an polnischen Hochschulen sind auch "aufgewertete Noten" wie 3,5 (3+)
vorgesehen, die auch als solche in das Studienbuch oder die Magisterurkunde
eigetragen werden (dann allerdings nur durch die Nachkommastelle: 3,5 und in
Worten). Wörtlich übersetzt würde es lauten "gut plus" oder "ausreichend
plus". In der Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Schulnote) habe ich
aber gelesen, dass solche Fälle durch den Zusatz "voll" gelöst werden: "voll
gut", "voll ausreichend". Wenn die Bezeichnungen tatsächlich in Deutschland
üblich sind, würde ich sie gern übernehmen und so wäre mein
Übersetzungsproblem gelöst, doch da ich den Bekanntheitsgrad dieser Formen
selber nicht einschätzen kann, möchte ich erst einmal eure Meinung hören.
Gruß
Grzegorz
> an polnischen Hochschulen sind auch "aufgewertete Noten" wie 3,5 (3+)
> vorgesehen, die auch als solche in das Studienbuch oder die Magisterurkunde
> eigetragen werden (dann allerdings nur durch die Nachkommastelle: 3,5 und in
> Worten). Wörtlich übersetzt würde es lauten "gut plus" oder "ausreichend
> plus".
Bitte beachten, daß die Noten in Deutschland andersrum
laufen. Eine 3,5 wäre also keine 3+, sondern 3- oder 4+.
> Hallo,
>
> an polnischen Hochschulen sind auch "aufgewertete Noten" wie 3,5 (3+)
> vorgesehen, die auch als solche in das Studienbuch oder die Magisterurkunde
> eigetragen werden (dann allerdings nur durch die Nachkommastelle: 3,5 und in
> Worten). Wörtlich übersetzt würde es lauten "gut plus" oder "ausreichend
> plus". In der Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Schulnote) habe ich
> aber gelesen, dass solche Fälle durch den Zusatz "voll" gelöst werden: "voll
> gut", "voll ausreichend".
Voll gut, ey. Nein, so wird das nicht gelöst, jedenfalls nicht
flächendeckend und in der Schule schon gar nicht. Schule ist in
Deutschland Ländersache, und ich kenne mindestens ein Bundesland
(Niedersachsen) in dem es kein 'voll gut' gibt. Auf dem Zeugnis stehen
nur ganze Noten (1/sehrgut bis 6/ungenügend).
Universitäten sind ebenfalls Ländersache und zudem hängt es vom
Studienfach ab. Inden Naturwissenschaften wird häufig die erste
Nachkommastelle mit angegeben. Je nach Universität wird abgeschnitten
oder aufgerundet.
Die Formulierung mit 'voll' kenne ich eigentlich nur von Juristen.
--
Space - The final frontier
> In der Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Schulnote) habe
> ich aber gelesen, dass solche Fälle durch den Zusatz "voll"
> gelöst werden: "voll gut", "voll ausreichend".
> Wenn die Bezeichnungen tatsächlich in Deutschland üblich sind,
> würde ich sie gern übernehmen
Üblich an deutschen Schulen sind solche Zusätze nur im mittleren
Notenbereich, also "voll befriedigend", "knapp befriedigend",
"voll ausreichend" und "knapp ausreichend". Bei "mangelhaft" wäre
der Zusatz "voll mangelhaft" sachlich zweideutig und würde als
ironisch empfunden. "Voll gut" war im Schulgebrauch nie üblich,
ist aber Bestandteil lockerer jugendlicher Sprache, um nicht zu
sagen Jugend-Slang.
j/\a
"voll" habe ich noch nie gehört und würde ein "voll mangelhaft" auch nicht
oder nicht richtig iunterpretieren können.
Dezimalstellen hinter den Noten sind wenigstens eindeutig: 1,3 ist
zwischen 1 und 2 und näher bei der 1. "+" und "-" sind auch eindeutig: "+"
ist besser, "-" ist schlechter, etwa X+ = X-0,3 und X- = X+0,3.
Aber für die Adjektive, die Notenstufen ausdrücken, ist eine feinere
Abstufung nicht allgemein üblich.
--
Helmut Richter
Am einfachsten und klarsten verständlich wären die imho überall in
Deutschland verständlichen Noten 2+ (gesprochen "zwei plus"), 3+ usw. In der
reformierten Oberstufe gab es sogar die "Eins plus", d.h. 15 Punkte. "Voll
gut" ist Jugendslang und würde im gegebenen Kontext unfreiwillig komisch
klingen, wie mein Vorredner bereits anmerkt.
