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das Gegenteil von intellektuell

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F.Platonva

unread,
Nov 21, 2002, 3:39:35 PM11/21/02
to
Guten Abend

Ich suche die ganze Zeit ein geeignetes Antonym für intellektuell

Man auf der Straßen
durchschnittlicher Mensch

Keines von diesen Antonymen gefällt mir. Kennt ihr vielleicht ein
geeingnetres Antonym dafür

Danke

Matthias Opatz

unread,
Nov 21, 2002, 4:06:58 PM11/21/02
to
F.Platonva schrieb:

> Ich suche die ganze Zeit ein geeignetes Antonym für intellektuell
>
> Man auf der Straßen
> durchschnittlicher Mensch

Das sind ja auch keine Antonyme zu intellektuell, sondern zu
Bildungsbürger, Geistesgröße.
Und wenn du dafür ein Antonym suchst, nimm Lieschen Müller.

Matthias


--
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Joachim Pense

unread,
Nov 21, 2002, 4:11:14 PM11/21/02
to
part of F.Platonva's product
<9ac3addc.02112...@posting.google.com>:

Ich sage "Normalo" zu diesen Leuten. Die Verwendung dieses Wortes trägt
allerdings ihre Sprachebenenprobleme mit sich rum.

Joachim

René

unread,
Nov 21, 2002, 9:39:45 PM11/21/02
to
> Ich suche die ganze Zeit ein geeignetes Antonym für intellektuell

Dummbatz
bled' Sau
vertrottelt ;)


Boris Gerlach

unread,
Nov 22, 2002, 1:25:57 AM11/22/02
to
"René" wrote:
>
> > Ich suche die ganze Zeit ein geeignetes Antonym für intellektuell
>
> Dummbatz
> bled' Sau

Ich staune, daß hier immmer als Gegenteile von "intellektuell"
negative Begriffe kommen.
Soll es so sein, daß intellektuell ein positiver Begriff ist?
Unter den vielen Intellektuellen hier, vielleicht.
In anderen Gesellschaftsschichten, zahlenmäßig weitaus höher,
ist das ganz und gar nicht normal.

(siehe als Bsp. schussliger Professor oder die US Eierköpfe)

Er ist MUSEN eine Eigenschaft wie groß, dick, nachtragend,
heiter, kurzsichtig oder krummbeinig.


War Goebbels oder Mengeles Intellekt positiv?

Mir fiel als erster Gegensatz zu intellektuell:

im Leben stehend, praktisch veranlagt, natürlich, gradlinig

usw ein.

Von mir aus auch "einfach oder schlicht".
Wobei ich Shakermöbel immer einem Barockschrank vorziehen
würde.

> vertrottelt ;)

So mancher "trottlige" Bauer der noch nie ein Buch gelesen
hat, hat so manchen Oberschlau schon gewaltig über den
Löffel balbiert.

Gruß
BGE

Ralf Heinrich Arning

unread,
Nov 22, 2002, 1:39:17 AM11/22/02
to
F.Platonva <fpla...@web.de> wrote:

> Guten Abend
>
> Ich suche die ganze Zeit ein geeignetes Antonym für intellektuell
>
> Man auf der Straßen

"der einfache Mann auf der Straße" heißt das

> durchschnittlicher Mensch

Beides sind keine Adjektive und bezeichnen nicht das Gegenteil, sondern
die Mitte zwischen "intellektuell" und seinem Gegenteil.

Vorschläge: naiv, einfach gestrickt, simpel, einfältig

Ralf

Ralf Heinrich Arning

unread,
Nov 22, 2002, 1:57:34 AM11/22/02
to
Boris Gerlach <DRSt...@t-online.de> wrote:

> Ich staune, daß hier immmer als Gegenteile von "intellektuell"
> negative Begriffe kommen.
> Soll es so sein, daß intellektuell ein positiver Begriff ist?

Jedenfalls kein eindeutig negativ besetzter Begriff.

> Unter den vielen Intellektuellen hier, vielleicht.
> In anderen Gesellschaftsschichten, zahlenmäßig weitaus höher,
> ist das ganz und gar nicht normal.

Daß es antiintellektuelle Resentiments gibt, ist bekannt.
Es gibt auch Resentiments gegen andere gesellschaftliche Gruppen.


>
> (siehe als Bsp. schussliger Professor

Das ist kein typischer Intellektueller.

> oder die US Eierköpfe)

Was mit diesem Etikett versehen wird, müßte man sich im Detail ansehen.


>
> Er ist MUSEN eine Eigenschaft wie groß, dick, nachtragend,
> heiter, kurzsichtig oder krummbeinig.
>
>
> War Goebbels oder Mengeles Intellekt positiv?

Intellektuelle waren das sicher nicht. Goebbels war zwar promoviert,
aber das heißt nichts.


>
> Mir fiel als erster Gegensatz zu intellektuell:
>
> im Leben stehend,

Das ist das Gegenteil von abgehoben.

> praktisch veranlagt,

Das ist das Gegenteil von vergeistigt.

> natürlich,

Das ist das Gegenteil von künstlich oder vielmehr von gekünstelt.

> gradlinig

Das ist das Gegenteil von verquast, umständlich, evt.: tückisch.


>
> usw ein.
>
> Von mir aus auch "einfach oder schlicht".
> Wobei ich Shakermöbel immer einem Barockschrank vorziehen
> würde.
>
> > vertrottelt ;)
>
> So mancher "trottlige" Bauer der noch nie ein Buch gelesen
> hat, hat so manchen Oberschlau schon gewaltig über den
> Löffel balbiert.

Für das, was Du unter intellektuell verstehst, sagte man in meiner
Jugend "pseudointellektuell". Damit kritisierte man die, die
intellektuell scheinen wollten, es aber nicht sein konnten. Das war die
Zeit, als Reihard Mey "Annabell" sang.

Ralf

Volker Gringmuth

unread,
Nov 22, 2002, 3:00:14 AM11/22/02
to
Ralf Heinrich Arning (Muell...@despammed.com) wrote:

> Das war die Zeit, als Reihard Mey "Annabell" sang.

"Annabelle".

"Es gibt Zeiten, da wollt ich, ich wär mein Hund" ist ein anderes Lied
vom selben Autor. ;-)


vG

--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Das Universum entstand, als Gott durch Null dividierte.

Yvonne Steiner

unread,
Nov 22, 2002, 5:07:51 AM11/22/02
to
Wolfgang Schwanke <REMOVE.use...@wschwanke.de> wrote:

> Boris Gerlach <DRSt...@t-online.de> wrote in news:3DDDCDF5.AD6DB3AD@t-
> online.de:

> > Ich staune, daß hier immmer als Gegenteile von "intellektuell"
> > negative Begriffe kommen.
>

> Vor allem welche, die in Richtung "dumm" oder "ungebildet" gehen. Aber
> "intellektuelL" ist nicht synonym zu "intelligent" bzw. "gebildet". Es gibt
> gebildete und intelligente Nicht-Intellektuelle. MUSEN bedeutet
> "intellektuell" verkopft, kopfgesteuert, vielleicht auch abgehoben im
> Gegensatz zu geradlinig, bodenständig.

Für mich ist ein Intellektueller jemand, der seine geistigen Fähigkeiten
gezielt steuert und einsetzt - das kann natürlich ebenso negativ wie
positiv ausgerichet sein.

Yvonne Steiner

René

unread,
Nov 22, 2002, 5:26:13 AM11/22/02
to

"Boris Gerlach" <DRSt...@t-online.de> wrote...

> Ich staune, daß hier immmer als Gegenteile von "intellektuell"
> negative Begriffe kommen.
> Soll es so sein, daß intellektuell ein positiver Begriff ist?

Na ja, positiver jedenfalls als "Intelligentsiya" ;) Da spielt wohl ne
Menge Klassenkampf mit rein und verzerrt die Bedeutung des Wortes. So a
la "Wir brauchen die Intelligenz um den Sossjalissmos aufzubauen, aber
immer schoen aufpassen, denen fehlt naemlich der Klassenstandpunkt der
Arbeiterklasse."

> Mir fiel als erster Gegensatz zu intellektuell:
>
> im Leben stehend, praktisch veranlagt, natürlich, gradlinig
>
> usw ein.

Wie waers mit BILD-Leser? ;)

> So mancher "trottlige" Bauer der noch nie ein Buch gelesen
> hat, hat so manchen Oberschlau schon gewaltig über den
> Löffel balbiert.

Gibts soc.philosophy.life.rural.quaint?


Hubert Partl

unread,
Nov 22, 2002, 10:56:51 AM11/22/02
to
F.Platonva <fpla...@web.de> wrote:
> Ich suche die ganze Zeit ein geeignetes Antonym für intellektuell

intellektuell - emotionell

im Gegesatz zu

intelligent - dumm

--
Hubert Partl pa...@mail.boku.ac.at
ZID BOKU Wien http://homepage.boku.ac.at/partl/
(-: make laugh not war

Kari Bonanza

unread,
Nov 22, 2002, 2:46:21 PM11/22/02
to
Hubert Partl schrieb:

> intellektuell - emotionell

Ruft der Korporal: Sie da hinten, stellen sie sich in die Reihe!
Flüstert ein Rekrut: Äh, Korporal, das ist ein Hydrant.
Brüllt der zurück: Das ist mir egal! Auch die Intellektuellen machen
hier was ich will!

> intelligent - dumm

Der Korporal brüllt einen an: Telligent wolln sie sein? *In*telligent
sind sie!

SCNR

Gruss Kari (selber Korporal gewesen seiend)

Andreas Kabel

unread,
Nov 22, 2002, 3:58:00 PM11/22/02
to
"Kari Bonanza" <sieu...@yahoo.com> writes:

> Hubert Partl schrieb:
>
>> intellektuell - emotionell
>
> Ruft der Korporal: Sie da hinten, stellen sie sich in die Reihe!
> Flüstert ein Rekrut: Äh, Korporal, das ist ein Hydrant.
> Brüllt der zurück: Das ist mir egal! Auch die Intellektuellen machen
> hier was ich will!
>
>> intelligent - dumm
>
> Der Korporal brüllt einen an: Telligent wolln sie sein? *In*telligent
> sind sie!

Der Blitz schlaegt in eine Marschkolonne ein. Ein Soldat zerkruemelt zu
einem schwarzen Haufen: "Natuerlich wieder der Herr Abiturient!"

Klaus G

unread,
Nov 22, 2002, 4:50:48 PM11/22/02
to
fpla...@web.de (F.Platonva) wrote in message news:<9ac3addc.02112...@posting.google.com>...

extellektuell.

Gruß
Klaus G.

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 22, 2002, 5:24:41 PM11/22/02
to
Ralf Heinrich Arning schrieb:

> Boris Gerlach <DRSt...@t-online.de> wrote:
>
>> War Goebbels oder Mengeles Intellekt positiv?
>
> Intellektuelle waren das sicher nicht. Goebbels war zwar promoviert,

Dr. Mengele natürlich auch.

> aber das heißt nichts.

Er würde vielleicht auch nicht als Intellektueller gegolten wollen
haben.

