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"Schwul wie ..." was?

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Rosabel Verde

unread,
Jun 26, 2005, 10:33:52 PM6/26/05
to
Neulich in einem französischen Text gefunden: jemand sei "pédé comme un
phoque", also "schwul wie ein Seehund". Das sei, höre ich, nur so eine
Redensart, keiner halte Seehunde für schwul. Das ist auch nicht abfällig
gemeint, sondern soll heißen, jemand ist immer schwul, ausschließlich,
nicht nur manchmal und nicht nur ein bißchen.

Gibt es auf deutsch irgend einen entsprechenden Vergleich? (Ja ich weiß,
ein deutscher Wortmetz hat vor Jahren mal zu "schwul wie Winnetou"
gegriffen, volkstümlich wurde das aber nicht.) Wie müßte man den
französischen Schnack übersetzen?

Gruß, Rosabel


--
To reply, remove furry animal.

Joern Abatz

unread,
Jun 26, 2005, 11:03:12 PM6/26/05
to
On Mon, 27 Jun 2005 04:33:52 +0200, Rosabel Verde wrote:

> Neulich in einem französischen Text gefunden: jemand sei "pédé comme un
> phoque", also "schwul wie ein Seehund".
>

> Gibt es auf deutsch irgend einen entsprechenden Vergleich?

"Stockschwul" habe ich mal irgendwo gelesen, "stock-" für "durch und
durch".

Jörn
--

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Juergen Grosse

unread,
Jun 27, 2005, 3:35:10 AM6/27/05
to
Rosabel Verde schrieb:

...


> Neulich in einem französischen Text gefunden: jemand sei "pédé comme un
> phoque", also "schwul wie ein Seehund". Das sei, höre ich, nur so eine
> Redensart, keiner halte Seehunde für schwul. Das ist auch nicht abfällig

...

Mit der Robbe hat die Redensart ursprünglich nichts zu tun, du findest
auch "pédé comme un foc" ("... wie ein Focksegel"), wahrscheinlich eine
Anspielung darauf, dass dieses den Wind von hinten nehme.


Tschüs, Jürgen

Gerald Fix

unread,
Jun 27, 2005, 4:16:28 AM6/27/05
to
On Mon, 27 Jun 2005 09:35:10 +0200, Juergen Grosse
<gro...@hansenet.de> wrote:

>Mit der Robbe hat die Redensart ursprünglich nichts zu tun, du findest
>auch "pédé comme un foc" ("... wie ein Focksegel"), wahrscheinlich eine
>Anspielung darauf, dass dieses den Wind von hinten nehme.

Dass es den Wind von hinten nehme, heißt doch, der Wind ist quasi vor
dem Segel, kommt also von vorne. Je nach dem, wie alt dieser Spruch
ist, stimmt die Anspielung entweder nicht (nicht bauchig geschnittene
Segel erzeugen nur Vortrieb, wenn der Wind von hinten kommt) oder es
trifft für die meisten modernen Segel zu.


--
Viele Grüße
Gerald Fix

Lars Zerpich

unread,
Jun 27, 2005, 4:29:53 AM6/27/05
to
Rosabel Verde schrieb:

> Neulich in einem französischen Text gefunden: jemand sei "pédé comme un
> phoque", also "schwul wie ein Seehund".

Passt jetzt vielleicht nicht ganz hier nach .deutsch, aber was ich mich
schon seit Schulzeiten frage: Warum heißt das eigentlich "pédé"? Die
Ableitung von pédéraste liegt ja hier nah - aber ist das nicht etwas
diskriminierend? Ein Schwuler ist ja noch lange kein Kifi...

mfg lars

Fabian Svara

unread,
Jun 27, 2005, 4:33:19 AM6/27/05
to
On Mon, 27 Jun 2005 09:35:10 +0200, Juergen Grosse wrote:

> Mit der Robbe hat die Redensart ursprünglich nichts zu tun, du findest
> auch "pédé comme un foc" ("... wie ein Focksegel"), wahrscheinlich eine
> Anspielung darauf, dass dieses den Wind von hinten nehme.

Kurzes Suchen zeigt, dass da keine Einigkeit besteht... Bei [1] wird die
Schreibweise als "foc" erwähnt mit dem Hinweis

"Beaucoup de personnes pensent que la véritable expression est «pédé
comme un foc». Eh bien, non! L’expression véritable s’écrit
«pédé comme un phoque». L’écrire autrement est une faute ("Dictionnaire
des expressions et locutions", d’Alain REY et Sophie CHANTREAU).".

Da wär's natürlich interessant zu wissen wie es in diesem Dictionnaire..
erklärt wird.

Tschüss,
Fabian


[1] http://tatoufaux.com/article.php3?id_article=108»

Marius Fraenzel

unread,
Jun 27, 2005, 4:41:33 AM6/27/05
to
Lars Zerpich schrieb:

>Passt jetzt vielleicht nicht ganz hier nach .deutsch, aber was ich mich
>schon seit Schulzeiten frage: Warum heißt das eigentlich "pédé"? Die
>Ableitung von pédéraste liegt ja hier nah - aber ist das nicht etwas
>diskriminierend? Ein Schwuler ist ja noch lange kein Kifi...

Das läuft über die Assoziation mit antiker Praxis:

"Päderastie (griech., »Knabenliebe«, Kinädie), auf geistigem and
sinnlichem Wohlgefallen beruhende Zuneigung älterer Personen
männlichen Geschlechts zu Knaben und Jünglingen und der daraus
entstandene innige Verkehr zwischen beiden; dann Knabenschänderei,
Befriedigung des Geschlechtstriebes bei Männern am eignen Geschlecht
(Homosexualität) durch Mißbrauch eines jugendlichen Körpers. Bei
vielen Völkern des Altertums, z. B. bei Hebräern, Persern, Etruskern,
Kelten, war Knabenliebe und Knabenschändung nicht ungewöhnlich; am
bekanntesten ist aber die griechische P. (griechische Liebe)
geworden."

Päderastie. Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905), Bd. 15, S.
300.

Gruß, Marius

Marius Fraenzel

unread,
Jun 27, 2005, 4:56:14 AM6/27/05
to
Ich lese mich gerade ein wenig weiter durch den Meyer; was mögen das
wohl im folgenden für "Naturvölker" sein:

"und von vielen Naturvölkern wissen wir, daß bei ihnen der Raub, ja
selbst die Wehrlosmachung der Frau durch Keulenschläge die
Liebeswerbung ersetzt."

Sexualpsychologie. Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905), Bd. 18,
S. 391.

Gruß, Marius

flor...@yahoo.com

unread,
Jun 27, 2005, 5:18:44 AM6/27/05
to
Rosabel Verde frug:

> Wie müßte man den französischen Schnack übersetzen?

Aus Ost-Bln. ist mir bekannt: "Schwul wie ein Weltmeister."
Frag mich aber nicht, wie es zu diesem Vergleich kommt.

Sicher gibt's da noch andres, ich werde mich mal bei
unseren Gewerblichen umhören, was gerade so umläuft - FR

Bernd Gramlich

unread,
Jun 27, 2005, 6:11:43 AM6/27/05
to
Rosabel Verde wrote:

> Gibt es auf deutsch irgend einen entsprechenden Vergleich?

Ich kenne nur einen auf englisch: as gay as a Christmas carol. Ein
deutsches Pendant ist mir noch nicht begegnet.

--
Bernd Gramlich Quod scripsi, scripsi.

Jens Christian

unread,
Jun 27, 2005, 7:52:48 AM6/27/05
to
Rosabel Verde schrieb:

> Gibt es auf deutsch irgend einen entsprechenden Vergleich?

"Der Fred war schwul als wie die Nacht,
drum hat er's auch net lang gemacht."

(Simone Borowiak,
"Hessen nimmt Abschied von Freddie Mercury")

Gruß

Jens

Johannes Roehl

unread,
Jun 27, 2005, 8:30:52 AM6/27/05
to
Rosabel Verde schrieb:

Ich kenne jemanden, der "schwul wie'ne Kreuzotter" sagt, fürchte aber
dass es sich um eine selbsterfundene wenig übliche Phrase handelt.


JR

--
Philosophers, like shampoo manufacturers, would always like to call
their products 'natural'.
(P. Godfrey-Smith)

Thomas Golding

unread,
Jun 27, 2005, 10:24:12 AM6/27/05
to

"Rosabel Verde" <TIGERrosabe...@gmx.net> schrieb

Mir viel in diesem Zusammenhang eine Redewendung ein, die da lautet
"Spitz wie Nachbars Lumpi". Zwar nicht schwul, aber immerhin spitz und
eine ebenso merkwürdige Redewendung.
Dazu fand ich folgenden Zeitungsartikel (Quelle:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/0406/lokales/0075/),
wobei ich allerings immer dachte, dass es sich um einen Hund handeln
würde. Ob die Darstellung aber den wahren Inhalt der Redewendung
widerspiegelt, ist fraglich.

Von Katzen und Menschen
Spitz wie Nachbars Lumpi, sagt die Kollegin manchmal spöttisch. Ihre
Worte gelten jenen Zeitgenossen, die sich unter Ausschluss ihres
Verstandes nahezu ausschließlich von der Libido leiten lassen. Wir alle
kennen solche Typen: Sie lesen heimlich Zeitschriften mit viel nackter
(weiblicher) Haut, mögen schlüpfrige Witze und gucken jungen Frauen gern
verstohlen in den Ausschnitt oder versuchen auf Treppen unter Miniröcke
zu linsen. Was aber bitte haben diese Kerle mit Nachbars Lumpi zu tun?
Den kennen wir nämlich sehr gut. Und müssen ihn jetzt gegen plumpe
Sprüche verteidigen: Lumpi ist nämlich eigentlich ein Braver. Sein Leben
ist keineswegs vom Geschlechtstrieb bestimmt - schließlich fehlt ihm
dazu seit dem letzten Tierarztbesuch eine ganze Kleinigkeit. So ist er
aus einleuchtenden Gründen nicht mehr scharf darauf, Katzendamen der
Reihe nach flach zu legen. Er verschwendet keinen Gedanken an die vielen
schönen Miezen aus dem Kiez. Für Nachbars Lumpi sind derzeit nur zwei
Sachen wirklich interessant: Mäuse und Vögel. Stundenlang kann er auf
der Lauer liegen und darauf warten, dass die Frühlingssonne die Opfer
unvorsichtig macht. Schwups, schlägt er zu. Seit Anfang April hat er
zehn Mäuse mit nach Hause gebracht. Die Summe der Singvögel verschweigen
wir dezent.

