderung der Sprache.
Gruss
Leo
Ich bin nicht überzeugt, dass es das gesuchte Phänomen überhaupt gibt.
"Speien" und "speisen" sind zwei verschiedene Verben.
"Ausrasten" im Sinne von "ausruhen" ist nicht im ganzen deutschen
Sprachraum üblich, vor allem aber ist das umgangssprachliche
"ausrasten" wiederum ein anderes Verb, wenn es auch gleich
ausgesprochen, geschrieben und flektiert wird - im Lexikon wird
es immer einen eigenen Eintrag haben.
Gleiches gilt für "abdecken".
S. M.
--
Sven Mayerhofer
N 53 34 47 E 07 54 05
Leo Stern wrote:
> > Bevor ich die Zimmerdecke strich, deckte ich meine Möbel mit einer
> > schützenden Folie ab.
>
> Möbel werden mit eine Folie zugedeckt.
Das sehe ich nicht so. Abdecken bedeutet MUSEN auch, etwas zu bedecken,
um es vor etwas zu schützen. Man macht auch eine Abdeckung auf ein Teil
und keine Zudeckung.
> > Nachdem ich mit dieser Arbeit fertig war, konnte ich die Möbel wieder
> > abdecken.
>
> Nur was vorher zugedeckt wurde, kann abgedeckt werden.
Da hast du recht.
Beim Renovieren ist das hinterherige "abdecken" eher fehl am Patz und
ich würde eher sagen "die Abdeckung entfernen".
> > Nachdem ich das Gipfelkreuz erreicht hatte, rastete ich mich eine
> > Stunde lang aus.
>
> Die Tätigkeit des Rastens ist rasten.
Ich kenne den Gebrauch ausrasten für ausruhen auch. "Jetzt muß ich mich
erst mal fünf Minuten ausrasten, bevor ich weitergehen kann."
Gruß Tobi
--
++ signature under construction ++
>> Nachdem ich das Gipfelkreuz erreicht hatte, rastete ich
>> mich eine Stunde lang aus.
>
> sich ausrasten: das war mir bisher unbekannt. Österreich?
Ich kenne "sich ausklinken", aber weniger in der o. g.
Bedeutung (verschnaufen), sondern für in der Bedeutung
"(eine Gruppe/eine Ereignis) verlassen".
Matthias
--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de
Der Klassiker:
Das Hindernis umfahren.
Gruß
Torsten
> Hallo Gruppe,
>
> ich suche Verben, die je nach Zusammenhang ihr Gegenteil bedeuten.
>
> Beispiele zur Verdeutlichung:
[abdecken, ausrasten]
> Findet Ihr noch andere solche Verben?
Wir hatten vor ca. einem Jahr eine ähnliche Diskussion, die damals aber
nicht auf Verben beschränkt war. Aus dem Gedächtnis fallen mir die
folgenden Wendungen mit Verben ein:
-- Bei ihm ist die Sicherung durchgebrannt (bedeutet eigentlich, daß der
Schutzmechanismus der Sicherung funktioniert hat).
-- Durch die Nase sprechen (die Nase ist in dieser Situation gerade zu).
Ich möchte noch hinzufügen:
-- Miteinander schlafen (bei der so bezeichneten Tätigkeit ist man ja
gerade hellwach).
War's das, was Du gesucht hast?
Gruß
Ralf Kern
> Hallo!
>
> Leo Stern wrote:
> > > Nachdem ich mit dieser Arbeit fertig war, konnte ich die Möbel wieder
> > > abdecken.
> >
> > Nur was vorher zugedeckt wurde, kann abgedeckt werden.
>
> Da hast du recht.
> Beim Renovieren ist das hinterherige "abdecken" eher fehl am Patz und
> ich würde eher sagen "die Abdeckung entfernen".
"Abdecken" geht aber auch, denn man sagt z. B.:
"Der Sturm hat das Dach abgedeckt."
Gruß
Ralf Kern
> "Abdecken" geht aber auch, denn man sagt z. B.:
> "Der Sturm hat das Dach abgedeckt."
Ja, und danach mußte dann die Dachstuhlkonstruktion
neu *überdacht* werden ...
(OK, ich geb's zu: wieder nur zufällige Homonymie
zweier konjugierter Formen ...)
Wer hat denn die Mandeln *gestiftet*?
Der Teig ist schon ganz *gerührt*.
Gruß
Torsten
Wahrig bezeichnet das reflexive »sich ausrasten« als österreichisch;
der Rechtschreibduden als süddeutsch und österreichisch.