- Sebastian

Armin Saam

unread,
Nov 22, 2002, 6:48:49 PM11/22/02
to

"Boris Gerlach" <DRSt...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag

> Ich staune, daß hier immmer als Gegenteile von "intellektuell"
> negative Begriffe kommen.
> Soll es so sein, daß intellektuell ein positiver Begriff ist?
> Unter den vielen Intellektuellen hier, vielleicht.
> In anderen Gesellschaftsschichten, zahlenmäßig weitaus höher,
> ist das ganz und gar nicht normal.

Endlich mal einer, der das Spielchen, in diesem Aspekt, durchschaut!

[...]


> Mir fiel als erster Gegensatz zu intellektuell:
>
> im Leben stehend, praktisch veranlagt, natürlich, gradlinig
> usw ein.

Vorsicht: 'praktisch veranlagt' wird häufig als Euphemismus verwendet (für
'theoretisch unbegabt').

Einen Begriff als Gegenteil von 'intellektuell' kann es nicht geben, denn
das Wort selbst ist zu schillernd.

Gruß
Armin Saam


Joachim Pense

unread,
Nov 23, 2002, 1:48:52 AM11/23/02
to
Boris Gerlach <DRSt...@t-online.de> (news:3DDDCDF5.AD6DB3AD@t-
online.de):

> Ich staune, daß hier immmer als Gegenteile von "intellektuell"
> negative Begriffe kommen.
> Soll es so sein, daß intellektuell ein positiver Begriff ist?

Kommt wahrscheinlich auf den Verwender an. Für mich ist "intellektuell"
positiv und z.B. "religiös" negativ besetzt. Andere sehen das anders.

> Unter den vielen Intellektuellen hier, vielleicht.
> In anderen Gesellschaftsschichten, zahlenmäßig weitaus höher,
> ist das ganz und gar nicht normal.
>
> (siehe als Bsp. schussliger Professor oder die US Eierköpfe)

Der "schusslige Professor" ist für mich nicht unbedingt negativ besetzt.
Eher liebevoll. (In der Art von: wer jeden zweiten Tag eine
Relativitätstheorie erfindet, kann nicht auch noch immer daran denken,
sich gleichfarbige Socken anzuziehen).

>
> Er ist MUSEN eine Eigenschaft wie groß, dick, nachtragend,
> heiter, kurzsichtig oder krummbeinig.

Die allgemeine Verwendung des Begriffes bezeichnet m.E. eher Akademiker
bzw. akademisch orientierte Personen, die an der öffentlichen Diskussion
teilnehmen und sich dabei der Bildungssprache bedienen. Nicht einfach nur
schlaue oder gebildete Leute.

Joachim

Joachim Pense

unread,
Nov 23, 2002, 1:53:32 AM11/23/02
to
ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) (news:9ramra...@bastisoft.de):

>
> Er würde vielleicht auch nicht als Intellektueller gegolten wollen
> haben.

Interessantes Konstrukt "gegolten wollen haben".

Joachim

Florian Ritter

unread,
Nov 23, 2002, 10:08:01 AM11/23/02
to
Andreas Kabel <aka...@penguin.slac.stanford.edu> wrote in message news:<86zns1s...@penguin.slac.stanford.edu>...

> >> intellektuell - emotionell
> >
> > Ruft der Korporal: Sie da hinten, stellen sie sich in die Reihe!
> > Fl stert ein Rekrut: h, Korporal, das ist ein Hydrant.
> > Br llt der zur ck: Das ist mir egal! Auch die Intellektuellen machen
>
> > hier was ich will!
> >
> >> intelligent - dumm
> >
> > Der Korporal brüllt einen an: Telligent wolln sie sein? *In*telligent
> > sind sie!
>
> Der Blitz schlaegt in eine Marschkolonne ein. Ein Soldat zerkruemelt zu
> einem schwarzen Haufen: "Natuerlich wieder der Herr Abiturient!"

Aus Unteroffiziersmund heißt das aber "Abturent"; früher war's der Einjährige - FR

Herford

unread,
Nov 23, 2002, 3:07:17 PM11/23/02
to
klaus.gi...@web.de (Klaus G) wrote in message news:
>
> extellektuell.
>

Versuchen wir die positive / negative Besetzung des Wortes
zu umgehen und sagen es so: Ein Intellektueller ist jemand,
der keinen Nagel in die Wand schlagen kann.

Damit wäre das Gegenstück der praktisch veranlagte Mensch, wie
schon weiter oben vorgeschlagen.

Daß das nicht immer stimmt ist mir klar, aber zu 80% dürfte das
hinkommen. (Diesen Wert hat nicht jeder hier im Thread erreicht.)

TH

Ralf R. Radermacher

unread,
Nov 23, 2002, 4:20:50 PM11/23/02
to
Herford <Til_H...@yahoo.de> wrote:

> Versuchen wir die positive / negative Besetzung des Wortes
> zu umgehen und sagen es so: Ein Intellektueller ist jemand,
> der keinen Nagel in die Wand schlagen kann.

Darf ich das etwas umformulieren?

"Ein Intellektueller ist jemand, der damit kokettiert, daß er keinen


Nagel in die Wand schlagen kann."

Aus eigener Erfahrung als Toningenieur scheint in gewissen Kreisen, z.B.
bei Kulturredakteuren, jedwedes technische Verständnis als sicheres
Indiz für einen einstelligen IQ zu gelten. Somit unterscheidet das
völlige Fehlen derartigen Verständnisses den richtigen Intellektuellen
von den niederen Lebensformen und kann daher nicht oft genug betont
werden.

Ralf

--
Ralf R. Radermacher - DL9KCG - Köln/Cologne, Germany
NEW URL!!! private homepage: http://www.fotoralf.de
manual cameras and photo galleries - updated May 9, 2002
Contarex - Kiev 60 - Horizon 202 - P6 mount lenses

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 23, 2002, 6:38:02 PM11/23/02
to
Klaus G schrieb:

> fpla...@web.de (F.Platonva) wrote in message news:<9ac3addc.02112...@posting.google.com>...
>> Guten Abend
>> Ich suche die ganze Zeit ein geeignetes Antonym für intellektuell
>

> extellektuell.

tellektuell

- Sebastian

Ralf R. Radermacher

unread,
Nov 23, 2002, 6:59:05 PM11/23/02
to
Sebastian Koppehel <ba...@bastisoft.de> wrote:

> > extellektuell.
>
> tellektuell

amdlektuell?

René

unread,
Nov 23, 2002, 7:15:58 PM11/23/02
to

"Ralf R. Radermacher" <ra...@free-photons.de> wrote...

> "Ein Intellektueller ist jemand, der damit kokettiert, daß er keinen
> Nagel in die Wand schlagen kann."

Hmm, gut...wie nennt man dann nun jemanden, der stolz darauf ist, seine
Zeit nicht mit dem Lesen von Buechern oder sonstiger Kultur zu
verschwenden? Dann haetten wir naemlich einen Begriff fuer das Gegenteil
von intellektuell.


Sebastian Koppehel

unread,
Nov 23, 2002, 7:05:07 PM11/23/02
to
Joachim Pense schrieb:

er will gelten.
er hat gelten wollen.
er würde gelten wollen haben.

Naja, weniger interessant als mißlungen. Interessant ist, wie es denn
richtig heißen muß.

"Er hätte nicht gelten wollen" kann man durchgehen lassen als
Konjunktiv von "er hat gelten wollen", aber es ist nicht eindeutig als
Vergangenheit zu erkennen. Also die würdevolle Form: "Er würde nicht
gelten wollen haben" ... oder "haben gelten wollen" ... oder "gelten
haben wollen" ...?

Mein Sprachgefühl stimmt für "haben gelten wollen".

*garnichtmehrdurchblick*

- Sebastian

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 23, 2002, 7:29:40 PM11/23/02
to
Joachim Pense schrieb:

Naja, weniger interessant als mißlungen. Interessant ist, wie es denn

Yvonne Steiner

unread,
Nov 23, 2002, 9:41:33 PM11/23/02
to
Sebastian Koppehel <ba...@bastisoft.de> wrote:

> Joachim Pense schrieb:
>
> > ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) (news:9ramra...@bastisoft.de):
> >
> >> Er würde vielleicht auch nicht als Intellektueller gegolten wollen
> >> haben.
> >
> > Interessantes Konstrukt "gegolten wollen haben".
>
> Naja, weniger interessant als mißlungen. Interessant ist, wie es denn
> richtig heißen muß.
>
> "Er hätte nicht gelten wollen" kann man durchgehen lassen als
> Konjunktiv von "er hat gelten wollen", aber es ist nicht eindeutig als
> Vergangenheit zu erkennen.

^^^^^^^^^^^^
MUSE ist für: Er würde nicht ... gegolten haben wollen.

> Also die würdevolle Form: "Er würde nicht
> gelten wollen haben" ... oder "haben gelten wollen" ... oder "gelten
> haben wollen" ...?
>
> Mein Sprachgefühl stimmt für "haben gelten wollen".

Meines wehrt sich dagegen. ;-)

Yvonne Steiner

Joachim Pense

unread,
Nov 24, 2002, 2:00:42 AM11/24/02
to
"René" <KA...@mynra.com> (news:2TUD9.160$zt.176445485
@newssvr11.news.prodigy.com):

Schlimm genug, dass viele Geistesgrößen z.B. auf Partys damit protzen, in
Mathe "immer schlecht" gewesen zu sein, die Antwort "Literatur - find ich
langweilig" aber nicht mal als Retourkutsche verstehen, sondern als
Dummheitsbeweis. Aber mangelndes Verständnis hängt ja auch mit dem "in
Mathe immer schlecht gewesen" zusammen.

SCNR

Joachim

tho...@uni-bonn.de

unread,
Nov 24, 2002, 5:49:20 AM11/24/02
to
Was soll die Polemik? Ingenieure wie Robert Musil und Boris
Vian oder auch Leonardo da Vinci, Mathematiker wie Sir
Christopher Wren, ehemalige Mathematikstudenten wie Wolf
Biermann, Informatiker wie Douglas Hofstadter, praktizierende
Ärzte wie Gottfried Benn, oder auch ein so vielseitig
begabter Physiker und Künstler wie Richard Feynman zeigen
doch, daß es keinen grundlegenden Widerspruch zwischen
der Befassung mit mathematisch / naturwissenschaftlich /
ingenieurwissenschaftlichen Gegenständen einerseits und
Literatur und Kunst andererseits gibt - außer Zeitmangel
natürlich, der eigentlich immer die Entscheidung zwischen
erlerntem Beruf und künstlerischer Betätigung erzwingt.

Gruß,

A.

Joachim Pense

unread,
Nov 24, 2002, 10:45:14 AM11/24/02
to
tho...@uni-bonn.de (news:arqarg$10ig$1...@f1node01.rhrz.uni-bonn.de):

Zum Glück.

Joachim

Peter Bruells

unread,
Nov 24, 2002, 2:26:19 PM11/24/02
to
tho...@uni-bonn.de writes:

Ich sehe da keine Polemik, sondern eine alltägliche Beobachtung.

Natürlich gibt es keinen Grundlegenden Widerspruch zwischen diesen
Bereichen. Sie beschäftigen sich ja auch mit verschiedenen Dingen.