Der Nachbar seufzt. Die neue Leidenschaft seines Katers behagt ihm
nicht. Doch so ist es halt im Leben: Ist's nichts mehr mit der Liebe,
bleiben nur noch Arbeit und Hobbys.

Thomas


Message has been deleted

Hatto von Hatzfeld

unread,
Jun 27, 2005, 10:56:18 AM6/27/05
to
flor...@yahoo.com schrieb:

> Rosabel Verde frug:
>
>> Wie müßte man den französischen Schnack übersetzen?
>
> Aus Ost-Bln. ist mir bekannt: "Schwul wie ein Weltmeister."
> Frag mich aber nicht, wie es zu diesem Vergleich kommt.

Ich vermute, dass da nicht gemeint ist, dass Weltmeister schwul seien,
sondern dass der so Bezeichnete mit einem Weltmeister im Schwulsein
vergleichbar ist. So wie jemand, der "frisst wie ein Weltmeister", als
Weltmeister der Gourmands gelten könnte, oder einer, der "schläft wie
ein Weltmeister", in der Disziplin des Schlafens Weltspitzenleistungen
zeigt.

Ciao,
Hatto

--
E-Mails sind offen wie Postkarten. Aber nicht mehr mit PGP!
E-Mail-Verschlüsselung leicht gemacht: http://www.gnupp.de/
Mein PGP-Schlüssel 0x2504EF40 auf den Keyservern, z.B. über
http://wwwkeys.pgp.net:11371/pks/lookup?op=get&search=0x2504EF40

Lars Braesicke

unread,
Jun 27, 2005, 2:01:27 PM6/27/05
to
Marius Fraenzel schrieb:

> Ich lese mich gerade ein wenig weiter durch den Meyer; was mögen das
> wohl im folgenden für "Naturvölker" sein:

Römer, z.B., zu Zeiten Romulus', Sabinerinnen raubend. :-)

Lars

Ingo G. Becker

unread,
Jun 27, 2005, 5:03:19 PM6/27/05
to
Am Mon, 27 Jun 2005 04:33:52 +0200 schrieb Rosabel Verde im Newsbeitrag
<news:d9no9t$nhm$03$1...@news.t-online.com>:

> Gibt es auf deutsch irgend einen entsprechenden Vergleich? (Ja ich weiß,
> ein deutscher Wortmetz hat vor Jahren mal zu "schwul wie Winnetou"
> gegriffen, volkstümlich wurde das aber nicht.) Wie müßte man den
> französischen Schnack übersetzen?
>

Mir fällt hierzu nur der Adler ein.
Der Adler ist schwul, weil der immer zum Horst fliegt :-)

Rosabel Verde

unread,
Jun 27, 2005, 6:59:15 PM6/27/05
to
Bernd Gramlich schrieb:

> Rosabel Verde wrote:
>
>
>>Gibt es auf deutsch irgend einen entsprechenden Vergleich?
>
>
> Ich kenne nur einen auf englisch: as gay as a Christmas carol.
>

:)) Das ist unmöglich zu überbieten, einen so guten garden path sentence
kann man mit dem deutschen Wort leider nicht machen, schade.

Rosabel Verde

unread,
Jun 27, 2005, 7:05:23 PM6/27/05
to
Joern Abatz schrieb:

> On Mon, 27 Jun 2005 04:33:52 +0200, Rosabel Verde wrote:
>
>
>>Neulich in einem französischen Text gefunden: jemand sei "pédé comme un
>>phoque", also "schwul wie ein Seehund".
>>
>>Gibt es auf deutsch irgend einen entsprechenden Vergleich?
>
>
> "Stockschwul" habe ich mal irgendwo gelesen, "stock-" für "durch und
> durch".
>
> Jörn

Jetzt, da Du's schreibst, fällt's mir auch wieder ein. Ja, es trifft die
Sache, hat aber leider kein bißchen Charme ...

Rosabel Verde

unread,
Jun 27, 2005, 7:12:42 PM6/27/05
to
Johannes Roehl schrieb:

> Rosabel Verde schrieb:
>
>> Neulich in einem französischen Text gefunden: jemand sei "pédé comme
>> un phoque", also "schwul wie ein Seehund". Das sei, höre ich, nur so
>> eine Redensart, keiner halte Seehunde für schwul. Das ist auch nicht
>> abfällig gemeint, sondern soll heißen, jemand ist immer schwul,
>> ausschließlich, nicht nur manchmal und nicht nur ein bißchen.
>>
>> Gibt es auf deutsch irgend einen entsprechenden Vergleich? (Ja ich
>> weiß, ein deutscher Wortmetz hat vor Jahren mal zu "schwul wie
>> Winnetou" gegriffen, volkstümlich wurde das aber nicht.) Wie müßte man
>> den französischen Schnack übersetzen?
>
>
> Ich kenne jemanden, der "schwul wie'ne Kreuzotter" sagt, fürchte aber
> dass es sich um eine selbsterfundene wenig übliche Phrase handelt.
>
>
> JR
>
Nach einigen Minuten des Nachdenkens kommt mir die Redensart immer
vertrauter vor, so als hätte ich sie schon gehört und wieder vergessen.
Könntest Du nicht den Benutzer/Erfinder (?) mal fragen, wie er darauf
gekommen ist und ob außer ihm noch andere diesen Vergleich in Gebrauch
haben?

Rosabel Verde

unread,
Jun 27, 2005, 7:15:41 PM6/27/05
to
Ingo G. Becker schrieb:


Sehr hübsch, gefällt mir :-) Ist das von Dir oder kann ich's
gegebenenfalls frei verwenden? Ich brauch's tatsächlich für eine
Übersetzung.

Gerald Fix

unread,
Jun 28, 2005, 12:40:19 AM6/28/05
to
On Tue, 28 Jun 2005 01:15:41 +0200, Rosabel Verde
<TIGERrosabe...@gmx.net> wrote:

>> Mir fällt hierzu nur der Adler ein.
>> Der Adler ist schwul, weil der immer zum Horst fliegt :-)
>
>Sehr hübsch, gefällt mir :-) Ist das von Dir oder kann ich's
>gegebenenfalls frei verwenden? Ich brauch's tatsächlich für eine
>Übersetzung.

Der Witz ist nicht neu, genausowenig wie der mit dem schwulsten Namen:
Erich (Vorne er, hinten ich).

Woher kommt eigentlich die Bezeichnung "Detlef" oder "Detlev" für
einen Schwulen?

Volker Gringmuth

unread,
Jun 28, 2005, 1:38:34 AM6/28/05
to
Rosabel Verde wrote:

>> Mir fällt hierzu nur der Adler ein.
>> Der Adler ist schwul, weil der immer zum Horst fliegt :-)
>
> Sehr hübsch, gefällt mir :-) Ist das von Dir oder kann ich's
> gegebenenfalls frei verwenden? Ich brauch's tatsächlich für eine
> Übersetzung.

Ist üblich. Mit "auf seinen Horst" ist es noch etwas deutlicher.


vG

--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

"Webmaster dürfen alles, deswegen sind sie "Master". Die Leute am anderen Ende
der Leitung sind doch nur die Webslaves." (Uwe Schröder in dciwam)

Volker Borst

unread,
Jun 28, 2005, 3:21:49 AM6/28/05
to
Rosabel Verde schrieb:

> Gibt es auf deutsch irgend einen entsprechenden Vergleich? (Ja ich weiß,
> ein deutscher Wortmetz hat vor Jahren mal zu "schwul wie Winnetou"
> gegriffen, volkstümlich wurde das aber nicht.) Wie müßte man den
> französischen Schnack übersetzen?

Google findet z.B. "Schwul wie ein Erdbeersträußchen" oder auch "Schwul
wie ein Dreißigmarkschein" (alternativ ginge heute auch Dreißigeuroschein).

vb

Andreas Pohlke

unread,
Jun 28, 2005, 3:35:00 AM6/28/05
to
Hi,

ich tippe mal auf das Umfeld der alten SchwulComix. Evtl. ist
http://www.rosarauschen.de/archiv/personen/detlev_meyer.html
der "Pate"? Populär genug war er, ich kenne aber ehrlich gesagt
sein öffenliches Auftreten überhaupt nicht.
Oder ist "Deeeetle(f|v)" schon länger als 1980er ein terminus?

Nochmal zum OP: "Schwul wir eine Fock" deutet natürlich auf
eine der klassischen Hochburgen homosexueller Beziehungen:
die Seefahrt. Wird gerne von Schwulen selbst stark romantisiert
(ich erinnere mich dunkel an alte Marc Almond-Platten).

Grüße,
Andreas.

--
Eala Earendel engla beorhtast
ofer middangeard monnum sended

Steffen Buehler

unread,
Jun 28, 2005, 3:56:48 AM6/28/05
to
Andreas Pohlke wrote:

> Gerald Fix wrote:

>> Woher kommt eigentlich die Bezeichnung "Detlef" oder "Detlev" für
>> einen Schwulen?