Gruß,
Ho
Ich übersetze Noten generell nie in das jeweils andere System, sondern
übernehme die Notenzahlen. Ich denke, daß die meisten Übersetzer das so
handhaben. Meist ist im Zeugnis eh eine Notenerklärung enthalten; falls dies
nicht der Fall ist, genügt ein kurzer Hinweis auf die umgekehrte Notenskala.
--
Georg
www.fachuebersetzungen.de
Ich übersetze grundsätzlich nur technische Texte und versuche mich aus
dem Bereich der Juristerei (die Zeugnisse gehören auch dazu :-))
möglichst rauszuhalten. Ich habe allerdings mehrere übersetzte Zeugnisse
(einschliesslich meiner Schul- und Unizeugnissen bzw. Urkunden) schon
gesehen. Es wurden die Noten übertragen (nicht umgerechnet), also eine 5
wurde als 5, eine 3 als 3 etc eingetragen. Dazu die wörtliche
Übersetzung der Note. Also: dostateczny wurde als ausreichend,
dostateczny plus als ausreichend plus übersetzt. Zusätzlich als Fußnote
wurde die Skala angegeben, u.U. als Übersetzererklärung. Auf den meisten
polnischen Zeugnissen ist die Notenskala als Fußnote angegeben, dort hat
man als Übersetzer keine Probleme.
Ich bin Pragmatiker: im Zweifelsfalle wörtlich übersetzen, die Juristen
werden es, wenn Bedarf besteht, sowieso alles auseinanderpflücken :-)
Grüße
Waldemar
Auf sächsischen Zeugnissen der Klassenstufen 11 und 12 stehen keine
Noten mehr sondern Punkte von 0 bis 15.
Analog ist es beim Abiturzeugnis, in dem zuerst Punkte scheinbar wirr
addiert werden, damit dann alles in eine Note mit einer
Nachkommastelle mündet.
--
Grüße
Gert
> eigetragen werden (dann allerdings nur durch die Nachkommastelle: 3,5 und in
> Worten). Wörtlich übersetzt würde es lauten "gut plus" oder "ausreichend
> plus". In der Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Schulnote) habe ich
> aber gelesen,
Ich entnehme dieser Seite vor allem, dass es ausser "sehr gut", "gut",
"befriedigend", "ausreichend", "ungenügend" gar nichts gibt, was nicht
100 km weiter oder 25 Jahre früher anders verstanden worden wäre.
- Andi
> an polnischen Hochschulen sind auch "aufgewertete Noten" wie 3,5 (3+)
> vorgesehen, die auch als solche in das Studienbuch oder die Magisterurkunde
> eigetragen werden (dann allerdings nur durch die Nachkommastelle: 3,5 und in
> Worten).
Es müßte mittlerweile auch an polnischen Hochschulen einen Formalismus
geben, die Noten in das internationale System ("A"-"F") umzurechnen. Die
deutschen Hochschulen haben dann ihren eigenen Formnalismus, um die
internationalen Noten in ihre eigenen umzurechnen.
Michael Dahms
> Die Formulierung mit 'voll' kenne ich eigentlich nur von Juristen.
Nö: Ej, das ist aber voll geil. Umgangssprachlich (unter Jugendlichen)
soviel wie "besonders".
Ciao, Georg
> Ich bin Pragmatiker: im Zweifelsfalle wörtlich übersetzen, die Juristen
> werden es, wenn Bedarf besteht, sowieso alles auseinanderpflücken :-)
>
Aber wenn du dich irgendwo bewirbst mit diesem Zeugnis und der Einstellende
nicht nachfragt, kann es dumm ausgehen. In Italien gehen die Noten von 1
bis 10, 10 ist die Höchstnote, die so gut wie nie vergeben wird. Wenn einer
in seinem deutschen Zeugnis nun eine 2 stehen hat, dann wird ihn der
Einstellende als Depp einstufen.
Ciao
Wolfram
--
Gerade Haltung kann unter Umständen nur ein Symptom der Lähmung sein.
STANISLAW JERZY LEC
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
Meinst Du mit "internationales System" das amerikanische? Ich übersetze seit
über 15 Jahren Zeugnisse, habe aber noch kein allgemeingültiges Notensystem
gesehen.
Georg
> Die Formulierung mit 'voll' kenne ich eigentlich nur von Juristen.