Naturwissenschaftlicher, Mathematiker und Co. kokettieren meiner
Beobachtung nach aber weniger mit ihrem Unverständnis (sofern
vorhanden) von Kunst, Literatur, Theologie u.a. als umgekehrt.

Ich führe das das auf zwe Gründe zurück: Die latente
Technikfeindlichkeit in Deutschland sowie die geringere Möglichkeit,
sich als "Blender" in den Naturwissenschaften zu verstecken. Dort ist
Geschwafel vergleichsweise leicht zu erkennen.

Armin Saam

unread,
Nov 24, 2002, 6:36:32 PM11/24/02
to

"Yvonne Steiner" <y...@swissonline.ch> schrieb im Newsbeitrag
news:1fm4v2h.1mm8zko1o0w45qN%y...@swissonline.ch...

Wenn das Sprachgefühl unsicher wird, hilft nur noch Formensicherheit und
Logik weiter. Deshalb und damit Sebastian wieder durchblickt und Yvonne
endlich weiß, wogegen sich ihr Sprachgefühl wehrt, ein paar Bemerkungen.
Entschuldigt bitte vorweg den belehrenden Ton - Karl Kraus hätte dafür
Verständnis und daran sogar seine Freude.

Nehmen wir mal, JG sei ein faschistischer und rassistischer Demagoge der
30er Jahre gewesen, mit akademischem Hintergrund (und meinetwegen einem Dr.
vor dem Namen). Nehmen wir weiter an, wir könnten ihm die Aussage "Ich will
nicht als I gelten" unterstellen. Wenn ich dies tue, so sage ich: "JG wollte
nicht als I gelten", wenn ich berichte, oder "JG hat nicht als I gelten
wollen" (wenn das grammatische Umfeld das Perfekt erfordert). Oder, und rein
fiktiv: "JG hätte nicht als I gelten wollen (wenn man ihn damals danach
gefragt hätte)". Soweit ist alles klar und einfach.

Sebastians Variante: "JG würde nicht als I haben gelten wollen" ist mit dem
letzten Satz inhaltlich völlig identisch und unterscheidet sich von "JG
hätte .... wollen" nur im Stil ('hätte wollen' ist einen Deut edler als
'würde haben wollen').

Hat er also recht und Yvonne unrecht? Nein, beide haben recht, sagen aber
Verschiedenes über jenen Hetzer aus.

Yvonnes Lösung "JG würde nicht als I gegolten haben wollen" ist der Irrealis
von "JG will nicht als I gegolten haben" (und den Irrealis brauchen wir,
wenn wir Vermutungen darüber anstellen, wie sich JG zu dieser oder jener
Frage geäußert hätte).

Intermezzo: "Er will zur Tatzeit in Paris gewesen sein" heißt: Er gibt vor,
dort gewesen zu sein, es gibt aber erhebliche Zweifel".

Fortsetzung der Hauptlinie:
Nehmen wir an, es habe ein Interview mit jener Person gegeben.
Frage: "Herr Reichspropagandaminister, ist es richtig, daß Sie in Ihrer
Jugend im Ruf standen, ein I zu sein."
Antwort: "Nein, diese Behauptung ist Teil der jüdisch-bolschewistischen
Weltverschwörung. Als I habe ich niemals gegolten."
Nun hat der Fragende aber gute Gründe, anzunehmen, daß JG hier lügt (und das
nicht zum ersten Mal). Er sagt dann: "JG will nicht als I gegolten haben."
Er deutet damit an, daß er erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der Aussage
des Befragten hat.

Wenn ich mir dies nun - rein fiktiv - so konstruiere, dann sage ich:
"Wenn man JG damals gefragt hätte, welchen Ruf er ehedem hatte, so hätte er
nicht als I gegolten haben wollen."
Damit unterstelle ich, daß jener seine Vergangenheit geleugnet hätte.

Einverstanden mit meiner Interpretation?

Beste Grüße, vor allem an Sebastian und Yvonne,

von Armin Saam

Gerald Fix

unread,
Nov 25, 2002, 2:06:34 AM11/25/02
to
On 24 Nov 2002 20:26:19 +0100, Peter Bruells
<bru...@rogue.peter.ecce-terram.de> wrote:

>Naturwissenschaftlicher, Mathematiker und Co. kokettieren meiner
>Beobachtung nach aber weniger mit ihrem Unverständnis (sofern
>vorhanden) von Kunst, Literatur, Theologie u.a. als umgekehrt.
>
>Ich führe das das auf zwe Gründe zurück: Die latente
>Technikfeindlichkeit in Deutschland sowie die geringere Möglichkeit,
>sich als "Blender" in den Naturwissenschaften zu verstecken. Dort ist
>Geschwafel vergleichsweise leicht zu erkennen.

Ich stimme beidem nicht zu.

Chefredakteur Reinhard Breuer schreibt im Editorial der "Spektrum der
Wissenschaft" vom 11.11.02:

"Es ist schon merkwürdig: Seit geraumer Zeit wähnen sich die
Geisteswissenschaftler in der Defensive. Unter dem Ruch des
Unwirklichen stünden sie sowie unter ständigem Rechtfertigungszwang,
beobachtete die FAZ, und begegneten sogar echter Geistfeindschaft.
...
Nun ist es ja so, dass wir in Spektrum der Wissenschaft - wenn auch
mit einem Schwerpunkt in den harten Naturwissenschaften -
grundsätzlich für alle Wissenschaften offen sind. Aber unsere
Redakteure haben oft Schwierigkeiten, bei den Geisteswissenschaften
hinreichend interessante Themen zu entdecken. Interessant ist
natürlich ein relativer Begriff. Aber Sie, unsere Leser, reagieren
sofort kritisch, wenn wir Ihnen zu weiche oder gar abseitige
Forschungen aus den, wie es im Englischen heißt, humanities
auftischen. Oder Sie strafen solche Artikel, wie unsere monatlichen
Leserumfragen zeigen, mit stiller Nichtbeachtung..."

Es sieht schon so aus, als hielten beide Seiten nichts voneinander.


--
Viele Grüße, Gerald Fix

Ralf Heinrich Arning

unread,
Nov 25, 2002, 6:50:01 AM11/25/02
to
Peter Bruells <bru...@rogue.peter.ecce-terram.de> wrote:

> Naturwissenschaftlicher, Mathematiker und Co. kokettieren meiner
> Beobachtung nach aber weniger mit ihrem Unverständnis (sofern
> vorhanden) von Kunst, Literatur, Theologie u.a. als umgekehrt.

Von Ausnahmen (z. B. Lehramtstudenten in einer Natur- und einer
Geisteswissenschaft) abgesehen, ignoriert man sich eher gegenseitig.
Such man in naturwissenschaftlichen Newsgroups nach Äußerungen über
Philosophie. Das ist vielleicht nicht kokett. Arrogant ist es allemal.
Es gibt Naturwissenschaftler, die sich aufs Terrain der Theologie wagen.
Das ist dann allerdings oft peinlich.


>
> Ich führe das das auf zwe Gründe zurück: Die latente
> Technikfeindlichkeit in Deutschland

Na, das wäre doch was für Kristofs "Gebrauchsansweisung".
Aber im Ernst: Es mag ja in D Leute geben, die dieser Vorstellung
entsprechen. Die gibt es woanders auch.
Wer außer ein paar Landkommunarden, sofern es so etwas noch gibt, ist
denn pauschal gegen Technik? Das sind doch nicht mal die von meinem
Namensvetter angeführten (vermeintlichen) Kulturredakteure beim Radio.

> sowie die geringere Möglichkeit,
> sich als "Blender" in den Naturwissenschaften zu verstecken. Dort ist
> Geschwafel vergleichsweise leicht zu erkennen.

Bist Du ganz sicher?

Und wenn es in den Geisteswissenschaften weniger leicht zu erkennen ist,
sind die dann schwieriger?

Ralf

Peter Bruells

unread,
Nov 25, 2002, 7:38:43 AM11/25/02
to
Muell...@despammed.com (Ralf Heinrich Arning) writes:

> Peter Bruells <bru...@rogue.peter.ecce-terram.de> wrote:

>> Naturwissenschaftlicher, Mathematiker und Co. kokettieren meiner
>> Beobachtung nach aber weniger mit ihrem Unverständnis (sofern
>> vorhanden) von Kunst, Literatur, Theologie u.a. als umgekehrt.

> Von Ausnahmen (z. B. Lehramtstudenten in einer Natur- und einer
> Geisteswissenschaft) abgesehen,

Ach, da könnte meine Schwester studnenlang drüber reden. Sie versucht
Lehramtsstudenen Naturwissenschaften und Technik beizubringen. Und sie
ist selber kein Technologiefreak. Kein Luddit, aber nicht übermässig
an den Naturwissenschaften interessiert.

> ignoriert man sich eher gegenseitig. Such man in
> naturwissenschaftlichen Newsgroups nach Äußerungen über Philosophie.

Warum? Da haben sie nichts verloren. :-)

>> Ich führe das das auf zwe Gründe zurück: Die latente
>> Technikfeindlichkeit in Deutschland

> Na, das wäre doch was für Kristofs "Gebrauchsansweisung".
> Aber im Ernst: Es mag ja in D Leute geben, die dieser Vorstellung
> entsprechen. Die gibt es woanders auch.
> Wer außer ein paar Landkommunarden, sofern es so etwas noch gibt, ist
> denn pauschal gegen Technik? Das sind doch nicht mal die von meinem
> Namensvetter angeführten (vermeintlichen) Kulturredakteure beim Radio.

"Technik" wird im deutschen Kulturraum mit Mißtrauen
betrachtet. Meiner Meinung nach seit der Romantik. Technik wird nicht
als wertneutrales Werkzeig verstanden, sondern als Selbstzweck -
sowohl auf der Seite der Befürworter wie auch der Ablehner. Derzeit
sind die Ablehner allerdings in der Überhand.

Wobei Kritik am Technikeinsatz ja durchaus sinnvoll und notwendig
ist. Sie endet nur allzuoft am "Brauchen wir nicht/Ist
böse/Abschaffen, und das Problem geht weg."

>> sowie die geringere Möglichkeit, sich als "Blender" in den
>> Naturwissenschaften zu verstecken. Dort ist Geschwafel
>> vergleichsweise leicht zu erkennen.

> Bist Du ganz sicher?

Ja. Naturwissenschaften haben es einfacher, dort kann man Experimente
nachverfolgen. Im günstigsten Fall reicht es aus, ein Gegenbeispiel
aufzuzeigen, um etablierte Theorien als falsch (besser: unzureichend)
darzulegen. In Geisteswissenschaften kann man das nicht, daher müssen
Thesen und Theorien in einem aufwendigen, auf individuellem, Diskurs
nachvollzogen werden. Da dazu nur begrenzte Zeit zur Verfügung steht,
kann sich da vieles verstecken.


> Und wenn es in den Geisteswissenschaften weniger leicht zu erkennen ist,
> sind die dann schwieriger?

Geisteswissenschaften haben als Objekt ihrer Forschung eines der
schwierigsten Objekte überhaupt. Das bedeutet allerdings nicht im
Umkehrschluß, daß Geisteswissenschaftler intelligenter sind als
Naturwissenschaftler.


