Ich suche die ganze Zeit ein geeignetes Antonym für intellektuell
Man auf der Straßen
durchschnittlicher Mensch
Keines von diesen Antonymen gefällt mir. Kennt ihr vielleicht ein
geeingnetres Antonym dafür
Danke
> Ich suche die ganze Zeit ein geeignetes Antonym für intellektuell
>
> Man auf der Straßen
> durchschnittlicher Mensch
Das sind ja auch keine Antonyme zu intellektuell, sondern zu
Bildungsbürger, Geistesgröße.
Und wenn du dafür ein Antonym suchst, nimm Lieschen Müller.
Matthias
--
__________________________________________________________
NewsGroups individuell filtern mit http://www.NewsSIEVE.de
Ich sage "Normalo" zu diesen Leuten. Die Verwendung dieses Wortes trägt
allerdings ihre Sprachebenenprobleme mit sich rum.
Joachim
Dummbatz
bled' Sau
vertrottelt ;)
Ich staune, daß hier immmer als Gegenteile von "intellektuell"
negative Begriffe kommen.
Soll es so sein, daß intellektuell ein positiver Begriff ist?
Unter den vielen Intellektuellen hier, vielleicht.
In anderen Gesellschaftsschichten, zahlenmäßig weitaus höher,
ist das ganz und gar nicht normal.
(siehe als Bsp. schussliger Professor oder die US Eierköpfe)
Er ist MUSEN eine Eigenschaft wie groß, dick, nachtragend,
heiter, kurzsichtig oder krummbeinig.
War Goebbels oder Mengeles Intellekt positiv?
Mir fiel als erster Gegensatz zu intellektuell:
im Leben stehend, praktisch veranlagt, natürlich, gradlinig
usw ein.
Von mir aus auch "einfach oder schlicht".
Wobei ich Shakermöbel immer einem Barockschrank vorziehen
würde.
> vertrottelt ;)
So mancher "trottlige" Bauer der noch nie ein Buch gelesen
hat, hat so manchen Oberschlau schon gewaltig über den
Löffel balbiert.
Gruß
BGE
> Guten Abend
>
> Ich suche die ganze Zeit ein geeignetes Antonym für intellektuell
>
> Man auf der Straßen
"der einfache Mann auf der Straße" heißt das
> durchschnittlicher Mensch
Beides sind keine Adjektive und bezeichnen nicht das Gegenteil, sondern
die Mitte zwischen "intellektuell" und seinem Gegenteil.
Vorschläge: naiv, einfach gestrickt, simpel, einfältig
Ralf
> Ich staune, daß hier immmer als Gegenteile von "intellektuell"
> negative Begriffe kommen.
> Soll es so sein, daß intellektuell ein positiver Begriff ist?
Jedenfalls kein eindeutig negativ besetzter Begriff.
> Unter den vielen Intellektuellen hier, vielleicht.
> In anderen Gesellschaftsschichten, zahlenmäßig weitaus höher,
> ist das ganz und gar nicht normal.
Daß es antiintellektuelle Resentiments gibt, ist bekannt.
Es gibt auch Resentiments gegen andere gesellschaftliche Gruppen.
>
> (siehe als Bsp. schussliger Professor
Das ist kein typischer Intellektueller.
> oder die US Eierköpfe)
Was mit diesem Etikett versehen wird, müßte man sich im Detail ansehen.
>
> Er ist MUSEN eine Eigenschaft wie groß, dick, nachtragend,
> heiter, kurzsichtig oder krummbeinig.
>
>
> War Goebbels oder Mengeles Intellekt positiv?
Intellektuelle waren das sicher nicht. Goebbels war zwar promoviert,
aber das heißt nichts.
>
> Mir fiel als erster Gegensatz zu intellektuell:
>
> im Leben stehend,
Das ist das Gegenteil von abgehoben.
> praktisch veranlagt,
Das ist das Gegenteil von vergeistigt.
> natürlich,
Das ist das Gegenteil von künstlich oder vielmehr von gekünstelt.
> gradlinig
Das ist das Gegenteil von verquast, umständlich, evt.: tückisch.
>
> usw ein.
>
> Von mir aus auch "einfach oder schlicht".
> Wobei ich Shakermöbel immer einem Barockschrank vorziehen
> würde.
>
> > vertrottelt ;)
>
> So mancher "trottlige" Bauer der noch nie ein Buch gelesen
> hat, hat so manchen Oberschlau schon gewaltig über den
> Löffel balbiert.
Für das, was Du unter intellektuell verstehst, sagte man in meiner
Jugend "pseudointellektuell". Damit kritisierte man die, die
intellektuell scheinen wollten, es aber nicht sein konnten. Das war die
Zeit, als Reihard Mey "Annabell" sang.
Ralf
> Das war die Zeit, als Reihard Mey "Annabell" sang.
"Annabelle".
"Es gibt Zeiten, da wollt ich, ich wär mein Hund" ist ein anderes Lied
vom selben Autor. ;-)
vG
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Das Universum entstand, als Gott durch Null dividierte.
> Boris Gerlach <DRSt...@t-online.de> wrote in news:3DDDCDF5.AD6DB3AD@t-
> online.de:
> > Ich staune, daß hier immmer als Gegenteile von "intellektuell"
> > negative Begriffe kommen.
>
> Vor allem welche, die in Richtung "dumm" oder "ungebildet" gehen. Aber
> "intellektuelL" ist nicht synonym zu "intelligent" bzw. "gebildet". Es gibt
> gebildete und intelligente Nicht-Intellektuelle. MUSEN bedeutet
> "intellektuell" verkopft, kopfgesteuert, vielleicht auch abgehoben im
> Gegensatz zu geradlinig, bodenständig.