Aber nur von Volljuristen ;-)
SCNR,
Frank
Falls Du das beruflich machst, waere es sinnvoll, wenn Du Dich ueber
die Inhalte der Bologna-Erklaerung informieren wuerdest, z.B.
http://www.hrk.de/bologna/de/home/1923_2117.php
Es wird zwar in D erst an einigen Hochschulen und erst seit ca. 2000/2001
angewendet, verbreitet sich aber doch zunehmend.
Wolfgang
>> Ich bin Pragmatiker: im Zweifelsfalle wörtlich übersetzen, die
>> Juristen werden es, wenn Bedarf besteht, sowieso alles
>> auseinanderpflücken :-)
> Aber wenn du dich irgendwo bewirbst mit diesem Zeugnis und der
> Einstellende nicht nachfragt, kann es dumm ausgehen. In Italien
> gehen die Noten von 1 bis 10, 10 ist die Höchstnote, die so gut
> wie nie vergeben wird. Wenn einer in seinem deutschen Zeugnis
> nun eine 2 stehen hat, dann wird ihn der Einstellende als Depp
> einstufen.
Wolfram, Du liest nicht alles und schnibbelst das Wichtige auch noch
weg. Unmittelbar vor hatte Waldemar nämlich ausdrücklich egschrieben:
>> Zusätzlich als Fußnote wurde die Skala angegeben, u.U. als
>> Übersetzererklärung. Auf den meisten polnischen Zeugnissen
>> ist die Notenskala als Fußnote angegeben, dort hat man als
>> Übersetzer keine Probleme.
M.
Schon. Aber auch das kann nicht verhindern, dass man kulturelle
Unterschiede kennen muss. An einem gewissen Institut unserer wirklich
supertollen Universität bekommen die Teilnehmer an der schriftlichen
Abschlussprüfung *immer* die Maximalnote 6, weil man den Wert dieser
Art Prüfung geringschätzt und nicht will, dass jemand darunter zu
leiden hat.
Und sogar dort, wo es keine solchen Tollereien gibt, muss man
Dozenten, die von anderswoher zu uns kommen, erst langwierig erklären,
*wann* üblicherweise eine 6 gegeben wird, nämlich nicht, wie Wolframs
Itaker-10, praktisch nie, sondern bei sehr guten Leistungen, die aber
durchaus noch Fehler enthalten können. Etc.
Ch.
> "Voll gut" ist Jugendslang und würde im gegebenen Kontext unfreiwillig komisch
> klingen, wie mein Vorredner bereits anmerkt.
Dementsprechend lustig war das auch bei der Rückgabe der
Klassenarbeiten, wenn einer eine 2+ hatte und der Lehrer einer war, der
dann eben "voll gut" drunter schrieb. Auf Zeugnissen wurden ja eh nur
die glatten Noten angegeben.
Gruß Dirk.
--
Autobahn geht gar nicht!
Ich würde auf keinen Fall "voll" verwenden, denn das habe ich in
D noch nie im Zusammenhang mit Schulnoten gehört (ich kenne
Schulnoten in BaWü und Berlin). Das kommt in Arbeitszeugnissen
vor ("volle Zufriedeheit" ~ deutsche Schulnote 3), aber nicht in
Schul- oder Hochschulzeugnissen.
Wenn 3,5 bei der polnischen Bewertungsskala besser ist als 3,
dann läuft die mindestens andersherum als in D. Hier laufen die
Noten flächendeckend von 1 bis 6, wobei 1=sehr gut ist und
6=ungenügend (Katastrophe).
Ich kenne die Notenskala in PL nicht, ist die auch sechsteilig?
In manchen Ländern sind auch fünfteilige (USA) oder zehnteilige
(WIMRE Italien) üblich, und sechsteilig umgekehrt gibt es auch
(WIMRE Schweiz).
Eine Benennung analog der deutschen Notenskala bringt eigentlich
nur was, wenn es zufällig auch eine sechsteilige Skala ist (egal
ob hoch oder runter). Sonst ist es wohl besser, es wie im
Original zu belassen und die Skala anzugeben.
Es gibt z.T. auch ein Punktesystem in D in der gymnasialen
Oberstufe (WIMRE von 0 bis 15 Punkte, 15 entspricht 1+, was im
sonstigen Notensystem nicht vergeben wird). Von daher sind die
Leute nicht so völlig auf die 6teilige Notenskala fixiert und
wundern sich nicht ganz so arg über anderes.
Fehlt für D "mangelhaft" (5) zwischen "ausreichend" (4) und
"ungenügend" (6).
Nein, es wäre 3-4.
3+ wäre 2,75, 3- 3,25 in diesem System (Viertelung, war zu meiner
Schulzeit üblich).