Ralf Heinrich Arning

unread,
Nov 25, 2002, 9:57:22 AM11/25/02
to
Peter Bruells <bru...@rogue.peter.ecce-terram.de> wrote:

> Muell...@despammed.com (Ralf Heinrich Arning) writes:
>

> > Such man in
mal


> > naturwissenschaftlichen Newsgroups nach Äußerungen über Philosophie.
>
> Warum? Da haben sie nichts verloren. :-)

Ich meine Sätze von Naturwissenschaftlern, in denen "Philosophie",
"philosophisch" etc. vorkommen, in denen zum Ausdruck kommt, was sie für
Philosophie halten.
>
[...]


>
> "Technik" wird im deutschen Kulturraum mit Mißtrauen
> betrachtet.

Das ist in dieser Allgemeinheit sicher falsch. Es gibt solch ein
Mißtrauen hier wie auch in anderen Kulturkreisen.

> Meiner Meinung nach seit der Romantik. Technik wird nicht
> als wertneutrales Werkzeig verstanden, sondern als Selbstzweck -

Der Gegenbegriff zu "wertneutrales Werkzeug" ist nicht "Selbstzweck".
Technik ist ferner auch kein Werkzeug, sondern die Fähigkeit Instrumente
herzustellen oder zu benutzen, sei es von einzelnen oder von Gruppen.
Diejenige "Technikkritik", die alle Technik in Bausch und Bogen verdammt
ist genauso verkehrt wie die Behauptung eines allgemeinen Mißtrauens
gegenüber der Technik.
"Wertneutral" ist überhaupt nichts, was in irgendeiner Weise in
Zusammenhang mit dem Denken und Handeln der Menschen steht.

> sowohl auf der Seite der Befürworter wie auch der Ablehner. Derzeit
> sind die Ablehner allerdings in der Überhand.

In keiner Gesellschaft gibt es einen Gegensatz zwischen pauschalen
Technikbefürwortern und -gegnern.
Das sind Klischees, die schlechter Journalismus verbreitet.

>
> Wobei Kritik am Technikeinsatz ja durchaus sinnvoll und notwendig
> ist.

Was auch heißen kann, daß man bestimmte Techniken für ungeeignet halten
kann, die Probleme zu lösen, die sie lösen sollen.

> Sie endet nur allzuoft am "Brauchen wir nicht/Ist
> böse/Abschaffen, und das Problem geht weg."

Das ist keine Kritik, sondern Lamento, ähnlich der Behauptung, daß
"Technik" wird im deutschen Kulturraum mit Mißtrauen betrachtet werde.

[...]

> Ja. Naturwissenschaften haben es einfacher, dort kann man Experimente
> nachverfolgen. Im günstigsten Fall reicht es aus, ein Gegenbeispiel
> aufzuzeigen, um etablierte Theorien als falsch (besser: unzureichend)
> darzulegen.

Das gilt nur für die experimentellen Wissenschaften, für die
theoretische Physik zum Beispiel schon weniger, desgleichen für weite
Teile der Biologie.

> In Geisteswissenschaften kann man das nicht, daher müssen
> Thesen und Theorien in einem aufwendigen, auf individuellem, Diskurs
> nachvollzogen werden.

Auch in den Geisteswissenschaften gibt es Beweisverfahren, z. B. in
Belegen am Text oder logisch sauberer Argumgentation.

> Da dazu nur begrenzte Zeit zur Verfügung steht,
> kann sich da vieles verstecken.

Und eben das gibt es auch in der experimentell orientierten
Wissenschaft. Nur versteckt man sich da hinter einem Wust von
Meßergebnissen und blendet mit Diagrammen, die in
PowerPoint-Präsentationen vorgeführt werden.>

>
> > Und wenn es in den Geisteswissenschaften weniger leicht zu erkennen ist,
> > sind die dann schwieriger?
>
> Geisteswissenschaften haben als Objekt ihrer Forschung eines der
> schwierigsten Objekte überhaupt. Das bedeutet allerdings nicht im
> Umkehrschluß, daß Geisteswissenschaftler intelligenter sind als
> Naturwissenschaftler.

Das Problem für Naturwissenschaftler ist wohl, daß sie die Gegenstände
der Geisteswissenschaften gar nicht kennen und ggf. versuchen sie wie
naturwissenschaftliche Gegenstände aufzufassen. Ihnen erscheinen Dinge
selbstverständlich und gewiß, die Geisteswissenschaftler prüfen. Deshalb
reden sie aneinander vorbei.

Ralf

Johannes Volkmar

unread,
Nov 25, 2002, 1:25:13 PM11/25/02
to
Ralf Heinrich Arning wrote:
>
> Peter Bruells <bru...@rogue.peter.ecce-terram.de> wrote:


> Das Problem für Naturwissenschaftler ist wohl, daß sie die Gegenstände
> der Geisteswissenschaften gar nicht kennen und ggf. versuchen sie wie
> naturwissenschaftliche Gegenstände aufzufassen. Ihnen erscheinen Dinge
> selbstverständlich und gewiß, die Geisteswissenschaftler prüfen. Deshalb
> reden sie aneinander vorbei.

Aber ebendieses Problem müßte gar kein solches eigentlich mehr sein. Die
oben dargelegte Ansicht, Natur- und Geisteswissenschaftler gehörten zwei
getrennten Lagern an, die sich wegen ihres unterschiedlichen
Erkenntnisinteresses nicht verstünden, dabei aber die je eigene
Methodologie, neue Erkenntnis zu entwickeln, als der andern überlegen
ansähen, wird doch nun schon in fast traditioneller Weise kultiviert.
Kernstück dieser Lehre ist der angeblich unvereinbare Gegensatz zwischen
den sich alternativ gegenüber stehenden Erkenntnismethoden des Erklärens
und des Verstehens, deren eine als Instrument der Naturwissenschaften,
deren andere als Mittel der Geisteswissenschaften angesehen wird.

Nun legt aber Hans Albert in seinem "Plädoyer für kritischen
Rationalismus" dar, daß dieser Gegensatz auf Vorbehalten beruht, die in
der Tat ihren Ursprung im deutschen Idealismus haben, da nämlich in
dieser Zeit die Geisteswissenschaften sich nach den Erschütterungen der
Aufklärung als legitime Nachfolgerinnen alter Lehren, befreit vom
theologischen Erbe, neu formierten. Doch konservierten sie als solche
den aus der theologischen Tradition bekannten Anti-Naturalismus, der
dort ja notwendige Konsequenz dessen war, daß alle stattfindenden
Ereignisse unter heilsgeschichtlichen Gesichtspunkten betrachtet wurden
und daher eine Einordnung dieses Geschehens in die Natur keinerlei
Bedeutung erlangen konnte. Weil aber *Geist*, *Kultur*, *Geschichte*
Thema blieben auch nach der Säkularisierung des abendländischen Denkens,
ergab sich hier wie selbstverständlich zur Begründung ebenjener
absoluten Vorrangstellung menschlicher Belange die Forderung, daß
anti-naturalistische Betrachtungsweisen fortzuführen seien - so
geschah's.

Und nun ergibt sich genau hieraus eine Alternative, wie hermeneutisches
und explanatorisches Denken sich zusammenfassen lassen sollten unter
einem Dach:
"Wenn man davon ausgeht, daß die von der hermeneutischen
Wissenschaftslehre postulierte /Autonomie der Geisteswissenschaften/ auf
die Beeinflussung des neuzeitlichen philosophischen Denkens durch
offenbarungstheologische Vorstellungen zurückgeht, daß sich in ihr also
gewissermaßen die /theologische Restproblematik/ dieses Denkens zeigt,
die den darin vorherrschenden Anti-Naturalismus hervorgebracht hat, dann
ergibt sich als Alternative zu den im Rahmen dieses Denkens entwickelten
Problemlösungen konsequenterweise eine Behandlung der in ihm
akzentuierten /Sinnproblematik/ im Rahmen eines /naturalistischen
Erkenntnisprogramms/." Und zwar greift diese Neuausrichtung auf im
hermeneutischen Denken selbst angelegte Voraussetzungen zurück. Sie
stellt darum keine völlige Überholung des gesamten Gedankensystems unter
realwissenschaftlichen Prämissen dar. Letzten Endes läuft das Programm
darauf hinaus, daß auf die Frage, wie Verstehen möglich sei, ein Schritt
zurück als Antwort anempfohlen wird, d.h. das Verstehen von Symbolen und
Symbolverbindungen, um das es in der älteren Hermeneutik im wesentlichen
zu gehen scheint, erweist sich als ein Sonderfall von Wahrnehmung, die
eben nicht als deutungsfreies Erleben des unmittelbar sinnlich Gegebenen
zu begreifen ist, sondern auch selbst schon Deutungskomponenten enthält.
Und damit ergibt sich eine prinzipielle Gleichheit der Grundlagen von
Erklären und Verstehen, welche beide sich auf Sinneseindrücke beziehen.


> Ralf

Gruß jovo

Matthias Warkus

unread,
Nov 25, 2002, 10:47:56 AM11/25/02
to
Sun, 24 Nov 2002 00:15:58 GMT, message by
René <KA...@mynra.com>:

>
> "Ralf R. Radermacher" <ra...@free-photons.de> wrote...
>
> > "Ein Intellektueller ist jemand, der damit kokettiert, daß er keinen
> > Nagel in die Wand schlagen kann."
>
> Hmm, gut...wie nennt man dann nun jemanden, der stolz darauf ist, seine
> Zeit nicht mit dem Lesen von Buechern oder sonstiger Kultur zu
> verschwenden?

Betriebswirt.

mawa
--
Leichter träget, was er träget,
Wer Geduld zur Bürde leget.
-- Friedrich von Logau

Yvonne Steiner

unread,
Nov 26, 2002, 10:52:02 AM11/26/02
to
Armin Saam <sa...@fh-koblenz.de> wrote:

> "Yvonne Steiner" <y...@swissonline.ch>

> > Sebastian Koppehel <ba...@bastisoft.de> wrote:
> >
> > > Joachim Pense schrieb:
> > >
> > > > ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel)
> (news:9ramra...@bastisoft.de):
> > > >
> > > >> Er würde vielleicht auch nicht als Intellektueller gegolten wollen
> > > >> haben.
> > > >
> > > > Interessantes Konstrukt "gegolten wollen haben".
> > >
> > > Naja, weniger interessant als mißlungen. Interessant ist, wie es denn
> > > richtig heißen muß.
> > >
> > > "Er hätte nicht gelten wollen" kann man durchgehen lassen als
> > > Konjunktiv von "er hat gelten wollen", aber es ist nicht eindeutig als
> > > Vergangenheit zu erkennen.
> > ^^^^^^^^^^^^
> > MUSE ist für: Er würde nicht ... gegolten haben wollen.
> >
> > > Also die würdevolle Form: "Er würde nicht
> > > gelten wollen haben" ... oder "haben gelten wollen" ... oder "gelten
> > > haben wollen" ...?
> > >
> > > Mein Sprachgefühl stimmt für "haben gelten wollen".
> >
> > Meines wehrt sich dagegen. ;-)

> Nehmen wir mal, JG sei ein faschistischer und rassistischer Demagoge der


> 30er Jahre gewesen, mit akademischem Hintergrund (und meinetwegen einem Dr.
> vor dem Namen). Nehmen wir weiter an, wir könnten ihm die Aussage "Ich will
> nicht als I gelten" unterstellen. Wenn ich dies tue, so sage ich: "JG wollte
> nicht als I gelten", wenn ich berichte, oder "JG hat nicht als I gelten
> wollen" (wenn das grammatische Umfeld das Perfekt erfordert). Oder, und rein
> fiktiv: "JG hätte nicht als I gelten wollen (wenn man ihn damals danach
> gefragt hätte)". Soweit ist alles klar und einfach.