> immer reflexiv?
Nein, ich würde »ausrasten« (ausruhen) ohne »sich« verwenden.
Schöne Grüße,
Wolf
Wenn man "rasten" durch "ruhen" ersetzt, leuchtet's gleich mehr
ein, nicht?
Schönen Gruß
pcr
--
Peter Ringeisen •• p...@gmx.net •• http://pcr.gmxhome.de
"Let us carry the fight against ignorance to the four corners
of the earth, because it is a fight which concerns us all."
(Peter Sellers) -> -> -> -> http://parrots-and-jabberwocks.de
> Heinz Lohmann <heinzl...@yahoo.com> schrieb:
> >Elisabeth Müller schrieb:
> >>Nachdem ich das Gipfelkreuz erreicht hatte, rastete ich mich eine
> >>Stunde lang aus.
> >
> >sich ausrasten: das war mir bisher unbekannt. Österreich? immer
> >reflexiv?
>
> Wenn man "rasten" durch "ruhen" ersetzt, leuchtet's gleich mehr
> ein, nicht?
"sich "ausruhen" bedeutet allerdings nicht dasselbe wie "ruhen",
wogegen "sich ausrasten" (AT) als derselbe Begriff wie "rasten" (D-CH)
gedeutet wurde.
Yvonne Steiner
>> Bevor ich die Zimmerdecke strich, deckte ich meine Möbel mit einer
>> schützenden Folie ab.
>
>MUSEN zudecken besser.
MUSEN zudecken schlechter.
Zudecken bedeutet, etwas vollständig abzudecken. Abdecken heißt,
etwas teilweise zu schützen.
--
Viele Grüße, Gerald Fix
>"Elisabeth Müller" wrote:
>
>> Nachdem ich das Gipfelkreuz erreicht hatte, rastete ich mich eine
>> Stunde lang aus.
>
>LOL! Wo sagt man denn sowas? Das kommt auf jeden Fall in meinen
>Sprachschatz.
Was findest du daran bemerkenswert, lustig oder eigenartig? Das ist
ein ganz gewöhnlicher deutscher Satz.
interessiert,
Peter
>> sich ausrasten: das war mir bisher unbekannt.
>> Österreich?
>
>Wahrig bezeichnet das reflexive »sich ausrasten« als österreichisch;
>der Rechtschreibduden als süddeutsch und österreichisch.
>
>> immer reflexiv?
>
>Nein, ich würde »ausrasten« (ausruhen) ohne »sich« verwenden.
österr. Wörterbuch:
ausrasten; (sich) a.:sich ausruhen.
Gruß,
daPeda
>Hallo Elisabeth
>
>mael...@EUnet.at (Elisabeth M?ler) wrote in message news:<3c435c59...@news.at.kpnqwest.net>...
>
>> Bevor ich die Zimmerdecke strich, deckte ich meine Möbel mit einer
>> schützenden Folie ab.
>
>Möbel werden mit eine Folie zugedeckt.
Bei uns wird im Baumarkt 'Abdeckfolie' verkauft.
in D übrigens auch:
http://www.heimwerker.de/shops/klebebaender/maler-baender_und_folien/abdeckfolie/
>
>> Nachdem ich das Gipfelkreuz erreicht hatte, rastete ich mich eine
>> Stunde lang aus.
>
>Die Tätigkeit des Rastens ist rasten.
s.o.
Gruß,
daPeda
>Wer hat denn die Mandeln *gestiftet*?
MUSEN: /gestiftelt/
Gruß,
daPeda
> Thomas Roessing <nachr...@roessing.org> schrieb:
> >LOL! Wo sagt man denn sowas? Das kommt auf jeden Fall in meinen
> >Sprachschatz.
>
> Was findest du daran bemerkenswert, lustig oder eigenartig? Das ist
> ein ganz gewöhnlicher deutscher Satz.
Moin,
ich habe "ausrasten" noch nie in reflexiver Form gesehen und kenne den
Ausdruck nur in der (übertragenen Bedeutung) "ausflippen" oder "sehr
wütend reagieren". "Sich ausrasten" würde dann so etwas bedeuten wie
"sich selbst in einen Zustand sehr wütender Reaktion versetzen"; und das
ganze noch oben auf einem Berggipfel :-)
Den anderen Beiträgen habe ich inzwischen entnommen, daß man wohl in
Österrich sowas sagt - wieder was gelernt.
Das ist schon richtig.