Aber es gibt auch die Drittelung (kam mit der Oberstufenreform in
den 70ern auf), wo auf 4+ 3- folgt.
> Ich kenne die Notenskala in PL nicht, ist die auch sechsteilig?
> In manchen Ländern sind auch fünfteilige (USA) oder zehnteilige
> (WIMRE Italien) üblich, und sechsteilig umgekehrt gibt es auch
> (WIMRE Schweiz).
Nein, umgekehrt ist die in Deutschland! Das müsst ihr ändern, wenn die
Schweiz mal in der EU ist.
SCNR,
Ch.
> In Italien gehen die Noten von 1
> bis 10, 10 ist die Höchstnote, die so gut wie nie vergeben wird. Wenn einer
> in seinem deutschen Zeugnis nun eine 2 stehen hat, dann wird ihn der
> Einstellende als Depp einstufen.
Das ist auch besser so. Wer wird für den Deppen arbeiten wollen?
Jörn
Als ich zur Schule ging, bis Anfang der Achtziger, war "voll gut" im
Jugendslang WMUSESRE noch nicht so üblich, das es mich amüsiert hätte.
Und ja, für Klassenarbeiten und andere Zwischenergebnisse hatten wir
diese Ausdrucksweise.
Man sieht hier ja prächtig den Bildungsföderalismus am Werk. Dazu noch
eine Story am Rande für Interessenten (sprich: von hier ab abseits des
Themas).
In Québec sind jetzt seit einigen Jahren die Noten 1, 2 etc. üblich.
Viele Eltern beklagen sich aber angeblich, daß man damit nichts anfangen
können, und wollen ihre alten Prozentränge wiederhaben (also 57 =
"besser als 57% der Vergleichsgruppe") - das erinnert mich doch fatal an
die Eltern, Professoren etc., die mit 15 Punkten nichts anfangen konnten
und die Noten 1-6 wiederhaben wollten.
Das soll nun wohl auch umgesetzt werden, aber darüber, wie die
Prozentränge ermittelt werden, gibt es keine allgemeine Vorschrift.
Unser Schuldirektor hat erklärt, daß die vorläufige Lösung in unserem
Schulbezirk so aussieht, daß die Lehrer die Noten 1, 2 etc. in einen
Computer eingeben und der Computer daraus einen Prozentrang ermittelt.
Es war aber zu dem Zeitpunkt noch nicht geklärt, worauf sich der
Prozentrang beziehen solle (die Klasse, die Schule, den Schulbezirk, die
Provinz?)
Das wird ja sehr informativ werden, wenn ich nicht erfahre, ob die
Lehrerin, die ich kenne, meinen Sohn als "gut" oder "befriedigend"
einstuft, sondern nur, ob sie ihn besser oder schlechter einstuft als
andere Lehrer andere Schüler einstufen.
Das nur mal so als Hinweis, daß die ständige Herumfummelei an der Schule
und das Gezerre dabei zwischen Lehrern und Eltern keineswegs eine
deutsche Spezialität sind.
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperature: -8.4°C (5:00 PM EST Thursday 7 February 2008)
> Von anderen Hochschulzeugnissen (Magister) ist mir bekannt, daß eine
> Gesamtnote ohne Abstufung auf dem Zeugnis steht, z. B. "gut" oder "sehr
> gut", daß aber auch die drei, vier einzelnen Prüfungsteile mit solchen
> nicht abgestuften Noten aufgeführt werden, also für die Hausarbeit und
> die beteiligten Fächer.
Ich habe ein Diplom, auf dem nur eine Gesamtnote steht, und separat ein
Prüfungszeugnis mit der Aufgliederung. Dies war so üblich an der Uni
Göttingen/Niedersachen, Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften,
anno 1990.
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperature: -8.51°C (5:25 PM EST Thursday 7 February 2008)
> 4 ausreichend 5
> bestanden 4- knapp ausreichend 4
Zu meiner Zeit bedeuteten 4 Punkte "nicht bestanden". 5 war das
Minimum. Wer im Abi in allen Prüfungen und allen eingebrachten Fächern
jeweils 5 Punkte hatte, hatte insgesamt 300 und damit grad noch so eben
bestanden.
Aber ich fand es schon immer etwas problematisch, die lineare
Punkteskala auf das eher "gefühlte" Plus-Minus-Notensystem abzubilden.
Als Schüler kamen wir schnell rein und dachten nur noch im wesentlich
flexibleren Punktesystem, nicht mehr in äquivalenten Noten.
vG
--
Ceterum censeo Popocatepetlum non in Canada sed in Mexico situm esse.