Einverstanden.

> Sebastians Variante: "JG würde nicht als I haben gelten wollen"

Ist einfach kein gutes Deutsch - mich stört irgendwie die Reihenfolge
der Verben, aber in anderer bringe ich es auch nicht besser hin.

Deshalb Gedanken weg von dieser schlechten, unnötigen Formulierung. ;-)

> ist mit dem
> letzten Satz inhaltlich völlig identisch und unterscheidet sich von "JG
> hätte .... wollen" nur im Stil ('hätte wollen' ist einen Deut edler als
> 'würde haben wollen').

Wie wärs denn mit: Hätte nicht gewollt gehabt, als I zu gelten.

> Hat er also recht und Yvonne unrecht? Nein, beide haben recht, sagen aber
> Verschiedenes über jenen Hetzer aus.
>
> Yvonnes Lösung "JG würde nicht als I gegolten haben wollen" ist der Irrealis
> von "JG will nicht als I gegolten haben" (und den Irrealis brauchen wir,
> wenn wir Vermutungen darüber anstellen, wie sich JG zu dieser oder jener
> Frage geäußert hätte).

So wars doch ursprünglich auch gemeint.


>
> Intermezzo: "Er will zur Tatzeit in Paris gewesen sein" heißt: Er gibt vor,
> dort gewesen zu sein, es gibt aber erhebliche Zweifel".

Ja. Verstehe ich auch so.


>
> Fortsetzung der Hauptlinie:
> Nehmen wir an, es habe ein Interview mit jener Person gegeben.
> Frage: "Herr Reichspropagandaminister, ist es richtig, daß Sie in Ihrer
> Jugend im Ruf standen, ein I zu sein."
> Antwort: "Nein, diese Behauptung ist Teil der jüdisch-bolschewistischen
> Weltverschwörung. Als I habe ich niemals gegolten."
> Nun hat der Fragende aber gute Gründe, anzunehmen, daß JG hier lügt (und das
> nicht zum ersten Mal). Er sagt dann: "JG will nicht als I gegolten haben."
> Er deutet damit an, daß er erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der Aussage
> des Befragten hat.
>
> Wenn ich mir dies nun - rein fiktiv - so konstruiere, dann sage ich:
> "Wenn man JG damals gefragt hätte, welchen Ruf er ehedem hatte, so hätte er
> nicht als I gegolten haben wollen."
> Damit unterstelle ich, daß jener seine Vergangenheit geleugnet hätte.
>
> Einverstanden mit meiner Interpretation?

Ja.


>
> Beste Grüße, vor allem an Sebastian und Yvonne,

Danke - und ebenfalls Grüsse zurück an dich

Yvonne

Armin Saam

unread,
Nov 26, 2002, 6:41:39 PM11/26/02
to

> > Nehmen wir mal, JG sei ein faschistischer und rassistischer Demagoge der
> > 30er Jahre gewesen, mit akademischem Hintergrund (und meinetwegen einem
Dr.
> > vor dem Namen). Nehmen wir weiter an, wir könnten ihm die Aussage "Ich
will
> > nicht als I gelten" unterstellen. Wenn ich dies tue, so sage ich: "JG
wollte
> > nicht als I gelten", wenn ich berichte, oder "JG hat nicht als I gelten
> > wollen" (wenn das grammatische Umfeld das Perfekt erfordert). Oder, und
rein
> > fiktiv: "JG hätte nicht als I gelten wollen (wenn man ihn damals danach
> > gefragt hätte)". Soweit ist alles klar und einfach.
>
> Einverstanden.
>
> > Sebastians Variante: "JG würde nicht als I haben gelten wollen"
>
> Ist einfach kein gutes Deutsch - mich stört irgendwie die Reihenfolge
> der Verben, aber in anderer bringe ich es auch nicht besser hin.
>
> Deshalb Gedanken weg von dieser schlechten, unnötigen Formulierung. ;-)
>
> > ist mit dem
> > letzten Satz inhaltlich völlig identisch und unterscheidet sich von "JG
> > hätte .... wollen" nur im Stil ('hätte wollen' ist einen Deut edler als
> > 'würde haben wollen').
>
> Wie wärs denn mit: Hätte nicht gewollt gehabt, als I zu gelten.

Das wäre nur dann möglich, wenn "Er hat nicht als I zu gelten gewollt
gehabt" korrekt wäre. Diese beiden Partizipien des Perfekts können so nicht
nebeneinander stehen. Ich halte diesen Satz nicht nur für schlechtes
Deutsch, sondern vielmehr für fehlerhaftes.

Grüße von
Armin Saam


Sebastian Koppehel

unread,
Nov 26, 2002, 6:57:26 PM11/26/02
to
Joachim Pense schrieb:

> "René" <KA...@mynra.com> (news:2TUD9.160$zt.176445485


>> "Ralf R. Radermacher" <ra...@free-photons.de> wrote...
>>
>>> "Ein Intellektueller ist jemand, der damit kokettiert, daß er keinen
>>> Nagel in die Wand schlagen kann."
>>
>> Hmm, gut...wie nennt man dann nun jemanden, der stolz darauf ist, seine
>> Zeit nicht mit dem Lesen von Buechern oder sonstiger Kultur zu
>> verschwenden? Dann haetten wir naemlich einen Begriff fuer das Gegenteil
>> von intellektuell.
>
> Schlimm genug, dass viele Geistesgrößen z.B. auf Partys damit protzen, in
> Mathe "immer schlecht" gewesen zu sein, die Antwort "Literatur - find ich
> langweilig" aber nicht mal als Retourkutsche verstehen, sondern als
> Dummheitsbeweis.

Und dann war da noch der Physiker Friedrich Hund, der behauptete, zur
theoretischen Physik gekommen zu sein, weil ihm Mathematik zu schwer
gewesen sei.

- Sebastian

Daniel Schröer

unread,
Jan 26, 2003, 7:26:35 PM1/26/03
to
"Ralf Heinrich Arning" <Muell...@despammed.com>

> F.Platonva <fpla...@web.de> wrote:
> > Ich suche die ganze Zeit ein geeignetes Antonym für intellektuell
> Vorschläge: naiv, einfach gestrickt, simpel, einfältig

"Naiv" finde ich das bisher passendste Gegenteil.

Daniel.


Astrid Schleicher

unread,
Jan 26, 2003, 9:35:24 PM1/26/03
to
Daniel Schröer schrieb:

Nein.

Man kann sehr wohl naiv und intellektuell zugleich sein.
Naiv ist arglos, Arglosigkeit kann man aber bewußt pflegen, das ist
keine Blödheit.

Ich kenne mehrere Menschen, die hoch intellektuell und zugleich auf
eine rührende Weise naiv sind.

Liebe Grüße
Astrid

Matthias Opatz

unread,
Jan 27, 2003, 2:10:14 AM1/27/03
to
Astrid Schleicher schrieb:
> Daniel Schröer schrieb:

[Antonym zu "intellektuell"]


>>"Naiv" finde ich das bisher passendste Gegenteil.
>
> Nein.
>
> Man kann sehr wohl naiv und intellektuell zugleich sein.
> Naiv ist arglos, Arglosigkeit kann man aber bewußt pflegen, das ist
> keine Blödheit.
>
> Ich kenne mehrere Menschen, die hoch intellektuell und zugleich auf
> eine rührende Weise naiv sind.

Die meisten unter ihnen haben es aberv gewiss nicht bewußt gepflegt.
Die meisten zerstreuten Professoren, so sie ihre Zerstreutheit überhaupt
wahrnehmen, wären mMn lieber nicht zerstreut (Galletti mal ausgenommen).

Matthias


--
__________________________________________________________
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Astrid Schleicher

unread,
Jan 27, 2003, 4:34:09 AM1/27/03
to
Matthias Opatz schrieb:
>Astrid Schleicher schrieb:

>> Man kann sehr wohl naiv und intellektuell zugleich sein.
>> Naiv ist arglos, Arglosigkeit kann man aber bewußt pflegen, das ist
>> keine Blödheit.
>>
>> Ich kenne mehrere Menschen, die hoch intellektuell und zugleich auf
>> eine rührende Weise naiv sind.
>

>Die meisten unter ihnen haben es aber gewiss nicht bewußt gepflegt.

Wie soll das gehen? Wenn man seine Naivität nicht pflegt und zugleich
alles Wissen (von der Schlechtigkeit) der Welt anhäuft, sowie
zwangsläufig Verletzungen erfahren muß, dann zerspringt sie einem doch
schließlich.

Man wird gerissen, hart, verbittert, misanthrop, was auch immer. Auf
jeden Fall bleibt man nicht naiv.

>Die meisten zerstreuten Professoren, so sie ihre Zerstreutheit überhaupt
>wahrnehmen, wären mMn lieber nicht zerstreut (Galletti mal ausgenommen).

Das geht auch weder von allein weg, noch wird es gepflegt. Männer sind
halt nicht wirklich zum Multitasking fähig. :-)

Liebe Grüße
Astrid

Matthias Opatz

unread,
Jan 27, 2003, 4:57:44 AM1/27/03
to
Astrid Schleicher schrieb:

> Matthias Opatz schrieb:
>> Astrid Schleicher schrieb:
>
>>> Man kann sehr wohl naiv und intellektuell zugleich sein.
>>> Naiv ist arglos, Arglosigkeit kann man aber bewußt pflegen, das ist
>>> keine Blödheit.
>>>
>>> Ich kenne mehrere Menschen, die hoch intellektuell und zugleich auf
>>> eine rührende Weise naiv sind.
>>
>>Die meisten unter ihnen haben es aber gewiss nicht bewußt gepflegt.
>
> Wie soll das gehen?

Arglos sein kann man nicht durch Arglos-sein-Wollen. Man muss es sein.

Astrid Schleicher

unread,
Jan 27, 2003, 5:18:53 AM1/27/03
to
Matthias Opatz schrieb:

>Arglos sein kann man nicht durch Arglos-sein-Wollen. Man muss es sein.

Es gibt kein Vertrauen nach dem Urvertrauen?

Liebe Grüße
Astrid

Sebastian Koppehel

unread,
Jan 27, 2003, 6:26:12 AM1/27/03
to
Astrid Schleicher schrieb:

> Matthias Opatz schrieb:
>
>>Arglos sein kann man nicht durch Arglos-sein-Wollen. Man muss es sein.
>
> Es gibt kein Vertrauen nach dem Urvertrauen?

Vielleicht, aber das ist dann nicht naiv.