> wogegen "sich ausrasten" (AT) als derselbe Begriff wie "rasten" (D-CH)
> gedeutet wurde.
Aber »(sich) ausrasten« bedeutet eben nicht dasselbe wie »rasten«
oder »ruhen«, sondern ungefähr das gleiche wie »(sich) ausruhen«.
| Er setzt sich dort auf eine Bank von Stein,
| Um, müd und schwach von langem Fasten,
| Im Schatten da ein wenig auszurasten,
| Und eine Sklavin bringt ihm etwas Brot und Wein.
schreibt Wieland im Oberon. Er hätte hier auch »auszuruhen«
schreiben können - allerdings reimt sich das nicht so gut
auf »Fasten«. ;-)
Und wenn Hugo von Hofmannsthal von »ausgerasteten Pferden«
schreibt, dann sind das natürlich »ausgeruhte Pferde«.
Schöne Grüße,
Wolf
> Yvonne Steiner schrieb:
>
> > Peter Ringeisen <use...@rip.claranet.de> wrote:
> >
> > > Heinz Lohmann <heinzl...@yahoo.com> schrieb:
> > > >Elisabeth Müller schrieb:
> > > >>Nachdem ich das Gipfelkreuz erreicht hatte, rastete ich mich eine
> > > >>Stunde lang aus.
> > > >
> > > >sich ausrasten: das war mir bisher unbekannt. Österreich? immer
> > > >reflexiv?
> > >
> > > Wenn man "rasten" durch "ruhen" ersetzt, leuchtet's gleich mehr
> > > ein, nicht?
> >
> > "sich "ausruhen" bedeutet allerdings nicht dasselbe wie "ruhen",
>
> Das ist schon richtig.
>
> > wogegen "sich ausrasten" (AT) als derselbe Begriff wie "rasten" (D-CH)
> > gedeutet wurde.
>
> Aber »(sich) ausrasten« bedeutet eben nicht dasselbe wie »rasten«
> oder »ruhen«, sondern ungefähr das gleiche wie »(sich) ausruhen«.
Genau so meinte ich es auch; offenbar aber wird es in AT anders
"gedeutet".
Also homophone Antonyme oder antonymische Homophone ....
;-)))
Da die deutschen Vorsilben deutscher Verben ziemlich vieldeutig sein können,
Bildungen damit in reichlicher Zahl möglich sind und präfigierte Verben
außerdem sehr häufig eine so genannte Applikativbildung sind (bei der eine
irgendwie beteiligte Person oder Sache immer das direkte Objekt ist oder
dazu wird), hast Du vermutlich in genau dieser Gruppe gute Chancen, solche
Paare von Verben zu finden, die in einer besonderen Bedeutungsrelation (wie
z.B. Gegensatz) stehen.
Wie wär's mit:
aufrollen
Weshalb brauchst du die? Bist Du auf der Suche nach
ein paar Kalauern für dein nächstes Kabarettprogramm?
;-)))))
MFG
Frank
> Findet Ihr noch andere solche Verben?
Nun ja, der Weichenausbau ist Selten Bestandteil eines Streckenausbaus.
Gruß, ULF
--
________________________________________________________________________
Ulf Kutzner Backhaushohl 46 D-55128 Mainz
________________________________________________________________________
> "Elisabeth Müller" wrote:
>
> > Findet Ihr noch andere solche Verben?
>
> Nun ja, der Weichenausbau ist Selten Bestandteil eines Streckenausbaus.
Genau. Erst haben wir eine bestimmte Funktionalitaet der Software ausgebaut,
und dann haben wir sie wieder ausgebaut. :-)
Oder:
Erst schoss er den Pfeil ab und dann den Vogel.
Gruss,
Alex.
--
"'War' ist die Vergangenheitsform von 'sein'."
(unbekannt)
---------------------------------------------------------------------
Alexander Glintschert (al...@glintschert.de)
FreeMail-Tel.-Nr.: +49-180-50 52 54 09 50 48
Nebenbei: Das ist aber rein funktional von der früheren Bauart her zu verstehen
und kein Beispiel für den Gegensatz von Sprache und Bedeutung.. Damals brannte
eben ein Drähtchen durch, wenn zuviel Strom floss und unterbrach so den
Stromkreis. Bei heutigen Automaten brennt nichts durch, da fliegt die Sicherung
höchstens raus.
bye
Thomas
»etwas übersehen«:
1. etwas nicht sehen.
2. etwas (vollständig) überblicken können.