> Lothar Frings <da_lo...@gmx.de> schrieb vorher:
> >Bitte beachten, daß die Noten in Deutschland andersrum
> >laufen. Eine 3,5 wäre also keine 3+, sondern 3- oder 4+.
>
> Nein, es wäre 3-4.
Meinetwegen. Ich bin von einem Notensystem ausgegangen,
in dem zwischen 3- und 4+ nichts liegt, also von einem
wie dem, in dem ich benotet worden bin. Hauptsache
ist aber, daß Grzegorz nicht wie im OP in die falsche
Richtung läuft. So ein Irrtum ist ja z. B. angeblich für
die Legende verantwortlich, Einstein hätte schlechte
Schulnoten gehabt.
> Zu meiner Zeit bedeuteten 4 Punkte "nicht bestanden". 5 war das
> Minimum. Wer im Abi in allen Prüfungen und allen eingebrachten Fächern
> jeweils 5 Punkte hatte, hatte insgesamt 300 und damit grad noch so eben
> bestanden.
Zur modernen Beurteilung beim Abitur an Hamburger Gymnasien habe
folgendes aus Elternsicht beizutragen:
Auch in Hamburg wird inzwischen das Zentralabitur praktiziert. Das
bedeutet, dass am selben Tag, um dieselbe Stunde in der schriftlichen
Prüfung die Schüler mit denselben Aufgaben konfrontiert werden.
Nach der Erstbegutachtung durch den verantwortlchen Prüfer werden die
Arbeiten eingeschickt und nach einem Zufallssystem an Zweitgutachter
vergeben. Diese fügen ihre zusätzlichen Korrekturen andersfarbig
hinzu.
Ich frage mich, ob hier je einer sich tatsächlich gerade machte, wenn
er grundsätzlich anderer Meinung ist als der Kollege. Oder hackt nicht
eine Krähe der anderen kein Auge aus?
Mich interessierte die Beurteilung, wenn zuvor eine Kopie der Arbeit
angefertigt würde und die beiden Fachkollegen unabhängig,
unbeeinflusst, voneinander korrigierten und beurteilten. Sie ist aus
organisatorischen Erwägungen weder sinnvoll noch realisierbar, zumal
die Widersprüche ins Unermessliche stiegen.
Diese Idee soll nur ein Hinweis sein. Die Aussicht auf einen
Zweitgutachter zwingt sicherlich psychologisch zu Sorgfalt und
Unvoreingenommenheit.
Gruß,
Gunhild
Solange man die schweizer Bevölkerung fragt, ob
sie das will, wird es wohl nicht dazu kommen.
Deutschland wäre in diesem Fall auch nicht drin.
> Hallo, sollte es sich um eine tabellarische Übersicht handeln und nicht
> um Fließtext so würde sich u.U. ein Blick auf das ECTS-System eignen.
Nein, das würde es nicht. Grzegorz wollte wissen, was
"in Deutschland üblich" ist, und das ist das "A bis F"-System
definitiv nicht. Irgendwelche Notenskalen kann er sich
vermutlich selber zusammengoogeln.
> Grzegorz wollte wissen, was
> "in Deutschland üblich" ist, und das ist das "A bis F"-System
> definitiv nicht.
Bei allen neuen B/M-Studiengängen ist die Parallelnotengebung nach dem
ECTS-System nicht nur üblich sondern für die Akkreditierung AFAIK sogar
konstitutiv.
Michael Dahms
x'f'up2 de.soc.studium
> "besser als 57% der Vergleichsgruppe") - das erinnert mich doch fatal an
> die Eltern, Professoren etc., die mit 15 Punkten nichts anfangen konnten
> und die Noten 1-6 wiederhaben wollten.
15 Punkte gehen ja noch, aber wenn in Abizeugnissen sinngemäß steht, dass
die Summe der Punkte, jeweils gewichtet mit dem Koeffizienten, mit dem der
Kandidat das Fach in die Gesamtnote einzubringen wünscht, 617 beträgt,
beißt es bei mir mit einer anschaulicher Vorstellung über die Leistung
irgendwie aus.
--
Helmut Richter
> an polnischen Hochschulen sind auch "aufgewertete Noten" wie 3,5 (3+) vorgesehen, die auch als solche in das Studienbuch oder die
> Magisterurkunde eigetragen werden (dann allerdings nur durch die Nachkommastelle: 3,5 und in Worten). Wörtlich übersetzt würde es
> lauten "gut plus" oder "ausreichend plus".