Für mich ist ein Intellektueller jemand, der seine geistigen Fähigkeiten
gezielt steuert und einsetzt - das kann natürlich ebenso negativ wie
positiv ausgerichet sein.
Yvonne Steiner
> Ich staune, daß hier immmer als Gegenteile von "intellektuell"
> negative Begriffe kommen.
> Soll es so sein, daß intellektuell ein positiver Begriff ist?
Na ja, positiver jedenfalls als "Intelligentsiya" ;) Da spielt wohl ne
Menge Klassenkampf mit rein und verzerrt die Bedeutung des Wortes. So a
la "Wir brauchen die Intelligenz um den Sossjalissmos aufzubauen, aber
immer schoen aufpassen, denen fehlt naemlich der Klassenstandpunkt der
Arbeiterklasse."
> Mir fiel als erster Gegensatz zu intellektuell:
>
> im Leben stehend, praktisch veranlagt, natürlich, gradlinig
>
> usw ein.
Wie waers mit BILD-Leser? ;)
> So mancher "trottlige" Bauer der noch nie ein Buch gelesen
> hat, hat so manchen Oberschlau schon gewaltig über den
> Löffel balbiert.
Gibts soc.philosophy.life.rural.quaint?
intellektuell - emotionell
im Gegesatz zu
intelligent - dumm
--
Hubert Partl pa...@mail.boku.ac.at
ZID BOKU Wien http://homepage.boku.ac.at/partl/
(-: make laugh not war
> intellektuell - emotionell
Ruft der Korporal: Sie da hinten, stellen sie sich in die Reihe!
Flüstert ein Rekrut: Äh, Korporal, das ist ein Hydrant.
Brüllt der zurück: Das ist mir egal! Auch die Intellektuellen machen
hier was ich will!
> intelligent - dumm
Der Korporal brüllt einen an: Telligent wolln sie sein? *In*telligent
sind sie!
SCNR
Gruss Kari (selber Korporal gewesen seiend)
> Hubert Partl schrieb:
>
>> intellektuell - emotionell
>
> Ruft der Korporal: Sie da hinten, stellen sie sich in die Reihe!
> Flüstert ein Rekrut: Äh, Korporal, das ist ein Hydrant.
> Brüllt der zurück: Das ist mir egal! Auch die Intellektuellen machen
> hier was ich will!
>
>> intelligent - dumm
>
> Der Korporal brüllt einen an: Telligent wolln sie sein? *In*telligent
> sind sie!
Der Blitz schlaegt in eine Marschkolonne ein. Ein Soldat zerkruemelt zu
einem schwarzen Haufen: "Natuerlich wieder der Herr Abiturient!"
extellektuell.
Gruß
Klaus G.
> Boris Gerlach <DRSt...@t-online.de> wrote:
>
>> War Goebbels oder Mengeles Intellekt positiv?
>
> Intellektuelle waren das sicher nicht. Goebbels war zwar promoviert,
Dr. Mengele natürlich auch.
> aber das heißt nichts.
Er würde vielleicht auch nicht als Intellektueller gegolten wollen
haben.
- Sebastian
> Ich staune, daß hier immmer als Gegenteile von "intellektuell"
> negative Begriffe kommen.
> Soll es so sein, daß intellektuell ein positiver Begriff ist?
> Unter den vielen Intellektuellen hier, vielleicht.
> In anderen Gesellschaftsschichten, zahlenmäßig weitaus höher,
> ist das ganz und gar nicht normal.
Endlich mal einer, der das Spielchen, in diesem Aspekt, durchschaut!
[...]
> Mir fiel als erster Gegensatz zu intellektuell:
>
> im Leben stehend, praktisch veranlagt, natürlich, gradlinig
> usw ein.
Vorsicht: 'praktisch veranlagt' wird häufig als Euphemismus verwendet (für
'theoretisch unbegabt').
Einen Begriff als Gegenteil von 'intellektuell' kann es nicht geben, denn
das Wort selbst ist zu schillernd.
Gruß
Armin Saam
> Ich staune, daß hier immmer als Gegenteile von "intellektuell"
> negative Begriffe kommen.
> Soll es so sein, daß intellektuell ein positiver Begriff ist?
Kommt wahrscheinlich auf den Verwender an. Für mich ist "intellektuell"
positiv und z.B. "religiös" negativ besetzt. Andere sehen das anders.
> Unter den vielen Intellektuellen hier, vielleicht.
> In anderen Gesellschaftsschichten, zahlenmäßig weitaus höher,
> ist das ganz und gar nicht normal.
>
> (siehe als Bsp. schussliger Professor oder die US Eierköpfe)
Der "schusslige Professor" ist für mich nicht unbedingt negativ besetzt.
Eher liebevoll. (In der Art von: wer jeden zweiten Tag eine
Relativitätstheorie erfindet, kann nicht auch noch immer daran denken,
sich gleichfarbige Socken anzuziehen).
>
> Er ist MUSEN eine Eigenschaft wie groß, dick, nachtragend,
> heiter, kurzsichtig oder krummbeinig.
Die allgemeine Verwendung des Begriffes bezeichnet m.E. eher Akademiker
bzw. akademisch orientierte Personen, die an der öffentlichen Diskussion
teilnehmen und sich dabei der Bildungssprache bedienen. Nicht einfach nur
schlaue oder gebildete Leute.
Joachim
>
> Er würde vielleicht auch nicht als Intellektueller gegolten wollen
> haben.
Interessantes Konstrukt "gegolten wollen haben".
Joachim
Aus Unteroffiziersmund heißt das aber "Abturent"; früher war's der Einjährige - FR
Versuchen wir die positive / negative Besetzung des Wortes
zu umgehen und sagen es so: Ein Intellektueller ist jemand,
der keinen Nagel in die Wand schlagen kann.