> ich tippe mal auf das Umfeld der alten SchwulComix. Evtl. ist
> http://www.rosarauschen.de/archiv/personen/detlev_meyer.html
> der "Pate"? Populär genug war er, ich kenne aber ehrlich gesagt
> sein öffenliches Auftreten überhaupt nicht.

Zitat: "1981 erschien das erste Buch von Detlev Meyer."

> Oder ist "Deeeetle(f|v)" schon länger als 1980er ein terminus?

Auf jeden Fall bereits um 1975 herum. Ungefähr da machte "ich bin
Detlef, woll'n wir duschen?" in der Klasse die Runde. Kurz danach kam
auch "So schwul kann doch kein Mann sein" (von einem gewissen Detlef
intoniert) im Radio.

Sonst habe ich allerdings keine Ahnung, warum gerade der Name gewählt
wurde.

Viele Grüße
Steffen

Andreas Pohlke

unread,
Jun 28, 2005, 4:03:35 AM6/28/05
to
Hi,

> Andreas Pohlke wrote:
>>Gerald Fix wrote:
>>Oder ist "Deeeetle(f|v)" schon länger als 1980er ein terminus?
> Auf jeden Fall bereits um 1975 herum. Ungefähr da machte "ich bin
> Detlef, woll'n wir duschen?" in der Klasse die Runde. Kurz danach kam
> auch "So schwul kann doch kein Mann sein" (von einem gewissen Detlef
> intoniert) im Radio.

ein Schlager ist natürlich _immer_ eine gute Quelle für Redewendungen.

Gerald Fix

unread,
Jun 28, 2005, 4:06:21 AM6/28/05
to
On Tue, 28 Jun 2005 09:35:00 +0200, Andreas Pohlke
<new...@baby-boomer.de> wrote:

>> Woher kommt eigentlich die Bezeichnung "Detlef" oder "Detlev" für
>> einen Schwulen?
>
>ich tippe mal auf das Umfeld der alten SchwulComix. Evtl. ist
>http://www.rosarauschen.de/archiv/personen/detlev_meyer.html
>der "Pate"? Populär genug war er, ich kenne aber ehrlich gesagt
>sein öffenliches Auftreten überhaupt nicht.
>Oder ist "Deeeetle(f|v)" schon länger als 1980er ein terminus?

Ganz sicher.

>Nochmal zum OP: "Schwul wir eine Fock" deutet natürlich auf
>eine der klassischen Hochburgen homosexueller Beziehungen:
>die Seefahrt. Wird gerne von Schwulen selbst stark romantisiert
>(ich erinnere mich dunkel an alte Marc Almond-Platten).

Die Fock wird natürlich von hinten bedient. Das wäre eine
näherliegende Begründung als der Wind.

Inge Müller

unread,
Jun 28, 2005, 4:08:57 AM6/28/05
to
Andreas Pohlke <new...@baby-boomer.de> schrieb:

>Oder ist "Deeeetle(f|v)" schon länger als 1980er ein terminus?

"D-d-d-d-deeeetlef" war zu meiner Kinderzeit (Ende 60er, Anfang 70er)
ein beliebter Name für den "Depp vom Dienst". Ob schwule Nebentöne
dabei waren, kann ich nicht beurteilen - dafür war ich zu unbedarft
;-)

Gruß,
INge

--
http://www.worteundbilder.info

flor...@yahoo.com

unread,
Jun 28, 2005, 4:09:42 AM6/28/05
to
Steffen Buehler schrieb:

>> Oder ist "Deeeetle(f|v)" schon länger als 1980er ein terminus?

> Auf jeden Fall bereits um 1975 herum. Ungefähr da machte "ich
> bin Detlef, woll'n wir duschen?"

Das muß systemübergreifend gewesen sein, denn ungefähr um diese
Zeit kamen auch in der DDR die sog. Handgelenkstaschen bei bei
leicht hirnfunktionsgesörten Männern auf, insonderheit liefen
damit in Ost-Bln. die Stasi-Typen rum. Und diese Taschen wurden
"Detlef" genannt - FR

Matthias Opatz

unread,
Jun 28, 2005, 4:10:08 AM6/28/05
to
Rosabel Verde schrieb:
> Joern Abatz schrieb:

>> Rosabel Verde wrote:
>>
>>> Gibt es auf deutsch irgend einen entsprechenden Vergleich?
>>
>> "Stockschwul" habe ich mal irgendwo gelesen, "stock-" für "durch und
>> durch".
>
> Jetzt, da Du's schreibst, fällt's mir auch wieder ein. Ja, es trifft die
> Sache, hat aber leider kein bißchen Charme ...

Dann musst Du halt den Winnetou nehmen.

Matthias

--
Sixtus V. war bei seiner Ernennung 35 Jahre alt, nachdem er vorher
65 Jahre krank gewesen. Prof. Galletti
* Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de/ *
= Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen =

Matthias Opatz

unread,
Jun 28, 2005, 4:12:42 AM6/28/05
to
Gerald Fix schrieb:

> Woher kommt eigentlich die Bezeichnung "Detlef" oder "Detlev" für
> einen Schwulen?

Hier eher in der Bedeutung Depp verbreitet (was mir immer für die
pfiffigen Detlefs leidtut, falls es davon welche gibt)

Joern Abatz

unread,
Jun 28, 2005, 4:33:36 AM6/28/05
to
On Tue, 28 Jun 2005 09:21:49 +0200, Volker Borst wrote:

> Google findet z.B. "Schwul wie ein Erdbeersträußchen" oder auch "Schwul
> wie ein Dreißigmarkschein" (alternativ ginge heute auch Dreißigeuroschein).

Müßte das nicht eher ein Fünfzehneuroschein, oder vielleicht sogar ein
Fünfzehneurovierunddreißigschein?

Jörn
--

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Joern Abatz

unread,
Jun 28, 2005, 4:33:38 AM6/28/05
to
On Tue, 28 Jun 2005 01:05:23 +0200, Rosabel Verde wrote:

>> "Stockschwul"


>
> Ja, es trifft die
> Sache, hat aber leider kein bißchen Charme ...

Es hat ungefähr soviel Charme wie ein Todesurteil.

Message has been deleted

Matthias Opatz

unread,
Jun 28, 2005, 5:41:40 AM6/28/05
to
Martin Rost schrieb:
> Volker Borst:
>
>> Google findet z.B. [...] "Schwul wie ein Dreißigmarkschein"
>
> Das ist wohl eine schlechte Übersetzung des amerikanischen "queer as
> a three dollar bill".

Was ist daran so schlecht? Wie hättest Du übertragen (dabei angenommen,
das Dollarwährungsland sei kein Kontext-Bestandteil)?

Oder gibt es etwas, was eine fiktiven Dreidollar-Note schwuler (oder
durchgeknallter) macht als einen fiktiven Dreißigmarkschein?

Lukas Pietsch

unread,
Jun 28, 2005, 5:45:20 AM6/28/05
to
Matthias Opatz wrote:
> Martin Rost schrieb:
>
>>Volker Borst:
>>
>>
>>>Google findet z.B. [...] "Schwul wie ein Dreißigmarkschein"
>>
>>Das ist wohl eine schlechte Übersetzung des amerikanischen "queer as
>>a three dollar bill".
>
>
> Was ist daran so schlecht? Wie hättest Du übertragen (dabei angenommen,
> das Dollarwährungsland sei kein Kontext-Bestandteil)?
>
> Oder gibt es etwas, was eine fiktiven Dreidollar-Note schwuler (oder
> durchgeknallter) macht als einen fiktiven Dreißigmarkschein?
>
Das vielleicht nicht, aber immerhin heißt "queer" im Englischen eben
auch einfach "seltsam" - und seltsam ist eine Dreierbanknote (egal
welcher Währung) eben im Wortsinne wirklich, schwul wohl kaum.

Lukas

Tanja Gabriele Klein

unread,
Jun 28, 2005, 5:47:48 AM6/28/05
to
Matthias Opatz <spam-f...@onlinehome.de> wrote:

> Martin Rost schrieb:
> > Volker Borst:
> >
> >> Google findet z.B. [...] "Schwul wie ein Dreißigmarkschein"
> >
> > Das ist wohl eine schlechte Übersetzung des amerikanischen "queer as
> > a three dollar bill".
>
> Was ist daran so schlecht? Wie hättest Du übertragen (dabei angenommen,
> das Dollarwährungsland sei kein Kontext-Bestandteil)?
>
> Oder gibt es etwas, was eine fiktiven Dreidollar-Note schwuler (oder
> durchgeknallter) macht als einen fiktiven Dreißigmarkschein?

Das Problem ist, dass das deutsche "schwul" eben _nicht_ gleichzeitig
noch "durchgeknallt" heisst. Die Redewendung ist also schlicht nicht
uebertragbar...

Liebe Gruesse, Tanja

Michael Ottenbruch

unread,
Jun 28, 2005, 6:27:34 AM6/28/05
to
Am Mon, 27 Jun 2005 04:33:52 +0200, schrieb Rosabel Verde:

> Neulich in einem französischen Text gefunden: jemand sei "pédé comme un
> phoque", also "schwul wie ein Seehund". Das sei, höre ich, nur so eine
> Redensart, keiner halte Seehunde für schwul. Das ist auch nicht abfällig
> gemeint, sondern soll heißen, jemand ist immer schwul, ausschließlich,
> nicht nur manchmal und nicht nur ein bißchen.
>

> Gibt es auf deutsch irgend einen entsprechenden Vergleich? (Ja ich weiß,
> ein deutscher Wortmetz hat vor Jahren mal zu "schwul wie Winnetou"
> gegriffen, volkstümlich wurde das aber nicht.) Wie müßte man den
> französischen Schnack übersetzen?

In der deutschen Übersetzung von "Illuminatus!" findet sich an der
einschlägigen Stelle: "schwul wie ein Baum voll Papageien".
--
...und tschuess!