Genau so würde ich es an Deiner Stelle schreiben. Dass der Text eine
Übersetzung ist, sieht man wahrscheinlich am Vermerk in der Kopfzeile,
also ist jeder Leser darauf gefasst, ein Benotungssystem anzutreffen,
das von dem in Dtl. benutzten abweicht.
Im Notfall schreibst Du eine Fußnote, in welche Richtung das
Notensystem funktioniert.
Übersetzung ins System der Zielsprache ist unüblich und meiner
Meinung nach unprofessionell, weil es eben ein anderes System ist,
in dem diese Noten nicht erteilt wurden.
Christina
> Formulierungen wie "voll gut", "noch ausreichend" standen zu meiner Zeit
> auch nicht auf dem Zeugnis, sondern unter Klassenarbeiten oder wurden
> sonstige Einzelleistungen vergeben. Bei der Ermittlung der Gesamtnote,
> die dann auf dem Zeugnis stand, konnten diese Abstufungen den Ausschlag
> geben.
Aus der DDR gekommen, musste ich im westen das Abiturzeugnis
anerkennen lassen. Dabei wurde auch ein Notendurchschnitt errechnet
und durch Wegfall ideologisch befrachteter Faecher hatte ich
urploetzlich einen wesentlich besseren Durchschnitt.
> Bei Promotionen gibt es lateinische Noten ("magna cum laude", "recte"
Recte? Meintest Du "rite"? FR
> Aus der DDR gekommen, musste ich im westen das Abiturzeugnis
> anerkennen lassen. Dabei wurde auch ein Notendurchschnitt errechnet
> und durch Wegfall ideologisch befrachteter Faecher hatte ich
> urploetzlich einen wesentlich besseren Durchschnitt.
>
Also waren deine Kenntnisse in Bezug auf "Materialismus und
Empiriokritizismus" doch nicht so berauschend...
Ciao
Wolfram
--
Das Leben ist nur eine Gutenachtgeschichte vor einem langen, langen Schlaf.
ROBERT BLOCH
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
> 4- knapp ausreichend 4 Punkte
> durchge- 5+ mangelhaft 3 Punkte
> fallen 5 mangelhaft 2 Punkte
>
> ..., da man zuvor mit einer "Vier minus" noch durchkam.
Das Studium in der DDR war ja ziemlich verschult, es fanden staendig
muendliche Zwischenpruefungen statt, in Greifswald Kolloquium genannt,
kurz Kollock. Die meisten waren ja gottsfroh, wenn sie da mit "Vier
minus" gerade so durchkamen. Der Kommilitone Karl-Walter wurde mal
befragt, wie's bei ihm im gerade gehabten Kollock gelaufen war und er
ueberraschte damit: "Alles versaut, Eins minus." Das Ding zog uniweite
Kreise - FR
> Aus der DDR gekommen, musste ich im westen das Abiturzeugnis
> anerkennen lassen. Dabei wurde auch ein Notendurchschnitt errechnet
> und durch Wegfall ideologisch befrachteter Faecher hatte ich
> urploetzlich einen wesentlich besseren Durchschnitt.
Den hätte ich auch, wenn bei mir ideologisch befrachtete
Fächer wie Deutsch und Geschichte weggefallen wären.
>
> > Bei Promotionen gibt es lateinische Noten ("magna cum laude", "recte"
>
> Recte? Meintest Du "rite"?
Vielleicht heißt das irgendwo "recte". Wäre schade, denn
dann geht der Reim flöten.
> > Ich kenne die Notenskala in PL nicht, ist die auch sechsteilig?
> > In manchen L?ndern sind auch f?nfteilige (USA) oder zehnteilige
> > (WIMRE Italien) ?blich, und sechsteilig umgekehrt gibt es auch
> > (WIMRE Schweiz).
>
> Nein, umgekehrt ist die in Deutschland! Das m?sst ihr ?ndern, wenn die
> Schweiz mal in der EU ist.
Ich befuerchte, wir werden in dem Fall den Schweizern das Arschlecken
anschaffen muessen - FR
> Nein, umgekehrt ist die in Deutschland! Das müsst ihr ändern, wenn
> die Schweiz mal in der EU ist.
Aber das dauert seine Zeit. Wirklich!
vG, getriggert
Dort ist "vollbefriedigend" aber eine eigene Notenstufe zwischen "gut"
und "befriedigend".
Bei Jura gibt es eben sieben Notenstufen statt sechs (bzw. 18 Punkte
statt 15).