Damit wäre das Gegenstück der praktisch veranlagte Mensch, wie
schon weiter oben vorgeschlagen.
Daß das nicht immer stimmt ist mir klar, aber zu 80% dürfte das
hinkommen. (Diesen Wert hat nicht jeder hier im Thread erreicht.)
TH
> Versuchen wir die positive / negative Besetzung des Wortes
> zu umgehen und sagen es so: Ein Intellektueller ist jemand,
> der keinen Nagel in die Wand schlagen kann.
Darf ich das etwas umformulieren?
"Ein Intellektueller ist jemand, der damit kokettiert, daß er keinen
Nagel in die Wand schlagen kann."
Aus eigener Erfahrung als Toningenieur scheint in gewissen Kreisen, z.B.
bei Kulturredakteuren, jedwedes technische Verständnis als sicheres
Indiz für einen einstelligen IQ zu gelten. Somit unterscheidet das
völlige Fehlen derartigen Verständnisses den richtigen Intellektuellen
von den niederen Lebensformen und kann daher nicht oft genug betont
werden.
Ralf
--
Ralf R. Radermacher - DL9KCG - Köln/Cologne, Germany
NEW URL!!! private homepage: http://www.fotoralf.de
manual cameras and photo galleries - updated May 9, 2002
Contarex - Kiev 60 - Horizon 202 - P6 mount lenses
> fpla...@web.de (F.Platonva) wrote in message news:<9ac3addc.02112...@posting.google.com>...
>> Guten Abend
>> Ich suche die ganze Zeit ein geeignetes Antonym für intellektuell
>
> extellektuell.
tellektuell
- Sebastian
> "Ein Intellektueller ist jemand, der damit kokettiert, daß er keinen
> Nagel in die Wand schlagen kann."
Hmm, gut...wie nennt man dann nun jemanden, der stolz darauf ist, seine
Zeit nicht mit dem Lesen von Buechern oder sonstiger Kultur zu
verschwenden? Dann haetten wir naemlich einen Begriff fuer das Gegenteil
von intellektuell.
er will gelten.
er hat gelten wollen.
er würde gelten wollen haben.
Naja, weniger interessant als mißlungen. Interessant ist, wie es denn
richtig heißen muß.
"Er hätte nicht gelten wollen" kann man durchgehen lassen als
Konjunktiv von "er hat gelten wollen", aber es ist nicht eindeutig als
Vergangenheit zu erkennen. Also die würdevolle Form: "Er würde nicht
gelten wollen haben" ... oder "haben gelten wollen" ... oder "gelten
haben wollen" ...?
Mein Sprachgefühl stimmt für "haben gelten wollen".
*garnichtmehrdurchblick*
- Sebastian
Naja, weniger interessant als mißlungen. Interessant ist, wie es denn
> Joachim Pense schrieb:
>
> > ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) (news:9ramra...@bastisoft.de):
> >
> >> Er würde vielleicht auch nicht als Intellektueller gegolten wollen
> >> haben.
> >
> > Interessantes Konstrukt "gegolten wollen haben".
>
> Naja, weniger interessant als mißlungen. Interessant ist, wie es denn
> richtig heißen muß.
>
> "Er hätte nicht gelten wollen" kann man durchgehen lassen als
> Konjunktiv von "er hat gelten wollen", aber es ist nicht eindeutig als
> Vergangenheit zu erkennen.
^^^^^^^^^^^^
MUSE ist für: Er würde nicht ... gegolten haben wollen.
> Also die würdevolle Form: "Er würde nicht
> gelten wollen haben" ... oder "haben gelten wollen" ... oder "gelten
> haben wollen" ...?
>
> Mein Sprachgefühl stimmt für "haben gelten wollen".
Meines wehrt sich dagegen. ;-)
Yvonne Steiner
Schlimm genug, dass viele Geistesgrößen z.B. auf Partys damit protzen, in
Mathe "immer schlecht" gewesen zu sein, die Antwort "Literatur - find ich
langweilig" aber nicht mal als Retourkutsche verstehen, sondern als
Dummheitsbeweis. Aber mangelndes Verständnis hängt ja auch mit dem "in
Mathe immer schlecht gewesen" zusammen.
SCNR
Joachim
Gruß,
A.
Ich sehe da keine Polemik, sondern eine alltägliche Beobachtung.
Natürlich gibt es keinen Grundlegenden Widerspruch zwischen diesen
Bereichen. Sie beschäftigen sich ja auch mit verschiedenen Dingen.
Naturwissenschaftlicher, Mathematiker und Co. kokettieren meiner
Beobachtung nach aber weniger mit ihrem Unverständnis (sofern
vorhanden) von Kunst, Literatur, Theologie u.a. als umgekehrt.
Ich führe das das auf zwe Gründe zurück: Die latente
Technikfeindlichkeit in Deutschland sowie die geringere Möglichkeit,
sich als "Blender" in den Naturwissenschaften zu verstecken. Dort ist
Geschwafel vergleichsweise leicht zu erkennen.
Wenn das Sprachgefühl unsicher wird, hilft nur noch Formensicherheit und
Logik weiter. Deshalb und damit Sebastian wieder durchblickt und Yvonne
endlich weiß, wogegen sich ihr Sprachgefühl wehrt, ein paar Bemerkungen.
Entschuldigt bitte vorweg den belehrenden Ton - Karl Kraus hätte dafür
Verständnis und daran sogar seine Freude.
