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Unterschied von Adverb und Präposition

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Vati

unread,
Oct 9, 2009, 11:06:47 AM10/9/09
to
Hallo zusammen,

ich k�mpfe derzeit mal wieder mit der deutschen Grammatik.

Im Duden "Crashkurs" steht folgendes:

Adverb
Das Adverb bestimmt die n�hren Umst�nde eines Geschehens. Adverbien k�nnen
n�hre Angaben machen zu
- Ort
-Zeit
-Art
-Grund
Beispiel: drau�en, oben links hier , dort

Pr�position

Pr�positionen geben Beziehungsverh�ltnisse an.
Sie kommen immer mit einem �bergeordneten Wort vor (meist Substantiv oder
Pronomen).
Zusammen bilden sie die Pr�positionalgruppe. Manche Pr�positionen k�nnen mit
dem nachfolgenden Artikel verschmelzen.

Mithilfe von Pr�positionen k�nnen n�hre Angaben gemacht werden zu
- dem Ort
-der Zeit
-der Art und Weise
-dem Grund

Beispiele: an, bei nach, neben �ber vor, zwischen, zu

Frage 1:
Was ist jetzt der Unterschied zwischen einem Adverb und einer Pr�position?
Beide machen doch die gleichen n�hren angaben zu
Ort, Zeit, Art und Grund.

Er steht neben der Bushaltestelle.
Dann ist doch "neben" eine Pr�position. Siehe Beispiel oben.
Aber "neben" ist doch auch eine n�here Angabe bez�glich des Ortes.

Frage 2:
Falls ich mit meinem konstruierten Beispiel rechte haben sollte, wann wird
dann eine Pr�position zum Adverb oder umgekehrt.
Wie kann man dann bestimmen ob es in einem Satz ein Adverb oder eine
Pr�position ist?


Vielen Dank
Vati


Frank Husel

unread,
Oct 9, 2009, 11:51:15 AM10/9/09
to
Vati schrieb:

> ich k�mpfe derzeit mal wieder mit der deutschen Grammatik.

Kommt vor. Willkommen im Club.


Du brauchst ja nur einen beliebigen l�ngeren Satz genau zu betrachten.

"Der J�ger erschie�t geschickt und schnell auf
dem gr�nen H�gel den Hasen mit dem brauen Fell."


Sieh dir bei meinen Erkl�rungen bitte immer wieder dieses Beispiel an.


"Geschickt" und "schnell" sind hier Adverben, die die Art und Weise
der Handlung "erschie�en" beschreiben. Sie sind direkt vom
T�tigkeitswort abh�ngig und k�nnen einfach weggelassen werden, ohne
dass der Satz grammatisch falsch wird (nat�rlich muss ggfs. das 'und'
auch verschwinden).

"Auf dem H�gel" ist eine Pr�positionalgruppe aus der Pr�position "auf"
und der Nominalgruppe "der gr�ne H�gel". Sie bezieht sich ebenfalls
auf den im T�tigkeitswort ausgedr�ckten Vorgang und gibt den Ort an.
Die Pr�position "auf" verlangt daf�r hier den Dativ. Die
Pr�positionalgruppe kann ebenfalls weggelassen werden, aber nur als
Ganzes. Du kannst nicht einfach die Pr�position weglassen, dann wird
der Satz falsch.

"Mit dem braunen Fell" ist ebenfalls eine Pr�positionalgruppe aus der
Pr�position "mit" und der Nominalgruppe "das braune Fell", bezieht
sich aber auf ein Hauptwort im Satz, n�mlich den Hasen.

Das sind die wesentlichen Unterschiede bzw. die klassischen
Verwendungsf�lle: Das Adverb hei�t so, weil es sich meistens auf das
Verb (=T�tigkeitswort) bezieht. Die Pr�position hei�t so, weil sie
einer Wortgruppe beigeordnet ist, mit der sie steht und verschwindet.

Allgemein:
Mit einfachen Tests wie Weglassen, Einf�gen, Vertauschen und Ersetzen
kriegt man heraus, was zusammengeh�rt. Diese Zusammengeh�rigkeit von
W�rtern im Satz ist ein wichtiger Punkt. S�tze bestehen nicht einfach
aus Einzelw�rtern, sondern auch aus Einzelw�rtern und Wortgruppen, die
ihrerseits wieder in W�rter oder Wortgruppen zerlegt werden k�nnen.
Was man nur zusammen weglassen, einf�gen oder verschieben kann, geh�rt
auch zusammen.

Noch zu deiner Frage: Die Bedeutungen 'Art und Weise', 'Ort, 'Zeit',
'Zweck', 'Grund' k�nnen durch verschiedene Wortarten ausgedr�ckt
werden. Sie werden aber im Satz anders verwendet. Neben Pr�positionen
und Adverbien k�nnen das auch noch die so genannten Konjunktionen,
also die Satzverbinder "weil, damit, obwohl, wie, wo, womit" sein.

Das ist jetzt einfach erkl�rt. Die Grammatik ist insgesamt nat�rlich
noch komplizierter, aber das tue ich mir hier jetzt nicht an.


Frank

Helmut Richter

unread,
Oct 9, 2009, 12:01:15 PM10/9/09
to

Der Unterschied liegt in den S�tzen "sie kommen immer mit einem �bergeordneten
Wort vor" und "zusammen bilden sie die Pr�positionalgruppe".

Aber es ist besch... erkl�rt; das *kann* man nicht verstehen.

Kurze, hoffentlich bessere Erkl�rung:
-------------------------------------

Die Pr�position kommt immer mit einem �bergeordneten Wort vor und bildet mit
dem zusammen die Pr�positionalgruppe.

> Er steht neben der Bushaltestelle.
> Dann ist doch "neben" eine Pr�position. Siehe Beispiel oben.
> Aber "neben" ist doch auch eine n�here Angabe bez�glich des Ortes.

"neben" ist die Pr�position. Das �bergeodnete Wort, mit dem diese Pr�position
vorkommt, ist die "Bushaltestelle" samt dem Artikel "der", so dass "neben der
Bushaltestelle" die Pr�positionalgruppe ist. Die *ganze* Pr�positionalgruppe
macht Angaben zum Ort, nicht die Pr�position allein.

Ein Adverb w�re dann im Gegensatz dazu ein Wort, das *alleine* solche Angaben
macht, w�hrend eine Pr�positionalgruppe mindestens zwei W�rter lang ist.

Etwas l�ngere, hoffentlich trotzdem verst�ndliche Erkl�rung:
------------------------------------------------------------

Man muss zwischen Satzgliedern und Wortarten unterscheiden. Ein Satzglied kann
aus einem oder mehreren W�rtern bestehen und hat eine bestimmte Funktion im
Satz. Jedes Wort geh�rt zu einer Wortart. Der Wikipedia-Artikel
http://de.wikipedia.org/wiki/Satzglied erkl�rt das eigentlich ganz nett, wenn
auch nicht in jedem Detail verst�ndlich.

Ein Satzglied, das solche "n�heren Angaben" zu Zeit, Ort usw. macht, hei�t
"Adverbial" oder "adverbiale Bestimmung". Ein Adverbial kann z.B. sein:

- eine Pr�positionalgruppe ("zu mir", "neben der Bushaltestelle", "hinter der
alten, vom fr�heren Bauern errichteten Scheune"); die besteht dann aus
mehreren W�rtern verschiedener Wortarten, von denen das erste eine
Pr�position ist

- ein Adverb.

Pr�position und Adverb sind also Wortarten, aber die n�heren Angaben werden
nicht von einer bestimmten Wortart, sondern von einem bestimmten Satzglied
gemacht.

--
Helmut Richter

Gunhild Simon

unread,
Oct 9, 2009, 12:47:26 PM10/9/09
to
On 9 Okt., 17:06, "Vati" <vatif...@yahoo.de> wrote:
> Hallo zusammen,
>
> ich kämpfe derzeit mal wieder mit der deutschen Grammatik.

>
> Im Duden "Crashkurs" steht folgendes:
>
> Adverb
> Das Adverb bestimmt die nähren Umstände eines Geschehens. Adverbien können
> nähre Angaben machen zu

> - Ort
> -Zeit
> -Art
> -Grund
> Beispiel: draußen, oben links hier , dort
>
> Präposition
>
> Präpositionen geben Beziehungsverhältnisse an.
> Sie kommen immer mit einem übergeordneten Wort vor (meist Substantiv oder
> Pronomen).
> Zusammen bilden sie die Präpositionalgruppe. Manche Präpositionen können mit
> dem nachfolgenden Artikel verschmelzen.
>
> Mithilfe von Präpositionen können nähre Angaben gemacht werden zu

> - dem Ort
> -der Zeit
> -der Art und Weise
> -dem Grund
>
> Beispiele: an, bei nach, neben über vor, zwischen, zu
>
> Frage 1:
> Was ist jetzt der Unterschied zwischen einem Adverb und einer Präposition?
> Beide machen doch die gleichen nähren angaben zu

> Ort, Zeit, Art und Grund.
>
> Er steht neben der Bushaltestelle.
> Dann ist doch "neben" eine Präposition. Siehe Beispiel oben.
> Aber "neben" ist doch auch eine nähere Angabe bezüglich des Ortes.

>
> Frage 2:
> Falls ich mit meinem konstruierten Beispiel rechte haben sollte, wann wird
> dann eine Präposition zum Adverb oder umgekehrt.

> Wie kann man dann bestimmen ob es in einem Satz ein Adverb oder eine
> Präposition ist?
>
> Vielen Dank
> Vati

Frank hat viel Grundsätzliches gesagt.
Ich will noch mal speziell auf deine Fragen eingehen:
Neben ist eine Präposition. Präpositionen brauchen ein Beziehungswort,
ein übergeordnetes Wort. Das ist in Deinem Fall "Bushaltestelle": "Er
steht neben der Bushaltestelle."

Willst Du aber das Gleiche ausdrücken - Du sagst ja selbst, dass Du
inhaltlich keinen Unterschied erkennst - dann drückst Du es so aus:
"Er steht daneben" Das Adverb daneben ersetzt die Wortgruppe, die aus
dem Präpositionalgefüge "neben der Bushaltestelle" besteht. Dies ist
schon aus stilistischen Gründen oft genug nötig, etwa um
Wiederholungen zu vermeiden.

Hier stehen sich also Wortart Präposition "neben" und Wortart Adverb
"daneben" gegenüber. Syntaktisch, d.h.satzbautechnisch, stehen sich
zwei andere Möglichkeiten, daneben und neben der B., gegenüber. In der
Syntax, dem Satzbau, ist beides eine Form der Umstandsbestimmung, es
ist ein Adverbiale.

Um noch einmal explizit auf Deine zweite Frage zu antworten.
Aus vielen Präpositionen lassen sich Adverbien bilden:
vor-> davor, von->davon, auf-> darauf, mit-> damit, neben-> daneben,
durch-> dadurch, über->darüber, oben, unter->darunter, unten, in-
>darin, innen, drinnen, aus-> daraus, außen.

Adverbien sind wie Präpositionen unveränderlich. Adjektive dagegen als
Attribute deklinierbar, also veränderlich.
Auch aus vielen Adverbien lassen sich wiederum Adjektive durch
entsprechende Endungen bilden, wenn man stilistisch oder inhaltlich
eine Beziehung zu einem Substantiv herstellen will: oben-> obig, unten-
> untig, außen-> äußerlich, innen-> innerlich

Näheres hier:
www.blog.institut1.de
http://www.blog.institut1.de/2008/adjektiv-oder-adverb-wortart-oder-satzglied-2/

Gruß
Gunhild
http://www.blog.institut1.de/2008/was-hat-das-adverb-mit-dem-verb-zu-tun/

Oliver Cromm

unread,
Oct 9, 2009, 1:19:03 PM10/9/09
to
* Helmut Richter <hh...@web.de> wrote:

> Die Pr�position kommt immer mit einem �bergeordneten Wort vor und bildet mit
> dem zusammen die Pr�positionalgruppe.

Die Erkl�rung ist ja schon ganz gut, aber mich st�rt das "�bergeordnete
Wort". Inwiefern ist es �bergeordnet? (Vati, f�r Dich ist das hier
weniger wichtig, solange Du verstehst, was Helmut gemeint hat.)