Michael
E-mail: M.Otte...@sailor.ping.de

Volker Gringmuth

unread,
Jun 28, 2005, 6:11:11 AM6/28/05
to
Matthias Opatz wrote:

>>> Google findet z.B. [...] "Schwul wie ein Dreißigmarkschein"
>>
>> Das ist wohl eine schlechte Übersetzung des amerikanischen "queer
>> as a three dollar bill".
>
> Was ist daran so schlecht?

"schwul" hat einfach nicht den Doppelsinn von "queer" - das macht die
Wendung ähnlich unübersetzbar wie "as gay as a christmas carol".

Ein Dreißigdollarschein ist "queer" im Sinne von "höchst seltsam".
Was aber sollte an einem Dreißigeuroschein schwul sein?

> Wie hättest Du übertragen (dabei angenommen, das
> Dollarwährungsland sei kein Kontext-Bestandteil)?

"Warm wie ein Kachelofen" ginge vielleicht.


vG

--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

"Was machen [die heutigen Menschen] mit ihrem Wissen: Blaue Gurken mit Erdbeer-
geschmack und eine Welt, in der die Bomben intelligenter sind als die
Präsidenten." (Jörn Abatz in de.talk.tagesgeschehen)

Volker Gringmuth

unread,
Jun 28, 2005, 6:08:01 AM6/28/05
to
Joern Abatz wrote:

>> Google findet z.B. "Schwul wie ein Erdbeersträußchen" oder auch
>> "Schwul wie ein Dreißigmarkschein" (alternativ ginge heute auch
>> Dreißigeuroschein).
>
> Müßte das nicht eher ein Fünfzehneuroschein, oder vielleicht sogar
> ein Fünfzehneurovierunddreißigschein?

Sollte dieser Satz nicht noch ein Prädikat?


vG

--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

"Leichenschändung? Ich weiß ja nicht, aber posthumen Sex würde ich eher als
Kompliment auffassen..." (Ina Koys in de.alt.folklore.urban-legends)

Michael Ottenbruch

unread,
Jun 28, 2005, 7:05:43 AM6/28/05
to
Am Tue, 28 Jun 2005 10:06:21 +0200, schrieb Gerald Fix:

> On Tue, 28 Jun 2005 09:35:00 +0200, Andreas Pohlke
> <new...@baby-boomer.de> wrote:
>

> [...]


>
> >Nochmal zum OP: "Schwul wir eine Fock" deutet natürlich auf
> >eine der klassischen Hochburgen homosexueller Beziehungen:
> >die Seefahrt. Wird gerne von Schwulen selbst stark romantisiert
> >(ich erinnere mich dunkel an alte Marc Almond-Platten).
>
> Die Fock wird natürlich von hinten bedient. Das wäre eine
> näherliegende Begründung als der Wind.

So "natürlich" ist das gar nicht, und zwar aus mehreren Gründen:

1. Fast alle Segel werden "von hinten bedient".
2. Was wir heute unter "Fock" verstehen (Vorsegel bei slupgetakeltem
Schiff) ist zu segeltechnisch zu jung, um wortbildend gewesen zu sein.
Bei Rahseglern war die Fock das unterste Rahsegel am vordersten Mast
(der auch Fockmast hieß), war also ein Segel wie viele andere an Bord
auch. (Das Segel, daß der heute so genannten Fock entsprach, hieß
Vorstengestagsegel)

flor...@yahoo.com

unread,
Jun 28, 2005, 8:20:36 AM6/28/05
to
Andreas Pohlke schrieb:

> "Schwul wir eine Fock" deutet natürlich auf eine der
> klassischen Hochburgen homosexueller Beziehungen: die Seefahrt.

Wollest Du uns den Gefallen tun & diese wunderhübsche Theorie
einmal im Zirkel von Seeleuten verkünden? Vorzugsweise in
Hörweite solcher Pommerscher Provenienz.
Ich sag jetzt einfach mal 'ne Hausnummer: Du stellst Dich an
eine Fischbude im Hafen Greifswald-Wiek und gibst Deine These
zum Besten - der Erfolg wird sich allsogleich einstellen (die
werden schon aggressiv, wenn Du Dich nicht innert Sekunden
zwischen Lachs und Harung entscheiden kannst oder den
Unterschied zwischen Scholle und Flunder nicht kennst).
Wollest Du jedoch Deinen Ruhestand noch erleben, solltest
Du's lassen - FR

Uwe Schickedanz

unread,
Jun 28, 2005, 8:59:46 AM6/28/05
to
Volker Gringmuth <eink...@gmx.net> schrieb:

>"schwul" hat einfach nicht den Doppelsinn von "queer" - das macht die
>Wendung ähnlich unübersetzbar wie "as gay as a christmas carol".

Kannst Du mir bitte mal auf die Sprünge helfen? Mein Einglisch ist
nicht _so_gut.
Wenn ich versuche, "christmas carol" zu übersetzen, lande ich bei
Weihnachts-Weihnachtslied, und das kanns ja wohl nicht sein, oder?

Gruß Uwe

--
Wenn irgendetwas »Reform« heißt in Deutschland, sind
übelwollende Spießgesellen am Werk, um eine Sache, die
zuvor einigermaßen erträglich war, rücksichtslos
zugrundezurichten. Thomas Blum, "Jungle World", 21.7.2004

Volker Borst

unread,
Jun 28, 2005, 9:06:18 AM6/28/05
to
Lukas Pietsch schrieb:

> ...immerhin heißt "queer" im Englischen eben


> auch einfach "seltsam" - und seltsam ist eine Dreierbanknote (egal
> welcher Währung) eben im Wortsinne wirklich, schwul wohl kaum.

Eben doch! Gerade unter Jugendlichen wird mit "schwul" auch Seltsames,
Abartiges, Sonderbares bezeichnet (wie ich sehe, findet man diesen
Hinweis auch schon auf Wikipedia).

vb

Lothar Frings

unread,
Jun 28, 2005, 9:12:59 AM6/28/05
to
Martin Rost tat kund:

> Das ist wohl eine schlechte Übersetzung des amerikanischen
> "queer as a three dollar bill".
>

Vielleicht heißt das ja auch "three dollar Bill" und
bezeichnet einen besonders - ähm - billigen Stricher?

Johannes Roehl

unread,
Jun 28, 2005, 9:23:54 AM6/28/05
to
Uwe Schickedanz schrieb:

> Volker Gringmuth <eink...@gmx.net> schrieb:
>
>>"schwul" hat einfach nicht den Doppelsinn von "queer" - das macht die
>>Wendung ähnlich unübersetzbar wie "as gay as a christmas carol".
>
> Kannst Du mir bitte mal auf die Sprünge helfen? Mein Einglisch ist
> nicht _so_gut.
> Wenn ich versuche, "christmas carol" zu übersetzen, lande ich bei
> Weihnachts-Weihnachtslied, und das kanns ja wohl nicht sein, oder?

Christmas carol heißt Weihnachtslied (wie die gleichnamige Geschichte
von Dickens). Die Doppeldeutigkeit liegt, wie im Bsp. mit der $3-Note im
Wort "gay", was ursprünglich "fröhlich", "farbenfroh" u.ä. bedeutete,
erst seit einigen Jahrzehnten (?) aber hauptsächlich "schwul". Ebenso
hieß "queer" eigentlich "seltsam", "verrückt", "abweichend".

HTH

JR

--
Philosophers, like shampoo manufacturers, would always like to call
their products 'natural'.
(P. Godfrey-Smith)

Gerald Fix

unread,
Jun 28, 2005, 10:15:08 AM6/28/05
to
On Tue, 28 Jun 2005 15:23:54 +0200, Johannes Roehl <parr...@web.de>
wrote:

>Christmas carol heißt Weihnachtslied (wie die gleichnamige Geschichte
>von Dickens). Die Doppeldeutigkeit liegt, wie im Bsp. mit der $3-Note im
>Wort "gay", was ursprünglich "fröhlich", "farbenfroh" u.ä. bedeutete,
>erst seit einigen Jahrzehnten (?) aber hauptsächlich "schwul". Ebenso
>hieß "queer" eigentlich "seltsam", "verrückt", "abweichend".

Ich erinnere mich daran, vor einigen (naja: sehr vielen) Jahren an
einer englischsprachigen Schultheateraufführung beteiligt gewesen zu
sein. Das Stück hieß "Queer Street" und hatte garantiert nichts mit
dem zu tun, was heute unter diesem Titel läuft.

Das Verschwinden von "gay" in der West Side Story hat Sebastian
Koppehel hierzugruppe bereits 2002 konstatiert.
(<0jsc2a...@bastisoft.de>)

Andreas Pohlke

unread,
Jun 28, 2005, 10:31:36 AM6/28/05
to
Hi,

flor...@yahoo.com wrote:
> Andreas Pohlke schrieb:
>>"Schwul wir eine Fock" deutet natürlich auf eine der
>>klassischen Hochburgen homosexueller Beziehungen: die Seefahrt.

[wüste Andeutung?]

Erst entfernst Du einen sinntragen Teil meines Postings,
dann wirst Du komisch. Was genau an "wird stark romantisiert"
ist jetzt unklar?
Warum läuft einer der Village People in Navy-Kluft rum?
Lies zum Thema "Fock" noch den Beitrag von Michael Ottenbruch
und dann einigen wir uns nochmal über das Jahrhundert, in
dem man wohl den Ursprung der Redewendung vermuten müsste -
und damit zusammenhängend die Zuordnung von "klassische Hochburg".
Verschworene Männergruppen monatelang auf See sind heute eher selten,
die Bedingungen der christlichen Seefahrt haben sich in den
letzten dreihundert Jahren tatsächlich dramatisch verbessert.
Heute würde vermutlich auch niemand mehr ein Problem damit haben,
eine Frau(!) an Bord zu nehmen(!).
Die Seeleute, die man _eigentlich_ dazu fragen müsste, sind
allerdings schon stark ... kompostiert.