Nehmen wir mal, JG sei ein faschistischer und rassistischer Demagoge der
30er Jahre gewesen, mit akademischem Hintergrund (und meinetwegen einem Dr.
vor dem Namen). Nehmen wir weiter an, wir könnten ihm die Aussage "Ich will
nicht als I gelten" unterstellen. Wenn ich dies tue, so sage ich: "JG wollte
nicht als I gelten", wenn ich berichte, oder "JG hat nicht als I gelten
wollen" (wenn das grammatische Umfeld das Perfekt erfordert). Oder, und rein
fiktiv: "JG hätte nicht als I gelten wollen (wenn man ihn damals danach
gefragt hätte)". Soweit ist alles klar und einfach.
Sebastians Variante: "JG würde nicht als I haben gelten wollen" ist mit dem
letzten Satz inhaltlich völlig identisch und unterscheidet sich von "JG
hätte .... wollen" nur im Stil ('hätte wollen' ist einen Deut edler als
'würde haben wollen').
Hat er also recht und Yvonne unrecht? Nein, beide haben recht, sagen aber
Verschiedenes über jenen Hetzer aus.
Yvonnes Lösung "JG würde nicht als I gegolten haben wollen" ist der Irrealis
von "JG will nicht als I gegolten haben" (und den Irrealis brauchen wir,
wenn wir Vermutungen darüber anstellen, wie sich JG zu dieser oder jener
Frage geäußert hätte).
Intermezzo: "Er will zur Tatzeit in Paris gewesen sein" heißt: Er gibt vor,
dort gewesen zu sein, es gibt aber erhebliche Zweifel".
Fortsetzung der Hauptlinie:
Nehmen wir an, es habe ein Interview mit jener Person gegeben.
Frage: "Herr Reichspropagandaminister, ist es richtig, daß Sie in Ihrer
Jugend im Ruf standen, ein I zu sein."
Antwort: "Nein, diese Behauptung ist Teil der jüdisch-bolschewistischen
Weltverschwörung. Als I habe ich niemals gegolten."
Nun hat der Fragende aber gute Gründe, anzunehmen, daß JG hier lügt (und das
nicht zum ersten Mal). Er sagt dann: "JG will nicht als I gegolten haben."
Er deutet damit an, daß er erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der Aussage
des Befragten hat.
Wenn ich mir dies nun - rein fiktiv - so konstruiere, dann sage ich:
"Wenn man JG damals gefragt hätte, welchen Ruf er ehedem hatte, so hätte er
nicht als I gegolten haben wollen."
Damit unterstelle ich, daß jener seine Vergangenheit geleugnet hätte.
Einverstanden mit meiner Interpretation?
Beste Grüße, vor allem an Sebastian und Yvonne,
von Armin Saam
>Naturwissenschaftlicher, Mathematiker und Co. kokettieren meiner
>Beobachtung nach aber weniger mit ihrem Unverständnis (sofern
>vorhanden) von Kunst, Literatur, Theologie u.a. als umgekehrt.
>
>Ich führe das das auf zwe Gründe zurück: Die latente
>Technikfeindlichkeit in Deutschland sowie die geringere Möglichkeit,
>sich als "Blender" in den Naturwissenschaften zu verstecken. Dort ist
>Geschwafel vergleichsweise leicht zu erkennen.
Ich stimme beidem nicht zu.
Chefredakteur Reinhard Breuer schreibt im Editorial der "Spektrum der
Wissenschaft" vom 11.11.02:
"Es ist schon merkwürdig: Seit geraumer Zeit wähnen sich die
Geisteswissenschaftler in der Defensive. Unter dem Ruch des
Unwirklichen stünden sie sowie unter ständigem Rechtfertigungszwang,
beobachtete die FAZ, und begegneten sogar echter Geistfeindschaft.
...
Nun ist es ja so, dass wir in Spektrum der Wissenschaft - wenn auch
mit einem Schwerpunkt in den harten Naturwissenschaften -
grundsätzlich für alle Wissenschaften offen sind. Aber unsere
Redakteure haben oft Schwierigkeiten, bei den Geisteswissenschaften
hinreichend interessante Themen zu entdecken. Interessant ist
natürlich ein relativer Begriff. Aber Sie, unsere Leser, reagieren
sofort kritisch, wenn wir Ihnen zu weiche oder gar abseitige
Forschungen aus den, wie es im Englischen heißt, humanities
auftischen. Oder Sie strafen solche Artikel, wie unsere monatlichen
Leserumfragen zeigen, mit stiller Nichtbeachtung..."
Es sieht schon so aus, als hielten beide Seiten nichts voneinander.
--
Viele Grüße, Gerald Fix
> Naturwissenschaftlicher, Mathematiker und Co. kokettieren meiner
> Beobachtung nach aber weniger mit ihrem Unverständnis (sofern
> vorhanden) von Kunst, Literatur, Theologie u.a. als umgekehrt.
Von Ausnahmen (z. B. Lehramtstudenten in einer Natur- und einer
Geisteswissenschaft) abgesehen, ignoriert man sich eher gegenseitig.
Such man in naturwissenschaftlichen Newsgroups nach Äußerungen über
Philosophie. Das ist vielleicht nicht kokett. Arrogant ist es allemal.
Es gibt Naturwissenschaftler, die sich aufs Terrain der Theologie wagen.
Das ist dann allerdings oft peinlich.
>
> Ich führe das das auf zwe Gründe zurück: Die latente
> Technikfeindlichkeit in Deutschland
Na, das wäre doch was für Kristofs "Gebrauchsansweisung".
Aber im Ernst: Es mag ja in D Leute geben, die dieser Vorstellung
entsprechen. Die gibt es woanders auch.
Wer außer ein paar Landkommunarden, sofern es so etwas noch gibt, ist
denn pauschal gegen Technik? Das sind doch nicht mal die von meinem
Namensvetter angeführten (vermeintlichen) Kulturredakteure beim Radio.