Grammatisch ist die Pr�position �bergeordnet. Sie bildet den Kern, den
Kopf, das Zentrum der Pr�positionalgruppe; da� die Pr�position da ist,
macht das besondere der Pr�positionalgruppe aus, sonst w�re es eine
Nominalgruppe. Man sagt auch "die Pr�position regiert das Substantiv",
denn die Pr�position zwingt dem Substantiv einen bestimmten Kasus auf
("neben *der* Schule", aber "f�r *die* Schule").

Auch semantisch w�rde ich nicht sagen, da� das Substantiv �bergeordnet
ist. Das Substantiv ist dem Verb oder einem anderen Substantiv
untergeordnet, und die Pr�position sagt, in welcher Weise.

--
GUGELIEREN, vb., schwelgen: dann das ander jar war ein solch gugelieren
bei dem guten most J. HEROLT
GRIMM, Deutsches W�rterbuch

Oliver Cromm

unread,
Oct 9, 2009, 1:27:44 PM10/9/09
to
* Vati <vati...@yahoo.de> wrote:

> Was ist jetzt der Unterschied zwischen einem Adverb und einer Pr�position?
> Beide machen doch die gleichen n�hren angaben zu
> Ort, Zeit, Art und Grund.

Wie andere schon sagten: ein Adverb steht f�r sich alleine, ist ein
Satzglied, und macht meist Angaben zu Umst�nden.

Eine Pr�position steht nicht f�r sich alleine, sie sagt etwas �ber das
Verh�ltnis zweier anderer Einheiten im Satz, meist:

Substantiv zum Verb: Ich fahre nach Frankreich.
Substantiv zum Substantiv: Das Postamt neben der Schule (ist offen.)

Eine Pr�positionalgruppe kann Angaben zu Umst�nden machen, aber auch
eine Art Objekt sein: Ich warte auf meine Mutter.

> Wie kann man dann bestimmen ob es in einem Satz ein Adverb oder eine
> Pr�position ist?

Ein Adverb kann man oft durch eine ganze Pr�positionalgruppe ersetzen,
aber nie durch eine Pr�position alleine:

Ich komme *�bermorgen*. (Adverb)
Ich komme *in zwei Tagen*. (Pr�positionalgruppe, Pr�position ist "in")

Jon J Panury

unread,
Oct 9, 2009, 2:57:58 PM10/9/09
to
"Vati" <vati...@yahoo.de> schrieb:

[...]

>Frage 1:
>Was ist jetzt der Unterschied zwischen einem Adverb und einer Pr�position?

Neben allem Richtigen, was bereits gesagt wurde, hier noch eine ganz
"praktische" Antwort:

Die Pr�positionen sind eine geschlossene Wortklasse, hei�t: Es �ndert
sich nichts an ihrer Anzahl, es kommen keine neuen hinzu (oder doch
nur sehr selten, seeeehr langsam). Daraus folgt: Man kann sie allesamt
kennen (also auswendig k�nnen), denn es sind nicht allzu viele (ca. 30
sind gebr�uchlich, weitere etwa 20 kennt kaum jemand). Man lernt immer
mit, welchen Kasus (des zugeordneten Nomens) sie erzwingen.

Adverben gibt es viel mehr, und systematisch gesehen ist ihre Menge
"unendlich" (wie die der Nomen&Adjektive, der Verben).

�brigens: Einen "Grenzfall" bilden die Komposita aus Pr�position+Verb:
nachkommen, zuh�ren, aufessen, vorlesen... Da k�nnte man schon fragen,
ob nicht die Pr�position etwas "Adverbiales" hat.

Vati

unread,
Oct 9, 2009, 3:35:29 PM10/9/09
to
Hallo zusammen,


vielen herzlichen Dank f�r die tollen Erkl�rungen.
Schade dass die Spezialisten von Duden dies nicht so verst�ndlich erkl�ren
k�nnen/d�rfen.
In den letzten zwei Wochen habe ich ca. 10 Grammatik und Rechtschreibb�cher
gekauft. Duden Pons usw., jedoch fand ich in keinem
so klare verst�ndliche Erkl�rungen der Zusammenh�nge wie hier.

Nochmals vielen Dank
Vati

Helmut Richter

unread,
Oct 9, 2009, 3:42:17 PM10/9/09
to
On Fri, 9 Oct 2009, Oliver Cromm wrote:

> * Helmut Richter <hh...@web.de> wrote:
>
> > Die Pr�position kommt immer mit einem �bergeordneten Wort vor und bildet mit
> > dem zusammen die Pr�positionalgruppe.
>
> Die Erkl�rung ist ja schon ganz gut, aber mich st�rt das "�bergeordnete
> Wort". Inwiefern ist es �bergeordnet? (Vati, f�r Dich ist das hier
> weniger wichtig, solange Du verstehst, was Helmut gemeint hat.)

Gut, das war soweit ein Zitat, mit dem ich an die andere Erkl�rung
ankn�pfen wollte.

> Grammatisch ist die Pr�position �bergeordnet. Sie bildet den Kern, den
> Kopf, das Zentrum der Pr�positionalgruppe;

Ich habe noch nie kapiert, welcher Teil einer Phrase (also der rechten
Seite einer kontextfreien Regel) der "Kopf" sein soll.

> da� die Pr�position da ist,
> macht das besondere der Pr�positionalgruppe aus, sonst w�re es eine
> Nominalgruppe.

Soweit klar.

> Man sagt auch "die Pr�position regiert das Substantiv",
> denn die Pr�position zwingt dem Substantiv einen bestimmten Kasus auf
> ("neben *der* Schule", aber "f�r *die* Schule").

Mit der Begr�ndung w�rde auch die Kasusendung oder der kasusbehaftete
Artikel das Substantiv "regieren", denn Kasus haben mehr oder weniger
dieselbe Funktion wie Pr�positionen.

Beispiele:

[ru] tramwajem = [de] mit der Trambahn
Regiert das [de] "mit" die Trambahn, so doch auch das [ru] "-em".

[en] to the teacher = [de] dem Lehrer
Regiert das [en] "to" den Lehrer, so doch auch das [de] "dem".

> Auch semantisch w�rde ich nicht sagen, da� das Substantiv �bergeordnet
> ist. Das Substantiv ist dem Verb oder einem anderen Substantiv
> untergeordnet, und die Pr�position sagt, in welcher Weise.

Da komme ich wieder mit.

--
Helmut Richter

Daniela Duerbeck

unread,
Oct 9, 2009, 8:47:33 PM10/9/09
to
Ich dachte bisher eigentlich, dass Adverben quasi das gleiche wie
Adjektive sind, nur dass sie eben Verben und nicht Substantive
schm�cken, weswegen man da in Fremdsprachen acht geben mu�: He made it
well, nicht good oder goodly, bene, nicht buono.

Viele Gr��e von Dani

Klaus Scholl

unread,
Oct 9, 2009, 9:26:41 PM10/9/09
to
Vati schrieb:

> Frage 1:
> Was ist jetzt der Unterschied zwischen einem Adverb und einer Pr�position?
> Beide machen doch die gleichen n�hren angaben zu
> Ort, Zeit, Art und Grund.

Es gibt viele m�gliche Antworten. Ich biete mal folgende
Betrachtungsweise: das Adverb bestimmt das ein Verb n�her, und zwar
allein durch sich selbst. Es f�hrt kein Argument (n�here Erl�uterung)
mit sich. Die Pr�position hingegen ist wie ein Adverb, welches ein
Argument mit sich f�hrt.

Folgendes soll das funktionale Prinzip verdeutlichen:
Er schwimmt frei. ("frei" ist Adverb)
Er schwimmt frei von Furcht. ("frei von Furcht" ist hier funktional ein
pr�positionaler Ausdruck, das Adverb wird nur dadurch zur Pr�position,
da� es das Argument "von Furcht" mit sich f�hrt)

Anderes Beispiel:
Er arbeitet oben. ("oben" ist Adverb)
Er arbeitet �ber der Scheune. ("�ber" ist Pr�position)
Denkbar w�re auch "Er arbeitet ober der Scheune", was inkorrektes
Deutsch ist, da sich "ober" als Pr�position lautlich mit der Zeit zu
"�ber" ver�ndert hat. Logisch betrachtet ist es aber ganz das gleiche.

Frank Husel

unread,
Oct 9, 2009, 9:24:59 PM10/9/09
to
Daniela Duerbeck schrieb:

> Ich dachte bisher eigentlich, dass Adverben quasi das gleiche wie
> Adjektive sind, nur dass sie eben Verben und nicht Substantive

> schm锟絚ken, weswegen man da in Fremdsprachen acht geben mu锟� He made it

> well, nicht good oder goodly, bene, nicht buono.

Du musst unterscheiden.

Normale Adjektive k锟絥nen nat锟絩lich als Adverben auftreten, wenn sie
die Bedeutung eines Verbs n锟絟er bestimmen. Da hat jede Sprache halt so
ihre Form der Herleitung: Englisch -ly, Frz. -ment, etc., oder die von
dir erw锟絟nten unregelm锟斤拷igen Formen (Frz. bon/bonne - bien). ('good'
und 'well' ist vermutlich ein suppletivisches Paradigma, d.h. die
Sprache hat verschiedene W锟絩ter einfach funktionell zu einer Reihe
zusammengestellt.)
Im Deutschen stehen die Adj. als Adv. einfach in der Grundform. Das
macht es auch zuweilen schwierig, sie von Pr锟絛ikaten des Subjekts oder
Objekts zu unterscheiden:. "Er f锟絟rt sie unsicher zum Bahnhof." Ist er
unsicher? Ist sie unsicher? Ist die Fahrweise unsicher?

Daneben gibt's halt die 'klassischen' Adverben, die einfach nur
Adverben sind - witzigerweise kann man im Deutschen von denen wiederum
Adjektive ableiten: jetzt, hier, dort ===> jetzig, hiesig, dortig.

Oder es gibt im dt. einen Stamm, der als Adjektiv flektiert, als
Adverb halt mit spezieller Endung auftritt: ander- / anders.

Vermutlich gips noch mehr, aber jetzt ist nun wirklich Schlafenszeit..

F.

Klaus Scholl

unread,
Oct 9, 2009, 9:34:44 PM10/9/09
to
Oliver Cromm schrieb:
> Auch semantisch wᅵrde ich nicht sagen, daᅵ das Substantiv ᅵbergeordnet

> ist. Das Substantiv ist dem Verb oder einem anderen Substantiv
> untergeordnet, und die Prᅵposition sagt, in welcher Weise.

Von einem Substantiv ist die Prᅵposition nicht abhᅵngig,
bspw. kann der prᅵpositionale Ausdruck samt Prᅵdikat
ganz ohne Substantiv eine Aussage bilden:
"Bei diesem Lehrer zu spicken dᅵrfte schwierig sein".

Martin Udelhoven

unread,
Oct 10, 2009, 4:51:26 AM10/10/09
to
"Helmut Richter" schrieb:

>> Man sagt auch "die Pr�position regiert das Substantiv",
>> denn die Pr�position zwingt dem Substantiv einen bestimmten Kasus auf
>> ("neben *der* Schule", aber "f�r *die* Schule").
>
> Mit der Begr�ndung w�rde auch die Kasusendung oder der kasusbehaftete
> Artikel das Substantiv "regieren", denn Kasus haben mehr oder weniger
> dieselbe Funktion wie Pr�positionen.

Der Artikel unterwirft sich doch genauso dem Kasus wie das Substantiv.
Die Pr�position hingegen fordert den Kasus nur, beugt sich ihm aber
nicht.

Martin

Werner Tann

unread,
Oct 10, 2009, 6:39:12 AM10/10/09
to
"Martin Udelhoven" <maetesu...@googlemail.com> schrieb:

>Der Artikel unterwirft sich doch genauso dem Kasus wie das Substantiv.
>Die Pr�position hingegen fordert den Kasus nur, beugt sich ihm aber
>nicht.

Weder die Unver�nderlichkeit der Pr�position noch ihre Rektion sind
Argumente daf�r, sie als "Kern" und als "�bergeordnet" zu bezeichnen.
Der "Satzgliedkern", wie er im Duden steht, ist schlicht und einfach
jenes Element des Satzglieds, das nicht ohne kompletten
Bedeutungsverlust des Satzes weggelassen werden kann.