"Männerbünde" allgemein:
http://www.stud.rwth-aachen.de/stud4/maennerbuende.htm
http://home.pages.at/lobotnic/oekoli/archiv/rad000210.html
allgemeiner: http://www.pappa.com/emanzi/unzulaen.htm
Im Übrigen gibt es einen starken Zusammenhang zwischen
verdrängter Homosexualität und Gewaltbereitschaft. Würde
ein Gewaltausbruch seitens des seefahrenden Volkes die These
eher stützen? Nun, Blödheit allein genügt oft.

Joern Abatz

unread,
Jun 28, 2005, 11:03:13 AM6/28/05
to
On Tue, 28 Jun 2005 12:08:01 +0200, Volker Gringmuth wrote:

>> Müßte das nicht eher ein Fünfzehneuroschein, oder vielleicht sogar
>> ein Fünfzehneurovierunddreißigschein?
>
> Sollte dieser Satz nicht noch ein Prädikat?

Peinlich, peinlich. (Schon wieder keinen vollständigen.)

Horst Ruth

unread,
Jun 27, 2005, 5:30:19 PM6/27/05
to
Am 27.06.2005 schrieb Ingo G. Becker:

> Mir fällt hierzu nur der Adler ein.
> Der Adler ist schwul, weil der immer zum Horst fliegt :-)

Uralt :-)

Gruß
Horst

--
sunt nova grata tria: medicus, meretrix, melodia

Matthias Opatz

unread,
Jun 28, 2005, 11:20:33 AM6/28/05
to
Andreas Pohlke schrieb:

> Was genau an "wird stark romantisiert"
> ist jetzt unklar?

Nichts. Flori wollte ein Bonmot loswerden. Lass ihn einfach, sowas
richtet keinen Schaden weiter an und trägt zur Unterhaltung bei.

Tassilo Halbritter

unread,
Jun 28, 2005, 1:06:09 PM6/28/05
to
In article <3qm2c1pf1cvcechhr...@4ax.com>, Gerald Fix

Aber in dem Song 'First time in Paris' (habe die CD gerade im Auto
und will nicht zur Garage laufen um Autor/Komponist abzulesen) heißt
es doch noch immer 'I was young and gay', natürlich vröhlig harmlos.


--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Ich schick dir dann ein Engobe!"
| | | |_| | "Was soll denn das sein?"
| | | _ | "Naja, ich wollte Email nur fachlich ausdrücken!"
|_|a |_| |_|a (Dialog in einer Newsgroup)

Christina Kunze

unread,
Jun 28, 2005, 3:07:48 PM6/28/05
to
<flor...@yahoo.com> schrieb
Rosabel Verde frug:

>> Wie müßte man den französischen Schnack übersetzen?
>

>Aus Ost-Bln. ist mir bekannt: "Schwul wie ein Weltmeister."
>Frag mich aber nicht, wie es zu diesem Vergleich kommt.

In Ost-Berlin war man alles mögliche wie ein Weltmeister: schnell,
bekloppt, man rannte /rauchte /fraß /soff etc. wie ein Weltmeister, das
ist also nur eine allgemeine Steigerungsform.

chr


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Message has been deleted
Message has been deleted

Ingo G. Becker

unread,
Jun 28, 2005, 7:23:09 PM6/28/05
to
Am Tue, 28 Jun 2005 06:40:19 +0200 schrieb Gerald Fix im Newsbeitrag
<news:m4l1c1plqghlalrj5...@4ax.com>:

> Woher kommt eigentlich die Bezeichnung "Detlef" oder "Detlev" für
> einen Schwulen?

IMHO gab es mal (vielleicht Mitte der 70er) ein Lied (Schlager will ich es
nicht nennen) das von einem "stockschwulen Tanzlehrer" gesungen
wurde/handelte.
Der gesamte Texte hörte sich so an wie man sich (damals?) wohl einen
Schwulen vorgestellt hat: affektiert und mit übertrieben nasaler Aussprache
("aaaaach nein...und eins und zwei und haitaitai...."). [Kann sich jetzt
jeder dabei die entsprechenden Handbewegungen vorstellen?]

Dieser Tanzlehrer - auch ein typisch schwuler Beruf, ähnlich wie Friseuer -
hieß ben Detlef.

Wenn er adelig gewesen wäre, würde er bestimmt "Detlef von Hythen" heißen.
:-)

Andere Synonyme für Schwule waren damals noch: "175er" oder die Aussage,
dass jemand "am 17.5. geboren sei".
Beides mal ging es mit der Zahl 175 um den damaligen
Homosexuellen-Paragraphen, der irgendwann in den frühen 70ern reformiert
wurde. (in West-Deutschland)

Ingo G. Becker

unread,
Jun 28, 2005, 7:27:08 PM6/28/05
to
Am Mon, 27 Jun 2005 04:33:52 +0200 schrieb Rosabel Verde im Newsbeitrag
<news:d9no9t$nhm$03$1...@news.t-online.com>:

> Gibt es auf deutsch irgend einen entsprechenden Vergleich? (Ja ich weiß,
> ein deutscher Wortmetz hat vor Jahren mal zu "schwul wie Winnetou"

> gegriffen, volkstümlich wurde das aber nicht.) Wie müßte man den
> französischen Schnack übersetzen?

Grade heute endeckte ich noch ein weiteres "schwul wie ..." und das ist
sogar schön anschaulich: "... wie eine _Amphore_."

Gemeint ist eine Körperhaltung bei der man die Hände in den Hüften abstützt
und das mit nach _außen_ liegenden Handflächen.

Stellt euch mal so vor den Spiegel....sind das nicht herrlich schwul aus???

Rosabel Verde

unread,
Jun 28, 2005, 8:17:50 PM6/28/05
to
Christina Kunze schrieb:

Das kenne ich aus Westfalen aber auch, wenn's auch deutlich ein paar
Jährchen her ist. Vielleicht war das weniger ein regionales als ein
zeitliches Sprachphänomen?

Gruß, Rosabel

--
To reply, remove furry animal.

Rosabel Verde

unread,
Jun 28, 2005, 8:35:26 PM6/28/05
to
Volker Borst schrieb:
> Rosabel Verde schrieb:

>
>> Gibt es auf deutsch irgend einen entsprechenden Vergleich? (Ja ich
>> weiß, ein deutscher Wortmetz hat vor Jahren mal zu "schwul wie
>> Winnetou" gegriffen, volkstümlich wurde das aber nicht.) Wie müßte man
>> den französischen Schnack übersetzen?
>
>
> Google findet z.B. "Schwul wie ein Erdbeersträußchen" oder auch "Schwul
> wie ein Dreißigmarkschein" (alternativ ginge heute auch Dreißigeuroschein).
>
> vb

Das mit dem Dreißigsonstwasschein scheint eine nicht besonders treffende
Eindeutschung (da hatte wohl schon mal jemand das gleiche
Übersetzungsproblem) aus dem Amerikanischen, wo es sinnvollerweise
heißt: jemand ist "as queer as a three-dollar-bill".

Aber "Erdbeersträußchen" klingt irgendwie köstlich, wenn ich den
zugrundeliegenden Gedanken auch nicht annähernd erraten kann.

Gruß, Rosabel

-

Rosabel Verde

unread,
Jun 28, 2005, 8:37:14 PM6/28/05
to
Martin Rost schrieb:
> Volker Borst:
>
>
>>Google findet z.B. [...] "Schwul wie ein Dreißigmarkschein"
>
>
> Das ist wohl eine schlechte Übersetzung des amerikanischen "queer as
> a three dollar bill".

Ach so, hier steht's schon. Hatte den Thread nicht zuende gelesen, als
ich eben das gleiche schrieb.

Gruß, Rosabel

--

Rosabel Verde

unread,
Jun 28, 2005, 8:50:00 PM6/28/05
to
Gerald Fix schrieb:

> On Tue, 28 Jun 2005 15:23:54 +0200, Johannes Roehl <parr...@web.de>
> wrote:
>
>
>>Christmas carol heißt Weihnachtslied (wie die gleichnamige Geschichte
>>von Dickens). Die Doppeldeutigkeit liegt, wie im Bsp. mit der $3-Note im
>>Wort "gay", was ursprünglich "fröhlich", "farbenfroh" u.ä. bedeutete,
>>erst seit einigen Jahrzehnten (?) aber hauptsächlich "schwul". Ebenso
>>hieß "queer" eigentlich "seltsam", "verrückt", "abweichend".
>
>
> Ich erinnere mich daran, vor einigen (naja: sehr vielen) Jahren an
> einer englischsprachigen Schultheateraufführung beteiligt gewesen zu
> sein. Das Stück hieß "Queer Street" und hatte garantiert nichts mit
> dem zu tun, was heute unter diesem Titel läuft.

Hängt natürlich davon ab, von wann das Stück ist, aber da wär ich nicht
ganz so vertrauensvoll wie Du. Schon Tolkien (jaja, HdR) verwendet
"queer" durchaus doppelsinnig (und die meisten Leser merken's nichtmal,
daß das *das* schwule opus magnum der Weltliteratur ist).


> Das Verschwinden von "gay" in der West Side Story hat Sebastian
> Koppehel hierzugruppe bereits 2002 konstatiert.
> (<0jsc2a...@bastisoft.de>)

Interessant, da war ich wohl noch nicht hier. Las das gleiche aber sehr
kürzlich in einer amerikanischen NG. Offenbar hatte man das da erst vor
wenigen Wochen entdeckt.