Claus
Nicht einmal das stimmt. Die Note "gut" kann je nach Fach sowohl
unterdurchschnittlich (die meisten Geisteswissenschaften) als auch
deutlich überdurchschnittlich (z.B. Jura) sein.
Claus
ECTS verwendet auch "A" bis "F":
http://de.wikipedia.org/wiki/European_Credit_Transfer_System#Noten
Claus
> Florian Ritter <flor...@yahoo.com> wrote:
>
> > Ralf Heinrich Arning schrieb:
>
> > > Bei Promotionen gibt es lateinische Noten ("magna cum laude", "recte"
> >
> > Recte? Meintest Du "rite"? FR
>
> Hoppla, ja. Ich meine "rite". Jetzt muß ich zur Strafe den Rest des
> Tages grübeln, womit ich es vergessen habe.
Gute Frage: _Womit_ vergessen?
Vielleicht mit dem, zu jener Zeit, gerade nicht vorhandenen Gedächtnis?
;-)
--
Yvonne Steiner
Darf ich als aktueller 12er in BW auch nochmal diesen Einwand
bringen? Der Spruch "Five to survive" kommt nicht von nirgendwo - mit
4 Punkten gibts einen "Fehlkurs", bzw. eben "nicht bestanden". 4-
gibts im "normalen" Notensystem an der Schule halt selten in
Zeugnissen (meines Wissens nach nie), deshalb stellt sich nicht die
Frage, ob das "bestanden" ist.
Grüsse,
Claudius
--
Mail: nfs_...@chubig.net ICQ: 224491597 ,= ,-_-. =.
Google: clh...@googlemail.com SIP: x2...@ekiga.net ((_/)o o(\_))
MSN: claudi...@passport.com Jabber: x2...@jabber.ccc.de `-'(. .)`-'
Yahoo: claudi...@yahoo.de HTTP: http://www.chubig.net \_/ GNU
Tschuljung. Jahrgangsstufe I bzw. Kursstufe 1 bzw. "Klasse 12". Also
ein Jahr vorm Abi.
>Allerdings nicht in folgendem Beispiel: Angenommen ein Schüler habe in
>sämtlichen schriftlichen und mündlichen Einzelleistungen in einem Fach
>während des ganzen Schuljahrs jedes Mal eine 4- erhalten, dann ist sein
>rechnerischer Notendurchschnitt 4,2. Daraus wird im Zeugnis eine 4,
>mithin bestanden. Das war meine Überlegung. Nachdem was ihr nu alle
>sagt ist das im Punktesystem nicht so. Mein Gedächtnis hat an der
>Stelle eine Lücke, ich muss es wohl so hinnehmen.
Im Punktesystem bleiben die 4- (bzw. die 4 Punkte) eben stehen, es
wird nicht (zu Gunsten des Schülers) gerundet.
>>>> Zusätzlich als Fußnote wurde die Skala angegeben, u.U. als
>>>> Übersetzererklärung. Auf den meisten polnischen Zeugnissen
>>>> ist die Notenskala als Fußnote angegeben, dort hat man als
>>>> Übersetzer keine Probleme.
>
> Schon. Aber auch das kann nicht verhindern, dass man kulturelle
> Unterschiede kennen muss. An einem gewissen Institut unserer wirklich
> supertollen Universität bekommen die Teilnehmer an der schriftlichen
> Abschlussprüfung *immer* die Maximalnote 6, weil man den Wert dieser
> Art Prüfung geringschätzt und nicht will, dass jemand darunter zu
> leiden hat.
>
> Und sogar dort, wo es keine solchen Tollereien gibt, muss man
> Dozenten, die von anderswoher zu uns kommen, erst langwierig erklären,
> *wann* üblicherweise eine 6 gegeben wird, nämlich nicht, wie Wolframs
> Itaker-10, praktisch nie, sondern bei sehr guten Leistungen, die aber
> durchaus noch Fehler enthalten können. Etc.
Oh ja. Als ich in Norwegen studierte, bewegte sich trotz einer
nominellen 5-Noten-Skala das meiste im Bereich 2,0 - 3,5, aber dafür mit
Zehntelabstufung. Die Note 2,1 war z. B. schon sehr gut, mit 2,5 war man
in der Mitte dabei, und wer 2,9 oder gar eine 3 vor dem Komma hatte, hat
dumm geschaut. Bei mir liegt noch irgendwo ein Zeugnis herum, auf dem
die Note extra auf einen international verständlichen Wert umgerechnet
wird.