Schöne Grüße,
Wolf
Ja, sowas war's, danke.
Bemerkung zu den anderen Antworten: Mir war schon klar, dass Wörter,
die gleich aussehen, aber verschiedene Bedeutung haben, nicht die
selben sein können. Trotzdem finde ich es höchst amüsant, dass es
dieses Phänomen gibt, wenn auch manchmal nur umgangssprachlich.
Übrigens habe ich per E-Mail noch folgendes erhalten:
>"sanktionieren" heißt je nach Zusammenhang "erlauben" oder
>"mit Strafe belegen".
Vielen Dank für alle Beiträge,
Elisabeth
>Yvonne Steiner schrieb:
>> wogegen "sich ausrasten" (AT) als derselbe Begriff wie "rasten" (D-CH)
>> gedeutet wurde.
>
>Aber »(sich) ausrasten« bedeutet eben nicht dasselbe wie »rasten«
>oder »ruhen«, sondern ungefähr das gleiche wie »(sich) ausruhen«.
Ist denn der Unterschied zwischen ruhen und sich ausruhen so groß?
> Übrigens habe ich per E-Mail noch folgendes erhalten:
> >"sanktionieren" heißt je nach Zusammenhang "erlauben" oder
> >"mit Strafe belegen".
Da passt, wenn wir mal vom Kriterium des Verbs absehen, auch die
"Untiefe" hin.
> "Ralf Kern" <Ralf-Ulr...@fh-nuernberg.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:3C442C4E...@fh-nuernberg.de...
>> -- Bei ihm ist die Sicherung durchgebrannt (bedeutet eigentlich, daß der
>> Schutzmechanismus der Sicherung funktioniert hat).
>
> Nebenbei: Das ist aber rein funktional von der früheren Bauart her zu verstehen
Richtig: Die Sicherung brannte durch (normalerweise wird sie eher
schmelzen), der Strom wurde unterbrochen, Schaden verhindert. Aber
wenn bei jemandem "die Sicherungen durchbrennen", treten sie außer
Kraft und unkontrolliertes Verhalten ist die Folge.
Oder war es möglich, daß durch einen Vorgang, der "Durchbrennen"
genannt wird, die Sicherung permanent leitend gemacht wurde?
> und kein Beispiel für den Gegensatz von Sprache und Bedeutung.
Naja, für den Gegensatz von Gemeintem und Verstandenem einerseits und
strenggenommen Gesagtem andererseits.
- Sebastian
>Oder:
>Erst schoss er den Pfeil ab und dann den Vogel.
Mit Verlaub, das ist etwas ganz anderes, nämlich ein Zeugma.
Hier gibt es keinen Unterschied in der grundsätzlichen Bedeutung,
sondern nur in der Anwendung (Pfeil: wörtlich, Vogel: übertragen).
Die Komik entsteht dadurch, dass ein Verb so auf zwei unterschiedliche
Objekte bezogen wird, dass unterschiedliche Bedeutungsnuancen des
Verbs in Anspruch genommen werden. Andere Beispiele:
Ich heiße Heinz und Sie herzlich willkommen.
She rode away in a flood of tears and a sedan chair.
> Nebenbei: Das ist aber rein funktional von der früheren Bauart her zu verstehen
> und kein Beispiel für den Gegensatz von Sprache und Bedeutung.. Damals brannte
> eben ein Drähtchen durch, wenn zuviel Strom floss und unterbrach so den
> Stromkreis. Bei heutigen Automaten brennt nichts durch, da fliegt die Sicherung
> höchstens raus.
Bei den Automaten fliegt nichts raus, die bleiben schön an ihrem Ort.
Der Kippschalter klappt herunter. Ich vermute, dass auch die Metapher
von der herausfliegenden Sicherung von den alten Schmelzsicherungen
kommt. Diese trugen nämlich an der Vorderseite ein Metallplättchen, das
beim Durchscmelzen des Drahtes von einer Feder gedrückt nach vorne
runterfiel, etwas blumiger formuliert "herausflog". Am Nochvorhandensein
des Plättchens konnte man heile von durchgebrannten Sicherungen
unterscheiden.
--
Tschö, wa!
Thorsten
On Tue, 15 Jan 2002 14:19:10 +0100, Ralf Kern
<Ralf-Ulr...@fh-nuernberg.de> wrote:
>-- Bei ihm ist die Sicherung durchgebrannt (bedeutet eigentlich, daß der
>Schutzmechanismus der Sicherung funktioniert hat).
in dem Zusammenhang fällt mir der Ausdruck "keine Nerven haben" ein,
den ich sowohl in der Bedeutung "sehr schnell nervös werden" als auch
in der Bedeutung "nie nervös werden" kenne.