Rosabel Verde

unread,
Jun 28, 2005, 9:04:38 PM6/28/05
to
flor...@yahoo.com schrieb:
> Steffen Buehler schrieb:
>
>
>>>Oder ist "Deeeetle(f|v)" schon länger als 1980er ein terminus?
>
>
>>Auf jeden Fall bereits um 1975 herum. Ungefähr da machte "ich
>>bin Detlef, woll'n wir duschen?"
>
>
> Das muß systemübergreifend gewesen sein, denn ungefähr um diese
> Zeit kamen auch in der DDR die sog. Handgelenkstaschen bei bei
> leicht hirnfunktionsgesörten Männern auf, insonderheit liefen
> damit in Ost-Bln. die Stasi-Typen rum. Und diese Taschen wurden
> "Detlef" genannt - FR
>

Die Taschen kenn ich, aber einen westlichen Namen hatten die glaub ich
nicht? Schon als ich weiter oben im Thread die "Detlev"-Frage las, fiel
mir eine Textzeile ein, nur diese eine leider, die haftengeblieben ist,
ohne daß ich den Zusammenhang erinnerte (hatte sie immer für die Pointe
eines vergessenen Witzes gehalten), und das muß man sich
schmierenkomödiantisch-schwul ausgesprochen vorstellen: "Detleeeev -
dein Täschchen brennt ... " Keinerlei Ahnung, woraus das ist, kennt das
jemand?

Andreas Kabel

unread,
Jun 28, 2005, 11:50:36 PM6/28/05
to
Rosabel Verde wrote:

> schmierenkomödiantisch-schwul ausgesprochen vorstellen: "Detleeeev -
> dein Täschchen brennt ... " Keinerlei Ahnung, woraus das ist, kennt das
> jemand?


Ich kenne das als "Fraeulein, Ihr Handtaeschchen brennt", gesprochen
zum weihrauchfassschwenkenden Papst.

>
> Gruß, Rosabel
>

Gerald Fix

unread,
Jun 29, 2005, 1:21:10 AM6/29/05
to
On Wed, 29 Jun 2005 01:23:09 +0200, "Ingo G. Becker"
<usenetAPR05...@spamgourmet.com> wrote:

>Dieser Tanzlehrer - auch ein typisch schwuler Beruf, ähnlich wie Friseuer -
>hieß ben Detlef.

Ibn ben Detlef Dawud al Tuntera :-?

>Andere Synonyme für Schwule waren damals noch: "175er" oder die Aussage,
>dass jemand "am 17.5. geboren sei".
>Beides mal ging es mit der Zahl 175 um den damaligen
>Homosexuellen-Paragraphen, der irgendwann in den frühen 70ern reformiert
>wurde. (in West-Deutschland)

175er kenne ich noch. Aber der Sänger scheint nur auf der bereits
bekannten Detlef-Masche geritten zu sein.

Gerald Fix

unread,
Jun 29, 2005, 1:21:10 AM6/29/05
to
On Wed, 29 Jun 2005 02:50:00 +0200, Rosabel Verde
<TIGERrosabe...@gmx.net> wrote:

>> Ich erinnere mich daran, vor einigen (naja: sehr vielen) Jahren an
>> einer englischsprachigen Schultheateraufführung beteiligt gewesen zu
>> sein. Das Stück hieß "Queer Street" und hatte garantiert nichts mit
>> dem zu tun, was heute unter diesem Titel läuft.
>
>Hängt natürlich davon ab, von wann das Stück ist, aber da wär ich nicht
>ganz so vertrauensvoll wie Du. Schon Tolkien (jaja, HdR) verwendet
>"queer" durchaus doppelsinnig (und die meisten Leser merken's nichtmal,
>daß das *das* schwule opus magnum der Weltliteratur ist).

Es war ein Stückchen mit einfachsten Anfängerenglisch und der Titel
bezog sich auf "Fleet Street" - es ging um einen Zeitungsfritzen und
einen Detektiv, soweit ich mich erinnere. Es dürfte wirklich völlig
harmlos gewesen sein.

Walter P. Zaehl

unread,
Jun 29, 2005, 5:29:56 AM6/29/05
to
Rosabel Verde wrote:
> Schon Tolkien (jaja, HdR) verwendet
> "queer" durchaus doppelsinnig (und die meisten Leser merken's nichtmal,
> daß das *das* schwule opus magnum der Weltliteratur ist).
>

Aber die geheimen Tagebücher haben allen die Augen geöffnet ...

/// Walter

(Hint: Suche nach "hobbitgeiler Perversling")

Oliver Cromm

unread,
Jun 29, 2005, 8:48:07 AM6/29/05
to
Rosabel Verde meinte:

> Schon Tolkien (jaja, HdR) verwendet
> "queer" durchaus doppelsinnig (und die meisten Leser merken's nichtmal,
> daß das *das* schwule opus magnum der Weltliteratur ist).

Zumindest fand ich den Frauenmangel ermüdend (im kleinen Hobbit).
--
Oliver C.

Michael Ottenbruch

unread,
Jun 29, 2005, 8:59:15 AM6/29/05
to
Am Wed, 29 Jun 2005 03:04:38 +0200, schrieb Rosabel Verde:

> flor...@yahoo.com schrieb:
> > Steffen Buehler schrieb:
> >
> >
> >>>Oder ist "Deeeetle(f|v)" schon länger als 1980er ein terminus?
> >
> >
> >>Auf jeden Fall bereits um 1975 herum. Ungefähr da machte "ich
> >>bin Detlef, woll'n wir duschen?"
> >
> >
> > Das muß systemübergreifend gewesen sein, denn ungefähr um diese
> > Zeit kamen auch in der DDR die sog. Handgelenkstaschen bei bei
> > leicht hirnfunktionsgesörten Männern auf, insonderheit liefen
> > damit in Ost-Bln. die Stasi-Typen rum. Und diese Taschen wurden
> > "Detlef" genannt - FR
> >
>
> Die Taschen kenn ich, aber einen westlichen Namen hatten die glaub ich
> nicht?

Man nannte sie "Buko", nicht nach dem gleichzeitig en vogue befindlichen
Frischkäse, sondern als Abkürzung für "Beischlaf-Utensilien-KOffer". Er
hatte Zahnbürste und Arbeitsanzüge (=Kondome) zu enthalten, und wer
besonders originell sein wollte, behauptete, er sei aus
Elefantenvorhaut, was sich darin äußere, daß ein Koffer daraus werde,
wenn man ihn streichele.

>
> [...]
>
--
...und tschuess!

Michael
E-mail: M.Otte...@sailor.ping.de

Sebastian Koppehel

unread,
Jun 29, 2005, 9:33:21 AM6/29/05
to
Rosabel Verde wrote:

> Bernd Gramlich schrieb:


>>Rosabel Verde wrote:
>>
>>>Gibt es auf deutsch irgend einen entsprechenden Vergleich?
>>

>>Ich kenne nur einen auf englisch: as gay as a Christmas carol.
>
> :)) Das ist unmöglich zu überbieten, einen so guten garden path sentence
> kann man mit dem deutschen Wort leider nicht machen, schade.

Ich kann keinen Gartenweg erkennen. Unter einem "garden path sentence"
versteht man einen Satz, bei dem man Satzteile zuerst falsch
interpretiert (da wird man dann auf den "garden path" = Holzweg
geschickt), deren tatsächliche Zuordnung sich dann erst später ergibt.
Davon sehe ich hier nichts.

Ich verstehe den Ausdruck aber so, daß er eben auf die ursprüngliche
Bedeutung und Assoziationen des Wortes "gay" anspielt. Damit ist er
unübersetzbar.

- Sebastian

Sebastian Koppehel

unread,
Jun 29, 2005, 9:41:03 AM6/29/05
to
Rosabel Verde wrote:

> flor...@yahoo.com schrieb:


>
>>Das muß systemübergreifend gewesen sein, denn ungefähr um diese
>>Zeit kamen auch in der DDR die sog. Handgelenkstaschen bei bei
>>leicht hirnfunktionsgesörten Männern auf, insonderheit liefen
>>damit in Ost-Bln. die Stasi-Typen rum. Und diese Taschen wurden
>>"Detlef" genannt - FR
>
> Die Taschen kenn ich, aber einen westlichen Namen hatten die glaub ich
> nicht?

Herrenhandtasche hieß und heißt diese exquisite modische Akzentsetzung.

- Sebastian

Sebastian Koppehel

unread,
Jun 29, 2005, 9:44:41 AM6/29/05
to
Andreas Pohlke wrote:

> flor...@yahoo.com wrote:
>>Andreas Pohlke schrieb:
>>
>>>"Schwul wir eine Fock" deutet natürlich auf eine der
>>>klassischen Hochburgen homosexueller Beziehungen: die Seefahrt.
>
> [wüste Andeutung?]
>
> Erst entfernst Du einen sinntragen Teil meines Postings,
> dann wirst Du komisch. Was genau an "wird stark romantisiert"
> ist jetzt unklar?
> Warum läuft einer der Village People in Navy-Kluft rum?

Böse Verleumdungen.

Bei der amerik. Marine heißt es: It's not gay if it's underway.

- Sebastian

flor...@yahoo.com

unread,
Jun 29, 2005, 10:02:57 AM6/29/05
to
Rosabel Verde schrieb:

>>> Gibt es auf deutsch irgend einen entsprechenden Vergleich?

>>> (Ja ich weiß, ein deutscher Wortmetz hat vor Jahren mal
>>> zu "schwul wie Winnetou" gegriffen, volkstümlich wurde das
>>> aber nicht.) Wie müßte man den französischen Schnack übersetzen?
> >

> > Mir fällt hierzu nur der Adler ein.
> > Der Adler ist schwul, weil der immer zum Horst fliegt :-)
>

> Sehr hübsch, gefällt mir :-) Ist das von Dir oder kann ich's
> gegebenenfalls frei verwenden? Ich brauch's tatsächlich für eine
> Übersetzung.