> sowie die geringere Möglichkeit,
> sich als "Blender" in den Naturwissenschaften zu verstecken. Dort ist
> Geschwafel vergleichsweise leicht zu erkennen.
Bist Du ganz sicher?
Und wenn es in den Geisteswissenschaften weniger leicht zu erkennen ist,
sind die dann schwieriger?
Ralf
> Peter Bruells <bru...@rogue.peter.ecce-terram.de> wrote:
>> Naturwissenschaftlicher, Mathematiker und Co. kokettieren meiner
>> Beobachtung nach aber weniger mit ihrem Unverständnis (sofern
>> vorhanden) von Kunst, Literatur, Theologie u.a. als umgekehrt.
> Von Ausnahmen (z. B. Lehramtstudenten in einer Natur- und einer
> Geisteswissenschaft) abgesehen,
Ach, da könnte meine Schwester studnenlang drüber reden. Sie versucht
Lehramtsstudenen Naturwissenschaften und Technik beizubringen. Und sie
ist selber kein Technologiefreak. Kein Luddit, aber nicht übermässig
an den Naturwissenschaften interessiert.
> ignoriert man sich eher gegenseitig. Such man in
> naturwissenschaftlichen Newsgroups nach Äußerungen über Philosophie.
Warum? Da haben sie nichts verloren. :-)
>> Ich führe das das auf zwe Gründe zurück: Die latente
>> Technikfeindlichkeit in Deutschland
> Na, das wäre doch was für Kristofs "Gebrauchsansweisung".
> Aber im Ernst: Es mag ja in D Leute geben, die dieser Vorstellung
> entsprechen. Die gibt es woanders auch.
> Wer außer ein paar Landkommunarden, sofern es so etwas noch gibt, ist
> denn pauschal gegen Technik? Das sind doch nicht mal die von meinem
> Namensvetter angeführten (vermeintlichen) Kulturredakteure beim Radio.
"Technik" wird im deutschen Kulturraum mit Mißtrauen
betrachtet. Meiner Meinung nach seit der Romantik. Technik wird nicht
als wertneutrales Werkzeig verstanden, sondern als Selbstzweck -
sowohl auf der Seite der Befürworter wie auch der Ablehner. Derzeit
sind die Ablehner allerdings in der Überhand.
Wobei Kritik am Technikeinsatz ja durchaus sinnvoll und notwendig
ist. Sie endet nur allzuoft am "Brauchen wir nicht/Ist
böse/Abschaffen, und das Problem geht weg."
>> sowie die geringere Möglichkeit, sich als "Blender" in den
>> Naturwissenschaften zu verstecken. Dort ist Geschwafel
>> vergleichsweise leicht zu erkennen.
> Bist Du ganz sicher?
Ja. Naturwissenschaften haben es einfacher, dort kann man Experimente
nachverfolgen. Im günstigsten Fall reicht es aus, ein Gegenbeispiel
aufzuzeigen, um etablierte Theorien als falsch (besser: unzureichend)
darzulegen. In Geisteswissenschaften kann man das nicht, daher müssen
Thesen und Theorien in einem aufwendigen, auf individuellem, Diskurs
nachvollzogen werden. Da dazu nur begrenzte Zeit zur Verfügung steht,
kann sich da vieles verstecken.
> Und wenn es in den Geisteswissenschaften weniger leicht zu erkennen ist,
> sind die dann schwieriger?
Geisteswissenschaften haben als Objekt ihrer Forschung eines der
schwierigsten Objekte überhaupt. Das bedeutet allerdings nicht im
Umkehrschluß, daß Geisteswissenschaftler intelligenter sind als
Naturwissenschaftler.
> Muell...@despammed.com (Ralf Heinrich Arning) writes:
>
> > Such man in
mal
> > naturwissenschaftlichen Newsgroups nach Äußerungen über Philosophie.
>
> Warum? Da haben sie nichts verloren. :-)
Ich meine Sätze von Naturwissenschaftlern, in denen "Philosophie",
"philosophisch" etc. vorkommen, in denen zum Ausdruck kommt, was sie für
Philosophie halten.
>
[...]
>
> "Technik" wird im deutschen Kulturraum mit Mißtrauen
> betrachtet.
Das ist in dieser Allgemeinheit sicher falsch. Es gibt solch ein
Mißtrauen hier wie auch in anderen Kulturkreisen.
> Meiner Meinung nach seit der Romantik. Technik wird nicht
> als wertneutrales Werkzeig verstanden, sondern als Selbstzweck -
Der Gegenbegriff zu "wertneutrales Werkzeug" ist nicht "Selbstzweck".
Technik ist ferner auch kein Werkzeug, sondern die Fähigkeit Instrumente
herzustellen oder zu benutzen, sei es von einzelnen oder von Gruppen.
Diejenige "Technikkritik", die alle Technik in Bausch und Bogen verdammt
ist genauso verkehrt wie die Behauptung eines allgemeinen Mißtrauens
gegenüber der Technik.
"Wertneutral" ist überhaupt nichts, was in irgendeiner Weise in
Zusammenhang mit dem Denken und Handeln der Menschen steht.
> sowohl auf der Seite der Befürworter wie auch der Ablehner. Derzeit
> sind die Ablehner allerdings in der Überhand.
In keiner Gesellschaft gibt es einen Gegensatz zwischen pauschalen
Technikbefürwortern und -gegnern.
Das sind Klischees, die schlechter Journalismus verbreitet.
>
> Wobei Kritik am Technikeinsatz ja durchaus sinnvoll und notwendig
> ist.
Was auch heißen kann, daß man bestimmte Techniken für ungeeignet halten
kann, die Probleme zu lösen, die sie lösen sollen.