Eine Vase steht auf dem Tisch.
Vase steht Tisch ... ist einem Muttersprachler verst�ndlich, wenn ein
Migrant das so sagt.
Vase steht auf ... ist nur mehr auf der Wortebene verst�ndlich, die
"message" ist futsch.

Lars Bräsicke

unread,
Oct 10, 2009, 8:53:01 AM10/10/09
to
Vati schrieb:

Eine Pr�position kann nicht allein stehen. Es steht immer vor einem
anderen Wort, vor einem Substantiv oder Pronomen.

"Neben" kann nie alleinstehen.
Um ein Adverb daraus zu machen, mu� da- hinzutreten, z.B. "daneben",
vielleicht auch hier-: "hierneben".


Lars

Message has been deleted

Lars Bräsicke

unread,
Oct 10, 2009, 9:39:59 AM10/10/09
to
Stefan Ram schrieb:

> Demzufolge w�re f�r mich das �vor� in
>
> �Wo hast du denn jetzt noch Angst vor?�
>
> eine Postposition, weil es eine Beziehung zwischen dem
> Fragewort �wo� und der Angst herstellt. Der Verbundne sieht
> in diesem �vor� allerdings ein Adverb.

"Wo ... vor" ist nur eine andere Form des adverbiellen Frageworts
(Adverbialpronomens) "wovor".

Lars

Frank Husel

unread,
Oct 10, 2009, 9:42:18 AM10/10/09
to
Klaus Scholl schrieb:
> Oliver Cromm schrieb:

Du hast entweder Olivers Aussage auf einen speziellen Fall
verengt oder nicht verstanden, wovon er spricht.

M.E. spricht er von dem Verhᅵltnis Prᅵp. /Subst.
innerhalb der Prᅵpositionalphrase.

Prᅵpositionalphrasen kᅵnnen sowohl eine Verbkonstruktion
("Verb") wie eine andere Nominalphrase (="Substantiv")
genauer bestimmten und damit von diesem abhᅵngig sein.

"Der Jᅵger erschieᅵt den Hasen auf dem Hᅵgel."

Erschieᅵen auf dem Hᅵgel oder Hase auf dem Hᅵgel?

Und in deinem Beispiel ist ein Infinitiv mit zu, ergᅵnzt
um eine PP, das Subjekt eines anderen Satzes.


F.

Message has been deleted

Lars Bräsicke

unread,
Oct 10, 2009, 10:17:27 AM10/10/09
to
Stefan Ram schrieb:
> Das w�re dann also, wenn ich es richtig verstehe, noch eine
> weitere Sichtweise, derzufolge �vor� hier gar kein
> �selbst�ndiges Wort� w�re und derzufolge es mangels der
> Worteigenschaft auch kein Tr�ger von Wortattributen (wie
> �Adverb� oder �Adposition�) sein kann.

Ja.

Lars

Klaus Scholl

unread,
Oct 10, 2009, 12:34:48 PM10/10/09
to
Frank Husel schrieb:

> Du hast entweder Olivers Aussage auf einen speziellen Fall
> verengt oder nicht verstanden, wovon er spricht.
>
> M.E. spricht er von dem Verhᅵltnis Prᅵp. /Subst.
> innerhalb der Prᅵpositionalphrase.

Das ist richtig, dann habe ich Cromms Aussage miᅵverstanden.

Karl Stahn

unread,
Oct 11, 2009, 1:13:41 PM10/11/09
to
Jon J Panury schrieb:
> "Vati" <vati...@yahoo.de> schrieb:

>
>> Frage 1:
>> Was ist jetzt der Unterschied zwischen einem Adverb und einer Pr�position?
>
> Neben allem Richtigen, was bereits gesagt wurde, hier noch eine ganz
> "praktische" Antwort:
>
> Die Pr�positionen sind eine geschlossene Wortklasse, hei�t: Es �ndert
> sich nichts an ihrer Anzahl, es kommen keine neuen hinzu (oder doch
> nur sehr selten, seeeehr langsam). Daraus folgt: Man kann sie allesamt
> kennen (also auswendig k�nnen), denn es sind nicht allzu viele (ca. 30
> sind gebr�uchlich, weitere etwa 20 kennt kaum jemand). Man lernt immer
> mit, welchen Kasus (des zugeordneten Nomens) sie erzwingen.

Wie wahr!
In der f�nften Klasse Volksschule mussten wir sie alle lernen:
Umstandsw�rter des dritten Falls,
Umstandsw�rter des vierten Falls,
Umstandsw�rter des dritten und vierten Falls.
Ich kann nur noch einige Ausschnitte aus diesen
eingetrichterten Wortreihen auswendig:
"unter, �ber, neben, vor und zwischen" oder so �hnlich.
Meine Mutter ist 83; sie hat sie noch ziemlich alle drauf.
(Hat auch in Bayern die Volksschule besucht).
Schon seltsam, was man sich alles so merken kann...
SCNR
K.St.

--
Der Weisswurst�quator verl�uft exakt entlang der Donau.
S�dlich davon ist ein sch�nes Land
mit freundlichen Menschen und gutem Essen.
N�rdlich davon beginnt der Strand und es gibt Fisch.
Leute wohnen da auch.

Karl Stahn

unread,
Oct 11, 2009, 1:20:16 PM10/11/09
to
Stefan Ram schrieb:

>
> Demzufolge w�re f�r mich das �vor� in
>
> �Wo hast du denn jetzt noch Angst vor?�
>

> eine Postposition, [...]

Kommst Du auch aus Bremen?
Diese Art des Satzbaus habe ich bislang nur hierorts erlebt.
Auch "Da nicht f�r!" bringt mich immer zum Lachen;
ich verwende es aber mittlerweise selber...

SCNR
K.St.

--
Wenn man dich fragen w�rde, ob du irgendwelche Probleme
mit Konjunktiven h�ttest, w�rdest du das bejahen?

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Vati

unread,
Oct 11, 2009, 3:31:41 PM10/11/09
to
Hallo zusammen,

nochmals vielen Dank f�r die Hilfe.

Vielleicht ist diese Frage besonders doof, dennoch wage ich sie mal hier zu
stellen.

Warum ist es f�r die Rechtschreibung wichtig den Unterschied zwischen
Adverbien und Pr�positionen zu kennen?
Warum ist es ebenfalls f�r die Rechtschreibung wichtig Adverbien und
Pr�positionen zu kennen?
Man schreibt diese doch immer klein.
Oder hat das sp�ter mit den Kommata zu tun?


Vielen herzlichen Dank
Vati

Gunhild Simon

unread,
Oct 12, 2009, 5:05:13 AM10/12/09
to
On 11 Okt., 21:31, "Vati" <vatif...@yahoo.de> wrote:

> Warum ist es für die Rechtschreibung wichtig den Unterschied zwischen
> Adverbien und Präpositionen zu kennen?
> Warum ist es ebenfalls für die Rechtschreibung wichtig Adverbien und
> Präpositionen zu kennen?


> Man schreibt diese doch immer klein.

Es ist für die Rechtschreibung nicht wichtig, weil Großschreibung sich
im Prinzip auf Satzanfänge und Substantive bezieht.
Die Wichtigkeit der Unterscheidung ist eine grammatische. Der
Unterschied liegt darin, daß Adverbien für sich genommen selbständig
sind, während Präpositionen ein Beziehungswort haben müssen, ohne das
sie funktionslos wären, das sie andererseits (in Bezug auf den
Kasus,den Fall,) regieren.

> Oder hat das später mit den Kommata zu tun?

Die Kommaregeln haben hier keine unmittelbare Bewandtnis.Sie kommen
erst zum Zuge, wenn ein Adverb oder Adverbiale, also ein
präpositionaler Ausdruck, mithilfe eines Verbs zu einem Nebensatz
umstrukturiert wird.
Beispiele:
Nach der Veranstaltung gingen wir schwimmen.
Als die Veranstaltung bendet war, gingen wir schwimmen.
Bäuchlings lenkten wir unsere Schlitten bergab.
Während wir auf dem Bauch lagen, lenkten wir unsere Schlitten bergab.

Ich habe Deine Fragen zum Anlaß genommen, einen Artikel dazu zu
verfassen.

http://www.blog.institut1.de/2009/was-ist-ein-adverb/

Gruß
Gunhild
http://www.blog.institut1.de/

Ekkehard Dengler

unread,
Oct 12, 2009, 5:31:03 AM10/12/09
to
Gunhild Simon wrote:
> On 11 Okt., 21:31, "Vati" <vatif...@yahoo.de> wrote:
>
>> Warum ist es f�r die Rechtschreibung wichtig den Unterschied zwischen
>> Adverbien und Pr�positionen zu kennen?
>> Warum ist es ebenfalls f�r die Rechtschreibung wichtig Adverbien und
>> Pr�positionen zu kennen?

>> Man schreibt diese doch immer klein.
>
> Es ist f�r die Rechtschreibung nicht wichtig, weil Gro�schreibung sich
> im Prinzip auf Satzanf�nge und Substantive bezieht.

> Die Wichtigkeit der Unterscheidung ist eine grammatische. Der
> Unterschied liegt darin, da� Adverbien f�r sich genommen selbst�ndig
> sind, w�hrend Pr�positionen ein Beziehungswort haben m�ssen, ohne das
> sie funktionslos w�ren, das sie andererseits (in Bezug auf den
> Kasus,den Fall,) regieren.
>
>> Oder hat das sp�ter mit den Kommata zu tun?

>
> Die Kommaregeln haben hier keine unmittelbare Bewandtnis.Sie kommen
> erst zum Zuge, wenn ein Adverb oder Adverbiale, also ein
> pr�positionaler Ausdruck, mithilfe eines Verbs zu einem Nebensatz

> umstrukturiert wird.
> Beispiele:
> Nach der Veranstaltung gingen wir schwimmen.
> Als die Veranstaltung bendet war, gingen wir schwimmen.
> B�uchlings lenkten wir unsere Schlitten bergab.
> W�hrend wir auf dem Bauch lagen, lenkten wir unsere Schlitten bergab.

Deine Erkl�rung erf�llt ihren Zweck, aber den Begriff "Adverbial(e)" hast du
nicht richtig verwendet. "Adverbial(e)" ist ein syntaktischer Begriff. Damit
wird nichts �ber Wortarten ausgesagt. "Nach der Veranstaltung" ist genauso
ein Adverbial wie "Nachher" oder "Als die Veranstaltung beendet war".

Gr��e,
Ekkehard


Werner Tann

unread,
Oct 12, 2009, 5:44:52 AM10/12/09
to
"Vati" <vati...@yahoo.de> schrieb:

>Warum ist es f�r die Rechtschreibung wichtig den Unterschied zwischen
>Adverbien und Pr�positionen zu kennen?

Wie willst Du sonst eine Regel, die etwa die "Getrenntschreibung von
Adverb und Verb" zum Thema hat, verstehen? Indem Du "ungef�hr" wei�t,
was ein Adverb ist?

>Warum ist es ebenfalls f�r die Rechtschreibung wichtig Adverbien und
>Pr�positionen zu kennen?
>Man schreibt diese doch immer klein.

Falsch.
"Es war ein st�ndiges Auf und Ab." --> Die hier substantivierten
Pr�positionen "auf" und "ab" werden gro� geschrieben.
"F�r ihn gab es kein Morgen." Das hier substantivisch gebrauchte
Adverb "morgen" wird gro� geschrieben.

Ekkehard Dengler

unread,
Oct 12, 2009, 6:00:19 AM10/12/09
to

Substantivierte Pr�positionen und Adverbien schreibt man gro�, weil sie eben
keine Pr�positionen und Adverbien mehr sind, sondern Substantive.

Gr��e,
Ekkehard


Gunhild Simon

unread,
Oct 12, 2009, 6:21:43 AM10/12/09
to
On 12 Okt., 11:31, "Ekkehard Dengler" <ED...@t-online.de> wrote:
> Gunhild Simon wrote:
> > On 11 Okt., 21:31, "Vati" <vatif...@yahoo.de> wrote:
>
> >> Warum ist es für die Rechtschreibung wichtig den Unterschied zwischen
> >> Adverbien und Präpositionen zu kennen?
> >> Warum ist es ebenfalls für die Rechtschreibung wichtig Adverbien und
> >> Präpositionen zu kennen?

