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Bannich/bannig

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Dieter Britz

unread,
Jan 16, 2014, 3:59:12 AM1/16/14
to
In Hamburg sagen (sagten mal?)Leute "bannich" (was vielleicht
"bannig" geschrieben wird, wenn es überhaupt geschrieben wird),
was "sehr" bedeutet.

Wo kommt dieses Wort her?

--
Dieter Britz

Volker Gringmuth

unread,
Jan 16, 2014, 4:34:40 AM1/16/14
to
Dieter Britz wrote:

> In Hamburg sagen (sagten mal?)Leute "bannich" (was vielleicht
> "bannig" geschrieben wird, wenn es überhaupt geschrieben wird),

Yepp.

> was "sehr" bedeutet.
>
> Wo kommt dieses Wort her?

Aus dem Plattdeutsch.


vG

Gunhild Simon

unread,
Jan 16, 2014, 4:42:26 AM1/16/14
to
Am Donnerstag, 16. Januar 2014 09:59:12 UTC+1 schrieb Dieter Britz:
> In Hamburg sagen (sagten mal?)Leute "bannich" (was vielleicht
> "bannig" geschrieben wird, wenn es überhaupt geschrieben wird),
> was "sehr" bedeutet.

Ich kenne es von älteren Hmburgern.
Geschrieben wird es mit Sicherheit "bannig",
denn die Adjektivendung heißt -ig.
Aber die Frage nach der Herkunft kann ich
nicht beantworten, aber Duden weiß ein bißchen:

"wohl mittelniederdeutsch bannich = gebannt, verdammt"
https://www.duden.de/rechtschreibung/bannig
und
Meint eigentlich »im Bann befindlich«;
von da weiterentwickelt zur Bedeutung »verflucht ..."
http://umgangssprache_de.deacademic.com/2554/bannig

Gruß
Gunhild

Jakob Achterndiek

unread,
Jan 16, 2014, 6:09:47 AM1/16/14
to
Am 16.01.2014, 10:42 Uhr, schrieb Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de>:

> Am Donnerstag, 16. Januar 2014 09:59:12 UTC+1 schrieb Dieter Britz:
>> In Hamburg sagen (sagten mal?)Leute "bannich" (was vielleicht
>> "bannig" geschrieben wird, wenn es überhaupt geschrieben wird),
>> was "sehr" bedeutet.
>
> Ich kenne es von älteren Hmburgern.
> Geschrieben wird es mit Sicherheit "bannig",
> denn die Adjektivendung heißt -ig.

Aufgefallen ist mir, daß das Wort bei unseren mecklenburgischen
Mundartdichtern gar nicht vorkommt. Die Ableitung von "bannen,
verdammen" schien mir zunächst spekulativ, aber Entsprechungen
dazu gäbe es ja in mehreren Sprachen.

j/\a
--

Andreas Karrer

unread,
Jan 16, 2014, 7:14:45 AM1/16/14
to
* Dieter Britz <dieterh...@gmail.com>:
> In Hamburg sagen (sagten mal?)Leute "bannich" (was vielleicht
> "bannig" geschrieben wird, wenn es �berhaupt geschrieben wird),
> was "sehr" bedeutet.

Das hast du vor fast exakt 1 Jahr schon mal gefragt.

Message-Id: kd0h16$3h1$1...@dont-email.me

oder https://groups.google.com/forum/#!topic/de.etc.sprache.deutsch/zu0iCgiaec8

- Andi

Juergen Grosse

unread,
Jan 16, 2014, 7:25:15 AM1/16/14
to
Am 16.01.2014 12:09, schrieb Jakob Achterndiek:


> Aufgefallen ist mir, daß das Wort bei unseren mecklenburgischen
> Mundartdichtern gar nicht vorkommt. [...]

Seltener als in Schleswig-Holstein oder Hamburg. Aber hier
<http://gutenberg.spiegel.de/buch/2692/9> z. B. dreimal bei John Brinckman:
"Uns Herrgott was all 'n schön Enn' rinne nah oll Land Mäkelnborg, un de
oll Düwel hadd sick all wedder bannig ut de Pust hinkt un hadd all so
väl hausten un quüchen un snuwen un prusten müßt von wägen den Snuppen,
den hei sick bi Kap Schagen halt hadd, ihre hei em richtig wedder inhalt
hadd, un dortau stunn de oll Düwel so väl Pin in sin oll utfroren
Sugelsnut ut, dat hei Ach un Weh hadd schrigen mucht un dat hei sick
alle Näs lang ne Fust vull Snei von de Grabenbuurt upgrapsen un sei
dorinne stäken müßt."
"De oll Fritz, de was nich so, kann ick Em seggen, de was drist un
gottsfürchtig, de frog nich ierst lang, de hett bannig väl Kanonenfutter
veraast sin Tit, kann ick Em seggen."
"Schad is dat, Herring, wat ick Sei von hier ünnen ut nu nich en bäten
int Gesicht kiken kann, dat süll mi doch bannig hœgen, wo Sei sick nu
woll argern daun, un wenn de Herrgott sick argern möt, dor ward de Düwel
nich mager von."