--
Schönen Gruß aus der "lebenswertesten Stadt der Welt"!
http://www.iht.com/articles/2007/06/18/arts/rmon1munich.php
Michael
> Aber ich fand es schon immer etwas problematisch, die lineare
> Punkteskala auf das eher "gefühlte" Plus-Minus-Notensystem abzubilden.
> Als Schüler kamen wir schnell rein und dachten nur noch im wesentlich
> flexibleren Punktesystem, nicht mehr in äquivalenten Noten.
Noten sind immer gefühlt. Auch der Mathelehrer darf nicht nur Häkchen
zählen, sondern muss z.B. auch die Eleganz einer Lösung honorieren
und in der Oberstufe auch die sprachliche Qualität von Textanteilen
bewerten. Von Vertretern der weniger exakten Wissenschaften ganz zu
schweigen.
Unter diesem Aspekt ist mir die überschaubarere Skala von 1-6
wesentlich sympathischer. Im internen Vergleich ähnlich guter
Leistungen gibt es dann vielleicht ein Plus oder Minus. Erst dann
rechne ich das in Punkte im 16er-System um (0-15). Das ist dann noch
immer halb gewürfelt, aber etwas redlicher.
--
Tschüs!
Arnulf
oder:
Meines Wissens, meines Erachtens, meines Dafürhaltens ...
Gruß,
Gunhild
>Helga Schulz tat kund:
>
>> Lothar Frings <da_lo...@gmx.de> schrieb vorher:
>
>> >Bitte beachten, daß die Noten in Deutschland andersrum
>> >laufen. Eine 3,5 wäre also keine 3+, sondern 3- oder 4+.
>>
>> Nein, es wäre 3-4.
>
>Meinetwegen. Ich bin von einem Notensystem ausgegangen,
>in dem zwischen 3- und 4+ nichts liegt, also von einem
>wie dem, in dem ich benotet worden bin.
Interessant. Wann und wo war das denn? Ich kenne diese
"Drittelung" nur als Umrechnung der Punktzahlen in den
Oberstufenzeugnissen. Sonst war bei meinen Schulen immer
Viertelung üblich (oder nur ganze und halbe Noten), jedenfalls
bei Klassenarbeiten. In Zeugnissen ganze.
>Hauptsache
>ist aber, daß Grzegorz nicht wie im OP in die falsche
>Richtung läuft.
Ja, da muß man aufpassen.
>Man sieht hier ja prächtig den Bildungsföderalismus am Werk. Dazu noch
>eine Story am Rande für Interessenten (sprich: von hier ab abseits des
>Themas).
>
>Das wird ja sehr informativ werden, wenn ich nicht erfahre, ob die
>Lehrerin, die ich kenne, meinen Sohn als "gut" oder "befriedigend"
>einstuft, sondern nur, ob sie ihn besser oder schlechter einstuft als
>andere Lehrer andere Schüler einstufen.
>
>Das nur mal so als Hinweis, daß die ständige Herumfummelei an der Schule
>und das Gezerre dabei zwischen Lehrern und Eltern keineswegs eine
>deutsche Spezialität sind.
Schlimmer geht immer!!
Das ist dann noch das nächste Problem, die Vergleichbarkeit der
Noten innerhalb des Fachs bzw. der Schule/Uni.
Michael Dahms tat kund:
> Lothar Frings wrote:
> > Grzegorz wollte wissen, was
> > "in Deutschland üblich" ist, und das ist das "A bis F"-System
> > definitiv nicht.
>
> Bei allen neuen B/M-Studiengängen ist die Parallelnotengebung nach dem
> ECTS-System nicht nur üblich sondern für die Akkreditierung AFAIK sogar
> konstitutiv.
Dann müßten wir von Grzegorz wissen, ob seine Übersetzung
sich auf einen neuen B/M-Studiengang bezieht oder auf
irgendeinen anderen Bereich.
> Falls Du das beruflich machst, waere es sinnvoll, wenn Du Dich ueber
> die Inhalte der Bologna-Erklaerung informieren wuerdest, z.B.
>
> http://www.hrk.de/bologna/de/home/1923_2117.php
>
> Es wird zwar in D erst an einigen Hochschulen und erst seit ca. 2000/2001
> angewendet, verbreitet sich aber doch zunehmend.
Das hilft beim Übersetzen aber auch nicht weiter. Wenn die jeweiligen
Hochschulen die Bologna-Noten nicht verwenden, wie z.B. bei einem aktuellen
BSc-Zeugnis aus GB von 2007, dann muß ich die Noten so belassen, wie sie
sind, sprich in %.
Georg