> >> Man schreibt diese doch immer klein.
>
> > Es ist für die Rechtschreibung nicht wichtig, weil Großschreibung sich
> > im Prinzip auf Satzanfänge und Substantive bezieht.

> > Die Wichtigkeit der Unterscheidung ist eine grammatische. Der
> > Unterschied liegt darin, daß Adverbien für sich genommen selbständig
> > sind, während Präpositionen ein Beziehungswort haben müssen, ohne das
> > sie funktionslos wären, das sie andererseits (in Bezug auf den
> > Kasus,den Fall,) regieren.
>
> >> Oder hat das später mit den Kommata zu tun?

>
> > Die Kommaregeln haben hier keine unmittelbare Bewandtnis.Sie kommen
> > erst zum Zuge, wenn ein Adverb oder Adverbiale, also ein
> > präpositionaler Ausdruck, mithilfe eines Verbs zu einem Nebensatz

> > umstrukturiert wird.
> > Beispiele:
> > Nach der Veranstaltung gingen wir schwimmen.
> > Als die Veranstaltung bendet war, gingen wir schwimmen.
> > Bäuchlings lenkten wir unsere Schlitten bergab.
> > Während wir auf dem Bauch lagen, lenkten wir unsere Schlitten bergab.
>
> Deine Erklärung erfüllt ihren Zweck, aber den Begriff "Adverbial(e)" hast du

> nicht richtig verwendet. "Adverbial(e)" ist ein syntaktischer Begriff. Damit
> wird nichts über Wortarten ausgesagt. "Nach der Veranstaltung" ist genauso

> ein Adverbial wie "Nachher" oder "Als die Veranstaltung beendet war".

Um Mißverständnisse zu vermeiden, habe ich den fraglichen Abschnitt in
meinem Artikel daraufhin noch einmal überarbeitet..

Herzlichen Dank für die Erklärung Adverbialsatz. Darüber habe ich
gerade gegrübelt. Denn aus meiner Schulzeit war er mir geläufig,
jedoch habe ich versäumt, den Bezug zu hinterfragen.
Vatis obige Frage hat ihn mir wieder präsent gemacht.

Gruß
Gunhild

Werner Tann

unread,
Oct 12, 2009, 10:14:59 AM10/12/09
to
"Ekkehard Dengler" <ED...@t-online.de> schrieb:

>Substantivierte Pr�positionen und Adverbien schreibt man gro�, weil sie eben
>keine Pr�positionen und Adverbien mehr sind, sondern Substantive.

Ich wette, da� Vati die Feststellung aber genau so gemeint hat, da�
meine Entgegnung dazu pa�t.

Vati

unread,
Oct 12, 2009, 11:29:37 AM10/12/09
to
Vielen Dank euch allen f�r die Erkl�rungen.


Die Frage ergab sich aus folgender Merkregel:
Duden: Basiswissen Grundschule, Seite 61

Aus Adjektiven werden h�ufig Nomen in Verbindung mit den W�rtern
- alles
- viel
- etwas
- genug
- nichts
- wenig

Wir w�nschen dir alles Gute.
Viel Neues gab es nicht.
Ich lese etwas Spannendes

Zu was k�nnte man diese W�rter zuordnen?
alles, viel usw.
Sind das auch Adverbien?
Sie geben doch die n�hre Umst�nden an, indem es viele sch�ne Dinge oder nur
wenig sch�ne Dinge waren.
Gibt es dann wiederum eine Unterteilung der "Adverbien" die dazu f�hren dass
man einem Adjektiv ein "es" anh�ngt und es somit zum Nomen macht?

Neues, Spannendes Gutes usw.

PS: Auch dir vielen Dank f�r den tollen Artikel

Vielen Dank
Vati

Message has been deleted
Message has been deleted

Gunhild Simon

unread,
Oct 12, 2009, 12:35:20 PM10/12/09
to
On 12 Okt., 17:29, "Vati" <vatif...@yahoo.de> wrote:
> Vielen Dank euch allen für die Erklärungen.

>
> Die Frage ergab sich aus folgender Merkregel:
> Duden: Basiswissen Grundschule, Seite 61
>
> Aus Adjektiven werden häufig Nomen in Verbindung mit den Wörtern

> - alles
> - viel
> - etwas
> - genug
> - nichts
> - wenig
>
> Wir wünschen dir alles Gute.

> Viel Neues gab es nicht.
> Ich lese etwas Spannendes

Hier scheint es darum zu gehen, daß diese Substantivierungen erzeugen,
also Großschreibung des folgenden Wortes verlangen.

(Das sollte sich die hiesige Gemeinde mal hinter die Ohren schreiben,
denn Großschreibung wird hierorts gern mit spitzen Fingern in die
Reformecke verbannt. Dabei ist sie hier das Grundwissen, das auch ich
schon in den Fünfzigern in der Grundschule gelernt habe.)
>
> Zu was könnte man diese Wörter zuordnen?
> alles, viel usw.

Man nennt sie unbestimmte Zahlwörter und Indefinitpronomen.
Zur genaueren Erklärung empfehle ich Dir:
http://www.blog.institut1.de/2008/indefinitpronomen-und-unbestimmte-zahladjektive/

Für Grundschulbasiswissen nicht schlecht! Wer verlangt das heutzutage?

Gruß
Gunhild

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Vati

unread,
Oct 12, 2009, 12:58:30 PM10/12/09
to
> Man nennt sie unbestimmte Zahlw�rter und Indefinitpronomen.
> Zur genaueren Erkl�rung empfehle ich Dir:
> http://www.blog.institut1.de/2008/indefinitpronomen-und-unbestimmte-zahladjektive/
>
> F�r Grundschulbasiswissen nicht schlecht! Wer verlangt das heutzutage?

Keine Ahnung. Ich habe mir diese viele Deutsch - u. Grammatikb�cher nur in
der Hoffnung gekauft, dass ich meine Rechtschreibung damit verbessern kann.
Als ich Elektrotechnik studierte, waren mir auch oft die einfachen
gehaltenen B�cher f�r Gewerbesch�ler, Physik LK usw. f�r den Einstig am
liebsten.

Vielen Dank
Frank

Message has been deleted

Jakob Achterndiek

unread,
Oct 12, 2009, 1:41:40 PM10/12/09
to
Am 12.10.2009, 19:26 Uhr, schrieb Stefan Ram <r...@zedat.fu-berlin.de>:

> ᅵBerlusconi sagte im Wahlkampf ᅵber sich selbst:
> "Ich bin 1,71 Meter groᅵ." Nach Angaben der Mailᅵnder
> Tageszeitung "Corriere della Sera" miᅵt Putin
> tatsᅵchlich vier Zentimeter weniger.ᅵ
> http://www.focus.de/politik/ausland/berlusconi-putin-die-vermessung-der-weltmaenner_aid_295718.html

Vielleicht sollte man das so verstehen:
Berlusconi miᅵt, groᅵzᅵgig, seine eigene Kᅵrpergrᅵᅵe mit 1,71 Metern.
Putin miᅵt, vorsichtshalber, noch einmal nach und kommt nur auf 1,67
Meter.

j/\a
--

Gunhild Simon

unread,
Oct 12, 2009, 1:43:13 PM10/12/09
to
On 12 Okt., 18:39, r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) wrote:

> Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de> writes:
> >Man nennt sie unbestimmte Zahlwörter und Indefinitpronomen.
>
>   Wobei mich das »Pronomen« bei solchen Wörtern schon
>   etwas irritiert, da ich mir »Pronomen« als »pro nomen«
>   erkläre, also als ein Wort, das für ein Substantiv oder
>   ein anderes Wort steht, und mich dann frage, für
>   /welches/ andere Wort ein Indefinitpronomen wie
>   »etwas« stehen soll.
>
>   Vielleicht kennt jemand ja eine passendere Definition
>   von »Pronomen« als meine eventuell etymologische.

Ich definiere es wie Du:
http://www.blog.institut1.de/2008/indefinitpronomen-und-unbestimmte-zahladjektive/
"Das Indefinitpronomen ersetzt als Pronomen den Artikel. Dadurch wird
das folgende Adjektiv wie nach einem Artikel gebeugt ..."

Gruß
Gunhild

R.R.Kopp

unread,
Oct 12, 2009, 1:43:50 PM10/12/09
to
Daniela Duerbeck <daniela....@gmx.de> wrote:

>Ich dachte bisher eigentlich, dass Adverben quasi das gleiche wie
>Adjektive sind, nur dass sie eben Verben und nicht Substantive
>schm�cken...
>
Danke, das hilft mir wieder zur�ck auf den sicheren Boden meines
Sprachgef�hls. Nach dem Lesen der meisten anderen Beitr�ge hatte ich
mich ja schon weitgehend ausgeklinkt.

>... weswegen man da in Fremdsprachen acht geben mu�: He made it
>well, nicht good oder goodly, bene, nicht buono.
>
Ich wei� nicht warum, aber irgendwie kommt mir jetzt mein
Lateinunterricht wieder in den Sinn.
>
Wieso achtgeben? Nach deinen Worten von zuvor (zuvorigen Worten) ;-)
sollte doch eigentlich klar sein, wann das Adverb verwendet werden
muss und wann das Adjektiv.
--
Rolf

Message has been deleted

Yvonne Steiner

unread,
Oct 12, 2009, 2:19:13 PM10/12/09
to
Stefan Ram <r...@zedat.fu-berlin.de> wrote:

> r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) writes:
> >Wobei mich das �Pronomen� bei solchen W�rtern schon
> >etwas irritiert, da ich mir �Pronomen� als �pro nomen�
> >erkl�re, also als ein Wort, das f�r ein Substantiv oder
> >ein anderes Wort steht, und mich dann frage, f�r
>
> Ein Beispiel f�r ein echtes pers�nliches F�rwort scheine ich
> gerade hier entdeckt zu haben:
>
> �Berlusconi sagte im Wahlkampf �ber sich selbst:
> "Ich bin 1,71 Meter gro�." Nach Angaben der Mail�nder
> Tageszeitung "Corriere della Sera" mi�t Putin
> tats�chlich vier Zentimeter weniger.�
>
> http://www.focus.de/politik/ausland/berlusconi-putin-die-vermessung-derw
eltmaenner_aid_295718.html

> Anscheinend steht dort das F�rwort �Putin� f�r
> das Namenswort �Berlusconi�.

Nein, mit "Putin misst vier cm weniger" wird dem Leser gesagt, dass
Putin 1.68 m gross ist.
Berlusconi hatte sich im Wahlkampf doch damit gebr�stet, dass er gr�sser
als Putin sei und hat jetzt sogar recht bekommen; zumindest was die
K�rperl�nge betrifft.

Fragt sich nur: Kann man dem "Corriere della Sera" �berhaupt vertrauen,
oder "geh�rt" diese Zeitung etwa Berlusconi?

--
Yvonne Steiner

Yvonne Steiner

unread,
Oct 12, 2009, 2:20:41 PM10/12/09
to
Stefan Ram <r...@zedat.fu-berlin.de> wrote:

> r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) writes:
> >Wobei mich das �Pronomen� bei solchen W�rtern schon
> >etwas irritiert, da ich mir �Pronomen� als �pro nomen�
> >erkl�re, also als ein Wort, das f�r ein Substantiv oder
> >ein anderes Wort steht, und mich dann frage, f�r
>
> Ein Beispiel f�r ein echtes pers�nliches F�rwort scheine ich
> gerade hier entdeckt zu haben:
>
> �Berlusconi sagte im Wahlkampf �ber sich selbst:
> "Ich bin 1,71 Meter gro�." Nach Angaben der Mail�nder
> Tageszeitung "Corriere della Sera" mi�t Putin
> tats�chlich vier Zentimeter weniger.�
>
> http://www.focus.de/politik/ausland/berlusconi-putin-die-vermessung-derw
eltmaenner_aid_295718.html

> Anscheinend steht dort das F�rwort �Putin� f�r
> das Namenswort �Berlusconi�.

Nein, mit "Putin misst vier cm weniger" wird dem Leser gesagt, dass

Putin 1.67 m gross ist.