- Sebastian

--
Unser Feld ist die Welt.

(Hapag)

Astrid Schleicher

unread,
Jan 27, 2003, 7:16:02 AM1/27/03
to
Sebastian Koppehel schrieb:

>> Es gibt kein Vertrauen nach dem Urvertrauen?
>
>Vielleicht, aber das ist dann nicht naiv.

Mt 18,3 verwendet doch Futur.
Danach gibt es die Möglichkeit einer Sekundär-Naivität. :-)

Liebe Grüße
Astrid

Daniel Schröer

unread,
Jan 27, 2003, 5:45:16 PM1/27/03
to
Astrid Schleicher wrote:
> Daniel Schröer schrieb:
>>"Ralf Heinrich Arning" <Muell...@despammed.com>
>>> F.Platonva <fpla...@web.de> wrote:
>>> > Ich suche die ganze Zeit ein geeignetes Antonym für
>>> > intellektuell
>>> Vorschläge: naiv, einfach gestrickt, simpel, einfältig
>>
>>"Naiv" finde ich das bisher passendste Gegenteil.
>
> Nein.
>
> Man kann sehr wohl naiv und intellektuell zugleich sein.
> Naiv ist arglos, Arglosigkeit kann man aber bewußt pflegen, das ist
> keine Blödheit.

Es wurde auch bereits festgestellt, dass Intellektualität nicht das
Gegenteil von Blödheit ist. (Es wird kompliziert.)

Mein Empfinden: Ein Intellektueller hinterfragt die Dinge. Ein Naiver
nicht.

Ciao, Daniel.

Daniel Schröer

unread,
Jan 27, 2003, 5:57:54 PM1/27/03
to
Astrid Schleicher wrote:
> Mt 18,3 verwendet doch Futur.
> Danach gibt es die Möglichkeit einer Sekundär-Naivität. :-)

Dieser "Kinder an die Macht"-Glaube ist sehr naiv.

Ciao, Daniel.

Sebastian Koppehel

unread,
Jan 27, 2003, 8:03:45 PM1/27/03
to
Daniel =?ISO-8859-15?Q?Schr=F6er?= schrieb:

> Es wurde auch bereits festgestellt, dass Intellektualität nicht das
> Gegenteil von Blödheit ist.

Denn das wäre Intelligenz.

> Mein Empfinden: Ein Intellektueller hinterfragt die Dinge. Ein Naiver
> nicht.

Es gibt auch naive Fragerei ... nein, das mag u. U. so sein, ist aber
nicht das Chrakatersisierende der Naivität.

Astrid Schleicher

unread,
Jan 27, 2003, 9:54:04 PM1/27/03
to
Sebastian Koppehel schrieb:

>Daniel =?ISO-8859-15?Q?Schr=F6er?= schrieb:
>
>> Es wurde auch bereits festgestellt, dass Intellektualität nicht das
>> Gegenteil von Blödheit ist.
>
>Denn das wäre Intelligenz.
>
>> Mein Empfinden: Ein Intellektueller hinterfragt die Dinge. Ein Naiver
>> nicht.
>
>Es gibt auch naive Fragerei ... nein, das mag u. U. so sein, ist aber
>nicht das Chrakatersisierende der Naivität.

Wenn intellektuell "verstandesbetont" ist, dann ist das Gegenteil
"gefühlsduselig". Von mir aus gerne auch esoterisch.

Liebe Grüße
Astrid

mk908...@gmail.com

unread,
Jul 26, 2014, 8:06:04 PM7/26/14
to
http://gegensatz-von.com/intellektuell.html

hier findest du einige Worte..

viel erfolg!
Message has been deleted

Dorothee Hermann

unread,
Jul 27, 2014, 7:32:14 AM7/27/14
to
Am 27.07. *2014* 02:06, schrieb mk908...@gmail.com:
> http://gegensatz-von.com/intellektuell.html

> hier findest du einige Worte..

Hier findest Du das richtige Datum:
Du antwortest auf ein Posting vom 21.11. *2002*
https://groups.google.com/forum/#!search/Re$3A$20das$20Gegenteil$20von$20intellektuell/de.etc.sprache.deutsch/WGxpR70CSss/tmgwX5gHBSwJ

> viel erfolg!

Darf ich Dir mal etwas zum Lesen geben:
http://www.fh-flensburg.de/wt/usenet/Hinweise_fuer_Google-Poster.txt


Dorothee
--
Talent ist nur der Fahrplan fᅵr die Reise. Das Ticket muss man selber lᅵsen.

Dieter Britz

unread,
Jul 28, 2014, 3:28:14 AM7/28/14
to
On Sun, 27 Jul 2014 13:00:19 +0200, Martin Gerdes wrote:

> Am 21 Nov 2002 fragte Fariborz Dakhdah nach dem Gegenteil von
> ^^^^^^^^^^^ !
> "intellektuell"
>
> mk908...@gmail.com antwortete bereits 11 1/2 Jahre später:
>
>>http://gegensatz-von.com/intellektuell.html
>
>>hier findest du einige Worte..
>
> ... Wörter.

Der Wörtermann schlägt wieder zu {:]

Ist OK, mach weiter, ich selbst habe mehrmals diesen
Fehler gemacht und mag gerne korrigiert werden.
--
Dieter Britz

Dieter Britz

unread,
Jul 28, 2014, 3:30:18 AM7/28/14
to
Ich sehe aber nicht "antiintellektuell" was mir am
logischsten vorkommt. Ich weiss, ich weiss, das war
nicht gemeint.

--
Dieter Britz

Jakob Achterndiek

unread,
Jul 28, 2014, 4:33:48 AM7/28/14
to
Am 28.07.2014, 09:30 Uhr, schrieb Dieter Britz <dieterh...@gmail.com>:

> On Sat, 26 Jul 2014 17:06:04 -0700, mk908stick wrote:
>> http://gegensatz-von.com/intellektuell.html
>>
> Ich sehe aber nicht "antiintellektuell" was mir am
> logischsten vorkommt. Ich weiss, ich weiss, das war
> nicht gemeint.

Das wäre aber auch nicht sehr logisch; denn jemand, auch
wenn er das Gegenteil von intellektuell verkörpert, muß
ja nicht notwendig ein *Gegner* von Intellektualität sein.
Er ist nur eben selbst nicht »von des Gedankens Blässe
angekränkelt«.

j/\a
--

Gunhild Simon

unread,
Jul 28, 2014, 4:36:54 AM7/28/14
to
Am Montag, 28. Juli 2014 09:30:18 UTC+2 schrieb Dieter Britz:
> On Sat, 26 Jul 2014 17:06:04 -0700, mk908stick wrote:
>
> > http://gegensatz-von.com/intellektuell.html

...
> Ich sehe aber nicht "antiintellektuell" was mir am
> logischsten vorkommt.
...
Ich finde in dem Wort "antiintellektuell" steckt eine Art
ablehnende Haltung.

Ich sehe die Abwesenheit von Intellekt und Intellektualität,
eher in dem Adjektiv unintellektuell.

Man könnte diesen Zustand, der auch eine Geisteshaltung
repräsentiert je nach Zusammenhang

volkstümlich, volkstümelnd,
theoriefeindlich,
geistfeindlich,
geistig/intellektuell anspruchslos
(rein) praxisorientiert denkend
ohne geistigen Tiefgang denkend,
uninspiriert, ungebildet, platt

nennen.

Gruß
Gunhild

Dieter Britz

unread,
Jul 28, 2014, 7:31:09 AM7/28/14
to
Na ja, stimmt ja. Ich nahm es wörtlich, "anti" = "gegen".

Was mich an einen kleinen Witz erinnert, aus meiner Zeit
in Deutschland. Wir hielten ein Blatt für Labors und da waren
öfters solche Witze drin. Dieser: Was ist das Gegenteil von
Fernsehen? Antwort: Von nahe gesehen zu werden. Gefiel mir.

--
Dieter Britz

Walter Schmid

unread,
Jul 28, 2014, 7:34:06 AM7/28/14
to
Am 28.07.2014 13:31, schrieb Dieter Britz:

> Was mich an einen kleinen Witz erinnert, aus meiner Zeit
> in Deutschland. Wir hielten ein Blatt für Labors und da waren
> öfters solche Witze drin. Dieser: Was ist das Gegenteil von
> Fernsehen? Antwort: Von nahe gesehen zu werden. Gefiel mir.

Weil Frank Wedekind gerade Geburtstag feiert:

Was ist das Gegenteil von Frühlingserwachen? Fcägerpugfrvafpuynsra.


Gruss

Walter

--
Wussten Sie, dass sieben Pferde eine Hornisse töten können?

G.O.Tuhls

unread,
Jul 28, 2014, 12:10:19 PM7/28/14
to
Am 28.07.2014, 13:34 Uhr, schrieb Walter Schmid:

> Weil Frank Wedekind gerade Geburtstag feiert:

Wir feiern (so wir denn noch wissen, wer er war) seinen Geburtstag; er
selbst ist aber an der Teilnahme durch Ableben gehindert. Kann man
trotzdem sagen: "Er feiert ..."?

Gruß
G.O.

Walter Schmid

unread,
Jul 28, 2014, 1:48:18 PM7/28/14
to
Meinerseits war das ein Witz im Witz.

Walter Schmid

unread,
Jul 28, 2014, 3:18:05 PM7/28/14
to
Am 28.07.2014 18:10, schrieb G.O.Tuhls:
Noch was:

Das hängt davon ab, ob sie im Jenseits das Dezimalsystem haben.
150 Jahre sind im Oktalsystem 226 Jahre --> kein Fest.

Oliver Cromm

unread,
Aug 4, 2014, 12:26:13 PM8/4/14
to
* Jakob Achterndiek:

> Am 28.07.2014, 09:30 Uhr, schrieb Dieter Britz <dieterh...@gmail.com>:
>
>> On Sat, 26 Jul 2014 17:06:04 -0700, mk908stick wrote:
>>> http://gegensatz-von.com/intellektuell.html
>>>
>> Ich sehe aber nicht "antiintellektuell" was mir am
>> logischsten vorkommt. Ich weiss, ich weiss, das war
>> nicht gemeint.
>
> Das w�re aber auch nicht sehr logisch; denn jemand, auch
> wenn er das Gegenteil von intellektuell verk�rpert, mu�
> ja nicht notwendig ein *Gegner* von Intellektualit�t sein.
> Er ist nur eben selbst nicht �von des Gedankens Bl�sse
> angekr�nkelt�.

Genau. Dennoch schlug mir so einige Verwunderung entgegen, als ich
k�rzlich bemerkte, ich sei lange Analkoholiker gewesen, aber kein
Antialkoholiker.

--
The Internet? Is that thing still around? - Homer Simpson

phm...@gmx.de

unread,
Nov 13, 2018, 3:57:26 AM11/13/18
to
Das Gegenteil von "intellektuell" ist logischerweise "handwerklich" im Sinne von "praktisch-konkret".

Dimi

Detlef Meißner

unread,
Nov 13, 2018, 4:14:00 AM11/13/18
to
phm...@gmx.de schrieb:
> Das Gegenteil von "intellektuell" ist logischerweise "handwerklich" im Sinne
> von "praktisch-konkret".