Viele Grüße
Stefan
Na ja, man kann z. B. sagen: »Die Waffen ruhen«.
»Die Waffen ruhen sich aus« ist irgendwie nicht dasselbe. ;-)
Schöne Grüße,
Wolf
> Das Hindernis umfahren.
Bleiben wir beim Auto. Ich kann mein Auto auf vielerlei Art ausfahren.
Entweder ich schlendere gemütlich durch die Landschaft oder ich nutze das
gesamte Leistungsvermögen. :-)
Lebewesen durchbringen heißt oft erhalten oder retten.
Beim Geld durchbringen ist das Geld hingegen fort. :-(
Gruß
Torsten
> > umfahren.
>
>
> durchbringen
Mir ist eine Anleitung zum Erfolgreich Sein aus der Feder Loriots
erinnerlich, die in der Zusage gipfelte:
Sie werden sich durchsetzen!
Der solcherart Illustrierte thronte auf einem Sitzmöbel, dessen
Unterbespannung sichtlich aus dem Leim ging.
Grüße von
Wolfram
--
NVA-Jargon http://netzwoerterbuch.de
> Thomas point Friedrichs schrieb:
>
> > Nebenbei: Das ist aber rein funktional von der früheren Bauart her zu verstehen
> > und kein Beispiel für den Gegensatz von Sprache und Bedeutung.. Damals brannte
> > eben ein Drähtchen durch, wenn zuviel Strom floss und unterbrach so den
> > Stromkreis. Bei heutigen Automaten brennt nichts durch, da fliegt die Sicherung
> > höchstens raus.
>
> Bei den Automaten fliegt nichts raus, die bleiben schön an ihrem Ort.
> Der Kippschalter klappt herunter. Ich vermute, dass auch die Metapher
> von der herausfliegenden Sicherung von den alten Schmelzsicherungen
> kommt.
Alte Sicherungsautomaten hatten einen Knopf, der heraussprang und wieder
hineingedrückt werden mußte.
Gruß
Ralf Kern
Dann passt es ja ganz gut, dass ich "mich ausraste", nachdem
ich das Gipfelkreuz erreicht habe.
>>
>> Dann passt es ja ganz gut, dass ich "mich ausraste", nachdem
>> ich das Gipfelkreuz erreicht habe.
>
>Ja, aber aber eben nur auf Österreichs Gipfeln. ;-)
>
Klar. Die sind schließlich recht weit oben, und man hat's nötig.
Reinhard
--
Neu sind Geld und Jahr.
Warum denn bin ich nur noch
immer der alte?
> "Elisabeth Müller" schrieb:
>
>> Ist denn der Unterschied zwischen ruhen und sich ausruhen so groß?
>
> Na ja, man kann z. B. sagen: »Die Waffen ruhen«.
Und "Er ruhe in Frieden"...
- Sebastian
> Alexander Glintschert <al...@glintschert.de> schrieb:
>
>>Oder:
>>Erst schoss er den Pfeil ab und dann den Vogel.
>
> Mit Verlaub, das ist etwas ganz anderes, nämlich ein Zeugma.
> Hier gibt es keinen Unterschied in der grundsätzlichen Bedeutung,
> sondern nur in der Anwendung (Pfeil: wörtlich, Vogel: übertragen).
Die Bedeutung ist unterschiedlich. Einmal: In schußartige Bewegung
versetzen, das andere Mal: durch Schuß zur Strecke bringen.
- Sebastian
Jetzt, wo du's sagst, seh ich's auch.
Aber es ist trotzdem auch ein Zeugma.
Doch. ;)
> Damals brannte
> eben ein Drähtchen durch, wenn zuviel Strom floss und unterbrach so den
> Stromkreis.
Eben. Jemand, bei dem alle Sicherungen durchbrennen, müsste also
jegliche Aktivität einstellen. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der
Fall.
CU
Thomas
--
Cabbage, n.:
A familiar kitchen-garden vegetable about as large and wise as
a man's head.
-- Ambrose Bierce, "The Devil's Dictionary"
>>MUSEN zudecken besser.
> MUSEN zudecken schlechter. Zudecken bedeutet, etwas vollständig
> abzudecken. Abdecken heißt, etwas teilweise zu schützen.