Erick T. Barkhuis

unread,
Oct 12, 2009, 2:22:03 PM10/12/09
to
Yvonne Steiner:

> > "Ich bin 1,71 Meter gro�." Nach Angaben der Mail�nder
> > Tageszeitung "Corriere della Sera" mi�t Putin
> > tats�chlich vier Zentimeter weniger.�

> Nein, mit "Putin misst vier cm weniger" wird dem Leser gesagt, dass


> Putin 1.68 m gross ist.

Hm...


--
Erick

Yvonne Steiner

unread,
Oct 12, 2009, 2:37:32 PM10/12/09
to

<seufz>
Findest du es nicht ein bisschen sch�big, mich mit deinem Posting hier
blossstellen zu wollen, nachdem das doch nur ein Tippfehler war, den ich
durch einen Supersede - nur zwei Augenaufschl�ge sp�ter - schon selbst
korrigiert hatte.
</seufz>

--
Yvonne Steiner

Yvonne Steiner

unread,
Oct 12, 2009, 2:38:12 PM10/12/09
to
Erick T. Barkhuis <erick....@ardane.c-o-m> wrote:

<seufz>


Findest du es nicht ein bisschen sch�big, mich mit deinem Posting hier
blossstellen zu wollen, nachdem das doch nur ein Tippfehler war, den ich
durch einen Supersede - nur zwei Augenaufschl�ge sp�ter - schon selbst

korrigiert hatte?
</seufz>

--
Yvonne Steiner

Manfred Hoß

unread,
Oct 12, 2009, 2:47:56 PM10/12/09
to
Am Mon, 12 Oct 2009 20:20:41 +0200 schrieb Yvonne Steiner:

> Berlusconi hatte sich im Wahlkampf doch damit gebr�stet, dass er gr�sser
> als Putin sei und hat jetzt sogar recht bekommen; zumindest was die
> K�rperl�nge betrifft.

Da gibt es doch die Behauptung, jemand habe Napoleon gegen�ber erw�hnt, er
sei gr��er als Napoleon, worauf dieser gemeint habe "L�nger, nicht gr��er".

Gru�
Manfred.

Erick T. Barkhuis

unread,
Oct 12, 2009, 3:03:11 PM10/12/09
to
Yvonne Steiner:

*sigh*
Findest du es nicht schwer �bertrieben hier zu jammern, wo du doch
gesehen hast, dass ich mit einem cancel sofort meine Nachricht entfernt
habe, als du mit deiner Korrektur kamst?

Und es war kein Tippfehler.

Message has been deleted

Yvonne Steiner

unread,
Oct 12, 2009, 4:31:57 PM10/12/09
to

Das habe ich leider erst jetzt gesehen, nachdem ich, aufgrund deines
Hinweises hier, nachgeschaut habe.
Dann, meine ich, sind wir jetzt also quitt und k�nnen das Seufzen
Seufzen sein lassen.

--
Yvonne Steiner

Oliver Cromm

unread,
Oct 13, 2009, 6:18:07 PM10/13/09
to
* Helmut Richter <hh...@web.de> wrote:

> On Fri, 9 Oct 2009, Oliver Cromm wrote:
>
>> * Helmut Richter <hh...@web.de> wrote:
>>
>>> Die Pr�position kommt immer mit einem �bergeordneten Wort vor und bildet mit
>>> dem zusammen die Pr�positionalgruppe.
>>
>> Die Erkl�rung ist ja schon ganz gut, aber mich st�rt das "�bergeordnete
>> Wort". Inwiefern ist es �bergeordnet? (Vati, f�r Dich ist das hier
>> weniger wichtig, solange Du verstehst, was Helmut gemeint hat.)
>
> Gut, das war soweit ein Zitat, mit dem ich an die andere Erkl�rung
> ankn�pfen wollte.
>
>> Grammatisch ist die Pr�position �bergeordnet. Sie bildet den Kern, den
>> Kopf, das Zentrum der Pr�positionalgruppe;
>
> Ich habe noch nie kapiert, welcher Teil einer Phrase (also der rechten
> Seite einer kontextfreien Regel) der "Kopf" sein soll.

Das steht auch nicht "von Natur aus" fest, sondern ergibt sich aus den
Definitionen der Theorie. Zum Beispiel reden einige Linguisten nicht
mehr von Nominalphrasen, sondern von Determinatorphrasen.

Im Falle der Pr�position halte ich es allerdings f�r unwahrscheinlich,
da� eine Theorie, in der es K�pfe gibt, zu einem anderen Ergebnis kommt.

>> da� die Pr�position da ist,
>> macht das besondere der Pr�positionalgruppe aus, sonst w�re es eine
>> Nominalgruppe.
>
> Soweit klar.
>
>> Man sagt auch "die Pr�position regiert das Substantiv",
>> denn die Pr�position zwingt dem Substantiv einen bestimmten Kasus auf
>> ("neben *der* Schule", aber "f�r *die* Schule").
>
> Mit der Begr�ndung w�rde auch die Kasusendung oder der kasusbehaftete
> Artikel das Substantiv "regieren", denn Kasus haben mehr oder weniger
> dieselbe Funktion wie Pr�positionen.

In manchen Sprachen k�nnte das sinnvoll sein.

> Beispiele:
>
> [ru] tramwajem = [de] mit der Trambahn
> Regiert das [de] "mit" die Trambahn, so doch auch das [ru] "-em".

Naja, was gibt es da noch zu regieren?

> [en] to the teacher = [de] dem Lehrer
> Regiert das [en] "to" den Lehrer, so doch auch das [de] "dem".

Ja nat�rlich, die Pr�position regiert die ganze Nominalphrase. Das
Substantiv dann wiederum den Artikel bez�glich des Genus. Aber wie oben
gesagt, sehen das andere Linguisten wieder anders.

Ableitungssuffixe kann man sinnvoll als Kern eines Wortes beschreiben,
weil sie Tr�ger der Wortart sind.

Typischerweise w�rde ich unter dem Kern einer Phrase einen Teil
verstehen, der Eigenschaften bestimmt, die von au�en "sichtbar", d.h.
grammatisch wirksam oder referenzierbar sind. Das ist aber keine
ersch�pfende Definition.

--
GOGELN, vb., flattern, sich (schwankend) hin und her bewegen, gaukelei
treiben, gesticulari. zur herkunft vgl. gogel, adj., und gaukeln, vb.;
in fast allen mundarten verbreitet, literarisch bis ins 17. jh. bezeugt;
s. auch gugeln und gageln.
GRIMM, Deutsches W�rterbuch

Oliver Cromm

unread,
Oct 13, 2009, 6:18:07 PM10/13/09
to
* Daniela Duerbeck <daniela....@gmx.de> wrote:

> Ich dachte bisher eigentlich, dass Adverben quasi das gleiche wie
> Adjektive sind, nur dass sie eben Verben und nicht Substantive

> schm�cken, weswegen man da in Fremdsprachen acht geben mu�: He made it

> well, nicht good oder goodly, bene, nicht buono.

In dem Fall spricht man im Deutschen heute eher von adverbialer
Verwendung eines Adjektivs, denn da gibt es ja kein �u�eres Anzeichen
daf�r, da� die Wortart sich ge�ndert h�tte, anders als etwa im
Englischen.

Die unzweifelhaften Adverben sind aber die Umstandsw�rter wie "heute",
"dort", "immer". Wenn Adjektive so wie diese verwendet werden,
bezeichnet man das als "adverbial".

--
GUGELFAHRT, f., mutwilliges treiben, l�rmende lustbarkeit
GRIMM, Deutsches W�rterbuch

Ekkehard Dengler

unread,
Oct 13, 2009, 9:23:16 PM10/13/09
to
Daniela Duerbeck wrote:
> Ich dachte bisher eigentlich, dass Adverben quasi das gleiche wie
> Adjektive sind, nur dass sie eben Verben und nicht Substantive
> schm�cken, weswegen man da in Fremdsprachen acht geben mu�: He made it
> well, nicht good oder goodly, bene, nicht buono.

Adverbien k�nnen auch Adjektive ("incredibly quick"), andere Adverbien
("incredibly quickly") oder ganze S�tze ("Incredibly, they didn't score a
single goal") bestimmen. Im Deutschen enden Satzadverbien meist auf
"-erweise". Andererseits k�nnen zusammen mit Verben auch Adjektive verwendet
werden. Zum Beispiel hei�t es "made it good", wenn von einem guten Ergebnis
die Rede ist, und man sagt nicht *"tastes well" (Adverb), sondern "tastes
good" (Adjektiv).

Gr��e,
Ekkehard


Jon J Panury

unread,
Oct 14, 2009, 3:51:52 AM10/14/09
to
Karl Stahn <karl....@gmx.de> schrieb:

[...]

>Ich kann nur noch einige Ausschnitte aus diesen
>eingetrichterten Wortreihen auswendig:

Ich auch. "mit, nach, bei, von, zu, aus - hole schnell den Wemfall
raus" und so Sachen.
(Im Lateinunterricht gab's aber noch viel mehr solcher Merkverschen!)

Gunhild Simon

unread,
Oct 14, 2009, 4:25:54 AM10/14/09
to
On 14 Okt., 00:18, Oliver Cromm <lispamat...@yahoo.de> wrote:
...
>
> Die unzweifelhaften Adverben sind aber die Umstandswörter wie "heute",
> "dort", "immer".

Ganz bescheiden und nebenbei angemerkt: Adverbien. Sonsten kommt ein
falscher Zungenschag hinein. Der Singular ist nämlich genaugenommen
Adverbium.

> bezeichnet man das als "adverbial".

Ich wollte schon immer wissen, ob adverbial und adverbiell synonym zu
gebrauchen sind.Laut Du-Fremdwörterbuch ist dies so.

Gruß
Gunhild

Oliver Cromm

unread,
Oct 14, 2009, 9:02:49 AM10/14/09
to
* Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> wrote:

> On 14 Okt., 00:18, Oliver Cromm <lispamat...@yahoo.de> wrote:
> ...
>>

>> Die unzweifelhaften Adverben sind aber die Umstandsw�rter wie "heute",


>> "dort", "immer".
>
> Ganz bescheiden und nebenbei angemerkt: Adverbien.

Gerne, danke.



>> bezeichnet man das als "adverbial".
> Ich wollte schon immer wissen, ob adverbial und adverbiell synonym zu

> gebrauchen sind.Laut Du-Fremdw�rterbuch ist dies so.

"Adverbiell" habe ich nie bewu�t wahrgenommen (Filter im Kopf,
vermutlich). Kurzes Herumschn�ffeln im Netz legt nahe, da� es vor allem
bei Altsprachlern im Gebrauch ist. Das ist aber nur ein erster Eindruck.

--
binsaugnesseln, hummelsk�l, m�nchspfeffer, gugelk�pf, minbr�derm�ntz
FISCHART
GRIMM, Deutsches W�rterbuch

Werner Tann

unread,
Oct 14, 2009, 10:25:37 AM10/14/09
to
"Ekkehard Dengler" <ED...@t-online.de> schrieb:

>Adverbien k�nnen auch Adjektive ("incredibly quick"), andere Adverbien
>("incredibly quickly") oder ganze S�tze ("Incredibly, they didn't score a
>single goal") bestimmen. Im Deutschen enden Satzadverbien meist auf
>"-erweise". Andererseits k�nnen zusammen mit Verben auch Adjektive verwendet
>werden. Zum Beispiel hei�t es "made it good", wenn von einem guten Ergebnis
>die Rede ist, und man sagt nicht *"tastes well" (Adverb), sondern "tastes
>good" (Adjektiv).

Das mag aufs Englische zutreffen. Im Deutschen spricht man vom
adverbialen *Gebrauch* eines Adjektiv beim Verb. Das macht das
Adjektiv aber genausowenig zum Adverb, wie eine substantivisch
gebrauchte Pr�position zum Substantiv wird. Ich finde es unproduktiv,
den Unterschied zwischen Wortart und Gebrauch im Satz aufzugeben.

Wenn Du dem widersprichst, bitte ich um die Belegstelle im
Grammatikduden oder in einer sonst ma�geblichen aktuellen deutschen
Grammatik.

Der Duden, Richtiges und gutes Deutsch, 2001, merkt explizit dazu an:

|In �lteren grammatischen Darstellungen wird auch ein Adjektiv, wenn
|es beim Verb steht (z. B. Er lief schnell. Sie singt sch�n.) Adverb genannt.
|In diesem Falle bezeichnet der Terminus Adverb nicht die Wortart, sondern
|die Verwendung im Satz (vgl. dazu die Vorbemerkung zum Artikel Adjektiv).