Ich kenne den so: Wohin fliegt ein schwuler Adler? Zu seinem Horst.

Ick mach mir doch hier nich ßum Horst, ej - FR

flor...@yahoo.com

unread,
Jun 29, 2005, 10:07:06 AM6/29/05
to
Michael Ottenbruch schrieb:

> und wer besonders originell sein wollte, behauptete, er sei
> aus Elefantenvorhaut, was sich darin äußere, daß ein Koffer
> daraus werde, wenn man ihn streichele.

Nee, 'n Hauszelt - FR

flor...@yahoo.com

unread,
Jun 29, 2005, 10:15:37 AM6/29/05
to
Ingo G. Becker schrieb:

> Andere Synonyme für Schwule waren damals noch: "175er"

Daher wurden (in der DDR zumindest) Motorräder mit einem
Hubraum von 175 cm "die Schwulen" genannt.

> ging es mit der Zahl 175 um den damaligen
> Homosexuellen-Paragraphen, der irgendwann in den frühen
> 70ern reformiert wurde. (in West-Deutschland)

Und jetzt wundert man sich über die demographische
Katastrophe, tss - FR

flor...@yahoo.com

unread,
Jun 29, 2005, 10:22:51 AM6/29/05
to
Johannes Roehl schrieb:

> Ebenso hieß "queer" eigentlich "seltsam", "verrückt;,
> "abweichend".

Charles Sealsfield (civiliter Karl Postl) versuchte in seinem
Kajütenbuch immer, die Sprache amerikan. Westleute auf deutsch
wieder zugeben:

Querer Kauz, das. Ja, in der Tat, sehr quer. FR

Walter P. Zaehl

unread,
Jun 29, 2005, 10:29:04 AM6/29/05
to
Michael Ottenbruch wrote:
> Am Wed, 29 Jun 2005 03:04:38 +0200, schrieb Rosabel Verde:
>
>
>>flor...@yahoo.com schrieb:
>>
>>>Steffen Buehler schrieb:
>>>
>>>
>>>
>>>>>Oder ist "Deeeetle(f|v)" schon länger als 1980er ein terminus?
>>>
>>>
>>>>Auf jeden Fall bereits um 1975 herum. Ungefähr da machte "ich
>>>>bin Detlef, woll'n wir duschen?"
>>>
>>>
>>>Das muß systemübergreifend gewesen sein, denn ungefähr um diese
>>>Zeit kamen auch in der DDR die sog. Handgelenkstaschen bei bei
>>>leicht hirnfunktionsgesörten Männern auf, insonderheit liefen
>>>damit in Ost-Bln. die Stasi-Typen rum. Und diese Taschen wurden
>>>"Detlef" genannt - FR
>>>
>>
>>Die Taschen kenn ich, aber einen westlichen Namen hatten die glaub ich
>>nicht?
>
>
> Man nannte sie "Buko", nicht nach dem gleichzeitig en vogue befindlichen
> Frischkäse, sondern als Abkürzung für "Beischlaf-Utensilien-KOffer".

Alternativ auch "Lubub" - Lust- Und Beischlaf-Utensilien-Beutel,
das brachte das weich/rosa/bammelig besser rüber ;-)

///Walter

Tassilo Halbritter

unread,
Jun 29, 2005, 2:04:30 PM6/29/05
to
In article <d9ub7f$ae3$1...@aken.eed.ericsson.se>, Walter P. Zaehl

Ich kenn den Ausdruck 'Nabuko' für Frauenhandtaschen, die das übliche
Täschchen-Ausmaß überschreiten: Nacht- und Beischlafutensilien-Koffer!


--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Ich schick dir dann ein Engobe!"
| | | |_| | "Was soll denn das sein?"
| | | _ | "Naja, ich wollte Email nur fachlich ausdrücken!"
|_|a |_| |_|a (Dialog in einer Newsgroup)

Rosabel Verde

unread,
Jun 29, 2005, 10:01:04 PM6/29/05
to
Sebastian Koppehel schrieb:

Er spielt nicht an, er tut scheinheilig so, als benutzte er *nur* die
originale Wortbedeutung. Aber Du könntest insofern recht haben, als
diese ursprüngliche Bedeutung immer seltener gemeint und von der
Neubedeutung längst überlagert ist, damit bleibt die Gardenpathigkeit
(sorry :)) natürlich inzwischen auf auf der Strecke.

> Damit ist er
> unübersetzbar.

In der Tat.

> - Sebastian

Rosabel Verde

unread,
Jun 29, 2005, 10:08:48 PM6/29/05
to
Walter P. Zaehl schrieb:

> Rosabel Verde wrote:
>
>> Schon Tolkien (jaja, HdR) verwendet
>> "queer" durchaus doppelsinnig (und die meisten Leser merken's
>> nichtmal, daß das *das* schwule opus magnum der Weltliteratur ist).
>>
>
> Aber die geheimen Tagebücher haben allen die Augen geöffnet ...
>

Gibt's welche? Hab ich da was verpaßt und mich überflüssigerweise mit
der Textanalyse gequält? (Nein, gequält ist schwer übertrieben. Dazu
war's zu einfach und zu komisch.)


> /// Walter
>
> (Hint: Suche nach "hobbitgeiler Perversling")

Gruß, Rosabel

Markus Machner

unread,
Jun 30, 2005, 2:24:57 AM6/30/05
to
Matthias Opatz schrieb:

> Hier eher in der Bedeutung Depp verbreitet

Der Depp heißt hier Manfred (Latzhose, schiefe Zähne, Glasbausteinbrille,
ein bißchen langsam im Kopf - da gab es mal so einen Fernsehsketch (Dieter
Krebs war das, glaube ich), wo eben so einer Manfred hieß). Detlef ist der
schwule Friseur.

Daß ergab mal eine ziemlich peinliche Situation, man stellt sich gegenseitig
vor und einer sagt, und ich bin der Manfred. Der Typ wusste garnicht warum
auf einmal alle herzhaft lachten.

Warum alle Detlefs homosexuell sein sollen, erschließt sich mir aber auch
nicht. Gibt es da auch eine Geschichte zu?

Was gibt es sonst noch so für klischeebehaftete Namen?

Gruß,
Markus

Gerald Fix

unread,
Jun 30, 2005, 3:05:21 AM6/30/05
to
On Thu, 30 Jun 2005 08:24:57 +0200, Markus Machner
<Machner...@t-online.de> wrote:

>Der Depp heißt hier Manfred (Latzhose, schiefe Zähne, Glasbausteinbrille,
>ein bißchen langsam im Kopf - da gab es mal so einen Fernsehsketch (Dieter
>Krebs war das, glaube ich), wo eben so einer Manfred hieß). Detlef ist der
>schwule Friseur.
>
>Daß ergab mal eine ziemlich peinliche Situation, man stellt sich gegenseitig
>vor und einer sagt, und ich bin der Manfred. Der Typ wusste garnicht warum
>auf einmal alle herzhaft lachten.

Das ist aber extrem zeitgeistabhängig. Ich glaube nicht, dass sehr
viele Leute den Namen Manfred in diese Beziehung bringen. Das ist so
wie mit Adams "42", in der richtigen Umgebung immer noch ein
Erkennungszeichen, meistens versteht es aber keiner.

>Warum alle Detlefs homosexuell sein sollen, erschließt sich mir aber auch
>nicht. Gibt es da auch eine Geschichte zu?
>
>Was gibt es sonst noch so für klischeebehaftete Namen?

Arnold. Adolf.

Aber wie sagt schon Peleg: "Kapitän Ahab hat sich nicht selbst diesen
Namen gegeben."

Matthias Opatz

unread,
Jun 30, 2005, 5:04:59 AM6/30/05
to

Andreas Pohlke

unread,
Jun 30, 2005, 5:19:44 AM6/30/05
to
Hi,

Matthias Opatz wrote:
> [Detlef]
>>>Hier eher in der Bedeutung Depp verbreitet
>>Der Depp heißt hier Manfred
> Und Weyershausen-Fans schwören auf Horst (sowie auf Krause und Palenke).

nur solche? Mir ist "Horst"(TM) als "sich zum Horst machen" oder
"so ein Horst" seit der Grundschule (späte 70er) geläufig.
Grüße,
Andreas.

Matthias Opatz

unread,
Jun 30, 2005, 5:42:26 AM6/30/05
to
Andreas Pohlke schrieb:
> Matthias Opatz wrote:

An der Stelle stand in meiner Schulzeit (anderer Ort) "Heinz".

Oliver Cromm

unread,
Jun 29, 2005, 11:10:11 PM6/29/05
to
Rosabel Verde meinte:

> Sebastian Koppehel schrieb:
>> Rosabel Verde wrote:
>>

[as gay as a Christmas carol]


>>>
>>> einen so guten garden path sentence
>>>kann man mit dem deutschen Wort leider nicht machen, schade.
>>
>> Ich kann keinen Gartenweg erkennen. Unter einem "garden path sentence"
>> versteht man einen Satz, bei dem man Satzteile zuerst falsch
>> interpretiert (da wird man dann auf den "garden path" = Holzweg
>> geschickt), deren tatsächliche Zuordnung sich dann erst später ergibt.
>> Davon sehe ich hier nichts.
>>
>> Ich verstehe den Ausdruck aber so, daß er eben auf die ursprüngliche
>> Bedeutung und Assoziationen des Wortes "gay" anspielt.
>
> Er spielt nicht an, er tut scheinheilig so, als benutzte er *nur* die
> originale Wortbedeutung. Aber Du könntest insofern recht haben, als
> diese ursprüngliche Bedeutung immer seltener gemeint und von der
> Neubedeutung längst überlagert ist, damit bleibt die Gardenpathigkeit
> (sorry :)) natürlich inzwischen auf auf der Strecke.