Tschüs, Jürgen

Dieter Britz

unread,
Jan 16, 2014, 7:35:45 AM1/16/14
to
On Thu, 16 Jan 2014 12:14:45 +0000, Andreas Karrer wrote:

> * Dieter Britz <dieterh...@gmail.com>:
>> In Hamburg sagen (sagten mal?)Leute "bannich" (was vielleicht "bannig"
>> geschrieben wird, wenn es überhaupt geschrieben wird),
>> was "sehr" bedeutet.
>
> Das hast du vor fast exakt 1 Jahr schon mal gefragt.
>
> Message-Id: kd0h16$3h1$1...@dont-email.me
>
> oder
> https://groups.google.com/forum/#!topic/de.etc.sprache.deutsch/
zu0iCgiaec8
>
> - Andi

Da kammama seehn, der Alte wird vergesslich.

--
Dieter Britz

Jakob Achterndiek

unread,
Jan 16, 2014, 7:54:33 AM1/16/14
to
Am 16.01.2014, 13:25 Uhr, schrieb Juergen Grosse <gro...@hansenet.de>:

> Am 16.01.2014 12:09, schrieb Jakob Achterndiek:
>> Aufgefallen ist mir, daß das Wort bei unseren mecklenburgischen
>> Mundartdichtern gar nicht vorkommt. [...]
>
> Seltener als in Schleswig-Holstein oder Hamburg. Aber hier
> <http://gutenberg.spiegel.de/buch/2692/9> z. B. dreimal bei John
> Brinckman:
> [..]

Danke. Das muß ich richtig noch mal nachlesen.

j/\a
--

Florian Ritter

unread,
Jan 16, 2014, 8:14:32 AM1/16/14
to
Am Donnerstag, 16. Januar 2014 12:09:47 UTC+1 schrieb Jakob Achterndiek:

> >> In Hamburg sagen (sagten mal?)Leute "bannich" (was vielleicht
> >> "bannig" geschrieben wird, wenn es überhaupt geschrieben wird),
> >> was "sehr" bedeutet.

> > Ich kenne es von älteren Hmburgern.
> > Geschrieben wird es mit Sicherheit "bannig",
> > denn die Adjektivendung heißt -ig.

> Aufgefallen ist mir, daß das Wort bei unseren mecklenburgischen
> Mundartdichtern gar nicht vorkommt.

Aber im gesprochenen Platt sehr wohl - FR

Hartmut Ott

unread,
Jan 16, 2014, 12:20:58 PM1/16/14
to
Hej,

Am 16.01.2014 09:59, schrieb Dieter Britz:


> In Hamburg sagen (sagten mal?)Leute "bannich" (was vielleicht
> "bannig" geschrieben wird, wenn es ᅵberhaupt geschrieben wird),
> was "sehr" bedeutet.
>
> Wo kommt dieses Wort her?

Otto Mensing, Schleswig-Holsteinisches Wᅵrterbuch

bannig
bannisch (Flensburg) bandig, frᅵher auch bᅵndig (Dtm. 1800) "gewaltig"
"stark" "auᅵerordentlich" auch "tᅵchtig", "brauchbar" "ansehnlich"
"krᅵftig" - vielleicht mit abgeschwᅵchter Bedeutung aus mnd bannich "in
den Bann getan", erst seit dem 19. Jh. gebrᅵuchlicher geworden, jetzt
bes. als Adv. "sehr" allgemein verbreitet, vor allem in Holst.




mfg
Hartmut Ott
*Wir alle tragen den Heiligenschein des gewᅵhnlichen Wahnsinns*
--
Trage es lachend

Jakob Achterndiek

unread,
Jan 18, 2014, 7:17:07 AM1/18/14
to
Am 16.01.2014, 13:54 Uhr, schrieb Jakob Achterndiek
<achte...@buzemann.de>:
Jetzt habe ich alle 32 Kapitel gelesen. Is 'n snurrigen Pötter, de
Brinkmann. »Zu viele Noten. Zu viele Noten!« soll Kaiser Leopold
den Mozart gerügt haben. Un ick segg to min' Oll John Brinkmann:
»Bannig veele Baukstawens för ditmal. Veel to veele Baukstawens!«

j/\a
--

Ulf.K...@web.de

unread,
Oct 11, 2020, 4:05:05 AM10/11/20
to
Moin,

Am Donnerstag, 16. Januar 2014 13:25:15 UTC+1 schrieb Juergen Grosse:

> > Aufgefallen ist mir, daß das Wort bei unseren mecklenburgischen
> > Mundartdichtern gar nicht vorkommt. [...]
>
> Seltener als in Schleswig-Holstein oder Hamburg. Aber hier
> <http://gutenberg.spiegel.de/buch/2692/9> z. B. dreimal bei John Brinckman:
> "Uns Herrgott was all 'n schön Enn' rinne nah oll Land Mäkelnborg

Ich sehe gerade, für die Vokallängung
unter anderem im Landesnamen
wurde sogar ein diakritisches Zeichen
eingeführt, das sonst weiter östlich
in Gebrauch ist:
https://de.wikipedia.org/wiki/Mecklenburgisch-Vorpommersch#Ę

Gruß, ULF
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