> Sie endet nur allzuoft am "Brauchen wir nicht/Ist
> böse/Abschaffen, und das Problem geht weg."
Das ist keine Kritik, sondern Lamento, ähnlich der Behauptung, daß
"Technik" wird im deutschen Kulturraum mit Mißtrauen betrachtet werde.
[...]
> Ja. Naturwissenschaften haben es einfacher, dort kann man Experimente
> nachverfolgen. Im günstigsten Fall reicht es aus, ein Gegenbeispiel
> aufzuzeigen, um etablierte Theorien als falsch (besser: unzureichend)
> darzulegen.
Das gilt nur für die experimentellen Wissenschaften, für die
theoretische Physik zum Beispiel schon weniger, desgleichen für weite
Teile der Biologie.
> In Geisteswissenschaften kann man das nicht, daher müssen
> Thesen und Theorien in einem aufwendigen, auf individuellem, Diskurs
> nachvollzogen werden.
Auch in den Geisteswissenschaften gibt es Beweisverfahren, z. B. in
Belegen am Text oder logisch sauberer Argumgentation.
> Da dazu nur begrenzte Zeit zur Verfügung steht,
> kann sich da vieles verstecken.
Und eben das gibt es auch in der experimentell orientierten
Wissenschaft. Nur versteckt man sich da hinter einem Wust von
Meßergebnissen und blendet mit Diagrammen, die in
PowerPoint-Präsentationen vorgeführt werden.>
>
> > Und wenn es in den Geisteswissenschaften weniger leicht zu erkennen ist,
> > sind die dann schwieriger?
>
> Geisteswissenschaften haben als Objekt ihrer Forschung eines der
> schwierigsten Objekte überhaupt. Das bedeutet allerdings nicht im
> Umkehrschluß, daß Geisteswissenschaftler intelligenter sind als
> Naturwissenschaftler.
Das Problem für Naturwissenschaftler ist wohl, daß sie die Gegenstände
der Geisteswissenschaften gar nicht kennen und ggf. versuchen sie wie
naturwissenschaftliche Gegenstände aufzufassen. Ihnen erscheinen Dinge
selbstverständlich und gewiß, die Geisteswissenschaftler prüfen. Deshalb
reden sie aneinander vorbei.
Ralf
> Das Problem für Naturwissenschaftler ist wohl, daß sie die Gegenstände
> der Geisteswissenschaften gar nicht kennen und ggf. versuchen sie wie
> naturwissenschaftliche Gegenstände aufzufassen. Ihnen erscheinen Dinge
> selbstverständlich und gewiß, die Geisteswissenschaftler prüfen. Deshalb
> reden sie aneinander vorbei.
Aber ebendieses Problem müßte gar kein solches eigentlich mehr sein. Die
oben dargelegte Ansicht, Natur- und Geisteswissenschaftler gehörten zwei
getrennten Lagern an, die sich wegen ihres unterschiedlichen
Erkenntnisinteresses nicht verstünden, dabei aber die je eigene
Methodologie, neue Erkenntnis zu entwickeln, als der andern überlegen
ansähen, wird doch nun schon in fast traditioneller Weise kultiviert.
Kernstück dieser Lehre ist der angeblich unvereinbare Gegensatz zwischen
den sich alternativ gegenüber stehenden Erkenntnismethoden des Erklärens
und des Verstehens, deren eine als Instrument der Naturwissenschaften,
deren andere als Mittel der Geisteswissenschaften angesehen wird.
Nun legt aber Hans Albert in seinem "Plädoyer für kritischen
Rationalismus" dar, daß dieser Gegensatz auf Vorbehalten beruht, die in
der Tat ihren Ursprung im deutschen Idealismus haben, da nämlich in
dieser Zeit die Geisteswissenschaften sich nach den Erschütterungen der
Aufklärung als legitime Nachfolgerinnen alter Lehren, befreit vom
theologischen Erbe, neu formierten. Doch konservierten sie als solche
den aus der theologischen Tradition bekannten Anti-Naturalismus, der
dort ja notwendige Konsequenz dessen war, daß alle stattfindenden
Ereignisse unter heilsgeschichtlichen Gesichtspunkten betrachtet wurden
und daher eine Einordnung dieses Geschehens in die Natur keinerlei
Bedeutung erlangen konnte. Weil aber *Geist*, *Kultur*, *Geschichte*
Thema blieben auch nach der Säkularisierung des abendländischen Denkens,
ergab sich hier wie selbstverständlich zur Begründung ebenjener
absoluten Vorrangstellung menschlicher Belange die Forderung, daß
anti-naturalistische Betrachtungsweisen fortzuführen seien - so
geschah's.
Und nun ergibt sich genau hieraus eine Alternative, wie hermeneutisches
und explanatorisches Denken sich zusammenfassen lassen sollten unter
einem Dach:
"Wenn man davon ausgeht, daß die von der hermeneutischen
Wissenschaftslehre postulierte /Autonomie der Geisteswissenschaften/ auf
die Beeinflussung des neuzeitlichen philosophischen Denkens durch
offenbarungstheologische Vorstellungen zurückgeht, daß sich in ihr also
gewissermaßen die /theologische Restproblematik/ dieses Denkens zeigt,
die den darin vorherrschenden Anti-Naturalismus hervorgebracht hat, dann
ergibt sich als Alternative zu den im Rahmen dieses Denkens entwickelten
Problemlösungen konsequenterweise eine Behandlung der in ihm
akzentuierten /Sinnproblematik/ im Rahmen eines /naturalistischen
Erkenntnisprogramms/." Und zwar greift diese Neuausrichtung auf im
hermeneutischen Denken selbst angelegte Voraussetzungen zurück. Sie
stellt darum keine völlige Überholung des gesamten Gedankensystems unter
realwissenschaftlichen Prämissen dar. Letzten Endes läuft das Programm
darauf hinaus, daß auf die Frage, wie Verstehen möglich sei, ein Schritt
zurück als Antwort anempfohlen wird, d.h. das Verstehen von Symbolen und
Symbolverbindungen, um das es in der älteren Hermeneutik im wesentlichen
zu gehen scheint, erweist sich als ein Sonderfall von Wahrnehmung, die
eben nicht als deutungsfreies Erleben des unmittelbar sinnlich Gegebenen
zu begreifen ist, sondern auch selbst schon Deutungskomponenten enthält.