Nochmal: "garden path" bezieht sich auf die Konstruktion. Ein simpler
"garden path sentence" wäre zum Bsp.: "He is gay as a Christmas Carol
says." Da war die Funktion von "as" anders als man zuerst denken mag.
"Gay" ist aber stets Adjektiv, da springt nichts um.
--
Oliver C.

Walter P. Zaehl

unread,
Jun 30, 2005, 7:04:17 AM6/30/05
to
Rosabel Verde wrote:
> Walter P. Zaehl schrieb:
>
>> Rosabel Verde wrote:
>>
>>> Schon Tolkien (jaja, HdR) verwendet
>>> "queer" durchaus doppelsinnig (und die meisten Leser merken's
>>> nichtmal, daß das *das* schwule opus magnum der Weltliteratur ist).
>>>
>>
>> Aber die geheimen Tagebücher haben allen die Augen geöffnet ...
>>
>
> Gibt's welche? Hab ich da was verpaßt und mich überflüssigerweise mit
> der Textanalyse gequält? (Nein, gequält ist schwer übertrieben. Dazu
> war's zu einfach und zu komisch.)
>
Ich sach ja - google nach "hobbitgeiler Perversling" ...
Z.B. hier
http://www.napfsuelze.de/secret/derherrderringe.htm

Schön ist, wie die gleiche Szene immer wieder aus anderem
Blickwinkel erzählt wird.
Hab's lange nicht mehr gelesen - vielleicht sollte
ich auch mal wieder reinsehen ;-)
///Walter

..."Bin immer noch nicht König" ...

Michael Ottenbruch

unread,
Jun 30, 2005, 7:24:18 AM6/30/05
to
Am Thu, 30 Jun 2005 08:24:57 +0200, schrieb Markus Machner:

> Matthias Opatz schrieb:
>
> > Hier eher in der Bedeutung Depp verbreitet
>
> Der Depp heißt hier Manfred (Latzhose, schiefe Zähne, Glasbausteinbrille,
> ein bißchen langsam im Kopf - da gab es mal so einen Fernsehsketch (Dieter
> Krebs war das, glaube ich), wo eben so einer Manfred hieß).

Der hieß Martin (lies: Mattinn); der Song "Ich bin der Martin, ne ..."
war 1991 mehrere Wochen lang in den Charts.

Message has been deleted

Johannes Roehl

unread,
Jun 30, 2005, 8:24:43 AM6/30/05
to
Michael Ottenbruch schrieb:

> Am Thu, 30 Jun 2005 08:24:57 +0200, schrieb Markus Machner:
>
>>Matthias Opatz schrieb:
>>
>>>Hier eher in der Bedeutung Depp verbreitet
>>
>>Der Depp heißt hier Manfred (Latzhose, schiefe Zähne, Glasbausteinbrille,
>>ein bißchen langsam im Kopf - da gab es mal so einen Fernsehsketch (Dieter
>>Krebs war das, glaube ich), wo eben so einer Manfred hieß).
>
> Der hieß Martin (lies: Mattinn); der Song "Ich bin der Martin, ne ..."

Der sprach sich IIRC eher "Maaatinn" aus, nicht "Maddinn" wie der
"Aschebescher"-Martin

Was mich aber wirklich interessieren würde ist, seit wann es den
"Horst", zu dem man sich machen kann, gibt, und ob diese Redeweise
bundesweit oder sogar auch in A und CH üblich ist.

viele Grüße

JR

--
Philosophers, like shampoo manufacturers, would always like to call
their products 'natural'.
(P. Godfrey-Smith)

Matthias Opatz

unread,
Jun 30, 2005, 8:27:12 AM6/30/05
to
Johannes Roehl schrieb:

> Was mich aber wirklich interessieren würde ist, seit wann es den
> "Horst", zu dem man sich machen kann, gibt, und ob diese Redeweise
> bundesweit oder sogar auch in A und CH üblich ist.

Der analoge Ossizismus scheint Heinz zu sein.

Oliver Cromm

unread,
Jun 30, 2005, 7:55:40 AM6/30/05
to
Michael Ottenbruch meinte:

> Am Thu, 30 Jun 2005 08:24:57 +0200, schrieb Markus Machner:
>
>> Der Depp heißt hier Manfred (Latzhose, schiefe Zähne, Glasbausteinbrille,
>> ein bißchen langsam im Kopf - da gab es mal so einen Fernsehsketch (Dieter
>> Krebs war das, glaube ich), wo eben so einer Manfred hieß).
>
> Der hieß Martin (lies: Mattinn); der Song "Ich bin der Martin, ne ..."
> war 1991 mehrere Wochen lang in den Charts.

Der Martin ist der Öko-Alternativ-Softie, kein einfacher Depp.
--
Oliver C.

Ingo G. Becker

unread,
Jun 30, 2005, 9:03:38 AM6/30/05
to
Am 30.Jun.2005 schrieb Rüdiger Silberer:

>> Beides mal ging es mit der Zahl 175 um den damaligen


>> Homosexuellen-Paragraphen, der irgendwann in den frühen 70ern reformiert
>> wurde. (in West-Deutschland)
>

> 1969 um genau zu sein.

Ja?
Also 1969 waren dann eben die ganz ganz frühen 70er :-)

Uwe Schickedanz

unread,
Jun 30, 2005, 10:14:14 AM6/30/05
to
"Ingo G. Becker" <Jun05.5....@spamgourmet.com> schrieb:

Du solltest mal Dein Fuzzy-Logic-Modul neu kalibrieren.

Gruß Uwe

--
Wenn irgendetwas »Reform« heißt in Deutschland, sind
übelwollende Spießgesellen am Werk, um eine Sache, die
zuvor einigermaßen erträglich war, rücksichtslos
zugrundezurichten. Thomas Blum, "Jungle World", 21.7.2004

flor...@yahoo.com

unread,
Jun 30, 2005, 10:29:16 AM6/30/05
to
Matthias Opatz meinte:

>> Was mich aber wirklich interessieren w-rde ist, seit wann es


>> den "Horst", zu dem man sich machen kann, gibt, und ob
>> diese Redeweise bundesweit oder sogar auch in A und CH
>> üblich ist.

> Der analoge Ossizismus scheint Heinz zu sein.

Sowie Herrmann, Bleppo und Kalle - FR

Tassilo Halbritter

unread,
Jun 30, 2005, 1:35:42 PM6/30/05
to
In article <3ii6kaF...@individual.net>, Johannes Roehl

<URL:mailto:parr...@web.de> wrote:
> Michael Ottenbruch schrieb:
>
> > Am Thu, 30 Jun 2005 08:24:57 +0200, schrieb Markus Machner:
> >
> >>Matthias Opatz schrieb:
> >>
> >>>Hier eher in der Bedeutung Depp verbreitet
> >>
> >>Der Depp heißt hier Manfred (Latzhose, schiefe Zähne, Glasbausteinbrille,
> >>ein bißchen langsam im Kopf - da gab es mal so einen Fernsehsketch (Dieter
> >>Krebs war das, glaube ich), wo eben so einer Manfred hieß).
> >
> > Der hieß Martin (lies: Mattinn); der Song "Ich bin der Martin, ne ..."
>
> Der sprach sich IIRC eher "Maaatinn" aus, nicht "Maddinn" wie der
> "Aschebescher"-Martin
>
> Was mich aber wirklich interessieren würde ist, seit wann es den
> "Horst", zu dem man sich machen kann, gibt, und ob diese Redeweise
> bundesweit oder sogar auch in A und CH üblich ist.
>
>

Antwort für AT:
Horst/Heinz ist hier unbekannt. Eventuell wäre 'We' (gesprochen wäh)
die bei uns übliche Bezeichnung.
Der We ist eine nicht leistungsfähige Person, die es duldet, daß sie
verachtet wird.
Vergl. auch Wedl = Tölpel, nicht ernstzunehmender Mensch.

Rosabel Verde

unread,
Jun 30, 2005, 9:11:42 PM6/30/05
to
Oliver Cromm schrieb:


Also ist nach Deiner Definition ein garden path sentence nur dann einer,
wenn die Konstruktion umspringt, nicht einer, in dem die Wortbedeutung
umspringt?

Vielleicht sollten wir mal alt.usage.english konsultieren?

Rosabel Verde

unread,
Jun 30, 2005, 9:15:53 PM6/30/05
to
Markus Machner schrieb:


>
> Was gibt es sonst noch so für klischeebehaftete Namen?
>
> Gruß,
> Markus

"Das ist ein ganz armer Willi" im Sinne von: auf den muß man Rücksicht
nehmen, der merkt eh nie was, weil er zum Merken nicht geschaffen ist.

Rosabel Verde

unread,
Jun 30, 2005, 9:19:25 PM6/30/05
to
Matthias Opatz schrieb:

> Andreas Pohlke schrieb:
>
>>Matthias Opatz wrote:
>
>
>>>[Detlef]
>>>
>>>>>Hier eher in der Bedeutung Depp verbreitet
>>>>
>>>>Der Depp heißt hier Manfred
>>>
>>>Und Weyershausen-Fans schwören auf Horst (sowie auf Krause und Palenke).
>>
>>nur solche? Mir ist "Horst"(TM) als "sich zum Horst machen" oder
>>"so ein Horst" seit der Grundschule (späte 70er) geläufig.
>
>
> An der Stelle stand in meiner Schulzeit (anderer Ort) "Heinz".
>
> Matthias
>
Diese Horst-Variante kannte ich auch nicht, aber durch Heinz ersetzbar
ist sie nicht ganz (in meinem Sprachgebrauch): "Der will hier den Heinz
machen" heißt, der will sich aufspielen, mit Drohgesten einschüchtern
oder wirklich rabiat werden.
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