Das lese ich als: erstens ist diese Zuschreibung veraltet, zweitens
ist ein solches Wort im Satz immer noch ein Adjektiv, blo� da� es als
Adverb verwendet wird.

Werner Tann

unread,
Oct 14, 2009, 10:25:37 AM10/14/09
to
Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> schrieb:

>Ganz bescheiden und nebenbei angemerkt: Adverbien. Sonsten kommt ein

>falscher Zungenschag hinein. Der Singular ist n�mlich genaugenommen
>Adverbium.

Der Duden nimmt es aber genaugenommen nicht so genau,

Singular: Adverb *oder* Adverbium
Plural: Adverbien *oder* Adverbia

Ekkehard Dengler

unread,
Oct 14, 2009, 11:03:48 AM10/14/09
to
Werner Tann wrote:
> "Ekkehard Dengler" <ED...@t-online.de> schrieb:
>
>> Adverbien k�nnen auch Adjektive ("incredibly quick"), andere
>> Adverbien ("incredibly quickly") oder ganze S�tze ("Incredibly, they
>> didn't score a single goal") bestimmen. Im Deutschen enden
>> Satzadverbien meist auf "-erweise". Andererseits k�nnen zusammen mit
>> Verben auch Adjektive verwendet werden. Zum Beispiel hei�t es "made
>> it good", wenn von einem guten Ergebnis die Rede ist, und man sagt
>> nicht *"tastes well" (Adverb), sondern "tastes good" (Adjektiv).
>
> Das mag aufs Englische zutreffen. Im Deutschen spricht man vom
> adverbialen *Gebrauch* eines Adjektiv beim Verb.

Oder eben von einem Adverb.

> Das macht das
> Adjektiv aber genausowenig zum Adverb, wie eine substantivisch

> gebrauchte Pr�position zum Substantiv wird. [...]

> Wenn Du dem widersprichst, bitte ich um die Belegstelle im
> Grammatikduden oder in einer sonst ma�geblichen aktuellen deutschen
> Grammatik.

Ich empfinde diese Art von Dialog als wenig erquicklich, tue dir aber
diesmal den Gefallen -- "Deutsche Grammatik" von Gerhard Helbig und Joachim
Buscha, 18. Auflage 1998, S. 337: "Adverbien, die der Form nach mit
Adjektiven �bereinstimmen ('Adjektivadverbien'), haben alle M�glichkeiten
der Graduierung: 'Er arbeitet flei�iger. Er lernt am besten. Die Maschine
funktioniert sehr gut. Der neue Kindergarten ist hochmodern eingerichtet.'"

Gr��e,
Ekkehard


Oliver Cromm

unread,
Oct 14, 2009, 12:57:06 PM10/14/09
to

Ja, der Singular hat eine Lang- und eine Kurzform, daneben gibt es zwei
Plurale, die aber beide von der Langform "Adverbien" abgeleitet sind.

--
� liezen sich die man schouwen
�ne gugel vor den frouwen,
nu siht mans in den gugeln g�n
vor den frouwen als ein man, -- TEICHNER

Gunhild Simon

unread,
Oct 14, 2009, 1:04:07 PM10/14/09
to
On 14 Okt., 16:25, Werner Tann <wt...@gmx.at> wrote:
> Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de> schrieb:

>
> >Ganz bescheiden und nebenbei angemerkt: Adverbien. Sonsten kommt ein
> >falscher Zungenschag hinein. Der Singular ist nämlich genaugenommen

> >Adverbium.
>
> Der Duden nimmt es aber genaugenommen nicht so genau,
>
> Singular: Adverb *oder* Adverbium
> Plural: Adverbien *oder* Adverbia

Es ging mir nicht darum, auf veralteten Begriffen rumzureiten.Es ging
nur um das /i/ in beiden.

Gruß
Gunhild

Werner Tann

unread,
Oct 14, 2009, 1:40:15 PM10/14/09
to
"Ekkehard Dengler" <ED...@t-online.de> schrieb:

>Ich empfinde diese Art von Dialog als wenig erquicklich, tue dir aber
>diesmal den Gefallen -- "Deutsche Grammatik" von Gerhard Helbig und Joachim
>Buscha, 18. Auflage 1998, S. 337: "Adverbien, die der Form nach mit
>Adjektiven �bereinstimmen ('Adjektivadverbien'), haben alle M�glichkeiten
>der Graduierung: 'Er arbeitet flei�iger. Er lernt am besten. Die Maschine
>funktioniert sehr gut. Der neue Kindergarten ist hochmodern eingerichtet.'"

Anstatt bei Helbig und Buscha die Einteilung der Adverbien offenbar
aus einem Nebensatz erschlie�en zu m�ssen, halte ich mich doch lieber
an den Duden, der keine "Adjektivadverbien" kennt, daf�r aber geordnet
und �bersichtlich alle Adverbarten anf�hrt:

a) Lokaladverbien (dort, hier, drinnen ...)
b) Temporaladverbien (morgen, nun, dann ...)
c) Modaladverbien (gern, weitaus, ziemlich ...)
d) Kausaladverbien (darum, deshalb, folglich ...)
und als "besondere Gruppe unter den Adverbien", die
Pronominaladverbien: da(r) / hier /wo(r) + Pr�position (daran,
hierbei, wof�r). Die Pronominaladverbien lassen sich den
Bezugsbereichen a bis d zuordnen.

Und im Kapitel �ber Adjektive ist wie gesagt von den adverbial
gebrauchten Adjektiven die Rede. Adjektive sind's.

Wahrig kennt die "Adjektivadverbien", aber auch er unterscheidet sie
von den "reinen Adverbien":

| In fr�heren Grammatiktheorien wurden unver�nderte Adjektiv-
| formen als Adverbien bezeichnet, wenn sie ein Gesche-
| hen charakterisieren. [...] heute [spricht man] von Adjek-
| tivadverbien: Du sollst deutlich schreiben. [...]
| Mithilfe dieser Umformungsprobe kann zwischen
| Adjektivadverbien und reinen Adverbien (wie gern,
| abends . . .) unterschieden werden. Da reine Adverbien
| undeklinierbar sind, lassen sie sich nicht als vorange-
| stelltes Attribut verwenden:
| er malt gern; *das gerne Malen.
| Adjektivadverbien kann man im Gegensatz zu reinen
| Adverbien steigern:
| Heiner malt am buntesten. *Heiner malt am gernsten.
(Wahrig, Grammatik, 2002)

Das stellen auch Helbig/Busche imgrunde mit der "Graduierung" fest.

Wenn jedenfalls jemand als Grammatikeinsteiger nach Adverbien fragt,
dann z�hlt in erster Linie Schulgrammatik, und das ist doch
Dudengrammatik, nein? Akdemische Diskussionen �ber die Einordnung von
Adjektivadverbien verwirren da doch unn�tig. Besser man h�lt sich an
die kategoriale Unterscheidung von Wortart und Gebrauch. Und dieser
und Duden und Wahrig zufolge ist "schnell" im Satz "Er l�uft schnell"
einfach kein Adverb, sondern ein Adjektiv (das adverbial gebraucht
ist). (Da im Deutschen das adverbial gebrauchte Adjektiv im
Unterschied zum Englischen seine Form nicht ver�ndert, "wird" auch so
gesehen aus ihm kein Adverb.)

Werner Tann

unread,
Oct 14, 2009, 1:40:15 PM10/14/09
to
Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> schrieb:

>> Singular: Adverb *oder* Adverbium
>> Plural: Adverbien *oder* Adverbia
>
>Ja, der Singular hat eine Lang- und eine Kurzform, daneben gibt es zwei
>Plurale, die aber beide von der Langform "Adverbien" abgeleitet sind.

Vermutlich, weil sich das "Adverbium" irgendwann auf "Adverb" verk�rzt
hat, w�hrend der Plural sich der Verk�rzung verweigerte (oder diese
Verk�rzung noch im Gange ist)?

Manfred Hoß

unread,
Oct 14, 2009, 2:05:11 PM10/14/09
to

Ich kann mich nicht erinnern, dass in der Schule die Lehrer jemals
Adverbien oder Adverbia gesagt haben, sondern immer Adverben.

Gru�
Manfred.

Gunhild Simon

unread,
Oct 14, 2009, 2:09:58 PM10/14/09
to
On 14 Okt., 19:40, Werner Tann <wt...@gmx.at> wrote:
> Oliver Cromm <lispamat...@yahoo.de> schrieb:

>
> >> Singular: Adverb *oder* Adverbium
> >> Plural: Adverbien *oder* Adverbia
>
> >Ja, der Singular hat eine Lang- und eine Kurzform, daneben gibt es zwei
> >Plurale, die aber beide von der Langform "Adverbien" abgeleitet sind.
>
> Vermutlich, weil sich das "Adverbium" irgendwann auf "Adverb" verkürzt
> hat, während der Plural sich der Verkürzung verweigerte (oder diese
> Verkürzung noch im Gange ist)?

Nein, wenn es dem tiefewren Verständnis denn dienlich bleiben sollte..

Denn eine Verkürzung brächte Mißverständnis.

Das /i/ im Plural dagegen dient dem Verständnis.

Gruß
Gunhild

Gunhild Simon

unread,
Oct 14, 2009, 2:15:13 PM10/14/09
to
On 14 Okt., 20:05, Manfred Hoß <rostker...@arcor.de> wrote:
> Am Wed, 14 Oct 2009 19:40:15 +0200 schrieb Werner Tann:
>
> > Oliver Cromm <lispamat...@yahoo.de> schrieb:

>
> >>> Singular: Adverb *oder* Adverbium
> >>> Plural: Adverbien *oder* Adverbia
>
> >>Ja, der Singular hat eine Lang- und eine Kurzform, daneben gibt es zwei
> >>Plurale, die aber beide von der Langform "Adverbien" abgeleitet sind.
>
> > Vermutlich, weil sich das "Adverbium" irgendwann auf "Adverb" verkürzt
> > hat, während der Plural sich der Verkürzung verweigerte (oder diese
> > Verkürzung noch im Gange ist)?

>
> Ich kann mich nicht erinnern, dass in der Schule die Lehrer jemals
> Adverbien oder Adverbia gesagt haben, sondern immer Adverben.

Glaub ich nicht.
Das dachte ich auch einmal, bis ich selbst ....
Aber die Lehrer haben den Hinweis vielleicht nur aufgegeben.

Gruß
Gunhild

Manfred Hoß

unread,
Oct 14, 2009, 2:20:02 PM10/14/09
to
Am Wed, 14 Oct 2009 11:15:13 -0700 (PDT) schrieb Gunhild Simon:

> On 14 Okt., 20:05, Manfred Ho� <rostker...@arcor.de> wrote:
>> Am Wed, 14 Oct 2009 19:40:15 +0200 schrieb Werner Tann:
>>
>>> Oliver Cromm <lispamat...@yahoo.de> schrieb:
>>
>>>>> Singular: Adverb *oder* Adverbium
>>>>> Plural: Adverbien *oder* Adverbia
>>
>>>>Ja, der Singular hat eine Lang- und eine Kurzform, daneben gibt es zwei
>>>>Plurale, die aber beide von der Langform "Adverbien" abgeleitet sind.
>>

>>> Vermutlich, weil sich das "Adverbium" irgendwann auf "Adverb" verk�rzt
>>> hat, w�hrend der Plural sich der Verk�rzung verweigerte (oder diese

>>> Verk�rzung noch im Gange ist)?


>>
>> Ich kann mich nicht erinnern, dass in der Schule die Lehrer jemals
>> Adverbien oder Adverbia gesagt haben, sondern immer Adverben.
>
> Glaub ich nicht.

Zugegeben, das ist schon etliche Jahre her, es kann also durchaus sein,
dass mein Ged�chtnis mich hier t�uscht.

> Das dachte ich auch einmal, bis ich selbst ....
> Aber die Lehrer haben den Hinweis vielleicht nur aufgegeben.

An einen Hinweise von Lehrerseite erinnere ich mich ebenfalls nicht.

Vielleicht werde ich auch nur alt.

Gru�
Manfred.