Und damit ergibt sich eine prinzipielle Gleichheit der Grundlagen von
Erklären und Verstehen, welche beide sich auf Sinneseindrücke beziehen.
> Ralf
Gruß jovo
Betriebswirt.
mawa
--
Leichter träget, was er träget,
Wer Geduld zur Bürde leget.
-- Friedrich von Logau
> "Yvonne Steiner" <y...@swissonline.ch>
> > Sebastian Koppehel <ba...@bastisoft.de> wrote:
> >
> > > Joachim Pense schrieb:
> > >
> > > > ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel)
> (news:9ramra...@bastisoft.de):
> > > >
> > > >> Er würde vielleicht auch nicht als Intellektueller gegolten wollen
> > > >> haben.
> > > >
> > > > Interessantes Konstrukt "gegolten wollen haben".
> > >
> > > Naja, weniger interessant als mißlungen. Interessant ist, wie es denn
> > > richtig heißen muß.
> > >
> > > "Er hätte nicht gelten wollen" kann man durchgehen lassen als
> > > Konjunktiv von "er hat gelten wollen", aber es ist nicht eindeutig als
> > > Vergangenheit zu erkennen.
> > ^^^^^^^^^^^^
> > MUSE ist für: Er würde nicht ... gegolten haben wollen.
> >
> > > Also die würdevolle Form: "Er würde nicht
> > > gelten wollen haben" ... oder "haben gelten wollen" ... oder "gelten
> > > haben wollen" ...?
> > >
> > > Mein Sprachgefühl stimmt für "haben gelten wollen".
> >
> > Meines wehrt sich dagegen. ;-)
> Nehmen wir mal, JG sei ein faschistischer und rassistischer Demagoge der
> 30er Jahre gewesen, mit akademischem Hintergrund (und meinetwegen einem Dr.
> vor dem Namen). Nehmen wir weiter an, wir könnten ihm die Aussage "Ich will
> nicht als I gelten" unterstellen. Wenn ich dies tue, so sage ich: "JG wollte
> nicht als I gelten", wenn ich berichte, oder "JG hat nicht als I gelten
> wollen" (wenn das grammatische Umfeld das Perfekt erfordert). Oder, und rein
> fiktiv: "JG hätte nicht als I gelten wollen (wenn man ihn damals danach
> gefragt hätte)". Soweit ist alles klar und einfach.
Einverstanden.
> Sebastians Variante: "JG würde nicht als I haben gelten wollen"
Ist einfach kein gutes Deutsch - mich stört irgendwie die Reihenfolge
der Verben, aber in anderer bringe ich es auch nicht besser hin.
Deshalb Gedanken weg von dieser schlechten, unnötigen Formulierung. ;-)
> ist mit dem
> letzten Satz inhaltlich völlig identisch und unterscheidet sich von "JG
> hätte .... wollen" nur im Stil ('hätte wollen' ist einen Deut edler als
> 'würde haben wollen').
Wie wärs denn mit: Hätte nicht gewollt gehabt, als I zu gelten.
> Hat er also recht und Yvonne unrecht? Nein, beide haben recht, sagen aber
> Verschiedenes über jenen Hetzer aus.
>
> Yvonnes Lösung "JG würde nicht als I gegolten haben wollen" ist der Irrealis
> von "JG will nicht als I gegolten haben" (und den Irrealis brauchen wir,
> wenn wir Vermutungen darüber anstellen, wie sich JG zu dieser oder jener
> Frage geäußert hätte).
So wars doch ursprünglich auch gemeint.
>
> Intermezzo: "Er will zur Tatzeit in Paris gewesen sein" heißt: Er gibt vor,
> dort gewesen zu sein, es gibt aber erhebliche Zweifel".
Ja. Verstehe ich auch so.
>
> Fortsetzung der Hauptlinie:
> Nehmen wir an, es habe ein Interview mit jener Person gegeben.
> Frage: "Herr Reichspropagandaminister, ist es richtig, daß Sie in Ihrer
> Jugend im Ruf standen, ein I zu sein."
> Antwort: "Nein, diese Behauptung ist Teil der jüdisch-bolschewistischen
> Weltverschwörung. Als I habe ich niemals gegolten."
> Nun hat der Fragende aber gute Gründe, anzunehmen, daß JG hier lügt (und das
> nicht zum ersten Mal). Er sagt dann: "JG will nicht als I gegolten haben."
> Er deutet damit an, daß er erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der Aussage
> des Befragten hat.
>
> Wenn ich mir dies nun - rein fiktiv - so konstruiere, dann sage ich:
> "Wenn man JG damals gefragt hätte, welchen Ruf er ehedem hatte, so hätte er
> nicht als I gegolten haben wollen."
> Damit unterstelle ich, daß jener seine Vergangenheit geleugnet hätte.
>
> Einverstanden mit meiner Interpretation?
Ja.