Wirklich?

Eine intellektuelle Leistung ist diese "Logik" aber nicht!

Detlef

--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)

Jakob Achterndiek

unread,
Nov 13, 2018, 8:00:28 AM11/13/18
to
Am 13.11.2018 um 10:13 schrieb Detlef Meißner:
> phm...@gmx.de schrieb:
>> Das Gegenteil von "intellektuell" ist logischerweise "handwerklich"
>> im Sinne von "praktisch-konkret".
>
> Eine intellektuelle Leistung ist diese "Logik" aber nicht!
>

Wir sollten hier mal einen Preis aussetzen für den, der am
überzeugendsten sowohl intellektuell als auch praktisch konkret
beweist, warum es kein Gegenteil von 7 (sieben) geben kann.
Oder wenn das zu schwierig erscheint, dann vielleicht nur: kein
Gegenteil von 3 (drei) ...
--
j/\a

René Marquardt

unread,
Nov 13, 2018, 9:20:01 AM11/13/18
to
Ich koennte dir hoechstens das Gegenteil beweisen :P
Das Gegenteil von 7 ist selbstverstaendlich -7.

Martin Udelhoven

unread,
Nov 13, 2018, 9:36:25 AM11/13/18
to
"René Marquardt" schrieb:

>> Wir sollten hier mal einen Preis aussetzen für den, der am
>> überzeugendsten sowohl intellektuell als auch praktisch konkret
>> beweist, warum es kein Gegenteil von 7 (sieben) geben kann.
>> Oder wenn das zu schwierig erscheint, dann vielleicht nur: kein
>> Gegenteil von 3 (drei) ...

> Ich koennte dir hoechstens das Gegenteil beweisen :P
> Das Gegenteil von 7 ist selbstverstaendlich -7.

Wie jetzt? Ich dachte 1/7!

Martin

Poul E. Jørgensen

unread,
Nov 13, 2018, 11:05:57 AM11/13/18
to
Den 13-11-2018 kl. 15:19 skrev René Marquardt:

> Das Gegenteil von 7 ist selbstverstaendlich -7.

Klingt logisch.

Und was ist das Gegenteil von Gegenteil?
--
Poul E. Jørgensen

Fjern Z hvis du svarer pr. e-mail.
Remove the Z if replying by e-mail.

Lanarcam

unread,
Nov 13, 2018, 11:13:50 AM11/13/18
to
Le 13/11/2018 à 17:05, Poul E. Jørgensen a écrit :
> Den 13-11-2018 kl. 15:19 skrev René Marquardt:
>
>> Das Gegenteil von 7 ist selbstverstaendlich -7.
>
> Klingt logisch.
>
> Und was ist das Gegenteil von Gegenteil?

Dasselbe...

Detlef Meißner

unread,
Nov 13, 2018, 11:18:35 AM11/13/18
to
René Marquardt schrieb:
Hast du das jetzt handwerklich oder intellektuell gelöst?

René Marquardt

unread,
Nov 13, 2018, 11:25:02 AM11/13/18
to
On Tuesday, November 13, 2018 at 10:18:35 AM UTC-6, Detlef Meißner wrote:
> René Marquardt schrieb:
> > On Tuesday, November 13, 2018 at 7:00:28 AM UTC-6, Jakob Achterndiek wrote:
> >> Am 13.11.2018 um 10:13 schrieb Detlef Meißner:
> >>> phm...@gmx.de schrieb:
> >>>> Das Gegenteil von "intellektuell" ist logischerweise "handwerklich"
> >>>> im Sinne von "praktisch-konkret".
> >>>
> >>> Eine intellektuelle Leistung ist diese "Logik" aber nicht!
> >>>
> >>
> >> Wir sollten hier mal einen Preis aussetzen für den, der am
> >> überzeugendsten sowohl intellektuell als auch praktisch konkret
> >> beweist, warum es kein Gegenteil von 7 (sieben) geben kann.
> >> Oder wenn das zu schwierig erscheint, dann vielleicht nur: kein
> >> Gegenteil von 3 (drei) ...
> >
> > Ich koennte dir hoechstens das Gegenteil beweisen :P
> > Das Gegenteil von 7 ist selbstverstaendlich -7.
>
> Hast du das jetzt handwerklich oder intellektuell gelöst?

Handwerklich, weil solcherlei Vorschul-Arithmetik
noch nicht wirklich Intellekt erfordert.

Ob ich einer Kiste jetzt 7 Haemmer hinzufuege, oder 7 rausnehme,
dieser Unterschied wird selbst dem Handwerker klar sein ;)

Detlef Meißner

unread,
Nov 13, 2018, 11:53:26 AM11/13/18
to
Aber nur, wenn er noch keine Mengenlehre hatte! ;-)

Ganz ohne Mengenlehre:
Das Gegenteil von "7 Hämmer in der Werkzeugkiste" ist "kein Hammer in
der Werkzeugkiste".

Jakob Achterndiek

unread,
Nov 13, 2018, 1:24:34 PM11/13/18
to
Am 13.11.2018 um 17:25 schrieb René Marquardt:
> On Tuesday, November 13, 2018 at 10:18:35 AM UTC-6, Detlef Meißner wrote:
>> René Marquardt schrieb:
>>>
>>> Ich koennte dir hoechstens das Gegenteil beweisen :P
>>> Das Gegenteil von 7 ist selbstverstaendlich -7.
>>
>> Hast du das jetzt handwerklich oder intellektuell gelöst?
>
> Handwerklich, weil solcherlei Vorschul-Arithmetik
> noch nicht wirklich Intellekt erfordert.
>
> Ob ich einer Kiste jetzt 7 Haemmer hinzufuege, oder 7 rausnehme,
> dieser Unterschied wird selbst dem Handwerker klar sein ;)
>

Wenn aber zu jener Vorschul-Arithmetik später die Intellektualität
hinzutritt, dann stellt sich das Problem als Dreisatz wie folgt:
1. In einer Kiste sind 7 (sieben) Hämmer.
2. Wieviele Hämmer muß ich herausnehmen,
3. damit am Ende nur noch das Gegenteil, also -7 (minus sieben)
Hämmer, in der Kiste sind?

Was lernt uns das?
"Was die Studierten predigen, das ist alles Beschiß."
[Ringelnatz: Kuttel Daddeldu besucht einen Enkel.]
--
j/\a

René Marquardt

unread,
Nov 13, 2018, 1:31:59 PM11/13/18
to
Siehste, genau das meinte ich. Wenns um reine Arithmetik geht,
und um greifbare Dinge, da brauchts noch keinen Intellekt.
Sobald man dieses Anfangsniveau ueberschritten hat und
begreift, dass Mathematik ueber die vier Grundrechenarten
hinausgeht und Abstraktion erfordert, dann brauchts den Intellekt.

Was du geschrieben hast, war uebrigens kein Dreisatz, sondern
eine immer noch sehr einfache Textaufgabe.

Dreisatz waere: wenn der gewerbliche Arbeitnehmer Detlef
pro Stunde 7 Haemmer fabriziert, wieviele Haemmer koennte
er in 8 Stunden herstellen und in die Kiste tun?

Uwe Schickedanz

unread,
Nov 13, 2018, 1:34:14 PM11/13/18
to
On Tue, 13 Nov 2018 10:31:58 -0800 (PST), René Marquardt
<k98m...@gmail.com> wrote:

>Dreisatz waere: wenn der gewerbliche Arbeitnehmer Detlef
>pro Stunde 7 Haemmer fabriziert, wieviele Haemmer koennte
>er in 8 Stunden herstellen und in die Kiste tun?

Kurze Zwischenfrage: wieviele Hämmer passen in die Kiste?

Gruß Uwe

--
So wie die Attentäter von Brüssel Helden des IS sind,
so ist Nadejda Sawtschenko Heldin des Kiever Regimes. (Netzfundstück)
=== http://www.sicherheitslampe.de ===

Uwe Schickedanz

unread,
Nov 13, 2018, 1:35:27 PM11/13/18
to
On Tue, 13 Nov 2018 19:24:30 +0100, Jakob Achterndiek
<achte...@buzemann.de> wrote:

>Wenn aber zu jener Vorschul-Arithmetik später die Intellektualität
>hinzutritt, dann stellt sich das Problem als Dreisatz wie folgt:
>1. In einer Kiste sind 7 (sieben) Hämmer.
>2. Wieviele Hämmer muß ich herausnehmen,
>3. damit am Ende nur noch das Gegenteil, also -7 (minus sieben)
> Hämmer, in der Kiste sind?

Mengenlehre: Wenn du aus einer Kiste mit 7 Hämmern 14 herausnimmst,
dan mußt du 7 hineintun, damit die Kiste leer ist.

René Marquardt

unread,
Nov 13, 2018, 1:44:54 PM11/13/18
to
On Tuesday, November 13, 2018 at 12:34:14 PM UTC-6, Uwe Schickedanz wrote:
> On Tue, 13 Nov 2018 10:31:58 -0800 (PST), René Marquardt
> <k98m...@gmail.com> wrote:
>
> >Dreisatz waere: wenn der gewerbliche Arbeitnehmer Detlef
> >pro Stunde 7 Haemmer fabriziert, wieviele Haemmer koennte
> >er in 8 Stunden herstellen und in die Kiste tun?
>
> Kurze Zwischenfrage: wieviele Hämmer passen in die Kiste?

Es handelt sich hier um eine Truhe aus intelligentem Birnbaumholz,
mit daher unendlichem Fassungsvermoegen.

Roland Franzius

unread,
Nov 13, 2018, 3:32:25 PM11/13/18
to
Nein, nicht die Maßzahl. Die Frage wäre dann doch, "was ist das
Gegenteil von Meter, Temperatur oder IQ".

Möglicherweise wollte er ja auch das Gegenteil von "Intellektueller"
wissen.

Am besten beschäftigt man sich erst mal mit der Frage, was das Gegenteil
von Gegenteil im Unterschied zu vom Gegenteil ist.

--

Roland Franzius

HC Ahlmann

unread,
Nov 13, 2018, 3:39:03 PM11/13/18
to
Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> wrote:

> René Marquardt schrieb:
> > On Tuesday, November 13, 2018 at 10:18:35 AM UTC-6, Detlef Meißner wrote:

[Das Gegenteil von 7 ist selbstverstaendlich -7.]

Für die Multiplikation gibt es auch ein "Gegenteil", 1/7. Aber nun hat
die Sieben zwei Gegenteile...

Es heißt deshalb Gegenzahl bei der Addition und Kehrwert bei der
Multiplikation. Die Verknüpfunh ergibt jeweils das neutrale Element der
Rechenart: 7+(-7)=0 und 7*1/7=1

> >> Hast du das jetzt handwerklich oder intellektuell gelöst?
> >
> > Handwerklich, weil solcherlei Vorschul-Arithmetik
> > noch nicht wirklich Intellekt erfordert.
> >
> > Ob ich einer Kiste jetzt 7 Haemmer hinzufuege, oder 7 rausnehme,
> > dieser Unterschied wird selbst dem Handwerker klar sein ;)
>
> Aber nur, wenn er noch keine Mengenlehre hatte! ;-)
>
> Ganz ohne Mengenlehre:
> Das Gegenteil von "7 Hämmer in der Werkzeugkiste" ist "kein Hammer in
> der Werkzeugkiste".