Manfred Hoß

unread,
Oct 14, 2009, 2:22:53 PM10/14/09
to
Am Wed, 14 Oct 2009 20:20:02 +0200 schrieb Manfred Ho�:

> An einen Hinweise von Lehrerseite erinnere ich mich ebenfalls nicht.

^
Seufz. Ich *werde* alt. ;-)

Gru�
Manfred.

Message has been deleted

Manfred Hoß

unread,
Oct 14, 2009, 5:35:06 PM10/14/09
to
Am Wed, 14 Oct 2009 19:40:15 +0200 schrieb Werner Tann:

Ich habe jetzt mal �berpr�ft, wie oft Averbia, Adverbien und Adverben im
Netz auftaucht. Die angezeigten Trefferzahlen der einzelnen Suchmaschinen
sind dabei sehr uneinheitlich:

Adverbia Adverbien Adverben
Bing (Seiten aus D): 216 23.000 324.000
Google ( " aus D): 5800 50.200 124.000
Altavista ( " aus D): 1280 181.000 17.800
Web.de ( " aus D): 623 11.900 3.470

Gru�
Manfred.

Ekkehard Dengler

unread,
Oct 14, 2009, 5:37:39 PM10/14/09
to
Werner Tann wrote:
> "Ekkehard Dengler" <ED...@t-online.de> schrieb:
>
>> Ich empfinde diese Art von Dialog als wenig erquicklich, tue dir aber
>> diesmal den Gefallen -- "Deutsche Grammatik" von Gerhard Helbig und
>> Joachim Buscha, 18. Auflage 1998, S. 337: "Adverbien, die der Form
>> nach mit Adjektiven �bereinstimmen ('Adjektivadverbien'), haben alle
>> M�glichkeiten der Graduierung: 'Er arbeitet flei�iger. Er lernt am
>> besten. Die Maschine funktioniert sehr gut. Der neue Kindergarten
>> ist hochmodern eingerichtet.'"
>
> Anstatt bei Helbig und Buscha die Einteilung der Adverbien offenbar
> aus einem Nebensatz erschlie�en zu m�ssen, halte ich mich doch lieber
> an den Duden, der keine "Adjektivadverbien" kennt, daf�r aber geordnet
> und �bersichtlich alle Adverbarten anf�hrt:

Ich bereue es, f�r dich nachgeschlagen zu haben.

Gr��e,
Ekkehard


Oliver Cromm

unread,
Oct 14, 2009, 7:06:23 PM10/14/09
to
* Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> wrote:

> On 14 Okt., 19:40, Werner Tann <wt...@gmx.at> wrote:
>> Oliver Cromm <lispamat...@yahoo.de> schrieb:
>>
>>>> Singular: Adverb *oder* Adverbium
>>>> Plural: Adverbien *oder* Adverbia
>>
>>>Ja, der Singular hat eine Lang- und eine Kurzform, daneben gibt es zwei
>>>Plurale, die aber beide von der Langform "Adverbien" abgeleitet sind.
>>

>> Vermutlich, weil sich das "Adverbium" irgendwann auf "Adverb" verk�rzt
>> hat, w�hrend der Plural sich der Verk�rzung verweigerte (oder diese

>> Verk�rzung noch im Gange ist)?
>
> Nein, wenn es dem tiefewren Verst�ndnis denn dienlich bleiben sollte..
>
> Denn eine Verk�rzung br�chte Mi�verst�ndnis.
>
> Das /i/ im Plural dagegen dient dem Verst�ndnis.

Inwiefern?

"Adverbien" und "Adverbiale" sind leichter zu verwechseln, das ist ein
Nachteil. Den Vorteil erkenne ich nicht.

--
er m�ez an dem kragen
st�t ein gugel tragen,
daz im der hals bel�be w�z
OTTOKAR V. STEIERMARK

Oliver Cromm

unread,
Oct 14, 2009, 7:06:23 PM10/14/09
to
* Werner Tann <wt...@gmx.at> wrote:

> Wenn jedenfalls jemand als Grammatikeinsteiger nach Adverbien fragt,
> dann z�hlt in erster Linie Schulgrammatik, und das ist doch
> Dudengrammatik, nein? Akdemische Diskussionen �ber die Einordnung von
> Adjektivadverbien verwirren da doch unn�tig. Besser man h�lt sich an
> die kategoriale Unterscheidung von Wortart und Gebrauch.

Das klingt nach Verwechslung, denn die akademische Diskussion geht eher
in die Richtung, die der von Dir zitierte Duden darstellt, und kommt von
der traditionellen Schulgrammatik ab, wie ich sie in den 70ern gelernt
habe, und wo man bei "schnell laufen" von einem "Adverb 'schnell'"
sprach. Wenn ein Linguist die traditionelle Version vertritt, ist
vielleicht eine gleiche Darstellung �ber diverse Sprachen hinweg das
Ziel.

--
die pfaffen mit ihren platten,
die m�nch mit ihren gugeln schon
bergreihen 26 ndr.

Gunhild Simon

unread,
Oct 15, 2009, 2:41:54 AM10/15/09
to
On 15 Okt., 01:06, Oliver Cromm <lispamat...@yahoo.de> wrote:

> * Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de> wrote:

> > Denn eine Verkürzung brächte Mißverständnis.
>

> > Das /i/ im Plural dagegen dient dem Verständnis.


>
> Inwiefern?
>
> "Adverbien" und "Adverbiale" sind leichter zu verwechseln, das ist ein
> Nachteil. Den Vorteil erkenne ich nicht.

Die Verkürzung von Adverbium auf Adverb birgt bereits die Gefahr eines
Mißverständnisses, weil darin ausdrücklich das Wort "Verb" steht.
Dennoch kann sich der Verständige den Zusammenhang zusammenreimen:
"zum Verb(um) gehörig", sich überwiegend auf die Satzaussage
beziehend.

Dagegen geht dies zunehmend im falschen Plural *Adverben verloren.
Darin nimmt man vor allem "-verben", Zeitwörter, wahr.

Um diese Fehlwahrnehmung zu vermeiden, sollte man schon genau
formulieren: Adverbien.

Gruß
Gunhild.

Werner Tann

unread,
Oct 15, 2009, 6:37:04 AM10/15/09
to
Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> schrieb:

>Die Verk�rzung von Adverbium auf Adverb birgt bereits die Gefahr eines
>Mi�verst�ndnisses, weil darin ausdr�cklich das Wort "Verb" steht.

Sch�n. Aber erstens verkennst Du, da� f�r den Wortwandel die
Eindeutigkeit nur *ein* Kriterium ist. H�ufig entstehen neue Formen
schlicht aus Unkenntnis des eigentlich Richtigen. Beispiel:
Volksetymologie.

"Adverben" sind auf dem Vormarsch, ob einem das gef�llt oder nicht.
Google mal! Und so tragisch finde ich das offen gesagt nicht.

Zweitens enth�lt sowohl "Adverbien" als auch "Adverben" das "verb",
insofern kann ich auch Deine Argumentation mit dem Mi�verst�ndnis
nicht wirklich nachvollziehen. Du willst doch nicht unterstellen, da�
der durchschnittliche Muttersprachler Lateinkenntnisse hat und beim
Adverbium ans "Wort" generell denkt, beim "Adverb" aber (f�lschlich)
ans Zeitwort?

Absolut akademische Diskussion.

Werner Tann

unread,
Oct 15, 2009, 6:37:05 AM10/15/09
to
Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> schrieb:

>Das klingt nach Verwechslung, denn die akademische Diskussion geht eher
>in die Richtung, die der von Dir zitierte Duden darstellt, und kommt von
>der traditionellen Schulgrammatik ab, wie ich sie in den 70ern gelernt
>habe, und wo man bei "schnell laufen" von einem "Adverb 'schnell'"
>sprach. Wenn ein Linguist die traditionelle Version vertritt, ist
>vielleicht eine gleiche Darstellung �ber diverse Sprachen hinweg das
>Ziel.

Ich bin kein Linguist, aber alles, was ich jemals �ber Grammatik
gelernt habe, ist das eine, und der Duden ist das andere. Der Duden
hat bestimmte (zweifellos akademische) Grammatiktheorien in eine Form
gegossen, die, etwas abgespeckt, aber im wesentlichen unver�ndert, im
Schulalltag umgesetzt werden kann - w�hrend, polemisch gesagt,
Linguisten sich oft nicht mal dar�ber einigen k�nnen, was Grammatik
ist.

Nach der Kongruenz der 70er-Jahre-Schulgrammatik mit dem
70er-Jahre-Duden zu fragen, fehlt mir das Interesse.

Eine "gleiche Darstellung �ber diverse Sprachen hinweg" ist doch
haupts�chlich ein Kniefall vorm Englischen mit seinen "adverbs". Aber
vermutlich kommt es, wie Du vorhersagst. Den Kindlein, die Probleme
hatten mit der s-Schreibung, hat man die Rechtschreibreform beschert.
Und Kindlein, die Probleme damit haben, da� man die englischen adverbs
nicht 1:1 auf die deutsche Grammatik �bertragen kann, bekommen eben
eine neue Grammatik. Der h�ufigen Verwechslung wegen rege ich �brigens
an, doch bitte endlich "Silver" statt "Silber" zu schreiben - im Sinn
der "gleichen Darstellung �ber diverse Sprachen hinweg".

Werner Tann

unread,
Oct 15, 2009, 6:37:04 AM10/15/09
to
"Ekkehard Dengler" <ED...@t-online.de> schrieb:

>> Anstatt bei Helbig und Buscha die Einteilung der Adverbien offenbar
>> aus einem Nebensatz erschlie�en zu m�ssen, halte ich mich doch lieber
>> an den Duden, der keine "Adjektivadverbien" kennt, daf�r aber geordnet
>> und �bersichtlich alle Adverbarten anf�hrt:
>
>Ich bereue es, f�r dich nachgeschlagen zu haben.

Und ich bereue es, gewagt zu haben, Dir zu widersprechen.

Oliver Cromm

unread,
Oct 15, 2009, 9:00:31 AM10/15/09
to
* Werner Tann <wt...@gmx.at> wrote:

> Und Kindlein, die Probleme damit haben, da� man die englischen adverbs
> nicht 1:1 auf die deutsche Grammatik �bertragen kann, bekommen eben
> eine neue Grammatik.

Wie bereits gesagt: damit bek�men sie eine alte Grammatik, n�mlich die,
die ich in der Schule gelernt habe.

Traditionell hat man sich bem�ht, die deutsche Grammatik der
lateinischen anzugleichen, denn alle Abweichungen von der Antike waren
ja Zeichen f�r Verfall. Das hat uns so manche �berfl�ssige oder schlecht
bezeichnete Kategorie beschert, angefangen mit "Futur". Ob Du mit
anderen Neuerungen von Linguisten, die da entr�mpeln, so einverstanden
w�rest, wie mit dem "adverbialen Gebrauch", ist fraglich.

--
GUGELFUHR(E), f., scherz, spasz, narrheit,
GRIMM, Deutsches W�rterbuch

Gunhild Simon

unread,
Oct 15, 2009, 10:44:15 AM10/15/09
to
On 15 Okt., 12:37, Werner Tann <wt...@gmx.at> wrote:
> Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de> schrieb:

>
> >Die Verkürzung von Adverbium auf Adverb birgt bereits die Gefahr eines
> >Mißverständnisses, weil darin ausdrücklich das Wort "Verb" steht.
>
> Schön. Aber erstens verkennst Du, daß für den Wortwandel die
> Eindeutigkeit nur *ein* Kriterium ist. Häufig entstehen neue Formen

> schlicht aus Unkenntnis des eigentlich Richtigen. Beispiel:
> Volksetymologie.
>
> "Adverben" sind auf dem Vormarsch, ob einem das gefällt oder nicht.

> Google mal! Und so tragisch finde ich das offen gesagt nicht.
>
> Zweitens enthält sowohl "Adverbien" als auch "Adverben" das "verb",
> insofern kann ich auch

Was Du daraus machst, wird lächerlich.

Wo bitte, enthält "Adverbien" das Wort "Verb", wenn jedemann, wenn er
denn überhaupt grammatische Kenntnisse hat, bestenfalls den Plural
verben kennt, und *genau* daher aus Adverb den Plural dverben bildet -
nur leider ohne darüber nachzudenken, wie widersinnig dieser ist.