>
> Beste Grüße, vor allem an Sebastian und Yvonne,
Danke - und ebenfalls Grüsse zurück an dich
Yvonne
Das wäre nur dann möglich, wenn "Er hat nicht als I zu gelten gewollt
gehabt" korrekt wäre. Diese beiden Partizipien des Perfekts können so nicht
nebeneinander stehen. Ich halte diesen Satz nicht nur für schlechtes
Deutsch, sondern vielmehr für fehlerhaftes.
Grüße von
Armin Saam
> "René" <KA...@mynra.com> (news:2TUD9.160$zt.176445485
>> "Ralf R. Radermacher" <ra...@free-photons.de> wrote...
>>
>>> "Ein Intellektueller ist jemand, der damit kokettiert, daß er keinen
>>> Nagel in die Wand schlagen kann."
>>
>> Hmm, gut...wie nennt man dann nun jemanden, der stolz darauf ist, seine
>> Zeit nicht mit dem Lesen von Buechern oder sonstiger Kultur zu
>> verschwenden? Dann haetten wir naemlich einen Begriff fuer das Gegenteil
>> von intellektuell.
>
> Schlimm genug, dass viele Geistesgrößen z.B. auf Partys damit protzen, in
> Mathe "immer schlecht" gewesen zu sein, die Antwort "Literatur - find ich
> langweilig" aber nicht mal als Retourkutsche verstehen, sondern als
> Dummheitsbeweis.
Und dann war da noch der Physiker Friedrich Hund, der behauptete, zur
theoretischen Physik gekommen zu sein, weil ihm Mathematik zu schwer
gewesen sei.
- Sebastian
"Naiv" finde ich das bisher passendste Gegenteil.
Daniel.
Nein.
Man kann sehr wohl naiv und intellektuell zugleich sein.
Naiv ist arglos, Arglosigkeit kann man aber bewußt pflegen, das ist
keine Blödheit.
Ich kenne mehrere Menschen, die hoch intellektuell und zugleich auf
eine rührende Weise naiv sind.
Liebe Grüße
Astrid
[Antonym zu "intellektuell"]
>>"Naiv" finde ich das bisher passendste Gegenteil.
>
> Nein.
>
> Man kann sehr wohl naiv und intellektuell zugleich sein.
> Naiv ist arglos, Arglosigkeit kann man aber bewußt pflegen, das ist
> keine Blödheit.
>
> Ich kenne mehrere Menschen, die hoch intellektuell und zugleich auf
> eine rührende Weise naiv sind.
Die meisten unter ihnen haben es aberv gewiss nicht bewußt gepflegt.
Die meisten zerstreuten Professoren, so sie ihre Zerstreutheit überhaupt
wahrnehmen, wären mMn lieber nicht zerstreut (Galletti mal ausgenommen).
Matthias
--
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>> Man kann sehr wohl naiv und intellektuell zugleich sein.
>> Naiv ist arglos, Arglosigkeit kann man aber bewußt pflegen, das ist
>> keine Blödheit.
>>
>> Ich kenne mehrere Menschen, die hoch intellektuell und zugleich auf
>> eine rührende Weise naiv sind.
>
>Die meisten unter ihnen haben es aber gewiss nicht bewußt gepflegt.
Wie soll das gehen? Wenn man seine Naivität nicht pflegt und zugleich
alles Wissen (von der Schlechtigkeit) der Welt anhäuft, sowie
zwangsläufig Verletzungen erfahren muß, dann zerspringt sie einem doch
schließlich.
Man wird gerissen, hart, verbittert, misanthrop, was auch immer. Auf
jeden Fall bleibt man nicht naiv.
>Die meisten zerstreuten Professoren, so sie ihre Zerstreutheit überhaupt
>wahrnehmen, wären mMn lieber nicht zerstreut (Galletti mal ausgenommen).
Das geht auch weder von allein weg, noch wird es gepflegt. Männer sind
halt nicht wirklich zum Multitasking fähig. :-)
Liebe Grüße
Astrid
Arglos sein kann man nicht durch Arglos-sein-Wollen. Man muss es sein.
>Arglos sein kann man nicht durch Arglos-sein-Wollen. Man muss es sein.
Es gibt kein Vertrauen nach dem Urvertrauen?
Liebe Grüße
Astrid
> Matthias Opatz schrieb:
>
>>Arglos sein kann man nicht durch Arglos-sein-Wollen. Man muss es sein.
>
> Es gibt kein Vertrauen nach dem Urvertrauen?
Vielleicht, aber das ist dann nicht naiv.
- Sebastian
--
Unser Feld ist die Welt.
(Hapag)
>> Es gibt kein Vertrauen nach dem Urvertrauen?
>
>Vielleicht, aber das ist dann nicht naiv.
Mt 18,3 verwendet doch Futur.
Danach gibt es die Möglichkeit einer Sekundär-Naivität. :-)
Liebe Grüße
Astrid
Es wurde auch bereits festgestellt, dass Intellektualität nicht das
Gegenteil von Blödheit ist. (Es wird kompliziert.)
Mein Empfinden: Ein Intellektueller hinterfragt die Dinge. Ein Naiver
nicht.
Ciao, Daniel.
Dieser "Kinder an die Macht"-Glaube ist sehr naiv.
Ciao, Daniel.
> Es wurde auch bereits festgestellt, dass Intellektualität nicht das
> Gegenteil von Blödheit ist.
Denn das wäre Intelligenz.
> Mein Empfinden: Ein Intellektueller hinterfragt die Dinge. Ein Naiver
> nicht.
Es gibt auch naive Fragerei ... nein, das mag u. U. so sein, ist aber
nicht das Chrakatersisierende der Naivität.
Wenn intellektuell "verstandesbetont" ist, dann ist das Gegenteil
"gefühlsduselig". Von mir aus gerne auch esoterisch.
Liebe Grüße
Astrid