Das ist arithmetischer Unsinn.
In der boolschen Logik wäre "hat Hammer" und "hat nicht Hammer" ein
gegensätzliches Paar wie "a und "nicht a".
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte

HC Ahlmann

unread,
Nov 13, 2018, 3:39:04 PM11/13/18
to
Uwe Schickedanz <Uwe_use...@nurfuerspam.de> wrote:

> On Tue, 13 Nov 2018 19:24:30 +0100, Jakob Achterndiek
> <achte...@buzemann.de> wrote:
>
> >Wenn aber zu jener Vorschul-Arithmetik später die Intellektualität
> >hinzutritt, dann stellt sich das Problem als Dreisatz wie folgt:
> >1. In einer Kiste sind 7 (sieben) Hämmer.
> >2. Wieviele Hämmer muß ich herausnehmen,
> >3. damit am Ende nur noch das Gegenteil, also -7 (minus sieben)
> > Hämmer, in der Kiste sind?
>
> Mengenlehre: Wenn du aus einer Kiste mit 7 Hämmern 14 herausnimmst,
> dan mußt du 7 hineintun, damit die Kiste leer ist.

Das ist keine Mengenlehre, denn "Füllen einer Menge, bis sie leer ist"
ist keine definierte Operation. Übrigens besteht die Grundgesamtheit
dieses Gedankenexperiments, die allesenthaltende Menge, aus (mindestens)
14 Hämmern, einer Kiste und einem Akteur namens "du".
Es ist ein arithmetisch beschreibbares Problem ohne Praxisbezug, weil
statt einer sinnvollen Definitionsmenge (N) eine mathematisch zulässige
(Z) gewählt wurde.

Handwerklich ist die Lösung eines Schäfers, eine Herde Schafe
einzuzäunen, intellektuell ist die Lösung eines Mathematikers, der drei
Pfosten einschlägt, Draht daran rödelt, sich in das Dreieck stellt und
sagt: "Definiere: Ich bin draußen!"
Um handwerklich und intelektuell als Gegenteile aufzufassen, bedarf es
einer Ordnung, sonst sind sie nur verschieden.

René Marquardt

unread,
Nov 13, 2018, 3:45:39 PM11/13/18
to
On Tuesday, November 13, 2018 at 2:39:03 PM UTC-6, HC Ahlmann wrote:
> Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> wrote:
>
> > René Marquardt schrieb:
> > > On Tuesday, November 13, 2018 at 10:18:35 AM UTC-6, Detlef Meißner wrote:
>
> [Das Gegenteil von 7 ist selbstverstaendlich -7.]
>
> Für die Multiplikation gibt es auch ein "Gegenteil", 1/7. Aber nun hat
> die Sieben zwei Gegenteile...

Ein Siebtel ist aber auch nur irgendwo auf der Linie zwischen
Null und Sieben, statt das Gegenteil von Sieben.
Minus Sieben ist auf der anderen Seite und genauso weit von Null
entfernt wie Sieben.

> Es heißt deshalb Gegenzahl bei der Addition und Kehrwert bei der
> Multiplikation.

Wenn "Gegenzahl" und "Kehrwert", dann aber auch "Und-Rechnen"
und "Malnehmen" :P

Detlef Meißner

unread,
Nov 13, 2018, 4:54:03 PM11/13/18
to
HC Ahlmann schrieb:
> Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> wrote:
>> René Marquardt schrieb:
>>> On Tuesday, November 13, 2018 at 10:18:35 AM UTC-6, Detlef Meißner wrote:
>
> [Das Gegenteil von 7 ist selbstverstaendlich -7.]
>
> Für die Multiplikation gibt es auch ein "Gegenteil", 1/7. Aber nun hat
> die Sieben zwei Gegenteile...
>
> Es heißt deshalb Gegenzahl bei der Addition und Kehrwert bei der
> Multiplikation. Die Verknüpfunh ergibt jeweils das neutrale Element der
> Rechenart: 7+(-7)=0 und 7*1/7=1
>
>>>> Hast du das jetzt handwerklich oder intellektuell gelöst?
>>>
>>> Handwerklich, weil solcherlei Vorschul-Arithmetik
>>> noch nicht wirklich Intellekt erfordert.
>>>
>>> Ob ich einer Kiste jetzt 7 Haemmer hinzufuege, oder 7 rausnehme,
>>> dieser Unterschied wird selbst dem Handwerker klar sein ;)
>>
>> Aber nur, wenn er noch keine Mengenlehre hatte! ;-)
>>
>> Ganz ohne Mengenlehre:
>> Das Gegenteil von "7 Hämmer in der Werkzeugkiste" ist "kein Hammer in
>> der Werkzeugkiste".
>
> Das ist arithmetischer Unsinn.

Ach, jetzt auf einmal geht es um Arithmetik!

> In der boolschen Logik wäre "hat Hammer" und "hat nicht Hammer" ein
^^e
> gegensätzliches Paar wie "a und "nicht a".

Ob der Handwerklich-praktisch-Konkrete schon mal was von Boole gehört
hat?

Detlef Meißner

unread,
Nov 13, 2018, 4:59:20 PM11/13/18
to
Roland Franzius schrieb:
Ich gehe jetzt praktisch konkret ins Bett.
Oder etwa intellektuell?
Mal theoretisch.

Detlef

phm...@gmx.de

unread,
Nov 13, 2018, 5:00:01 PM11/13/18
to
Allen albernen, pseudo-intellektuellen Kommentaren zum Trotz: "Handwerklich" könnte durchaus als Gegenteil von "intellektuell" im Sinne von Punkt 2 der Definition verstanden werden, weil die meisten Menschen zu einseitiger Begabung neigen. Aber auch bezüglich Punkt 1 ergibt es Sinn, weil das Gegenstück zur intellektuellen Entwicklung eben die motorische Entwicklung des Kindes ist. Sportler, die ihren Körper perfekt beherrschen, sind in der Regel keine Schriftsteller, Künstler, Regisseure oder Historiker, sondern - wenn intellektuell - eher Ingenieure, Ärzte, Coaches o.ä.

in·tel·lek·tu·ell
/intellektuéll/
Adjektiv

1.
den Intellekt betreffend; verstandesmäßig, geistig
"die intellektuelle Entwicklung eines Kindes"
2.
einseitig, betont verstandesmäßig, auf den Intellekt ausgerichtet
"eine intellektuelle Konversation"

Dimi

Bertel Lund Hansen

unread,
Nov 14, 2018, 2:56:53 AM11/14/18
to
René Marquardt skrev:

> Minus Sieben ist auf der anderen Seite und genauso weit von Null
> entfernt wie Sieben.

1/7 ist auf der anderen Seite vom neutralen Element (1) und genau
so weit davon entfernt wie 7 (multiplikationsweise).

--
/Bertel - aus Dänemark

Bertel Lund Hansen

unread,
Nov 14, 2018, 3:02:17 AM11/14/18
to
phm...@gmx.de skrev:

> Aber auch bezüglich Punkt 1 ergibt es Sinn, weil das
> Gegenstück zur intellektuellen Entwicklung eben die motorische
> Entwicklung des Kindes ist.

Gegenteil? Das glaube ich nicht. Die eine ist Voraussetzung für
die andere, und umgekehrt.

Roland Franzius

unread,
Nov 14, 2018, 3:51:06 AM11/14/18
to
Am 14.11.2018 um 08:56 schrieb Bertel Lund Hansen:
> René Marquardt skrev:
>
>> Minus Sieben ist auf der anderen Seite und genauso weit von Null
>> entfernt wie Sieben.
>
> 1/7 ist auf der anderen Seite vom neutralen Element (1) und genau
> so weit davon entfernt wie 7 (multiplikationsweise).
>

Für den Deutschbanker - wie auch seine dänischen Kollegen - ist der
Logarithmus zur Basis 10^9 tatsächlich die gefühlte Bilanz-Metrik.

7 Zuwachs führen zur selben Gesichtsausdrucksabweichung in Richtung
Freude von neutral wie -7 Schrumpfung zu einem in Richtung Depression.

Josef Akkermanns Zie-Vorgabe von 25% Kapitalrendite ergibt ja eine
Verdoppelung alle 3 Jahre, Vervierfachung in 6 Jahren und eine
Versiebenfachung in weniger als 9 Jahren. Das war also entweder eine
öffentliche Bekanntmachung, dass man gedenke permanenten internen
Bankraub am Kunden zu begehen oder - alternativ - dass man das Kapital
in Boni zu konvertieren gedenke.

Der Audiotechniker denkt in etwa gleichartig beim Horchen in dB wie die
DB bei der Geldmultiplikation in Mrd.

Die Mathematik verlangt seit Anbeginn des 20. Jh die Angabe
("M","+","g")
für die Darstellung einer abelschen Gruppe von Elementen in einer Menge
M mit einer kommutativen Verküpfung Plus/Mal und einem positiven
Abstandbgriff g(a,b).

Das kommunikative Problem besteht an der Schnittstelle zwischen Oma mit
Portefeuille am Sparkassenschalter mit der Vorstellung
(Q €, + ,|a-b|/€ ) und ihrem Vermögensverwalter mit der
Arbeitseinstellung (R €, *, |Log(10^9,a/b)| ) oder beim Wunsch nach der
Verschreibung eines Hörgeräts, wenn der Arzt meint, dass es doch reicht,
wenn man etwa 80% der Worte im Test noch versteht.

Wer sich jetzt beim Lesen intellektualiter überfordert fühlt: Es gibt ja
auch Augenärzte oder die Windows-Bildschirmlupe.

--

Roland Franzius

Ulf.K...@web.de

unread,
Nov 14, 2018, 7:25:20 AM11/14/18
to
Am Dienstag, 13. November 2018 21:39:04 UTC+1 schrieb HC Ahlmann:

> > >Wenn aber zu jener Vorschul-Arithmetik später die Intellektualität
> > >hinzutritt, dann stellt sich das Problem als Dreisatz wie folgt:
> > >1. In einer Kiste sind 7 (sieben) Hämmer.
> > >2. Wieviele Hämmer muß ich herausnehmen,
> > >3. damit am Ende nur noch das Gegenteil, also -7 (minus sieben)
> > > Hämmer, in der Kiste sind?
> >
> > Mengenlehre: Wenn du aus einer Kiste mit 7 Hämmern 14 herausnimmst,
> > dan mußt du 7 hineintun, damit die Kiste leer ist.
>
> Das ist keine Mengenlehre, denn "Füllen einer Menge, bis sie leer ist"
> ist keine definierte Operation.

Schon eher bei einer Kontokorrentkasse, wenn man
Cents als Einheiten annimmt.

Ulf.K...@web.de

unread,
Nov 14, 2018, 7:25:57 AM11/14/18
to
Am Dienstag, 13. November 2018 21:32:25 UTC+1 schrieb Roland Franzius:

> Möglicherweise wollte er ja auch das Gegenteil von "Intellektueller"
> wissen.

Das ist Platonva.
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