Wenn Du jedoch gern der durch Google dokumentierten Mehrheit lieber
vertraust als Deinem eigenen Verstand, ich werde Dich nicht daran
hindern.

> Deine Argumentation mit dem Mißverständnis
> nicht wirklich nachvollziehen. Du willst doch nicht unterstellen, daß


> der durchschnittliche Muttersprachler Lateinkenntnisse hat und beim

> Adverbium ans "Wort" generell denkt, beim "Adverb" aber (fälschlich)
> ans Zeitwort?

Der durchschnittliche Muttersprachler weiß selten noch etwas über
grammatische Termini. Dem interessierten dagegen teile ich gern
Richtiges mit.
Willkommen in den Sprachgruppen! lese ich hier von Zeit zu Zeit.

> Absolut akademische Diskussion.

Mir lag es fern zu diskutieren. Ich habe etwas festgestellt.

Daß ich mich zu einer ausführlichen Begründung herbeigelassen habe,
war die pure Höflichkeit.

Gruß
Gunhild

Klaus Scholl

unread,
Oct 15, 2009, 11:12:33 PM10/15/09
to
Werner Tann schrieb:

> Der Duden nimmt es aber genaugenommen nicht so genau,
>
> Singular: Adverb *oder* Adverbium
> Plural: Adverbien *oder* Adverbia

Stimmt, beides ist nach der deutschen Sprachnorm g�ltig. Der Unterschied
zwischen "Adverb" bzw. "Adverben" und "Adverbium" bzw. "Adverbien" ist
der, da� ersteres gew�hnlich ist, letzteres den Index "ich bin
philologisch gebildet" tr�gt. :-)

Klaus Scholl

unread,
Oct 16, 2009, 2:17:55 AM10/16/09
to
Gunhild Simon schrieb:
> On 12 Okt., 17:29, "Vati" <vatif...@yahoo.de> wrote:
>> Zu was kᅵnnte man diese Wᅵrter zuordnen?
>> alles, viel usw.
>
> Man nennt sie unbestimmte Zahlwᅵrter und Indefinitpronomen.
> Zur genaueren Erklᅵrung empfehle ich Dir:
> http://www.blog.institut1.de/2008/indefinitpronomen-und-unbestimmte-zahladjektive/

Vatis Fragen sind gar nicht so banal zu beantworten, wie es scheint. Ich
tue mich etwas schwer mit der Wortart "Indefinitpronomen". Wenn du in
deinem Blog-Artikel als Beispiel fᅵr Indefinitpronomen "folgendes Gute"
anfᅵhrst, woran erkenne ich das "folgendes" Indefinitpronomen sein soll?
"Folgendes" ist m.E. eigentlich recht genau bestimmend, nᅵmlich das was
folgt.

Gunhild Simon

unread,
Oct 16, 2009, 3:00:23 AM10/16/09
to
On 16 Okt., 08:17, Klaus Scholl <kl...@sensualium.cjb.net> wrote:
> Gunhild Simon schrieb:
>
> > On 12 Okt., 17:29, "Vati" <vatif...@yahoo.de> wrote:
> >> Zu was könnte man diese Wörter zuordnen?
> >> alles, viel usw.
>
> > Man nennt sie unbestimmte Zahlwörter und Indefinitpronomen.
> > Zur genaueren Erklärung empfehle ich Dir:
> >http://www.blog.institut1.de/2008/indefinitpronomen-und-unbestimmte-z...

>
> Vatis Fragen sind gar nicht so banal zu beantworten, wie es scheint. Ich
> tue mich etwas schwer mit der Wortart "Indefinitpronomen". Wenn du in
> deinem Blog-Artikel als Beispiel für  Indefinitpronomen "folgendes Gute"
> anführst, woran erkenne ich das "folgendes" Indefinitpronomen sein soll?
> "Folgendes" ist m.E. eigentlich recht genau bestimmend, nämlich das was
> folgt.

Du hättest recht, wenn da stünde: folgender, e, es sei ein Vertreter
der Indefinitpronomen. Steht da aber gar nicht. Sondern das Beispiel
"folgendes Gute" steht im letzten Absatz unter der Überschrift:

"Substantivierte Adjektive in Verbindung mit Indefinitpronomen und
unbestimmten Zahladjektiven:

nichts Gutes
viel Unangenehmes, aber: vieles Unangenehme
etwas Gemeines
wenig Schönes, aber: weniges Schöne
alles Gute
beides Üble
folgendes Gute
zahlreiches Schwere"

Hier geht es um die Substantivierung, also Großschreibung, die nach
den beiden Wortarten kommt. Um die beiden inhaltlich ähnlichen
Wortarten jedoch auseinanderzuhalten, ist, wie ich weiter oben
erläutert habe, zu prüfen, ob ein Artikel hinzutreten kann:
Indefinitpronomen stehen artikellos, weil sie _als Pronomen_ einen
Artikel ersetzen, während unbestimmte Zahladjektive wie _gewöhnliche
Adjektive_ einen Artikel_ - Einsetzungsprobe! - haben.

Dabei erkennt man, daß die genusbezeichnende Endung sich verschiebt.

Darum ging es mir.

Also sei hier gegenübergestellt:

folgendes Gute oder das folgende Gute
anderes Schöne oder das andere Schöne
alles Gute, nicht aber: *das alle Gute
beides Üble, nicht aber: *das beide Gute
zahlreiches Schwere oder das zahlreiche Schwere

Gruß
Gunhild

Klaus Scholl

unread,
Oct 16, 2009, 4:08:54 AM10/16/09
to
Gunhild Simon schrieb:
> Hier geht es um die Substantivierung, also Gro嚙編chreibung, die nach
> den beiden Wortarten kommt. Um die beiden inhaltlich 嚙篁nlichen

> Wortarten jedoch auseinanderzuhalten, ist, wie ich weiter oben
> erl嚙線tert habe, zu pr嚙篆en, ob ein Artikel hinzutreten kann:

> Indefinitpronomen stehen artikellos, weil sie _als Pronomen_ einen
> Artikel ersetzen, w嚙篁rend unbestimmte Zahladjektive wie _gew嚙篁nliche

> Adjektive_ einen Artikel_ - Einsetzungsprobe! - haben.
>
> Also sei hier gegen嚙箭ergestellt:

>
> folgendes Gute oder das folgende Gute
> anderes Sch嚙緯e oder das andere Sch嚙緯e

> alles Gute, nicht aber: *das alle Gute
> beides 嚙箭le, nicht aber: *das beide Gute

> zahlreiches Schwere oder das zahlreiche Schwere

Pronomen ja, aber Indefinitpronomen? Wenn ich ich dich recht verstehe,
dann ist "wunderliches" in "sie erz嚙篁lt den Kindern "wunderliches Neues"
ein Pronomen, aber wie kommst du auf Indefinitpronomen? Irritiert war
ich, da in dem Absatz von Indefinitpronomen die Rede ist. Mir geht es
darum zu erkennen, was ein Indefinitpronomen ist und was nicht. Auf
Wikipedia finde ich die Definition > In der traditionellen Grammatik
bilden Indefinitpronomen eine Untergruppe der Pronomen. Sie dienen zur
Kennzeichnung von Personen oder Sachen, die hinsichtlich ihres Genus
(man, jemand, etwas, nichts, niemand) oder ihrer Zahl (jeder, mancher)
unbestimmt sind.
Ich tue mich da schwer "niemand", "nichts, "keiner" als
Indefinitpronomen zu betrachten, denn das sind ja - zumindest nach
meiner Sichtweise - quantitativ recht genau Bestimmungen. Auch bei
diesen hier tue ich mich schwer:
"ganz Deutschland" - ist genau bestimmt.
"beide Kinder" - ebenfalls genau bestimmt.
"folgendes Gutes" - ist gar keine quantitative Bestimmung.
"letzte Mohikaner" - ein Grenzfall.
"嚙箭rige G嚙編te" - ebenso ein Grenzfall.

Gunhild Simon

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Oct 16, 2009, 6:01:11 AM10/16/09
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On 16 Okt., 10:08, Klaus Scholl <kl...@sensualium.cjb.net> wrote:
> Gunhild Simon schrieb:
>
> > Hier geht es um die Substantivierung, also Großschreibung, die nach
> > den beiden Wortarten kommt. Um die beiden inhaltlich ähnlichen

> > Wortarten jedoch auseinanderzuhalten, ist, wie ich weiter oben
> > erläutert habe, zu prüfen, ob ein Artikel hinzutreten kann:

> > Indefinitpronomen stehen artikellos, weil sie _als Pronomen_ einen
> > Artikel ersetzen, während unbestimmte Zahladjektive wie _gewöhnliche
> > Adjektive_ einen Artikel_ -  Einsetzungsprobe! - haben.
>
> > Also sei hier gegenübergestellt:

>
> > folgendes Gute oder das folgende Gute
> > anderes Schöne oder das andere Schöne
> > alles Gute, nicht aber: *das alle Gute
> > beides Üble, nicht aber: *das beide Gute

> > zahlreiches Schwere oder das zahlreiche Schwere
>
> Pronomen ja, aber Indefinitpronomen? Wenn ich ich dich recht verstehe,
> dann ist "wunderliches" in "sie erzählt den Kindern "wunderliches Neues"

Hier ist "wunderliches" ein adjektivisches Attribut zu "Neues", wie
"wunderliche Neuigkeiten". Daß es artikelos steht, liegt an der
Unbestimmtheit. Das wunderliche Neue, die wunderlichen Neuigkeiten
machen dies deutlich.

> ein Pronomen, aber wie kommst du auf Indefinitpronomen?

Der Begriff Indefinitpronomen hat zwei Aspekte.

Der eine ist die Abgrenzung zum unbestimmten Zahladjektiv - da liegt
inhaltliche Übereinstimmung vor, aber ein formal unterschiedlicher
Gebrauch - siehe Endungen.

Der andere ist eine formale Übereinstimmung mit anderen Pronomen - und
deren Besonderheit liegt darin, Artikel zu ersetzen - jedoch
unterscheiden sich da die Inhalte, also der zwischen
Demonstrativpronomen und Indefinitpronomen.

> Irritiert war
> ich, da in dem Absatz von Indefinitpronomen die Rede ist. Mir geht es
> darum zu erkennen, was ein Indefinitpronomen ist und was nicht. Auf
> Wikipedia finde ich die Definition > In der traditionellen Grammatik

Ich habe dies in der DuGra wiederholt nachgeschlagen. Ich fand das
Hauptaugenmerk gerichtet auf die aus dieser Definition sich ergebenden
Folgen für die Flexionsendungen der davon abhängigen Wörter. Sonst
wäre es egal, welchen Namen das Kind trägt.

Ich sehe dies immer unter dem Aspekt Deutsch als Fremdsprache. Da hat
Grammatik eine andere Bedeutung.

> bilden Indefinitpronomen eine Untergruppe der Pronomen. Sie dienen zur
> Kennzeichnung von Personen oder Sachen, die hinsichtlich ihres Genus
> (man, jemand, etwas, nichts, niemand) oder ihrer Zahl (jeder, mancher)
> unbestimmt sind.
> Ich tue mich da schwer "niemand", "nichts, "keiner" als
> Indefinitpronomen zu betrachten, denn das sind ja - zumindest nach
> meiner Sichtweise - quantitativ recht genau Bestimmungen. Auch bei
> diesen hier tue ich mich schwer:
> "ganz Deutschland" - ist genau bestimmt.
> "beide Kinder" - ebenfalls genau bestimmt.
> "folgendes Gutes" - ist gar keine quantitative Bestimmung.
> "letzte Mohikaner" - ein Grenzfall.

> "übrige Gäste" - ebenso ein Grenzfall.

Ist dies nicht eine Frage der Philosophie?

Gruß
Gunhild
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Werner Tann

unread,
Oct 16, 2009, 6:11:31 AM10/16/09
to
Klaus Scholl <kl...@sensualium.cjb.net> schrieb:

>Stimmt, beides ist nach der deutschen Sprachnorm g�ltig. Der Unterschied
>zwischen "Adverb" bzw. "Adverben" und "Adverbium" bzw. "Adverbien" ist
>der, da� ersteres gew�hnlich ist, letzteres den Index "ich bin
>philologisch gebildet" tr�gt. :-)

Wir wissen beide, wen wir meinen.

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