MUSE empfindet abdecken auch besser, aber aus einem anderen Grund:
Weil "zudecken" bei mir zur Vollständigkeit auch noch den
Bedeutungsinhalt "unsichtbar machen" hat, wogegen beim "abdecken"
nichts unter Tisch oder Teppich gekehrt wird, sondern der Schutz im
Vordergrund steht.
Und dann gibt's "abdecken" und "Abdecker" noch irgendwo am
Schlachthof, aber da wissen andere wohl mehr.
M.
>> Bei den Automaten fliegt nichts raus, die bleiben schön an ihrem
>> Ort. Der Kippschalter klappt herunter. Ich vermute, dass auch die
>> Metapher von der herausfliegenden Sicherung von den alten
>> Schmelzsicherungen kommt.
> Alte Sicherungsautomaten hatten einen Knopf, der heraussprang und
> wieder hineingedrückt werden mußte.
Was nichts daran ändert, dass Thorsten in punkto "Sicherung
herausfliegen" Recht hat.
M.
>> ich suche Verben, die je nach Zusammenhang ihr Gegenteil bedeuten.
> »etwas übersehen«:
Nicht unbedingt gegenteilig, aber doch deutlich verschieden:
"überarbeiten" und "sich überarbeiten". Man könnte man allerdings
jemandem, der vom Schönheitchirurgen kommt, ein durchaus
zwieideutiges "Du siehst aber überarbeitet aus!" entgegenwerfen.
M.
> >> Bei den Automaten fliegt nichts raus, die bleiben schön an ihrem
> >> Ort. Der Kippschalter klappt herunter. Ich vermute, dass auch die
> >> Metapher von der herausfliegenden Sicherung von den alten
> >> Schmelzsicherungen kommt.
>
> > Alte Sicherungsautomaten hatten einen Knopf, der heraussprang und
> > wieder hineingedrückt werden mußte.
>
> Was nichts daran ändert, dass Thorsten in punkto "Sicherung
> herausfliegen" Recht hat.
Also, meiner Meinung nach fliegen Sicherungen nich raus, sondern
man sagt, sie brennen durch. 'Bei dem sind wohl die Sicherungen
durchebrannt.' FR
Klar. Der Abdecker zieht dem toten Tier die Haut (die Decke) ab.
Bedeutet aber eigentlich nicht den Schlachter, sondern den, der
verendete Tiere abholt und entsorgt.
Da gibt es noch eine andere Erklärung: Der Abdecker deckt die toten
Tiere mit Rasenziegeln zu (daher wird er auch Wasenmeister genannt).
--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Es gibt keine schlechten Menschen, wenn man sie
| | | |_| | nur sorgfältig zubereitet."
| | | _ | (Alte Kannibalenweisheit)
|_|a |_| |_|a
>> Was nichts daran ändert, dass Thorsten in punkto "Sicherung
>> herausfliegen" Recht hat.
> Also, meiner Meinung nach fliegen Sicherungen nich raus, sondern
> man sagt, sie brennen durch. 'Bei dem sind wohl die Sicherungen
> durchebrannt.'
Die Sicherungen, die rausgeflogen sind, die gab's ja nur in AT.
M.
Ich habe übrigens mal 1 Haus in Bln.-Grunewald behütet (und bekam
behufs dieses 1 Pistolen-Atrappe eingehämdigt; anetschlecht) während
die Bewohner auf Sylt weilten, weil in den vorangegangenen beiden
Jahren dort in dieser Zeit eingebrochen worden war. Die Nachbarin
war eine reizende uralte Frau, die berichtete, daß ihr Mann als
Major aus dem I. WK zurückkam (wahrscheinlich als charakterisierter,
als Charaktermajor, wie auch mein Patenonkel einer war; mein Urgroßvater
kam übrigens als charakterisierter Generalmajor heim, was ihm die
Anrede Exzellenz verwehrte), vor dem Nichts stand. Ging der Mann
aufs Patentamt, fand dorten die Anmeldung für die sp. sog.
Patentsicherung (vorh. gab's nur die Einweg-Schmelzsicherung) vor,
kaufte die Rechte und machte 1 Hauffen Gäld draus. Die Alte Dame:
"Vor 33 hatten wir ja nur Juden als Vertreter; die waren einfach gut."
Und erzählte gleich 1 jüd. Witz, den man auch hier...: "Der
alte Efraim liegt im Sterben und die Familie hat sich um sein Bett
versammelt. 'Sieh, Efraim, es sind alle hier: Deine Kinder. deine
Enkel, dein Nichten...' - Fährt der Alte auf: 'Um Gottes Willen,
und wer ist im Geschäft?'" - FR
> Michael Pronay <pro...@gmx.at> schreibt: > Florian Ritter <flor...@yahoo.com> wrote:
> >
> > >> Was nichts daran ändert, dass Thorsten in punkto "Sicherung
> > >> herausfliegen" Recht hat.
> >
> > > Also, meiner Meinung nach fliegen Sicherungen nich raus, sondern
> > > man sagt, sie brennen durch. 'Bei dem sind wohl die Sicherungen
> > > durchebrannt.'
> >
> > Die Sicherungen, die rausgeflogen sind, die gab's ja nur in AT.
Es gibt unzaehlige bauarten von sicherungen. Stromsicherungen brennen
durch, aber sonst? Ein schalter zb.?
Liebe gruesse
Hans
> Bei ihm ist die Sicherung durchgebrannt (bedeutet eigentlich, daß der
> Schutzmechanismus der Sicherung funktioniert hat).
Gemeint ist aber nicht die Sicherung dieses Menschen,
sondern die seines Verstandes oder seine Vernunft.
Der Mensch ist ein Tier mit ein paar zusätzlichen Features.
Der menschliche Verstand ist ein Kontrollmechanismus, der
parallel zum tierischen Trieb geschaltet ist und sich mit
diesem alle anfallenden Aufgaben teilt. Brennt die Sicherung
des Verstandes durch, so hat dieser Mensch seinen Verstand
verloren.
demnach kein Gegenteil
Grüße
Torsten
> "Ralf Kern" <Ralf-Ulr...@fh-nuernberg.de> schrieb im Newsbeitrag
>
>> Bei ihm ist die Sicherung durchgebrannt (bedeutet eigentlich, daß der
>> Schutzmechanismus der Sicherung funktioniert hat).
>
> Gemeint ist aber nicht die Sicherung dieses Menschen,
> sondern die seines Verstandes oder seine Vernunft.
>
> Der Mensch ist ein Tier mit ein paar zusätzlichen Features.
> Der menschliche Verstand ist ein Kontrollmechanismus, der
> parallel zum tierischen Trieb geschaltet ist und sich mit
> diesem alle anfallenden Aufgaben teilt. Brennt die Sicherung
> des Verstandes durch, so hat dieser Mensch seinen Verstand
> verloren.
>
> demnach kein Gegenteil
Doch, was soll das denn für ein ominöses Brennen sein? Das
leidenschaftliche Entflammen seines Gemüts? Das paßt mir irgendwie
nicht zum Sicherungs-Bild...
- Sebastian
--
Willkommen bei Siemens Gebäudetechnik, dem sympathischen Innovations-
und Weltmarktführer in der Sicherheitstechnik!
(Website)
Sebastian Koppehel schrieb:
> Doch, was soll das denn für ein ominöses Brennen sein? Das
> leidenschaftliche Entflammen seines Gemüts? Das paßt mir irgendwie
> nicht zum Sicherungs-Bild...
Zb. das durchbrennen eines sicherungsdrahtes. Haengt mit den
unzreschiedlichen sicherungsbauarten zusammne, die man im technischen
bvereich verwenden kann. Und solche sicherungen wurden gedanklich
verwendet.
Bei uns kann man auch sagen: "Es hat die sicherung geschossen". Woher
das kommt kann ich mir wieder schwerer vorstellen.
Liebe gruesse
Hans
> Sebastian Koppehel schrieb:
>
>> Doch, was soll das denn für ein ominöses Brennen sein? Das
>> leidenschaftliche Entflammen seines Gemüts? Das paßt mir irgendwie
>> nicht zum Sicherungs-Bild...
>
> Zb. das durchbrennen eines sicherungsdrahtes.
Und dann fließt der Strom erst so richtig? Komische Sicherungen, das.
> Haengt mit den
> unzreschiedlichen sicherungsbauarten zusammne, die man im technischen
> bvereich verwenden kann.
Nur zur Sicherheit, sprechen wir noch beide von Elektrizität? Da
bedeutet ein "Durchbrennen" der Sicherung nämlich keineswegs, daß das
Gerät "durchdreht".
Sebastian Koppehel schrieb:
> > Zb. das durchbrennen eines sicherungsdrahtes.
>
> Und dann fließt der Strom erst so richtig? Komische Sicherungen, das.
Ist ja eher bildhaft gemeint. Ein wirkliches technisches vorbild faellt
mir da jetzt nicht ein. Vielleicht ein geschwindigkeits- bzw.
drehzahlbegrenzer, der ausser kraft gesetzt wird, weil die sicherung
davon hin ist. Frag nicht, ob sowas wirklich so funktionieren kann.
> > Haengt mit den
> > unzreschiedlichen sicherungsbauarten zusammne, die man im technischen
> > bvereich verwenden kann.
>
> Nur zur Sicherheit, sprechen wir noch beide von Elektrizität? Da
> bedeutet ein "Durchbrennen" der Sicherung nämlich keineswegs, daß das
> Gerät "durchdreht".
Eigentlich nicht ausschliesslich, ich kenne ja auch andere redewendungen
mit derselben bedeutung. Aber immer eine kaputte sicherung betreffend.
Wo eine sicherung dieser art eingebaut ist weiss ich halt nicht. Ein
drehzahlbegrenzer ist halt meist ein mechanischer teil.
Ein temperaturbegrenzer ist zb. auch ein teil der kaputt werden kann.
Durchbrennen, naja. Aber dann kocht der heisswasserbereiter auf. Darum
muss ein speicher mehrere sicherungen haben. Ein dampfkessel wird was
verdammt gefaehrliches.
Liebe gruesse
Hans
> Nur zur Sicherheit, sprechen wir noch beide von Elektrizität? Da
> bedeutet ein "Durchbrennen" der Sicherung nämlich keineswegs, daß das
> Gerät "durchdreht".
Ich hatte versucht darzustellen, dass das geflügelte Wort nicht die
Hauptsicherung des Menschen meint, sondern die eines Kontrollmoduls.
Bei Überlastung eines Moduls muss ja nicht das ganze System ausfallen,
es kann sich aber unkontrolliert verhalten -> durchdrehen.
Das Kontrollmodul (Verstand) ist im regeltechnischen Sinn eine Dämpfung.
Wenn der Mensch seinen Verstand verloren hat, dann ist diese Dämpfung
dahin. Als Failover hat der Mensch noch seinen Trieb bzw. Instinkt.
Er reagiert auf alle eingehenden Anfragen direkter (impulsiver)
als früher. Eigentlich toll, aber:
Ein ungedämpftes System neigt zum Schwingen; das passt dann zum Bild des
"Durchdrehens". Wenn jetzt nicht schnell Gegemaßnahmen ergriffen werden,
dann kann es zum Totalausfall kommen.
Es gibt ja auch Menschen, die haben den Verstand in Reihe geschaltet.
Wenn denen die Sicherung (des Verstandes) durchbrennt, dann ist die
Verarbeitungskette unterbrochen. Diese Menschen blockieren dann und
können überhaupt keine Anfragen mehr bearbeiten.
Klingt eigentlich nicht schlecht, aber: Durch die Reihenschaltung kann
es kein Load Balancing zwischen Trieb und Verstand geben, das heißt *alle*
Anfragen müssen zunächst über den Verstand laufen (wie bei einer Firewall).
Dazu braucht man Nerven wie Drahtseile, sonst ist der Verstand ist noch
schneller überlastet, als beim oben beschriebenen Parallel-Modell.
Wenn wir hier nicht Metaphern diskutieren würden,
dann wäre das Posting wohl offtopic ;)
Gruß
Torsten
Das war ja mal eine wunderschöne Erklärung, die hab ich mir gleich ins
Archivlein kopiert :-)
Ich hab das Sprichwort immer auf sowas wie 'soziale Sicherungen' bezogen,
Sicherungen die sich auf Zusammenleben/arbeiten beziehen.
Wenn einem alle Sicherungen durchbrennen, dann:
a) sagt dieser womöglich Worte die er hinterher bereut und in der
geäußerten
Schärfe auch nicht so meint (Affekt)
b) verhält dieser sich auf eine Art und Weise, die nicht rollenkonform
ist.
'Die Sicherungen', die durchbrennen können hatte ich mir stets zwischen
Gehirn und Sprechwerkzeugen geschaltet vorgestellt. Solange sie intakt sind,
verhindern sie, dass der (womöglich berechtigte) Satz "Mein Chef ist das
allergrößte A..." auch wirklich ihm zu Ohren kommt.
Erst wenn der Schutzmechanismus versagt, erfährt er die ganze Wahrheit...
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Mit freundlichen Grüßen:
Ruediger Klenner